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Tierrechtsforum:
Rechtfertiguungen eines Pelzhauses

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Rechtfertiguungen eines Pelzhauses

Autor: Lisa | Datum:
Sehr geehrte ...,
hier ein paar Gedanken von mir bez├╝glich Tier -und Artenschutz und unsere Rolle als K├╝rschner dabei.
Es ist bestimmt sinnvoll, die beiden Begriffe zu trennen.

Artenschutz (bezieht sich auf den Schutz bedrohter Tierarten und nicht auf das Schicksal einzelner Tiere):

Es gibt kaum ernstzunehmende Arten - oder Umweltsch├╝tzer, die die Pelzbranche angreifen.
Dies h├Ąngt damit zusammen, dass wir K├╝rschner schon immer nur die 'Zinsen der Natur' genutzt haben.
Wir arbeiten mit einem nachwachsenden Rohstoff, sei es nun Leder oder Pelz. Das bedeutet, wir beuten keinen unwiederbringlichen Rohstoff der Erde (wie z.B. Erd├Âl) aus. Aus diesen Tierh├Ąuten stellen wir ausschlie├člich Produkte her, die jahrzehntelang gebraucht werden k├Ânnen und die danach wieder vollst├Ąndig recycelt werden k├Ânnen.
Dies bedeutet wir bedrohen weder unsere Umwelt noch die Artenvielfalt. Im Gegenteil, wir f├Ârdern sie sogar, da wir nicht daran interessiert sind, unser Material selbst zu dezimieren.
In den letzten 100 Jahren sind unz├Ąhlige Arten von V├Âgeln, Schmetterlinge, Fische, Schlangen usw. ausgestorben - jedoch kein einziges Pelztier.

Tierschutz (bezieht sich auf das Schicksal einen einzelnen Tieres, unabh├Ąngig von der Art):

Seit einigen Jahren schon werden wir stark von bestimmten Organisationen, wie z.B. PETA, angegriffen. Diese Angriffe richten sich gegen uns als kleine Branche mit wenig Lobby und werden mit einem riesigen finanziellen Aufwand gef├╝hrt (mit Tierschutz l├Ąsst sich n├Ąmlich auch viel Geld verdienen).
Diese radikalen Organisationen bedienen sich immer wieder Halbwahrheiten oder sogar L├╝gen (z.B. H├Ąuten bei lebendigem Leib, oder das brutale Eintreten des Brustkorbs), um die Bev├Âlkerung negativ zu beeinflussen.
Aber wir wollen ja sachlich argumentieren.
Die von uns verarbeiteten Tiere lassen sich in vier Kategorien einteilen:

1. Nutztiere (z.B. Persianer, L├Ąmmer und Ziegen)
Diese Gruppe macht allein schon ca. die H├Ąlfte unseres Bedarfs aus. Hierbei wird kein einziges Tier des Felles wegen geschlachtet, sonder rein wegen des Fleischbedarfs. Anstatt jedoch die Haut des Tieres wegzuwerfen oder zu verbrennen, wird sie einen sinnvollen Nutzung zugef├╝hrt.

2. Sch├Ądlinge (z.B. Bisam, Nutria, Rotfuchs)
Diese Tiere werden vom Menschen nicht wegen des Felles gejagt, sondern weil eine ├ťberpopulation als sch├Ądlich angesehen wird.
So r├Ąubert der australische Rotfuchs z.B. gegen bedrohte Beuteltiere, die sich rasend vermehrende Bisamratte untergr├Ąbt z.B. Flussufer und Deiche.
Auch ohne die Pelzbranche w├╝rde der Mensch diese Tiere auf einem bestimmten Niveau halten.

3. Zuchttiere (z.B. Nerz)
Diese Tiere werden tats├Ąchlich wegen ihres sch├Ânen Felles gez├╝chtet. Dabei ist die Intention des Z├╝chters nat├╝rlich, dass seine Felle besonders sch├Ân sind.
Dies gelingt ihm jedoch nur dann, wenn seine Tiere frei von k├Ârperlichem und seelischem Stress leben k├Ânnen.
Wenn Sie selbst ein Haustier haben wissen Sie, dass die Sch├Ânheit des Felles durchaus ein Ausdruck f├╝r das Wohlbefinden des Tieres ist.
Die Z├╝chter und wir als Weiterverarbeiter haben dann nat├╝rlich eine Verantwortung gegen├╝ber dem Tier. Dies beginnt beim Futter, ├╝ber die K├Ąfige bis hin zum stressfreien T├Âten (dabei ist Gas mit seiner einschlafenden Wirkung anerkannt absolut schmerzfrei).
Dieser Verantwortung stellen wir uns auch und es gibt wissenschaftliche Gutachten, die belegen, dass die gez├╝chteten Nerze viel artgerechter leben als alle anderen Zuchttiere, wie z.B. Schweine, Rinder, oder gar H├╝hner.
Nat├╝rlich kann bei der Vielzahl der Z├╝chter auf der ganzen Welt, nicht ausgeschlossen werden, dass eine Minderheit davon mit seinen Tieren unsachgem├Ą├č umgeht.
Aber machen Sie den Metzger an Ihrem Ort daf├╝r verantwortlich, wenn irgend ein Rinderz├╝chter in Argentinien seine Tiere falsch behandelt?

4. Tiere aus der Jagd (z.B. Waschb├Ąr, Biber)
Diese Tierarten machen nur noch ca. 10% unseres Bedarfs aus.
Diese Tiere werden in unzug├Ąnglichen Gegenden gejagt, meist von einheimischen V├Âlkern (z.B. die Indianer in Kanada oder die Eskimos in Gr├Ânland), weil dieses Trapping ein sehr entbehrungsreiches Leben fordert.
Diese Trapperfamilien ├╝ben ihren Beruf meist schon ├╝ber viele Generationen aus und leben viel naturverbundener als wir Stadtmenschen.
Diesen Leuten absichtliche Tierqu├Ąlerei vorzuwerfen ist absurd. Ich bin ├╝berzeugt, kein einziger sogenannter Tiersch├╝tzer, der solche Greuelm├Ąrchen verbreitet ist jemals mit einem Trapper ├╝ber Wochen eine Fallenstrecke abgegangen.


So, ich hoffe meine Gedanken haben Sie ein wenig nachdenklich gemacht.
Bevor Sie Mitmenschen oder ganze Branchen so angreifen, sollten Sie sich beide Seiten anh├Âren und sich erst dann Ihre Meinung bilden.

Mit freundlichen Gr├╝├čen,
Andreas Schad

argh

Autor: Mad Caddy | Datum:
Was verdammt hat die verachtende Propaganda eines Tierausbeuters hier zu suchen??

Know thy enemy

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
>Was verdammt hat die verachtende Propaganda eines Tierausbeuters hier zu >suchen??

Lisa hatte mir den Txt gemailt, den sie von eben diesem Propagandisten erhalten hatte. Der Text ist eine sehr sch├Âne Darstellung der ├╝blichen Propaganda und damit m.E. eine gute Grundlage f├╝r Entgegnungen. Daher hatte ich sie darum gebeten, das hier zu ver├Âffentlichen.

Daraus lassen sich beispielsweise entsprechende Flugbl├Ątter oder ein FAQ entwickeln.

Achim