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Menschen sind Tiere

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 22

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Menschen sind Tiere

Autor: martin | Datum:
Lilien sind Blumen. Pfifferlinge sind Pilze. Eiben sind B√§ume. Menschen sind Tiere. ‚Äď Ja. Wirklich.

W√§hrend die ersten F√§lle zustimmend oder zumindest ohne Einspruch hingenommen werden, hat der letzte Fall das Potenzial die vielf√§ltigsten Reaktionen hervorzurufen ‚Äď ungl√§ubiges Staunen, pures Entsetzen und w√ľstes Fluchen, aber vor allem: ein gekr√§nktes Speziesisten-Ego. Hat man doch gewagt das Heiligste des Heiligsten, die gottgleiche Entr√ľckung des Menschlichen von allem naturhaft Elementaren durch diese sch√§ndliche Verlautbarung einer biologischen Selbstverst√§ndlichkeit anzukratzen.

Da hilft nur eins: Leugnen, Abstreiten, Verneinen - alles, aber um [strike]Himmels[/strike] Menschheits willen nicht zugeben, dass man seit Darwin trotz des m√ľhsam erarbeiteten aufrechten Gangs und der fast ganzk√∂rperlichen Haarwachstumsverminderung noch in die gleiche Kategorie wie irgendwelche pelzigen Vierbeiner gez√§hlt wird.

Doch leider ist es so. Da kann man nichts machen. (Au√üer Kreationist zu werden, aber die kann ein vern√ľftiger Mensch eh nicht ernstnehmen.)

Wer die Einordnung der Menschen unter die Tiere genauer haben will: Unterreich: Vielzellige Tiere, Abteilung: Gewebetiere, Unterabteilung: Bilateria, √úberstamm: Neum√ľnder, Stamm: Chordatiere, Unterstamm: Wirbeltiere, √úberklasse: Kieferm√§uler, Reihe: Landwirbeltiere, Klasse: S√§ugetiere, Unterklasse: H√∂here S√§ugetiere, √úberordnung: Euarchontoglires, Ordnung: Primaten, Unterordnung: Trockennasenaffen, Teilordnung: Altweltaffen, √úberfamilie: Menschenartige, Familie: Menschenaffen, Tribus: Hominini, Gattung: Menschen, Art: Mensch. All das l√§uft unter "Reich: Tiere".

Und um das ganze f√ľr all die Leugner noch so richtig peinlich zu gestalten, hier ein Ausschnitt aus einem Biologie-Lehrbuch f√ľr die 5. und 6. Klasse, das dieses Faktum mehr als einmal erw√§hnt (nur auf dieser einen Seite).







Menschen sind Tiere. Es wird Zeit das anzuerkennen. Die anderen Kiefermäuler wollen aufgrund unserer Arroganz sonst irgendwann nichts mehr mit uns zu tun haben.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: ABC | Datum:
Ja Menschen können auch als Tiere bezeichnet werden.
Nochmals meine Frage, warum lasst ihr keine Kritik zu?

Re: Menschen sind Tiere

Autor: bunbury | Datum:
Solange Du Dich an die Forenrichtlinien hältst, steht Dir frei zu kritisieren was immer und soviel Du willst.

Sollten Deine Beiträge regelmäßig gelöscht werden, wäre es vielleicht eine gute Idee zu gucken, ob Dein jeweiliges Anliegen bereits an anderer Stelle im Forum und vor allem auf den dazugehörigen Seiten thematisiert wurde. Meine Vermutung ist, dass die Chancen dazu recht gut stehen.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Marco | Datum:
ABC schrieb:
>
> Ja Menschen können auch als Tiere bezeichnet werden.

Ja, Menschen k√∂nnen auch als Pflanzen bezeichnet werden. Doch dies sagt nichts √ľber die Richtigkeit der Aussage aus.

Der Punkt ist doch, dass das Leugnen der Tatsachen definitiv falsch ist. Und doch tun es (vermutlich) die meisten Menschen (bei mir z.B. fast jede Person, mit der ich jemals √ľber das gesprochen habe).

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Nichth√ľndischer Mensch | Datum:
Bist Du sicher? Haben sie wirklich geleugnet, dass der Mensch ein Tier ist? Das w√§re selbstverst√§ndlich falsch. Oder meinten sie vielleicht, dass der Mensch nicht NUR ein Tier ist, sondern noch etwas dar√ľber hinaus?

Zum Beispiel ist der Mensch das einzige bekannte Lebewesen, dass ethisch reflektieren kann, und daher auch das einzige, von dem Antispeziesisten (speziesistischerweise) eine freiwillige Einschränkung seines Verhaltens fordern.

Nat√ľrlich ist Ethik nicht relevant, wenn man antispeziesistischer "Argumentation" folgt, sagt diese doch klar, dass es keinen relevanten Unterschied zwischen Menschen und (anderen) Tieren gibt.

< Mein Gott, ist diese Forensoftware primitiv. Noch aus DOS-Zeiten? >

Re: Menschen sind Tiere

Autor: martin | Datum:
> Bist Du sicher? Haben sie wirklich geleugnet, dass der Mensch
> ein Tier ist? Das wäre selbstverständlich falsch. Oder
> meinten sie vielleicht, dass der Mensch nicht NUR ein Tier
> ist, sondern noch etwas dar√ľber hinaus?

Es geht hier um die Dreiteilung Tiere - Pflanzen - Pilze, wovon Menschen zwangsl√§ufig Tiere sein m√ľssen. "Dar√ľber hinaus" gibt es in dieser Einteilung nichts.

> Zum Beispiel ist der Mensch das einzige bekannte Lebewesen,
> dass ethisch reflektieren kann, und daher auch das einzige,
> von dem Antispeziesisten (speziesistischerweise) eine
> freiwillige Einschränkung seines Verhaltens fordern.

Du weißt schon, dass du dir widersprichst? Wenn der Mensch es kann und es von ihm gefordert wird, andere Tiere es nicht können und es von ihnen nicht gefordert wird, ist das nicht diskriminierend, sondern logisch.

Nicht-Behinderten keine Behindertenaufz√ľge zur Verf√ľgung zu stellen, ist analog dazu auch nicht diskrimierend.

> Nat√ľrlich ist Ethik nicht relevant, wenn man
> antispeziesistischer "Argumentation" folgt, sagt diese doch
> klar, dass es keinen relevanten Unterschied zwischen
> Menschen und (anderen) Tieren gibt
.

Da gesagt wird, dass es keine relevanten Unterscheide in der ethischen Ber√ľcksichtigung gibt (und nicht generell), ist mir unklar, wieso Ethik nicht relevant sein soll.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Marco | Datum:
Nichth√ľndischer Mensch schrieb:
>
> Bist Du sicher? Haben sie wirklich geleugnet, dass der Mensch
> ein Tier ist? Das wäre selbstverständlich falsch. Oder
> meinten sie vielleicht, dass der Mensch nicht NUR ein Tier
> ist, sondern noch etwas dar√ľber hinaus?

Beides. Wobei zweiteres wenn's mir recht ist, nur einmal (von einer wissenschaftlich angehauchten Person, die solch grundlegende Erkenntnisse wohl kaum anzuzweifeln gewagt hätte).

> Zum Beispiel ist der Mensch das einzige bekannte Lebewesen,
> dass ethisch reflektieren kann,
> und daher auch das einzige,

Gut möglich (kann ich aber nicht abschließend beurteilen).

> von dem Antispeziesisten (speziesistischerweise) eine

Na, hier beginnt's kurios zu werden. Nochmals schnell die Definition von Speziesismus (damit wir auch vom selben reden): http://maqi.de/glossar/speziesismus
Insbesondere den zweiten Absatz möchtest Du doch nochmals lesen.
Der Punkt ist doch, dass die Nichtber√ľcksichtigung anderer Spezies in ethischen √úberlegungen v√∂llig willk√ľrlich ist. Auch Rassisten wissen sich meist nichts vorzuwerfen, denn auch wenn "die Anderen" m√∂glicherweise ja doch sogar Menschen sind, sehen die keinen Grund, diesen die gleichen Rechte zuzugestehen (obwohl es aus den exakt gleichen Gr√ľnden wie bei der eigenen "Rasse" wohl zwingend ist, n√§mlich dass sie die grunds√§tzlich gleichen Interessen haben). "Die N**** fressen sich ja selbst auch" und √§hnliches habe ich schon geh√∂rt, also das exakt gleiche Schema der Rechtfertigung, wie man es von Dir und Deinesgleichen kennt.

> freiwillige Einschränkung seines Verhaltens fordern.

F√ľhlst Du dich eingeschr√§nkt, weil es gesellschaftlich gr√∂√ütenteils verp√∂nt ist, andere Menschen zu essen? Wenn ich Veganismus als Einschr√§nkung s√§he, w√ľrde ich mich vielleicht auch schwertun damit. Ich empfinde es aber als gro√üe Erleichterung.

> Nat√ľrlich ist Ethik nicht relevant, wenn man
> antispeziesistischer "Argumentation" folgt, sagt diese doch
> klar, dass es keinen relevanten Unterschied zwischen
> Menschen und (anderen) Tieren gibt
.

√Ąhm, wo hast Du das denn her?

> Mein Gott

Ah, ein Christ.. Jetzt wei√ü ich, warum Du dich den "Untertanen" √ľberlegen f√ľhlst.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Achim Stößer | Datum:
Schon sein Nick ...

>Nichth√ľndischer Mensch schrieb:

... zeigt, dass er nicht bis drei zählen kann, und mit unsinnigen Aussagen wie ...

> Zum Beispiel ist der Mensch das einzige bekannte Lebewesen,
> dass ethisch reflektieren kann, und daher auch das einzige,

... dieser, mit der er u.a. menschlichen S√§uglingen, dementen, hinreichend stark geistig behinderten Menschen etc. das Menschsein abspricht (diese Geisteshaltung kennen wir ja zur Gen√ľge und wissen, wozu sie z.B. im 20. Jhd. gef√ľhrt hat), entlarvt er seine widerliche Gesinnung.

I rest my case.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: anna l. | Datum:
>>>... dieser, mit der er u.a. menschlichen S√§uglingen, dementen, hinreichend stark geistig behinderten Menschen etc. das Menschsein abspricht (diese Geisteshaltung kennen wir ja zur Gen√ľge und wissen, wozu sie z.B. im 20. Jhd. gef√ľhrt hat), entlarvt er seine widerliche Gesinnung.

wieso?
da menschen tiere sind sollte sich doch auch ein geistig behinderter durch die bezeichnung tier (tiesein statt menschsein) nicht diskriminiert f√ľhlen.
wird hier wohl einiges ausgelegt, wie gerade genehm?!

Re: Menschen sind Tiere

Autor: dom | Datum:
anna l. schrieb:
> wieso?
> da menschen tiere sind sollte sich doch auch ein geistig
> behinderter durch die bezeichnung tier (tiesein statt
> menschsein) nicht diskriminiert f√ľhlen.
> wird hier wohl einiges ausgelegt, wie gerade genehm?!

Versteh ich nicht! Warum sollte sich ein geistig behinderter Mensch diskriminiert fuehlen, wenn man ihn den Tieren zuordnet? Du bist auch ein Tier, so wie ich auch. Achim schrieb, dass er diesen Menschen das Menschsein abspricht. Die Diskriminierung hast Du da reininterpretiert.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: bunbury | Datum:
Verstehe ich das richtig: Du hast Schwierigkeiten nachzuvollziehen, warum sich ein Mensch diskriminiert f√ľhlen sollte, wenn ihm (ja nunmal wissenschaftlich unhaltbarerweise) das Menschsein aberkannt w√ľrde?
Jetzt mal ganz unabh√§ngig davon, dass das Ganze in einer speziesistischen Welt spielt, in der Nichtmenschen grunds√§tzlich wie Gegenst√§nde behandelt werden d√ľrfen, und von Menschen veranlasst wird, die eben die Agenda haben, besagte Personengruppe dann genauso zu behandeln, wie alle anderen Tiere, die sie f√ľr in irgendeiner Form minderwertig halten...

Kannst Du Dir irgendein Szenario vorstellen, in dem gewisse Mitglieder einer biologischen Gruppe, willk√ľrlich andere (wissenschaftlich erwiesene) Mitglieder mit einem bestimmten Merkmal sprachlich und rechtlich zu Nichtgruppenmitgliedern definieren, das nicht diskriminierend (lies: faschistisch) ist?

Re: Menschen sind Tiere

Autor: anna l. | Datum:
sorry, aber hier wird m.E. rhetorik eingesetzt um sprachliche verwirrungen im eigenen interesse auszunutzen.
daher ist jede weitere diskussion zwecklos, da eh einseitig dominiert, tsch√ľss.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Marco | Datum:
anna l. schrieb:
>
> sorry, aber hier wird m.E. rhetorik eingesetzt um sprachliche
> verwirrungen im eigenen interesse auszunutzen.

Du hast Achims Beitrag ganz offensichtlich falsch verstanden. Es ging nie darum, geistig behinderte Menschen durch die Bezeichnung "Tier" (erst recht nicht Tier statt Mensch, denn wie du ja schreibst: Mensch ∈ Tiere) zu diskrminieren (oder eben nicht), sondern (z.B.) geistig behinderte Menschen nicht als Menschen zu bezeichnen.

> daher ist jede weitere diskussion zwecklos, da eh einseitig
> dominiert, tsch√ľss.

Wenn Du gute Argumente hast, könntest Du ja dagegenhalten.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > sorry, aber hier wird m.E. rhetorik eingesetzt um sprachliche
> > verwirrungen im eigenen interesse auszunutzen.
>
> Du hast Achims Beitrag ganz offensichtlich falsch verstanden.

> Wenn Du gute Argumente hast, könntest Du ja dagegenhalten.

Es ist ein Troll und entsprechend d√§mlich. Argumente hat es nat√ľrlich nicht, woher auch?

Achim

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Achim Stößer | Datum:
Womit auch Dummtroll "anna l." alias diverse andere zeigt, dass er/sie nicht bis 3 zählen kann/will:

1. Fakt: genannte Personengruppen sind unfähig ethisch zu reflektieren
2. Speziesistengeblubber: Menschen sind fähig ethisch zu reflektieren
3. aus 1. und 2. folgt logisch, dass die genannten Personengruppen keine Menschen sind.

Von den Gesinnungsgenossen der in diesem Thread sich entlarvenden Speziesisten wurde daf√ľr auch gern der Terminus "Untermensch" gebraucht.

(F√ľr zum denken F√§hige folgt nat√ľrlich, da die genannte Personengruppen Menschen sind, schlicht, dass 2. falsch ist.)

Achim

Re: Menschen sind Tiere

Autor: XXX | Datum:
Soll ich das so verstehen: also Säugetier genannt: Mensch, sowie Säugetier genannt: Kaninchen usw?

Re: Menschen sind Tiere

Autor: bunbury | Datum:
Richtig, Menschen uns Kaninchen gehören beide zu den Tieren. Etwas genauer: den Säugetieren. Auch das ist korrekt.


Erstaunlicherweise bin ich schon √∂fter, nach meiner Erkl√§rung, Menschen seien auch Tiere, nach kurzem Stutzen "korrigiert" worden, wir seien "S√§ugetiere". Auch wenn das nat√ľrlich richtig ist, hege ich den starken Verdacht, der Grund f√ľr diese merkw√ľrdige Reaktion ist, dass "der Mensch geh√∂rt zur Gruppe der S√§ugetiere" irgendwo als abstrakte Info aus dem Biounterricht abgespeichert wurde, ohne jemals der (falschen) Teilung in "Menschen und Tiere" in die Quere zu kommen. In den K√∂pfen vieler Menschen scheint der Mensch gleichzeitig Tier (Nein, Verzeihung, nicht "Tier", sondern nur "S√§ugetier") und Nichttier zu sein (und das Christentum eine monotheistische Religion mit drei G√∂ttern, die dann doch irgendwie ein und derselbe Kerl sind).

der Mensch ist das einzige religiöse Tier

Autor: martin | Datum:

> Grund f√ľr diese merkw√ľrdige Reaktion ist, dass "der Mensch
> gehört zur Gruppe der Säugetiere" irgendwo als abstrakte Info
> aus dem Biounterricht abgespeichert wurde, ohne jemals der
> (falschen) Teilung in "Menschen und Tiere" in die Quere zu
> kommen. In den Köpfen vieler Menschen scheint der Mensch
> gleichzeitig Tier (Nein, Verzeihung, nicht "Tier", sondern
> nur "Säugetier") und Nichttier zu sein

Es wird eher die abstrakte Information sein, die einige behalten haben, als ein wirkliches Verst√§ndnis daf√ľr, was ein S√§ugetier bzw. was es bedeutet, S√§ugetier zu sein. Ansonsten g√§be es nicht die unverst√§ndlichen Reaktionen, wenn man zu erkl√§ren versucht, dass Kuhmilch genauso Muttermilch f√ľr K√§lber ist wie Menschenmilch Muttermilch f√ľr menschliche S√§uglinge.

>(und das Christentum
> eine monotheistische Religion mit drei Göttern, die dann doch
> irgendwie ein und derselbe Kerl sind).

Ja, die Unvereinbarkeit von Trinität und Monotheismus ist fast so lustig wie die Transsubstantiation.

Dazu passend dieser Ausschnitt mit einem Erkl√§rungsbeispiel f√ľr Theisten-Rhetorik:
Zitat: Eben das ist gerade die gro√üe Kunst der Theologie: Imagin√§rstoffe zu bewerten. Daneben kennt sich der gute Theologe hervorragend in der Literatur der griechischen Philosophen aus und hat daher immer ein passendes Zitat zur Hand. Aber er kennt nat√ľrlich auch die Argumente der ‚Äěgebildeten‚Äú Atheisten vergangener Zeiten und ist nach eigener Einsch√§tzung in der Lage, alle diese Argumente zu widerlegen. Dabei bedient er sich einer Sprache auf h√∂chstem Niveau, garniert mit m√∂glichst vielen Fachausdr√ľcken. So verwundert es nicht, dass der gemeine Gl√§ubige in der Regel von Vortr√§gen der hohen Theologie v√∂llig beeindruckt ist. Vom Inhalt der Vortr√§ge wird er wenig verstehen, aber das ist ja auch nicht der Sinn solcher Vortr√§ge. Sie dienen vielmehr dazu, die Gl√§ubigen von der Intelligenz und der geisteswissenschaftlichen Bildung des Vortragenden zu √ľberzeugen. Das vermittelt Autorit√§t und nur durch Autorit√§t sind die unlogischen und unvern√ľnftigen Glaubensgrunds√§tze zu vermitteln, Nachdenken und tiefere Erkenntnis schadet der Sache nur. Beispiele f√ľr inhaltloses Geschw√§tz finden sich in fast jedem Lehrbuch zur Theologie. Besonders haarstr√§ubend wird es meist, wenn die Trinitarit√§t mit dem Monotheismus auf Biegen und Brechen in Einklang gebracht werden soll:

Der innertrinitarische Logos geht in seinem Personsein ganz und gar darin auf, vom Vater her und auf den Vater hin zu sein und ist gerade so (mit dem Vater zusammen) der Ausgang f√ľr den Heiligen Geist. Gerade durch sein Vom-Vater-her- und Auf-den-Vater-hin-Sein ist er also die Erm√∂glichung von einer Gemeinschaft, die gerade durch Andersheit konstituiert ist.

(Aus ‚ÄěEinf√ľhrung in die Systematische Theologie‚Äú von Klaus von Stosch, S. 137)

http://giordanobrunostiftung.wordpress.com/2010/06/05/ist-der-neue-atheismus-niveaulos/

Amen.

Re: der Mensch ist das einzige religiöse Tier

Autor: bunbury | Datum:
martin schrieb:

> ist fast so lustig wie die Transsubstantiation.

Na jetzt mach aber mal 'nen Punkt. Du willst ja wohl nicht allen Ernstes behaupten, unser Herr und Erl√∂ser (TM) w√ľrde sich nicht regelm√§√üig im Rahmen der Messe herbeibeschw√∂ren lassen, um sich von den Gl√§ubigen dieser Welt zeremoniell verspeisen zu lassen?
Du weißt schon, dass ich arme, mangelernährte Veganerin auf die paar Proteine im Jahr angewiesen bin?

Als nächstes willst Du mir vermutlich erzählen, die Nummer mit dem Weihwasser in "From Dusk Till Dawn" sei im wirklichen Leben kein effektives Mittel gegen einen Vampirangriff...



>
Zitat:
> Der innertrinitarische Logos geht in seinem Personsein
> ganz und gar darin auf, vom Vater her und auf den Vater hin
> zu sein und ist gerade so (mit dem Vater zusammen) der
> Ausgang f√ľr den Heiligen Geist. Gerade durch sein
> Vom-Vater-her- und Auf-den-Vater-hin-Sein ist er also die
> Ermöglichung von einer Gemeinschaft, die gerade durch
> Andersheit konstituiert ist.

>


Ja. Je gr√∂√üer und schillernder die Wortblase, desto leichter lassen sich die Zuh√∂rer verwirren; so manch einer schafft's so bis ganz nach oben. Gl√ľcklicherweise sind aber immer mehr Menschen mit Nadeln ausger√ľstet.

> Amen.

Und möge die Macht mit Dir sein. :o)

Re: der Mensch ist das einzige religiöse Tier

Autor: martin | Datum:

> Ja. Je größer und schillernder die Wortblase, desto leichter
> lassen sich die Zuhörer verwirren; so manch einer schafft's
> so bis ganz nach oben. Gl√ľcklicherweise sind aber immer mehr
> Menschen mit Nadeln ausger√ľstet.

Wenn wirklich jemand Kritik an dieser √ľberzeugenden Argumentation √ľben sollte, ist die Antwort doch klar: man muss es nicht verstehen, man muss es glauben.

Au√üerdem ist das oben nur eine Erkl√§rung. Es gibt schlie√üen auch wirklich √ľberzeugende.
Zitat: [...] und vor allem, daß die Trinität nicht aus drei Göttern besteht, sondern drei verschiedene Seiten des einen Gottes betrifft: nämlich erstens Gott in seiner absoluten Transzendenz, zweitens Christus in dem Gott menschliche Gestalt annimmt, und drittens der Gott und Christus gemeinsame heilige Geist, der auch diejenigen eint, die an Gott und seine Menschwerdung glauben.

(K. H√ľbner: Das Christentum im Wettstreit der Weltreligionen, T√ľbingen 2003, S. 100)

Wenn also Gott und Jesus in ihrer Trennung eigentlich nur Seiten einer Existenz waren, hat Jesus dann mit seinem "Mein Gott warum hast du mich verlassen?" usw. eigentlich ein Selbstgespr√§ch gef√ľhrt? Oder soll das ein Zeichen seiner multiplen Pers√∂nlichkeitsst√∂rung sein?

Aber zuletzt bleibt noch das sprachliche Argument: wir nennen es nicht "Dreifaltigkeit", sondern "Dreieinigkeit". Genau.

Da hilft nur noch Polemik. "Vorausgesetzt, dass √ľberhaupt g e g l a u b t wird, so ist der Alltags-Christ eine erb√§rmliche Figur, ein Mensch, der wirklich nicht bis drei z√§hlen kann, und der √ľbrigens, gerade wegen seiner geistigen Unzurechnungsf√§higkeit, es nicht verdiente, so hart bestraft zu werden, als das Christenthum ihn verheisst." (Nietzsche)

Re: der Mensch ist das einzige religiöse Tier

Autor: bunbury | Datum:
martin schrieb:
>
>
> Wenn also Gott und Jesus in ihrer Trennung eigentlich nur
> Seiten einer Existenz waren, hat Jesus dann mit seinem "Mein
> Gott warum hast du mich verlassen?" usw. eigentlich ein
> Selbstgespr√§ch gef√ľhrt? Oder soll das ein Zeichen seiner
> multiplen Persönlichkeitsstörung sein?

Naja, wenn man sich mal vor Augen f√ľhrt, was f√ľr ein (unn√∂tiges) Spektakel Gott/Jesus/der heilige Geist im Vorfeld dieser √Ąu√üerung veranlasst hat/haben, um seine/ihre Sch√∂pfung vor der ebenfalls selbst erschaffenen H√∂lle zu retten (auf die Idee, sich selbst zu diesem Zweck brutal ermorden zu lassen - nat√ľrlich ohne dabei *wirklich* zu sterben - muss man ja auch erstmal kommen), w√ľrde ich den zus√§tzlichen Show-Effekt als Alternative zur multiplen Pers√∂nlichkeit durchaus in Betracht ziehen. Und effektiv war's ja allemal, wenn's 2000 Jahre sp√§ter noch im Gespr√§ch ist.

Oder aber, mein (evangelischer) Musiklehrer hatte damals recht, als wir "Jesus Christ Superstar" durchnahmen, und Jesus hatte tatsächlich Zweifel - und "Vater" und "Sohn" waren offenbar doch zwei von einander vollkommen unabhängige Entitäten (allerdings bin ich nicht sicher, ob seine Argumentation tatsächlich bis zu der Stelle durchdacht war, dass er damit entweder Polytheist wäre oder Jesus die Göttlichkeit aberkennt).

Sollte ich √ľbrigens irgendwann mal in die Situation kommen, vom System, in dem ich lebe, "exekutiert" zu werden, w√ľrde ich den Gedanken, dass meine Mitmenschen sich die Sache in K√ľrze so zurechtlegen k√∂nnten, dass ich das Ganze wollte, ja sogar veranlasst hab, als √ľberaus verst√∂rend empfinden.
Aber hey, wen k√ľmmern schon Einzelschicksale, wenn sich auf ihnen eine Religion gr√ľnden l√§sst...



> Da hilft nur noch Polemik. "Vorausgesetzt, dass √ľberhaupt g e
> g l a u b t wird, so ist der Alltags-Christ eine erbärmliche
> Figur, ein Mensch, der wirklich nicht bis drei zählen
> kann
, und der √ľbrigens, gerade wegen seiner geistigen
> Unzurechnungsfähigkeit, es nicht verdiente, so hart bestraft
> zu werden, als das Christenthum ihn verheisst."
> (Nietzsche)

Polemik hin oder her - der Mann hat in der Grundaussage recht.

Re: Menschen sind Tiere

Autor: Marco | Datum:
XXX schrieb:
>
> Soll ich das so verstehen: also Säugetier genannt: Mensch,
> sowie Säugetier genannt: Kaninchen usw?

Ja, Säugetier ist die Klasse, Mensch bzw. Kaninchen die Spezies. Steht auch im Ursprungspost von Martin.