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Veganismusforum:
Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Anzahl Beitr├Ąge in diesem Thread: 95

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Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Warum eigentlich gibt es so viele "Vegetarier", die "Fisch" oder auch mal "Wild" essen? "Veganer", die "Honig" konsumieren? Solche, die "ab und zu mal Ausnahmen machen"? Oder, anders gefragt, wieso m├╝ssen so viele Leute sich mit fremden Federn [pun intended] schm├╝cken? Sich "Tierrechtler" nennen, obwohl sie Tierrechtverletzer sind?

Schlie├člich k├Ânnten Sie sich ja auch "Pluckerwank" nennen (ohne Pluckerwank zu sein)?

K├Ânnte es sein, da├č sie wissen, da├č das, was sie tun, falsch ist, und da├č sie daher versuchen, das was sie tun, zu ├╝bert├╝nchen?

Oder da├č sie schlicht mehr scheinen wollen, als sie sind?



Achim

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: martin | Datum:

> K├Ânnte es sein, da├č sie wissen, da├č das, was sie tun, falsch
> ist, und da├č sie daher versuchen, das was sie tun, zu
> ├╝bert├╝nchen?

Vermutlich. Die bisherigen/klassischen Ausweichstrategien bei der Konfrontation mit ihrer Unethik waren Leugnung oder Schuldprojektion. Inzwischen haben wohl selbst die Minderbemittelsten mitbekommen, da├č sich ihr millionenfaches Morden doch nicht so einfach leugnen l├Ą├čt, und die Schuldprojektion hat den gleichen Effekt, wie einen Gummiball gegen eine Wand zu werfen, um ihn loszuwerden.
Deshalb scheint die neuste Ausweichstrategie zu sein, sich ab und an oberfl├Ąchlich anzupassen, Etikettenschwindel zu betreiben und sich so der Kritik zu entziehen.

Entscheidungen treffen

Autor: Ricarda | Datum:
Hmja, diese ein-bisschen-ist-schon-genug-Attit├╝de ist ziemlich weit verbreitet in dieser Gesellschaft und das in sehr vielen Bereichen.
Man will sich wohl alles offen lassen..
Einfach eine Entscheidung zu treffen ist dann wohl zu radikal und radikal will ja niemand sein.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: scholli | Datum:
Ich bin nicht 100% vegan, aber nenne mich manchmal trotzdem Veganer, also bin ich wohl genau die Zielgruppe, die du, Achim, hier thematisieren willst. Manchmal erkl├Ąre ich immer gleich mit, dass ich nicht 100% vegan bin, wenn ich sage ich sei Veganer. Manchmal eben nicht.

Nein, ich will mich nicht mit fremden Federn schm├╝cken, im Gegenteil: ├ťblicherweise muss ich mich f├╝r meinen extrem unnormalen Konsum rechtfertigen und sto├če oft auf viel Unverst├Ąndnis. Da kann von "schm├╝cken" also gar nicht die Rede sein. Es ist bei meinen Gegen├╝ber oft alles andere als hoch angesehen, dass ich vegan bin. Bestenfalls wird es toleriert, aber selten als gut und wichtig erachtet.

Und nein, ich versuche nicht zu ├╝bert├╝nchen was ich tue. Im Gegenteil bekr├Ąftige ich in Diskussionen Leute, die mir einwenden, dass konsequenter Veganismus auch dieses und jenes bedeuten w├╝rde. Ich freu mich wenn sie die vegane Idee verstanden haben und selber weiterdenken. Und ich stehe dazu, dass ich nicht 100% vegan bin, dass es mir manchmal schwer f├Ąllt diesen politischen Anspruch zu 100% umzusetzen.

Denn das ist mir sehr wichtig: Dass Bed├╝rfnisse manchmal im Konflikt stehen mit politischen Anspr├╝chen. Und das eine gesunde L├Âsung dieses Konflikts nicht darin bestehen kann, die eigenen Bed├╝rfnisse beispielsweise nach unveganem Konsum zu ignorieren oder zu verteufeln. Ich akzeptiere mich so wie ich bin. Dazu geh├Ârt auch, dass ich manchmal Bed├╝rfnisse habe, die meinen eigenen Anspr├╝chen nicht gen├╝gen, zum Beispiel keine Tiere zu t├Âten.

Dabei bleibe ich aber nicht stehen. Zwar akzeptiere ich meine Bed├╝rfnisse, versuche sie aber gleichzeitig auch so zu ver├Ąndern, dass sie meinen politischen Anspr├╝chen gen├╝gen. Das ist ein anstrengender, langsamer und nie endender Prozess. Diesen Prozess f├╝hre ich nicht gegen mich und meine Bed├╝rfnisse. Ich zwinge mich nicht zu etwas, mit dem ich mich richtig schlecht f├╝hle. Genau deshalb sind die Fr├╝chte dieses Prozesses, mein ver├Ąndertes Konsumverhalten, von Dauer. Wenn ich mich permanent gewaltsam zu etwas sehr unangenehmem zwingen w├╝rde, dann w├╝rde ich das vielleicht eine Zeit durchhalten. Aber irgendwann w├╝rde ich das nicht mehr schaffen, zusammenbrechen und im schlimmsten Fall ins Gegenteil umschlagen.

Diese meine Sicht auf den nie endenden Konflikt zwischen Bed├╝rfnissen und Anspr├╝chen ist auch der Grund, weshalb ich mich Veganer nenne, obwohl ich nicht zu 100% vegan konsumiere. Ich nenne mich Veganer, weil ich sehr viel vegan konsumiere und mich immer wieder mit meinen unveganen Bed├╝rfnissen auseinandersetze.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: nero | Datum:
du sprichst hier von Bed├╝rfnissen, deinen Bed├╝rfnissen.
welche bed├╝rfnisse hat denn ein gequ├Ąltes schwein oder rind kurz vorm bolzenschluss? richtig, es will nicht sterben!

sich wiedersprechende Bed├╝rfnisse

Autor: scholli | Datum:
Ja. Ich hab mich zwar noch mit keinem Schwein unterhalten, aber ich geh auch mal davon aus dass kein Schwein umgebracht werden will.

Ich will keine Tiere t├Âten oder sonstwie schlecht behandeln. Gleichzeitig will ich aber auch viele andere Sachen, die zum Teil meinem Wunsch niemals Tiere zu t├Âten wiedersprechen. Das ist der wichtige Punkt: Trotz dass es mir so wichtig ist keine Tiere zu t├Âten, habe ich immer noch Bed├╝rfnisse nach unveganem Konsum. Die lassen sich nicht wegdiskutieren, das geht nicht.

Was sich diskutieren l├Ąsst ist die Frage, wie ich mit solchen Bed├╝rfnissen umgehe. Das w├╝rde ich dann jetzt gern weiterdiskutieren, aber vorher meine Frage an dich, nero, ob du soweit einverstanden bist bzw. das nachvollziehen kannst?

Re: sich wiedersprechende Bed├╝rfnisse

Autor: Jay | Datum:
Deine "Bed├╝rfnisse" nach Cappucino, Keksen und K├Ąse, sowie Faulheit (du hast ja anscheinend keine Lust dich ├╝ber versteckte Tierprodukte etc zu informieren) stellen absolut kein Dilemma dar.

Zum einen sind die von dir genannten Lebensmittel leicht verzichtbar, zum anderen gibt es davon zahlreiche vegane Alternativen. Nur weil du gerade keine veganen Kekse zur Verf├╝gung hast, ist das essen von unveganen Keksen nicht pl├Âtzlich akzeptabel!

├ťber sowas kann ich nur noch den Kopf sch├╝tteln...

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Ricarda | Datum:
scholli schrieb:
> Ich nenne mich Veganer, weil ich sehr viel vegan
> konsumiere und mich immer wieder mit meinen unveganen
> Bed├╝rfnissen auseinandersetze.
Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Re: Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Autor: scholli | Datum:
Das ist bei mir nicht konstant.

Beispielsweise habe ich sehr lange noch auf der Arbeit Kuhmilch-Cappuchino getrunken. Und vor einiger Zeit hatte ich Probleme in meiner Beziehung und habe w├Ąhrend drei Wochen oder so immer weniger drauf geachtet, ob Kekse vegan sind, habe immer mehr K├Ąse gegessen usw.

Im Moment sieht's bei mir so aus:
Beim Essen & Trinken habe ich aktuell den "vegansten" Zustand den ich je hatte: Ich esse und trinke nix wo offensichtlich was tierliches drin ist. Allerdings kenne ich mich echt nicht mit den ganzen Zusatzstoffen aus und achte dementsprechend auch nicht drauf, ob die vegan sind. Da ich aber fast nur Biokram esse, wo kaum Zusatzstoffe drin sind oder manchmal auch 'vegan' dran steht, d├╝rfte das mengenm├Ą├čig nicht sehr viel sein.

Klamotten au├čer Schuhe kaufe ich nur ohne offensichtliche tierliche Bestandteile. Schuhe habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Ich will aber demn├Ąchst nach M├╝nster zu rootsofcompassion, da gibt's vegane und faire Schuhe. Generell ist mir "fair" wichtiger als vegan, weshalb ich auch z.B. die unveganen Stiefel von Cafe Libertad kaufen w├╝rde, wenn es sie grad in meiner Gr├Â├če noch geben w├╝rde.

Keine Ahnung, ob der ganze Kleber vegan ist, der meine B├╝cher, meine Gitarre, meine Schuhe, meine Lebensmittelverpackungen etc. etc. zusammenh├Ąlt.

Ich weiss auch sonst bei allen m├Âglichen Dingen nicht, ob sie vegan sind. Und eigentlich gilt das auch f├╝r's gesamte Essen. Zum Beispiel weiss ich nicht ob mein Kaffee im Ursprungsland mit von Tieren gezogenen Wagen transportiert wurde, vorstellen k├Ânnt ich's mir. Auch meine Kartoffeln sind evtl. mit Tierdung ged├╝ngt.

Ich hoffe ich konnte dir nen Eindruck vermitteln, auf welchem Level ich mich beim vegansein bewege.

Re: Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Autor: martin | Datum:

> Im Moment sieht's bei mir so aus:
> Beim Essen & Trinken habe ich aktuell den "vegansten" Zustand
> den ich je hatte: Ich esse und trinke nix wo offensichtlich
> was tierliches drin ist.

Das ist nicht die Definition von "vegan".

> Biokram esse, wo kaum Zusatzstoffe drin sind oder manchmal
> auch 'vegan' dran steht, d├╝rfte das mengenm├Ą├čig nicht sehr
> viel sein.

Was da drauf steht, ist nicht viel wert.

> Zum Beispiel weiss ich nicht ob mein Kaffee im Ursprungsland
> mit von Tieren gezogenen Wagen transportiert wurde,
> vorstellen k├Ânnt ich's mir. Auch meine Kartoffeln sind evtl.
> mit Tierdung ged├╝ngt.

Du solltest dir erst einmal ansehen, was "vegan" bedeutet, denn..

> Ich hoffe ich konnte dir nen Eindruck vermitteln, auf welchem
> Level ich mich beim vegansein bewege.

..du bewegst dich auf "Level" null. Es gibt nicht "ein bi├čchen vegan", nicht "veganer als", nicht "am vegansten", nicht "100% vegan" oder "73% vegan" ect., sondern nur vegan und unvegan. Und du bist ein Unveganer und aktiver Tierrechtsverletzter. Das nur noch mal zur Definitionsfrage. Als Pseudo hast du dich immerhin erkannt, aber scheinbar nicht verstanden, da├č Pseudo-Veganer Unveganer sind.

Re: Definition von vegan

Autor: scholli | Datum:
Du denkst vegansein bin├Ąr, ganz oder gar nicht, etwas dazwischen gibt es nicht. Ich denke vegansein nicht bin├Ąr, genauso wie ich z.B. gl├╝cklichsein nicht bin├Ąr denke. Ich kann durchaus ein bisschen gl├╝cklich sein, morgen noch ein bisschen mehr und ├╝bermorgen wieder etwas anders.

Genauso ist es mit vegansein: Ich bewege mich allt├Ąglich in einem Spannungsfeld, wie weitreichend ich sicherstelle ob mein Konsum vegan ist. W├╝rde ich sicherstellen wollen, dass mein gesamter Konsum absolut vegan ist, s├Ąhe das ungef├Ąhr so aus:

Die Hose die ich anhabe, ist aus 100% Baumwolle. In Ordnung. Aber wie ist die Baumwolle in die Schneiderei gekommen? Eventuell auf einem Eselskarren bis zur Sammelstation gebracht worden, um von da mit dem LKW zum Schiff gebracht zu werden? Das kann ich nicht ausschlie├čen. Also Hose ausziehen. Das Gleiche mit Unterhose und allem was ich anhabe. Gut. Jetzt das Zimmer in dem ich sitze. Der Boden ist aus Holz und mit irgendwas lackiert. Ist der Lack mit veganen Pinseln aufgetragen worden? Keine Ahnung. Also raus aus dem Zimmer. Raus aus der Wohnung. Ich stehe nackt auf der Stra├če. Ich k├Ânnte noch endlos weiterschreiben.

Wenn wir uns jetzt ├╝ber den Begriff vegan streiten, streiten wir uns eigentlich ├╝ber die Frage, ob 100% vegansein (in meinem Sinne) bzw. vegansein ├╝berhaupt (in deinem Sinne) hier und jetzt m├Âglich ist.

Au├čerdem streiten wir uns um die Frage, ob meine Bem├╝hungen zu gutem Umgang mit Tieren anerkannt werden, selbst wenn ich trotz meiner Bem├╝hungen manchmal sehr schlecht mit Tieren umgehe.

Falls es dir aber nur um einen Definitions-Autorit├Ąten-Streit geht, verweise ich auf Wikipedia, wo von mehr oder weniger weit gefassten Auffassungen von vegan die Rede ist.

[Vegan] sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Du denkst vegansein bin├Ąr, ganz oder gar nicht, etwas
> dazwischen gibt es nicht. Ich denke vegansein nicht bin├Ąr,
> genauso wie ich z.B. gl├╝cklichsein nicht bin├Ąr denke. Ich

Warum kommen alle Jahre wieder (2002, 2006) Leute mit diesem absurden Unfug?

Selbstverst├Ąndlich ist vegan sein bin├Ąr. 100%ig.

Niemand kann ein bi├čchen schwanger sein, niemand (au├čer im ├╝bertragenen Sinn) "halbtot" (sondern nur tot oder lebendig), etwas existiert oder es existiert nicht (au├čer Schr├Âdingers Katze). Und der Handgranatenwerfer in obigem Cartoon ist auch nicht 93%iger Pazifist.

Sein oder Nichtsein ist die Frage, die sicher nicht mit Halbsein oder Fastsein beantwortete werden kann. Da hilft es nichts, groteske Gehirnverknotungen als "denken" zu euphemisieren.

> Falls es dir aber nur um einen Definitions-Autorit├Ąten-Streit
> geht, verweise ich auf
> Wikipedia,
> wo von mehr oder weniger weit gefassten Auffassungen von
> vegan die Rede ist.

Wer sich auf den Schwachsinn, den irgendwelche Spinner in ein Wiki schmieren, berufen mu├č, zeigt, da├č er keine Argumente hat.

Im ├╝brigen kann ich mich Martis Aufforderung (der Du nicht nahcgekommen bist), Dich erstmal zu informieren, was vegan hei├čt, nur anschlie├čen.

Und die Frage, warum Du Dich erdreistest, Dich vegan zu nennen, obwohl Du es (selbst nach eigenen Angaben) nicht bist, hast Du auch nur durch eine Unantwort abzuwedeln versucht. Also nochmal: warum?

Und kann ich mich jetzt Pianist nennen, ohne Klavier oder auch nur Triangel spielen zu k├Ânnen, weil ich Pianismus "nicht bin├Ąr denke"?

Achim

Re: [Vegan] sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Autor: scholli | Datum:
Willst du erkl├Ąren, warum du mein Verst├Ąndnis von vegansein ablehnst? Meine Argumente kannst du nachlesen.

Re: [Vegan] sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Autor: martin | Datum:
scholli schrieb:
>
> Willst du erkl├Ąren, warum du mein Verst├Ąndnis von
> vegansein ablehnst?

Weil "dein Verst├Ąndnis" v├Âlliger Unsinn ist. Man kann sich nicht die Welt zurechtdefinieren, wie man sie gerade braucht.

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: Jay | Datum:
scholli schrieb:

> Falls es dir aber nur um einen Definitions-Autorit├Ąten-Streit
> geht, verweise ich auf
> Wikipedia,
> wo von mehr oder weniger weit gefassten Auffassungen von
> vegan die Rede ist.

Ich finde nur:

Zitat: Veganismus ist eine vorwiegend ethisch begr├╝ndete Einstellung und Lebensweise, welche die Nutztierhaltung und den Konsum tierischer Produkte v├Âllig ablehnt.


sowie

Zitat: Laut Definition der Vegan Society versucht der Veganismus, ÔÇ×soweit wie m├Âglich und praktisch durchf├╝hrbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren f├╝r Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und dar├╝ber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu f├Ârdern, was dem Nutzen der Tiere, Menschen und der Umwelt dienen sollÔÇť.

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: scholli | Datum:
Was ich gemeint hatte, war
Zitat: Der Konsum von Fleisch, Milch, Eiern jeder Art, Gelatine und anderen tierischen Lebensmitteln wie Honig wird vermieden. Weiter gefasst achten Veganer bei Kleidung (Vermeidung von Leder und Wolle) und anderen Gegenst├Ąnden des Alltags auf Tierproduktefreiheit, sowie Tierversuchsfreiheit (Waschmittel, Putzmittel, Kleinbildfilme, Kleber, Farben).


Aber auch in deinem zweiten Zitat findet sich, was ich gemeint habe:
Zitat: [...] soweit wie m├Âglich und praktisch durchf├╝hrbar, alle Formen der Ausbeutung [...] zu vermeiden [...]

Hier ist von soweit wie m├Âglich die Rede, und nicht von absolut.

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Hier ist von soweit wie m├Âglich die Rede, und nicht
> von absolut.

Eben. Denn Unm├Âgliches ist nicht m├Âglich. Und wird daher (wenig ├╝berraschend) nicht verlangt.

Dagegen ist es sehr leicht m├Âglich, keinen unveganen Cappuccino zu trinken oder keine Produkte mit unbekannten Zutaten zu kaufen, weil man zu faul ist, sich zu infomieren.

Im ├╝brigen reicht es jetzt.

Du bist nicht vegan, nennst Dich aber vegan. Das ist inakzeptabel.

Du weigerst Dich, Dich zu informieren, folgst nichteinmal angegeben Links, ├╝bersch├╝ttest die Leute mit albernen Fragen, verweist aber, wenn jemand Dich auffordert, endlich einmal eine Frage zu beantworten, st├Ąndig auf Deine alten Beitr├Ąge, in denen Du diese Frage ebenfalls nicht beantwortet hast (zwei Beitr├Ąge, die ausschlie├člich aus solchen Verweisen bestanden, habe ich eben gel├Âscht, bei weiteren wird es genauso sein).

Also:
a) Nimm endlich die Tatsachen zur Kenntnis
b) Beantworte auch mal eine Frage, statt st├Ąndig auszuweichen und dies durch Unantworten zu tarnen, z.B.: Warum nennst Du Dich vegan, obwohl Du nicht vegan bist? Und nein, auf die Frage "wie hei├čt Du?" ist ein Link auf ein Statement "Ich komme aus Buxtehude" keine akzeptable Antwort.
c) werde vegan (oder, falls nicht, h├Âr auf, Dich vegan zu nennen).

Achim

Hinweis

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Und er macht weiter ...

Ab sofort werde ich jeden Deiner Beitr├Ąge, "Scholli", der erkennen l├Ą├čt, da├č Du nicht bereit bist (siehe oben), die Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, Dich zu informieren (selbst wenn Dir die Informationen als Link auf dem Silbertablett serviert werden) und Fragen zu beantworten statt ihnen auszuweichen, entfernen.

Deine Beitr├Ąge weisen typisches Trollverhalten auf. Solltest Du wider Erwarten kein Troll sein, kannst Du Dich ja ab jetzt entsprechend anders verhalten.

Hier nochmal eine wesentliche Frage: Warum nennst Du Dich vegan, ohne es zu sein?

Achim

Re: Hinweis

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Er macht nicht nur weiter wie bisher (wiederholt gebetsm├╝hlenartig den gleichen Unfug, behauptet, Fragen beantwortet zu haben und linkt auf seine Beitr├Ąge, in denen er das eben nicht hat), sondern kopiert zudem entfernte Beitr├Ąge erneut ins Forum und jammert "Zensur". Q.e.d.

Achim

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: Jay | Datum:
scholli schrieb:
> Hier ist von soweit wie m├Âglich die Rede, und nicht
> von absolut.

Du solltest dir mal wieder Achims Beitrag dazu durchlesen, insbesondere den darin enthaltenen Link:

Zitat:
Selbstverst├Ąndlich ist vegan sein bin├Ąr. 100%ig.


Dann h├Ąttest du n├Ąmlich gemerkt, das nie von etwas anderem die Rede war.

Das unvegane Kekse und K├Ąse zu essen nicht soweit wie m├Âglich ist, egal wie du es auch drehst und wendest, das wurde schon ├Âfters gesagt... Vielleicht solltest du dir die ganze Diskussion mal wieder durchlesen, dann h├Âren wir vielleicht auf, uns im Kreis zu drehen.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Hei├čt das nicht ├╝blicherweise Pommes und Ketchup zur Eier-Mayo?

Achim

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: scholli | Datum:
Nein, das stimmt nicht. Hier kannst du nachlesen, was ich genau mit sehr viel vegan konsumieren gemeint habe.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: martin | Datum:
scholli schrieb:
>
> Nein, das stimmt nicht.
> Hier kannst
> du nachlesen, was ich genau mit sehr viel vegan
> konsumieren
gemeint habe.

Du kannst tausendmal wiederholen, da├č eins plus eins f├╝nf sei, richtiger wird es dadurch nicht.
Und du hast dich immer noch nicht bem├╝ht, dir die Definition anzusehen.

Re: Eins plus Eins

Autor: scholli | Datum:
Von eins plus eins war bisher nie die Rede. Gefragt war, was ich unter viel vegan konsumieren verstehe. Das habe ich erkl├Ąrt, aber Achim hat etwas anderes behauptet, was nicht stimmte. Ist ja auch klar, Achim kann gar nicht wissen, was ich genau darunter verstehe, bevor ich es nicht erkl├Ąrt habe.

Den Streit um die Definition von vegan lass uns doch bitte hier weiter f├╝hren.

Re: Eins plus eins

Autor: martin | Datum:
scholli schrieb:
>
> Von eins plus eins war bisher nie die Rede.

Was du nicht sagst...

> Den Streit um die Definition von vegan lass uns doch bitte
> hier weiter
> f├╝hren.

Dein Beitrag wurde hier beantwortet, worauf du nicht eingegangen bist.

Re: Eins plus Eins

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Von eins plus eins war bisher nie die Rede. Gefragt war, was
> ich unter viel vegan konsumieren verstehe. Das
> habe ich erkl├Ąrt, aber Achim hat etwas anderes behauptet, was
> nicht stimmte. Ist ja auch klar, Achim kann gar nicht wissen,
> was ich genau darunter verstehe, bevor ich es nicht erkl├Ąrt
> habe.

So, und jetzt schau Dir mal die Zeitangaben an.

Ich habe meine (allgemeine: "Hei├čt das nicht ├╝blicherweise [...]") Anmerkung gemacht, nachdem Du "erkl├Ąrt" hast, was Du "genau darunter versteh[st]".

Achim

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Trolli | Datum:
Hallo Scholli,

ich finde es prima, dass du dich auf den veganen Weg gemacht hast, aber eine Teil-Veganerin ist wie "ein bischen schwanger".

Zitat: ├ťblicherweise muss ich mich f├╝r meinen extrem unnormalen Konsum rechtfertigen und sto├če oft auf viel Unverst├Ąndnis.


Stimmt, vegane Speisen entsprechen nicht der derzeitigen Norm. Lebe konsequent vegan, und man wird dich mit der Zeit so akzeptieren, wie du bist.

Unverst├Ąndnis? Dann geh mal mit einem Alkoholiker abends in die Kneipe und trinke selbst keinen Alkohol. Ein Alkoholiker wird dich penetrant animieren, doch mitzutrinken. Genau so erging es meinem Vater, als er aufh├Ârte zu rauchen. Seine Kollegen meinten: "Ach rauch doch "nur eine" mit uns. Stell dich doch nicht so an. Gibt man nicht nach, wird man dumm angemacht, angep├Âbelt, soll sich rechtfertigen.

Und warum reagieren diese Menschen so? Weil sie GENAU sp├╝ren, dass sie, im Fall von Nichtveganern, Blut an ihren H├Ąnden kleben haben. Du kennst diese - ich-bin-doch-auf-deiner-Seite-Spr├╝che bestimmt auch, wie "Ich k├Ânnte NIE IM LEBEN selbst ein Tier t├Âten, aber auf mein Steak kann ich einfach nicht verzichten."
Menschen, die Unrecht begehen, suchen sich Verb├╝ndete. Weil wenn "es" alle machen, dann konnte man ja fast gar nicht anders, als mitzutun. (Das Schema passt f├╝r alle Fehlverhalten: Gemeinsam rauchen, saufen, kiffen, Leichen fressen, Minderheiten verfolgen und ermorden, vergewaltigen, Tiere qu├Ąlen, randalieren, zerst├Âren). Du warst eine Bluts-Verb├╝ndete, und solange dein Umfeld mitbekommt, dass du "Ausnahmen" machst, wirst du keine Ruhe finden, bis du dich entschieden hast: F├╝r oder gegen Tierleid.

Falls du noch Gel├╝ste nach unveganen Speisen hast, sieh dich hier um nach alternativen Rezepten, und stelle dir bei jeder unveganen Speise das jeweilige Tier dazu vor. Gib ihm einen Namen, ein Gesicht, eine Familie, eine Geschichte. Und dann sieh dir die Qu├Ąlbilder in Maqi an. Kannst du wirklich noch mit gutem Appetit nichtvegane Speisen essen? Beim n├Ąchsten Schuhkauf: Willst du deine F├╝├če wirklich in Leichenhaut stecken?

Zitat: dass es mir manchmal schwer f├Ąllt diesen politischen Anspruch zu 100% umzusetzen.

Handle nicht nach politischen Anspr├╝chen. Es muss auf Dauer schief gehen, weil es nie zu 100 % deine pers├Ânlichen Anspr├╝che sein werden. Sch├Ąrfe dein ethisches Empfinden, und handle danach. Stell dir vor, die ganze Welt ist vegan. H├Ąttest du dann auch das "Bed├╝rfnis" nach unveganen Speisen? Wie w├╝rdest du dieses Bed├╝rfnis stillen?

Und falls das immer noch nicht hilft: Siehe die Entwicklung der Ern├Ąhrungsgewohnheiten: ├ľko und Bio ist der Renner, Vegetarier sind absolut gesellschaftsf├Ąhig, und immer mehr Menschen werden Veganer. Du liegst voll im Trend mit deinem "v├Âllig unnormalen Konsum".

Trolli - auch "v├Âllig unnormal" in ihrem Konsum ;-)

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: scholli | Datum:
Hi Trolli,


vielen Dank f├╝r deine freundliche Antwort! Das tut gut neben den ganzen vorwurfsvollen und eher feindlichen Reaktionen hier.

Das mit dem mir das Tier zu den Speisen vorstellen, mit Familie und so, will ich erst mit jemandem diskutieren, die ich in ein paar Tagen sehe. Dazu schreib ich also sp├Ąter noch was, kann allerdings dauern weil ich evtl. bald etwas Urlaub mache.

Zitat: Du warst eine Bluts-Verb├╝ndete, und solange dein Umfeld mitbekommt, dass du "Ausnahmen" machst, wirst du keine Ruhe finden, bis du dich entschieden hast: F├╝r oder gegen Tierleid.

Das mit dem Umfeld habe ich nicht verstanden. Meinst du, dass sich mein unveganes Umfeld immer auf meine unveganen Ausnahmen "st├╝rzen" wird und mir vorhalten wird?

Und: Ich habe mich ja schon lange gegen Tierleid entschieden. Diesen rationalen Anspruch kann ich aber leider nicht immer erf├╝llen, weil ich noch sozusagen irrationale Bed├╝rfnisse habe.

Meiner Meinung nach versuchst du mit deiner Strategie, sich das Tier zu den Speisen mit Familie und allem drum und dran vorzustellen, auch genau da anzusetzen: Der abstrakte rationale Anspruch wird um etwas ganz anderes erweitert, n├Ąmlich dass ich mich schlecht f├╝hle beim unveganen Konsum.

Zitat: Handle nicht nach politischen Anspr├╝chen. Es muss auf Dauer schief gehen, weil es nie zu 100 % deine pers├Ânlichen Anspr├╝che sein werden.

Meine politischen Anspr├╝che sind doch auch meine pers├Ânlichen Anspr├╝che. Oder wie meinst du das?

Zitat: Stell dir vor, die ganze Welt ist vegan. H├Ąttest du dann auch das "Bed├╝rfnis" nach unveganen Speisen?

Achso, das war vielleicht etwas unverst├Ąndlich. Nat├╝rlich habe ich kein Bed├╝rfnis nach explizit unveganen Sachen. Es ist eher so, dass ich z.B. einen Cappuchino will und es grade keinen veganen Cappuchino gibt. Eine vegane Welt ist mein Traum :)


Liebe Gr├╝├če
Scholli

Halbvegetarier, Halbveganer und Vegantarier

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Da solche Pseudos gern (wenn sie nicht bekannte W├Ârter umdefinieren und ihre eigene "Definition" von z.B. "vegan" verwenden - so wie Gl├Ąubige es gern tun, wenn die Realit├Ąt mit ihren Wahnvorstellungen kollidiert) auch mal neue unsinnige W├Ârter erfinden, wurde das Glossar ein wenig erweitert:

* Halbvegetarier / Semivegetarier

Gibt es wohl seit mindestens 1994, laut vegetarismus.ch kommt es anscheinend in "Tina" (14. April 1994), "Wenn Vegetarier beim Essen s├╝ndigen", "Bunte" (10. M├Ąrz 1994), "Vegetarier leben l├Ąnger und gl├╝cklicher", "Solinger Tagblatt" (14. M├Ąrz 1994), "Flexible Vegetarier leben gern und lang" vor.

* Halbveganer

Z.B. verwendet von einem "Fan" von Thomas D. in dessen Forum (nurindeinemkopf.net) auf die Frage "Was ist Thomas D denn nun eigentlich? Veganer, Vegetarier, Tiersch├╝tzer oder Tierrechtler?": "Vegetarier/Halbveganer und jemand, der sich ├Âffentlich f├╝r das Recht der Tiere einsetzt!!![...]".

* Vegantarier

Im Deutschen noch relativ ungebr├Ąuchlich, hat es "vegantarian[:] a vegetarian with vegan tendencies" beispielsweise ins urbandictionary.com geschafft. M.E. eine besonders hinterh├Ąltige Buchstabenkombination.

Achim

Re: Halbvegetarier, Halbveganer und Vegantarier

Autor: Ricarda | Datum:
Oder wie du schon gesagt hast: Jemand, der auch mal Pommes zu der Mayonnaise isst.

Gerne auch Omniganer. Die essen dann Currywurst zur Pommes und manchmal auch das Salatblatt von der Deko mit.

Omniganer

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Gerne auch Omniganer. Die essen dann Currywurst zur Pommes
> und manchmal auch das Salatblatt von der Deko mit.

Omniganer! ... Das Wort hast Du erfunden :-) .

Achim

Re: Omniganer

Autor: Ricarda | Datum:
Komm ich jetzt damit ins Glossar oder werd ich als Belohnung Premiumuser bei nurindeinemkopf.net?

Re: Omniganer

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Ich w├╝rde sagen, ins Glossar kommt's, wenn es sich etabliert hat (was, wie ich bef├╝rchte, passieren wird), wir k├Ânnen ja in einem Jahr nochmal eine Suchmaschine bem├╝hen ;-) .

Achim

Re: Omniganer

Autor: Ricarda | Datum:
Achim St├Â├čer schrieb:
>
> Ich w├╝rde sagen, ins Glossar kommt's, wenn es sich etabliert
> hat (was, wie ich bef├╝rchte, passieren wird), wir k├Ânnen ja
> in einem Jahr nochmal eine Suchmaschine bem├╝hen ;-) .

Eigentlich ist es doch gut, wenn es mehr Begriffe gibt.
Dann wissen auch Leute wie Scholli, wie sie sich nun nennen m├╝ssen und benutzen nicht W├Ârter, die nun gar nicht passen (wie eben schlicht und einfach Veganer).
Bin schon gespannt, wann es den ersten Ovo-Lacto-Omniganer gibt :)

Re: Omniganer

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Bin schon gespannt, wann es den ersten Ovo-Lacto-Omniganer
> gibt :)

Lakto-Veganer gab's ja schon *augenroll* ...

Achim

"Lakto-Veganer"

Autor: martin | Datum:

> Lakto-Veganer gab's ja schon *augenroll* ...

Und gibt es immer wieder.

Zitat: Handel bietet Veganern einen rein pflanzlichen Kaffeeweisser an, aber auch Lacto-Veganer und Menschen mit einer Milchunvertr├Ąglichkeit verwenden diesen Milchersatz.

(http://www.firmenpresse.de/pressinfo151152.html)

Re: etwas OT: Vorsicht: Urbandictionary != Realit├Ąt ;)

Autor: Wonko | Datum:
Vegantarian hat <600 Google Results, die meisten davon vermutlich Tippfehler...also, dem w├╝rde ich nicht zu viel Relevanz beimessen. Und, das Urbandictionary, jaaa.. da kann halt auch jeder reinschreiben, was er will. Das ist eher vergleichbar mit dem Assoziations-Blaster als mit einem wirklichen W├Ârterbuch.
Belege? Ich verweise mal auf die ersten drei Urban-Dictionary-Definitionen des Wortes "Ninja": #1 #2 #3
;)

Vegantarier/vegantarian

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Vegantarian hat <600 Google Results, die meisten davon

Vegantarier <12 ;-) .

> vermutlich Tippfehler...also, dem w├╝rde ich nicht zu viel

Einige sicher. Die meisten? Ich denke nicht. Einige offenbar absichtlich so geschriebene Beispiele aus der jeweils ersten (deutsch) bzw. den ersten beiden (englisch) Trefferseiten zweier Suchmaschinen (google, bing) ohne anklicken der Links:
Zitat: Ich bezeichne mich jetzt gerne als "Vegantarier", ich esse und koche schon sehr oft vean, aber "so ganz" hat es bisher noch nicht geklappt

Ern├Ąhrung: Vegantarier (Veganer, der manchmal Ausnahmen macht )

vegantarian - 1 definition - a vegetarian with vegan tendencies

Vegantarian. Vegetarian & Vegan Recipes from all over the world

Vegantarian. I know, it's not a real word, but that's how I am starting to feel. I refuse to eat eggs, animal products... I don't wear leather (unless it ...

Come to a local "VEGantariAN Meetup" and discuss living a healthy Vegetarian & Vegan lifestyle.

I'm a vegantarian - that means I only eat vegans. Tasty, but boy do I get gas afterwards! [Okay, das f├Ąllt etwas aus der Reihe ;-) AS]

I just recently became a vegantarian (TRYING for vegan, but making mistakes here and there) and I just FINALLY got it.

I like being a vegantarian(i made that word up now ...


> Relevanz beimessen. Und, das Urbandictionary, jaaa.. da kann
> halt auch jeder reinschreiben, was er will. Das ist eher

Ja, das stimmt nat├╝rlich. War auch nicht als Definitionsquelle, sondern als Belegstelle gedacht.

Achim

Abschreckung

Autor: Nadjeschda | Datum:
Hmm, die exakte Begriffsdefinition mag ja spannend sein, aber der erste Post hat schon etwas Abwertendes. Inzwischen gibt es in den Medien ein Bild, dass Veganer in die N├Ąhe von religi├Âsen Fanatikern r├╝ckt. Mit der Erstellung von verschiedenen Veganer- und Vegetarier "Orden" wird dieser Eindruck warscheinlich eher verst├Ąrkt.

Re: Abschreckung

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Hmm, die exakte Begriffsdefinition mag ja spannend sein, aber
> der erste Post hat schon etwas Abwertendes. Inzwischen gibt

Wenn ich sage,dass 0 Kelvin kalt ist,wertet das die Temperatur ab?

> es in den Medien ein Bild, dass Veganer in die N├Ąhe von
> religi├Âsen Fanatikern r├╝ckt. Mit der Erstellung von

Woe denn? Und wenn, dann durch religi├Âse Fanatiker (wie Vagedes),die sich als Veganer ausgeben.

> verschiedenen Veganer- und Vegetarier "Orden" wird dieser
> Eindruck warscheinlich eher verst├Ąrkt.

Orden? Wer darauf hinweist, dass Fraz-Josef Strau├č kein Pazifist war, verleiht damit Pazifisten einen Orden? Was f├╝r Drogen nimmst Du?

Achim

Egovegetarier

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
W├Ąhrend ein Ovovegetarier einer i├čt, der sich an Ovarien, nein, Ovi delectiert, Eiern eben, ist ein Egovegetarier jedoch keiner, der sich selbst verspeist (Fingern├Ąhel kaut?):

Zitat: Doch wer ein Tier nur aus gesundheitlichen Gr├╝nden nicht verspeist, gilt in bestimmten humanit├Ąren Kreisen ohnehin als Ego-Vegetarier, weil es ihm nur um ein langes, von Krankheiten verschontes Leben geht. Viel gewichtigere Gr├╝nde, auf Pflanzenkost umzusteigen, seien die ├Âkologischen und politischen Probleme, die mit dem Fleischverzehr zusammenh├Ąngen, zum Beispiel die Umweltzerst├Ârung durch Viehzucht.

DER SPIEGEL 13/1996 vom 25.03.1996, Seite 31-34
"Ein Hauch von Pestilenz" http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=%22Ein+Hauch+von+Pestilenz%22&id=8903344&top=SPIEGEL&suchbegriff=umfragen+usa&quellen=&qcrubrik=artikel

Kein Wunder, da├č bei solchen Einsch├Ątzngen heute anders als damals nicht mehr die meisten Vegetarier gesundheitliche Gr├╝nde zu- sondern ethische vorgeben.

Alles in allem ein au├čerordenlich am├╝santer Artikel, ist er doch anno 1996 erschienen - inklusive der Forderung Veganismus zu verbieten:
Zitat: Mangelhaft ern├Ąhren sich hingegen viele der strenggl├Ąubigen Pflanzenfresser, die nichts anr├╝hren, was vom Tier stammt - nicht einmal Milch und Eier.

Wie die Heidelberger Vegetarier-Studie ergab, leiden "ungew├Âhnlich viele" der strikten Vegetarier an vermeidbaren Blutkrankheiten wie An├Ąmie, einige der Pflanzen-Fundis sterben sogar daran. Frentzel-Beyme: "Fanatiker leben gef├Ąhrlich."

Vor allem bei Schwangeren, stillenden M├╝ttern und Kleinkindern f├╝hrt die streng vegetarische Ern├Ąhrung zu bedrohlichem Eisen-, Calcium- und Vitamin-B-12-Mangel. M├Âgliche Folgen: Knochenschwund und eine Schw├Ąchung des Immunsystems. Rottka: "Das m├╝├čte verboten werden."
a.a.O.

Achim

Zwei halbe Vegetarier sind zwei ganze M├Ârder

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Der Vegetarierbund treibt es immer schlimmer: Nicht nur wird in der neuesten Pressemitteilung Mordvermeidung als "Dogmen oder Verzicht" diskreditiert, unter dem Motto "Zwei halbe Vegetarier sind ein ganzer!" hei├čt es:
Zitat: Ein Tandem dagegen, dessen Teilnehmer jeweils den eigenen Fleischkonsum um die H├Ąlfte reduzieren, wirkt wie ein Vegetarier - und schont neben Umwelt, Ressourcen und Tiere vor allem die eigene Gesundheit

Einmal davon abgesehen, dass nat├╝rlich auch Vegetarier M├Ârder sind: zwei "Halbvegetarier" (wobei die obskure Vebu-Terminologie "Halbzeitvegetarier" noch eins draufsetzt an Dummheit) sind nat├╝rlich kein ganzer Vegetarier, sondern zwei ganze M├Ârder.

Wie absurd das ganze ist, zeigt auch ein Blick auf die abstruse Rechnung: auch wer jede Woche ein ganzes Rind gefressen hat, wird schon zum "halben Vegetarier", wenn er "nur noch" ein halbes frisst, wer dagegen j├Ąhrlich ein K├╝ken frisst und dabei bleibt, ist es nicht ...

F├╝r diesen widerw├Ąrtigen Dreck haben sie sogar eine eigene Website eingerichtet: halbzeitvegetarier.de:
Zitat: Von heute auf morgen zu beschlie├čen, kein Fleisch und keinen Fisch mehr zu essen, ist eine radikale Entscheidung, welche die meisten von uns nicht treffen m├Âchten.

Die gute Nachricht ist: Das verlangt auch keiner! Es macht schon einen gro├čen Unterschied, sich teilweise vegetarisch zu ern├Ąhren.

Deshalb unser Vorschlag:

Werdet Halbzeitvegetarier! Sucht euch einen Partner, mit dem ihr das gemeinsame Projekt startet, nur noch die H├Ąlfte des Fleischs bzw. des Fischs zu essen wie bisher.

Denn zwei halbe Vegetarier sind auch ein ganzer!


Verantwortlich f├╝r diese Perversion zeichnet eine Katharina Rimpler.

Diese neueste Eskapade des Vebu l├Ąsst bef├╝rchten: demn├Ąchst verdealen sie auf ihren Veranstaltungen "halbe H├Ąhnchen" f├╝r Halbvegetarier.

Immerhin zeigt sich in der PM selbstentlarvend das wahre Motiv, das in der Regel hinter dem Vegetarismus steckt: es geht, so w├Ârtlich, "vor allem [um] die eigene Gesundheit" (meine Hervorhebung). Umfragen, die den Eindruck vermitteln, das Gros der Vegetarier sei aus ethischen Gr├╝nden, nicht aus egoistischen, Vegetarier, zeigen offensichtlich lediglich, dass die Befragten ein m├Âglichst positives Bild von sich vermitteln wollen.

Denn w├Ąren sie aus ethischen Gr├╝nden Vegetarier w├╝rden sie selbstverst├Ąndlich vegan, statt weiterzumorden.

Achim

Re: Zwei halbe Vegetarier sind zwei ganze M├Ârder

Autor: Linda AR-Vegano | Datum:
Oh je... Haben wir wieder nichts besseres zu tun als uns gegenseitig zu bek├Ąmpfen? Du bist nicht einverstanden? Sch├Ân! Dann mach mit deiner Arbeit weiter anstatt andere zu bek├Ąmpfen. Denn den Tieren ist hiermit sicherlich nicht geholfen!

Re: Zwei halbe Vegetarier sind zwei ganze M├Ârder

Autor: martin | Datum:

> Oh je... Haben wir wieder nichts besseres zu tun als uns
> gegenseitig zu bek├Ąmpfen? Du bist nicht einverstanden? Sch├Ân!
> Dann mach mit deiner Arbeit weiter anstatt andere zu
> bek├Ąmpfen. Denn den Tieren ist hiermit sicherlich nicht
> geholfen!

"gegenseitig" unterstellt, diese Personen w├╝rden irgendwie das gleiche tun. Offenkundig tun sie das nicht, sondern das Gegenteil. Sie zu kritisieren ist seine, n├Ąmlich Tierrechtsarbeit.

Taubenz├╝chtener "Veganer" (Myke Tyson)

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Zitat: Tauben statt Haue: Tyson ist friedlich geworden

Boston (dpa) - Das b├Âse Biest ist zahm geworden. Einst biss Mike Tyson im Boxring Evander Holyfield einen Teil des Ohres ab, hatte reichlich ├ärger mit dem Gesetz und musste Insolvenz anmelden.

Jetzt ist der Ex-Schwergewichts-Champion Veganer, z├╝chtet Tauben, spielt in Hollywood-Filmen mit und will Las Vegas in wirtschaftlich schweren Zeiten auf die Beine helfen. ┬źWenn ich heute auf einige Auftritte von fr├╝her zur├╝ckschaue, denke ich nur: Mensch, was habe ich mir damals nur dabei gedacht┬╗, sagt der mittlerweile 44-J├Ąhrige.

Zu Boxk├Ąmpfen geht er nur ab und an. [...]

Im n├Ąchsten Jahr kommt Tyson mit seiner eigenen Show auf den Bildschirm. ┬źTaking on Tyson┬╗ hei├čt die Sendung, die im ┬źAnimal Planet┬╗ ausgestrahlt wird und von seiner gro├čen Liebe erz├Ąhlt - den Tauben. Seit seiner Kindheit in Brooklyn interessiert sich der Muskelprotz f├╝r das Federvieh. Als Zehnj├Ąhriger spielte er auf den D├Ąchern mit wilden Tauben, heute hat er rund 2500 eigene. ┬źDas ist mein gro├čes Hobby. Andere haben Rennpferde, ich habe Tauben.┬╗ [...]


http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1084766

gewisse Statistik

Autor: martin | Datum:
Die Selbst-Angaben der Deutschen Veganstudie zeigen, wie mir gerade auffiel, ein halbwegs statistisch gesichertes Bild ├╝ber das Vorkommen von Pseudoveganern. Die Tabelle unter 4.1.1 (S. 63f.) f├╝hrt an, da├č von 654 Personen, die sich als vegan bezeichneten, 239 Leichenteile konsumierten. Von den, nach verschiedenen Schritten des Ablaufs der Studie, verbleibenden 154 angeblichen Veganern, waren darunter noch 56 "moderate Veganer", die nach eigenen Angaben Tierprodukte konsumierten (aufgez├Ąhlt wurden "Eier, Milch, K├Ąse, Quark, Butter"). Wenn man noch dazurechnet, da├č nach der Veganismusdefinition der Studie der Verzicht auf "Honig"konsum nicht unbedingt erforderlich ist, um vegan zu sein, h├Ątten es von den 98 verbleibenden "strikten Veganern" noch einige weniger werden k├Ânnen.
Zwar kann man nicht sagen, da├č von 654 Personen nur 98 wirkliche Veganer ├╝brigblieben, weil die meisten Ausschl├╝sse durch andere Faktoren bedingt waren (z.B. wenn ein Fragebogen nicht zur├╝ckgeschickt wird), aber die allgemeine Tendenz best├Ątigt unsere Annahme, da├č der Anteil der Pseudos unter den Veganern erschreckend hoch ist. Wenn ca. 40% der "Veganer" Leichenteile fressen, ist es schon be├Ąngstigend.

(Der Anteil der Pseudos steigt auch deshalb, weil fast alle Definitionen Veganismus als reine Ern├Ąhrungsform definieren, die somit auch anderer als ethischer Natur sein k├Ânne (n├Ąmlich als gesundheitliche/di├Ątische oder religi├Âse Entscheidung). Das ist selbstverst├Ąndlich Unsinn, da, wie wir wissen, Veganismus eine Lebenseinstellung ist und sich auch auf ern├Ąhrungsfremde Bereiche (wie eben Kleidung) bezieht. Deshalb sind auch die, die konsequent keine Tierprodukte essen, Pseudos, wenn sich ihr Veganismus nur auf die Ern├Ąhrung beschr├Ąnkt. Jeder, der nicht ethisch motiviert ist, ist kein Veganer.)

F├╝r diese Tendenzen bedanken kann man sich u.a. bei den ├╝blichen Tierschutziditoten, die nicht nur den Veganismusbegriff korrumpieren, sondern l├Ąngst auch den Tierrechtsbegriff, soda├č sich die ├╝belsten Tierrechtsverletzer damit schm├╝cken. Und selbst "Antispeziesismus" hat es unl├Ąngst getroffen.

Re: gewisse Statistik

Autor: martin | Datum:
In Angela Grubes "vegane Lebensstile" gibt es eine weitere Statistik mit einem 14%igen Pseudoveganeranteil, wobei die Menge der Versuchspersonen hier sehr klein ist. Vgl. die Rezension.

"prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Diese Frau ist Besitzerin mehrerer Restaurants in M├╝nchen, eines davon bezeichnet sie selbst als "vegan" und sich selbst als "Veganerin". Das zweite ist nachweislich nichts als Schein und w├Ąre irgendwo zwischen den Abstufungen "Hobbyveganer", "Freizeitveganer" oder "Spa├čveganer" zu verorten.

Zitat: Die 34-J├Ąhrige lebt selbstverst├Ąndlich vegan, ist dabei aber gerne mal inkonsequent: "Nur nicht den blutarmen, freudlosen, hysterischen Veganer spielen." (S├╝ddeutsche, 25.07.09)
Was damit gemeint ist, wird in einem anderen Zeitungsartikel deutlicher:

Zitat: und noch heute ├╝berf├Ąllt sie gelegentlich die Lust auf ein St├╝ck K├Ąse (Die Welt, 26.07.09)
Da frage ich mich, was die "Zahlen zum Thema Massentierhaltung" bzw. "Betrachtungen ├╝ber Essen und Moral", die am Ende ihres aktuellen Buches ("Die vegane K├╝che") gedruckt sind, sollen, denn gelesen oder verstanden hat sie sie anscheinend nicht.

Das ganze kr├Ânt sie mit noch etwas kontraproduktivem Tierschutzgefasel (womit sie auch die eigene Inkonsequenz sch├Ânzureden versucht):
Zitat: "Die Informationen sind wichtig. Man sollte sich damit auseinandersetzen. Aber das Ergebnis muss nicht sein, dass man von heute auf morgen auf alle tierischen Produkte verzichtet. Ein bisschen weniger w├Ąr' auch schon sch├Ân." (ebd.)

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: Ricarda | Datum:
martin schrieb:

>
>
Zitat: Die 34-J├Ąhrige lebt selbstverst├Ąndlich vegan, ist
> dabei aber gerne mal inkonsequent: "Nur nicht den blutarmen,
> freudlosen, hysterischen Veganer spielen." (S├╝ddeutsche,
> 25.07.09)
Was damit gemeint ist, wird in einem anderen
> Zeitungsartikel deutlicher:
>
>
Zitat: und noch heute ├╝berf├Ąllt sie gelegentlich die Lust auf
> ein St├╝ck K├Ąse (Die Welt, 26.07.09)

Hm ich wei├č nicht.
Das klingt f├╝r mich eher so, als h├Ątten die Autoren sich komisch ausgedr├╝ckt.
Ich meine, man ist inkonsequent, wenn man nicht blutarm, freudlos und hysterisch sein will?
Wieso ist man dadurch inkonsequent? Weil man die g├Ąngigen Klischees nicht erf├╝llt?
Dass sie die Lust auf K├Ąse ├╝berf├Ąllt ist doch auch in Ordnung, wenn sie dieser Lust nicht nachgibt (ich lese aus "├╝berfallen" zumindest nicht raus, dass sie das tut).
Die wenigsten sind ja vegan, weil ihnen jegliche Tierprodukte nicht geschmeckt haben.
Ich hab das sehr gerne gegessen, weil ich damit eben auch sozialisiert worden bin.
Ich habe auch ├Âfters Lust auf unvegane Sachen, aber anstatt sie dann zu essen, rege ich mich dar├╝ber auf, dass das jeweilige Produkt nicht vegan hergestellt wird.

> Das ganze kr├Ânt sie mit noch etwas kontraproduktivem
> Tierschutzgefasel (womit sie auch die eigene Inkonsequenz
> sch├Ânzureden versucht):
>
Zitat: "Die Informationen sind wichtig. Man sollte sich damit
> auseinandersetzen. Aber das Ergebnis muss nicht sein, dass
> man von heute auf morgen auf alle tierischen Produkte
> verzichtet. Ein bisschen weniger w├Ąr' auch schon sch├Ân."
> (ebd.)

Hier muss ich dir aber teilweise Recht geben. Das klingt wirklich ein wenig nach sch├Ądlichem Tierschutzgefasel.
Aber es ist auch eine gewisse Frage des Kontexts.
Das Ziel sollte nat├╝rlich sein, dass alle Menschen vegan leben, aber praktisch ist das wohl nicht so einfach von dem einen auf den anderen Tag m├Âglich. Ist halt die Frage, was sie genau gemeint hat und was der Autor draus gemacht hat.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Hm ich wei├č nicht.
> Das klingt f├╝r mich eher so, als h├Ątten die Autoren sich
> komisch ausgedr├╝ckt.
> Ich meine, man ist inkonsequent, wenn man nicht blutarm,
> freudlos und hysterisch sein will?
> Wieso ist man dadurch inkonsequent? Weil man die g├Ąngigen
> Klischees nicht erf├╝llt?

Durchaus nicht. (Auch wenn es sicher nicht optimal ist, wie sie die Klischees durch eine Distanzierung best├Ątigt, anstatt diese selbst in Frage zu stellen.)

> Dass sie die Lust auf K├Ąse ├╝berf├Ąllt ist doch auch in
> Ordnung, wenn sie dieser Lust nicht nachgibt (ich lese aus
> "├╝berfallen" zumindest nicht raus, dass sie das tut).

Ich lese das schon heraus, weil ansonsten (gerade bei diesem Thema), deutlich gemacht werden m├╝├čte, da├č sie es nicht tut.

> Die wenigsten sind ja vegan, weil ihnen jegliche Tierprodukte
> nicht geschmeckt haben.

Sicher nicht, aber wenn man richtigerweise die ethische Motivation hervorhebt, finde ich geschmackliche Aspekte ziemlich irrelevant. Erst recht nicht, wenn man f├╝r Veganismus werben will.

> Hier muss ich dir aber teilweise Recht geben. Das klingt
> wirklich ein wenig nach sch├Ądlichem Tierschutzgefasel.
> Aber es ist auch eine gewisse Frage des Kontexts.

Genau diese Aussage nicht (da├č der Anhang im Buch trotzdem ordentliche Informationen enth├Ąlt, k├Ânnte sein), denn da├č ein "schrittweiser ├ťbergang" n├Âtig sei, ist - wie wir wissen - Unsinn.

> Das Ziel sollte nat├╝rlich sein, dass alle Menschen vegan
> leben, aber praktisch ist das wohl nicht so einfach von dem
> einen auf den anderen Tag m├Âglich.

Nat├╝rlich, aber hier hat sie, wie ich es lese ("da├č man... verzichtet"), den einzelnen Menschen gemeint und nicht die Gesellschaft.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: Ricarda | Datum:
martin schrieb:
>
> > Dass sie die Lust auf K├Ąse ├╝berf├Ąllt ist doch auch in
> > Ordnung, wenn sie dieser Lust nicht nachgibt (ich lese aus
> > "├╝berfallen" zumindest nicht raus, dass sie das tut).
>
> Ich lese das schon heraus, weil ansonsten (gerade bei diesem
> Thema), deutlich gemacht werden m├╝├čte, da├č sie es nicht tut.
Wieso m├╝sste das deutlich gemacht werden?
Es kommt ja auch darauf an, was der Artikel eigentlich bezwecken soll.
Vielleicht ist es ja extra so gewollt, dass nicht klar ist, ob sie es nun tut oder nicht.

>
> > Die wenigsten sind ja vegan, weil ihnen jegliche Tierprodukte
> > nicht geschmeckt haben.
>
> Sicher nicht, aber wenn man richtigerweise die ethische
> Motivation hervorhebt, finde ich geschmackliche Aspekte
> ziemlich irrelevant. Erst recht nicht, wenn man f├╝r
> Veganismus werben will.
Nat├╝rlich ist Ethik der Kernaspekt des Ganzen, aber werben kann man damit wohl eher nicht.
Die Leute wollen wissen, wie Veganismus in der Praxis aussieht, weil sie es sich einfach nicht vorstellen k├Ânnen.
Geschmack ist da ein ziemlich wichtiges Kriterium. Wir essen ja nicht nur zum ├ťberleben, sondern weil wir Lust dazu haben und es uns schmeckt.

>
> > Hier muss ich dir aber teilweise Recht geben. Das klingt
> > wirklich ein wenig nach sch├Ądlichem Tierschutzgefasel.
> > Aber es ist auch eine gewisse Frage des Kontexts.
>
> Genau diese Aussage nicht (da├č der Anhang im Buch trotzdem
> ordentliche Informationen enth├Ąlt, k├Ânnte sein), denn da├č ein
> "schrittweiser ├ťbergang" n├Âtig sei, ist - wie wir wissen -
> Unsinn.
>
> > Das Ziel sollte nat├╝rlich sein, dass alle Menschen vegan
> > leben, aber praktisch ist das wohl nicht so einfach von dem
> > einen auf den anderen Tag m├Âglich.
>
> Nat├╝rlich, aber hier hat sie, wie ich es lese ("da├č man...
> verzichtet"), den einzelnen Menschen gemeint und nicht die
> Gesellschaft.
Kommt wohl wieder drauf an, wie man es liest.
Falls die Gesellschaft gemeint ist, ist es wohl noch in Ordnung, aber wenn einzelne Menschen gemeint sind, ist es nat├╝rlich Unsinn.
Zumal die meisten Leute ja diese Schrittweise Umstellung daf├╝r nutzen um ein paar Stufen vor dem Ende einfach stehen zu bleiben.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> > Ich lese das schon heraus, weil ansonsten (gerade bei diesem
> > Thema), deutlich gemacht werden m├╝├čte, da├č sie es nicht tut.
>
> Wieso m├╝sste das deutlich gemacht werden?

Weil es sonst so mi├čverst├Ąndlich ist, da├č man das, was ich auch angenommen habe, annimmt. Wenn es nicht so gemeint w├Ąre, h├Ątte ich etwas erwartet wie "und noch heute ├╝berf├Ąllt sie gelegentlich die Lust auf ein St├╝ck K├Ąse, aber als Veganerin gibt sie dem nat├╝rlich nicht nach".

Ich habe nochmal nach anderen Aussagen gesucht und [url= http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/lesezeichen/sandra-forster-das-vegane-kochbuch-lesezeichen-2009-07-27-ID1248356287528.xml]dieses Interview[/url] gefunden. Zusammenfassend: "Ich nehme es nicht 100%ig Ernst, weil es nicht praktikabel ist"; man gehe sich selbst auf die Nerven, weil man "eigentlich gar nichts mehr essen kann"; sie erachte es als sinnvoll, wenn "die Massentierhaltung eingeschr├Ąnkt" w├╝rde, eine Alternative ist f├╝r sie ein "Bauernhof"; es ginge nicht darum, "allen Leuten Fleischessen zu verbieten"; man m├╝sse "Fleischprodukte" "simulieren" bzw. "nachahmen", weil sie "nat├╝rlich" f├╝r die Menschen seien; ihr Hund bekommt "Fleischabf├Ąlle" aus ihren anderen, nicht-veganen Restaurants, ihn vegan zu ern├Ąhren, sei ihr "zu aufw├Ąndig".
Ob sie nun wirklich selbst unvegane Produkte konsumiert, geht daraus zwar nicht hervor, aber die Tendenz ist denke ich best├Ątigt.

> Es kommt ja auch darauf an, was der Artikel eigentlich
> bezwecken soll.
> Vielleicht ist es ja extra so gewollt, dass nicht klar ist,
> ob sie es nun tut oder nicht.

Die Artikel waren beide ihr gegen├╝ber sehr positiv, insofern kann ich mir nicht vorstellen, da├č es darin gestanden h├Ątte, was ihr schaden w├╝rde.

> Nat├╝rlich ist Ethik der Kernaspekt des Ganzen, aber werben
> kann man damit wohl eher nicht.

Ich w├╝rde eher sagen, mit allem anderen kann man nicht gut argumentieren. Bei Umwelt und Gesundheit fallen Aspekte wie "Rodeo", "Stierkampf", "Zirkus" oder "Zoo" fast ganz heraus. Bei Geschmack noch mehr (trotz sinnloser Bem├╝hungen um "Retortenfleisch").
Au├čer du willst "werben" und "argumentieren" unterscheiden, was nat├╝rlich geht, nur leider verstehen viele andere diesen Unterschied nicht.

> Die Leute wollen wissen, wie Veganismus in der Praxis
> aussieht, weil sie es sich einfach nicht vorstellen k├Ânnen.
> Geschmack ist da ein ziemlich wichtiges Kriterium. Wir essen
> ja nicht nur zum ├ťberleben, sondern weil wir Lust dazu haben
> und es uns schmeckt.

Definitiv, aber daf├╝r reicht es zu beweisen, da├č vegane Ern├Ąhrung nicht einseitig usw. ist, aber es bringt nichts, es als Argument (veganes Essen schmeckt besser als..) anzuf├╝hren (auch wenn es oft stimmt), weil Geschmack halt subjektiv ist.

> > Nat├╝rlich, aber hier hat sie, wie ich es lese ("da├č man...
> > verzichtet"), den einzelnen Menschen gemeint und nicht die
> > Gesellschaft.
>
> Kommt wohl wieder drauf an, wie man es liest.
> Falls die Gesellschaft gemeint ist, ist es wohl noch in
> Ordnung, aber wenn einzelne Menschen gemeint sind, ist es
> nat├╝rlich Unsinn.

Wie gesagt lese ich aus dem Indefinitpronomen "man" heraus, da├č der einzelne Mensch gemeint sei.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: Ricarda | Datum:
martin schrieb:
>
> Ich habe nochmal nach anderen Aussagen gesucht und [url=
> http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/lesezeichen/sandra-forster-das-vegane-kochbuch-lesezeichen-2009-07-27-ID1248356287528.xml]dieses Interview[/url] gefunden. Zusammenfassend: "Ich nehme es nicht 100%ig Ernst, weil es nicht praktikabel ist"; man gehe sich selbst auf die Nerven, weil man "eigentlich gar nichts mehr essen kann"; sie erachte es als sinnvoll, wenn "die Massentierhaltung eingeschr├Ąnkt" w├╝rde, eine Alternative ist f├╝r sie ein "Bauernhof"; es ginge nicht darum, "allen Leuten Fleischessen zu verbieten"; man m├╝sse "Fleischprodukte" "simulieren" bzw. "nachahmen", weil sie "nat├╝rlich" f├╝r die Menschen seien; ihr Hund bekommt "Fleischabf├Ąlle" aus ihren anderen, nicht-veganen Restaurants, ihn vegan zu ern├Ąhren, sei ihr "zu aufw├Ąndig".
> Ob sie nun wirklich selbst unvegane Produkte konsumiert, geht
> daraus zwar nicht hervor, aber die Tendenz ist denke ich
> best├Ątigt.
Das ist ja schon einmal weitaus deutlicher.
Auch ist es interessant, dass sie noch andere nicht-vegane Restaurants hat.

Aus den anderen Zitaten konnte ich sowas aber einfach nicht 100% rauslesen. Die h├Ątten auch von jemanden sein k├Ânnen, der Veganismus ernst nimmt, sich aber nicht absolut unmissverst├Ąndlich ausgedr├╝ckt hat. Oder h├Ątte es, wie gesagt, auch einfach von dem Autor kommen k├Ânnen.

Ich wurde mal gefragt, ob man eine Äusserung von mir als Leserbrief in einer Zeitschrift drucken dürfe.
Mein kurzer Text war eigentlich nur minimal ver├Ąndert worden, hatte aber so eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Interviews werden dann doch sicher noch mehr bearbeitet. Es kann mir keiner erz├Ąhlen, dass die ganzen Interviewpartner alle so fl├╝ssig und gewand reden k├Ânnen.

>
> Die Artikel waren beide ihr gegen├╝ber sehr positiv, insofern
> kann ich mir nicht vorstellen, da├č es darin gestanden h├Ątte,
> was ihr schaden w├╝rde.
H├Ątte es ihr denn ├╝berhaupt geschadet?

>
> > Nat├╝rlich ist Ethik der Kernaspekt des Ganzen, aber werben
> > kann man damit wohl eher nicht.
>
> Ich w├╝rde eher sagen, mit allem anderen kann man nicht gut
> argumentieren. Bei Umwelt und Gesundheit fallen Aspekte wie
> "Rodeo", "Stierkampf", "Zirkus" oder "Zoo" fast ganz heraus.
> Bei Geschmack noch mehr (trotz sinnloser Bem├╝hungen um
> "Retortenfleisch").
> Au├čer du willst "werben" und "argumentieren" unterscheiden,
> was nat├╝rlich geht, nur leider verstehen viele andere diesen
> Unterschied nicht.
Ja, ich sehe einerseits die ganzen Fakten und Tatsachen, zu denen nat├╝rlich auch Sachen wie "Leder" und "Zoo" geh├Âren und andererseits die praktische Seite mit den ganzen Vorurteilen.
Wissen schaffen sehe ich nicht so sehr als werben.

>
> Definitiv, aber daf├╝r reicht es zu beweisen, da├č vegane
> Ern├Ąhrung nicht einseitig usw. ist, aber es bringt nichts, es
> als Argument (veganes Essen schmeckt besser als..) anzuf├╝hren
> (auch wenn es oft stimmt), weil Geschmack halt subjektiv ist.
Hm, ich will den Geschmack auch nicht wirklich als eigenst├Ąndiges Argument hinstellen.
Es ist ja eher so, dass der Geschmack von Gegnern als Contra-Argument benutzt wird.
Veganes Essen schmeckt also nicht automatisch besser, aber auf jeden Fall nicht schlechter.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Das ist ja schon einmal weitaus deutlicher.
> Auch ist es interessant, dass sie noch andere nicht-vegane
> Restaurants hat.

Allerdings und da sie damit unveganes Essen in Auftrag gibt, ist es schon deshalb schwer, sie als Veganerin zu bezeichnen.

> Aus den anderen Zitaten konnte ich sowas aber einfach nicht
> 100% rauslesen. Die h├Ątten auch von jemanden sein k├Ânnen, der
> Veganismus ernst nimmt, sich aber nicht absolut
> unmissverst├Ąndlich ausgedr├╝ckt hat. Oder h├Ątte es, wie
> gesagt, auch einfach von dem Autor kommen k├Ânnen.

Insofern nicht, da es die w├Ârtliche Wiedergabe eines Videointerviews war (siehe Link). Es ist also genau das, was sie gesagt hat, ohne Ver├Ąnderung.

> > Die Artikel waren beide ihr gegen├╝ber sehr positiv, insofern
> > kann ich mir nicht vorstellen, da├č es darin gestanden h├Ątte,
> > was ihr schaden w├╝rde.
>
> H├Ątte es ihr denn ├╝berhaupt geschadet?

Insofern sie vegan w├Ąre, w├╝rde es durchaus ihrem Ruf schaden, als unvegan dargestellt zu werden.

> Hm, ich will den Geschmack auch nicht wirklich als
> eigenst├Ąndiges Argument hinstellen.
> Es ist ja eher so, dass der Geschmack von Gegnern als
> Contra-Argument benutzt wird.
> Veganes Essen schmeckt also nicht automatisch besser, aber
> auf jeden Fall nicht schlechter.

Es ist sicher nicht zu unterschlagen. Ich meinte nur, da├č man Veganismus nicht ausschlie├člich auf einem solcher Aspekte aufbauen kann.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Ricarda | Datum:
Hier ein Artikel in der SZ:
Leben mit der Doppelmoral - Die Lizenz zur S├╝nde

Es bezieht sich zwar auf ein etwas anderes Themengebiet und einige dieser Studien sind auch etwas komisch (wobei das ja nur eine kurze Zusammenfassung des Autoren ist), erinnerte mich beim Lesen aber dennoch sehr stark an Vegetarier und Pseudo-Veganer.
Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung reicht ja auch erst einmal aus um sich einige Zeit drauf auszuruhen..

unzureichende Motivation und Ausweichverhalten

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Hier ein Artikel in der SZ:
> Leben
> mit der Doppelmoral - Die Lizenz zur S├╝nde

>
> Es bezieht sich zwar auf ein etwas anderes Themengebiet und
> einige dieser Studien sind auch etwas komisch (wobei das ja
> nur eine kurze Zusammenfassung des Autoren ist), erinnerte
> mich beim Lesen aber dennoch sehr stark an Vegetarier und
> Pseudo-Veganer.

Der Artikel zeigt auch eine andere, wesentliche Facette, die man auch bei Pseudoveganern und richtigen auseinanderhalten mu├č: manche Menschen gr├╝nden ihre Moral bereits auf Heuchelei, soda├č der Schritt zur Inkonsequenz klein oder gar vorprogrammiert ist.
Zitat: Ausgerechnet Ted Haggard. Der Mann galt dem Time Magazine als einer der einflussreichsten evangelikalen Christen der USA. Er pries Gott, lobte den Wert der Familie und predigte gegen Homosexuelle. Dann beschuldigte ihn ein Stricher, Haggard habe ihn ├╝ber Jahre f├╝r Sex bezahlt. Und man habe gemeinsam Drogen konsumiert.
Auch sonst werden nur Politiker angef├╝hrt und da├č f├╝r die Worte nur leere H├╝llen und Mittel zum Zweck ist, d├╝rfte jeder Wissen.
Und das gleiche gilt f├╝r Menschen, die sich aus gesundheitlichen, religi├Âsen oder "tiersch├╝tzerischen" Gr├╝nden als vegan bezeichnen. Dadurch beruht ihre Motivation immer auf Motiven, die keine ethischen sind und dadurch f├Ąllt es ihnen auch leicht, bei Dingen, die sich nicht mit ihren Motiven ├╝berschneiden, inkonsequent zu sein. "Mal ein kleines St├╝ck K├Ąse" ist gesundheitlich sicher nicht sofort t├Âdlich, von religi├Âser "Askese" kann man auch mal eine Pause machen und wer nicht kapiert, da├č Tierschutz nicht funktioniert und kontraproduktiv ist, wird "ausw├Ąrts auch mal ein Freilandei essen". Deshalb betonen wir, da├č echter Veganismus nur ethisch motiviert sein kann.

Zitat: Unterst├╝tzung f├╝r Obama zu bekunden sei vergleichbar damit, eine Aussage mit einem Satz einzuleiten, wie: "Viele meiner Freunde sind Schwarze, aber ...", sagt Effron. Dies verleihe einem Menschen die moralische Glaubw├╝rdigkeit, die er brauche, um im Anschluss eine Aussage zu treffen, die genau gegen diese Normen verst├Â├čt.
Das l├Ą├čt sich doch wunderbar ├╝bertragen: "Eigentlich setze ich mich ja f├╝r Tiere ein, aber wenn sie einen sch├Ânen Tod hatten, kann man schon mal Fleisch essen." (O-Ton von Apel, Singer usw.)

Zum modernen Abla├čhandel (aka Spenden) pa├čt es auch:
Zitat: K├╝rzlich berichteten Sonya Sachdeva und ihre Kollegen von der Northwestern University in Chicago, dass Menschen, die sich selbst als moralische Wesen betrachten, weniger Geld spenden als andere, die ein tendenziell negatives Selbstbild haben (Psychological Science, Bd.20, S. 523, 2009).
Ergo: durch Spenden wird man sein negatives Selbstbild los und wenn man das erstmal los ist, mu├č man sich schlie├člich nicht mehr pers├Ânlich ├Ąndern.

Das gleiche gilt f├╝r den Kauf von "Freilandeiern" oder sonstigen vermeintlich "tierschutzgerecht" erzeugten Tierprodukten.
Zitat: Auf diese Weise erwerbe sich ein Kunde die Lizenz, eine Entscheidung zu treffen, die sonst ein negatives Bild des eigenen Ichs erzeugen w├╝rde
Der Artikel best├Ątigt damit, was wir st├Ąndig sagen. Nur das will niemand h├Âren, denn an sich zu arbeiten ist anstrengender, als lediglich Heucheleiprodukte zu kaufen, eine ├ťberweisung zu t├Ątigen oder gegen Dinge zu demonstrieren, die einen nicht selbst betreffen (wie "Jagd", "Pelz" oder "Tierversuche").

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Laura | Datum:
Zitat: K├Ânnte es sein, da├č sie wissen, da├č das, was sie tun, falsch ist, und da├č sie daher versuchen, das was sie tun, zu ├╝bert├╝nchen?


Aus eigener Erfahrung sprechend: Ja

Ich hatte zwischen Vegetarier und Veganer mal diese unglaublich intelligente "Milch-und-Eier-kauf-ich-nur-Bio"- Zeit.

Das konnte ich ca. 5 Monate halten.
"Das reine Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen"

(Stichwort: Kognitive Dissonanz)

Und weiters habe ich oft den Eindruck, dass manche Leute es einfach schick finden, "anders" zu sein.
Veganismus ist sooo individuell, dass manche es cool finden. Einen Weg suchen, sich von "den anderen" abzugrenzen.

Und wieder andere nehmens's einfach nicht so ernst.
Ich kenne ein M├Ądchen dass seit ihrem 7. Lebensjahr "vegetarisch" lebt, aber Leder tr├Ągt, Gummib├Ąrchen isst und "nur ganz selten" mal einen Cheeseburger. Auf die Frage warum antwortet sie mit Schulterzucken

Veganismus als Modeerscheinung

Autor: martin | Datum:
Zitat: Man kann in New York kaum einen Schritt tun, ohne diesen bleichgesichtigen, in American Apparel gekleideten Karottenhosentr├Ąger mit Hornbrille ├╝ber den Weg zu laufen. Sie behaupten, vegan zu leben, und ├╝bersehen dabei galant ihre angesagten Lederstiefel aus dem Second Hand-Laden. Der amerikanische hipster , dessen Name in den 1940er in Anlehnung an ÔÇ×hopÔÇť (die umgangssprachliche Bezeichnung f├╝r Opium; A.d.R.) erfunden wurde, zeichnet sich dadurch aus, dass er ekelerregend stolz auf seinen alternativen Lebensstil ist.
("Im Zoo der Lifestyle-Eitelkeiten", cafebabel.com, 26.08.09)
Sich als vegan zu bezeichnen (und es in solchen F├Ąllen nat├╝rlich nicht zu sein), scheint - wie hier schon mehrfach angesprochen - in gewissem Umfang popul├Ąr zu werden, da es als "alternativ" gilt. Dabei sind die angesprochenen, gebrauchten "Leder"-Schuhe noch harmlos, im Vergleich zu dem, was bei "Peta-Promis" unter Veganimus verstanden wird.

Neue Motivation f├╝r (Pseudo-)Veganismus?

Autor: Ricarda | Datum:
Kann sein, dass das vielleicht schon mal jemand geh├Ârt hat, aber mir war das ziemlich neu.

Gestern wurde mir ├╝ber einen Veganer erz├Ąhlt, dass er nur deswegen vegan lebt, weil man das eben kann.
Die Tierchen seien ihm doch schei├č egal, denn die verrecken ja eh.

Leider konnte ich dann nicht mehr so gut herausfinden, ob derjenige dann nicht doch mal von einem s├╝├čen Tierchen nascht, aber es ist wohl sehr wahrscheinlich.
Stellt sich die Frage, was das nun soll. Veganismus als Selbstkasteiung? Als Beweis der Kontrolle ├╝ber sich selbst?

Neue Motivation "Kasteiung"?

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Gestern wurde mir ├╝ber einen Veganer erz├Ąhlt, dass er nur
> deswegen vegan lebt, weil man das eben kann.
>
> Stellt sich die Frage, was das nun soll. Veganismus als
> Selbstkasteiung? Als Beweis der Kontrolle ├╝ber sich selbst?

"Weil man das eben kann" ist reichlich eigenartig. Man kann schlie├člich auch von der Br├╝cke springen und man kann auch einen E├čl├Âffel Blei essen, aber beides h├Ątte leicht unangenehme Folgen (im Gegensatz zu veganer Ern├Ąhrung, falls es denn eine ist).
"Kasteiung"/"Askese"/Enthaltsamkeit sind vor allem nicht veganismustypisch, jedenfalls nicht f├╝r die, die sich ein klein bi├čchen mit PAs oder Selbstbacken besch├Ąftigen, aber wahrscheinlich wird es von einigen (absichtlich) so gesehen.
Im Prinzip klingt es aber auch sehr nach Modeerscheiung und er meint mit "weil man es kann" "weil man es gerade so macht" (in bestimmten Kreisen).

S├╝nden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: peter einrich | Datum:
Es ist besser wenn man Vegan lebt und mal eine Ausnahme macht als wenn man ein reiner Fleischfresser ist.

Wie man in einer Di├Ąt (zum Abspecken) auch mal eine Tafel Schokolade tolerieren muss muss man auch bei der Umstellung zum Veganer die ein oder andere S├╝nde durchgehen lassen.

Denn ohne die kleinen S├╝nden h├Ąlt man die Umstellung nicht durch und verf├Ąllt wieder in die alte Gewohnheiten.

Morden wichtig zum durchhalten?

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Denn ohne die kleinen S├╝nden h├Ąlt man die Umstellung nicht

Was soll das, Mord als "kleine S├╝nden" zu euphemisieren?

> durch und verf├Ąllt wieder in die alte Gewohnheiten.

Das ist nat├╝rlich (selbst wenn wir die absurde religi├Âse Terminologie au├čer acht lassen) v├Âlliger Bl├Âdsinn.

Denn es geht hier um Ethik, und "mal zwischendurch ein bi├čchen morden" um das Nichtmorden "durchzuhalten" (also ob das eine Anstrengung w├Ąre wie ein Marathonlauf) ist weder ethisch akzeptabel noch zielf├╝hrend.

Achim

Re: S├╝nden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Claude | Datum:
> Wie man in einer Di├Ąt (zum Abspecken) auch mal eine Tafel
> Schokolade tolerieren muss

Die muss man ├╝berhaupt nicht tolerieren. Im Gegenteil, dadurch wird man eher r├╝ckf├Ąllig da man eben merkt dass man es ja doch nicht schafft. So hat man eher Erfolgschancen wenn man es richtig durchzieht.
Aber Veganismus ist auch keine Di├Ąt. Wer erkennt dass es falsch ist Tiere auszubeuten der verzichtet auf nichts.

Re: S├╝nden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Tobi | Datum:
> Denn ohne die kleinen S├╝nden h├Ąlt man die Umstellung nicht
> durch und verf├Ąllt wieder in die alte Gewohnheiten.

Ich meine auch - auch wenn das nun schon gesagt wurde - dass es doch wirklich keine Frage des "Durchhaltens" ist.
Ich wette, so ziemlich jeder w├╝rde mit Leichtigkeit auf Leichen/Produkte von anderen Tieren etc. "verzichten" k├Ânnen, wenn man erf├╝hre, dass dieses "Lebensmittel" z.B. giftig (f├╝r den Konsumenten) w├Ąre. Es ist einfach eine Frage der Motivation. Und wenn jemand ethisch motiviert ist, so tritt das Problem des Durchhaltens erst gar nicht auf, vielmehr ist es eine Erleichterung, diese (Todes-) Produkte nicht mehr zu konsumieren.

Tobi

Re: S├╝nden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Thomas | Datum:
Tobi schrieb:

> Ich wette, so ziemlich jeder w├╝rde mit Leichtigkeit auf
> Leichen/Produkte von anderen Tieren etc. "verzichten" k├Ânnen,
> wenn man erf├╝hre, dass dieses "Lebensmittel" z.B. giftig (f├╝r
> den Konsumenten) w├Ąre.

die Wette w├╝rdest Du hochkant verlieren. Denke alleine nur an die Millionen Raucher, die t├Ąglich Gift konsumieren, es wissen und noch daf├╝r viel Geld bezahlen.

Sinngem├Ą├č nach Quark aus DS9 bei einer Zeitreise ins 20te Jahrhundert der Erde:
"Hier gef├Ąllts mir, hier bleibe ich. Die Menschen sind so bl├Âd f├╝r Gift, welches sie freiwillig konsumieren auch noch zu bezahlen - denen kann man alles verkaufen".

Gr├╝├če
Thomas

Gehn wir uns vergiften im Restaurant

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> > Ich wette, so ziemlich jeder w├╝rde mit Leichtigkeit auf
> > Leichen/Produkte von anderen Tieren etc. "verzichten" k├Ânnen,
> > wenn man erf├╝hre, dass dieses "Lebensmittel" z.B. giftig (f├╝r
> > den Konsumenten) w├Ąre.
>
> die Wette w├╝rdest Du hochkant verlieren. Denke alleine nur an
> die Millionen Raucher, die t├Ąglich Gift konsumieren, es
> wissen und noch daf├╝r viel Geld bezahlen.

Ihr habt irgendwie beide Recht ;-) . An die Raucher habe ich auch gedacht, als ich Tobis Beitrag las, aber da ja im wesentlichen auch unveganes Essen das Risiko z.B. an Krebs zu erkranken signifikant erh├Âht, liegt das wohl in beiden F├Ąllen an der leichten Verdr├Ąngbarkeit, da sich unmittelbar idR keine oder vermeitlich positive Wirkungen zeigen (nach dem Drogenkonsum, der Suchtbefriedigung, f├╝hlt der Raucher sich relativ zu seinem Normalzustand "gut" - halt so, wie ein Nichtraucher sich mangels Sucht "immer" f├╝hlt).

Setzen wir ein "unmittelbar" vor das "giftig" (nichtmal t├Âdlich, wenn etwa der Bi├č in ein "K├Ąsebrot" sich auswirken w├╝rde wie der Stich einer 24-Stunden-Ameise: ein Tag Schmerzen als w├╝rde man lebendig verbrennen ohne bleibenden physischen Schaden) w├╝rde es sich mancher sicher vorher ├╝berlegen.

> Sinngem├Ą├č nach Quark aus DS9 bei einer Zeitreise ins 20te
> Jahrhundert der Erde:
> "Hier gef├Ąllts mir, hier bleibe ich. Die Menschen sind so
> bl├Âd f├╝r Gift, welches sie freiwillig konsumieren auch noch
> zu bezahlen - denen kann man alles verkaufen".

Meine Lieblingsstelle in meiner Lieblingsfolge (neben der Tribbel-Zeitreise) aus DS9 ;-) .

Achim

Re: Gehn wir uns vergiften im Restaurant

Autor: Thomas | Datum:
Achim St├Â├čer schrieb:

> Meine Lieblingsstelle in meiner Lieblingsfolge (neben der
> Tribbel-Zeitreise) aus DS9 ;-) .

ja, die Folge "wieder Trouble mit den Tribbels" ist IMHO eine der genialsten Folgen aller SF-Serien ├╝berhaupt. Neben der einen Folge aus der Serie Farscape (die mir sonst nicht so gef├Ąllt), in der alle die K├Ârper tauschen und sich dann Schilder mit ihren richtigen Namen umh├Ąngen.

Gr├╝├če
Thomas

Re: S├╝nden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Steffen | Datum:
peter einrich schrieb:

> Denn ohne die kleinen S├╝nden h├Ąlt man die Umstellung nicht
> durch und verf├Ąllt wieder in die alte Gewohnheiten.

Soso...
"Ohne ausnahmsweise ab und zu mal einen Menschen zu erschie├čen und zu verbrennen halten die Deutschen die Umstellung nicht durch und verfallen wieder in alte Gewohnheiten."

Was f├╝r ein absurder Quatsch.

Gewissensveganer

Autor: Ricarda | Datum:
Da hat sich ein kluger Kopf mal wieder was tolles ausgedacht: den Gewissensveganer.

Zitat: Wann lag denn bei dir das letzte Mal ein W├╝rstchen auf dem Teller?!
Schon seit ├╝ber zwanzig Jahren nicht mehr. Ich mochte schon als Kind kein Fleisch, habe immer Knorpel und Fett wegoperiert, so dass meine Eltern mir eine Karriere als Chirurg prophezeiten.
Von daher war der Schritt zum Vegetarier f├╝r mich ganz normal. Ich w├╝rde mich sogar als Gewissensveganer bezeichnen, da ich au├čerdem darauf achte, vegane Ersatzprodukte wie Sojamilch oder Sahne zu verwenden.


Und um noch einmal ganz klar darzustellen, was einen Gewissensveganer so ausmacht:

Zitat: Na wenn du schon so weit bist, warum dann nicht den Schritt in ganzer Konsequenz machen?
Ich finde schon, dass Sojaprodukte beim Kochen anders sind. Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu bequem, diesen Schritt zu machen. Aber ich denke auch, dass es ein Lern- und Einsichtsprozess ist, sich an Dinge zu gew├Âhnen. Ein absolutes Richtig oder Falsch sollte es deshalb auch nicht geben. Obwohl es sogar Leute gibt, die w├╝rden sich nicht mal auf eine Ledercouch setzen. So sind wir nat├╝rlich nicht! Da soll jeder seine pers├Ânliche Entscheidung treffen.


Danach dann noch unsinniges Gebrabbel ├╝ber die Produkte, die man als Vegetarier oder Veganer ja so braucht.
Sojamilch etc. ist angeblich ein Luxusprodukt.

Zitat: Laut Studien geben die Deutschen europaweit am wenigsten f├╝r Lebensmittel aus.
Ja, wobei man nat├╝rlich beachten muss, dass sich mit einem Hartz-IV-Satz nicht mal billige Discounterware bezahlen l├Ąsst. Schlechte Ern├Ąhrung ist eindeutig ein Armutsproblem. Und ÔÇô polemisch gesagt ÔÇô der Staat unterst├╝tzt arme Menschen kaum und dann zwingt er sie noch, sich mit schlechtem Essen zu vergiften.

Hm, komisch. Mit weniger als Hartz IV kann man aber trotzdem in Discounter einkaufen und sich Sojaprodukte aus dem Biosupermarkt leisten. Wie passt das nur zusammen?

Wer sich noch mehr Unsinn durchlesen will:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/494930

Nur bl├Âd, dass es leider nicht reicht gesellschaftstechnisch schmerzfrei zu sein um die bescheuerten Beschreibungen in den Rezepten in seinen B├╝chern toll zu finden.

[Edit von Moderator: Quelle von Folgebeitrag angeh├Ąngt, diesen entfernt]

Re: Gewissensveganer

Autor: martin | Datum:

> Aber ich denke auch, dass es ein Lern- und
> Einsichtsprozess ist, sich an Dinge zu gew├Âhnen. Ein
> absolutes Richtig oder Falsch sollte es deshalb auch nicht
> geben.

Keine Einsicht = richtig? D.h. solange ein Kind noch nicht eingesehen/verstanden hat, da├č eins plus eins zwei und nicht f├╝nf ist, ist es richtig. Zu behaupten es sei falsch, w├╝rde ja "ein absolutes Richtig oder Falsch" voraussetzen. Achja, Kopf -> Wand.

Aber immer noch harmloser als die amerikanische "vegan plus"-Version: Tags├╝ber ern├Ąhrt man sich vegan und nachts darf man alles essen, was man will (also die ganze Palette Tierprodukte). Das setzt doch ganz neue Pseudo-Ma├čst├Ąbe.

Re: Gewissensveganer

Autor: bunbury | Datum:
martin schrieb:
>
> Tags├╝ber ern├Ąhrt man sich vegan und nachts darf man alles essen, was man will

Mach ich exakt genauso. ;o)

Als Veganer "darf man alles essen, was man *will*"

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> > Tags├╝ber ern├Ąhrt man sich vegan und nachts darf man alles
> essen, was man will
>
> Mach ich exakt genauso. ;o)

Und umgekehrt.

Achim

"Veganer bis 17 Uhr"

Autor: martin | Datum:

> Aber immer noch harmloser als die amerikanische
> "vegan plus"-Version: Tags├╝ber ern├Ąhrt man sich vegan und nachts darf man alles essen, was man will (also die ganze Palette Tierprodukte). Das setzt doch ganz neue Pseudo-Ma├čst├Ąbe.

Diesen Fall hat die taz unter obiger ├ťberschrift in einem Artikel ├╝ber Jonathan Safran Foers unveganes, Tierausbeutung verharmlosendes Buch "Tiere essen" aufgegriffen.
Zitat: "Ich verstehe, wenn jemand sagt, er liebe Fleisch, er k├Ânne nicht Vegetarier werden", sagt er. "Ich verstehe aber nicht, wenn jemand sagt, er k├Ânne nicht einmal die Woche weniger Fleisch essen." Er nennt den Gastrokritiker Mark Bittman von der New York Times. Der liebe Fleisch, m├╝sse es beruflich essen und sei "Veganer bis 17 Uhr" geworden, das beinhaltet Fr├╝hst├╝ck und Mittagessen. Darum gehe es: "Statt alles oder nichts - eine eigene Balance finden. Das bringt viele Menschen in die richtige Richtung - weg von der Fleischindustrie."

(taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2010/08/14/a0030&cHash=11befe6b60)

Abgesehen von den bezeichnenden Aussagen Foers allein in diesem kurzen Aussschnitt, wird sein Buch die Anzahl der Pseudo-Veganer wohl auch hierzulande erh├Âhen.

Im ├ťbrigen ist es besch├Ąmend und bezeichnend wie derzeitig diverse "Tierrechtsgruppen" Foers Buch bejubeln. Entweder haben sie sich nicht ├╝ber die Aussagen, die dort gemacht werden, informiert (dann handeln sie bedenklich dilettantisch) oder sie stimmen zu, dass ein "Verzicht" auf "Fleisch" nicht notwendig sei, sondern eine "Einschr├Ąnkung" ausreiche (dann sollten sie ├╝berdenken, sich Tierrechtler zu nennen).

''99% Vegetarier''

Autor: martin | Datum:
Passend zum Vorhergehenden (wenn auch mit Vegetarier statt Veganer, aber die "Logik" ist dieselbe):

"Meeres-Veganer"

Autor: martin | Datum:
"Veganer bis 17 Uhr" war schon grotesk genug. Trotzdem tauchen immer wieder Personen auf, f├╝r die der 1. April scheinbar ganzj├Ąhrig gilt.

Eine neue absurde Variante des Pseudo-Veganismus ist der "Meeres-Veganer", englisch "seagan" als Mischung aus "sea" und "vegan". (Gefunden hier.)

Das Urban Dictionary spricht von einem "Veganer, der auch Meeresfr├╝chte isst. Unterscheidet sich von einem Pescetarier insofern, dass er keine Eier oder Milch konsumiert." Letztendlich also trotzdem nur ein Pseudovegetarier.

Fische sind angeblich des ├Âfteren mit giftigen Schwermetallen belastet, die der geistigen Gesundheit sicher nicht zutr├Ąglich sind. Eine Erkl├Ąrung f├╝r solche Ph├Ąnomene w├Ąre es zumindest.

Pseudo-Vegetarier f├╝r die Umwelt

Autor: martin | Datum:
Zwar nicht auf Veganer, aber auf das "Fleischessen" an sich bezieht sich auch ein aktueller Artikel in der SZ ("Nicht Fisch! Nicht Fleisch!"), der nat├╝rlich zugegeben eine Steigerung zu ├╝blichen Zeitungsartikeln darstellt, aber dennoch einigen Unsinn enth├Ąlt wie die Trennung von "Fleisch und Fisch" oder "Fleisch als grandiose Energiequelle" und Evolutionsmotor (wof├╝r es weit mehr Gegenbelege als Best├Ątigungen gibt, siehe auch hier).

Letztendlich ist es jedoch nur ein weiterer Aufruf zur "Einschr├Ąnkung".
Zitat: Je schneller wir handeln, desto besser. Falls das nach einem Aufruf zum Vegetarismus klingt, ist das beabsichtigt. Doch auf die Gefahr hin, dass echte Vegetarier jetzt aufschreien: Wir w├Ąren auch mit Pescetariern zufrieden. Oder Flexitariern, Wochenendvegetariern also, die haupts├Ąchlich fleischlos leben oder immer wieder und dann manchmal eben doch nicht anders k├Ânnen als r├╝ckf├Ąllig zu werden. Alles ist besser, als so weiterzumachen.

Schei├čt auf Tierrechte, die ├ľkologie ist wichtiger. Argumentation mit der Umwelt ist, ich sagte es bereits, eine Sackgasse. Die Adaption, ├Âkologisch-korrekte Tierausbeutung, lie├č nicht lange auf sich warten.
Zitat: Wiewohl in den letzten Jahren immer mehr Menschen ihren Fleischverbrauch vor allem aus Gr├╝nden der eigenen Gesundheit reduziert haben, kann die Befindlichkeit unseres K├Ârpers nur als privates Argument f├╝r den Fleischverzicht gelten - abgesehen vielleicht von manch nicht unerheblichen Kosten f├╝r das Gesundheitssystem. Unser K├Ârper ist zwar f├╝r den Fleischgenuss ausgelegt - aber nicht in diesen Mengen.

Eben. Neben "Umwelt" ist auch "Gesundheit" als prim├Ąres Argument f├╝r Tierrechte unbrauchbar, wenn das wenigstens die Tierrechtler (sein Wollenden) verstehen w├╝rden, w├Ąre bereits ein Schritt gemacht.
Zitat: Um jede Verbesserung in der Viehhaltung muss gerungen werden, denn in der Massenproduktion von Fleisch und Fisch geht es um Profit, und wenn wir es nicht machen, dann macht es ein anderer.

Klingt eher nach Tierschutz, aber ├╝berraschenderweise bekommt die Autorin zum Ende noch die Kurve, erw├Ąhnt Gary Steiner als Veganer und gibt die, wenn auch ungewollte, Implikation, da├č wir einen neuen Abolitionismus brauchen.
Zitat: Wir k├Ânnten auch Abolitionisten, Suffragetten, Apartheid-Gegner fragen, wie sie begannen, die Gesellschaft zu ver├Ąndern.

Die (hier gemeinten) historischen Abolitionisten haben es vorgemacht, es nachzumachen (und Tierrechts-Abolitionismus zu betreiben), sollte nicht wesentlich schwieriger sein.
Erw├Ąhnenswert ist auch das hier:
Zitat: Wir k├Ânnten nach Indien schauen, wo K├╝he bis heute heilig sind. Eine der gro├čen anthropologischen Theorien erkl├Ąrt das damit, dass das Land schon vor dreitausend Jahren mit Hungersn├Âten k├Ąmpfen musste. Nur Bauern, die ihre K├╝he in solchen Zeiten nicht schlachteten, hatten sp├Ąter Milch und Pflugochsen. Nur sie ├╝berlebten. Die Priester kodifizierten diese ├ťberlebensstrategie zum Tabu. Es h├Ąlt bis heute.

Die K├╝he sind "heilig", damit sie besser ausgebeutet werden k├Ânnen, aus keinem anderen Grund. Soviel zu "tierfreundlichen Hindus/Buddhisten".

Milch ungl├╝cklicher K├╝he

Autor: martin | Datum:
Pseudos werden mehr, auch wenn sie sich selbst nat├╝rlich nicht so sehen. Das gilt f├╝r Vegetarier, wie dieses Exemplar:
Zitat: F├╝r viele ist es erst einmal eine private Entscheidung: WickedBunny ist DJane in Berlin, sie legt vor allem RnB, Hip-Hop und Pop auf. Und sie ist seit 13 Jahren Vegetarierin. ÔÇ×Damals habe ich mir klargemacht, dass das ein Tier ist, das ich da esseÔÇŁ, erz├Ąhlt sie. ÔÇ×Seitdem ist es mir total zuwider, in Fleisch zu bei├čen. Mir l├Ąuft es beim Gedanken kalt den R├╝cken runter.ÔÇŁ Ihr Grund vor allem: ÔÇ×Ich liebe Tiere total!ÔÇŁ Doch sie trennt ganz klar zwischen sich und anderen. F├╝r ihre Freunde haut sie auch gern mal ein Steak in die Pfanne. Denn f├╝r die 29-J├Ąhrige, die u.a. im GMF, im Spy Club und im Cookies auflegt und sogar eine eigene Radioshow hat, ist der Akt des Essens heilig. ÔÇ×Gemeinsam essen ist die h├Âchste Form der Geselligkeit. Und das ist am sch├Ânsten, wenn alle sich wohlf├╝hlen.ÔÇŁ Wenn jemand unbedingt Fleisch dazu braucht: Na gut.

Soweit geht die "Tierliebe" dann doch nicht.

Und es gilt f├╝r Pseudo-Veganern:
Zitat: Trends sind auch Angel ziemlich egal. Und es ist ihm auch egal, wenn andere ihm Vorhaltungen machen, wenn er seinen Veganismus nicht konsequent durchzieht. 16 Jahre war der 35-j├Ąhrige Grafiker und Projektleiter Vegetarier, und vor einigen Monaten hat er sich dann entschlossen, ganz auf Tierprodukte zu verzichten, also auch auf Milch, K├Ąse und Honig. Er ist Veganer. Oder, wie er lieber sagt, ÔÇ×Veganer in AusbildungÔÇŁ. Denn er macht Ausnahmen: Zum Siegess├Ąule-Interviewtermin bestellt er sich Kaffee mit einem Schuss Milch und ein St├╝ck Kuchen mit eindeutigem K├Ąsesahne-Anteil. Unvegan. Eine S├╝nde? ÔÇ×Ein Regelbruch, klar. Vielleicht komme ich jetzt in die H├ÂlleÔÇŁ, sagt er augenzwinkernd. Aber das ist der Punkt: Es geht eben nicht darum, sich selbst (oder anderen) Vorschriften zu machen. Genau das hat ihn fr├╝her bei Veganern eher abgeschreckt: ÔÇ×Deren Konsequenz macht Sinn, aber mich nervt das ebenfalls.ÔÇŁ
[...]
Der Schritt vom Vegetarier zum Veganer, also zum kompletten Verzicht auf Tierprodukte, war f├╝r ihn dann nur noch eine Frage von Stringenz, wie er sagt. ÔÇ×Ich bin grunds├Ątzlich gegen die Haltung und T├Âtung von TierenÔÇŁ, erkl├Ąrt Angel. ÔÇ×Was uns die Werbung vorlebt, ,gl├╝ckliche K├╝heÔÇÖ, das gibt es einfach nicht!ÔÇŁ, erkl├Ąrt er, um dann fast sch├╝chtern hinterherzuschieben: ÔÇ×Eigentlich setze ich mich wenig mit dem Thema auseinander.ÔÇŁ Vor zehn Jahren hat Angel mal einen Schlachthof angeschaut. ÔÇ×Das war beklemmendÔÇŁ, erinnert er sich. Er konnte ganz genau sehen, dass die Kuh beim Schlachten Angst hatte, dass sie ganz genau wusste, was gleich mit ihr passieren w├╝rde. Von da hat er das eindeutige Gef├╝hl mitgenommen: ÔÇ×Das ist eigentlich unerh├Ârt. Es m├╝sste eine Straftat sein.ÔÇŁ

(siegesaeule, Mai 2010)

Er ist also a) grunds├Ątzlich (!) gegen das T├Âten von Tieren; wei├č b), dass "gl├╝ckliche K├╝he" eine Illusion sind und findet c) das Schlachten von K├╝hen m├╝sste eine Straftat sein. Dann konsumiert er "augenzwinkernd" Produkte, f├╝r die a) Tiere get├Âtet werden, b) definitiv nicht von "gl├╝cklichen K├╝hen" stammen (da es sie nicht gibt) und dies m├╝sste c) eine Straftat sein, weil diese Tiere daf├╝r umgebracht wurden.

Hmm ja. Oder eigentlich nein. Kognitive Dissonanz kann zwar stark sein, aber in solchen F├Ąllen muss man sich wohl schon Sorgen um den Geisteszustand machen.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Hallo!
Zuerst einmal m├Âchte ich mich (oder vielmehr meine Essgewohnheiten) vorstellen: ich bin seit f├╝nf Jahren Vegetarierin und habe vor ungef├Ąhr einem halben Jahr begonnen, mich eingehender mit der Milch- und Eierproduktion auseinanderzusetzen, woraufhin ich nach l├Ąngerem Z├Âgern den Schritt zum Veganismus gewagt habe, oder zumindest zur veganen Ern├Ąhrung (ich besitze noch den einen oder anderen Wollpullover, au├čerdem unvegane Kosmetika).

Problem: ich hatte mich schon vorher als Volont├Ąrin in einem Wildlife-Projekt in S├╝dafrika angemeldet und als Ern├Ąhrung vegetarisch angegeben.
Die Mahlzeiten dort waren all inclusive, die n├Ąchste Einkaufsgelegenheit eine Dreiviertelstunde Fahrt entfernt (f├╝r mich also nicht erreichbar, da ich keinen F├╝hrerschein habe). Darum habe ich w├Ąhrend dieser Woche (mit schlechtem Gewissen, aber eben doch) "Ausnahmen gemacht".
Eine Mit-Urlauberin (omnivor) meinte dazu: "Dann k├Ânnen deine ├ťberzeugungen ja auch nicht so fest sein." Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich getroffen. Hatte ja auch einen gewissen Wahrheitsgehalt. Ein/e "wahre/r" Veganer/in h├Ątte wohl lieber gehungert oder sich notfalls nur von Toast mit Erdnussbutter ern├Ąhrt. Ich muss also besch├Ąmt eingestehen, dass ich nach den in diesem Forum herrschenden Standards wohl Pseudo-Veganerin bin.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Marco | Datum:
Hallo Elisabeth

Elisabeth schrieb:
>
> Erdnussbutter ern├Ąhrt. Ich muss also besch├Ąmt eingestehen,
> dass ich nach den in diesem Forum herrschenden Standards wohl

Diese "Standards herrschen" nicht nur in diesem Forum, sondern ├╝berall, wo Veganismus ernst genommen wird. Das Wort Veganismus bspw. wurde meines Wissens bei der Gr├╝ndung der Vegan Society in Gro├čbritannien definiert (vermeidbares Leid zu vermeiden).

> Pseudo-Veganerin bin.

Das kann man doch ├Ąndern, nicht?

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Es gibt durchaus als "vegan" deklarierte Foren, wo Veganismus weniger ernst genommen wird als hier (die werden hier auch teilweise sehr scharf kritisiert).

Deshalb z├Âgere ich auch, mich in dieser Umgebung als Veganerin zu bezeichnen. Es w├Ąre ja auch w├Ąhrend meines Urlaubs m├Âglich gewesen, Unveganes zu vermeiden, aber offenbar reichen meine Prinzipientreue und mein Mitgef├╝hl nur bis dorthin, wo der Hunger anf├Ąngt.
Jetzt bin ich zwar wieder vegan (und habe auch vor, vegan zu bleiben) und werde k├╝nftige Urlaube auch dementsprechend planen, aber reicht das? Oder sind nur diejenigen wahre Veganer, die auch in Krisensituationen nicht einmal im Traum daran denken w├╝rden, eine "Ausnahme zu machen"?

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Marco | Datum:
Elisabeth schrieb:
>
> planen, aber reicht das? Oder sind nur diejenigen wahre
> Veganer, die auch in Krisensituationen nicht einmal im Traum
> daran denken w├╝rden, eine "Ausnahme zu machen"?

Wenn Du mit "Krisensituation" wirklich hungern meinst oder die Gefahr, sich selbst zu schaden, w├╝rde ich mit nein antworten. Die Frage zielt aber leicht am Threadthema vorbei. Denn hier geht es um Leute, die sich als vegan bezeichnen, jedoch nicht vegan leben, obwohl es f├╝r sie problemlos m├Âglich w├Ąre.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: dom | Datum:
Vielen Dank, Du hast dem Veganismus einen grossen Dienst erwiesen. Dank Dir denken jetzt die Mit-Urlauber, dass Veganer immer nur dann vegan sind, wenn es gerade passt. "Ihhh, die Aepfel haben braune Stellen, dann esse ich eben das Kaesebrot."

Ich war fuer sechs Wochen in Namibia. Der naechste Laden war 1,5 Stunden mit den Auto weg und ich hatte kein Auto da und konnte drei Mal einkaufen. Ausserdem gibt es in Namibia nicht so viel Obst und Gemuese wie in Suedafrika. Trotzdem habe ich wissentlich nichts unveganes gegessen, denn diese Produkte sind fuer mich als Veganer keine Lebensmittel! Ich kaeme auch nicht auf die Idee Hundescheisse zu essen, nur weil sonst nur noch Obst zur Auswahl steht.
Ich habe in den sechs Wochen etwa 6 Kilo abgenommen, weil das Gemuese und das Obst, das ich dort bekommen habe auch nicht wirklich lecker war. Trotzdem waere ich nicht auf die Idee gekommen die Berge an Leiche, die die anderen konsumiert haben ebenfalls zu konsumieren.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Habe mich genau einer Mit-Urlauberin "geoutet", mit den Worten: "Zu Hause ern├Ąhre ich mich vegan." Normalerweise verschweige ich meinen Veganismus (oder Pseudo-Veganismus) eher, eben wegen dieses ganzen Drucks - ich will kein falsches Bild des Veganismus vermitteln.

Da bis vor einem halben Jahr Milchprodukte etc noch auf meinem Speiseplan standen, hat sich bei mir noch keine Hemmschwelle dagegen aufgebaut wie z. B. gegen Fleisch (das ich wirklich genausowenig essen w├╝rde wie Hundekot).
Im Falle von K├Ąsebrot und braunen ├äpfeln h├Ątte ich auch auf die ├äpfel zur├╝ckgegriffen, aber die gab es leider nicht zur freien Entnahme.

Ansonsten bewundere ich deine Konsequenz und Prinzipientreue - darf ich das ├╝berhaupt so schreiben? K├Ânnte ja sein, dass es sich nach "Veganismus ist Verzicht" anh├Ârt.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: martin | Datum:
> Ich muss also besch├Ąmt eingestehen,
> dass ich nach den in diesem Forum herrschenden Standards wohl
> Pseudo-Veganerin bin.

Da du dich auf diesen Thread zu beziehen scheinst, liegst du falsch. Hier geht es um solche Menschen, die Veganismus als Modeerscheinung praktizieren oder offensichtlich Unveganes konsumieren, obwohl sie ohne Probleme Alternativen h├Ątten. Dein Fall geh├Ârt nicht direkt dazu.

> Schritt zum Veganismus gewagt habe, oder zumindest zur
> veganen Ern├Ąhrung (ich besitze noch den einen oder anderen
> Wollpullover, au├čerdem unvegane Kosmetika).

Verbliebene, unvegane Gebrauchtsgegenst├Ąnde machen dich nicht automatisch zur Unveganerin. Im Vegan-Werden-FAQ gibt es dazu die exemplarische Frage nach alten Lederschuhen. Analoges gilt hier.

> Ein/e "wahre/r" Veganer/in h├Ątte
> wohl lieber gehungert oder sich notfalls nur von Toast mit
> Erdnussbutter ern├Ąhrt.

Das erste ist Unsinn, mit dem zweiten liegst du schon n├Ąher. Wie auch dom sagte, ist es kein Problem, sich f├╝r eine beschr├Ąnkte Zeit einseitiger als gewohnt zu ern├Ąhren. Ich nehme an, dass w├Ąre auch in deinem Fall m├Âglich gewesen, ohne hungern.

Zudem ist mir unklar, was du mit deinem Beitrag beabsichtigst. Du scheinst dich selbst mit dem "Pseudo-Veganer"-Status rechnen zu wollen, um Schuldgef├╝hlen besser begegnen zu k├Ânnen, da du ja eingesehen hast, dass dein Verhalten nicht richtig war. F├╝r so etwas wirst du hier wenig Gegenliebe finden.
Statt dir Schuldvorw├╝rfe zu machen, ist es wesentlich produktiver, zu analysieren, wo das Problem lag (hast du ja erkannt) und welche L├Âsungen es daf├╝r (z.B. f├╝r ├Ąhnliche Situationen in Zukunft) gibt. Allgemeine Anmerkungen wurden bereits gemacht; zuk├╝nftigt w├Ąre es nat├╝rlich besser, sich vorher zu informieren und ggf. Ratschl├Ąge einzuholen.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Liliales | Datum:

> Verbliebene, unvegane Gebrauchtsgegenst├Ąnde machen dich nicht
> automatisch zur Unveganerin. Im Vegan-Werden-FAQ gibt es dazu
> die exemplarische Frage nach alten Lederschuhen.

Kann mich da mal jemand aufkl├Ąren? Ich verstehe das irgendwie nicht so recht. Einerseits ist es dem Tier gleich, andererseits ist es doch geschmacklos? Was soll nun die Aussage sein?
Ich halte es ├╝brigens so, dass ich ein Paar Wanderschuhe weiterhin trage sowie andere Schuhe mit (mutma├člichem, ich habe damals nicht drauf geachtet) geringem Lederanteil. Ein anderes Paar Stiefel, dass sich nicht einlaufen l├Ąsst und dass ich nur des Aussehens wegen trug, trage ich nicht mehr, seitdem ich vegan bin.

> Zudem ist mir unklar, was du mit deinem Beitrag
> beabsichtigst. Du scheinst dich selbst mit dem
> "Pseudo-Veganer"-Status rechnen zu wollen, um Schuldgef├╝hlen
> besser begegnen zu k├Ânnen, da du ja eingesehen hast, dass
> dein Verhalten nicht richtig war. F├╝r so etwas wirst du hier
> wenig Gegenliebe finden.
> Statt dir Schuldvorw├╝rfe zu machen, ist es wesentlich
> produktiver, zu analysieren, wo das Problem lag (hast du ja
> erkannt) und welche L├Âsungen es daf├╝r (z.B. f├╝r ├Ąhnliche
> Situationen in Zukunft) gibt. Allgemeine Anmerkungen wurden
> bereits gemacht; zuk├╝nftigt w├Ąre es nat├╝rlich besser, sich
> vorher zu informieren und ggf. Ratschl├Ąge einzuholen.

Ich denke, sie versucht eher, auf die Frage zu antworten.
Wobei f├╝r mich die Antwort auf die Frage nicht direkt enthalten ist... Was ich herauslese ist: Ratlosigkeit und Bequemlichkeit.

Ich empfehle dir Elisbath, dich doch offener als Veganer zu "outen", eben damit der Druck in der Hinsicht gr├Â├čer wird...
Meinst du nicht auch?

''Altlasten''

Autor: martin | Datum:

> > Verbliebene, unvegane Gebrauchtsgegenst├Ąnde machen dich nicht
> > automatisch zur Unveganerin. Im Vegan-Werden-FAQ gibt es dazu
> >
> die exemplarische Frage nach alten Lederschuhen.
>
> Kann mich da mal jemand aufkl├Ąren? Ich verstehe das irgendwie
> nicht so recht. Einerseits ist es dem Tier gleich,
> andererseits ist es doch geschmacklos? Was soll nun die
> Aussage sein?

1. ist es dem Tier egal (Nicht-Verwendung hilft hier auch nicht weiter), 2. ist es geschmacklos und i.d.R. leicht zu ersetzen und 3. kann es negative Auswirkung haben. Was man also mit "Altlasten" macht, h├Ąngt davon ab, wie man diese Punkte gegeneinander aufwiegt (also 1. gegen 2. und 3.). Das ist von Situation zu Situation unterschiedlich.

> Ich denke, sie versucht eher, auf die Frage zu antworten.

Als Antwort auf die Frage passt das auch nur sehr bedingt.

> Ich empfehle dir Elisbath, dich doch offener als Veganer zu
> "outen", eben damit der Druck in der Hinsicht gr├Â├čer wird...
> Meinst du nicht auch?

Naja, es w├Ąre "sch├Âner", wenn man aus eigenen Prinzipien vegan w├Ąre und nicht wegen des Drucks von au├čen.

Re: ''Altlasten''

Autor: Liliales | Datum:

> 1. ist es dem Tier egal (Nicht-Verwendung hilft hier auch
> nicht weiter), 2. ist es geschmacklos und i.d.R. leicht zu
> ersetzen und 3. kann es negative Auswirkung haben. Was man
> also mit "Altlasten" macht, h├Ąngt davon ab, wie man diese
> Punkte gegeneinander aufwiegt (also 1. gegen 2. und 3.). Das
> ist von Situation zu Situation unterschiedlich.

Hmm, okay, dann hatte ich das ja in etwa richtig verstanden. Ich denke, es ist dann soweit okay, also ich laufe jetzt nicht im Alltag mit Lederschuhen rum, die Wanderschuche trage ich eben dann und wann mal im Gel├Ąnde, die Menschen, die da ggf. mit dabei sind, kennen meine Einstellung (und meine finanzielle Situation), sollte also hoffentlich kein Problem sein.

> > Ich denke, sie versucht eher, auf die Frage zu antworten.
>
> Als Antwort auf die Frage passt das auch nur sehr bedingt.

Deswegen ja "versucht" ;)

> > Ich empfehle dir Elisbath, dich doch offener als Veganer zu
> > "outen", eben damit der Druck in der Hinsicht gr├Â├čer wird...
> > Meinst du nicht auch?
>
> Naja, es w├Ąre "sch├Âner", wenn man aus eigenen Prinzipien
> vegan w├Ąre und nicht wegen des Drucks von au├čen.

Ja, nat├╝rlich, aber ich denke mal, das kommt dann mit der Zeit.. hoffe ich zumindest...

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Die Frage war "Warum Pseudo?" bzw warum Personen sich als VeganerInnen bezeichnen, die nicht vegan leben. Ich wollte erkl├Ąren, warum ich (die ich mich seit einem halben Jahr vorsichtig als Veganerin bezeichnet habe) Ausnahmen gemacht habe. Nat├╝rlich ist das keine allgemeing├╝ltige Antwort ;-)

Mit "Druck" meinte ich weniger den Druck, nichts Veganes zu konsumieren (der w├Ąre in meiner omnivoren Umgebung sowieso verschwindend gering), sondern den, Veganismus positiv (oder zumindest eindrucksvoll) zu pr├Ąsentieren. Pr├Ąsentationen sind nicht gerade meine St├Ąrke, und nach meinen Motivationen f├╝r vegane Ern├Ąhrung gefragt stottere ich meistens nur herum (obwohl ich nat├╝rlich die Argumente daf├╝r kenne), besonders, wenn ich von mehreren Omnis und/oder Vegetariern umringt bin, die die Diskussion mit "Also das ist mir zu extrem" oder "Das k├Ânnte ich nicht" er├Âffnen. (Die k├╝rzesten Antworten darauf kommen leider sehr aggressiv r├╝ber.)

Bill Clinton, der vegane Fischesser

Autor: Kr├╝mel | Datum:
Bill Clinton ern├Ąhrt sich "vegan". Und vermutlich pflanzt er die Fische, die er isst, selbst im Garten an...

[url]http://www.veganblog.de/2010/12/29/bill-clinton-uber-seine-vegane-ernahrung/
[/url]

[Bildlink korrigiert - Mod]

Zitat: After telling the world he's now embracing a vegan diet, animal rights activist group PETA has named Bill Clinton its 2010 Person of the Year.

http://bltwy.msnbc.msn.com/politics/bill-clinton-named-petas-person-of-the-year-1670000.story

Fisch ist dann wohl Peta-vegan?

Wurst-und-Fisch-Veganer Paul Watson

Autor: martin | Datum:
Paul Watsons Umwelt- und Artenschutzorganisation "Sea Shepherd" wird gerne mit Tierrechten in Verbindung gebracht. Unter anderem mit dem Hinweis, er w├Ąre Veganer und an Bord (was gleichzeitig hei├čt: sonst nicht) w├╝rde nur vegan gegessen werden. Beides falsch.
Zitat: So ist es eine Wahrheit, dass alle Schiffe von Sea Shepherd strikt alkoholfreie Zonen sind, eine andere, dass es montags eben doch Bier gibt. Eine Wahrheit ist, dass Paul Watson Veganer ist, eine andere, dass er auf dem Helikopterdeck hin und wieder eine Wurst grillt und beim Landgang auch nichts gegen Oktopus-Salat einzuwenden hat. Die Welt ist kompliziert. Man muss pragmatisch bleiben.

http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/70009.html?p=3

"Pragmatisch" oder eben doch opportunistisch. In diesem Fall bedeutet das vor allem: unvegan.

Re: Wurst-und-Fisch-Veganer Paul Watson

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Noch mehr Unveganismus Watsons:

Zitat: Watson schiebt sich tiefer in seinen Stuhl. Jetzt, da das Leder ihn wie selbstverst├Ąndlich umschlie├čt, wird klar, dass es sein Sessel ist. (a.a.O., meine Hervorhebung)


Wieso er nicht vegan ist? Ganz einfach, seine Motivation ist keine ethische, sondern der pure Egoismus einer Ausbeutergesellschaft:

Zitat: Darf man sich und andere in Lebensgefahr bringen wegen ein paar Fischen oder Walen? Wie weit darf Umweltschutz gehen? Watson hat l├Ąngst gelernt, bei dieser Frage die Fassung zu wahren: "Es geht doch nur vordergr├╝ndig um die Tiere. Wenn der Ozean stirbt, dann sterben wir auch." Tats├Ąchlich produzieren die Meere nicht nur Nahrung - die Menschheit entnimmt ihnen knapp 90 Millionen Tonnen Fisch und andere Meerestiere im
Jahr. Ozeane absorbieren auch ein Viertel des weltweiten CO2-Aussto├čes, wenn sie intakt und voller Leben sind. (a.a.O., meine Hervorhebung)


Achim

Re: Anekdoten

Autor: Kevin Beile | Datum:
Hallo alle zusammen,

ich bin nun schon seit knapp 25 Jahren Veganer. Und in einer Gro├čstadt wie Berlin trifft man da zum Gl├╝ck viele Gleichgesinnte(Ich richte auch einen monatlichen Veganer-Stammstisch aus). Aber in den letzten Jahren, das ist freilich nicht repr├Ąsentativ, habe ich das Gef├╝hl, dass die "Pseudos" immer zahlreicher werden. Keine Ahnung ob das daran liegt dass Veganismus gerade "in" ist oder die Menschen trotz gr├Â├čerer Informationsfreiheit, diese nicht zu nutzen wissen.

Ab und zu bringt ein Freund/in oder Bekannte/r einen neuen Veganer mit in die Runde ein. Ich bin nat├╝rlich immer hocherfreut. Musste aber, wie oben angedeutet, feststellen, dass es sich immer ├Âfter gar nicht um Veganer handelt. Sie m├Âgen zwar auf tierische Lebensmittel verzichten, aber gehen dann erstmal sch├Ân eine rauchen. Oder kommen mit dem Auto vorbei. Wenn man das vorhandene Informationsdefizit(Zigaretten gibt es nicht vegan, Auto auch nicht), dann kommen die gleichen Ausreden, die man sich so ├Ąhnlich auch von Leichenfressern anh├Âren darf!
"Ja, bin halt s├╝chtig."
"Schmeckt doch so gut."
"Kann nicht ohne."
Exakt das gleiche "Diskussionsschema" welches eben Tierm├Ârder aller couleur pflegen.

Ich brauche wohl nicht erw├Ąhnen das solche Personen dann nicht mehr eingeladen sind. Sie schaden dem Ansinnen mehr als jeder andere Tierm├Ârder. Bei dem Gedanken, dass diese Menschen auch noch behaupten Tierrechtler zu sein w├Ąhrend sie eben diese ausbeuten...ich werde bei dem Gedanken wieder leicht "emotional". ;)

Das wollte ich nur mal zum Thema "Pseudos" loswerden.


Gr├╝├če

Kevin Beile

Re: Anekdoten

Autor: fritz1 | Datum:
> ...(Zigaretten gibt es nicht vegan, Auto auch
> nicht)...

Ich bin nun offenbar ein informationsdefizit├Ąrer Pseudoveganer. Kann mir jemand erkl├Ąren was an Autofahren unvegan sein soll? Ich rauche nur selten, wenn eine Zigarette die Runde macht, mal mit. Was ist daran falsch, wenn man niemanden passivrauchen l├Ąsst, der an einem fr├╝hen Tod uninteressiert ist?