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Tierrechtsforum:
tierschutzgestze sinnvoll? diskussionsinput

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 19

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tierschutzgestze sinnvoll? diskussionsinput

Autor: Flux | Datum:
hi,

seit dem inkrafttreten des österreischischen bundertierscutzgestzes anfang 2005 ist der verkauf von hunden und katzen in österreichischen zoofachgeschäften verboten.

ein mitarbeiter der wirtschaftskammer beklagt in der heutigen wiener u bahn zeitung 'heute', dass die umsätze der zoo geschäfte seither um 40 % gesunken sind und 60 läden alleine in wien zusperren mussten.

in der kurzen zeit effektiver als die beste alf kampagne, oder?

in bezug auf tierschutz als taktisches zwischenziel,..

ich erwarte mir kritische antworten

:-)

lg fluxi

Dealerumlagerung sinnvoll? Wohl kaum

Autor: Achim Stößer | Datum:
> in der kurzen zeit effektiver als die beste alf kampagne, oder?

Ich weiß zwar nicht, was eine "alf kampagne" sein soll, ist aber auch relativ irrelevant, da ALF ja bekanntlich Tierausbutung (Vegetarier) toleriert und somit nicht mit Tierrechten zu tun hat.

Die Effektivit√§t ist ziemlich exakt 0 (null, nada, niente). Was, bitte, n√ľtzt es den Hunden, wenn sie jetzt statt in den Zoohandlungen bei Hinterhofz√ľchtern gekauft werden?

Denn da√ü nat√ľrlich dadurch keinerlei Bewu√ütseinswandel - dahingehend, da√ü die Leute eben kein Hunde mehr "haben", "besitzen" wollen - eintritt, sollte wohl selbst Tiersch√ľtzern klar sein, so offensichtlich ist es. Und damit geht die "Nachfrage" nach der "Ware Hund" eben nicht zur√ľck. Dto. Katzen.

Effektiv sind daher auch hier nur Vorgehensweisen (ob nun "Kampagnen" oder was auch immer, Tierrechtsarbeit eben), die einen solchen Bewußtseinswandel auslösen.

N√§heres dazu in zahlreichen Beitr√§gen hier im Forum etliche Male durchgekaut. Suchfunktions-Stichworte f√ľr den Anfang: Effektivit√§t, Strategien, Kampagne, Prohibition, Gesetze usw. usw.

Auch dieses Beispiel zeigt also (wie "C&A-Kampagne", "Käfigverbot" usw. usw. usw.) daß der reformistische Ansatz von vorneherein zum Scheitern verurteilt ist.

Achim

Re: Dealerumlagerung sinnvoll? Wohl kaum

Autor: Flux | Datum:
ich hab meine antwort mal auch hierreinkopiert, ist die selbe wie bei trforen de

glaubt ihr wilklich, dass es 0 % spontan k√§ufe gibt? wie w√ľrdet ihr das beweisen (studien, konsummodelle,...)??

------

nat√ľrlich m√∂glich , vermutlich zumindest zu einem teil.

allerdings ist es beim 'kauf' von baby katzen und hunden ja oft nicht so, dass der vorsatz da ist, mensch vergleicht preis und leistung und kauft dann.

situationen wo mensch einfach so ins gesch√§ft geht um mensch sich von den s√ľssen babyaugen nicht trennen kann und das arme tierchen dann mitnimmt, weil es so s√ľss ist, kommen sicher auch vor. ich behaupte sogar gerade tierhandlungen arbeiten gerade mit diesen psychotricks, und das vors√§tzlich.
insfern w√ľrden bei diesen k√§ufen 'spontan √ľberrumpelungsk√§ufen' das angebot die nachfrage mitbeeinflussen.
werden einige nicht √ľberrumpelt, kaufen sie anstatt spielzeug,...?



könnte dagegen eingewändet werden,...


das z√ľchter und konsumenten auch bearbeitet werden sollten, ist eh klar, aber sowas als sch√ľtzenhilfe?

lg flux

Re: Dealerumlagerung sinnvoll? Wohl kaum

Autor: Tanja | Datum:

> glaubt ihr wilklich, dass es 0 % spontan käufe gibt? wie
> w√ľrdet ihr das beweisen (studien, konsummodelle,...)??

Spontank√§ufe k√∂nnen auch woanders stattfinden, allerdings w√ľrde ich diese bei Hunden und Katzen doch als sehr gering einstufen da es da ja doch gleich noch einges an "Zubeh√∂r" braucht.

Deine restl. Ausf√ľhrungen verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz, wei√ü jetzt nicht, an wem von uns beiden das liegt. ;-)

Tanja

"Erfolge", die keine sind

Autor: Achim Stößer | Datum:
Tanja schrieb:
>
>
> > glaubt ihr wilklich, dass es 0 % spontan käufe gibt? wie
> > w√ľrdet ihr das beweisen (studien, konsummodelle,...)??
>
> Spontankäufe können auch woanders stattfinden, allerdings
> w√ľrde ich diese bei Hunden und Katzen doch als sehr gering
> einstufen da es da ja doch gleich noch einges an "Zubehör"
> braucht.

Er meint mit "spontan" wohl eher, da√ü jemand so durch die Fu√üg√§ngerzone schlendert und sich einen Pullover kaufen will und dann im Zoogesch√§ft quasi versehentlich ein H√ľndchen mitnimmt. Aber davon abgesehen, da√ü das, wie Du sagst, bei Hunden und Katzen eher unwahrscheinlich ist (typisch ist eher jemand, der sich entschlie√üt, einen passenden Hund - mu√ü handlich sein, geeignet f√ľr die Besuche der 3j√§hrigen Enkelin und farblich zum Sofa passen - sucht, also wird "Mein Hund" oder "Tier und Wir" oder "Herz f√ľr Tiere" gekauft und katalogartig ein d√§nischer Spitzterrier "ausgesucht", der dann besorgt wird) werden die, die sich tats√§chlich "versehentlich" in sein Zoogesch√§ft verirern, wenn's da keinen Hund und keine Katze gibt halt ein Hoppelh√§schen spontankaufen ...

So ist das mit all den tollen "Erfolgen", ob nun "Legehennenk√§figverbot" (mehr Opfer) oder "Antipelzkampagne" (Fell statt "Pelz") oder "Fuchsjagdabschaffung in England" (reine Spiegelfechterei) oder "Versuchstierfarmschlie√üung" (in Wahrheit Umwandlung in Rindermord) - wie Christen beim "lieben" Gott, die sich weiter an ihren Weihnachsmannf√ľrkalendarischerwachsene klammern, verschlie√üen sie die Augen vor den Fakten und verbrennen lieber die Ketzer, als da√ü sie endlich zur Kenntnis nehmen, da√ü all diese tiersch√ľtzerischen Ref√∂rmchen bestenfalls nichts bewirken, in der Regel schaden. Da n√ľtzt es auch nichts, wenn sich Tiersch√ľtzer falsch mit den Tierrechtsetikett (und neuerdings gar dem des Antispeziesismus) schm√ľcken.

Und wenn alles nichts hilft, wird halt gelogen, daß sich die Balken biegen, sich selbst noch dazu in die eigene Tasche (so etwa schon seine Behauptung zum Balluch-Verein). Dazu gleich noch ein aktueller Nachtrag.

Achim

Re: Dealerumlagerung sinnvoll? Wohl kaum

Autor: Flux | Datum:
ok, ich probiers mit ungegenderter speziesistischer sprache:

h√§ndler setzen bewusst kleine tiere, also hunde-und katzenbaby in k√§figen ein, um leute zu spontank√§ufen zu verleiten, weil sie so s√ľss sind, und einem die armen tier o s√ľss vorkommen.
erwachsene tiere verkaufen sich schlecht. wenn diese versuchung nicht mehr im schaufenster lockt, gibt es weniger spontank√§ufe. dann kaufen die leute spielzaug f√ľr ihre kids.

dealerverlangerung glaub ich nicht zu 100% prozent, weil nicht alle die zuf√§llig in der shopping mall oder ins zoogesch√§ft gehe auch auf messen oder zu z√ľchtern gehen.

aber im prinzip kommt mir vor dass wir alle drei nur spekulieren. weil ich denk mir halt es wird verlagert und ihr nicht,...


:-)

lg flux

Meerschweinchen sind keine Spielzeugautos

Autor: Achim Stößer | Datum:
> aber im prinzip kommt mir vor dass wir alle drei nur
> spekulieren. weil ich denk mir halt es wird verlagert und ihr

Nicht wirklich. Wir benennen die Realität, während Du kramphaft versuchst, Deinem Weihnachstmann den abgerissenen Wattebart ans Kinn zu pressen ... siehe "Erfolge", die keine sind.

√úbungsaufgabe: gehe zur n√§chsten Zoohandlung. Gehe direkt dorthin. Gehe nicht √ľber Los. Ziehe nicht DM 4000 ein.

Schildere, was Du da siehst:
a) Spielzeugautos
b) s√ľ√ľ√ľ√ľ√üe Kaninchen, Babyschildkr√∂ten, Sittiche, M√§use, Papageien, Hamster, Ratten und Meerschweinchen etc.

Warum werden Beutelgleiter wohl als "Sugar Glider" (http://images.google.de/images?q=Petaurus%20breviceps&) verdealt? Nur sind das halt keine Hunde und Katzen ...

Achim

Re: Meerschweinchen sind keine Spielzeugautos

Autor: Flux | Datum:
weil hunde und katzenbaies s√ľsser sind als meerschweinchen, weil man sie besser streicheln kann,... in der wahrnehmung der leut

also, wenn alle von hunden auf meerschweinchen umstiegen w√ľrden, wie erkl√§rst du dir dann umsatzminus von 40% in einem jahr und 60 zugesperrte gesch√§fte?
verlagerung auf messen und z√ľchter? mag sein, aber dann stimmt dein meerscheinchen argument nicht 100%

:-)

lg flux

Re: Meerschweinchen sind keine Spielzeugautos

Autor: Tanja | Datum:

> also, wenn alle von hunden auf meerschweinchen umstiegen
> w√ľrden, wie erkl√§rst du dir dann umsatzminus von 40% in einem
> jahr und 60 zugesperrte geschäfte?

Hunde sind teurer als Meerschweinchen.

Tanja

Re: Meerschweinchen sind keine Spielzeugautos

Autor: Achim Stößer | Datum:
> weil hunde und katzenbaies s√ľsser sind als meerschweinchen,
> weil man sie besser streicheln kann,... in der wahrnehmung
> der leut

Das ist, mit Verlaub, Bl√∂dsinn. Schau Dir die Beutelh√∂rnchenbilder, dei ich verlinkt habe, an, und behaupte ernsthaft, da√ü die nicht "s√ľ√ü" sind. In der "Wahrnehmung der Leut".

> also, wenn alle von hunden auf meerschweinchen umstiegen
> w√ľrden, wie erkl√§rst du dir dann umsatzminus von 40% in einem
> jahr und 60 zugesperrte geschäfte?

Aaaaargh: weil 99% der Hunde- und Katzenkäufe eben nicht Deine tollen "Spontankäufe" sind, sondern eben bewußt ausgewählte, also:

> verlagerung auf messen und z√ľchter? mag sein, aber dann

Eben.

> stimmt dein meerscheinchen argument nicht 100%

Das "Mehrschweinchenargument" bezog sich ausschließlich auf Deinen Spontankaufsstrohhalm. Mann, das kann doch nicht sooo schwer zu kapieren sein.

Also nochmal:
99% keine Spontank√§ufe -> K√§ufe beim "Z√ľchter" statt im Zoogesch√§ft
1% Spontank√§ufe -> K√§ufe von anderen "s√ľ√üen" Tieren statt Huden und Katzen

Fazit: 0 (null, nada, niente) hat sich verbessert. Nur dank dem "tollen" Gesetz Tierausbeutung mit einen noch "besseren" Gewissen, Tiersch√ľtzer finden das nat√ľrlich klasse.

Achim

Geschlossene Geschäfte

Autor: Achim Stößer | Datum:
> jahr und 60 zugesperrte geschäfte?

Und den Bl√∂dsinn mit den "geschlossenen Gesch√§ften" k√∂nnt Ihr auch mal endlich lassen, das besagt n√§mlich offensichtlich (da lediglich eine Verlagerung stattfindet) bei "Zoogesch√§ften" genausowenig wie bei "K√ľrschnern".

Siehe auch Ein "Pelz"geschäft wurde geschlossen - wie kann da "Pelz" boomen?.

Wenn die Reformisten nur einen Bruchteil der Zeit, die sie damit verbringen, ihren Tierschutzmist zu verteidigen, investieren w√ľrden, um sich √ľber die Realit√§t zu informieren (also etwa die Texte hier lesen und begreifen), w√ľrde uns das vermutlich so viel Zeit sparen, da√ü die vegane Gesellschaft um Jahrzehnte n√§her w√§re.

Achim

Re: Geschlossene Geschäfte

Autor: Tanja | Datum:
Nur als Randbemerkung: Flux hat as hier zur Diskussion gestellt, aber bisher diese Praxis nicht wirklich verteidigt. In dubio pro reo, wenn es da schon einen geben sollte. ;-)

Tanja

Re: Geschlossene Geschäfte

Autor: Achim Stößer | Datum:
Ja, in dubio. Hier also nicht.

Achim

"Pelz"boom trotz Umsatzr√ľckgang?

Autor: Achim Stößer | Datum:
Auch in "20 Welpen f√ľr einen Mantel" (vgl. "Dogs are Friends, Cows are Food") wurde auf den "Pelzboom in Deutschland" eingegangen - u.a. sei das Ursache daf√ľr, da√ü inzwischen Hunde speziell wegen der Felle gez√ľchtet w√ľrden (w√§hrend diese bisher nur Nebenprodukte aus der Hundefleischproduktion gewesen seien). Webpelzherstellung sei teurer als Hunde-/Katzenfell"herstellung".

Was zeigt, wie ein Umsatzr√ľckgang (der von den Antipelzkampagnen gern als "Erfolg" gefeiert wird) mit eben diesem "Pelz"boom vereinbar ist: Deutschland ist Hauptimpurteur dieser billigen Felle aus China, es werden also nicht weniger, sondern einfach billigere "Pelze" verdealt.

Passend dazu ein Bericht in "Unser Land" vom Freitag √ľber einen bayerischen Bisamj√§ger (apropos, ich dachte, solche Schlagfallen seien verboten?): er jammerte, da√ü er in den 80ern noch 20 Mark f√ľr einen Bisammord bekommen habe, heute grade mal 2,50 Euro ...

Ich bin ja nun kein Wirtschaftswissenschaftler, aber ist es nicht grade bei steigendem Konsum so, daß die produkte entsprechen billiger werden?

Was in den "Argumenten" der Antipelzkampagne, die den "Erfolg" belegen sollen, n√§mlich fehlt, ist das, was das einzig entscheidende w√§er: nicht schlie√üende gesch√§fte oder Umsatzr√ľckgang, sondern ein R√ľckgang der Zahl der Ermordeten.

Und das d√ľrfte nummal nicht der Fall sein.

Achim

Re: Dealerumlagerung sinnvoll? Wohl kaum

Autor: Tanja | Datum:

> händler setzen bewusst kleine tiere, also hunde-und
> katzenbaby in käfigen ein, um leute zu spontankäufen zu
> verleiten, weil sie so s√ľss sind, und einem die armen tier o
> s√ľss vorkommen.

Aber eben nicht nur Hunde und Katzen.

> erwachsene tiere verkaufen sich schlecht. wenn diese
> versuchung nicht mehr im schaufenster lockt, gibt es weniger
> spontank√§ufe. dann kaufen die leute spielzaug f√ľr ihre kids.

Als Versuchung locken ja immer noch andere Tiere. Und die sind meist sehr viel "preiswerter" zu bekommen und in einer Wohnung auch "platzsparender zu verstauen"...

> dealerverlangerung glaub ich nicht zu 100% prozent, weil
> nicht alle die zufällig in der shopping mall oder ins
> zoogesch√§ft gehe auch auf messen oder zu z√ľchtern gehen.

Gibt ja noch zig andere Möglichkeiten.

> aber im prinzip kommt mir vor dass wir alle drei nur
> spekulieren. weil ich denk mir halt es wird verlagert und ihr
> nicht,...

√Ąh, umgekehrt, oder? ;-)
Achim hatte ja aber scho auf einen Beitrag zum Thema verlinkt. Wenn ein Buchladen schlie√üt, werden nicht weniger B√ľcher verkauft. Wenn ein Pelzladen schlie√üt, werden nicht weniger Tierh√§ute verkauft. Wenn ein Koksdealer verhaftet wird, gibt es nicht wenier Kokser. Und wenn eine Zoohandlung schlie√üt, gibt es nicht weniger Leute, die andere Tiere als "Ware" irgendwo kaufen. Ich halte das f√ľr pure Logik, jenseits jeder Spekulation. ;-)

Tanja

Ist vern√ľnftiges Denken verp√∂nt?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Achim hatte ja aber scho auf einen Beitrag zum Thema
> verlinkt. Wenn ein Buchladen schließt, werden nicht weniger
> B√ľcher verkauft. Wenn ein Pelzladen schlie√üt, werden nicht
> weniger Tierhäute verkauft. Wenn ein Koksdealer verhaftet
> wird, gibt es nicht wenier Kokser. Und wenn eine Zoohandlung
> schließt, gibt es nicht weniger Leute, die andere Tiere als
> "Ware" irgendwo kaufen. Ich halte das f√ľr pure Logik,
> jenseits jeder Spekulation. ;-)

Logik? Fakten? Argumente? Igitt.

Ich sch√§tze, das ist ein verbreitetes Problem. Viele Leute wollen nicht das offensichtlich auf der Hand liegende h√∂ren oder gar das logisch aus den bekannten Tatsachen abzuleitende zur Kenntnis nehmen. Als ob vern√ľnftiges Denken geradezu verp√∂nt w√§re. Stattdessen m√∂chten sie obskure "Statistiken" (als ob nicht statistisch eine Korrelation zwischen der Storchenpopulation und der Geburtenrate best√ľnde) oder "Studien" (weil die ja sooo objektiv sind und die Ergebnisse nie durch die, die sie in Auftrag geben, beeinflu√üt).

Ein √§hnliches Problem hatte ja auch k√ľrzlich Waru, dem die Fakten und Argumente nicht "gen√ľgen" - als ob es eben nicht offensichtlich w√§re, da√ü reformistische Ans√§tze mehr Opfer verursachen und Veganer verhindern.

Stellt sich die Frage, was dieses Ph√§nomen verursacht und vor allem, wie dagegen vorzugehen ist. Es behindert ja wirklich massiv das Vorankommen der Tierrechte (weil es eben ungeheuer m√ľhsam ist, peu a peu Leuten klarzumachen, warum Reformismus, Randaspektschwerpunkte, Tierschutzdemos, Petitionen usw. usw. so kontraproduktiv sind).

Und wenn es jemandem klar gemacht werden konnte, ist damit der Schaden, den er vorher durch permanentes Beharren auf und Verteidigen von solchen Ans√§tze angerichtet hat, kaum wieder gutzumachen (zumal die meisten dann - vielleicht, weil es ihnen peinlich ist? - eh in Schweigen versinken, statt endlich, endlich effektive Tierrechtsarbeit zu machen, wobei f√ľr die meisten solches Engagement ohnehin eine vor√ľbergehende Phase ist udn immer und immer wieder neue "nachwachsen", die auf den alten, ausgelatschten Irrwegen marschieren).

Achim

Gruppenphantasie Tierschutz - Hintergr√ľnde, Strategien

Autor: Ava | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Stellt sich die Frage, was dieses Phänomen verursacht

Sinngebung durch Beteiligung an einer äh, bereit?, jetzt kommts:
Gruppenphantasie. Ich denke da√ü der Konsum einer Gutmenschen-Identit√§t √ľber die Gruppenphantasie geregelt wird, und es prim√§r nicht um die Opfer geht, sondern um das F√ľllen eines innerlichen Vakuums derjenigen, die sich an der Tiersch√ľtzer Gruppenphantasie beteiligen. Die Deko ist dabei v√∂llig austauschbar. Die einen werden Tiersch√ľtzer, die anderen Katholiken, wieder andere Mitglied in der PDS oder Rohk√∂stler. Dabei ist es anscheinend irrelevant, welche eigentlichen Werte von der entsprechenden Gruppe vertreten werden, es geht ja nicht um das kritische Hinterfragen, sondern um "Sicherheit & Identit√§t" durch Zusammenklumpen.

Ist der Einzelne dann mal eine Zelle in einem solchen ideellen K√∂rper, wird das als mangelhaft, leer empfundene Selbstwertgef√ľhl pl√∂tzlich vergr√∂√üert durch die Anzahl der Teilnehmer! Ein Egorausch f√ľr das Belohnungszentrum des Gehirns, inklusive Suchtpotential! Ein "Angriff" auf die Gruppenphantasie wie durch Fakten, Argumente wird demnach als Angriff auf die eigene Pers√∂nlichkeit gewertet, die eigene Integrit√§t und Identit√§t. Eine Entzugspanik setzt ein, das gleiche wie bei einem Raucher wenn man ihm oder ihr beil√§ufig sagt da√ü die EU in einer √ľberraschenden Entscheidung beschlossen hat, ab 2006 die Legalisierung von Tabak aufzuheben und Rauchen ab Januar unter Strafe zu stellen.

Der "Angreifer" der Gruppenphantasie wird also nicht als Diskussionspartner oder gar Informationslieferant gesehen, sondern als gef√§hrlicher Feind. Wenn der S√§ugling von der Mutterbrust weggeploppt wird, auf die er sich gerade so sch√∂n eingenuckelt hat, f√§ngt er zum weinen an. Gruppen geben auch Sicherheit und "Nahrung" in Form von Identit√§t und man kann Verantwortung √ľbertragen. Es geht beim Tierschutz also nicht um die Tiere, sondern rein um die psychodynamischen Prozesse der Teilnehmer. Ein anderes
Wort f√ľr Gruppenphantasie w√§re vielleicht Mikrokultur. Nun sind Kulturen nicht immer sinnvoll oder gut, sondern eventuell ausschlie√ülich damit besch√§ftigt, sich auszubreiten wie ein Schleimpilz, eben bis das "Futter" ausgeht. Manche Mikrokulturen sind gut und sinnvoll, wie z.B. der Veganismus. Ich w√ľrde also unterscheiden zwischen Gruppenphantasie als "schleimpilzartig", schlecht, sinnlos (au√üerhalb der Selbstexistenz und die Motivation der Teilnehmer) und Mikrokultur als sinnvoll und gut. Beispiel: gute Mikrokultur - wenn H√∂rende Geb√§rdensprache lernen weil sie es als Erweiterung ihrer Kommunikationsf√§higkeit begreifen (viel effektiver als Esperanto im Sinne internationaler Kommunikation). Schlechte Gruppenphantasie: Der Glaube, Taubstumme seien dumm.

Evolutionstechnsich machen Gruppenphantasien Sinn, denn sie sind die Labore der Selbstorganisation. Gruppenphantasien sind die Meme, die Genetik der Gruppengebilde. Gruppenphantasien sind die DNA die die Zellen zu einem Körper organisieren.

Allerdings sind wir Menschen nunmal viel mehr als ein Biozelluläres
Granulat innerhalb eines physikalisch-mathematischen Kontextes in dem wir uns entsprechend der Gesetzm√§√üigkeiten von Physik und mathematischen Variablen zu ideellen, kulturellen K√∂rpern organisieren, sondern m√ľssen nicht jede Organisationseinheit/Gruppenphantasie hinnehmen wie eine einzelne Schneeflocke einen Lawinenabgang. Wir haben, z.B. im Sinne von Ethik nicht nur die *F√§higkeit* sondern ein berechtigtes Interesse gegen sinnlose oder gar gef√§hrliche Gruppenphantasien (Religion, Faschismus) vorzugehen.

> und vor
> allem, wie dagegen vorzugehen ist.

Tja, das ist durchaus schwierig. Ja, tut mir leid daß es nach dieser
Lesearbeit keine Belohnung gab;-) Der Schleimpilz h√∂rt dann auf zu wachsen, wenn entweder ein "gegnerischer" Schleimpilz der m√§chtiger ist auftaucht, oder die "Zellen" das Interesse verlieren sich zusammen zu schlie√üen oder er mangels Nahrung eingeht. Nun sind menschliche Gruppengebilde und die als Prinzipienbasis zugrunde liegenden, miteinander vernetzten Meme wesentlich komplexer als die ihnen verwandten Schleimpilze (je nachdem welches √ľbergeordnete Ma√ü an Komplexit√§t man zugrunde legt und wie sarkastisch man veranlagt ist...kicher...aber egal).

Da die Mikrokultur Tierrechte wesentlich kleiner ist als die Gruppenphantasie Tierschutz, weniger Geld hat, weniger √Ėffentlichkeit; ist unsere einzige Chance da√ü eine Prinzipen√ľbertragung stattfindet, also ein Transfer von Ethik, Vernunft und Logik der Faktor Zeit. Ich denke der erste Schritt w√§re etwas gewichtiges wie VsM, mit dem Titel Stoppt Tierschutz, vielleicht k√∂nnten wir zusammen ein Dokument erarbeiten (das ich dies √∂ffentlich vorschlage ist durchaus gewollt und Teil der Strategie) und unter einer neuen Rubrik Maqi Positionspapiere zu Tierrechten ver√∂ffentlichen.

Inwieweit √Ėffentlichkeitsarbeit und in welcher Form darauf aufbauen k√∂nnte, k√∂nnen wir separat diskutieren. Ich h√§tte schon Lust in Berlin etwas zu koordinieren, ich m√ľ√üte allerdings wieder das Vertrauen erlangen von den Leuten mit denen ich bereits Kontakt hatte und durch meine √úberlastungssituation vergeigte(?). Mitleser die sich nicht mit Maqi assoziieren sollten sich trotzdem pro forma einen mentalen Merkzettel anlegen und diesen Austausch weiter verfolgen und wenn hieraus etwas konsensf√§higes entsteht, einfach etwas R√ľckrat entwickeln und sich bei mir melden.

Stoppt Tierschutz.

Also mir gefällt das jetzt schon, aber das eigene gefällt ja immer am
leichtesten:-)

Re: tierschutzgestze sinnvoll? diskussionsinput

Autor: Tanja | Datum:
Ich denke nicht, daß dadurch tatsächlich weniger Tiere "gekauft" werden, das geschieht jetzt halt nur woanders. Also gilt auch hier: man muß beim Konsumenten ansetzen, nicht beim Dealer...

Tanja

Re: tierschutzgestze sinnvoll? diskussionsinput

Autor: Reina | Datum:

Es mag sein, dass es in einigen Spezialbereichen des Tierschutzes auch mal um wirkliche Einschr√§nkung/Abschaffung gehen kann, die dann auch nicht >=100% anderweitig kompensiert wird (m√∂glicherweise etwa Verbot von Stierk√§mpfe, Wildtierhaltung in Zirkussen, Jagd, Tierversuche). Hierbei handelt es sich um F√§lle, in die Tiersch√ľtzer nicht selbst involviert sind und denen sie daher den "vern√ľnftigen Grund" absprechen. Das betrifft dann wieder - in bezug auf den T√§terkreis - eher marginale Randerscheinungen der Tierausbeutung, die nicht von wirklichem Umdenken und realer Ver√§nderung zeugen.

Ein allgemeines, weitreichendes und auch geachtetes Verbot von Tierausbeutungspraktiken ohne Ausweichmöglichkeiten kann nur antispeziesistisches Umdenken bringen, nicht mehr Tierschutz.