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Veganismusforum:
Demeter-Anbau

Anzahl Beitr├Ąge in diesem Thread: 18

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Demeter-Anbau

Autor: Marton | Datum:
Ich habe geh├Ârt, dass K├╝he wesentlich zur Demeter-Agrarwirtschaft geh├Âren -- wegen der D├╝nger und der Anthroposophie und kosmischer Kreisl├Ąufe, die sie haben. Ein Betrieb, der ├äpfel anbaut und Schweine z├╝chtet, k├Ânnte vegan werden, man m├╝sste nur die Fleischabteilung abbauen, Eierabteilung abbauen und Gem├╝se und Obst aufbauen. Aber anscheinend nicht so bei Demeter. Denn das heisst, es gibt Demeter-H├Âfe mit und ohne Kartoffelanbau, mit und ohne H├╝hner und Schweine, aber nie ohne K├╝he, die seien im Konzept komplett eingegliedert und verankert. Daher kann das nicht vegan sein, nicht mal werden. Sollte man von solchen auch keine veganen Zeugs kaufen?

Re: Demeter-Anbau

Autor: Kr├╝mel | Datum:
Zitat: Eine eigene Tierhaltung geh├Ârt - im Hinblick auf die Entwicklung des Betriebes - unverzichtbar zu ei-
ner landwirtschaftlichen Betriebsindividualit├Ąt. Das gilt insbesondere f├╝r die Wiederk├Ąuerhaltung.

Aus den Demeterrichtlinien
http://www.demeter.de/index.php?id=1521&MP=13-1491&no_cache=1&file=10&uid=343

Scheinen auch ziemlich esoterisch zu sein ._.

Re: Demeter-Anbau

Autor: martin | Datum:

> Sollte man von solchen auch
> keine veganen Zeugs kaufen?

W├╝rde ich nicht (deswegen) sagen, weil aller anderer Landbau genauso Tierd├╝ngung verwendet. Was die Richtlinie angeht, so k├Ânnte sie sp├Ąter auch ge├Ąndert werden. Man kann also nicht sagen, diese Betrieben k├Ânnten nie vegan werden.

(An Bio st├Ârt ganz grunds├Ątzlich, dass sie keinen Kunstd├╝nger zulassen wollen. Daf├╝r sehe ich keine zwingenden Gr├╝nde.)

Ein Boykottgrund w├Ąre eher, dass hier Anthroposophen dahinterstehen und sektiererische Unternehmen nicht gerade unterst├╝tzenswert sind.

Re: Demeter-Anbau

Autor: Liliales | Datum:
Eine Zeit lang habe ich bem├╝ht, demeter-Produkte (Gem├╝se, Tofu und Getreide) zu kaufen, da ich von vielen Seiten h├Âre, dass das "das bioste Bio" w├Ąre. Nicht mit dieser Wortwahl, aber das fasst diese Tendenzen ganz gut zusammen.
Mittlerweile versuche ich, demeter zu vermeiden, schlie├člich bekommt man die veganen Produkte, die sie herstellen, oft ganz gut von einem Betrieb, der keine tierischen Produkte verwendet bzw. herstellt. Immer kann man ja nicht darauf achten, aber bei demeter wei├č man schlie├člich, dass die Produktion unausweichlich mit Qual verbunden ist.

Es w├╝rde mich interessieren, ob ihr irgendeine falsche Logik in meiner Sichtweise seht. :)

Re: Demeter-Anbau

Autor: gretel | Datum:
martin schrieb:
>
>
> > Sollte man von solchen auch
> > keine veganen Zeugs kaufen?
>
> W├╝rde ich nicht (deswegen) sagen, weil aller anderer Landbau
> genauso Tierd├╝ngung verwendet.
> (An Bio st├Ârt ganz grunds├Ątzlich, dass sie keinen Kunstd├╝nger
> zulassen wollen. Daf├╝r sehe ich keine zwingenden Gr├╝nde.)
>

Warum denn die Kunstd├╝nger? Das Beste w├Ąre ein organischer D├╝nger aus nat├╝rlichen Abfallprodukten wie z. B. Kompost. Und auch die Algen- durch seinen hohen Anteil an Kalium, Stickstoff, Phosphor und Spurenelementen wie Magnesium ist Algend├╝nger ein vorz├╝glicher organischer D├╝nger und man kann ihn in G├Ąrten, Gew├Ąchsh├Ąusern, Blumenk├╝beln und Feldern verwenden.
Es gibt schon kleinere Betriebe,die diese Alternative n├╝tzen.

Kunstd├╝nger

Autor: martin | Datum:

> Warum denn die Kunstd├╝nger?

Weil D├╝nger ben├Âtigt wird und mineralischer D├╝nger meist effektiver ist als nicht-tierlicher organischer.

Wobei ich ├╝berhaupt nichts gegen nicht-tierlichen organischen D├╝nger habe, ich meine nur, dass die pauschale Ablehnung von k├╝nstlichem D├╝nger irrational und wenig sinnvoll ist. Aber sicher sollte man nach M├Âglichkeit nicht-tierlichen organischen bevorzugen und k├╝nstlichen nur zur Erg├Ąnzung (aus ├Âkologischen Gr├╝nden).

Re: Kunstd├╝nger

Autor: vanni | Datum:
ein wichtiger grundsatz im ├Âkolandbau ist die schonung von resourcen. die herstellung mineralischer stickstoffd├╝nger ist sehr energieaufwendig und bez├╝glich nachhaltigkeit keine gute wahl. der (durch die EU vorgeschriebene und in anbauverb├Ąnden noch st├Ąrker) restriktive einsatz von d├╝ngemitteln dient ebenso dem schutz von ├Âkosystemen (grundwasser, oberfl├Ąchengew├Ąsser, angrenzende fl├Ąchen etc.) vor n├Ąhrstoffeintr├Ągen (v.a. N und P) und den konsequenzen dadurch (nitrat im grundwasser, eutrophierte gew├Ąsser, verlust von artenvielfalt durch f├Ârderung von konkurrenzstarken generalisten etc.).

kompost und algend├╝nger w├Ąren mengenm├Ą├čig gar nicht ausreichend verf├╝gbar, um die fl├Ąchen mit gen├╝gend n├Ąhrstoffen zu versorgen. im ├Âkolandbau spielt daher die gr├╝ndungung und leguminosenanbau (fixierung von luft-stickstoff durch bestimmte bakterien, die mit den pflanzen in symbiose leben) eine existentielle rolle.

Re: Kunstd├╝nger

Autor: martin | Datum:

> ein wichtiger grundsatz im ├Âkolandbau ist die schonung von
> resourcen. die herstellung mineralischer stickstoffd├╝nger ist
> sehr energieaufwendig und bez├╝glich nachhaltigkeit keine gute
> wahl.

Sicher, aber der notwendige Einsatz kann mit z.B. den von dir genannten und von Achim verlinkten Alternativen entsprechend reduziert werden.

Wenn ich das richtig verstanden habe, ist zur Herstellung von mineralischem D├╝nger ein hoher Energieaufwand f├╝r Temperatur und Druckerzeugung notwendig, aber ohne "Vorgabe" des Energietr├Ągers. Wenn hier erneuerbare Energien eingesetzt werden, d├╝rfte das Nachhaltigkeitsproblem gemindert werden.

> der (durch die EU vorgeschriebene und in anbauverb├Ąnden
> noch st├Ąrker) restriktive einsatz von d├╝ngemitteln dient
> ebenso dem schutz von ├Âkosystemen (grundwasser,
> oberfl├Ąchengew├Ąsser, angrenzende fl├Ąchen etc.) vor
> n├Ąhrstoffeintr├Ągen (v.a. N und P) und den konsequenzen
> dadurch (nitrat im grundwasser, eutrophierte gew├Ąsser,
> verlust von artenvielfalt durch f├Ârderung von
> konkurrenzstarken generalisten etc.).

Diese Probleme treten m.W. vor allem bei G├╝lled├╝ngung auf, da diese ohne die Aufnahmef├Ąhigkeit des Bodens zu beachten auf den Feldern entsorgt wird. Bei mineralischem D├╝nger ist eine sehr genaue Dosierung m├Âglich, sodass diese Probleme nicht so stark auftreten w├╝rden.

> kompost und algend├╝nger w├Ąren mengenm├Ą├čig gar nicht
> ausreichend verf├╝gbar, um die fl├Ąchen mit gen├╝gend
> n├Ąhrstoffen zu versorgen. im ├Âkolandbau spielt daher die
> gr├╝ndungung und leguminosenanbau (fixierung von
> luft-stickstoff durch bestimmte bakterien, die mit den
> pflanzen in symbiose leben) eine existentielle rolle.

Ja, aber reicht das denn dann auch? Soweit ich wei├č nicht, da selbst beim ├Âkologischen Landbau mit G├╝lled├╝ngung die Ernteertr├Ąge signifikant niedriger sind. Nun braucht man sicherlich weniger Ertr├Ąge, wenn die gegenw├Ąrtige Verschwendung durch den "Tierfutter"-Anbau wegf├Ąllt sowie das Wegwerfen von Lebensmitteln, aber auch dann ist es ├Âkologisch besser, wenig Fl├Ąche intensiv, als viel Fl├Ąche extensiv zu nutzen und daf├╝r br├Ąuchte man dann Kunstd├╝nger-Zugaben. Deshalb ist m.E. die grunds├Ątzliche Ablehnung von Kunstd├╝nger nicht sinnvoll.

Re: Kunstd├╝nger

Autor: vanni | Datum:
hi,
die verlusth├Âhe von stickstoffverbindungen durch g├╝lle/jauche/mistapplikation ist auch sehr stark abh├Ąngig von der ausbringungstechnik und kann durch injektion auf ein minimum reduziert werden. aubringung mit pralltellern ist nicht mehr zeitgem├Ą├č und verursacht hohe geruchsbel├Ąstigungen. durch mineralische d├╝ngung kann es ebenso zu hohen verlusten kommen. viele landwirte befolgen die maxime "viel hilft viel". beim einsatz mineralischer d├╝nger hat man eher lachgasemissionen (treibhausgas) und auch bei diesen d├╝ngern ist die beachtung gewisser faktoren (wetter, ausbringungsmenge, pflanzenbedarf,...) wichtig, um verluste zu minimieren. es liegt weniger daran, was ausgebracht wird, sondern wer es ausbringt. viele landwirte sind einfach unsensibel, was die absch├Ątzung von umweltrisiken durch ihr wirken betrifft. man kann heutzutage teilfl├Ąchenspezifisch sensorgesteuert d├╝ngemittel ausbringen. das schont die umwelt und den geldbeutel des landwirts, aber die wenigsten sind mit dieser technik ausgestattet. was technische neuerungen betrifft sind recht viele landwirte sehr konservativ und bleiben lieber bei ihrer altbew├Ąhrten (aber vor allem alten...) technik. neuerungen sind ja auch immer mit kosten verbunden.

die ertr├Ąge im ├Âkolandbau liegen ja nicht nur hinter konventionellen zur├╝ck, weil der d├╝ngemitteleinsatz ein anderer ist. sie d├╝rfen ja auch keine chemisch-synthetisch hergestellten pflanzenschutzmittel anwenden. das ist ein gro├čer knackpunkt und f├╝hrt manches mal ertragsm├Ą├čig zu totalausf├Ąllen. und weil der ├Âkosektor so klein ist, gibts kaum wirkungsvolle mittel, weil die kosten f├╝r die entwicklung zu gro├č f├╝r diesen kleinen markt sind.

ich lehne den einsatz von kunstd├╝nger ├╝brigens nicht ab. manche landwirte bauen gro├čen "mist" was ihre d├╝ngung betrifft. sowohl mineralisch als auch organisch. was das f├╝r konsequenzen hat, muss erstmal in deren k├Âpfe rein. sonst wird sich da ├Âkologisch gar nichts ├Ąndern. aber es zeigt sich immer wieder, dass leider viele landwirte einfach unkooperativ und nicht kritikf├Ąhig sind.

gru├č

Tierische Produkte als D├╝nger

Autor: Klaus M├╝ller aus K├Âln | Datum:
In der Landwirtschaft wird neben Dung auch Knochen- , Horn- und Blutmehl und Hornsp├Ąne verwendet.

So wird die bei der Verrottung von Pferdedung entstehende W├Ąrme genutzt um fr├╝her im Jahr zu Ernten.

Beim Anbau von Obst m├╝ssen Honigbienen gehalten werden um die Best├Ąubung sicherzustellen. Dank Monokultur & Raubbau an der Natur gibt es zuwenige Wild lebende Bienen um die Bl├╝ten zu best├Ąuben.

Re: Tierische Produkte als D├╝nger

Autor: Marco | Datum:
Klaus M├╝ller aus K├Âln schrieb:
>
> Best├Ąubung sicherzustellen. Dank Monokultur & Raubbau an der
> Natur gibt es zuwenige Wild lebende Bienen um die Bl├╝ten zu
> best├Ąuben.

Ein wichtiger Grund f├╝r das Aussterben von best├Ąubenden Insekten (nicht nur, aber auch Bienen) ist die "Imkerei". W├Ąre die nicht nur schon aus ethischen Gr├╝nden abzulehnen, dann aufgrund der Best├Ąubung dieser Pflanzen und der Artenvielfalt.

Re: Tierische Produkte als D├╝nger

Autor: vanni | Datum:
k├Ânntest du das n├Ąher erl├Ąutern? woher hast du diese info? die intensivierung der landwirtschaft und fl├Ąchenverbrauch sind mit sicherheit hauptfaktor f├╝r's artensterben. imkerei ist so "unbedeutend" daf├╝r, dass sie nicht mal gelistet wird. au├čerdem ist mir der zusammenhang unklar...

Re: Tierische Produkte als D├╝nger

Autor: Marco | Datum:
vanni schrieb:
>
> k├Ânntest du das n├Ąher erl├Ąutern? woher hast du diese info?

Naja, die Honigbienen best├Ąuben ja auch Wildpflanzen und sind somit Nahrungskonkurrenten der anderen, dieselben Pflanzen best├Ąubenden, Insekten. Durch die Konzentration auf eine Spezies f├Ârdert man doch das, was bei Pflanzen als Monokultur bezeichnet wird.

Re: Tierische Produkte als D├╝nger

Autor: vanni | Datum:
danke f├╝r die schnelle antwort!

meinst du, dass das so relevant ist? oft dienen kulturpflanzen wie raps als nahrung f├╝r die imkerbienen. und den gibt's mehr als reichlich (okay, er bl├╝ht nicht allzu lang).
haupts├Ąchlich ist wohl eher das verschwinden der lebensr├Ąume und der pflanzenvielfalt urs├Ąchlich f├╝r den verlust wildlebender fauna. aber vlt spielt nahrungskonkurrenz ja auch eine rolle.

Re: Tierische Produkte als D├╝nger

Autor: Marco | Datum:
vanni schrieb:
>
> meinst du, dass das so relevant ist? oft dienen

Hm, ich hab mich eigentlich falsch ausgedr├╝ckt. Ob und wie stark die Imkerei verantwortlich f├╝r das "Sterben" von Arten ist, wei├č ich nicht. Sie ist aber der Grund daf├╝r, dass es im Verh├Ąltnis zu anderen best├Ąubenden Insekten viel mehr Honigbienen gibt. Und das kann zu Problemen f├╝hren, insbesondere, wenn (durch Krankheiten oder was auch immer) besonders viele dieser Bienen sterben. W├╝rde die Best├Ąubung mehr durch andere Arten gemacht, w├Ąre dies (im Bezug auf die Best├Ąubung der Pflanzen) weniger gravierend.

> haupts├Ąchlich ist wohl eher das verschwinden der lebensr├Ąume
> und der pflanzenvielfalt urs├Ąchlich f├╝r den verlust

Auf jeden Fall...

> wildlebender fauna. aber vlt spielt nahrungskonkurrenz ja
> auch eine rolle.

...aber das wohl auch.