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Speisepilzanbau zu Hause

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 69

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Speisepilzanbau zu Hause

Autor: Ava Odoemena | Datum:
[Beitrag verschoben aus Tierrechtskochbuchforum, bitte Forenbeschreibung beachten - Moderator]

Letzte Woche oder so habe ich im Bioladen ein paar Kräutersaitlinge gekauft und die waren sehr lecker. Leider sind Pilze sehr teuer, das Argument ist wohl die benötigte Arbeitszeit zum finden und so werden sie als Delikatessen gehandelt (auch wenn sie aus Kulturen stammen?).

Dann fiel mir ein daß es auch Leute gibt die zu Hause (allerdings im Garten) selbst Pilze anbauen, man braucht nur etwas Geduld dann hat man bei Holzpilzen mehrere Jahre Freude mit einer Impfung. Jetzt habe ich mich mal ein wenig schlau gemacht und gesehen daß man eventuell sogar einfach auf Kaffeesatz oder Stroh/Strohpellets Pilze züchten kann. http://www.shii-take.de/ fand ich eine gute Seite.

Hat das schon mal jemand von Euch gemacht? Ich finde den Gedanken sehr reizvoll immer frische Austernpilze oder Shiitake zu haben. Eigentlich mag ich Pilze sehr gerne, außer Champignons weil die glaube ich direkt auf Tierkot gezogen werden und somit mit der Tierausbeutungsindustrie vernetzt sind. Und Champignons sind die einzigen die man bezahlbar überall bekommt, aber ich finde die schmecken auch langweilig.

So ein Kübel mit Baumstamm drin an dem Pilze wachsen macht sich auch sicher schick im Wohnzimmer. (Ich meine das ernst;-)

Re: Speisepilzanbau zu Hause

Autor: sonja w. | Datum:
hi,
überleg mir das auch schon länger - bloss wo?
für den balkon ist es jetzt zu kalt - im sommer mag das gehen
keller wäre top für die pilze, schön warm aber er ist sehr trocken (heizung)müsste man also sehr feucht halten und bei uns sind die kellerabteile nur so lattenverschläge - da wären die nachbarn sicherlich begeistert von...
und baumstamm im kübel in der wohnung kannst getrost vergessen - man nimmt da nicht dürres obstgeäst sondern eher sowas wie buchenstämme bisschen gross ;-)
zumal das ganze einen sagen wir mal aromatischen duft entwickelt, nicht nur unbedingt die angebrüteten pilze drauf wachsen und auch diverses kleingetier (kellerasseln, je nach standort auch schnecken finden die ganz lecker...)

worauf sie wachsen ist - soweit ichs bisher herausgefunden hab - fast egal (klar auf klarsichtfolie nicht - organisch musses schon irgendwie sein..), bloss je ungeeigneter der untergrund umso länger musst du bebrüten, länger feuchthalten etc umsogrösser halt dann auch die gefahr von schimmel, insektenbefall etc

mein vater hatte ende der 80er mal eine brut champignons angesetzt, angepflanzt? auf einem strohballen vom bauern, und das ganze in einer styroporbox - ging ganz gut, waren zwar nicht allzuviele aber champignons bräuchtens glaub ich auch eher feuchter und weniger warm.
der nachbar hatte damals dagegen eine regelrechte austernpilzzucht im garten (war da wohl mal modern - das halbe dorf hatte plötzlich strohballen im waschhaus/keller/garten oder baumstämme...) waren buchenstämme bzw. stücke davon ca 1,5-2m davon so 50cm dicke scheiben abgesägt, pilzbrut drauf und wieder an den stamm genagelt - wuchsen wie blöd die dinger...

schau mal hier: http://www.pilzshop.de/ da ist auch ein forum dabei, die können dir sicherlich mehr sagen - was welche pilzart verträgt, der betreiber züchtet selbst kann dir also auch sicherlich auch sagen woraus die fertigsubstrate bestehen oder vielleicht auch auf anfrage eine fertige kleinbox nur mit stroh ohne mist zusammenstellen - wenn man mit den leuten redet geht so manches ;-)

wobei ich grad seh

Autor: sonja w. | Datum:
die haben jetzt auch fertigkulturen in so kleinen gewächshäusern
für die fensterbank im angebot (wohl doch schon bissl länger her, dass ich mir die seite in die favoriten gesetzt hab - sorry für mich ists heut noch bissl früh...)
hmm 4 anzuchthäusschen wie sie da abgebildet sind hab ich da - ich glaub demnächst gibts pilze :-)

Re: Speisepilzanbau zu Hause

Autor: Achim Stößer | Datum:
> was welche pilzart verträgt, der betreiber züchtet selbst
> kann dir also auch sicherlich auch sagen woraus die
> fertigsubstrate bestehen oder vielleicht auch auf anfrage
> eine fertige kleinbox nur mit stroh ohne mist zusammenstellen
> - wenn man mit den leuten redet geht so manches ;-)

Das schreit ja gradezu nach Produktanfragen ;-) . Soweit ich das nach diversen Fernsehbreichten beurteilen kann, müßten die meisten solcher "Heim"-Kulturen ohne Exkremente sein.

In der kommerziellen Champignonzucht wird zwar meist "Mist" verwendet, aber da gibt es inzwischen auch schon welche, die nur Strohballen nehmen (oder gab, dazu stand mal vor ein paar Jahren was in einer Bioladen-Kundenzeitschrift, keine Ahnung, in wie weit sich das mittlerweile durchgesetzt hat).

Was grade bei den auf Stämmen wachsenden Pilzen noch unschön sein sollte, wüßte ich nicht, da wäre die auskunft dieses Experten also auf jeden Fall interessant.

Achim

Re: Speisepilzanbau zu Hause

Autor: Ava Odoemena | Datum:
sonja w. schrieb:

> hi,
> überleg mir das auch schon länger - bloss wo?
> für den balkon ist es jetzt zu kalt

Nö nö, für die Impfung ist gerade der Winter ideal wenn ich das richtig verstanden habe, les Dir doch mal die Anleitungen auf der Seite durch, wenn man anstelle von Strohballen nämlich Holzpfeiler nimmt, dauert es 6-12 Monate bis das Myzel das Holz durchwachsen hat, und solche mit Pilzdübeln geimpfte Klötze kann man auch auf dem Balkon lagern. Die müssen dann mit Folie umwickelt/abgedeckt werden und etwas Stroh drauf, dann wächst der Pilz (der Pilz, nicht der Fruchtkörper) auch im Winter. Man muß nur darauf achten daß kein Frost durchbeißt.

> - im sommer mag das gehen
> keller wäre top für die pilze, schön warm aber er ist sehr
> trocken

Kühle ist glaube ich auch kein Problem, die Fruchkörper bilden sich ab 10°C, wobei ich nicht weiß ob das für alle erhältlichen Pilze stimmt. Und wenn man den Klotz gießt wie eine Zimmerpflanze (das Holz also feucht hält) dürfte das auch klappen.

Wobei ich ja gerne einfach mal mit einem kleinen Plastiksack Stroh oder Stroh/Erde Substrat anfangen möchte.

> und baumstamm im kübel in der wohnung kannst getrost
> vergessen - man nimmt da nicht dürres obstgeäst sondern eher
> sowas wie buchenstämme bisschen gross ;-)

Meine Idee war eigentlich mir einen großen Schreibtisch zu bauen, mit 4 Shiitake-geimpften Pfählen als Beine. Das wär doch total geil, ein Schreibtisch aus dessen Beine Speisepilze wachsen.

> zumal das ganze einen sagen wir mal aromatischen duft
> entwickelt, nicht nur unbedingt die angebrüteten pilze drauf
> wachsen und auch diverses kleingetier (kellerasseln, je nach
> standort auch schnecken finden die ganz lecker...)

Also ich lebe zwar sehr rustikal für Innenstadtverhältnisse, aber Asseln und Schnecken hat es nun doch nicht:-) Geruch müßte man sehen, das wäre tatsächlich etwas womit ich Probleme hätte wenn es unangenehm wäre.

> worauf sie wachsen ist - soweit ichs bisher herausgefunden
> hab - fast egal (klar auf klarsichtfolie nicht - organisch
> musses schon irgendwie sein..),

Ja, auf der Seite ist auch ein Link zu einem von Permakultur inspiriertem Projekt, die Kaffeebauern nehmen die Biomasse der Kaffeepflanze (also minus Bohnen immer noch über 90% der Biomasse die ansonsten Abfall wäre) als Substrat für Shiitake und gewinnen dardurch 75kg Pilze auf 100kg Kaffeepflanzenabfall. Ich werde auf jeden Fall auch mit meinem Küchenabfall experimentieren. Also sammeln, kurz im Backofen durchbacken zur Desinfektion, dann impfen. Ob das wohl auch mit Tempeh gehen würde...grübel.


> bloss je ungeeigneter der
> untergrund umso länger musst du bebrüten, länger feuchthalten
> etc umsogrösser halt dann auch die gefahr von schimmel,

Häh? Das Myzel des Speisepilzes ist doch ein Schimmel? Kann Schimmel schimmeln?

> insektenbefall etc

Na ja, da kann man doch mit Gaze arbeiten oder so.

> halbe dorf hatte plötzlich strohballen im
> waschhaus/keller/garten oder baumstämme...) waren
> buchenstämme bzw. stücke davon ca 1,5-2m davon so 50cm dicke
> scheiben abgesägt, pilzbrut drauf und wieder an den stamm
> genagelt - wuchsen wie blöd die dinger...

Ach man braucht die gar nicht in Erde einzugraben? Auf der Seite wird geraten (außer bei Shiitake) die Klötze ein Drittel in Erde zu vergraben. Also ich werde glaube ich erst mal mit einem oder mehreren, kleinen Plastiksäcken Stroh anfangen.

> schau mal hier: http://www.pilzshop.de/

Och ja, nur her damit.

> - wenn man mit den leuten redet geht so manches ;-)

Wenn nur die Freundlichkeit nicht so anstrengend wäre:-) Manchmal komme ich mir vor wie eine Bärin auf der Rehlichtung. Ein falscher Ton und sie fliehen in alle Richtungen;-))

Pilztisch

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Meine Idee war eigentlich mir einen großen Schreibtisch zu
> bauen, mit 4 Shiitake-geimpften Pfählen als Beine. Das wär
> doch total geil, ein Schreibtisch aus dessen Beine
> Speisepilze wachsen.

Cool, bitte Foto posten, wenn's soweit ist (und ehe das Ding zusammenbricht und damit der draufstehende Monitor hopsgeht) ;-) . Hm, ein tisch wäre aber eigentlich passender ...

Achim

Re: Pilztisch

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Cool, bitte Foto posten, wenn's soweit ist (und ehe das Ding
> zusammenbricht und damit der draufstehende Monitor hopsgeht)

Kicher. Spannung muß sein. Das wäre dann quasi der performanzkünstlerische Aspekt des nahrungsmittelproduzierenden Tisches. Vielleicht sollte ich Eintritt in die Wohnung verlangen, und eine Webcam so programmieren daß sie beim Zusammenbruch ein Foto meines Gesichtsausdruckes macht und dies sofort ans MOMA in New York mailt. Titel: Vegan Permaculture Surprise. (Sollte ich beim Zusammenbruch nicht anwesend sein und ein leeres Foto ans MOMO gemailt werden, wäre damit der künsterische Wert noch gesteigert!) Die Holz- u. Monitorreste werden dann meistbietend auf Ebay versteigert und damit Tierbefreiungen finanziert. Ein Ethio-mediales Gesamtkunstwerk. Ich bin ein Genie. (Offensichtlich ist mir langweilig.)

> ;-) . Hm, ein tisch wäre aber eigentlich passender ...

Wobei das sichtbare Myzel sicherlich nicht sehr Appetit anregend ist.

Pilzschimmel

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Häh? Das Myzel des Speisepilzes ist doch ein Schimmel?

Huch, Schimmel (die, die keine Hufe haben) sind zwar Pilze, aber doch nicht umgekehrt?

Achim

Re: Pilzschimmel

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Huch, Schimmel (die, die keine Hufe haben) sind zwar Pilze,
> aber doch nicht umgekehrt?

Also ich dachte immer Myzel (also der eigentliche Pilz, was wir essen ist ja nicht der Pilz sondern nur sein Fruchtkörper) und Schimmel ist das gleiche. Also das gleiche im strukturellen Sinn, nicht im botanischen. Da macht sowieso nichts Sinn, z.B. sind Edelkastanien Nüsse, Walnüsse aber keine...

Auf jeden Fall habe ich noch die von Schimmeln gehört, die (lebende) Pilze befallen. (Womit ich nicht die Möglichkeit ausschließe, daß es das gibt.) Abgestorbene Pilzfruchkörper werden sicherlich genauso von Schimmel zersetzt wir andere Biomasse, aber intakte Pilze?

Re: Pilzschimmel

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Also ich dachte immer Myzel (also der eigentliche Pilz, was
> wir essen ist ja nicht der Pilz sondern nur sein
> Fruchtkörper) und Schimmel ist das gleiche. Also das gleiche

Hm, ich denke eher nicht.

> im strukturellen Sinn, nicht im botanischen. Da macht sowieso
> nichts Sinn, z.B. sind Edelkastanien Nüsse, Walnüsse aber
> keine...

Von Erdnüssen ganz zu schweigen ...

> Auf jeden Fall habe ich noch die von Schimmeln gehört, die
> (lebende) Pilze befallen. (Womit ich nicht die Möglichkeit
> ausschließe, daß es das gibt.) Abgestorbene Pilzfruchkörper
> werden sicherlich genauso von Schimmel zersetzt wir andere
> Biomasse, aber intakte Pilze?

Das weiß ich nicht.

Achim

Re: Pilzschimmel

Autor: sonja w. | Datum:
myzel ist der eigentliche pilz oder das "wurzelwerk" des fruchtkörpers wenn du so willst, ja.
aber doch nicht das selbe - einmal das myzel des zb. austernpilzes einmal das des schimmelpilzes, das eine essbar, das andere ungesund bis giftig, sieht auch anders aus und riecht anders.
ob der speisepilz lebenderweise direkt von schimmel befallen werden kann weiss ich nicht - im kühlschrank schimmeln sie recht gut, und natürlich schimmelt das feuchte stroh irgendwann, der schimmel ist dann falls er den pilz nicht direkt befallen sollte zumindest gut gemischt mit dem speisepilzmyzel auf dem stroh - und in deiner wohnung bzw. an deinem neuen schreibtisch ;-)

Re: Pilzschimmel

Autor: cyrell | Datum:
Das Schimmelpilzmyzel wächst sehr rasch..daher verdrängt es das Speisepilzmyzel wenn man nicht aufpasst/die Umgebung für den Speisepilz nicht optimal ist.

Es schimmelt also nicht das Speisepilzmyzel, aber die Kultur ist damit trotzdem verloren da der Lebensraum gnadenlos vom Schimmel besetzt wird und das gewünschte Myzel *verhungert*

Feuchtigkeit?

Autor: Tanja | Datum:
Hi Ava,
könnte mir, wie Sonja bereits schrieb, auch vorstellen, daß es in einer Wohnung wohl ziemlich feucht würde wenn man sowas tatsächlich mit Baumstamm im Wohnzimmer oder so macht. ;-)
Aber generell finde ich den Gedanken an selbstgezogene leckere Austernpilze wirklich nicht schlecht... :-)

Tanja

Re: Feuchtigkeit?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Tanja schrieb:

> könnte mir, wie Sonja bereits schrieb, auch vorstellen, daß
> es in einer Wohnung wohl ziemlich feucht würde wenn man sowas
> tatsächlich mit Baumstamm im Wohnzimmer oder so macht. ;-)

Wieso denn? Das Holz bindet doch nur die Feuchtigkeit die es aus dem Raum abgezogen hat. Bzw. selbst wenn man das Holz gießen oder besprühen muß, ist die Feuchtigkeit nicht mehr als die, die durch Zimmerpflanzen entlassen wird? Oder doch? Die meiste Feuchtigkeit im Haus entsteht durch duschen, baden, und vor allem kochen. Da ich nicht heize ist das sehr offensichtlich, selbst beim sojamilcherwärmen für den Kaffee bildet sich Wasserkondensat am Küchenfenster, wenn ich Nudeln koche läuft die Soße nur so runter. Allerdings ist die Scheibe nach ca. 2 Stunden wieder trocken, weswegen ich da nichts gegen unternehme.

Im Sommer ist das sowieso kein Problem weil man dann einfach die Fenster aufhat wodurch sich die Luftfeuchtigkeit über die klimatischen Prozesse selbst reguliert. Ich will auch die Wohnung mit einem Lehmputz tapezieren, schon alleine um von der Tapete befreit zu sein, dann sind alle mikroklimatischen Probleme sowieso auf einen Schlag gelöst. Lehmputz hat besondere Eigenschaften, wie die Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit und antischimmeletwas.

> Aber generell finde ich den Gedanken an selbstgezogene
> leckere Austernpilze wirklich nicht schlecht... :-)

Gell? Ihr hättet das sowieso einfacher, ihr wohnt doch da unten in der schwäbischen Pampa irgendwo, oder ist das Baden? Das ist schon ein wenig einfacher dann als Pilzzucht im dritten Stock mit dem Stadtautobahnkreuz im Rücken und der Potse vor der Nase:-) Wenn ich grün haben will dann muß ich bei Mema in der Gemüseabteilung den Kopf in die Salatablage stecken.

Re: Feuchtigkeit?

Autor: Tanja | Datum:
Hi Ava!

> Wieso denn? Das Holz bindet doch nur die Feuchtigkeit die es
> aus dem Raum abgezogen hat. Bzw. selbst wenn man das Holz
> gießen oder besprühen muß, ist die Feuchtigkeit nicht mehr
> als die, die durch Zimmerpflanzen entlassen wird? Oder doch?

Kann nun nicht mit weiterem Wissen dienen, aber ein feuchter Baumstamm gibt m.E. schon sehr viel mehr Feuchtigkeit ab als Zimmerpflanzen...

> Gell? Ihr hättet das sowieso einfacher, ihr wohnt doch da
> unten in der schwäbischen Pampa irgendwo, oder ist das Baden?

Weder noch. ;-) Wir wohnen gute 50 km östlich von Frankfurt/Main, zwischen dem schönen Vogelberg und dem noch schöneren Spessart. ;-)

> Das ist schon ein wenig einfacher dann als Pilzzucht im
> dritten Stock mit dem Stadtautobahnkreuz im Rücken und der
> Potse vor der Nase:-)

Naja, nen feuchten Keller haben wir ja leider (unverschuldet...), da könnte es also gehen... ;-/

Tanja

Re: Feuchtigkeit?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Tanja schrieb:

> Weder noch. ;-) Wir wohnen gute 50 km östlich von
> Frankfurt/Main, zwischen dem schönen Vogelberg und dem noch
> schöneren Spessart. ;-)

Ist das noch Hessen oder schon "Bayern"? Schade, jetzt hatte ich mir Euch so nett als Schwaben vorgestellt.

> Naja, nen feuchten Keller haben wir ja leider
> (unverschuldet...), da könnte es also gehen... ;-/

Vielleicht reicht es dann ja, die Impfdübel einfach in die Wand zu drücken;-)

Re: Feuchtigkeit?

Autor: Tanja | Datum:

> Ist das noch Hessen oder schon "Bayern"?

Gerade noch Hessen...

> Schade, jetzt hatte
> ich mir Euch so nett als Schwaben vorgestellt.

Ich bin "echte Hessin", Achim ist Badenser. ;-) Und hat deswegen einen sehr netten Dialekt, wenn er will. :-)

Tanja

Re: Feuchtigkeit?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Tanja schrieb:

> Ich bin "echte Hessin",

Allso als echde Hessin, do kenne mir jo quasi a onnaschda babble.

Obwohl in der Ecke geboren (nun ja, die Westpfalz ist doch noch ein ganzes Stück weit weg, quasi auf der anderen Seite dieses Dialektraums der von Luxembourg über Saarland, Pfalz, Hessen, Franken, Thüringen bis Berlin zu reichen scheint), bin ich so oft umgezogen, inkl. Ausland, daß sich jegliche lokale Verwurzelung schon lange aus meiner Identität verabschiedet hat. In Deutschland lebende Auslandsdeutsche würde wohl als Bezeichnung dem, wie ich mich fühle am nächsten kommen.

> Achim ist Badenser. ;-)

Ach, na dann können wir ihn ja noch als unechten Schwaben vorstellen. ;-)

> Und hat
> deswegen einen sehr netten Dialekt, wenn er will. :-)

Ja das meinte ich doch! Ich hatte so nette Vorstellungen von Euch zwei wie Ihr Euch so gegenseitig anschwäbelt:-)

Hm, sind wir ganz leicht OT gerutscht. Hust.

Gschwäds

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Ja das meinte ich doch! Ich hatte so nette Vorstellungen von
> Euch zwei wie Ihr Euch so gegenseitig anschwäbelt:-)

Na, da muß ich Dich enttäuschen (schon wieder ein Luftschloß geplatzt), wir sprechen in der Regel Deutsch (wenn nicht grade Besuch aus Australien da ist oder so ;-)). Eine KTU bei einem Erpresseranruf würde da ielleicht was anderes ergeben, aber sonst ...

>Hm, sind wir ganz leicht OT gerutscht. Hust.

Aber nur gaaanz leicht.

Achim

Re: Feuchtigkeit?

Autor: sonja w. | Datum:
Zitat: Achim ist Badenser. ;-)


bekennender, oder die sorte, die sich kurpfälzer nennt um die gelben füsschen nicht zu zeigen? *ggg*
*renndannmalmit*

Badenser

Autor: Achim Stößer | Datum:
> bekennender, oder die sorte, die sich kurpfälzer nennt um die
> gelben füsschen nicht zu zeigen? *ggg*

Eigentlich bin ich Weltbürger (inklusive Extraterrestrier), das tangiert mich also nicht mal peripher ;-) .

Achim

Re: Feuchtigkeit?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Gelbe Füsschen? Steh ich jetzt rennender Weise auf der Leitung?

Re: Feuchtigkeit?

Autor: sonja w. | Datum:
man nennt "badenser" (zumindest hier in bayern gerne etwas abfällig) auch "gelbfüssler" - basierend auf den gelben gamaschen der badischen armee, hören sie nur nicht soo gerne, drum wirds ja gern gesagt ;-)

Re: Feuchtigkeit?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> man nennt "badenser" (zumindest hier in bayern gerne etwas
> abfällig) auch "gelbfüssler" - basierend auf den gelben
> gamaschen der badischen armee, hören sie nur nicht soo gerne,
> drum wirds ja gern gesagt ;-)

Wobei "Badenser" ja eigentlich auch schon ausreicht, um einen Krieg auszulösen ;-).

Achim

Dumms Gschwäds

Autor: Achim Stößer | Datum:
> deswegen einen sehr netten Dialekt, wenn er will. :-)

Na, das ist ja wohl Geschmackssache. Ich finde, der badische Dialekt gehört mit zu den schlimmsten (Beispiel). Mir scheint fast, da sinkt schon beim Sprechen der IQ gleich um 50 Punkte ;-) .

Achim

Localize it.

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>(Beispiel).

Also auf das muß man auch erst mal kommen:-) Sehr amüsant.
Gehört ganz deutlich also auch zur Pfälzischen Sprachgruppe. Dann macht meine Linie Luxembourg-Berlin also einen kleinen Schlenkerer nach unten auf dem Weg nach Hessen.

>Mir scheint fast, da sinkt schon beim Sprechen der IQ gleich um >50 Punkte ;-) .

So meinte ich "nach unten" nun nicht. Übrigens ist Sprachenselbsthaß sehr verbreitet in der Pfälzer Sprachgruppe. Wo das nur herkommt? Vielleicht weil "wir" "zerhackt" sind und deshalb nie eine Stammesidentität entwickeln konnten? Also Bundesland zusammengefaßt wäre das eventuell die größte Gruppe in Deutschland. Auffallend ist, daß man sich diese Sprache nur in Satiren, in der der vermeintliche Reaktionärismus / Rückständigkeit aufs Korn genommen wird erlaubt, wie diese TV-Familie im Saarland oder die ältere Serie aus Hessen, oder, wie auch Du so nett demonstriert hast in der Raumschiffgeschichte.

Dieser kreative Umgang ist zwar schön, aber das Dahinterstehende finde ich schade, denn damit überläßt man eine Sprachkultur teils historisch bedingten, reaktionären Gesellschaftstrukturen wodurch eine Verknüpfung zwischen Aussprache und als unangenehm empfundenen Seinsformen stattfindet und deshalb alle die, die sich nicht zu diesen Sozialgruppen dazurechnen diese Ablehnung entwickeln. (Und dann auch eventuell weggehen, hust, und somit auch Progressivität ausblutet was vielleicht sogar dazu beiträgt, daß die Stereotypen ihre Rechtfertigung haben.) Ausnahme: Luxembourg, die sind den anderen Weg gegangen und haben ihr Pfälzisch als offizielle Amtssprache eingeführt. Wenn man mal nach anderen Dialekten schaut wie Bayerisch ist das auch anders, da gehört das mittlerweile zum guten Ton und man macht keine Anstalten sich zum Hochdeutsch zu zwingen, ein Umstand der sich auf Franken zu übertragen scheint die mMn das "Epizentrum" des Pfälzischen darstellen, wo man sich auch nicht schämt. Positive Aspekte des bayerischen Kolonialeinflusses, wer hätte das gedacht. In der Pfalz an sich ("Rheinland Pfalz") spricht man auch öffentlich und in Schulen Pfälzisch, aber nicht weil man sich dessen nicht schämt, sondern weil es anders einfach nicht geht. Ausnahmen bestätigen die Regel, ich habe ja auch stechend Hochdeutsch gelernt. Beim Kohl seu Hellmuhd hadds jo a ned so gons geglabbd.

Ganz akut ist die Sprachselbstunterdrückung zur Zeit bei den Sachsen, da würden einige ja wohl selbst zum Chirurgen rennen wenn damit die Aussprache nach vorne verlagert werden könnte. Sicherlich ist das Sachsenpfälzisch sehr gewöhnungsbedürftig und hat rein gar nichts mehr von der Letzeburger Eleganz. Trotzdem, *ich* höre das sehr gerne, und jedem, der mir daraufhin Deutschtümelei unterstellt weise ich auf meinen Nachnamen hin den ich von meinem afrikanischen Mann angenommen habe.

Gut, was hat das alles mit Veganismus zu tun? Überraschend sehr viel. Der Großteil unserer Gesellschaft, also diese zähe, kleinstädtisch-dörflich-reaktionäre Masse läßt sich von ein paar demonstrierenden Metropolveganern nicht beeindrucken. Diese Gruppe ist aber der Schlüssel zum Erfolg der Veganisierung der Gesellschaft, da sie sich am wenigsten und ungernsten verändert! Wichtig ist es also für Veganer nicht mit der Vollendung des 18. Lebensjahrs in die nächste Metropole zu düsen, sondern vor Ort aufzuklären um quasi "von Innen" die ethische Erweiterung anzuschubbsen. Gut, 10-15 Jahre Stadt können nicht schaden, eine Stadt ist auch nicht anderes als eine verdichtete Ansammlung von Dörfern. Vor allem was Dinge wie die dadurch gewonnene, eigentlich unbezahlbare Lebenserfahrung sowie Partnersuche betrifft, was dann ja aber eventuell wieder ein Grund sein könnte, die Stadt nicht zu verlassen... Wie aber wollen wir als veganisierender Teil in diese lokale Masse wieder eindringen wenn wir Dinge wie die dort vorherrschende Lebensart (inklusive Sprachgebrauch) als durchweg negativ markiert haben?

Wer gegen die überwuchernde Vergrauung (im farblichen sowie emotionellen Sinne) der Globalisierung ist, ist doch eigentlich für die Ermächtigung der Lokalisierung, oder etwa nicht? Für mich ist eine gute Globalisierung eine, die aus der Vernetzung einer selbstbewußten Lokalisierung heraus entsteht, und nicht eine die wie ein Schleimpilz über uns herwächst und uns auffrißt.

Leben und Intelligenz ist die Konsequenz der Verdichtung von Komplexität, eine Wahrheit die sich auch auf die menschlichen Gesellschaftsstrukturen übertragen läßt. Die eigentliche Katastrophe der Postmoderne ist, daß die Komplexifizierungen ihrer gesellschaftlichen Metastrukturen das Individuum nicht nur überfordert sondern auch gewollt oder ungewollt entmachtet. In dem Sinne wäre auch eine Lokalisierung eine Demokratisierung mit dem angenehmen Nebeneffekt, nicht jeden Müll mitmachen zu müssen den die Dynamiken der Selbstorganisation so ausspucken.

Am Ende dieser Demokratisierung steht die ethisch basierte Anarchie. Diese zwei Strukturen sind keine Gegner, sondern Entwicklungsstufen auf der gleichen Linie. Die ethisch basierte Anarchie ist die reinste Form von Demokratie, und sowas funzt nunmal nur localized.

Soo, ich binn mool widda feaddich.

Re: Localize it.

Autor: Tanja | Datum:
Ich höre Dialekt (bis auf wenige Ausnahmen ;-)) eigentlich sehr gern und freue mich auch irgendwie, wenn ich daran merke, wo jemand aufgewachsen ist. Das hat ja absolut nichts damit zu tun, diesem Menschen keine Weltoffenheit zu unterstellen. Wobei ich im normalen Alltag wohl auch eher Hochdeutsch spreche, allerdings nicht ganz astrein sondern schon irgendwie eingefärbt. ;-)
Wenn ich aber mit Menschen spreche, die breites Hessisch "babbeln" (z.B. an der Arbeit, wo ich ja größtenteils mit älteren Menschen zu tun habe), steige ich da automatisch auch mit ein, wenn auch nicht ganz so extrem. Habe mal nach Feierabend eine Freundin getroffen und hatte da wohl noch nicht "umgeschaltet" (passiert sonst eher automatisch), die meinte ganz erschrocken "huch, Tanja, ich wußte gar nicht, daß Du so hessisch sprechen kannst". *ggg*
Dialekt kann unheimlich verbindend wirken - und gerade Menschen, die selbst vielleicht niemals richtig Hochdeutsch gelernt haben, sind sicher eher bereit, jemandem zuzuhören, der genau wie sie Dialekt spricht.

Tanja

leicht seltsam

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Also dieses Foto ist ja wohl eine Frechheit;-) Das kam mir heute früh schon so komisch vor, der Inszenator hat da einfach lieblos Pilze auf den Ballen drauf- bzw. dazukopiert.

Wann gibt's endlich Gammeltofu?

Autor: Achim Stößer | Datum:
Ich warte ja schon die ganze Zeit auf einen Ekelsoja-Skandal. "Hinterupfinger Sojagroßhänder datiert Sojamilch um und verkauft sie als Joghurt" oder so.

Hm, erinnert mich irgendwie an die in meiner Jugend allgegenwärtigen "Sea-Monkeys".

Werbedarstellung:




Reales Aussehen (also die "Sea-Monkeys", sprich Krebse, die dann wirklich im Einmachglas schwammen):



Achim

sea monkeys

Autor: Rele | Datum:

Als ich 11 war, habe ich mit einem Projekt über die "Sea Monkeys" aka "Urzeitkrebse" bei "Schüler experimentieren" mitgemacht. Die Eier der Krebse gab es ja im Yps- Heft. Als Sea Monkeys wurden sie in einem Versand verkauft, diese Bilder kenne ich auch noch, da waren happy Unterwassermutanten dargestellt. Es gab sogar verschiedene Ernährungsalgen, darunter auch "Bananendessert"& eine Sorte, mit der sich die Krebse dann rot gefärbt haben. Die Krebseier werden heute ja immer noch in irgendwelchen Experimentier- Sets für Kinder verkauft. Ich weiß noch, dass dabei stand, dass man das Wasser im Glas einfach austrocknen lassen könnte, wenn man keine Lust mehr auf die Krebse habe. Und wenn man möchte, müsste man einfach wieder Wasser auffüllen& es schlüpften dann wieder neue. Da lernt man als Kind verantwortungs-& respektvollen Umgang mit fühlenden Lebewesen... :-/

Re: leicht seltsam

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Hm, wo vorher der Strohballen mit den draufkopierten Austernpilzen auf dem Server lag, hat man jetzt wohl ein anderes Bild plaziert:-)

Pilzbrut ist angekommen!

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Heute ist meine Pilzbrut angekommen, bzw. musste sie von der Post abholen. Ein "Liter" Austernseitlingbrut und ein "Liter" Braunkappenbrut. Wird im Plastikbeutel verpackt geliefert und erinnert stark an Tempeh, wobei die Braunkappenbrut sehr dunkel ist.

Gehäkseltes Stroh und Strohpellets für den Austernseitling habe ich mir mitliefern lassen und auch zwei Billigwannen gekauft weil das Substrat einweichen muss und einiges an Volumen hat/bekommt. Die Pellets gleich sieben Tage. Ich habe die Wannen vorsichtshalber unzugänglich gemacht, sonst "pilzt" mir das Katerchen am Ende noch drauf. "Schau mal Schatz, heute sind aber komische Pilze mit dabei, wo die wohl herkommen?"

Leider habe ich keine passenden Tonkübel mehr auftreiben können, die die ich gesehen habe waren also sehr teuer. Jetzt probier ich es halt mit Plastik. Die Braunkappe ist allerdings eigentlich für den Garten, nur das hat jetzt nicht geklappt und so kann es sein dass die im Haus gar nicht wachsen. Mal sehen. Der Austernseitling scheint da anspruchsloser.

Wenn es klappt und wenn die ersten Fruchtkörper treiben, veröffentliche ich auf jeden Fall Fotos!

Plastik und Lebensmittelsicherheit

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Ich schrieb:

> habe ich mir mitliefern lassen und auch zwei Billigwannen
> gekauft

[...]

> Leider habe ich keine passenden Tonkübel mehr auftreiben
> können, die die ich gesehen habe waren also sehr teuer. Jetzt
> probier ich es halt mit Plastik.

Im Nachhinein ärgere ich mich Plastik gekauft zu haben, denn wie ich jetzt nach Durchfragen vom Verbraucherschutz bis hin zum Bundesamt für Verbraucherschutz erfahren habe, gibt es durchaus Bedenken vor allem nicht speziell für Lebensmittel produziertes Plastik für solche Zwecke zu verwenden.

Da die, z. B. von mir gekauften Haushaltswannen eben nicht für Lebensmittelmittelzwecke hergestellt worden sind, ist der Hersteller selbstverständlich auch nicht an die entsprechenden Richtlinien gebunden. Stoffe die hier in das Substrat hineindünsten können sind nicht nur chemische Weichmacher sondern auch Farbstoffe sowie alle anderen Stoffe die enthalten sein können.

Es gibt auch die Möglichkeit diese Ausdünstungen labortechnisch untersuchen zu lassen, aber das steht in keinem Verhältnis zum Vorhaben.

Auch die Verwendung von Blumenkästen ist nicht unbedenklich, da wohl auch Behältnisse für Zierblumen keinen lebensmittelrechtlichen Richtlinien unterliegen. Lebensmittelgeeignetes Plastik hat ein Symbol, ein Weinglas und eine Gabel, somit wäre bei der Verwendung von Plastik zum Anbau von Lebensmitteln (auch bei Kräutern usw.) auf dieses Symbol zu achten.

Einen Vorschlag für mein spezielles Vorhaben kam von der Mitarbeiterin des Verbraucherministeriums, sie meinte ich solle doch zum Obst-u. Gemüsehändler gehen und dort nach Orangenkisten oder den verstärkten Pappkisten fragen, diese Behältnisse seien explizit entworfen mit Lebensmittelunbedenklichkeit im Sinn. Ich weiss zwar nicht genau was sie mit den verstärkten Pappen meint, und wie diese auf Substratfeuchtigkeit reagieren, aber die Idee mit den Kisten finde ich nicht schlecht. Problem hierbei ist die Aufbauweise der Kisten, die sind ja nicht dicht, so dass das Stroh zur Seite durchfallen kann.

Am sympathischsten wären mir nach wie vor Terrakottakübel, aber die sind meist unnötig verziert mit Elementen um der Doppelverdienderdachterasse das gewisse Toscana-Flair zu verleihen und in der Größe in der ich sie benötige im dreistelligen Bereich. Ich möchte aber Pilze anbauen, um Geld zu sparen, wobei eine gewisse Eintrittsinvestition natürlich dazugehört. Vielleicht hat hier noch jemanden eine Idee.

Jutesäcke

Autor: Ava | Datum:
So, habe heute Jutesäcke gekauft und dort das Strohsubstrat untergebracht. Zu meiner Verwunderung rochen die Jutesäcke etwas chemisch, werde also am Montag beim Hersteller anrufen und fragen was da so riecht. Das waren so Jutesäcke aus dem Baumarkt von Clean Plus und da stand einfach "Mehrweg-Jutesack". Ich war immer der Ansicht dass Jutesäcke nicht behandelt sind mit irgendwas. Wäre ja ärgerlich wenn ich von der Wanne in den Sack gekommen wäre...

Beim Umtopfen wurde deutlich, dass das Braunkappenmyzel schon ziemlich weit in das Substrat hineingewachsen war in der kurzen Zeit, das geht sehr schnell. Hoffentlich stört der Wechsel das Wachstum nicht.

Re: Jutesäcke

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Der Mensch von den Jutesäcken hat mich noch nicht zurück gerufen. (Da fällt mir ein, die Antwort auf die zweite Detaillierungsanfrage bei der Wawi-Schokolade lässt auch ganz schön auf sich warten).

Den Sack mit dem Braunkappenmyzel habe ich jetzt auf dem Balkon untergebracht, den Sack mit dem Austernsaitlingmyzel habe ich ganz mit Frischhaltefolie umwickelt (in geringer Ableitung von der Anleitung des Anbieters) und Löcher mit der Gabel überall reingestochen.

Und es wächst! Es wird überall weiß. Wenn ich das Netzteil meiner Kamera finde mache ich morgen schon mal ein paar Fotos.

Allerdings ist das alles für nichts wenn mir der Mensch von den Jutesäcken mitteilt dass die Säcke chemisch behandelt sind, er meinte telefonisch dass Jute allgemein ein wenig streng riecht, aber er werde sich auch mit anderen Leuten in Kontakt setzen müssen da das Produkt normal nicht im Programm ist. Im Programm sind Insekten"schutzmittel". Damit meinen die aber keine Gaze über der Regenwassertonne, um zu verhindern dass da Insekten reinfallen. Urgh.

Myzel-Foto

Autor: Ava Odoemena | Datum:
So, hier nun das versprochene Foto des wuchernden Austernsaitling-Myzels, welches durch das Strohpelletsubstrat im Jutesack wächst.

Sieht ziemlich krank aus, aber das ist eine natürliche Instinktreaktion. Wenn das für Dich erstmal ekelhaft aussieht, funktioniert Dein Gehirn zumindest was genetisch verdrahtete Gefahrenwarnungen angeht gut.

Myzel Klonen

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Habe heute im Schnell-Druckkochtopf ein wenig Getreide sterilisiert, glaube es ist Hafer. Habe dann etwas von dem Myzel entnommen und auf das Getreide gegeben, wer weiss, vielleicht klappt ja meine eigene Körnerbrut. Das offene Einmachglas indem das Getreide ist, habe ich nachdem ich alles Wasser entfernt habe gleich im Schellkochtopf belassen, Deckel drauf aber nicht zu und auf den Schrank gestellt.

Bin sehr gespannt ob es anschlägt. Pilze klonen geht übrigens auch wenn man ganz frische Pilze (also den Fruchtkörper) zerschneidet und auf einen sterilen Brutträger gibt. Es bildet sich dann aus dem Fruchtkörper ein neues Myzel, vergleichbar mit Stecklingen bei Pflanzen.

Re: Myzel Klonen

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Also ich habe es nicht mehr ausgehalten und nachgeschaut, und es scheint tatsächlich so zu sein dass der Austernsaitling durch den gekochten Vollkornhafer wächst. Könnte aber auch Schimmel sein, so genau kenne ich mich halt nicht aus.

Allerdings hatte ich vor Entnahme des Myzelbrösels aus der im Jutesack vor sich hinwuchernden Stammkultur die beiden Löffel (einer zum Schaben, der andere um den Brösel aufzufangen) in der Gasflamme sterilisiert und beim Transport vom Flur in die Küche auch nicht draufgeatmet. Allerdings ist meine Küche kein Labor, mal sehen.

Desweiteren habe ich noch zwei Wannen dazugekauft. In den anderen von vorher wächst jetzt je die umgetopfte Brunnenkresse im Wasser, die steht auch noch auf dem Balkon - und in der anderen Zitronengras mit einer supersüßen kleinen Bananenpflanze an der ich einfach nicht vorbei gehen konnte. Zitronengras kann man als Gewürz verwenden oder den Saft zum Einreiben als Schnakenrepellent gebrauchen.

Auch habe ich 80 Liter torf-, "guano"- u. "hornschaben"freie Blumenerde vom Baumarkt auf dem Gepäckträger nach Hause geschleppt. Also ich weiss zwar nicht ob 80 Liter mit 80 Kilo korrespondiert, aber die Säcke in den dritten Stock zu verfrachten war sicher nicht ohne. In einem Anflug von Selbstüberschätzung musste ich natürlich beide Säcke gleichzeitig hochtragen. Einen über die Schulter gelegt und den anderen mit den Händen. Puh. In der dritten Wanne habe ich jetzt Basilikum angepflanzt, mit vier Vierkanthölzern in den Ecken und Frischhaltefolie drumgewickelt als Gewächshaus und Katerkackabwehr. Foto kommt... In die vierte Wanne kommt Feldsalat, der ist ja winterhart.

Langsam wirds etwas voll, mein Schatz fragte vorsichtshalber heute schon mal an, ob da jetzt noch mehr kommt:-)

Minigewächshaus

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Hier also eines meiner Minigewächshäuser, die ich gedenke vor allem bei guten Klimaverhältnissen auf den Balkon zu stellen, sodenn es keinen Frost hat. Die Folie hat den Blitz unangenehm reflektiert, also einmal auch das stimmigere Oktoberlichtnordseitenfoto.

Mein Minigewächshaus wirkt nicht sonderlich synchron, das liegt hauptsächlich daran dass es nicht synchron ist, wodurch Anschein und Tatsache sehr eng miteinander korrelieren:-)



Re: Minigewächshaus

Autor: Rele | Datum:

Hi Ava,

das ist doch Basilikum, oder? Der wächst bei mir immer ganz schlecht, bzw., der grüne geht immer ein& der rote wuchert& wird holzig. Warum brauchst Du dafür denn ein Gewächshaus? Ich habe nur so ein gewächshausähnliches Teil für Keime.

Ingrid

Re: Minigewächshaus

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Rele schrieb:

Hallo Ingrid,

> das ist doch Basilikum, oder? Der wächst bei mir immer ganz
> schlecht, bzw., der grüne geht immer ein& der rote wuchert&
> wird holzig.

Ja, allerdings habe ich einen "fertigen" Basilikum gekauft, die anderen sieht man noch nicht da ich lediglich die Samen ausgebracht habe, deshalb auch das Gewächshaus um die Feuchtigkeit aufrecht zu erhalten und weil ich nicht heize - Basilikum mags ja nicht so kühl. Basilikum ist sowieso schwierig, einmal gießen vergessen und schon isser hops.

Allerdings liegt das auch oft an den beengten Verhältnissen, in den kleinen Töpfen aus dem Supermarkt haben die Wurzeln kaum Platz, also umtopfen muss schon sein.

Roten hatte ich überhaupt noch nicht, da kann ich nichts zu sagen. Allerdings glaube ich mich zu erinnern dass alle Kräuter nach gewisser Wachstumszeit verholzen.

> Ich habe nur so ein gewächshausähnliches Teil für Keime.

Aus Glas? Keimlinge sollte man dunkel keimen lassen, manche werden ungenießbar wenn sie grün werden, also Licht ausgesetzt sind. Gilt natürlich nicht für Kresse, Salatkeimlinge usw.

Re: Minigewächshaus

Autor: Thomas | Datum:
Rele schrieb:
>
>
> Hi Ava,
>
> das ist doch Basilikum, oder? Der wächst bei mir immer ganz
> schlecht, bzw., der grüne geht immer ein

Basilikum wächst bei uns mittlerweile wie Unkraut und sprengt die Töpfe. Wir müssen in büschelweise wegwerfen.

Tip: Basilikum mag es alleine im Topf zu sein. Nicht zu viel gießen, die Erde sollte immer einen zu trockenen Eindruck haben und direkte Sonne meiden. Basilikum mag es hell aber nicht direkte Sonne.

Dann sollte es eigentlich klappen.

Viele Grüße
Thomas

Basilikumüberschuß

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Basilikum wächst bei uns mittlerweile wie Unkraut und sprengt
> die Töpfe. Wir müssen in büschelweise wegwerfen.

*Schauder* - Warum macht Ihr nicht Pesto draus, dafür braucht's ja einiges an Basilikum? Oder habt Ihr auch schon das Pesto eimerweise gestapelt ;-)?

Achim

Re: Minigewächshaus

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Mein Minigewächshaus wirkt nicht sonderlich synchron, das
> liegt hauptsächlich daran dass es nicht synchron ist,

Hm, synchron mit was?

Achim

Re: Minigewächshaus

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Hm, synchron mit was?

Die Komponenten des Minigewächshauses gegeneinander, wodurch das gesamte Objekt asynchron wirkt.

Minigewächshaus futsch

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Während der gesäte Basilikum freudig vor sich hinwächst (die Folie habe ich entfernt), ist der Fertigdazugekauftgepflanzte teilweise eingegangen. Es war wohl zu feucht im Minigewächshaus.

Neu hinzugekommen ist jetzt auch eine Wanne mit Grünkohl. Sind schon ca. 5 cm groß. Ob was draus wird ist selbstverständlich eine ganz andere Frage, schließlich ist dies die vollkommen verkehrte Zeit.

Ach ja, die Brunnenkresse hat die radikale Umpflanzmethode gut verkraftet und schlägt in der Wanne auf dem Balkon Wurzeln und treibt neu aus! Das kugelförmige Aquarium war wegen der kleinen Öffnung oben nicht sehr geeignet, die einzelnen Pflanzen behinderten sich gegenseitig im Wachstum, die Blätter waren teilweise auch verkrüppelt. Jetzt ist die Struktur glatt und ich freue mich schon auf mein nächstes Brunnenkresse-Walnußpesto.

Re: Myzel Klonen

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Leider ist meine Körnerbrut misslungen. Als ich gestern den Deckel des Schnellkochtopfs hob, flog eine Fruchtfliege heraus - war wohl nicht die einzige die durch das Druckventil am Griff Zugang zum Inneren des Topfs fand und somit das Myzel mit einem Schimmel kontaminierten.

Re: Myzel Klonen

Autor: Tanja | Datum:
Uaaahhh, das hat doch sicher gestunken ohne Ende, als Du den Deckel geöffnet hast, oder? *schüttel*
Was bin ich froh, daß Du die Experimentierfreudige hier bist. ;-)

Tanja

Sie kommen!

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Tanja schrieb:

> Uaaahhh, das hat doch sicher gestunken ohne Ende, als Du den
> Deckel geöffnet hast, oder? *schüttel*

Nein, gar nicht. Ich vermute Du fehlassoziierst Schimmelpilz mit Fäulnisbakterien. Soweit ich weiss produzieren Pilze kein Methan oder sonstige Fäulnisgase, es sei denn sie sind selbst im Prozess der Zersetzung durch Fäulnisbakterien. Der üble Geruch den wir von der Biotonne kennen ist m. W. ausschließlich das Produkt bakterieller Fermentation.

Allerdings hatte sich das Geruchsbild dennoch verändert. Als das Myzel noch intakt war, roch es appetitlich frisch und einladend nach "Wald"(pilz). So richtig zum reinbeißen. Nachdem es mit Schimmel kontaminiert war, verlor das Geruchsbild seine Farben und war platt und eindimensional.

> Was bin ich froh, daß Du die Experimentierfreudige hier bist.

Es freut mich dass Du froh bist.

Übrigens, meine erste Pilzernte steht an:



Mhhmmm, lecker, kanns kaum erwarten.

Re: Sie kommen!

Autor: Tanja | Datum:

> Nein, gar nicht. Ich vermute Du fehlassoziierst
> Schimmelpilz mit Fäulnisbakterien.

Hm, kann sein. Wenn's irgendwo schimmelt, stinkt's halt eigentlich immer auch. ;-)

Da fällt mir ein: ich habe mal in einer Wohnung gewohnt, die war so verschimmelt, daß es extrem nach Schimmel (?) gestunken hat.

> Es freut mich dass Du froh bist.

Hier hatte ich merkwürdigerweise die Stimme des kath. Priesters im Ohr, bei dem ich meine Erstkommunion empfing. *ggg*

> Übrigens, meine erste Pilzernte steht an:

> Mhhmmm, lecker, kanns kaum erwarten.

Ich seh da irgendwie nix auf dem Foto, was irgendwi eßbar aussähe...?

Tanja

Re: Sie kommen!

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Tanja schrieb:

> Ich seh da irgendwie nix auf dem Foto, was irgendwi eßbar
> aussähe...?

Ja, sie kommen eben erst gerade, sie sind aber noch nicht da. Wenn Du genau hinsiehst erkennst Du wie sich die ersten Fruchtkörper bilden. Die werden -wenns gut läuft- noch wesentlich größer und das geht jetzt sehr schnell. Also ich schätze mal in spätestens einer Woche habe ich meine erste Ernte. Der inzwischen verfestigte Strohmehlsubstratballen, den ich in dieser kleinen Kammer an der Zwischendecke eingehängt habe, soll nach Angaben des Brut-Anbieters bis zu 5 Monate mehrere, so genannte "Erntewellen" bilden. Gemeint sind wohl Fruchtkörperschübe.

Ich bin auf jeden Fall hellauf begeistert. Ich freue mich also auch:-)

Hoffentlich gelingt es mir in der Zeit noch, das Myzel durch die eine oder andere Methode auf weitere Substrate zu übertragen.

Bitte um weitere Fotos

Autor: Tanja | Datum:
Hi Ava,
mach doch bitte auf jeden Fall noch Fotos von vor, während und nach der Ernte. Bin ja schon sehr gespannt...

Tanja

Mehr Fotos:-)

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Habe gleich mal verschiedene Perspektiven reingenommen.



und



sowie



auch



zu guter Letzt beachte man das heimliche Stilleben im Hintergrund:-)



Es ist faszinierend den Ballen einfach zu betrachten, die Strukturen, die Komplexität und das vermeintliche Chaos. Ob die mit gleichwertiger Geschwindigkeit wachsen ist schwer zu sagen, natürlich scheint es so als ob Nachts der größte Schub passiert.

Re: Mehr Fotos:-)

Autor: Tanja | Datum:
Oh wiiieee cool!
Bei diesen Bildern kriegt man wirklich schon Appetit. ;-)

Tanja

Frische Pilze! [Erntefoto]

Autor: Ava Odoemena | Datum:
878 Gramm! Die passten fast gar nicht in die Waagschüssel.

Re: Frische Pilze! [Erntefoto]

Autor: Tanja | Datum:
Na das sieht ja echt sehr viel leckerer aus als die in Plastikfolie verpackten Teile, die man normalerweise zu kaufen kriegt. Schon verarbeitet? ;-)

Tanja

Besuch beim Laborbedarf...

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Tanja schrieb:

> Schon verarbeitet? ;-)

Schmorpfanne mit Röstkartoffeln und den Pilzen, Kümmel, Petersilie allerdings mit Cremesauce aus püriertem Seidentofu. Dazu gedämpftes dunkelgründes Blattgemüse dessen Name ich nicht kenne, Pak Soi ähnlich.

Ja was soll ich sagen,
Rhhhhhhhhhüüüüüüüüüüüüüüüüüülllllllllllllpppppsss:-) Ups.

Nachdem ich sie vom Backpapier weggenommen hatte war weißer Staub zu sehen - sie hatten also schon begonnen auszusporen. Dann habe ich mich kurzfristig entschlossen Petrischalen zu kaufen beim wissenschaftlichen Lehrmittelbedarf ein paar Straßen weiter, Agar Agar aus dem Asialaden, Zuckerrübensirup hatte ich noch zu Hause und habe jetzt Kulturen angesetzt, allerdings alle unsteril da ich keine Impfbox habe.

Habe nach Anleitung schon den Agar im Dampfdruckkochtopf sterilisiert, aber der Übertrag der Sporen auf das Agar fand unter einer desinfizierten Salatschüssel statt, nicht gerade ideale Bedingungen.

Hatte allerdings noch ein paar Styroporlagen rumliegen vom Wanddurchbruch die eigentlich auf den Müll sollten, habe aber mit Klebeband nun eine Brutbox draus gebastelt, da sind die Kulturen jetzt drin. Als Wärme habe ich einfach ein Einmachglas kochendes Wasser reingehängt, am Deckel, das ist praktisch denn das Gewicht der "Wärmeflasche" zieht gleichzeitig den Deckel runter. Eingeklemmt ein billiges Zimmerthermometer, momentan hat es 36°C, ist ein wenig hoch aber das kühlt sicher noch aus. Die Petrischalen sind ja noch mit Küchenfolie umwickelt, das dauert auch bis die Wärme zum Agar vordringt.

Bin total gespannt ob eine der fünf Ansätze ohne Kontis klappt. Wenns gut geht folgt der Übertrag auf ein anderes Substrat, meist Getreide und von dort dann wiederum auf Stroh oder Holz.

Ich habe ja auch noch drei Glasscheiben rumliegen, eigentlich ideal um ne Impfbox draus zu bauen, hmmmmmm.

Tabelle Pilzzucht [Foto]

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Habe mir mal eine Tabelle erstellt in der ich den Übertrag der Generationen festhalte, ist eine Kopie meiner Benutzeroberfläche, war so am einfachsten. Die Tabelle ist eine Rohform, ich weiss noch nicht wie ich sie letztendlich organisiere, also welche Daten ich in welch verknüpfter Form eigentlich erfassen werde.

Wie man sieht gibt es bei zwei in der Brutbox befindlichen Kulturen bereits Erfolge zu vermelden, bei den Sporen dauert es selbstverständlich etwas länger, zumal bei den ungünstigen Bedingungen, denn meine Brutbox kühlt doch recht schnell aus. Ich hänge morgens und abends ein Einmachglas gekochtes Wasser rein.

Werde Pilzzucht vertiefen / Weck-Sturzgläser

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Also mittlerweile hat sich da ein kleines Hobby entwickelt, ich und Hobby *schluck*. Meine Handlungen rund um Pilzzucht sind über die Tabelle öffentlich einsehbar, und ich frage mich gerade ob Holzflockeneinstreu für Kleintiere, welche als Substrat unbedacht gekauft habe vegan ist? Schließlich unterstützte ich damit eine Firma die Produkte vertreibt, die auf "Haus"tieren basieren. Vermutlich ist das Nadelholzflockenstreu für die Pilzzucht wegen der für die Myzelien unverträglichen Harze noch nicht einmal brauchbar...

Die Tabelle hat auch Links in ein Forum in dem ich mich über Pilzzucht informiere, und das ich auch etwas an meinem veganen Sendungsbewusstsein teilhaben lasse.

Zur Zeit lerne ich gerade die Technik der klassischen, sterilen Myzelübertragung auf Basis von Sporen, habe aber auch eine komplett neue Methode entwickelt.

Meine Austernpilze produzieren immer noch Fruchtkörperschübe und sind super lecker.

Auch reift gerade eine so genannte Körnerbrut mit Myzel auf Roggen heran, diesmal habe ich alles richtig gemacht und wenn die Körner durchwachsen sind, werde ich einen neuen Substratballen damit inokulieren.

An Ausrüstung sind jetzt ein paar Weck-Sturzgläser dazu gekommen, die sind ungemein praktisch und ich verwende sie nicht nur für die Getreidebrut, sondern auch zur Tofuaufbewahrung und zum keimen. Die vier die ich habe sind vollkommen ausgelastet und ich werde sicher noch welche dazukaufen. Schade dass es sie nur bis 750 ml gibt und nicht in Braunglas, gerade fürs keimen wäre die Sturzglasform (es sind Glasdeckel dabei mit Metallklemmen, also völlig ohne Weichmacherplastikinlay wie es in Schraubmetalldeckeln ist) in Kombination mit Braunglas ideal. (Ich kannte diese Form überhaupt nicht und bin erst über die Pilzgeschichte drauf gekommen.) Auch 1000 ml Gläser wären noch besser, zur lebensmittelmottensicheren Aufbewahrung von Schrankgut. Ach ja und geiler Seitan ist mir gelungen mit den Weck-gläsern, da durch den Druck der Seitan nicht so schwammig aufgeschäumt ist obwohl die Wassertemperatur 100°C war. Ich habe den Rohgluten einfach mit Zwiebeln und Knoblauch zusammen und sehr wenig Wasser in das Weckglas getan, fest verschlossen mit den Metallklemmen und dann im Druckkochtopf 45 Minuten gegart. Schön fest geworden und das Glas ist nicht explodiert wie das andere, normale Einmachglas mit Schraubdeckel.

Ja, und die Pilzsache, das kann ich wirklich nur empfehlen. Das schlimmste dabei ist das Warten auf die Ernte.

Mein nächster Versuch ist Austernpilz-Tempeh. Allerdings weiss ich natürlich nicht ob das Myzel auf Sojabohnen gedeiht.

Re: Werde Pilzzucht vertiefen / Weck-Sturzgläser

Autor: Tanja | Datum:
Ava Odoemena schrieb:
>
> Also mittlerweile hat sich da ein kleines Hobby entwickelt,
> ich und Hobby *schluck*. Meine Handlungen rund um Pilzzucht
> sind über die
>
> Tabelle
öffentlich einsehbar, und ich frage mich gerade
> ob Holzflockeneinstreu für Kleintiere, welche als Substrat
> unbedacht gekauft habe vegan ist? Schließlich unterstützte ich > damit eine Firma die Produkte vertreibt, die auf "Haus"tieren
> basieren.

Nun, vegan ist es mit Sicherheit, es werden ja keine Tiere dafür ausgebeutet oder umgebracht (nun, zumindest nicht mehr als beim Fällen eines Baumes sowieso... :-/). Aber falls Du so eine Firma, die "Haustierzubehör" herstelt, nicht unterstützen möchtest, kan ich Dir empfehlen, das nächste Sägewerk (ähm, nun, ich wohne halt auf dem Land, keine Ahnung, wo Du da hinfahren müßtest ;-)) anzusteuern, die haben nämlich diese Holzflocken/Späne in rauhen Mengen und meist kostenlos abzugeben.

Schade übrigens, daß Du so weit weg wohnst, in Form von Verkostungen könnte ich mich noch mehr begeistern lassen von Deinem Hobby. ;-)

Tanja

Re: Werde Pilzzucht vertiefen / Weck-Sturzgläser

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Tanja schrieb:

Moin

> Nun, vegan ist es mit Sicherheit, es werden ja keine Tiere
> dafür ausgebeutet oder umgebracht (nun, zumindest nicht mehr
> als beim Fällen eines Baumes sowieso... :-/).

Ja genau, da stand ich also echt auf der Leitung. Das hat mich tagelang beschäftigt:-) Immer so in Dosen, ich habe es dann recht schnell erfolgreich verdrängen können.

> Aber falls Du
> so eine Firma, die "Haustierzubehör" herstelt, nicht
> unterstützen möchtest,

In dem Fall ist es keine explizite Firma, sondern direkt für Plus hergestellt.

> kan ich Dir empfehlen, das nächste
> Sägewerk (ähm, nun, ich wohne halt auf dem Land, keine
> Ahnung, wo Du da hinfahren müßtest ;-))
> anzusteuern, die
> haben nämlich diese Holzflocken/Späne in rauhen Mengen und
> meist kostenlos abzugeben.

Also Sägewerk hat es in meinem Fahrradradius keines! LOL. Aber an einer Schreinerei bin ich vorbeigekommen als ich mit dem Katerchen sein neues Territorium abgelaufen bin. Das wäre mal ne Idee. Hoffentlich verarbeiten die auch unlackierte Laubhölzer usw. Denn auf alten, Dioxinfarben verseuchten Berliner Fensterrahmen und Türen will ich keine Pilze züchten.

> Schade übrigens, daß Du so weit weg wohnst, in Form von
> Verkostungen könnte ich mich noch mehr begeistern lassen von
> Deinem Hobby. ;-)

Verständlich. Der Enthusiasmus dafür hat mich selbst ein wenig überrascht. Allerdings wären Gerichte meiner Pilze eher zu empfehlen wenn mein Mann kocht (er macht auch mit den Pilzen wirklich sehr leckere Sachen und hat mehr Talent im Kochen), denn ich bin auch beim Kochen eher experimentell veranlagt, ich schütte schonmal auch Schoko-Sauce über gebratene und gesalzene Dinkelkeimlinge. Fand ich übrigens sehr lecker.

Ach so, z. Zt. arbeite ich gerade an einem Erbsen-Austernpilz-Tempeh. Wozu warten bis zum Fruchtkörper wenn man das Myzel essen kann? Habe sterile Erbsen mit Austernpilz-Myzel inokuliert und es nimmt die sehr gut an!

Wenn Du Lust auf Pilze hast, einfach mal ne Kultur bestellen, ist total easy. Man könnte damit eigentlich auch sein eigenes Winter Vitamin D produzieren. Im Sommer die Pilze kurz vor der Ernte für zwei drei Stunden in die pralle Sonne stellen, ernten, trocknen und bingo so hat man veganes D2 für Eintöpfe und Salate. Fruchtkörper bilden sehr schnell sehr viel Vitamin D2 wenn sie UV-Licht ausgesetzt sind.

Re: Werde Pilzzucht vertiefen / Weck-Sturzgläser

Autor: Schwarte Christine | Datum:
Hallo liebe Pilfreunde!

Suche Austernpilz-Myzel und Tipps für Pilzanbau.
Liebe Grüße Chrissi

Re: Werde Pilzzucht vertiefen / Weck-Sturzgläser

Autor: Ava | Datum:
Schwarte Christine schrieb:

> Hallo liebe Pilfreunde!

Aloa!

> Suche Austernpilz-Myzel und Tipps für Pilzanbau.

Also Austerpilzmyzel habe ich gerade kein steriles da, du kannst dir aber selbst eines machen, es reicht wenn du eine im Laden um die Ecke gekaufte Frucht klonst. Ein wenig theoretische Grundkenntnisse brauchst du aber schon wenn du kein fertiges Körnermyzel-Set mit Strohpellets im Netz bestellen willst. Pilzzucht ist mit ein wenig Einlesearbeit verbunden, http://www.pilzzucht.eu/ ist ein guter Einstieg für die Grundlagen.

Für Leute die die Zucht nicht so interessiert aber auch gerne mal recht günstig und ohne Aufwand an leckere Pilze herankommen wollen, gibt es von verschiedenen Anbietern fertige Sets mit Anleitung, z.B. bei http://www.shii-take.de/ oder http://www.pilzshop.de/

Und ja Tanja, ich bin noch aktiv auch wenn ich gerade eine Serie von Rückschlägen hatte und deshalb wenig gemacht habe. Jetzt starte ich aber wieder voll durch, es geht darum diesen Sommer den gesamten Vitamin D Vorrat für den kommenden Winter zu produzieren, ich werde viele Pilze in der Sonne trocknen, zu Pulver mahlen und als Saucengrundlage hernehmen.

Die Photos die hier im Thread verschwunden sind habe ich übrigens noch, ich kann sie evtl. an Claude schicken, damit er sie wieder einbauen kann.

Re: Werde Pilzzucht vertiefen / Weck-Sturzgläser

Autor: Tanja | Datum:
Hi Ava,

was ist denn geworden aus diesem Hobby? hast Du noch mehr ausprobiert, wnen ja, ist es was geworden? Wenn nicht, woran scheiterte es?

interessiert,
Tanja

Re: Plastik und Lebensmittelsicherheit

Autor: Ava | Datum:
Plastikwanne "TopHit", von Testrut GmbH an Rudis vertrieben: Habe mich über den Verteiber zu dem Hersteller durchgefragt (Seifert Plastikirgendwas), und dieser berichtet dass die Wannen lebensmittelechtes Propylen nach EU Richtlinie sind ohne Weichmacher oder sonstigen Stoffe die in Lebensmittel hineindünsten können. Dieses Symbol für Lebensmittelechtheit (Weinglas und Gabel) sei lediglich deshalb nicht drauf, weil es für Waschwannen nicht vorgeschrieben sei.

Ich hatte gefragt ob ich in den Wannen Kräuter anbauen kann, damit durch die Ungewöhnlichkeit des Pilzanbaus der Kommunikationsfluss nicht unterbrochen wird. Erfahrungsgemäß kommt bei Nennung Pilzanbau die Rückfrage "Pilze?!" und ich muss dann erst mal lästig erklären...

"[...] ist völlig unbedenklich, da können sie auch Fleisch drin lagern."

Stöhn

Allerdings werde ich jetzt wohl tatsächlich in den freigewordenen Wannen Kräuter anbauen, ich habe nämlich noch viele Samentütchen hier. Im Baumarkt habe ich eine vegane Blumenerde gefunden, die keinen "Guano" (Kot von Vögeln oder Fledermäusen oder geschredderte Hufe von Schlachtopfern) und Torf enthält, sondern nur pflanzlichen Kompost/Holzfasermischung.

OT: Threaddarstellung futsch?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Komisch, in diesem Thread fehlt komplett die sonst übliche "Baumstruktur", alle Beiträge sind offen und man sieht nur eine einen offenen Beitrag nach dem anderen.

Re: OT: Threaddarstellung futsch?

Autor: Claude | Datum:
Das ist bei mir nicht der Fall. Was genau passiert denn wenn du "Beitragsübersicht" klickst?

Ansonsten bitte mail an foren@antispe.de

Claude

Re: OT: Threaddarstellung futsch?

Autor: Ava Odoemena | Datum:
Hm, ja jetzt ist wieder alles in Ordnung. Wo ist der Knopf für diese Option?