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Christliche Extremisten blockiert

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Christliche Extremisten blockiert

Autor: Steffen | Datum:
Hier ein link zu einer Aktion gegen einen gruseligen Marsch von "pro life" - Spinnern.

http://de.indymedia.org/2009/03/244167.shtml

Re: Christliche Extremisten blockiert

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Hier ein link zu einer Aktion gegen einen gruseligen Marsch
> von "pro life" - Spinnern.

Wobei die Gegendemonstranten ja offensichtlich genauso gruslige Spinner waren.

Zum einen nat√ľrlich der typische Sexismus, der als "Antisexismus" verkauft wird (aus genau diesem Grund wurde ja vor Jahren http://antisexismus.de ins Leben gerufen).

Zum anderen die ethisch inakzeptable Verharmlosung von Abtreibung, die in dem widerw√§rtigen Spruch "mein Bauch geh√∂rt mir" gipfelt - analog zu "meine Faust geh√∂rt mir" eines Schl√§gers oder "mein Schwanz geh√∂rt mir" eines Vergewaltigers. Denn selbstverst√§ndlich sind die Rechte aller betroffenen Personen (und das schlie√üt Embros / F√∂ten ein) zu ber√ľcksichtigen. Und somit ist Abtreibung ein ethisches Dilemma. Es klafft ein gewaltiger Unterscheid zwischen zwischen Abtreibungspille und Sp√§tabtreibungen, die einige der Kinder √ľberleben, da sie bereits so weit entwickelt sind; vor allem aber zwischen dem neunj√§hrigen M√§dchen, das nach einer Vergewaltigung schwanger wird, auf der einen, und Abtreibung als "Verh√ľtungsmittel"-Alternative.

Unklar bleibt in dem Artikel, wo die Abtreibungsgegner "homosexualit√§tsfeindlich" waren (nicht da√ü ich es bezweifle, ist ja bibelbasiert, doch eigentlich verhindern homosexuelle Praktiken ja Abtreibung ...). Ein entsprechender Beleg (etwa ein Foto eines Plakats der Demonstranten) w√§re n√ľtzlich gewesen, um das typisch theistische Zwiedenken - es ist wirklich faszinierend (und parallel zum Antiveganismus), da√ü solchen Leuten jede Wahrnehumg der kognitiven Dissonanzen,aus denen sich ihr Wahn zusammensetz, fehlt - aufzuzeigen.

Am Rand bemerkt, da√ü es doch recht putzig ist, wenn Leute aus einer Ecke, die gern Demos mit 10 Hanseln veranstaltet und als "Gro√üdemo" ank√ľndigt, sick √ľber die geringe Anzahl von 200 Teilnehmern der Christenspinnerdemo mokiert.

Da√ü die Demospr√ľche ("Eure Kinder werden so wie wir, eure Kinder werden alle queer!", "Kein Gott, kein Staat, kein Vaterland - Abtreibung in Frauenhand.", "Kein Gott, kein Staat, kein Patriarchat.", "Schlechtes Wetter, harte Zeiten - f√ľr den Feminismus fighten!", "Wir sind viele, wir sind wild - wir scheissen auf¬īs herrschende Frauenbild!", "Wir sind eine kleine, radikale Minderheit, f√ľrchtet euch nicht - doch eines Tages werden wir siegen, das Patriarchat wird unterliegen - f√ľrchtet euch doch!" usw.) absolut l√§cherlich (und wenn schon Englisch - "We are here and we will fight - abortion is every womens right!" -, dann doch bitte richtig) sind, ist ja auch bei den √ľblichen falsch als Tierrechtsdemos etikettierten Tierschutzstra√üenpartys (bemerkenswert, da√ü "antisexistisches B√ľndnis" die Gegendemonstranten selbst als "partyw√ľtige Personen" charakterisiert) √ľblich.

Und zum Schluß noch ein schöner Aspekt aus den Kommentaren:

Zitat: bisschen weniger ironie
wäre vielleicht gut gewesen 15.03.2009 - 12:06
ihr beschwert euch das dort abtreibung als "babycaust" bezeichnet wird,
und dadurch der holocaust verharmlost wird.
aber selbst bezeichnet ihr ein paar arme irre, die mit kreuzen durch die stadt rennen
als kreuzz√ľgler? nochmal im geschichtsbuch nachschlagen, ob der vergleich nicht genauso
hinkt, wie der der gegenseite...


Zitat: kreuzz√ľgler
jan 15.03.2009 - 14:04
zum thema shoarelativierung und relativierung der kreuzz√ľge bzw. ihrer teilnehmer wollte ich nur kurz anmerken, als Kreuzz√ľgler bezeichnet man jeden der "das kreuz nahm". das betrifft nicht nur igendwelche ritter/soldaten/berufsm√∂rder sondern auch kinder, m√∂nche und priester. kreuzz√ľgler beschreibt einfach militarisierte christen, ist also in diesem zusammenhang v√∂llig korrekt.


Ja ... dann sei mal darauf hingewiesen: als "Holocaust" bezeichnet man ein
Zitat: Ho|lo|caust [griech.-engl.] m. 1, engl. Bez. f√ľr Brandopfer, Zerst√∂rung, Massenmord, [...] http://wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/woerterbuecher/index,page=3924642.html
das betrifft nicht nur Nazis/KZs, ist also im Zusammenhang mit Grillsport und Leichenfressen völlig korrekt. Danke sehr.

Re: Christliche Extremisten blockiert

Autor: Ricarda | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> Zum anderen die ethisch inakzeptable Verharmlosung von
> Abtreibung, die in dem widerwärtigen Spruch "mein Bauch
> gehört mir" gipfelt - analog zu "meine Faust gehört mir"
> eines Schlägers oder "mein Schwanz gehört mir" eines
> Vergewaltigers.
Ich denke nicht, dass das sonderlich analog ist, denn der wichtigste Teil wird dabei einfach vergessen.

> Es klafft ein gewaltiger Unterscheid zwischen
> zwischen Abtreibungspille und Spätabtreibungen, die einige
> der Kinder √ľberleben, da sie bereits so weit entwickelt sind;
> vor allem aber zwischen dem neunjährigen Mädchen, das nach
> einer Vergewaltigung schwanger wird, auf der einen, und
> Abtreibung als "Verh√ľtungsmittel"-Alternative.
Zwischen den beiden Extremen ist noch viel Platz f√ľr Differenzierungen.
Ansonsten kann ich dazu nur sagen, dass man stattdessen dann einfach mal daf√ľr sorgen sollte, dass allen Leuten auch vern√ľnftige Verh√ľtungsmittel zustehen.

Re: Christliche Extremisten blockiert

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > Zum anderen die ethisch inakzeptable Verharmlosung von
> > Abtreibung, die in dem widerwärtigen Spruch "mein Bauch
> > gehört mir" gipfelt - analog zu "meine Faust gehört mir"
> > eines Schlägers oder "mein Schwanz gehört mir" eines
> > Vergewaltigers.
> Ich denke nicht, dass das sonderlich analog ist, denn der
> wichtigste Teil wird dabei einfach vergessen.

Nämlich?

> > Es klafft ein gewaltiger Unterscheid zwischen
> > zwischen Abtreibungspille und Spätabtreibungen, die einige
> > der Kinder √ľberleben, da sie bereits so weit entwickelt sind;
> > vor allem aber zwischen dem neunjährigen Mädchen, das nach
> > einer Vergewaltigung schwanger wird, auf der einen, und
> > Abtreibung als "Verh√ľtungsmittel"-Alternative.
> Zwischen den beiden Extremen ist noch viel Platz f√ľr
> Differenzierungen.

Eben. Und genau das tun diese Gegendemonstranten nicht, stattdessen verharmlosen sie Abtreibung.

> Ansonsten kann ich dazu nur sagen, dass man stattdessen dann
> einfach mal daf√ľr sorgen sollte, dass allen Leuten auch
> vern√ľnftige Verh√ľtungsmittel zustehen.

Ja. Wobei ich doch leise Zweifel habe, da√ü viele Abtreibungen in diesem Jahr in Deutschland damitzusammenhingen, da√ü den betroffenen Leuten Verh√ľtungsmittel "vorenthalten" wurden.

Achim

Re: Christliche Extremisten blockiert

Autor: Steffen | Datum:
Achim Stößer schrieb:


Denn selbstverständlich sind die Rechte aller
> betroffenen Personen (und das schließt Embros / Föten ein) zu
> ber√ľcksichtigen. Und somit ist Abtreibung ein ethisches
> Dilemma. Es klafft ein gewaltiger Unterscheid zwischen
> zwischen Abtreibungspille und Spätabtreibungen, die einige
> der Kinder √ľberleben, da sie bereits so weit entwickelt sind;
> vor allem aber zwischen dem neunjährigen Mädchen, das nach
> einer Vergewaltigung schwanger wird, auf der einen, und
> Abtreibung als "Verh√ľtungsmittel"-Alternative.

Und wenn die vergewaltigte Frau nun nicht neun, sonder neunzehn oder dreißig Jahre alt ist?
Es ging ja bei diesem "Pro - life" Marsch nicht gegen Spätabtreibungen.
Die sind ja auch nur dann zulässig, wenn eine medizinische Indikation vorliegt, wenn also das Leben der schwangeren Frau in Gefahr ist (und in dem Fall ist die Entscheidung der Frau ja wohl ganz klar zu respektieren)
oder wenn die Gefahr besteht, dass das Kind mit einer Behinderung zur Welt kommt. In dem Fall ist die Sache schon etwas problematischer, zumal vielen Frauen die f√ľr das Erkennen einer (potentiellen) Behinderung n√∂tige Pr√§nataldiagnostik quasi aufgedr√§ngt wird.
Und nat√ľrlich ist die Entscheidung zu einer sp√§ten Abtreibung, weil das Kind z.B. mit dem Down - Syndrom zur Welt kommen k√∂nnte, v√∂llig inakzeptabel, die Verantwortung alleine auf die Frau abzuw√§lzen aber genauso.
Schlie√ülich sind wir von einer inklusiven Gesellschaft, in der jeder Mensch unabh√§ngig von dem Grad seiner Behinderung voll eingebunden und akzeptiert ist, weiter entfernt denn je. Um den "Kostenfaktor Mensch mit Behinderung" sollen sich gef√§lligst erstmal die Eltern k√ľmmern und sp√§ter dann irgendeine Einrichtung.
W√ľrde Staat und Gesellschaft alle Menschen nach ihren Bed√ľrfnissen angemessen unterst√ľtzen, im Sinne der "Community Care", w√ľrde bei der Diagnose "behindertes Kind" f√ľr die Eltern nicht gleich die ganze Welt zusammenbrechen und massive Zukunfts√§ngste hervorrufen. Es ist wesentlich einfacher, auf die Frau einzupr√ľgeln, als die bestehenden Verh√§ltnisse, auf eine Gesellschaft, die klar sagt: "Warum hat die denn ein behindertes Kind, die pr√§natale Diagnose macht es doch m√∂glich, dass wir uns heutzutage gar nicht mehr mit Behinderten herumplagen m√ľssen..."

Der nächste Schritt ist in Deutschland zwar noch nicht möglich, aber das wird sich wohl auch ändern: die Präimplatationsdiagnose:
Verhindert Menschen mit Behinderung UND Abtreibungen! Und Sex!!

Aber gegen solche F√§lle wurde hier nicht Demonstriert, sondern ganz pauschal gegen Abtreibungen und nat√ľrlich auch gegen Verh√ľtung z.B. mittels Kondomen. Nicht umsonst wurden die Christen mit Kondomen beworfen.

> Unklar bleibt in dem Artikel, wo die Abtreibungsgegner
> "homosexualitätsfeindlich" waren (nicht daß ich es bezweifle,
...). Ein entsprechender Beleg (etwa ein Foto eines Plakats der Demonstranten)

Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde w√§hrend einem anderen "Kreuzmarsch" ein sich k√ľssendens schwules Paar aus der Veranstaltung heraus angegriffen, leider ist nicht immer eine Kamera am Start...


> Da√ü die Demospr√ľche ("Eure Kinder werden so wie wir, eure
> Kinder werden alle queer!", "Kein Gott, kein Staat, kein
> Vaterland - Abtreibung in Frauenhand.", "Kein Gott, kein
> Staat, kein Patriarchat.", "Schlechtes Wetter, harte Zeiten -
> f√ľr den Feminismus fighten!", "Wir sind viele, wir sind wild
> - wir scheissen auf¬īs herrschende Frauenbild!", "Wir sind
> eine kleine, radikale Minderheit, f√ľrchtet euch nicht - doch
> eines Tages werden wir siegen, das Patriarchat wird
> unterliegen - f√ľrchtet euch doch!" usw.) absolut l√§cherlich

Finde ich auch. Wobei ich bei "Hätt Maria abgetrieben wärt ihr uns erspart geblieben" schon schmunzeln musste...
Und das Schild "Ihr glaubt - wir wissen" ist auch nicht schlecht.

Re: Christliche Extremisten blockiert

Autor: Thomas | Datum:
in dem Zusammenhang ein interessanter Link, in dem es um die "Strafe" f√ľr Abtreibung geht. Abtreibungsgegner wurden gefragt, wie sie denn Frauen, die abtreiben bestrafen w√ľrden. Das lief dann in etwa so ab:

Q: Abortion should be illegal, did you say?

A: Yes, it should be illegal because it’s killing a human person.

Q: And what should happen to women who have illegal abortions?

A: … Just pray for them. I don’t think they should have to spend time in jail or anything.

Q: So if it’s illegal, you think there should be no punishment under the law?

A: No, I don’t think they should be punished, because the life has been taken. The crime has been done.

Q: [But isn't] that’s true with murder, too? Isn’t there a punishment for murder?

A: Yes, there’s a punishment for murder because that’s taking a life.

Q: So why shouldn’t there be a punishment for a woman who has an illegal abortion?

A: Oh… as the other [person] said, it’s kind of between her and God. She will get her punishment in the end.

Q: So why should it be illegal?

A: Because it’s the taking of a life.

hmpf

Quelle:
http://unreasonablefaith.com/2009/01/21/how-to-stump-anti-abortionists-with-one-question/

Viele Gr√ľ√üe
Thomas