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Antisexismusforum:
Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Anzahl BeitrÀge in diesem Thread: 24

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Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: ZeitungsleserIn | Datum:

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Tanja | Datum:
Hallo,
vorab eine kurze Bitte: nicht einfach links posten sondern auch zumindest ein, zwei erklÀrende SÀtze dazu schreiben damit die Leute wissen, worum es geht (der Titel allein reicht da kaum aus).

Nun zum Thema: Mir ist echt schleierhaft, wie das zu "mehr Gleichberechtigung" fĂŒhren soll. Daß dies auch nciht der Fall sein wĂŒrde, wird ja im Text bereits deutlich: da sollen Frauen dann die "Hauptverdiener" sein und MĂ€nner die Kinderbetreuung leisten. Naja, und daß diese offenbar eh nicht als Bereicherung sondern nur als notwendiges Übel angesehen wird (Mann, bei so Leuten möchte ich nicht Kind sein), wird auch klar: da sollen die MĂ€nner "die weibliche Lebenssituation kennenlernen" womit sich "das Problem der Kinderbetreuung schnell lösen" wĂŒrde. HÄ?
Wer hat denen denn ins Hirn geschissen?

Tanja

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Da fast alle tödlichen BerufsunfĂ€lle MĂ€nner betreffen (die arbeiten nunmal eher in den lebensgefĂ€hrlichen Berufen) plĂ€diere ich dafĂŒr, zukĂŒnftig entsprechend viele Frauen zu erschießen, das gleicht das dann aus und fĂŒhrt somit zu mehr Gleichberechtigung ...

Überhaupt sind Mordopfer meist mĂ€nnlich ... das muß auch ausgeglichen werden.

Von der höheren Lebenserwartung der Frauen allgemein mal ganz abgesehen ... also bitte, wenn schon nicht erschießen, dann doch die Frauenrenten senken, weil sie die eh lĂ€nger kassieren, und die MĂ€nnerrenten anheben, ja?

Achim

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Tanja | Datum:

> plĂ€diere ich dafĂŒr, zukĂŒnftig entsprechend viele Frauen zu
> erschießen, das gleicht das dann aus und fĂŒhrt somit zu mehr
> Gleichberechtigung ...

Na wenn Du da mal nicht bald zuhauf zitierst wirst... *g*

Tanja

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: ZeitungsleserIn | Datum:
Apropos Lebenserwartung: da Frauen lĂ€nger leben, verursachen sie dem Gesundheitssystem mehr Kosten. Wenn deswegen eine (private) Krankenkasse von Frauen höhere BeitrĂ€ge fordert, dann ist das eine himmelschreiende Ungerechtigkeit. Auf der anderen Seite: wenn eine Lebensversicherung von MĂ€nnern höhere BeitrĂ€ge verlĂ€ngt (eben aufgrund der höheren MortalitĂ€t), dann ist das natĂŒrlich was ganz anderes...

@Tanja: ok, beim nÀchsten Mal zitiere ich den Artikel!

Steuersenkung fĂŒr Frauen gefordert

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Zitat: 10.06.2007 1

Initiative weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte
Steuersenkung fĂŒr Frauen gefordert

Eine Gruppe weiblicher FĂŒhrungskrĂ€fte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik hat eine Senkung der Einkommensteuer nur fĂŒr Frauen vorgeschlagen. Der Staat soll ihren geringeren Verdienst ausgleichen.
Von Claus Hulverscheidt


Die GrĂŒnen-Politikerin Antje Hermenau sagte der SĂŒddeutschen Zeitung, angesichts der anhaltenden Diskriminierung von Frauen im Beruf sei es Zeit fĂŒr revolutionĂ€re Ideen. TatsĂ€chlich verdienen Frauen in deutschen Unternehmen fĂŒr die gleiche Arbeit im Durchschnitt immer noch zwischen 15 und 25 Prozent weniger als ihre mĂ€nnlichen Kollegen. Trotz aller gesellschaftlicher Debatten hat sich die Situation dabei in den vergangenen Jahren nicht etwa verbessert. Im Gegenteil: Die Kluft ist eher noch grĂ¶ĂŸer geworden.

ZusĂ€tzlich werden Frauen durch das Steuerrecht benachteiligt. So empfehlen Steuerberater in FĂ€llen, in denen ein Ehepartner - meist der Mann - deutlich mehr verdient als der andere, meist eine Kombination aus den Steuerklassen III und V. FĂŒr das Ehepaar insgesamt fĂŒhrt das dazu, dass sie ĂŒber das Jahr weniger Steuern vorauszahlen mĂŒssen, als wenn beide Partner die Steuerklasse IV wĂ€hlen. FĂŒr Frauen allerdings hat die Kombination III/V den erheblichen psychologischen Nachteil, dass von ihrem Bruttogehalt netto nur wenig ĂŒbrigbleibt. Muss von diesem Geld auch noch die Tagesmutter bezahlt werden, steht die Frau am Monatsende trotz Arbeit und schlechten Gewissens ohne eigenen Verdienst da.

"Der Staat hat doch angeblich ein so großes Interesse an der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, um die Zahl der Kinder in Deutschland zu erhöhen", sagte Hermenau. "Und da 20 Jahre Kampf gegen das Ehegattensplitting und fĂŒr eine gleiche Bezahlung von MĂ€nnern und Frauen in den Unternehmen nichts gebracht haben, fordern wir jetzt Steuersenkungen nur fĂŒr Frauen." Das sei sinnvoller als die Bestrebungen vor allem der CDU, das Ehegattensplitting durch den Einbau einer Kinderkomponente noch weiter zu verkomplizieren.

Nach Hermenaus Vorstellungen könnte der bisherige Steuertarif mit einem Eingangssatz von 15 und einem Spitzensatz von 45 Prozent in zwei eigenstĂ€ndige Tarife aufgespalten werden. MĂ€nner zahlten dann beispielsweise 17 bis 47 Prozent, Frauen dafĂŒr nur noch 10 bis 40 Prozent Steuern. Dadurch könne das GehaltsgefĂ€lle in vielen Familien deutlich verringert werden. "In einigen Familien wĂŒrden Frauen so zum Hauptverdiener - und die MĂ€nner könnten einmal die weibliche Lebenssituation kennenlernen", sagte die GrĂŒnen-Politikerin, die von 1994 bis 2004 im Bundestag saß und zuletzt haushaltspolitische Sprecherin ihrer Fraktion war. Heute fĂŒhrt sie die Fraktion im sĂ€chsischen Landtag und gehört auf Bundesebene dem Spitzengremium der GrĂŒnen, dem Parteirat, an.

Hermenau rĂ€umte ein, dass eine steuerliche Ungleichbehandlung von MĂ€nnern und Frauen verfassungsrechtliche Probleme aufwerfen könnte. "Auf der anderen Seite ist das auch nicht grundgesetzwidriger als die ungleiche Bezahlung von MĂ€nnern und Frauen in den Betrieben", sagte sie. RĂŒckendeckung erhielt Hermenau von dem Berliner Verfassungsrechtler Christian Pestalozza. "Artikel 3 des Grundgesetzes bedeutet nicht, dass alle gleichbehandelt werden mĂŒssen - sondern Gleiches gleich und Ungleiches ungleich", sagte er der Bild am Sonntag. Insofern sei eine Steuererleichterung nur fĂŒr Frauen durchaus denkbar.

Die Zeitung prĂ€sentierte die Chefin des Leonberger Sicherheitstechnikunternehmens GEZE, Brigitte Vöster-Alber, und die Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-ThĂŒringen, Gertrud Traud, als UnterstĂŒtzerin des Projekts. Vöster-Alber sagte, das Modell sei angesichts der durchschnittlich niedrigeren Bezahlung von Frauen in den Firmen "recht und billig" und wĂŒrde der Volkswirtschaft nutzen. Traud sprach von einem "cleveren Ansatz, der zu mehr Gleichberechtigung fĂŒhrt."

(SZ vom 11. Juni 2007)

http://www.sueddeutsche.de/,ra11m5/finanzen/artikel/903/117774/

GrĂŒne fordert weniger Steuern fĂŒr Frauen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Zitat: 11. Juni 2007, 12:28 Uhr

Gleichberechtigung
GrĂŒne fordert weniger Steuern fĂŒr Frauen
Frauen verdienen in den gleichen Berufen noch immer weniger als MĂ€nner. Darum fordert Antje Hermenau, dass sie weniger Lohn an den Staat abgeben sollten. Wenn sie Hauptverdienerin wĂ€ren, ließe sich so auch das Problem der Kinderbetreuung lösen.

Foto: dpa
Arbeiten soll fĂŒr Frauen attraktiver werden: Deshalb will die GrĂŒnen-Politikerin Antje Hermenau fĂŒr sie die Steuern senken.


Im Gegenzug zur Steuersenkung fĂŒr die Frauen sollte die Belastung fĂŒr MĂ€nner leicht angehoben werden, sagte die Fraktionschefin der GrĂŒnen in Sachsen der "Bild am Sonntag". „Eine solche Steuersenkung wĂ€re ein großer Beitrag zu mehr Gleichberechtigung.“

WeiterfĂŒhrende links
Frauen verdienen deutlich weniger als MĂ€nner
Hermenau, die auch Mitglied im Bundesparteirat der GrĂŒnen ist, hofft auf VerĂ€nderungen in der Arbeitswelt: „Endlich wĂŒrden mehr Frauen arbeiten. Endlich wĂŒrden viele Frauen zum Hauptverdiener in der Familie und viele MĂ€nner die weibliche Lebenssituation kennen lernen. Dann wĂŒrde sich auch das Problem der Kinderbetreuung sehr schnell lösen.“

Eine mögliche Ungleichbehandlung nimmt die Spitzen-GrĂŒne dabei in Kauf: „Lieber eine positive Diskriminierung als eine negative. Wenn Frauen finanziell besser gestellt werden, ermutigt das viel mehr Paare, Kinder zu bekommen.“

"Cleverer Ansatz fĂŒr mehr Gleichberechtigung"
UnterstĂŒtzung erhielt Hermenau von der Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-ThĂŒringen, Gertrud Traud. „Ich finde es richtig, die Steuern fĂŒr Frauen zu senken. Das ist ein cleverer Ansatz, der zu mehr Gleichberechtigung fĂŒhrt. NatĂŒrlich wĂŒrde ich mich auch persönlich ĂŒber mehr netto freuen“, sagte sie dem Blatt. Sie habe bereits mit mĂ€nnlichen Wirtschaftswissenschaftlern ĂŒber das Modell gesprochen, die ebenfalls sehr viel Sympathie dafĂŒr gezeigt hĂ€tten.

Die Chefin des Hightech-Unternehmens fĂŒr Sicherheitstechnik GEZE mit
Foto: WSI

WSI Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung: In welchen Berufen Frauen weniger verdienen

1.750 Mitarbeitern und 150 Standorten weltweit,
Foto: WSI

WSI Tarifarchiv der Hans-Böckler-Stiftung: In welchen Berufen Frauen weniger verdienen
Brigitte Vöster-Alber,
betonte: „Frauen verdienen statistisch gesehen weniger als MĂ€nner. Da wĂ€re das Modell niedrigerer Steuern fĂŒr Frauen nur recht und billig.“ FĂŒr viele Frauen sei es unwirtschaftlich, sich eine Stelle zu suchen, weil ihnen nach Abzug der Kosten fĂŒr Kinderbetreuung netto wenig ĂŒbrig bleibe, so Vöster-Alber. Außerdem hĂ€tten sie nach der Kindererziehung Schwierigkeiten, wieder in den Beruf zu kommen. Ihr Fazit: „Die Steuersenkungs-Idee wĂŒrde der Volkswirtschaft sicher nutzen.“

Grundlage fĂŒr den Vorstoß ist laut „Bild am Sonntag“ ein Konzept zweier italienischer Wissenschaftler. Die Professoren Alberto Alesina von der US-Elite-UniversitĂ€t Harvard und Andrea Ichino von der UniversitĂ€t Bologna hatten in einer Studie festgestellt: Steuersenkungen nur fĂŒr Frauen wĂŒrden deren Chancen auf Jobs erhöhen und langfristig die Schlagworte
Frauen Einkommensteuer Gleichberechtigung Antje Hermenau GrĂŒne
Arbeitsaufteilung Schlagworte
Frauen Einkommensteuer Gleichberechtigung Antje Hermenau GrĂŒne innerhalb der
Familie verĂ€ndern. Der Berliner Verfassungsrechtler Professor Christian Pestalozza sieht in dem Vorschlag keinen Verstoß gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. „Artikel 3 des Grundgesetzes bedeutet nicht, dass alle gleich behandelt werden mĂŒssen – sondern Gleiches gleich und Ungleiches ungleich.“ Seien Frauen benachteiligt, dĂŒrften sie solange bevorzugt werden, bis die Benachteiligung ausgeglichen ist.

http://www.welt.de/politik/deutschland/article936709/Gruene_fordert_weniger_Steuern_fuer_Frauen.html


Steuersenkung nur fĂŒr Frauen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Zitat: Steuersenkung nur fĂŒr Frauen
Die deutschen GrĂŒnen sehen eine "positive Diskriminierung" als Mittel zum Zweck fĂŒr mehr Gleichberechtigung.

Mehr Gerechtigkeit durch ungleiche Steuern - die Fraktionschefin der GrĂŒnen in Sachsen, Antje Hermenau, will MĂ€nner zusĂ€tzlich belasten und Frauen dafĂŒr entlasten.
Lesermeinungen
Ungleiches ungleich behandeln?
Ein Vorstoß in Deutschland fordert eine Steuersenkung nur fĂŒr Frauen - zu Lasten der MĂ€nner.

Aus Politik und Wirtschaft kommt die Forderung nach Steuersenkungen nur fĂŒr Frauen. Die Fraktionschefin der GrĂŒnen in Sachsen, Antje Hermenau, verlangte in der Hamburger "Bild am Sonntag", die Einkommensteuer fĂŒr Frauen zu senken. Im Gegenzug sollte die Belastung fĂŒr MĂ€nner leicht angehoben werden. "Eine solche Steuersenkung wĂ€re ein großer Beitrag zu mehr Gleichberechtigung."

"Ich finde es richtig, die Steuern fĂŒr Frauen zu senken. Das ist ein cleverer Ansatz, der zu mehr Gleichberechtigung fĂŒhrt."
Gertrud Traud, Landesbank Hessen-ThĂŒringen
Hermenau, die auch Mitglied im Bundesparteirat der GrĂŒnen ist, hofft auf VerĂ€nderungen in der Arbeitswelt: "Endlich wĂŒrden mehr Frauen arbeiten. Endlich wĂŒrden viele Frauen zum Hauptverdiener in der Familie und viele MĂ€nner die weibliche Lebenssituation kennen lernen. Dann wĂŒrde sich auch das Problem der Kinderbetreuung sehr schnell lösen."

Eine mögliche Ungleichbehandlung nimmt die Spitzen-GrĂŒne dabei in Kauf: "Lieber eine positive Diskriminierung als eine negative. Wenn Frauen finanziell besser gestellt werden, ermutigt das viel mehr Paare, Kinder zu bekommen."

UnterstĂŒtzung erhielt Hermenau von der Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-ThĂŒringen, Gertrud Traud. "Ich finde es richtig, die Steuern fĂŒr Frauen zu senken. Das ist ein cleverer Ansatz, der zu mehr Gleichberechtigung fĂŒhrt. NatĂŒrlich wĂŒrde ich mich auch persönlich ĂŒber mehr netto freuen", sagte sie dem Blatt. Sie habe bereits mit mĂ€nnlichen Wirtschaftswissenschaftlern ĂŒber das Modell gesprochen, die ebenfalls sehr viel Sympathie dafĂŒr gezeigt hĂ€tten.

Die Chefin des Hightech-Unternehmens fĂŒr Sicherheitstechnik GEZE mit 1.750 Mitarbeitern und 150 Standorten weltweit, Brigitte Vöster-Alber, betonte: "Frauen verdienen statistisch gesehen weniger als MĂ€nner. Da wĂ€re das Modell niedrigerer Steuern fĂŒr Frauen nur recht und billig." FĂŒr viele Frauen sei es unwirtschaftlich, sich eine Stelle zu suchen, weil ihnen nach Abzug der Kosten fĂŒr Kinderbetreuung netto wenig ĂŒbrig bleibe, so Vöster-Alber. Außerdem hĂ€tten sie nach der Kindererziehung Schwierigkeiten, wieder in den Beruf zu kommen. Ihr Fazit: "Die Steuersenkungs-Idee wĂŒrde der Volkswirtschaft sicher nutzen."
Kein Verstoß des Gleichheitsgebots?

Grundlage fĂŒr den Vorstoß ist ein Konzept zweier italienischer Wissenschaftler. Die Professoren Alberto Alesina von der US-Elite-UniversitĂ€t Harvard und Andrea Ichino von der UniversitĂ€t Bologna hatten in einer Studie festgestellt: Steuersenkungen nur fĂŒr Frauen wĂŒrden deren Chancen auf Jobs erhöhen und langfristig die Arbeitsaufteilung innerhalb der Familie verĂ€ndern. Der Berliner Verfassungsrechtler Professor Christian Pestalozza sieht in dem Vorschlag keinen Verstoß gegen das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes. "Artikel 3 des Grundgesetzes bedeutet nicht, dass alle gleich behandelt werden mĂŒssen - sondern Gleiches gleich und Ungleiches ungleich." Seien Frauen benachteiligt, dĂŒrften sie solange bevorzugt werden, bis die Benachteiligung ausgeglichen ist.

Artikel vom 10.06.2007, 15:58 | apa,ap | gn

http://www.kurier.at/nachrichten/wirtschaft/81449.php

Frauen fordern Steuersenkung fĂŒr Frauen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Zitat: 10. Juni 2007

REFORM-VORSTOSS
Frauen fordern Steuersenkung fĂŒr Frauen

Frauen werden nicht gleich behandelt wie MĂ€nner, also sollen sie weniger Einkommensteuer zahlen: Das fordert ein weibliches Trio aus Wirtschaft und Politik. Eine solche Reform wĂŒrde die Gehaltsunterschiede ausgleichen - und fördere damit Frauen auf dem Arbeitsmarkt.



Berlin - Mehr Gerechtigkeit durch ungleiche Steuern - die drei Frauen, die das fordern, sind die sĂ€chsische GrĂŒnen-Fraktionschefin Antje Hermenau, Gertrud Traud, Chefvolkswirtin der Landesbank Hessen-ThĂŒringen, und Brigitte Völster-Alver, Chefin des Leonberger Hightech-Unternehmens fĂŒr Sicherheitstechnik Geze.

DDP

GrĂŒnen-Politikerin Hermenau: "Ein großer Beitrag zu mehr Gleichberechtigung"
Hermenau plĂ€diert "dafĂŒr, die Einkommensteuer nur fĂŒr Frauen zu senken. Im Gegenzug sollte die Belastung fĂŒr MĂ€nner leicht angehoben werden", sagte die Fraktionsvorsitzende der Partei in Sachsen der "Bild am Sonntag". "Eine solche Steuersenkung wĂ€re ein großer Beitrag zu mehr Gleichberechtigung." Eine Ungleichbehandlung nehme sie dabei im Kauf. "Lieber eine positive Diskriminierung als eine negative. Wenn Frauen finanziell besser gestellt werden, ermutigt das viel mehr Paare, Kinder zu bekommen."

Chefvolkswirtin Traud findet es "richtig, die Steuern fĂŒr Frauen zu senken. Das ist ein cleverer Ansatz, der zu mehr Gleichberechtigung fĂŒhrt. NatĂŒrlich wĂŒrde ich mich auch persönlich ĂŒber mehr netto freuen", sagte sie. Sie habe bereits mit mĂ€nnlichen Wirtschaftswissenschaftlern ĂŒber das Modell gesprochen, die ebenfalls sehr viel Sympathie dafĂŒr gezeigt hĂ€tten.

Unternehmenschefin Vöster-Alver, deren Firma 1750 Mitarbeiter und 150 Standorten weltweit hat, findet eine Steuersenkung fĂŒr Frauen vor allem aus einem Grund angemessen: "Frauen verdienen statistisch gesehen weniger als MĂ€nner. Da wĂ€re das Modell niedrigerer Steuern fĂŒr Frauen nur recht und billig." FĂŒr viele Frauen sei es unwirtschaftlich, sich eine Stelle zu suchen, weil ihnen nach Abzug der Kosten fĂŒr Kinderbetreuung netto wenig ĂŒbrig bleibe. Außerdem hĂ€tten sie nach der Kindererziehung Schwierigkeiten, wieder in den Beruf zu kommen. "Die Steuersenkungs-Idee wĂŒrde der Volkswirtschaft sicher nutzen", sagte die Unternehmerin.


Grundlage fĂŒr den Vorstoß ist ein Konzept zweier italienischer Wissenschaftler. Die Professoren Alberto Alesina von der US-EliteuniversitĂ€t Harvard und Andrea Ichino von der UniversitĂ€t Bologna hatten in einer Studie festgestellt: Steuersenkungen nur fĂŒr Frauen wĂŒrden deren Chancen auf Jobs erhöhen und langfristig die Arbeitsaufteilung innerhalb der Familie verĂ€ndern.

Nach Ansicht des Berliner Verfassungsrechtlers Christian Pestalozza wĂ€re eine Steuersenkung nur fĂŒr Frauen mit dem Grundgesetz vereinbar. "Artikel 3 des Grundgesetzes bedeutet nicht, dass alle gleich behandelt werden mĂŒssen - sondern Gleiches gleich und Ungleiches ungleich", zitiert ihn die "Bild am Sonntag". Seien Frauen benachteiligt, dĂŒrften sie solange bevorzugt werden, bis die Benachteiligung ausgeglichen ist.

kaz/Reuters/ddp
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,487687,00.html

Eine Formel fĂŒr die Gleichberechtigung

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Zitat: Eine Formel fĂŒr die Gleichberechtigung

Wie könnten mehr Frauen Karriere machen? Zwei Wissenschaftler behaupten, ein Rezept gefunden zu haben: Steuersenkungen - aber nur fĂŒr Frauen

Von Marian Blasberg und Matthias Stolz

Wenn man heute, nach knapp vierzig Jahren Feminismus, den vom Familienministerium herausgegebenen Gender-Report durchliest, ist das eine desillusionierende LektĂŒre: Noch immer, heißt es in dem 800 Seiten starken Werk, finden sich kaum Frauen in den FĂŒhrungspositionen der Wirtschaft; noch immer verdienen sie rund zwanzig Prozent weniger als MĂ€nner, obwohl der Grundsatz „Gleicher Lohn fĂŒr gleiche Arbeit“ rechtlich verankert ist. Ihre Erwerbsquote, heißt es, liege heute zwar bei 66 Prozent. Aber der Eindruck, dies sei viel, relativiere sich, wenn man bedenke, dass viele Frauen Teilzeit oder in 400-Euro-Jobs arbeiten. Es scheint, als hĂ€tten alle MĂŒhen, Frauen zu fördern, nicht viel gebracht.

WĂ€hrend Deutschland im vergangenen Herbst noch ĂŒber Eva Hermans Vorschlag diskutierte, dass die Frauen zurĂŒck an den Herd sollen, trafen sich auf einer Party in Boston zwei alte Studienfreunde wieder, beide Italiener, beide mittlerweile angesehene Wirtschaftswissenschaftler. Sie glauben, an jenem Abend eine Idee gefunden zu haben, mit der sich das Versprechen auf Gleichberechtigung radikal einlösen ließe. Beim Wein berichtete Andrea Ichino, der in Bologna lehrt, von einer Studie, mit der er belegen könne, dass Frauen auf der Arbeit öfter fehlen. Ichino erklĂ€rte, dass es viele GrĂŒnde dafĂŒr gebe, Krankheiten der Kinder oder Elternsprechtage, es seien Wettbewerbsnachteile, sagte er, die man dringend kompensieren mĂŒsse, und Alberto Alesina, der in Harvard lehrt, brachte eine Idee ins Spiel, die schon seit LĂ€ngerem in der wissenschaftlichen Welt kursiert.

Wenn man die Situation der Frauen verbessern wolle, sagte Alesina, mĂŒsse man ihre Lohnsteuer senken. Dies habe einen doppelten Effekt. Zum einen hĂ€tten die Frauen einen grĂ¶ĂŸeren Anreiz, sich um eine Stelle zu bewerben, weil ihre Nettolöhne stiegen. Außerdem wĂŒrde es fĂŒr Unternehmen reizvoller, Frauen anzustellen, weil ihre Bruttolöhne etwas sinken könnten. Der Wettbewerbsnachteil, den die Frauen bislang auf dem Arbeitsmarkt hĂ€tten, sagte Alesina, wĂ€re dadurch kompensiert. Sie kosteten weniger, und sie verdienten mehr; und damit der Staat keine Verluste mache, mĂŒsste im Gegenzug die Lohnsteuer der MĂ€nner ein kleines bisschen steigen.

Ichino und Alesina waren angefixt von der Idee, das Ziel der Gleichheit ĂŒber den Weg der Ungleichheit zu erreichen. Sie schickten E-Mails hin und her, sie rechneten und fanden heraus, dass sich die Lohnsteuer fĂŒr Frauen in Italien um mehr als dreißig Prozent senken ließe, wenn man die der MĂ€nner um ein Prozent erhöhte. In Norwegen, wo mehr Frauen arbeiten, könnte sie um zehn Prozent sinken, Deutschland wĂŒrde irgendwo dazwischen liegen. Die beiden Professoren zeigten die Ergebnisse ihren Studenten, und als sie sicher waren, dass es funktionieren wĂŒrde, schrieben sie einen Aufsatz und publizierten ihn zu Hause in der Wirtschaftszeitung Il sole 24 ore. Das war im MĂ€rz. Und seitdem diskutiert die Welt ihre Idee.

An einem sonnigen FrĂŒhsommertag sitzen die beiden Wissenschaftler in einem schmucklosen Raum des MailĂ€nder Innocenzo Gasparini Institute for Economic Research. Sie sind wegen einer Konferenz in der Stadt, und jetzt klappen sie ihre Laptops auf und klicken all die Hassmails an, die sie in den letzten Wochen erhalten haben. Sie scrollen sich durch endlose Tiraden, durch wĂŒste Beschimpfungen. „Hier“, sagt Alesina feixend, „die gefĂ€llt mir gut.“ Er öffnet einen Brief, in dem ein Amerikaner schreibt, wie lĂ€cherlich er ihren Vorschlag finde, wie frauenfeindlich, und wenig spĂ€ter zeigt Ichino schmunzelnd einen zweiten, in dem ein Mann namens Vincenzo Visco genau der gegenteiligen Meinung ist. Visco ist der stellvertretende Wirtschaftsminister Italiens, und er schreibt, dass sie mit ihrem Vorschlag die gesamte MĂ€nnerwelt verĂ€rgern wĂŒrden.

Alesina ist jetzt 50, Ichino zwei Jahre jĂŒnger. Sie wirken stolz wie Kinder, denen ein Streich gelungen ist. Am Morgen haben sie sich getroffen, um dem stellvertretenden Wirtschaftsminister einen Antwortbrief zu schreiben. Sie wollen ihm erklĂ€ren, dass sein eigenes Gesetz, das frauenfreundliche Unternehmen mit Regierungsgeldern ausstattet, der falsche Weg ist. Es koste nur, sagt Alesina, es sei nicht effizient.

Warum? „Wenn Sie Unternehmen dazu kriegen wollen, etwas Bestimmtes zu tun, erreichen Sie das kaum mit Subventionen, sondern indem Sie das UnerwĂŒnschte teurer machen. Wenn Sie nicht wollen, dass leere Flugzeuge die AtmosphĂ€re verpesten, erheben Sie eine Steuer auf Kerosin. Wenn Sie wollen, dass mehr Frauen arbeiten, dann zwingen Sie die Unternehmen, MĂ€nnern ein höheres Gehalt zu zahlen.“

Was sagt denn Ihre Frau zu der Idee? Ichino schweigt. Dann lĂ€chelt er und sagt: „Neulich hat sie mich besorgt gefragt, ob sie dann mehr arbeiten mĂŒsse. Sie ist Forscherin wie ich, und wenn die Lohnsteuer tatsĂ€chlich so weit sinken wĂŒrde, dann wĂ€re sie die Hauptverdienerin bei uns. Dann mĂŒssten wir uns unterhalten, ob ich mehr Zeit mit unseren vier Kindern verbringen wĂŒrde. Aber das ist ein Effekt, den wir mit unserer Idee beabsichtigten – nicht nur in Italien, wo sich die Frauen immer noch sehr oft nur um die Kinder und die Pasta kĂŒmmern.“Ist Ihre Idee auch etwas fĂŒr Deutschland? „Ich wĂŒsste nicht“, sagt Ichino, „was dagegen sprechen sollte.“

In der Kantine des Deutschen Instituts fĂŒr Wirtschaftsforschung in Berlin-Dahlem sitzt Katharina Wrohlich. Vor ihr liegen das Papier der beiden Professoren und ihre eigene Dissertation, die den Titel trĂ€gt: Eine empirische Beurteilung familienpolitischer Reformen in Deutschland. Sie tippt auf die Autorenzeile des Artikels aus Italien und sagt: „Die beiden sind KoryphĂ€en. Unumstritten in ihrem Fach. Mich hingegen kennt ja niemand.“ Katharina Wrohlich hat gerade ihre Doktorarbeit abgegeben, sie verdient BAT IIa, das Gleiche wie ihre mĂ€nnlichen Kollegen. Im Sommer wird sie 30. Es gibt in der deutschen Wissenschaft wohl kaum jemanden, der sich mit der Frage, wie man durch Steuerpolitik mehr Frauen in Arbeit bekommt, so gut auskennt wie sie. Den Artikel der beiden Professoren aus Italien hat sie gelesen, damals in der Financial Times. Sie mochte die Idee gleich. Sie sagt: „Ihr Reiz liegt in der RadikalitĂ€t.“

Dann zeichnet sie Kurven auf Schmierpapier und erklĂ€rt, weshalb die Idee ihrer Meinung nach so gut ist. Sie entsprĂ€che, sagt sie, einem alten Grundsatz der Finanzwissenschaft, im Jahr 1927 von einem Amerikaner namens Frank P. Ramsey aufgestellt: Besteuere flexible Menschen oder GĂŒter geringer als unflexible! Flexibel bedeutet hier, dass sie sich stark von der Steuer beeinflussen lassen. MĂ€nner sind wenig flexibel: Sie arbeiten Vollzeit, ziemlich unabhĂ€ngig davon, wie hoch ihre Arbeit besteuert wird. Frauen hingegen sind flexibel: Sie machen ihre BerufstĂ€tigkeit oft davon abhĂ€ngig, ob von dem, was sie erarbeiten, netto genĂŒgend ĂŒbrig bleibt (weil sie zum Beispiel den eigenen Verdienst gegen die Kosten der Kinderbetreuung abwĂ€gen). Wenn der Staat diese flexiblen Menschen niedriger besteuert als die wenig flexiblen, dann bringt er weniger Menschen davon ab, das zu tun, was sie auch ohne Steuern tĂ€ten. So wird der gesamtwirtschaftliche Nutzen vergrĂ¶ĂŸert. Katharina Wrohlich legt ihren Stift beiseite: „Unter dem Gesichtspunkt der Effizienz ist die Idee absolut richtig.“ Sie ĂŒberlegt eine Weile, das LĂ€cheln verschwindet aus ihrem Gesicht, und dann sagt sie: „Ob sich das Ganze politisch durchsetzen lĂ€sst? Das glaube ich nicht.“

Wenn man im politischen Berlin nachfragt, was von der Idee zu halten ist, dann stĂ¶ĂŸt man auf Skepsis. Ein Sprecher des Finanzministers schreibt auf die Bitte um einen Interviewtermin: „Eine Gestaltung wie dargestellt wird nicht erwogen, daher macht es fĂŒr uns auch keinen Sinn, hier nĂ€her einzusteigen.“ Die Politikerinnen Hildegard MĂŒller (CDU), Christine Scheel (GrĂŒne), Barbara Höll (PDS) und Silvana Koch-Mehrin (FDP) geben der Idee keine Chance. Fast alle GesprĂ€che nehmen einen Ă€hnlichen Verlauf: Erst bekunden die Frauen Sympathie fĂŒr den Vorschlag der Italiener, sprechen von dessen Witz oder Charme – dann aber sagen sie sehr bestimmt, dass er leider untragbar sei. Dabei hatten die Professoren ihren Artikel doch mit der Hoffnung begonnen, die Idee werde Verfechtern des freien Marktes ebenso gut gefallen wie denen eines eingreifenden Staates. In Deutschland ist das Gegenteil der Fall.

Paul Kirchhof, lĂ€ngst wieder hauptberuflich Professor fĂŒr Steuerrecht in Heidelberg, stört der bĂŒrokratische Aufwand, den die Idee mit sich bringen wĂŒrde: „Das Steuerrecht ist gegenwĂ€rtig wegen einer Vielzahl von VergĂŒnstigungen und Ausnahmen unĂŒbersichtlich geworden, kann deshalb in seinen Rechtsprinzipien nicht mehr verstanden werden. Aus diesem Grund sollte der Gesetzgeber von jeder weiteren SteuervergĂŒnstigung absehen.“ Ähnlich argumentiert Hildegard MĂŒller. Sie befĂŒrchtet zudem, dass die Ungleichheit festgeschrieben wĂŒrde, wenn man sich auf niedrigere Steuern fĂŒr Frauen einließe, statt an ihren Ursachen zu arbeiten. Silvana Koch-Mehrin sagt: „Wir mĂŒssen stattdessen Anreize schaffen, dass sich die MĂ€nner endlich Ă€ndern.“

Die Gefahr sei, sagt die Unternehmensberaterin Gertrud Höhler, dass die Frauensteuer eine „positive Diskriminierung“ erzeuge. Den Staat als Hilfe zu haben, schwĂ€che das Selbstbewusstsein der Frauen, statt es zu stĂ€rken. Außerdem, ergĂ€nzt die Schriftstellerin Thea Dorn: Wer garantiert, dass der Arbeitgeber den Lohn nicht in gleichem Maße herabsetzt, wie die Steuer sinkt? Sodass den Frauen kein Vorteil bleibt, sondern ausschließlich der Wirtschaft. Christine Scheel, die Finanzexpertin der GrĂŒnen, glaubt: „Wenn Frauen weniger brutto verdienen, bekommen sie spĂ€ter weniger Rente.“

Und schließlich hört man immer wieder jenes Argument, das Hildegard MĂŒller das entscheidende nennt: Die Idee sei nicht vereinbar mit Artikel 3 des Grundgesetzes, dem Gleichheitsgrundsatz, und auch nicht mit dem Diskriminierungsverbot der EU. Jeder Mann könnte gegen ein solches Steuergesetz klagen – und hĂ€tte vermutlich Erfolg.

Vielleicht muss man ein bisschen außen stehen, so wie Gertrud Höhler, um der Idee etwas abzugewinnen. „Was mir an ihr gefĂ€llt“, sagt Gertrud Höhler, „ist der Gedanke, dass Frauen einen Bonus dafĂŒr kriegen, dass sie die Kinder auf die Welt bringen und sich viel öfter um sie kĂŒmmern.“

Es ist nicht leicht zu sagen, woher die Bedenken der Politik kommen. Ob es am Inhalt des Vorschlags liegt oder daran, dass es nach der vollzogenen Hartz- und der verhinderten Kirchhof-Reform einen Überdruss an radikalen Ideen gibt. Vielleicht liegt es auch daran, dass sich niemand traut, eine Idee zu unterstĂŒtzen, die noch nicht durch hundert Gremien gewandert ist. Es scheint, sagen Alesina und Ichino, als sei es wie immer: Mit einem neuen, ungewohnten Vorschlag stifte man erst mal Verwirrung, die Menschen fĂŒhlten sich ĂŒberfordert und persönlich angegriffen, ganz gleich, zu welchem Lager sie gehören.

Wenn man sie auf die Gefahr von Dumpinglöhnen anspricht, dann wiegeln sie ab. „Mag sein“, sagt Ichino, „dass die Unternehmen nach unserer Reform erst mal die Löhne drĂŒcken werden, aber sie haben diese Chance nur fĂŒr einen Augenblick. Ich gehe davon aus, dass andere Unternehmen in dieser Situation gute GeschĂ€fte wittern. Sie drĂ€ngen in den Markt. Deshalb wĂŒrden mit der Nachfrage nach ArbeitskrĂ€ften auf lange Sicht auch die Löhne wieder steigen.“ In Deutschland fĂŒrchtet man, dass es vor allem in den SteuerĂ€mtern neue ArbeitsplĂ€tze geben wĂŒrde. „Aber es ist ein denkbar einfaches System. Abgesehen davon bin ich mir nicht sicher, ob es ĂŒberhaupt möglich ist, ein Steuersystem wie das deutsche oder italienische noch schwieriger zu machen.“

Wie soll das gehen, Diskriminierung abzuschaffen, wenn man sie gleichzeitig in einem Steuergesetz zementiert? „Sehen Sie es doch mal so: Die Gleichheit mag in den Gesetzestexten existieren, aber jenseits dieser BĂŒcher existiert sie nicht. Um Frauen zu helfen, denkt der Staat sich Dinge aus, fĂŒhrt Quoten ein, schafft KindertagesstĂ€tten, fördert Firmen, wenn sie Frauen einstellen. Aber was macht das fĂŒr einen Unterschied? Ist ein Staat, der diese Dinge tut, weniger diskriminierend? Behandelt er etwa die Frauen gleich? FĂŒr mich sieht es so aus, als wĂŒrde auch der Staat versuchen, Ungleichheiten auszubalancieren, indem er neue Ungleichheiten schafft. Anders ausgedrĂŒckt: Es ist dasselbe Ziel, das wir verfolgen, aber wir glauben, es ĂŒber einen anderen Weg zu finden, und dieser Weg scheint mir verfassungsrechtlich so vertretbar wie die anderen Wege auch.“ Hatten Sie an Ihrem Vorschlag niemals Zweifel? „Anfangs ja. Es waren Zweifel, wie man sie immer hat als Wissenschaftler. Aber je lĂ€nger ich darĂŒber nachdenke, desto sicherer bin ich mir.“

In Berlin-Dahlem entdeckt die junge Wissenschaftlerin Katharina Wrohlich am Ende des GesprĂ€chs bei aller Zustimmung zur Theorie noch ein praktisches Problem: Was kommt nach der Steuer fĂŒr die Frau, wenn man feststellt, dass bestimmte Gruppen weniger oft Karriere machen? Die Steuer fĂŒr Muslime? FĂŒr Behinderte? FĂŒr Dicke? „Vielleicht“, sagt sie, „muss man gar nicht so weit gehen wie die beiden Professoren. Vielleicht genĂŒgt in Deutschland schon ein erster Schritt: Wir schaffen das Ehegattensplitting ab.“

Sie betont das Wort Ehegattensplitting verĂ€chtlich, was ihr in ihrem leichten Wiener Akzent besonders gut gelingt. Das Ehegattensplitting, dieses deutsche Unikum: Es besagt, dass Ehepartner jeweils den Steuersatz bezahlen, der fĂŒr das zwischen beiden gemittelte Einkommen fĂ€llig wĂŒrde. Die Folge: Meistens zahlen Frauen – weil sie weniger verdienen – mehr Steuern, als sie mĂŒssten, wĂ€ren sie nicht verheiratet. Der Mann spart hingegen Steuern. Vor allem aber spart das Paar, und zwar je mehr, desto grĂ¶ĂŸer der Einkommensunterschied zwischen beiden ist. Das Splitting fĂŒhrt dazu, dass sich die Rollen hĂ€ufig wie gehabt verteilen.

Katharina Wrohlich hat in ihrer Doktorarbeit herausgefunden, dass in Deutschland rund 400000 verheiratete Frauen mehr arbeiten wĂŒrden, wenn sie allein besteuert wĂŒrden statt im Ehegattensplitting. Die Frauenerwerbsquote stiege um knapp fĂŒnf Prozentpunkte. Auf die Idee, das auszurechnen, kam sie durch den Vorschlag der GrĂŒnen, die, als sie 2002 mit der SPD ĂŒber die Koalition verhandelten, das Ende des Splittings forderten.

FĂŒnf Jahre nach diesen Verhandlungen sitzt Christine Scheel, die Steuerexpertin der GrĂŒnen, in einem Berliner CafĂ©. Noch immer scheint sie enttĂ€uscht darĂŒber, dass sie sich damals nicht durchgesetzt hat. „Damals war jeder in der SPD, der verheiratet war, aus einem Reflex heraus gegen unseren Vorschlag. So als garantiere das Splitting den Schutz der Ehe. Dabei hĂ€lt es vor allem die Frauen davon ab zu arbeiten.“ Den Vorschlag aus Italien findet sie schlecht. Aber vielleicht, sinniert sie, ist es gut, wenn darĂŒber diskutiert wird: weil so eine andere Idee, die vormals unterlag, wieder zur Sprache kommt.

Vielleicht haben manche revolutionÀre Ideen ihren Sinn einfach nur darin, dass Ideen, die noch vor ein paar Jahren zu revolutionÀr erschienen, langsam ihren Schrecken verlieren.

Hier finden Sie die Studie von Andrea Ichino und Alberto Alesina (PDF) »

Was Bundestagsabgeordnete zum Thema Frauen und Arbeit sagen, sehen Sie in unserer Video-Umfrage »


ZEITmagazin LEBEN, 31.05.2007 Nr. 23

http://images.zeit.de/text/2007/23/Gleichberechtigung

Formel fĂŒr die Gleichberechtigung: 0.7x=1.1y, x=y ...

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> Grundsatz „Gleicher Lohn fĂŒr gleiche Arbeit“ rechtlich
> verankert ist. Ihre Erwerbsquote, heißt es, liege heute zwar

> Beim Wein berichtete Andrea Ichino, der in Bologna lehrt,
> von einer Studie, mit der er belegen könne, dass Frauen
> auf der Arbeit öfter fehlen.
Ichino erklÀrte, dass es

Interessant, Frauen verdienen in der gleichen Position also deshalb weniger, weil sie eben nicht "die gleiche Arbeit" leisten, sondern weniger (da sie öfter fehlen)?

> Wenn man die Situation der Frauen verbessern wolle, sagte
> Alesina, mĂŒsse man ihre Lohnsteuer senken. Dies habe einen
> doppelten Effekt. Zum einen hĂ€tten die Frauen einen grĂ¶ĂŸeren
> Anreiz, sich um eine Stelle zu bewerben, weil ihre Nettolöhne
> stiegen. Außerdem wĂŒrde es fĂŒr Unternehmen reizvoller,
> Frauen anzustellen, weil ihre Bruttolöhne etwas sinken
> könnten.
Der Wettbewerbsnachteil, den die Frauen bislang

Faszinierende "Argumentation": entweder stimmt das (dann heißt das, daß Frauen jetzt schon eher eingestellt werden, weil sie ja jetzt schon angeblich weniger verdienen, oder daß Frauen eben in Wirklichkeit doch nicht weniger verdienen? Oder es stimmt nicht, dann ist das kein Argument fĂŒr die MĂ€nnerdiskriminierungssteuer, nicht?

Achim

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: janvaris | Datum:
mal von der diskriminierung abgesehen, wie unlogisch ist das denn ĂŒberhaupt? richtet sich das nur an alleinerziehende frauen?
meine erste idee wĂ€re, betreuungsplĂ€tze fĂŒr kinder erwerbstĂ€tiger eltern zu subventionieren, statt irgendeinen hickhack mit einkommenssteuer zu machen und das ganze dann positive diskriminierung zu nennen

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> mal von der diskriminierung abgesehen, wie unlogisch ist das
> denn ĂŒberhaupt? richtet sich das nur an alleinerziehende


Sehr ;-) .

> frauen?

Nein, an alle (siehe Zeitungsberichte).

Achim

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Jenny... | Datum:
Steuersenkung nur fĂŒr Frauen? Das ich nicht lache. Von finanzieller Besserstellung der Frau kann gar keine Rede sein. Im Falle einer Ehe ist es fast immer die Frau die in die mieseste Steuerklasse kommt, wie wĂ€r's dann also mal mit Steuern angleichen?

Und solange Frauen fĂŒr dieselbe Arbeit bei gleicher oder sogar höherer Qualifikation immernoch schlechter bezahlt werden (seltsamerweise wird hier nie von Penis-Bonus gesprochen, wie in gewissen ZusammenhĂ€ngen umgekehrt)wird es nie berufliche Gleichberechtigung geben.

Aber klar, lieber Steuern umverteilen, anstatt die Gleichheit von Löhnen gesetzlich festzulegen, da mĂŒsste ja die Wirtschaft in die Tasche greifen und dĂŒrfte nicht mehr stumpf drauf los diskriminieren. Es lebe die freie Marktwirtschaft!

FĂŒr das Erziehen zukĂŒnftiger RentenzahlerInnen gibt es ĂŒbrigens 0 €/Std., das macht wirklich finanziell unabhĂ€ngig und zeigt wieviel die Gesellschaft von dieser Arbeit hĂ€lt.
Beim Gehalt wird ja in Deutschland gerne von "verdienen" gesprochen... im Englischen gibt es dafĂŒr verschiedene Begriffe: "earn" und "deserve"... Kriegt man immer was man verdient oder verdient man immer was man kriegt oder weder noch?

Danke liebe Politikerinnen und sonstige Karriere-"Emanzen" fĂŒrs in den RĂŒcken fallen!

Übrigens ein etwas polemischer Betreff, der nicht annĂ€hernd den Kern der RealitĂ€t trifft...

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Sunai | Datum:
> FĂŒr das Erziehen zukĂŒnftiger RentenzahlerInnen gibt es
> ĂŒbrigens 0 €/Std., das macht wirklich finanziell unabhĂ€ngig
> und zeigt wieviel die Gesellschaft von dieser Arbeit hÀlt.

Das hat nichts mit GeringschĂ€tzung zu tun, sondern liegt in der Natur der Sache. Wenn jemand einer Erwerbsarbeit nachgeht, erledigt er diese Arbeit nicht fĂŒr sich, sondern fĂŒr einen Außenstehenden, und von dem bekommt er dafĂŒr Geld. Wenn ich berufstĂ€tig bin, arbeite ich fĂŒr jemand anders und verrichte Arbeiten, die ich ansonsten nie tun wĂŒrde. Und wenn ich zu Hause meine Hausarbeit verrichte, bekomme ich kein Geld, weil ich diese Arbeit fĂŒr mich selbst verrichte. Warum sollte mir jemand dafĂŒr Geld bezahlen? Und mit Kinderbetreuung ist das genauso. Wenn ich ein Kind habe und darum kĂŒmmere, dann verrichte ich diese Arbeit auch nicht fĂŒr einen Außenstehenden. Und deswegen bekomme ich eben auch kein Geld fĂŒr diese Arbeit. Und das gilt völlig unabhĂ€ngig vom Geschlecht.

unabhÀngig vom Geschlecht

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> Geld fĂŒr diese Arbeit. Und das gilt völlig unabhĂ€ngig vom
> Geschlecht.

Nicht doch, ich krieg, weil ich ein mann bin, haufenweise Geld dafĂŒr ... oder nicht?

Achim

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Jenny... | Datum:
Völlig unabhĂ€ngig vom Geschlecht? Vor allem weil von einer Frau ganz selbstverstĂ€ndlich erwartet wird, dass sie zu hause bleibt und sich um die Kinder kĂŒmmert, nicht von einem Mann?

Und Kinder erziehen und Hausarbeit (auch den Dreck vom Mann wegmachen) tut sie natĂŒrlich nur fĂŒr sich! Ein Kind mĂŒsste man auch nicht erziehen, wenn man keins hĂ€tte, was ist das fĂŒr eine Art der Argumentation? Und die Gesellschaft hat natĂŒrlich auch nichts davon (das meinte ich doch, du siehst offensichtlich auch keinen gesellschaftlichen Wert in Kindererziehung). Und dass Frauen dadurch in finanzielle AbhĂ€ngigkeit zu MĂ€nnern getrieben werden ist natĂŒrlich auch nicht sexistisch. Altersarmut auch nicht (fĂŒr "keine Arbeit" gibts ja schließlich auch keine Rente, Ă€tsch). Manche haben ĂŒbrigens einen Job, der ihrem Hobby enspricht (vielleicht gehörst du ja auch dazu?), nach deiner Meinung dĂŒrften die ja auch kein Geld kriegen, weil es nicht so ist, dass diese Leute der TĂ€tigkeit ansonsten nicht nachgehen wĂŒrden.

Frauen sollen sich fĂŒr MĂ€nner den Buckel krumm machen, damit diese es möglichst einfach haben Geld zu verdienen, indem sie ihnen alle Arbeit, die von der Gesellschaft nicht als sinnvolle Arbeit angesehen wird und entsprechend nicht bezahlt wird und DU behauptest sie machen das nur fĂŒr sich selbst! Wie kannst du so sexistisch daherreden? Wer steht denn am Ende unabhĂ€ngiger da?

Dann sollten Frauen wohl besser mal ihre Arbeit, die sie nur fĂŒr sich selbst tun niederlegen, mal gucken, was die, deiner Meinung nach in diesem Fall gar nicht existierenden, "Außenstehenden" dazu sagen. Es hat ja schließlich niemand einen Nutzen duch das Schuften der Frau, als sie selbst... *kopfschĂŒttel*

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Claude | Datum:
> Und Kinder erziehen und Hausarbeit (auch den Dreck vom Mann
> wegmachen) tut sie natĂŒrlich nur fĂŒr sich!

Gerade gestern war ich sehr ĂŒberrascht als die anwesenden Frauen ungefragt den Tisch abrĂ€umten. Und ich Schuft habe nichts unternommen und die Frauen arbeiten lassen. HĂ€tte ich was gesagt wĂ€ren sie bestimmt beleidigt gewesen von wegen ich diskriminiere Frauen weil ich so tu als ob sie so eine einfache Aufgabe nicht selbst erledigen können.
Vielleicht hĂ€tte ich ja anbieten sollen sie fĂŒr diese Dienstleistung zu entlöhnen?

> Manche haben
> ĂŒbrigens einen Job, der ihrem Hobby enspricht (vielleicht
> gehörst du ja auch dazu?), nach deiner Meinung dĂŒrften die ja
> auch kein Geld kriegen, weil es nicht so ist, dass diese
> Leute der TĂ€tigkeit ansonsten nicht nachgehen wĂŒrden.

Ist das nicht eher bei Frauen der Fall wenn der Mann eh schon genug verdient? Dann ist es nÀmlich tatsÀchlich so dass diese weniger Verdienen denn es geht ja nicht ums Geld. Und dann wird gejammert Frauen verdienen weniger.

> Frauen sollen sich fĂŒr MĂ€nner den Buckel krumm machen, damit
> diese es möglichst einfach haben Geld zu verdienen, indem sie
> ihnen alle Arbeit, die von der Gesellschaft nicht als
> sinnvolle Arbeit angesehen wird und entsprechend nicht
> bezahlt wird und DU behauptest sie machen das nur fĂŒr sich
> selbst! Wie kannst du so sexistisch daherreden? Wer steht
> denn am Ende unabhÀngiger da?

Wer zwingt sie denn dazu? Es kommt ja auch vor, dass es umgekehrt ist oder Singles die sowohl einer beruflichen TĂ€tigkeit nachgehen als auch ihre Hausarbeit erledigen.

> Dann sollten Frauen wohl besser mal ihre Arbeit, die sie nur
> fĂŒr sich selbst tun niederlegen, mal gucken, was die, deiner
> Meinung nach in diesem Fall gar nicht existierenden,
> "Außenstehenden" dazu sagen. Es hat ja schließlich niemand
> einen Nutzen duch das Schuften der Frau, als sie selbst...
> *kopfschĂŒttel*

Die Frau kann sich ja auch vom Mann als Raumpflegerin anstellen und sich einen Lohn auszahlen lassen. Aber ich fĂŒrchte den meisten Frauen ist das zu unromantisch.

Und damit sie nicht diskriminiert wird muss der Mann ihr natĂŒrlich gleich viel bezahlen wie er verdient...

Claude

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Sunai | Datum:
Also eigentlich sollte man so einen hirnrissigen Schwachsinn zwar nicht kommentieren, aber trotzde,---

> Völlig unabhÀngig vom Geschlecht? Vor allem weil von einer
> Frau ganz selbstverstÀndlich erwartet wird, dass sie zu hause
> bleibt und sich um die Kinder kĂŒmmert, nicht von einem Mann?

Ich schrieb, dass Hausarbeit unabhĂ€ngig vom Geschlecht nicht bezahlt wird, was den Tatsachen entspricht. Wer was von wem erwartet, ist eine ganz andere Frage. Ich erwarte das ĂŒbrigens weder von Frauen noch von MĂ€nnern "ganz selbstverstĂ€ndlich", also was soll das hier?


> Und Kinder erziehen und Hausarbeit (auch den Dreck vom Mann
> wegmachen) tut sie natĂŒrlich nur fĂŒr sich!

Nein, natĂŒrlich nicht. Aber der Mann, der berufstĂ€tig ist (um Deinem Klischee zu entsprechen) verdient das Geld dann eben auch nicht nur fĂŒr sich, sondern auch fĂŒr Frau und Kind. Übrigens ist das umgekehrt genauso: wenn der Mann Hausmann ist und die Frau berufstĂ€tig. (Auch wenn das nicht so hĂ€ufig vorkommt, Ă€ndert es nichts am Prinzip.)


> Ein Kind mĂŒsste
> man auch nicht erziehen, wenn man keins hÀtte, was ist das
> fĂŒr eine Art der Argumentation?

HĂ€? Wer hat wann so argumentiert? Ich bestimmt nicht.


> Und die Gesellschaft hat
> natĂŒrlich auch nichts davon

Das habe ich nicht behauptet.


> (das meinte ich doch, du siehst
> offensichtlich auch keinen gesellschaftlichen Wert in
> Kindererziehung).

Ich wĂŒrde eher sagen: Du hast meine AusfĂŒhrungen nicht einmal im Ansatz begriffen.


> Und dass Frauen dadurch in finanzielle
> AbhĂ€ngigkeit zu MĂ€nnern getrieben werden ist natĂŒrlich auch
> nicht sexistisch.

Geht es HausmÀnnern besser als Hausfrauen? (Auch wenn es die weniger gibt, das Àndert nichts am Prinzip. (Womit Du offensichtlich VerstÀndnisprobleme hast.)


> Manche haben
> ĂŒbrigens einen Job, der ihrem Hobby enspricht

Solls geben.


> (vielleicht
> gehörst du ja auch dazu?)

Nein.


> nach deiner Meinung dĂŒrften die ja
> auch kein Geld kriegen, weil es nicht so ist, dass diese
> Leute der TĂ€tigkeit ansonsten nicht nachgehen wĂŒrden.

Ich wiederhole: Du hast kein Wort von meinen AusfĂŒhrungen verstanden.


> Frauen sollen sich fĂŒr MĂ€nner den Buckel krumm machen, damit
> diese es möglichst einfach haben Geld zu verdienen, indem sie
> ihnen alle Arbeit, die von der Gesellschaft nicht als
> sinnvolle Arbeit angesehen wird und entsprechend nicht
> bezahlt wird und DU behauptest sie machen das nur fĂŒr sich
> selbst! Wie kannst du so sexistisch daherreden? Wer steht
> denn am Ende unabhÀngiger da?

Ich wiederhole: Du hast kein Wort von meinen AusfĂŒhrungen verstanden.


> Dann sollten Frauen wohl besser mal ihre Arbeit, die sie nur
> fĂŒr sich selbst tun niederlegen, mal gucken, was die, deiner
> Meinung nach in diesem Fall gar nicht existierenden,
> "Außenstehenden" dazu sagen. Es hat ja schließlich niemand
> einen Nutzen duch das Schuften der Frau, als sie selbst...
> *kopfschĂŒttel*

Ich wiederhole: Du hast kein Wort von meinen AusfĂŒhrungen verstanden.


Nochmal zum Thema BerufstĂ€tigkeit: es gibt Untersuchungen, die belegen, dass Frauen und MĂ€nner unterschiedliche Kriterien haben, wenn sie StudienfĂ€cher wĂ€hlen. MĂ€nner wĂ€hlen eher FĂ€cher mit guten Berufsaussichten, Frauen wĂ€hlen eher StudiengĂ€nge, die sie inhaltlich interessant finden, egal wie mies die Jobaussichten sind. Aber wenn sie dann nach dem Studium keinen Job finden, dann sind natĂŒrlich die bösen MĂ€nner schuld...

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> Und solange Frauen fĂŒr dieselbe Arbeit bei gleicher oder

FĂŒr "dieselbe" Arbeit? Oder nicht vielleicht doch fĂŒr weniger, weil Frauen nunmal nachweislich hĂ€ufiger fehlen?

Achim

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Jenny... | Datum:
Weil die MĂ€nner keinen Bock haben sich um ein krankes Kind zu kĂŒmmern?

Ich redete hier von Stundenlohn.

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> Weil die MĂ€nner keinen Bock haben sich um ein krankes Kind zu
> kĂŒmmern?

Weil MĂ€nner nicht vier Wochen im Monat menstruieren bzw. PMSen? (FĂ€ngt ja schon in der Schule an, wo die MĂ€dchen immer dann ihre Tage kriegen, wenn sie keine Lust auf Sport haben ...)?

> Ich redete hier von Stundenlohn.

So. Dann mal her mit den Zahlen, die belegen, daß Frauen fĂŒr die gleiche(!) Arbeit pro tatsĂ€chlich abgeleisteter(!) Stunde weniger bekommen. Da bin ich ja mal gespannt ... (auf das anhaltende Schweigen, das folgen wird).

Achim

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Tanja | Datum:
> (FĂ€ngt
> ja schon in der Schule an, wo die MĂ€dchen immer dann ihre
> Tage kriegen, wenn sie keine Lust auf Sport haben ...)?

Hey, solchen Stammtisch-Scheiß mĂŒssen wir hier nun aber doch echt nicht diskutieren - und solltest Du als SchĂŒler frustriert gewesen sein, weil es da ein paar MĂ€dels gab, die sich so vor Sport drĂŒckten, ist das noch lange kein Grund, hier solche pauschalisierenden Aussagen zu treffen. ;-)

Tanja (die einfach nicht hingegangen ist, wenn sie keine Lust hatte ;-/)

Re: Mannsein soll mit Strafsteuer belegt werden

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> Hey, solchen Stammtisch-Scheiß mĂŒssen wir hier nun aber doch
> echt nicht diskutieren - und solltest Du als SchĂŒler

Eben. Ich habe lediglich Jennys femisexistischen FrauencafĂ©-Scheiß parodiert.

Achim