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Tierrechtskochbuchforum:
Sojaprodukte selber herstellen?

Anzahl Beitr├Ąge in diesem Thread: 5

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Sojaprodukte selber herstellen?

Autor: Annie | Datum:
Kann man eigentlich Sojaprodukte selbest herstellen weil sowas ist im laden manchmal sogar doppelt so teuer wie nicht veganische produkte. Und meine mutter meinte sie wird das nicht mehr lange finazieren wollen. kauft ihr veganische produkte (joghurt, bgrotaufstrich) oder macht ihr sowas auch selber?

Re: Sojaprodukte selber herstellen?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Annie schrieb:

> Kann man eigentlich Sojaprodukte selbest herstellen

Ja. Das Tierrechtskochbuch und die Suchfunktion sollte hier einige Ergebnisse abwerfen.

> weil
> sowas ist im laden manchmal sogar doppelt so teuer wie nicht
> [vegane, AO] produkte.

Es hei├čt "vegane Produkte", nicht veganisch.

Wenn von "teuren veganen Produkten" die Rede ist, sind meistens Fertigprodukte gemeint die im Bioladen erh├Ąltlich sind - dort ist aber alles bis zu 50% teurer. Durch die Verwendung von frischen Grundnahrungsmitteln und eben die eigene Herstellung von z. B. Aufstrichen usw. kehrt sich das ganze jedoch um und die veganen Gerichte werden wesentlich g├╝nstiger.

> Und meine mutter meinte sie wird das
> nicht mehr lange finazieren wollen.

Was konkret will "sie nicht mehr lange finanzieren"? Vollkornbrot, Nudeln, Gr├╝nkohl, Tomaten und N├╝sse? Tofu kostet 95 Cent f├╝r 400 Gramm beim Asialaden, wenn sie _das_ nicht mehr finanzieren will, solltest Du Kontakt mit dem Jugendamt aufnehmen! Sojamilch gibt es auch schon im regul├Ąren Supermarkt f├╝r 89 Cent, womit hat sie also ein Problem?

> kauft ihr [vegane, AO]
> produkte (joghurt, bgrotaufstrich) oder macht ihr sowas auch
> selber?

Mal so mal so.

Re: Sojaprodukte selber herstellen?

Autor: daniela | Datum:
es ist sch├Ân und gut wenn man vieles selbst macht, das machen wir auch, aber ich finde es wichtig dass man auf quali├Ąt achtet. wenn ich tofu im asia laden kaufe, f├╝r 89 cent oder was auch immer, dann habe ich - f├╝r meine ansicht - keinen einwandfrei ethisch vertretbaren tofu. mir ist es wichtig dass meine sojabohnen aus regionalem bio anbau kommen und lieber gebe ich mehr geld aus und verzichte daf├╝r auf andere sachen als billig tofu zu kaufen, der von riesen sojaplantagen kommt und vielleicht noch gentechnisch ver├Ąndert ist etc..

ist meine meinung dazu :)

liebe gr├╝├če von
daniela

Identit├Ątskr├╝cke ├ľko-Elitarismus als Privilegiend├╝nkel

Autor: Ava Odoemena | Datum:
daniela schrieb:

> es ist sch├Ân und gut wenn man vieles selbst macht, das machen
> wir auch, aber ich finde es wichtig dass man auf quali├Ąt
> achtet.

Eine, Verzeihung, wirre Aussage. Schlie├člich implizierst Du damit, dass Selbstgemachtes keine Qualit├Ąt haben kann. Dabei ist oft genau das Gegenteil wahr: Selbstgemachtes hat eine bessere Qualit├Ąt als eine Massenkonsumware.

> wenn ich tofu im asia laden kaufe, f├╝r 89 cent oder
> was auch immer, dann habe ich - f├╝r meine ansicht - keinen
> einwandfrei ethisch vertretbaren tofu.

Aha. Wurden die Asialadensojabohnen nicht artgerecht geschlachtet oder wie? Kannst Du diese Ansicht auch begr├╝nden, oder soll man warten bis sie von selbst initialz├╝ndet um dann das Weltall zu erhellen?

> mir ist es wichtig
> dass meine sojabohnen aus regionalem bio anbau kommen und
> lieber gebe ich mehr geld aus und verzichte daf├╝r auf andere
> sachen

Ich freue mich nat├╝rlich f├╝r Dich, dass Du ├╝ber Geld verf├╝gst welches Du in teueren Tofu investieren kannst - dessen Ursprungspflanze, das gibt jetzt vielleicht einen kleinen Knick in Deiner Ethik - mit F├Ąkalien aus versklavten Tierpersonen ged├╝ngt wurde. Nur, w├Ąhrend Du Dich auf dieses vermeintliche Podest stellst, solltest Du nicht ignorieren dass es Leute gibt, auch in Deutschland, deren Kalorienbudget 100 Euro und weniger im Monat betr├Ągt. Es ist also eine Sache sich selbst auf die Kiste zu stellen, es ist eine andere Sache die bessere Aussicht zu missbrauchen um anderen ins Gesicht zu treten anstatt rational begr├╝ndete Kritik an der Landwirtschaftspolitik der Agrarwirtschaft vorzutragen.

Es steht nat├╝rlich au├čer Zweifel, dass veganer (nicht bio!) Anbau mit pflanzlich basierter Kompostd├╝ngung die intelligenteste Form darstellt mit Ressourcen umzugehen angesichts der Tatsache dass D├╝nger auf fossilen Energietr├Ągern basiert. Aber dies ist doch bitte der Agrarwirtschaft anzulasten und nicht Konsumenten, die nicht in Biol├Ąden einkaufen (k├Ânnen). Gegen internationalen Handel als Struktur an sich ist ├╝brigens nicht das geringste einzuwenden, wenn fossile Energietr├Ąger, Kunst/F├Ąkald├╝nger und Chemikaliennutzung gegen nachhaltigen veganen Anbau und nachwachsende Energie ausgetauscht wurde schon gleich gar nicht.

> als billig tofu zu kaufen, der von riesen
> sojaplantagen kommt

├äh, wenn alle die im Moment den widerlichen Billigtofu von den Ausl├Ąndern kaufen, die Wahrheit erkennen und auf edlen, reinen, lokal von teutschen Elfswesen und netten Kobolden angebauten Biotofu umsteigen - werden die dazu ben├Âtigten Agrarfl├Ąchen nicht zwangsweise auch riesig? Daran schon mal, Achtung jetzt kommts: gedacht? Und womit d├╝ngen wir die riesigen Bioplantagen dann? Ich habs! Lasst uns einfach auf der gesamten Mondoberfl├Ąche eine H├╝hnerbiobodenhaltung bauen, deren Kacke, Blut und Federn k├Ânnen wir dann mit Raketen vom Mond direkt auf die Biofelder schie├čen. Selbstverst├Ąndlich Satelliten gest├╝tzt, schlie├člich soll die Fracht nicht im Vorstadtvorgarten von Schmidt-Willekes landen.

Ich entschuldige mich f├╝r den Sarkasmus. Meine ├ťberschrift verr├Ąt ja schon, warum mich derart Gedankenlosigkeit ver├Ąrgert.

> und vielleicht noch gentechnisch
> ver├Ąndert ist etc..

Ach, wenn Konsumenten durch kriminelle Machenschaften hintergangen werden, dann lastest Du dies den Konsumenten, also den Opfern an?

> ist meine meinung dazu :)

Sch├Ân, dann freue ich mich ja schon direkt auf die Argumente, die kommen ja sicher noch hinterher. Wozu eigentlich der Gremlin dahinter, war da irgendwo Humor verborgen der mir entging?

Aber kommen wir mal zur Sache...

Die Regionalbiohysterie, also die gewollte Vernichtung des internationalen Handels der als Ressourcenverteilung einer der Grundlagen der Kommunikation und V├Âlkerverst├Ąndigung eine bedeutende Rolle zukommt, treibt immer groteskere Ausw├╝chse:

Zitat: Wirtschaft und Arbeit sind mit den Interessen des Naturschutzes grunds├Ątzlich vereinbar. Regionale Kreisl├Ąufe, heimische Qualit├Ątsprodukte, nationale und regionale G├╝tesiegel schaffen Produktsicherheit und sichern langfristig Arbeitspl├Ątze. Jedes Produkt, das in unserem Land hergestellt wird, st├Ąrkt nicht nur die Wirtschaft, sondern spart unn├Âtige Verkehrswege und Energie. Die deutsche Land- und Forstwirtschaft ist von einer besonderen Nachhaltigkeit gepr├Ągt. Daher d├╝rfen heimische Lebensmittel und nachwachsende Rohstoffe nicht durch Billig-Importe aus dem Ausland ersetzt werden.


Nein, das stammt etwa nicht von den Gr├╝nen, sondern von der NPD. Wie der Zufall es will, hatte ich diesen Beitrag begonnen, musste zwischendurch zum Supermarkt wo im Zuge des Wahlkampfs jemand einen Karton mit Flugbl├Ąttern direkt am Eingang "vergessen" hatte, den ich dann angemessener Weise gleich dorthin entsorgt habe, wo er hingeh├Ârt, in die M├╝lltonne.

Selbstverst├Ąndlich durften, wenn man schon mal dabei ist, auch Tierschutzphrasen nicht fehlen:

Zitat: Zum Schutz der Natur geh├Ârt auch der Schutz des Tieres und der Erhalt der Artenvielfalt in der Tier-und Pflanzenwelt. Die Verhinderung von Tierqu├Ąlerei (z.B. Sch├Ąchten) und das Verbot von unn├Âtigen Tierversuchen [als ob es n├Âtige Tierversuche g├Ąbe, AO] f├╝r die Kosmetikindustrie und ├╝berfl├╝ssige Pharmaprodukte ist eine menschliche Selbstverst├Ąndlichkeit.


Mal gespannt ob die UL-Apologeten nun auch NPD w├Ąhlen: "Weil, die sind doch f├╝r die Tiere!" "Freut euch doch dass es eine Partei gibt die gegen Tierversuche ist!"

Nun, wie kommt so eine Partei denn auf solche Ideen? Ganz einfach, sie haben erkannt dass bei Leuten die sich an der Bio-Gruppenphantasie beteiligen, sich ein offensichtlich nicht unwesentlicher Anteil Personen befindet, die Bio als Elit├Ąr-Selbstabgrenzung und somit Privilegiend├╝nkel betreibt, also faschistoide Grundz├╝ge beheimaten. Auf diesem "Substrat" kann die NPD nat├╝rlich relativ einfach pilzartig hineinwachsen, denn dieses Substrat leistet wenig Widerstand, weil es zwischen den Pers├Ânlichkeitsgrundstrukturen (oder Abwesenheit davon) zu viele Parallelen gibt.

Versteht mich nicht falsch. Gegen (vegane) Bioprodukte ist nichts einzuwenden, gegen manche Grundmotivation derer, die sie kaufen allerdings schon. Denn denen geht es prim├Ąr um die Abgrenzung vom "P├Âbel der Billigm├╝ll" kauft, was fr├╝her der Sekt und die Krebsleiche war, ist heute ein Wandschrank voll mit fair gehandelten Bioprodukten.

Wohin das f├╝hrer, ups, f├╝hren kann, und welche Ironie es beinhaltet wenn linke Globalisierungsgegner erkennen m├╝ssen dass sie das trojanische Pferd geliefert haben mit dem Extremrechts in die Mitte eindringt, zeigt die pl├Âtzliche Entdeckung des Umwelt-u. Tierschutzes der NPD.

Re: Identit├Ątskr├╝cke ├ľko-Elitarismus als Privilegiend├╝nkel

Autor: daniela | Datum:
hallo du :)

ich habe weder zeit und lust auf eine diskussion (mag mir auch nicht das ganze durchlesen) - nur soviel dazu: wir pflanzen vorwiegend alles selbst an (weil eben nicht soviel geld vorhanden um alles teuer zu kaufen) und die paar sachen die ich nicht einmache, einkoche, die wir nicht selbst herstellen, kaufe ich bio, weil es wichtig ist, keine gentechnik zu unterst├╝tzen, keine menschen die f├╝r einen hungerlohn arbeiten m├╝ssen etc.

tut mir leid dass ich keine zeit f├╝r eine diskussion habe, ich hoffe aber du verstehst was ich meinte..sollte dies falsch r├╝bergekommen sein!

liebe gr├╝├če von
daniela