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Veganismusforum:
Galileo: der vegetarische Metzger

Anzahl Beitr├Ąge in diesem Thread: 54

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Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Tanja | Datum:
Heute kam bei Galileo ein Bericht ├╝ber die Herstellung von Seitan-Produkten (glaube, es war Wheaty, bin mir aber nicht sicher), der echt sehr interessant war. Zum einen wei├č ich nun endlich, wie die das Zeug so exakt in W├╝rstchenform kriegen (wurde hier im Forum ja auch schon einige Male gefragt ;-)), zum anderen haben sie ein paar Leute auf der Stra├če blind kosten lassen, und denen war meist nicht so ganz klar, da├č es sich dabei nicht um Leichenprodukte handelt. *g*
Wer es sehen will, das Ganze wird Montag morgen wiederholt. :-)

Tanja

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Blanc | Datum:
hi tanja!

och wie doof... gerade gestern hab ich mich gelangweilt und hab nicht den fernseher eingeschaltet. und am montag morgen muss ich um die uhrzeit schon zum bus.

hat es hier vielleicht irgendwer aufgenommen oder so?

lg rebecca

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> och wie doof... gerade gestern hab ich mich gelangweilt und
> hab nicht den fernseher eingeschaltet. und am montag morgen
> muss ich um die uhrzeit schon zum bus.
>
> hat es hier vielleicht irgendwer aufgenommen oder so?

Äh ... wenn Du einen Videorecorder hast, kannst Du's am Montag ja selbst aufnehmen. Wenn nicht, hast Du nichts davon, wenn es "irgendwer aufgenommen" hat. Oder?

Achim

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: moan | Datum:
Es gibt leute die k├Ânnen auf dem PC aufnehmen...

Sendung aufnehmen

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
moan schrieb:
>
> Es gibt leute die k├Ânnen auf dem PC aufnehmen...

Ja, stimmt, daran hatte ich nicht gedacht.

Achim

PS: alternativ k├Ânnte es auch mit einem CD-Rekorder aufgenommen und auf Vlanc (hypothetischen?) CD-Spieler abgespielt werden

Fehler zugeben und Selbstkritik

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> moan schrieb:
> >
> > Es gibt leute die k├Ânnen auf dem PC aufnehmen...
>
> Ja, stimmt, daran hatte ich nicht gedacht.

W├╝rde ├╝brigens auch stimmen, wenn Du nicht B├Ąumchenwechseldich mit Deinem Pseudonym spielen w├╝rdest und das als "a" oder "Piori" geschrieben h├Ąttest statt als "moan".

Wie Du siehst gibt es durchaus Leute, die einen Fehler zugeben k├Ânnen (siehe auch Selbst-"Kritik an 'Vegetarier sind M├Ârder'"). M├╝ssen nicht alle, so wie ihr, dann rumtoben, l├╝gen, spammen um nur ja nicht am Selbstbild zu kratzen.

Achim

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Susanne | Datum:
Ich hab den Beitrag heute morgen gecaptured und als ca 20 MB WMV kodiert, ist mir f├╝r meinen Webspace etwas zu gro├č mit 1 GB Traffic, aber ich schick es gerne per Mail oder so wenn jemand Interesse hat.
Es war ├╝ber Wheaty, und der Beitrag war so in dem Ton gehalten als w├Ąre Seitan was total ungew├Âhnlich exotisches, verr├╝cktes... mehr kann man von Pro7 wohl nicht erwarten.
Gru├č
Susanne

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Tanja | Datum:

> Es war ├╝ber Wheaty, und der Beitrag war so in dem Ton
> gehalten als w├Ąre Seitan was total ungew├Âhnlich exotisches,
> verr├╝cktes... mehr kann man von Pro7 wohl nicht erwarten.

Naja, die wenigsten Leute wissen ├╝berhaupt, was Seitan ist, insofern war der Bericht doch gut. Und da├č suggeriert werden solle, das sei was verr├╝cktes, habe ich so nicht empfunden...

Tanja

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Anka | Datum:
Hallo Susanne,

ich h├Ątte dieses St├╝ck auch gern per eMail; w├╝rdest Du mir es schicken???
herzlichen Dank
Anka

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Claude | Datum:
Ich hab das Video noch und werds dir mailen.

Claude

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: yetzt | Datum:
Ich hoffe, das war nicht dieser idiotische UL-"Metzger" im UL-Klickibuntikaufhaus

Galileo und die Auswirkungen

Autor: Kalle | Datum:
Aheu,

aufgrund dieses Berichts hab ich damals das experimentieren angefangen. Und dabei rausgekommen ist ein Onlineshop wo man das Zeugs (und anderes) in derzeit 6 verschiedenen Geschmacksrichtungen kaufen kann.
Wen's interessiert wie die Sachen schmecken wenn's keine gro├če Produktionsfirma herstellt und auch noch Tierrechte und nicht Gewinnmaximierung im Vordergund stehen, der kann gerne mal im VeganWonderland vorbeischauen.

Bis dann,
Kalle

P.S: Sorry f├╝r die Werbung in eigener Sache ;-)

Selberwursten

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> aufgrund dieses Berichts hab ich damals das experimentieren
> angefangen. Und dabei rausgekommen ist ein Onlineshop wo man

Cool - habe ich mir nach dem Bericht auch ├╝berlegt, mal selbst "Wurst" zu basteln, bin aber bisher nie zum Experimentieren gekommen. Aber jetzt wo ich wei├č, da├č es geht, bin ich vielleicht etwas motivierter ;-) ...

Ein Problem d├╝rfte sein, da├č die viel mir R├Ąuchern arbeiten, aber so eine R├Ąucherkammer ist in der heimischen K├╝che wohl schwer nachzubauen :-/ .

Achim

R├Ąuchern

Autor: Kalle | Datum:
Aheu,

R├Ąucher├Âfen f├╝r den heimischen Hinterhof gibt's schon ab 85 Euro. Sogar einen f├╝r den Wohnzimmertisch hab ich schonmal gesehen. Werde mir irgendwann mal so ein Ding zulegen. Ein paar entfernte Bekannte in Halle r├Ąuchern und verkaufen Tofu in etwas gr├Â├čerem Stil. Der ist auch extrem lecker.

Bis dann,
Kalle

Krebs durch R

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Wobei man bedenken sollte, dass r├Ąuchern sehr ungesund ist weil sich die Krebs erregenden Stoffe aus dem Rauch im Produkt mit ablagern. Deshalb ist man in der Industrie dazu ├╝bergegangen, "sauberen Rauch" in fl├╝ssiger Form herzunehmen. Also irgendwie wird da der Rauch mit Wasser kondensiert, gereinigt und das Produkt dann letztendlich mit dem "Fl├╝ssigrauch" aromatisiert. Vielleicht wird es auch eingelegt und dann ohne Feuer, lediglich mit Hitzezufuhr getrocknet, so genau habe ich mich noch nicht damit besch├Ąftigt.

Gerade wer sich so eine "R├Ąucheranlage" f├╝r zu Hause anlegen will, wird wohl gerade deshalb auch viel ├Âfter Ger├Ąuchertes konsumieren, und das ist u. U. eben nicht ratsam. F├╝r ab und zu sicher unbedenklich, nur regelm├Ą├čig sollte man keine ger├Ąucherten Produkte nicht konsumieren.

Re: Krebs durch R

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Wobei man bedenken sollte, dass r├Ąuchern sehr ungesund ist
> weil sich die Krebs erregenden Stoffe aus dem Rauch im
> Produkt mit ablagern. Deshalb ist man in der Industrie dazu

Tun sie das? Und sind die wirklich, aliment├Ąr konsumiert, krebserregend? Sind in Buchenholzrauch, der "gegessen" wird ├╝berhaupt krebserregende Stoffe?

Achim

Re: Krebs durch R

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Achim St├Â├čer schrieb:

> Tun sie das?

Ich habe jetzt keine Quellen zur Hand wenn Du das meinst.

> Und sind die wirklich, aliment├Ąr konsumiert,
> krebserregend?

Toxine sind dort am meisten wirksam wo sie in der gr├Â├čten Konzentration vorkommen, organische Toxine aus Verbrennungen eben dort wo sie auftreten: Pfeifen- u. Zigarrenraucher bekommen Rachen- o. Kehlkopfkrebs, Zigarettenraucher Lungenkrebs, und R├Ąucherwarenkonsumenten werden dann wahrscheinlich Magen-, Darm-, Nieren- o. Leberkrebs bekommen.

> Sind in Buchenholzrauch, der "gegessen" wird
> ├╝berhaupt krebserregende Stoffe?

In jedem Verbrennungsrauch sind Krebs erregende Stoffe, besonders bei langsamer Verbrennung wie beim R├Ąuchern - ich sehe nicht warum dies bei der Verbrennung von Buchenholz anders sein sollte. Und da das Produkt extra lang dem Rauch ausgesetzt wird, konzentrieren sich nat├╝rlich auch die Toxine auf dem Produkt. Ob der Rauch in der Lunge oder im Magen landet wird f├╝r das Krebsrisiko nicht so viel unterschied machen.

Re: R├Ąuchern

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> R├Ąucher├Âfen f├╝r den heimischen Hinterhof gibt's schon ab 85
> Euro. Sogar einen f├╝r den Wohnzimmertisch hab ich schonmal
> gesehen. Werde mir irgendwann mal so ein Ding zulegen. Ein

Ah, interessant.

> paar entfernte Bekannte in Halle r├Ąuchern und verkaufen Tofu
> in etwas gr├Â├čerem Stil. Der ist auch extrem lecker.

Ja, kann ich mir vorstellen ... wobei es da ja bei den kommerziellen erhebliche unterschiede gibt, manch einer hat den Rauch allenfalls aus der Ferne gesehen ...

Achim

TV: Falsche Wurst ist die richtige

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Gestern kam ein Bericht ├╝ber Tofuwurst (Toppas?), habe die Aufzeichnung noch nicht gesehen, wird am Samstag wiederholt: http://maqi.de/tv?id=12079.

Achim

Re: TV: Falsche Wurst ist die richtige

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Gestern kam ein Bericht ├╝ber Tofuwurst (Toppas?), habe die

Viana. Wahrscheinlich ein bericht aus dem gleichen Material wie bei Galileo. Nichts wirklich neues.

Achim

Re: TV: Falsche Wurst ist die richtige

Autor: Kalle | Datum:
Aheu,

der Bericht war ein komplett neuer, vor allem weil es haupts├Ąchlich um Tofi-Geschichten ging, w├Ąhrend es bei Galileo um Seitan ging. Ich hab f├╝r die eigene Produktion ein bisschen was mitnehmen k├Ânnen. Aber die Leute, die da arbeiten h├Ątten bei mir keine Anstellung gefunden. Bei Kommentaren wie "...aber es sind eben nur Ersatzprodukte..." sieht man mal wieder, dass es nur ums Gesch├Ąft geht. Aber bei Viana ist der Hintergrund ja bekannterma├čen eh kein tierrechtlicher. Ich hoffe nur, dass wir hier nie in die Verlegenheit kommen und nicht-Veganer f├╝r uns arbeiten zu lassen.

Bis dann,
Kalle

Re: TV: Falsche Wurst ist die richtige

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> der Bericht war ein komplett neuer, vor allem weil es
> haupts├Ąchlich um Tofi-Geschichten ging, w├Ąhrend es bei
> Galileo um Seitan ging. Ich hab f├╝r die eigene Produktion ein

Hm, jetzt wo Du's sagst ... mir kam's ziemlich austauschbar vor.

> bisschen was mitnehmen k├Ânnen. Aber die Leute, die da
> arbeiten h├Ątten bei mir keine Anstellung gefunden. Bei
> Kommentaren wie "...aber es sind eben nur Ersatzprodukte..."

Stimmt, ein Mitarbeiter (oder gar Chef selbst?) meinte (zum "Gyros"?) sowas wie "Naja, wenn man's einmal die Woche i├čt, geht's." ...

Achim

Re: TV: Falsche Wurst ist die richtige

Autor: Tanja | Datum:
Hi Kalle,

> Ich hoffe nur, dass wir hier nie in die
> Verlegenheit kommen und nicht-Veganer f├╝r uns arbeiten zu
> lassen.

da kam mir gerade beim Sehen dieses bericts die Frage in den Sinn "W├Ąre es bei so einem gro├čen Betrieb legal, alle unveganen Bewerber sofort abzuweisen?" Oder g├Ąbe es da ein Gesetz gegen? Nicht, da├č das nun f├╝r die Firmenpolitik wirklich relevant sein sollte, es w├╝rde mich nur einfach mal interessieren. ;-)

Tanja

Re: TV: Falsche Wurst ist die richtige

Autor: Kalle | Datum:
Zitat: da kam mir gerade beim Sehen dieses bericts die Frage in den Sinn "W├Ąre es bei so einem gro├čen Betrieb legal, alle unveganen Bewerber sofort abzuweisen?" Oder g├Ąbe es da ein Gesetz gegen? Nicht, da├č das nun f├╝r die Firmenpolitik wirklich relevant sein sollte, es w├╝rde mich nur einfach mal interessieren. ;-)


Es kann mir doch niemand vorschreiben wen ich einzustellen habe. Ein Problem w├╝rde es wohl sein, wenn die Person bei der Einstellung vegan ist, dann wieder zum nicht-Veganer wird. Aus diesem Grund kann man vermutlich niemanden feuern. Aber ich k├Ânnte es nicht vertreten wenn ein Mitarbeiter sein Wurstbrot in meine vegane Produktionsst├Ątte bringt.

Bis dann,
Kalle

Deutsche, kauft Bananen von deutschen Erntern

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Es kann mir doch niemand vorschreiben wen ich einzustellen
> habe. Ein Problem w├╝rde es wohl sein, wenn die Person bei der

Hm. Eben hat Sonnleitner protestiert, weil den Bauern vorgeschrieben wurde, da├č mindestens 10% der Saisonarbeiter Deutsche zu sein haben (was dann irgendwelche Probleme gegeben habe) ...

Achim

Unveganer einstellen

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> da kam mir gerade beim Sehen dieses bericts die Frage in den
> Sinn "W├Ąre es bei so einem gro├čen Betrieb legal, alle
> unveganen Bewerber sofort abzuweisen?" Oder g├Ąbe es da ein
> Gesetz gegen? Nicht, da├č das nun f├╝r die Firmenpolitik

Da veganismus keine Religion ist, w├Ąre das offiziell wohl illegal, sch├Ątze ich ... (ein katholischer "Betrieb", etwa - staatlich finanzierte, aber unter religi├Ą├Âser Herrschaft stehende, Krankenh├Ąuser oder Kinderg├Ąrten, d├╝rfen ja z.B. sogar geschiedene oder lesbische Mitarbeiter entlassen ...): wie immer ist Ethik unterprivilegiert, erst recht im Gegensatz zu religi├Âsem Wahn ...

Aber es gibt ja, was Einstellung angeht, immer noch Floskeln wie "Wir haben uns f├╝r einen anderen Bewerber entschieden" etc.

Achim

Re: Unveganer einstellen

Autor: Thomas | Datum:
Achim St├Â├čer schrieb:
>
> > da kam mir gerade beim Sehen dieses bericts die Frage in den
> > Sinn "W├Ąre es bei so einem gro├čen Betrieb legal, alle
> > unveganen Bewerber sofort abzuweisen?" Oder g├Ąbe es da ein
> > Gesetz gegen? Nicht, da├č das nun f├╝r die Firmenpolitik
>
> Da veganismus keine Religion ist, w├Ąre das offiziell wohl
> illegal, sch├Ątze ich ...

Es gibt sehr viele Betriebe, die schreiben offiziell in ihren Stellenanzeigen "...bis max. 35 ...". Altersdikriminierung ist auf dem deutschen Arbeitsmarkt Alltag.

Sehr viele t├╝rkische Betriebe stellen ausschlie├člich t├╝rkische Mitarbeiter ein ...

Daher w├Ąre es wohl legal, wennn ein Betrieb sich warum auch immer entscheidet, nur Veganer einzusetellen.

Viele Gr├╝├če
Thomas

Man darf kein Vegetarier sein

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Also Vegetarier nicht einstellen ist anscheinend erlaubt (jedenfalls im "Fleischerhandwerk" ;-)):

Zitat: Diesmal geht es um die Wurst

AUS BERLIN
BARBARA BOLLWAHN

Ob er Blut sehen kann, wurde er gefragt, und ob er belastbar ist. Beide Fragen beantwortete er mit einem Ja. Damit war er im Rennen. Zuvor hatte er bereits die ersten H├╝rden genommen. Er hat einen erweiterten Hauptschulabschluss und keine unentschuldigten Fehlzeiten in seinem Zeugnis. Keine Selbstverst├Ąndlichkeit heutzutage. Wie es auch nicht selbstverst├Ąndlich ist, eine Lehrstelle zu finden. Denis ist 18 Jahre alt. Im August 2005 hat er die Schule beendet. Seit zwei Jahren ist er auf der Suche nach einem Ausbildungsplatz.

Es ist Viertel nach f├╝nf am Montagmorgen dieser Woche. Der junge Mann mit dem gestutzten Irokesenstreifen auf dem Kopf, dem silbernen Ring im linken Ohr und der winzigen abgebrochenen Ecke an den Schneidez├Ąhnen ist etwas nerv├Âs. Er steht vor einem Verbrauchermarkt in Berlin-Pankow und raucht in der k├╝hlen Morgenluft eine Zigarette. Um vier ist er aufgestanden und von Panketal, einer Gemeinde am nord├Âstlichen Stadtrand von Berlin, mit seinem Vater im Auto in die Stadt gefahren.

Eigentlich muss er erst um sechs Uhr bei der Kiezmarkt GmbH in der Neumannstra├če sein. Doch sein Vater will p├╝nktlich bei der Arbeit sein, und so ist Denis eine Dreiviertelstunde zu fr├╝h dran. "Eine Lehrstelle ist sehr wichtig. Man will auch beweisen, dass man was drauf hat."

Es ist das erste Mal, dass die Kiezmarkt GmbH einen Fleischer ausbilden will. 32 Mitarbeiter hat der Verbrauchermarkt, hinter dem eine wechselvolle Geschichte liegt: DDR-Lebensmittelgesch├Ąft, Eurospar, Intermarch├ę, dann betrieb ihn die Einzelhandelsfirma als privaten Spar und seit Juli dieses Jahres als Edeka. Nur hat sich bisher kein Jugendlicher gefunden, der dort Fleischer werden will. Deshalb bekam Denis ein so genanntes Schnupperpraktikum angeboten. Zwei Tage lang kann er dem Fleischer ├╝ber die Schulter gucken, um herauszufinden, ob das ein Beruf f├╝r ihn w├Ąre. Und die Firma kann sich ein Bild davon machen, ob Denis Einsatz, Geschick und Interesse zeigt.

Der Fleischerberuf ist Denis nicht v├Âllig fremd. Seine Mutter hat diesen Beruf gelernt. Doch wegen einer Allergie kann sie ihn nicht aus├╝ben, verpackt stattdessen auf 400 Eurobasis CDs in einer Fabrik. Denis macht zurzeit den gleichen Job. So ist er besch├Ąftigt und verdient eigenes Geld.

Denis geh├Ârt zu den 271.000 Jugendlichen, die dieses Jahr noch ohne Lehrstelle sind. Im Juli 2004 haben die Bundesregierung und die Spitzenverb├Ąnde der Wirtschaft f├╝r die Dauer von drei Jahren einen "Nationalen Pakt f├╝r Ausbildung" geschlossen.

Nach monatelangem Tauziehen haben die Wirtschaftsverb├Ąnde versprochen, j├Ąhrlich 30.000 neue Ausbildungspl├Ątze zu schaffen. Doch seit Oktober 2005 bis Ende Juli dieses Jahres wurden der Bundesagentur f├╝r Arbeit 402.400 Ausbildungsstellen gemeldet. Das ist ein Prozent weniger als im Vorjahr. Daf├╝r haben sich mit 678.500 Jugendlichen ein Prozent mehr bei ihrer Suche an die Bundesagentur gewandt.

Die freie Lehrstelle im Kiezmarkt hat Denis zusammen mit seiner Mutter im Internet gefunden. Seine Eltern haben sich vor einiger Zeit einen Internetanschluss zugelegt. Nicht, um billige Fl├╝ge zu buchen, sondern um sich auf die virtuelle Lehrstellensuche in ganz Deutschland zu begeben. Etwa 100 Bewerbungen hat Denis geschrieben. Weil er gerne bastelt und sich f├╝r Technik interessiert, wollte er Industriemechaniker werden, wie sein ├Ąlterer Bruder. Oder Kfz-Mechaniker, Schiffsbaumechaniker, Elektroniker. In Wiesbaden, Bremen, Hamburg, Berlin. Doch nur zu f├╝nf Vorstellungsgespr├Ąchen wurde er eingeladen. Das ├╝berrascht nicht. Ein Hauptsch├╝ler mit einem Notendurchschnitt von 2,9, einer 5 in Mathe und einer 4 in Deutsch hat wenig Chancen, zumal sich immer mehr Abiturienten auf Lehrstellen bewerben. Deshalb konnte sich Denis auch vorstellen, Koch zu werden. Oder eben Fleischer. Hauptsache, eine Lehrstelle.

F├╝nf Minuten vor sechs erscheint Andreas Wich, der Abteilungsleiter f├╝r Fleisch, Wurst und K├Ąse. Er ist 43, ein zupackender Mann mit Brille, Halbglatze und Doppelkinn, Fleischer-Wurstfingern und einem stattlichen Bauch unter der blauen Sch├╝rze. Mit einem lauten "Moin, moin" begr├╝├čt er Denis und f├╝hrt ihn ├╝ber den Hof zum Hintereingang. Vorbei am Aufenthaltsraum, wo zwei Frauen eine Geburtstagstorte aus Klopapierrollen mit einem Sparschwein f├╝r eine Kollegin vorbereiten. Die Filialleiterin wirft ihm ein fr├Âhliches "Hallo, guten Morgen" zu. Andreas Wich dr├╝ckt ihm eine Sch├╝rze in die Hand und fasst kurz und knapp zusammen, worauf es ankommt. "Man darf sich vor nichts ekeln, muss alles probieren k├Ânnen und darf kein Vegetarier sein." Denis nickt zustimmend und bindet sich die Sch├╝rze um.

Andreas Wich fragt ihn, ob er schon einmal mit Fleisch zu tun hatte. Denis erz├Ąhlt von einem Dreisternehotel in Stuttgart, wo er bis Anfang dieses Jahres ein dreimonatiges Praktikum absolviert hat, sogar eine Zusage zu einem Ausbildungsvertrag als Koch bekam. Der Preis war ihm allerdings zu hoch. Er habe bis 14 Stunden t├Ąglich arbeiten m├╝ssen und sich als billige Arbeitskraft gef├╝hlt. Auch im Kiezmarkt muss zugepackt werden, macht Andreas Wich ihm klar. F├╝r viele Worte bleibt keine Zeit. In einem Satz erkl├Ąrt er die Schlachterei. "Tisch, S├Ąge, Ofen, Gew├╝rzregal, K├╝hlraum f├╝r Wurst, K├╝hlraum f├╝r Fleisch."

Ihm ist es lieber, Denis legt gleich los. Schweine werden im Kiezmarkt nicht geschlachtet, das Fleisch wird von der Supermarktkette Reichelt geliefert und zu Schnitzeln, Rouladen, Gehacktem und Grilltaschen verarbeitet. Jeden Montagmorgen wird die Fleischtheke neu aufgef├╝llt. Es gibt viel zu tun, der Supermarkt ├Âffnet um sieben.

Bereitwillig folgt Denis den Anweisungen und w├Ąscht sich erst einmal die H├Ąnde. Wenige Minuten sp├Ąter steht er an der Fleischs├Ągemaschine und schneidet halb ├Ąngstlich, halb beherzt Koteletts, so wie es ihm Abteilungsleiter Wich gezeigt hat. Er schabt das Knochenmehl ab, legt die Scheiben auf ein Tablett, w├Ąscht sich wieder die H├Ąnde, tr├Ągt die Koteletts heraus zur Fleischtheke. Aufmerksam h├Ârt er Andreas Wich zu, seinen Erkl├Ąrungen zu Schnitzelfleisch, Lachsfleisch, Tafelspitz, H├╝fte, Kugel, Unterschale und Oberschale. Neugierig schaut er zu, wie er mit einem Messer Rindersteaks von der Mittelsehne befreit. Gewissenhaft schneidet er Schweinefleisch in d├╝nne Scheiben und flechtet jeweils drei zu einem Zopf, zu so genannten Grillz├Âpfen. Als Andreas Wich ein Dutzend ordentlich geflochtene Fleischz├Âpfe vor sich sieht, ist er voll des Lobes. "Wie aus dem Bilderbuch, super." Auch beim Zubereiten von Cordon Bleu stellt sich Denis geschickt an. "Einwandfrei", lobt er.

"Wir suchen h├Ąnderingend einen Lehrling", sagt Andreas Wich. Dass die Schulabg├Ąnger nicht Schlange stehen, ├╝berrascht ihn kaum. Der Fleischerberuf gilt als unattraktiv. "Die Arbeitszeit liegt nicht jedem. Die Bezahlung ist auch nicht wie bei einem Bankkaufmann und man macht sich die Finger schmutzig." Wich hat seine Ausbildung 1979 bis 1981 in Th├╝ringen gemacht. Eine Lehrstelle musste er damals nicht suchen. Sein Vater kam mit einem Arbeitsvertrag nach Hause, den er nur noch unterschreiben sollte. "Ich habe mich fr├╝her nicht mit dem Beruf identifiziert", sagt er. "Aber jetzt bin ich froh."

Endlich am Ziel zu sein - das hatte Denis vor zwei Wochen auch gedacht. Er war bei der Berliner Stadtreinigung, wo sein Vater als Fahrer arbeitet, zu einem Bewerbungstest eingeladen gewesen. Dort war kurzfristig eine bereits vergebene Lehrstelle als Industriemechaniker frei geworden. Er war zuversichtlich nach der einst├╝ndigen Pr├╝fung. "Das ist meine letzte Chance", sagte er. Die Tage zuvor hatte er sich im Internet schnell noch einiges angelesen ├╝ber Mathematik und etwas Grundwissen Politik. Er wollte es nicht vermasseln. "Die vielen Absagen sind dr├╝ckend."

Er hat den Einstellungstest nicht bestanden. Am Telefon erfuhr er, dass er weit unter der notwendigen Punktezahl lag. "Ich h├Ątte mich in der Schule mehr anstrengen sollen", sagt er mit kleinlauter Stimme. "Im Nachhinein sieht man klarer." Auf die f├╝nfzig Lehrstellen bei der Stadtreinigung als Kraftfahrzeugmechatroniker, Industriemechaniker, Kaufmann f├╝r B├╝rokommunikation und Fachkraft im Gastgewerbe haben sich 1.700 Jugendliche beworben. 911 wurden zum Test eingeladen, nur 180 haben ihn erfolgreich absolviert.

Der Abteilungsleiter f├╝r Fleisch, Wurst und K├Ąse ist sehr zufrieden mit Denis. Schon nach wenigen Stunden h├Ąlt Wich den rechten Daumen nach oben. "Er hat denkbar beste Voraussetzungen", sagt er. "Er war einige Zeit in einer Hotelk├╝che, seine Mutter ist Fleischerin und er isst alles au├čer Schmorgurken, wie ich." Auch Denis haben die zwei Tage gefallen. "Es war ganz gut. Der Fleischer hat gesagt, er w├╝rde mich sofort nehmen."

Doch er ist nicht der Einzige, der sich f├╝r diese Lehrstelle interessiert. Vor ihm hat ein anderer Jugendlicher ein Schnupperpraktikum gemacht und nach ihm wird noch eine Sch├╝lerin zur Probe kommen. F├╝r wen sich der Chef entscheidet, der derzeit im Urlaub ist, wird Denis n├Ąchste Woche erfahren. "Wenn es klappt", sagt er, w├Ąre es super. "Mit einer Lehrstelle k├Ânnte ich mein Leben auf eine gerade Bahn lenken." Und wenn nicht? "Das w├Ąre Mist."

taz vom 11.8.2006, S. 5, 306 Z. (TAZ-Bericht), BARBARA BOLLWAHN
http://www.taz.de/pt/2006/08/11/a0214.1/text


(meine Hervorhebungen)

Achim

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: B├Ąrchen | Datum:
Tanja schrieb:
>
> Heute kam bei Galileo ein Bericht ├╝ber die Herstellung von
> Seitan-Produkten (glaube, es war Wheaty, bin mir aber nicht
> sicher), der echt sehr interessant war. Zum einen wei├č ich
> nun endlich, wie die das Zeug so exakt in W├╝rstchenform
> kriegen (wurde hier im Forum ja auch schon einige Male
> gefragt ;-)), zum anderen haben sie ein paar Leute auf der
> Stra├če blind kosten lassen, und denen war meist nicht so ganz
> klar, da├č es sich dabei nicht um Leichenprodukte handelt. *g*
> Wer es sehen will, das Ganze wird
> Montag morgen
> wiederholt
. :-)
>
> Tanja

B├Ąrchen: Heute auch noch mal zum selben Thema: N24 Wissen
Top Thema: Vegetarische 'Metzgerei'


Und hier noch Ausz├╝ge aus einem Presseartikel:

[quote=Passauer Neue Presse]Wenn's mit der Wirtschaft aufw├Ąrts geht, dann geht's mit dem Metzger-Nachwuchs bergab. ┬╗Wir haben rund 40 Lehrstellen, die nicht besetzt sind┬ź, sagt Helmut K├Ânigsbauer, Obermeister der Metzger-Innung. Er k├Ąmpft gegen das Image-Problem seines Berufsstandes an [...] Die Ausbildungsvoraussetzungen sind nicht ├╝bertrieben hoch: ┬╗Wir erwarten einen Hauptschulabschluss, wobei vor allem die Mathematik-Note gut sein sollte. Die Bewerber m├╝ssen gesund sein und wegen des vielen Stehens weder extremes ├ťbergewicht haben noch Senk-, Platt- oder Spreizf├╝├če. Und Vegetarier oder Veganer sollte man in unserem Handwerk auch nicht sein┬ź, spricht Helmut K├Ânigsbauer aus Erfahrung - nicht nur als Obermeister, sondern auch als Begr├╝nder einer Gro├čmetzgerei.[/quote]

B├Ąrchen: Und jetzt f├╝r alle einen authentischen Einblick in das Berufsleben und die berufliche Motivation eines Metzgerchens, frei nach dem Motto: Was man nicht im Kopf hat oder als Mitgef├╝hl im Herzen, das hat man in den Armen...

[quote=Passauer Neue Presse]Seinen schlechten Mathe-Test zum Einstieg machte er mit der Begeisterung f├╝r den Job wieder wett [...] Wenn der 19-J├Ąhrige ein Pl├Ądoyer auf seinen Beruf halten sollte, fallen ihm spontan drei Dinge ein: ┬╗Die Arbeit macht richtig Spa├č. ┬ź So gerne er in der Produktion t├Ątig sei oder zum Schlachthof mitfahre, helfe er auch im Verkauf aus, obwohl es dort neben Fleisch und Wurst auch um Salate, K├Ąse und Getr├Ąnke gehe [...] [Quelle][/quote]

B├Ąrchen

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> B├Ąrchen: Heute auch noch mal zum selben Thema:

Hm, Dein Link funktioniert nicht (wohl wegen der ├╝berblangen Parameter?), aber siehe: http://maqi.de/tv/?id=20366.

> erwarten einen Hauptschulabschluss, wobei vor allem die
> Mathematik-Note gut sein sollte. Die Bewerber m├╝ssen gesund

Wozu braucht ein Metzger eigentlich Mathe?

Siehe dazu auch Nadel im Misthaufen f├╝r Metzgerinnungsobermeister und Unbeliebte Metzger.

Achim

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Ricarda+ | Datum:
Erstmal danke an Claude f├╝r das Video :)

Der Beitrag war ja doch recht interessant.
Ich hatte aber auch ein bisschen das Gef├╝hl, als w├╝rde der Seitan etwas exotisch dargestellt werden. Der "Metzger" sagt ja hin und wieder was von den Chinesen gemeint und es hatte ein bisschen den Flair von der neuesten Erfindung aus fernen Landen.
Wobei das ja f├╝r Leichenfresser wohl auch so ist..
Das Resumee war dann auch nicht so der Knaller, aber immerhin mal ein Beitrag zur Herstellung von veganem Essen, der Leichenfressern eine unblutige Alternative zeigt.

Ansonsten frag ich mich, warum die zu dem Gluten, Wasser und Gew├╝rzen noch extra ├ľl dazutun? Hat das irgendeinen bestimmten Effekt?

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Kalle | Datum:
Aheu Ricarda,

den Bericht um den es gerade bei Euch geht, habe ich nicht gesehen, aber ├ľl im Seitan erh├Âht den Fettgehalt des Produkts und wenn Du das dann auf den Grill legst oder in einer guten Pfanne ohne ├ľl anbraten willst, so bekommst Du ein besseres Ergebnis als wenn keins drin w├Ąre.

Bis dann,
Kalle

├ľl im Seitan

Autor: Ricarda+ | Datum:
Als Aromatr├Ąger macht das mit dem ├ľl ja Sinn. Wegen dem besseren Grillen und braten ohne ├ľl, kommt es halt drauf an, ob man das so machen will.
Was ich aber nicht so nachvollziehen kann, ist das mit dem Merken, dass das Essen viele Kalorien hat.
Vielleicht probier ich das einfach mal mit und mal ohne ├ľl aus und vergleiche (wobei ich das ja generell noch erstmal mit reinem Gluten probieren muss).

Re: Galileo: der vegetarische Metzger

Autor: Claude | Datum:
> Ansonsten frag ich mich, warum die zu dem Gluten, Wasser und
> Gew├╝rzen noch extra ├ľl dazutun? Hat das irgendeinen
> bestimmten Effekt?

Na weils besser schmeckt. Ich hab mal einen TV-Bericht gesehen da sagten sie wenn wir was essen merken wir schon im Mund ob es gen├╝gend Kalorien hat. D.h. es muss entweder s├╝ss oder fettig sein, sonst schmeckt es nicht. Zur Steinzeit war das wichtig. Heute ist es eher ung├╝nstig, da viele ├╝bergewichtig sind.
Ausserdem ist Fett ein Aromatr├Ąger.

Claude

Fett in der Nahrung

Autor: Karl Rudin | Datum:
Sieh mal an; wie unnat├╝rlich muss ich also sein, um veganes fettarmes Essen zu m├Âgen? ;)

Re: Fett in der Nahrung

Autor: Claude | Datum:
Unnat├╝rlich w├Ąr's nur wenn's kalorienarm ist. Veganes Essen muss aber nicht kalorienarm sein. Immerhin hab ich im letzten Monat etwa 17 Kilo zugenommen, nachdem ich diese krankheitsbedingt verloren hatte.

Claude

Galileo: Veganwonderland

Autor: Kr├╝mel | Datum:
Mal wieder nen Vergleich von Fleisch und Alternativprodukten:

http://www.youtube.com/watch?v=fNqOjlYUAHk

Nervt nur nen bissl, dass Alternativprodukte st├Ąndig Schummelfleisch genannt werden und man vllt den Eindruck bekommt, dass man als Veganer irre teure H├╝hnchen mit Plastikknochen essen muss. W├Ąre sch├Ân, wenn sie ├Âfter andere Alternativen zeigen w├╝rden.
Ob Jumbo iwann den XXL Gr├╝nkernbratling sucht?

Re: Selberwursten

Autor: K | Datum:
... f├╝rchterliche Kommentare. Eine Auflistung der Bl├Âdsinnigkeiten w├╝rde eine sehr lange Liste ergeben. Der eigentliche Grund f├╝r entsprechende Produkte, n├Ąmlich die Vermeidung von Mord und Ausbeutung wurde nat├╝rlich nicht erw├Ąhnt. Aber aus meiner Sicht sollten Nahrungsmittel auch nicht in die Form eines ermordeten und gerupften Huhns gepresst werden.

Davon abgesehen fand ich es nett, Kalle mal bei der Metty-Produktion zuzusehen ÔÇô Metty rules :-)

Gru├č
Kurt

[An passenden Beitrag umgeh├Ąngt - Mod]

Re: Selberwursten

Autor: Kalle | Datum:
Das traurige an dem ganzen Bericht ist, dass die 12 Stunden bei uns gedreht haben und wesentlich mehr Informationen sowohl in Interviews als auch in Gespr├Ąchen "nebenbei" bekommen haben. Eigentlich gibt's genug Material um nochmal einen viertelst├╝ndigen Beitrag zum Thema Veganismus und Tierrechte zu machen. Gesagt wurde dazu von uns jedenfalls mehr als genug.
Aber die Redaktion will nat├╝rlich nur Themen, die die Leute begeistern (wie eben ein Mett aus Reiswaffeln, das war der urspr├╝ngliche Aufh├Ąnger f├╝r die ganze Sache) und ihnen keine Schuldgef├╝hle einreden.
Und jeder Mensch mit einem Funken Verstand sollte merken, dass die Negativ-"Bewertungen" der Testesser sich teilweise widersprechen (die ganze "Masse" ist gew├╝rzt und am Ende ist es zu fad?), der sogenannte Koch offenbar keine Ahnung hat (Gem├╝sepaste - geht's noch?) und auch echtes Mett ziemlich weich ist. Und Bambus k├Ânnen sie auch nicht von "h├Âlzernem Spargel" unterscheiden. Ganz gro├čes Kino, aber vielleicht sollte man solche Grillpartys nicht in M├╝nchen stattfinden lassen...;-)
Ganz gro├č auch der Kommentar dass es zum Di├Ąten schonmal geht. Naja, die Resonanz, die wir erhalten ist fast durchweg positiv und etliche Leute probieren die genannten Produkte jetzt aus.

Bis dann,
Kalle

Re: Selberwursten

Autor: dom | Datum:
Wieso habt Ihr da eigentlich mitgemacht? Bei der Sendung Galileo moechte ich nicht genannt werden, weil ich weiss, dass die nur Scheisse senden! Wahrscheinlich koennt Irh sogar noch froh sein, dass Jumbo Schneider (oder wie der Spacko auch heisst) nicht auch noch der groessten Fake-Fleisch-Burger der Welt probieren wollte.

Nein, mal in Ernst: Warum habt Ihr da mitgemacht?

Re: Selberwursten

Autor: Kalle | Datum:
dom schrieb:
>
> Wieso habt Ihr da eigentlich mitgemacht? Bei der Sendung
> Galileo moechte ich nicht genannt werden, weil ich weiss,
> dass die nur Scheisse senden! Wahrscheinlich koennt Irh sogar
> noch froh sein, dass Jumbo Schneider (oder wie der Spacko
> auch heisst) nicht auch noch der groessten
> Fake-Fleisch-Burger der Welt probieren wollte.

Wir hatten tats├Ąchlich mal die Anfrage f├╝r eine W├╝rstchenvergleich mit Jumbo Schreiner. Das haben wir jedoch nicht gemacht.

>
> Nein, mal in Ernst: Warum habt Ihr da mitgemacht?
Weil das nach den ersten Gespr├Ąchen ein Bericht ├╝ber's VeganWonderland und unsere Alternativen/Eigenprodukte (der Zwiebelmetty hat der Redaktion wohl sehr imponiert und eine "Story" versprochen) werden sollte. Das mit der Grillparty und dem Vergleichsessen haben wir (soweit ich mich erinnere) erst am Drehtag mitbekommen. Und man gibt ja die Hoffnung nicht auf dann doch ein paar Sachen zu vermitteln. Dass die Ganze Sache dann doch sehr oberfl├Ąchlich bzw. die Ethik bzw. unsere Motivation in keinster Weise angesprochen wurde war dann schon extrem entt├Ąuschend.

Bis dann,
Kalle

Galileo - ein Tiefflieger

Autor: Tobi | Datum:
Ich m├Âchte dazu auch etwas sagen. Ich fand, dass Ihr Euch insgesamt nicht schlecht verkauft habt, wenn man bedenkt, wie flach und manipulativ diese Schei├č-Sendung Galileo ist. Am allermeisten hat mich die (sinngem.) Aussage gest├Ârt:
Zitat: Die Fake-Filets liefern lebensnotwendiges Eiwei├č aus Weizen. Gesund. Aaaaber:
Und dann sieht man Kim sagen, dass man als Veganer (und nebenbei nat├╝rlich auch alle Nichtveganer) darauf achten muss, dass man genug B12 integriert. V├Âllig aus dem Zusammenhang gerissen. Was hat denn bittesch├Ân Protein mit der Thematik B12 zu tun? Die haben da einfach etwas aus ihrem Material zusammengschnibbelt, um auch ja Vegankost (denn mehr wollen die ja gar nicht ansprechen) nicht nur positiv dastehen zu lassen. Ein Kommentar ├╝ber das Fehlen des Wichtigsten (die Ethik) erspare ich mir hier.
Das Zweite, was mich gest├Ârt hat: "Fake-Food". Zum Kotzen! Es handelt sich eben nicht um imitierte Nahrungsmittel, es sind Nahrungsmittel, im Ggs. zu den Leichen!
Insgesamt kamt Ihr (Kalle und Kim) symphatisch r├╝ber, doch die Deppen von Galileo haben es mMn. mal wieder geschafft, Veganer als Spinner mit Tabletten darzustellen. Das hat mich eben richtig ge├Ąrgert.

Tobi

Re: Galileo - ein Tiefflieger

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
W├╝rde ich so unterschreiben. Waren ja quasi zwei Berichte zu einem zusammengest├╝ckelt, einmal Vegan Wonderland, einmal der Grillbl├Âdsinn. Da w├╝rde ich gern mal das ungeschnittene Material sehen - ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass viele der Kommentare fielen, nachdem denn Leuten gesagt wurde, dass es keine Leichen sind. Wie ├╝blich: voher "boah, lecker", hinterher "ja, hat schon irgendwie komisch geschmeckt".

Im VW-Teil fand ich Kims Aussage, dass viele "Heimlich" vegan sein wollten und daher Seiten-H├╝hnerbeine etc. kaufen w├╝rden, etwas befremdlich, vorsichtig gesagt.

Achim

Re: Galileo - ein Tiefflieger

Autor: Kalle | Datum:
Achim St├Â├čer schrieb:
>
> Im VW-Teil fand ich Kims Aussage, dass viele "Heimlich" vegan
> sein wollten und daher Seiten-H├╝hnerbeine etc. kaufen w├╝rden,
> etwas befremdlich, vorsichtig gesagt.

War nat├╝rlich auch wieder etwas aus dem Zusammenhang gerissen. Wir haben aber tats├Ąchlich Kunden, die darum bitten, dass kein VeganWonderland-Aufkleber auf dem Paket ist wenn es zugestellt wird, damit Arbeitskollegen nicht mitbekommen, dass sie vegan leben. Da stehen dann nat├╝rlich "echt" aussehende Alternativen ziemlich hoch im Kurs.

Bis dann,
Kalle

Sojagulasch ohne Unterschied

Autor: martin | Datum:
> Da w├╝rde ich gern mal das ungeschnittene
> Material sehen - ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren,
> dass viele der Kommentare fielen, nachdem denn Leuten
> gesagt wurde, dass es keine Leichen sind. Wie ├╝blich: voher
> "boah, lecker", hinterher "ja, hat schon irgendwie komisch
> geschmeckt".

Genau so ist es. Auch bei diesem Austausch-Test hat kaum jemand vorher etwas gemerkt und selbst hinerher haben es immer noch einige bezweifelt. Bei anderen kam der Kommentar "jetzt wo Sie es sagen".
Die Veganismus-Gegner k├Ânnen einem fast leid tun. Jetzt ist auch noch ihr letztes Argument, veganes Essen w├╝rde zumindest nicht den Geschmack ersetzen k├Ânnen, in Bach runter gegangen.

Re: Sojagulasch ohne Unterschied

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> > Da w├╝rde ich gern mal das ungeschnittene
> > Material sehen - ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren,
> > dass viele der Kommentare fielen, nachdem denn Leuten
> > gesagt wurde, dass es keine Leichen sind. Wie ├╝blich: voher
> > "boah, lecker", hinterher "ja, hat schon irgendwie komisch
> > geschmeckt".
>
> Genau so ist es. Auch bei
> diesem
> Austausch-Test
hat kaum jemand vorher etwas gemerkt und
> selbst hinerher haben es immer noch einige bezweifelt. Bei
> anderen kam der Kommentar "jetzt wo Sie es sagen".

88% haben selbst bei dieser Vorgehensweise nichts bemerkt. Und die restlichen 12%? Ein Wunder, dass es nicht mehr waren, die mitbekommen haben, wie die am Nebentisch aufgekl├Ąrt wurden, oder die sich bei einem Kamerateam, das merkw├╝rdige Fragen stellte ("Ist ihnen an dem Gulasch was aufgefallen?"), nicht an eine der bereits sicher einem Dutzend Boulevardsendungen ├Ąhnlicher Art erinnerten und so schlossen, dass das, was sie eben noch f├╝r Leichen gehalten hatten, wohl "Tofu oder so" sein musste; davon, dass wiedereinmal die Befragung unklar war, ganz abgesehen (aus einer Antwort l├Ąsst sich die Frage "Was w├╝rden Sie sagen, wenn ich Ihnen sage, dass das kein Fleisch, sondern Sojagulasch war?" erschlie├čen).

Ich wette, wenn mal ein entsprechendes Fernsehteam 300 Leute in einer Mensa fragt, ohne dass die Leichen im Gulasch durch Soja ersetzt w├╝rden werden ebenfalls 12% diese als "Sojazeug" etc. "identifizieren". "ja, irgendwie hat das komisch geschmeckt, zu wenig gew├╝rzt und viel zu scharf, und auch die Konsizent, also nein ..."

In Wie gut ist das Fleisch auf unseren Tellern? wurde - originell - ein Vergleichstest Cevapcici/Bolognese/Salami (einmal Leichen, einmal "vegetarisch" - soweit ich sehen konnte vegan) bei "Marktbesuchern" vorgef├╝hrt. Eine meinte: "Das mit dem Fleisch schmeckt besser" (soviel zum Doppelblindversuch). Der "Koch", der den leuten das Zeug anbot, war, scheint mir, ein weeeenig voreingenommen. Wie ├╝brigens die ganze Sendung, ein paaar Beispiele: Ein Physiker erkl├Ąrt, wie man am besten Leichen br├Ąt, zu gewinnen gibt's ein Bratenthermometer (Quizfrage: Was muss sei Anfang 2010 drin sein: Tee in "Teerwurst", "Kalbsleber" in "Kalbsleberwurst", "Schweinskopf" in "Schweinkopfs├╝lze", Bier in Biercshinken).
"H├╝hnersuppe" als Erk├Ąltungsmittel, und, wenn F├╝├če mitgekocht werden, Blutdrucksenker (in Japan werden inzwischen funtional food-Erfrischungsgetr├Ąnke mit H├╝hnerfu├čextrakt angereichert). Ein Bauer (Uria e.V.), der seine Opfer (Rinder) "human", "schonend", "mit Respekt" ermordet (deruch Kopfschu├č auf der Weide "bet├Ąubt" und in einer mobilen "Schlachtbox" "weiterverarbeitet". Immerhin wurde deutlich gemacht, dass das ganze "zur Bestandregulierung" notwendig sei, da die K├Ąlber nicht von der Mutter, die m├Ąnnlichen nicht von den weiblichen getrennt werden (sprich:weil er sich ja nicht um 5000 k├╝mmern will nach 20 Jahren). Dem M├Ârder kamen die Tr├Ąnen. Alibim├Ą├čig ein alter Veggieday-Bericht.

Achim

PS: Die L├Âsung ist "Kalbsleberwurst". Wenn keine K├Ąlber- sondern "nur" Schweineleber enthalten ist, hei├čt die Wurst sei neuestem "Kalbfleisch-Leberwurst". "Schweinskopfs├╝lze" enth├Ąlt schon immer die "Schweinemaske", also die Gesichtshaut mit anhaftendem Fett, Bindegewebe und Muskulatur. Tee bzw. Bier sind nicht in den entsprechenden Leichenmusprodukten enthalten.

Re: Sojagulasch ohne Unterschied

Autor: martin | Datum:

> Und die restlichen 12%? Ein Wunder, dass es nicht mehr waren,
> die mitbekommen haben, wie die am Nebentisch aufgekl├Ąrt

Wobei "etwas mitbekommen" auch relativ ist. Bei einem anderen Versuch im Fernsehen fiel unter "mitbekommen" die Vermutung, dass es wohl "anderes Fleisch als gew├Âhnlich" gewesen sei. Der Anteil derer, die gemerkt haben, dass es gar keines war, d├╝rfte daher wahrscheinlich unter 10% liegen.

"Du musst ordentlich von dem Fleich essen!"

Autor: K | Datum:
Eine Erlebnis unsererseits passt hier irgendwie:

Vor einiger Zeit haben wir unseren Dachboden ausgebaut bzw. z.T. ausbauen lassen. Ein Handwerker, der manchmal bei uns mit gegessen hat und nicht wusste, dass wir Veganer sind, stach einen Sojabrocken auf die Gabel und sagte zu unserem Sohn: "Du musst ordentlich von dem Fleich essen!". Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits eine halbe Portion "mexikanischen Gulasch-Eintopf" (nicht wirklich scharf wegen der Kinder) gegessen. Soviel dazu :-)

Viele Gr├╝├če
Kurt

Re: Sojagulasch ohne Unterschied

Autor: Marco | Datum:
martin schrieb:
>
> Die Veganismus-Gegner k├Ânnen einem fast leid tun. Jetzt ist
> auch noch ihr letztes Argument, veganes Essen w├╝rde zumindest
> nicht den Geschmack ersetzen k├Ânnen, in Bach runter gegangen.

Ach was, da kann man sich noch alle m├Âglichen und unm├Âglichen "Argumente" aus den Fingern saugen. Passend dazu der Kommentar am Ende: "[...] geschmacklich nicht, aber die Konsistenz ist schon anders."

Re: Selberwursten

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Und jeder Mensch mit einem Funken Verstand sollte merken,
> dass die Negativ-"Bewertungen" der Testesser sich teilweise
> widersprechen (die ganze "Masse" ist gew├╝rzt und am Ende ist
> es zu fad?), der sogenannte Koch offenbar keine Ahnung hat

Ja ... ist das nicht immer so? Sie m├╝ssen irgendetwas kritisieren, und da es nichts zu kritisieren gint, denken sie sich was aus. Das das dann inkonsistent ist liegt in der Natur der Sache.

> weich ist. Und Bambus k├Ânnen sie auch nicht von "h├Âlzernem
> Spargel" unterscheiden. Ganz gro├čes Kino, aber vielleicht

Bambus? Ist das der "Knochen"? Hm, in der Zutatenliste steht "Zuckerrohr".

> sollte man solche Grillpartys nicht in M├╝nchen stattfinden
> lassen...;-)

Sollte man gar nicht stattfinden lasse, war ja ein Vergleichsessen - mit Leichen.

Achim

Re: Selberwursten

Autor: Kalle | Datum:
Achim St├Â├čer schrieb:
> Bambus? Ist das der "Knochen"? Hm, in der Zutatenliste steht
> "Zuckerrohr".

Oje, da hast Du mich jetzt ertappt. Ohne auf die Liste zu schauen war ich der festen ├ťberzeugung, dass es Bambus ist. Dann bin ich offenbar genauso unf├Ąhig wie der Testesser - wobei ich es auf keinen Fall als h├Âlzernen Spargel identifiziert h├Ątte. Hab die Dinger aber schon lange nicht mehr gegessen.

> > sollte man solche Grillpartys nicht in M├╝nchen stattfinden
> > lassen...;-)
>
> Sollte man gar nicht stattfinden lasse, war ja ein
> Vergleichsessen - mit Leichen.

Auch wieder wahr.

Bis dann,
Kalle