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Produktanfrageforum:
G-CSF

Anzahl Beitr├Ąge in diesem Thread: 15

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G-CSF

Autor: Stelios | Datum:
Zitat: G-CSF

Abk├╝rzung f├╝r Granulozyten-coloniestimulierender Faktor. Es handelt sich um einen Wachstumsfaktor, d. h. einen Stoff, der Einfluss auf die Blutbildung nimmt. Dieser hormon├Ąhnliche Stoff wird vom K├Ârper bei jeder Infektion hergestellt. Insbesondere werden Bildung und Funktion einer Untergruppe der wei├čen Blutk├Ârperchen, der so genannten Granulozyten und deren Vorl├Ąuferzellen, beeinflusst bzw. gesteuert. Dieser Stoff kann seit einigen Jahren im Labor produziert werden und ist als Medikament zur Anregung der Stammzellvermehrung zugelassen. G-CSF bewirkt, dass die Stammzellen, die ├╝berwiegend im Knochenmark vorkommen, in das flie├čende Blut ausgeschwemmt werden.

Quelle: DKMS.de

Wenn jemand als Stammzellspender in Frage kommt, k├Ânnen die Stammzellen durch eins von zwei Verfahren entnommen werden. Bei der peripheren Stammzellentnahme wird G-CSF eingesetzt. Ich hab nachgefragt, wie dieses hergestellt bzw. gewonnen wird, ob daf├╝r heute noch Tiere leiden oder sterben m├╝ssen und ob daf├╝r noch Tierversuche durchgef├╝hrt werden.

Die Antwort:
Zitat: Sehr geehrter Herr ...,

vielen Dank f├╝r Ihre Anfrage.

G-CSF wird gentechnisch hergestellt, und zwar in sogenannten "CHO-Zellen". Hierbei handelt es sich um eine sehr weitverbreitete Zelllinie f├╝r biochemische Anwendungen, die urspr├╝nglich aus dem Eierstock eines Chinesischen Hamsters stammt (mittlerweile m├╝ssen dementsprechend zur Herstellung keine Tiere mehr sterben).

Uns ist nat├╝rlich bewusst, dass sich dies erst mal befremdend anh├Ârt; tats├Ąchlich werden aber nahezu alle gentechnisch hergestellten Arzneimittel oder Enzyme entweder in Bakterien oder diesen CHO-Zellen (nicht in ganzen Hamstern!) produziert. Und hierunter sind so verbreitete Stoffe wie Insulin oder Waschmittelenzyme. Eine Infektionsgefahr besteht hierbei nicht mehr als bei rein "chemisch" synthetisierten Stoffen.

Ob G-CSF heute noch in Tierversuchen verwandt wird, kann ich Ihnen nicht mit Sicherheit beantworten. Normalerweise werden v.a. bevor Medikamente an Menschen getestet werden d├╝rfen Tierversuche durchgef├╝hrt. Soweit ich wei├č werden von Seiten der Pharmafirmen keine Tierversuche mit G-CSF mehr durchgef├╝hrt, was hingegen z.B. Unikliniken angeht, kann ich Ihnen dies leider nicht eindeutig sagen. Um hierzu n├Ąhere Informationen zu erhalten, m├╝ssten Sie sich theoretisch an die einzelnen Forschungseinrichtungen der Unikliniken und die Pharmafirmen selbst wenden.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen!

Mit freundlichen Gr├╝├čen

...
Ärztin
CT-Koordinationsteam
DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
gemeinn├╝tzige Gesellschaft mbH


Das war mir nicht eindeutig genug, also hab ich nochmal nachgefragt, ob denn auch wirklich keine neuen Zellen zur weiteren Herstellung n├Âtig sind. Hier ein Auszug:

Zitat: Sehr geehrte Frau ...,

vielen Dank f├╝r ihre Antwort.

Nur um sicher zu gehen, dass ich das nicht falsch verstanden habe, bitte ich Sie mir folgendes noch einmal zu best├Ątigen:

Inzwischen wird alles im Labor, ohne Zuhilfenahme von 'neuen' Zellen (oder sonstwas) von Tieren hergestellt. Also vor Jahren mal wurden diese Zellen dem Hamster entnommen, aber heute ist das nicht mehr n├Âtig, da neue Zellen im Labor herangez├╝chtet werden, ohne die Tiere daf├╝r zu ben├Âtigen.

Das habe ich jetzt verstanden, es w├Ąre sch├Ân, wenn Sie mir sagen k├Ânnten ob das so stimmt.


Zitat: Sehr geehrter Herr ...,

genau, Sie haben das richtig verstanden. Inzwischen m├╝ssen f├╝r die Herstellung von G-CSF keine Tiere mehr sterben, es handelt sich um Zellkulturen, die nicht "neu" gewonnen werden m├╝ssen aus lebenden Tieren.

Mit freundlichen Gr├╝├čen

...
Ärztin
CT-Koordinationsteam
DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
gemeinn├╝tzige Gesellschaft mbH


Wenn ich irgendwas nicht beachtet habe, bitte ich um Hinweis, dann frage ich noch einmal nach.

Re: G-CSF

Autor: Kati | Datum:
Guten Tag,

da ich kein neues Thema er├Âffnen m├Âchte und meine Frage als hier her passend finde, folgendes:

Ich habe eine Bekannte mit einer Schilddr├╝senfunktionsst├Ârung. Sie muss Hormone substituieren und ist aber Vegetarier (fast Veganer)So kam ich mit ihr in eine Diskussion ├╝ber vegane Medikamente. Das vorl├Ąufige Resultat war, dass vielleicht nicht alle Wikstoffe vegan sein k├Ânnen, wobei ich schon meine, auch bspw. Hormone lie├čen sich rein k├╝nstlich herstellen. Sie war sich nicht sicher, ob die Hormone aus Schweinen gewonnen werden, ich meinte, dass diese inzwischen schon allein wegen der Qualit├Ątsschwankungen wahrscheinlich k├╝nstlich erzeugt werden, wei├č aber auch nicht, wie... Es geht hier in erster Linie nicht um Tierversuche f├╝r Medikamente, sondern um die Gewinnung der Wirkstoffe aus Tieren und hierzu w├╝rde mich Ihr Wissen bzw. Ihre
Ansicht interessieren.

Dank und Gru├č,
K.

Medikamente mit unveganen Inhaltsstoffen

Autor: martin | Datum:

> Es geht hier in erster Linie nicht um
> Tierversuche f├╝r Medikamente, sondern um die Gewinnung der
> Wirkstoffe aus Tieren und hierzu w├╝rde mich Ihr Wissen bzw.

Wie ich auch schon in ├Ąhnlichen Diskussionen sagte, denke ich, dass man auch solche Medikamente, wenn die wichtig - erst recht, wenn sie lebenswichtig - sind, einnehmen "darf". In der Regel ist die Unveganit├Ąt eine Folge der unveganen Gesellschaft, die die Stoffe auch vegan herstellen k├Ânnte, es aber aus Kostengr├╝nden nicht tut.

Bei eher unwichtigen Medikamenten sieht es nat├╝rlich anders aus.

Re: Medikamente mit unveganen Inhaltsstoffen

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Wobei nat├╝rlich schon eruiert werden muss, ob es nicht (in dieser Gesellschaft eher zuf├Ąllig) vegane Alternativen gibt.

So wird wenn ich mich recht erinnere als "Knochenersatz" z.B. in der Regel Material aus Rinderknochen verwendet, es gibt aber wohl Alternativen.

Achim

Re: Medikamente mit unveganen Inhaltsstoffen

Autor: Kati | Datum:
Hierzu habe ich gerade eine Anfrage an HEXAL. Werde berichten...

Re: Medikamente mit unveganen Inhaltsstoffen

Autor: Kati | Datum:
Die Antwort von Hexal - ich wurde vor 5 Minuten angerufen und hoffe, die Antwort korrekt wieder geben zu k├Ânnen - bzgl. der Hormone in einem Schilddr├╝senmedikament:
diese werden aus keinerlei Tierbestandteilen hergestellt, sondern rein synthetisch, und auch die anderen Substanzen/Hilfstoffe sind ohne Tier.
Auf mein Nachbohren der Quelle dieser synthetischen Stoffe hin war sie sehr sehr vorsichtig und ausweichend, wiederholte aber, dass es kein Tier enth├Ąlt. Ich denke mal, dass sie hier wegen Datenschutz/Betriebsgeheimnis/... so reagieren musste. Auch, dass sie anrief und nicht schrieb, ist zwar nett, aber doch etwas unverbindlich, weil nicht dokumentierbar, oder?
Jedenfalls schien sie darauf recht genervt zu sein und froh, mich los zu bekommen...

Guten Wochenbeginn,
Kati

Re: G-CSF

Autor: Dr. Brumm | Datum:
Hallo,
muss leider zugeben, dass ich selbst mit Zellkulturen gearbeitet habe und dabei mitschuld war am K├Ąlbermord (zum Teil ungeborener :-( ). Von daher k├Ânntest du anfragen, ob zur Kultivierung der Zellen tierliche Seren zum Einsatz kommen.
Falls nicht, werden den Zellkulturmedien ├╝blicherweise Wachstumsfaktoren zugesetzt, die wiederum selbst in Zellkultur gewonnen werden (k├Ânnen)... So ergibt sich eine endlose Kette.
Da frag ich mich, wie weit geht man? Ich kaufe schlie├člich auch Kartoffeln vom Bauern, der sich von Fleisch ern├Ąhrt, da wird ja auch irgendwo in der Produktion ein Tier eingesetzt... muss nochmal in die FAQ gucken.

Re: G-CSF

Autor: Stelios | Datum:
Zitat: Sehr geehrter Herr ...,

exakt beantworten k├Ânnen wir diese Anfrage nicht, da kein Hersteller derartiger Pr├Ąparate die exakte Zusammensetzung der Zellkulturmedien preisgibt. Ich f├╝rchte aber, dass vieles, was aus Zellkulturen stammt, f├╝r strikt vegan Lebende problematisch ist.
Derartige Medien bestehen immer aus Salzen und Puffern (mineralisch oder chemisch-synthetisch), Aminos├Ąuren (sicherlich zumindest teilweise tierischen Ursprung, evtl aus Hefen) und Wachstumsfaktoren (wahrscheinlich aufgereinigt aus Tierseren). Gew├Âhnlichen Zellkulturmedien in der Forschung wird meist 5 oder 10% "f├Âtales K├Ąlberserum" zugesetzt. Klingt befremdend, aber zu dessen vergleichsweise massenweiser Herkunft muss man sich halt doch mal klarmachen, dass auch Milchk├╝he nicht einfach so Milch geben...

H├Âchstwahrscheinlich wird dieses nur in aufgereinigter Form oder gar nicht in der Herstellung von Medikamenten eingesetzt. Aber davon, dass tierische Produkte dabei eine Rolle spielen, w├╝rde ich pers├Ânlich ausgehen. Allerdings auch davon, dass nichts davon ins Produkt mitgeschleppt wird.

Damit ist das wohl eher ein ethisch-philosophisches Dilemma....├╝berspitzt gefragt: "Essen Sie das Brot eines B├Ąckers, der die Kraft zum Kneten des Teiges aus Fleischkonsum zieht?"
├ťber eine Antwort zu diesem ungew├Âhnlichen Thema w├╝rde ich mich ausdr├╝cklich freuen.

Mit besten Gr├╝├čen,
Ihre DKMS

...
Arzt
CT-Koordinationsteam
DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
gemeinn├╝tzige Gesellschaft mbH


Schockierende Erkenntnis: K├╝he geben nicht einfach so "Milch" ... soll das ein Rechtfertigungsversuch f├╝r die Nutzung des f├Âtalen K├Ąlberserums sein? Oder hab ich das jetzt falsch verstanden?

Dass Ethik eine philosophische Dispizlin ist scheint ihm nicht klar zu sein (dass sein Beispiel nicht analog zu dieser Situation ist, wohl auch nicht).

Das eigentliche Dilemma (handelt es sich dabei ├╝berhaupt um eins?) ist ja: Sollte man den wachstumsfaktor einnehmen, um die Stammzellen spenden zu k├Ânnen, die einem Leuk├Ąmiepatienten das Leben retten k├Ânnen, wenn dieser Wachstumsfaktor auf die Art und weise hergestellt wird?

Ich will mal davon ausgehen, dass er mit der "Kraft", die er aus "Fleischkonsum zieht", keine magischen, in Leichenteilen innewohnenden Substanzen, sondern einfach Energie in Form von Proteinen, Kohlenhydraten und Lipiden meint.

Ich w├╝rde sagen, mein Einkauf von veganen Produkten beim B├Ącker f├Ârdert nicht die Tierausbeutung. Nat├╝rlich w├Ąre es optimal, wenn der B├Ącker dies auch nicht tun w├╝rde, somit auch keine unveganen Produkte verkaufen w├╝rde, aber soweit sind wir leider in den meisten F├Ąllen noch nicht.
Ich k├Ânnte auch noch auf diverse FAQ-Seiten hinweisen.

Wie w├╝rdet ihr antworten?

Bin f├╝r eure Ansichten und Argumentationshilfen sehr dankbar :)
Vor allem interessiert mich, was ihr zu der Einnahme von G-CSF zu sagen habt. Inzwischen wird in den meisten F├Ąllen die periphere Stammzellentnahme bevorzugt (ich meine das auf der DKMS-Seite gelesen zu haben, wei├č leider nicht mehr genau wo) und bis gerade eben dachte ich noch, dass der Spender sich danach richten muss, wenn er helfen will. Aber hier steht:
Zitat: Welches Verfahren bei der Stammzellspende angewandt wird, richtet sich nach den Belangen des Patienten. Nach M├Âglichkeit wird auf die W├╝nsche der Spender R├╝cksicht genommen.
Gibt es dabei etwas zu beachten?

Re: G-CSF

Autor: martin | Datum:
Stelios schrieb:
[Vollquote gek├╝rzt - Mod]
>
> Schockierende Erkenntnis: K├╝he geben nicht einfach so "Milch"
> ... soll das ein Rechtfertigungsversuch f├╝r die Nutzung des
> f├Âtalen K├Ąlberserums sein? Oder hab ich das jetzt falsch
> verstanden?

Scheint so. Ich denke, ich will erkl├Ąren, dass f├Âtales K├Ąlberserum so massenhaft eingesetzt wird, weil es massenhaft zur Verf├╝gung steht.

Wer den Hintergrund nicht kennt: F├Âtales K├Ąlberserum ist das Blut von (ungeborenen) Kuhfeten. Da die K├╝he, die zur Kuhmilchgewinnung ausgebeutet werden, permanent geschw├Ąngert werden, damit zwischen der Geburt der letzten Kalbs und dem Wiedereinsetzen des Milchflusses keine Leerzeit entsteht, sind sie fast permanent schwanger. Wenn sie geschlachtet werden, sind sie daher meist auch schwanger und dann wird dem Kalbf├Âtus das Blut entnommen, kurz nach der Schlachtung, wenn er meist noch lebt.

> Das eigentliche Dilemma (handelt es sich dabei ├╝berhaupt um
> eins?) ist ja: Sollte man den wachstumsfaktor einnehmen, um
> die Stammzellen spenden zu k├Ânnen, die einem
> Leuk├Ąmiepatienten das Leben retten k├Ânnen, wenn dieser
> Wachstumsfaktor auf die Art und weise hergestellt wird?

Ich meine, das ist analog hierzu: Auch f├Âtales K├Ąlberserum ist ersetzbar (es geht ja nur um die Aminos├Ąuren) und der, wie es hier auch ja formuliert wird, massenhafte Einsatz ist Resultat der unveganen Gesellschaft. Und es ist auch kein trivialer Fall, sondern lebenswichtig (wenn auch nciht f├╝r einen selbst, sondern den Empf├Ąnger).

> Ich will mal davon ausgehen, dass er mit der "Kraft", die er
> aus "Fleischkonsum zieht", keine magischen, in Leichenteilen
> innewohnenden Substanzen, sondern einfach Energie in Form von
> Proteinen, Kohlenhydraten und Lipiden meint.

Es gibt zwar inhaltliche Fragw├╝rdigkeiten, aber es ist wohl eher als Analogie denn als Vergleich gemeint. Als Analogie passt es schon und die Antwort w├Ąre: Ja, denn mit dem Kauf des Brotes unterst├╝tzt man schlie├člich nicht seinen Leichenteilkonsum (wie du es ja schon geschrieben hast). Zwischen diesem und dem Brotkauf gibt es schlicht keine kausale Beziehung und ein Nicht-Kauf w├╝rde dementsprechend auch nichts ├Ąndern.

> Gibt es dabei etwas zu beachten?

Bei was genau?

Re: G-CSF

Autor: Stelios | Datum:
martin schrieb:
> Wer den Hintergrund nicht kennt: F├Âtales K├Ąlberserum ist das
> Blut von (ungeborenen) Kuhfeten. Da die K├╝he, die zur
> Kuhmilchgewinnung ausgebeutet werden, permanent geschw├Ąngert
> werden, damit zwischen der Geburt der letzten Kalbs und dem
> Wiedereinsetzen des Milchflusses keine Leerzeit entsteht,
> sind sie fast permanent schwanger. Wenn sie geschlachtet
> werden, sind sie daher meist auch schwanger und dann wird dem
> Kalbf├Âtus das Blut entnommen, kurz nach der Schlachtung, wenn
> er meist noch lebt.

Den Hintergrund kannte ich noch nicht. F├╝r mich ist es schwer das ganze einzuordnen. Ich will hier keine Diskussion ├╝ber Abtreibung f├╝hren (an anderer Stelle gerne), aber selbst wenn wir mal davon ausgingen, dass der F├Âtus weder ein Interesse an Unversehrtheit, noch am Weiterleben hat, so ist es immer noch verwerflich (von den auch bisher schon offensichtlichen Verwerflichkeiten ganz zu schweigen), dass die K├╝he zu allem ├ťberfluss auch noch vor dem Schlachten vergewaltigt werden, vielleicht ja auch gerade weil das Blut des F├Âtus gefragt und vermutlich billiger als Alternativen ist.

> Und es ist auch kein trivialer Fall, sondern lebenswichtig
> (wenn auch nciht f├╝r einen selbst, sondern den Empf├Ąnger).

Wobei ich ja erw├Ąhnte, dass es unter Umst├Ąnden eine Alternative gibt (siehe weiter unten).

> > Gibt es dabei etwas zu beachten?
>
> Bei was genau?

Oh, ich hab das nicht wirklich erkl├Ąrt. Ich meinte, wenn man die M├Âglichkeit hat das andere Verfahren, die Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose, zu w├Ąhlen. Das erscheint mir, angesichts des f├Âtalen Bluts etc., die weniger problematische Alternative zu sein. Oder habe ich da etwas nicht beachtet?

Und selbst wenn die Knochenmarkentnahme die 'veganere' L├Âsung w├Ąre: W├Ąre es gerechtfertigt abzuw├Ągen zwischen der Einnahme des Wachstumsfaktors f├╝r die periphere Stammzellentnahme und des Risikos einer Narkose f├╝r mich als Spender (der eigentliche Eingriff soll weniger Risiko bergen als die Narkose selbst)?
Ich hoffe das war halbwegs klar, ich kann mich grad nicht besser ausdr├╝cken, sorry.

Vegane Aspekte von Knochenmarkspenden

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Und selbst wenn die Knochenmarkentnahme die 'veganere' L├Âsung
> w├Ąre: W├Ąre es gerechtfertigt abzuw├Ągen zwischen der Einnahme
> des Wachstumsfaktors f├╝r die periphere Stammzellentnahme und
> des Risikos einer Narkose f├╝r mich als Spender (der
> eigentliche Eingriff soll weniger Risiko bergen als die
> Narkose selbst)?

Auch wenn ich mich damit jetzt weit aus dem Fenster lehne: ich denke ja, werde mir aber abschlie├čendes Urteil ggf. erst in situ erlauben. Womit ich nicht sagen will, dass es nicht hier diskutiert werden sollte, im Gegenteil.

Ich kannte bisher allerdings eh nur die "andere Methode".

Apropos, statt Blutproben werden ja inzwischen anscheinend Wangenabstriche gemacht, um die relevanten Spendereigenschaften zu ermitteln.

Da w├Ąre es vielleicht interessant, ob es unterschiedliche Matching-Verfahren gibt und ob man als potentieller Spender da etwas beeinflussen kann (so es z.B. ein veganes und ein unveganes gibt). Da Du ja eh grade an der Sache dran bist ... ;-)

Achim

Re: Vegane Aspekte von Knochenmarkspenden

Autor: Stelios | Datum:
Zitat: Sehr geehrter Herr ...,

ich schulde Ihnen noch zwei Antworten:

1) Ich w├╝sste beim besten Willen nicht, wo tierische Produkte bei Vollnarkosen oder Routineoperationen eingesetzt werden w├╝rden. Resorbierbares Nahtmaterial war fr├╝her aus Schaf- oder Rinderkollagen, das ist aber sp├Ątestens seit BSE in entwickelten L├Ąndern nicht mehr im Routineeinsatz.
Kann nat├╝rlich sein, dass auf Station noch Rosshaarkissen o.├ä. im Gebrauch sind, aber das l├Ąsst sich sicherlich meiden.

2) Typisierung: V├Âllig korrekt, die fr├╝her bei sogenannten serologischen Gewebsmerkmalsbestimmungen eingesetzten Antik├Ârper w├Ąren zumindest teilweise tierischen Ursprungs, und die, die aus Zellkulturen stammten, haben wieder das gleiche Medium-Problem, dass Sie bei der GCSF-Produktion (zumindest der von Granocyte in vom Hamster stammenden Zelllinien) haben.
Allerdings f├╝hrt die DKMS inzwischen nur noch h├Âher aufl├Âsende molekularbiologische Typisierungen durch, sogenannte Sequenzierungen, und die wenigen dabei eingesetzten Enzyme sind bakteriellen Ursprungs.

Ein Nachtrag noch zu unserer urspr├╝nglichen Frage: Es gibt ein zugelassenes Alternativprodukt zu "unserem" Granoycte/ Lenograstim, n├Ąmlich Neupogen (Filgrastim). Ein Unterschied ist, dass dieses nicht in S├Ąugerzellkulturen, sondern in E.coli-Bakterienkulturen hergestellt wird. Diese ben├Âtigen nat├╝rlich auch nicht die erw├Ąhnten Wachstumsfaktoren...Sollten Sie also tats├Ąchlich mal in einer Spendesituation sein, w├╝rde ich in jedem Fall zu Neupogen raten: K├Ânnte sehr gut sein, dass hier weniger tierischen Produkte in der Herstellung eingesetzt werden.

Mit freundlichen Gr├╝├čen, und danke f├╝r die Links!

...
Arzt
CT-Koordinationsteam
DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei
gemeinn├╝tzige Gesellschaft mbH

Re: G-CSF

Autor: martin | Datum:

> Den Hintergrund kannte ich noch nicht. F├╝r mich ist es schwer
> das ganze einzuordnen. Ich will hier keine Diskussion ├╝ber
> Abtreibung f├╝hren (an anderer Stelle gerne), aber selbst wenn
> wir mal davon ausgingen, dass der F├Âtus weder ein Interesse
> an Unversehrtheit, noch am Weiterleben hat, so ist es immer
> noch verwerflich (von den auch bisher schon offensichtlichen
> Verwerflichkeiten ganz zu schweigen), dass die K├╝he zu allem
> ├ťberfluss auch noch vor dem Schlachten vergewaltigt werden,
> vielleicht ja auch gerade weil das Blut des F├Âtus gefragt und
> vermutlich billiger als Alternativen ist.

Der Grund f├╝r die Ablehnung w├╝rde ich auch nicht in der T├Âtung des F├Âtus sehen (auch wenn das nicht fraglos in Ordnung w├Ąre, - da sich diese Frage allerdings erst gar nicht stellt, weil die T├Âtung der Kuh bereits abzulehnen ist, muss man das nicht weiter diskutieren). Es ist analog zu "Leder", von dem behauptet wird, es sei ein Nebenprodukt. Selbst wenn "Leder" oder f├Âtales K├Ąlberserum ein Nebenprodukt w├Ąre, w├╝rde man die Tierausbeutung mindestens noch ideell unterst├╝tzen und das ist f├╝r Veganern eindeutig zu viel.

> das andere Verfahren, die Knochenmarkentnahme unter Vollnarkose, zu w├Ąhlen. Das erscheint mir, angesichts des f├Âtalen Bluts etc., die weniger problematische Alternative zu sein. Oder habe ich da etwas nicht beachtet?
>
> Und selbst wenn die Knochenmarkentnahme die 'veganere' L├Âsung
> w├Ąre: W├Ąre es gerechtfertigt abzuw├Ągen zwischen der Einnahme
> des Wachstumsfaktors f├╝r die periphere Stammzellentnahme und
> des Risikos einer Narkose f├╝r mich als Spender (der
> eigentliche Eingriff soll weniger Risiko bergen als die
> Narkose selbst)?

Ich denke auch ja. Wobei ich keine Antwort geben k├Ânnte, da mit f├╝r diese detaillierte Angelegenheit die Kenntnisse fehlen.

Re: G-CSF

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Schockierende Erkenntnis: K├╝he geben nicht einfach so "Milch"
> ... soll das ein Rechtfertigungsversuch f├╝r die Nutzung des
> f├Âtalen K├Ąlberserums sein? Oder hab ich das jetzt falsch
> verstanden?

Also f├╝r mich klingt das so, als ob er nicht wei├č, was Veganismus ist, Dich f├╝r einen Vegetarier h├Ąlt und Dir nun (w├Ąrst Du einer, zurecht) Heuchelei unterstellt, weil Du ja als Vegetarier durch Milchkonsum ohnehin Rinder ermordest.

> Ich w├╝rde sagen, mein Einkauf von veganen Produkten beim
> B├Ącker f├Ârdert nicht die Tierausbeutung. Nat├╝rlich w├Ąre es
> optimal, wenn der B├Ącker dies auch nicht tun w├╝rde, somit
> auch keine unveganen Produkte verkaufen w├╝rde, aber soweit
> sind wir leider in den meisten F├Ąllen noch nicht.

Naja, wenn Du ein Brot kaufst, muss der B├Ącker mehr kneten, braucht also mehr Kraft, muss also ein halbes Schwein mehr essen, da h├Ąttest Du statt des Brots auch gleich das Schwein essen k├Ânnen. Nicht zu vergessen, dass die B├Ąckereifachverk├Ąuferin, indem sie das Brot aus dem Regal holt, um es Dir ├╝ber die Theke zu reichen, ihre Lederschuhe abnutzt, so dass sie fr├╝her neue kaufen muss. Oder so.

Hm, haben die B├Ącker heutzutage keine Knetmaschinen?

Neulich habe ich glaube ich irgendwo gelseen, dass jeder von uns rechnerisch mehrere Molek├╝le von Hitler in sich tr├Ągt. Oder war's Attila (der Hunne, nicht der Leichenbr├Ąter). Hm, wie komme ich jetzt da drauf?

> Wie w├╝rdet ihr antworten?

Anscheinend antworten Dir ja immer unterschiedliche Personen?

> wo) und bis gerade eben dachte ich noch, dass der Spender
> sich danach richten muss, wenn er helfen will. Aber

Naja, da die Spende ja freiwillig ist, werden sie sich schon ├╝berlegen, ob sie jemanden zu einem speziellen Verfahren zu zwingen versuchen ... theoretisch k├Ânnte sich ja auch jemand entschlie├čen, sich das Zeug ohne Narkose aus dem Beckenkamm saugen zu lassen. Ist aber wohl keine so gute Idee.

Achim

Ergebnisse aus Tierausbeutung benutzen?

Autor: martin | Datum:
> Von daher k├Ânntest du anfragen, ob
> zur Kultivierung der Zellen tierliche Seren zum Einsatz kommen.
> Falls nicht, werden den Zellkulturmedien ├╝blicherweise
> Wachstumsfaktoren zugesetzt, die wiederum selbst in
> Zellkultur gewonnen werden (k├Ânnen)... So ergibt sich eine
> endlose Kette.

Das Thema hatten wir, glaube ich, bei der Frage nach der Veganit├Ąt der Schweinegrippeimpfung hier schon mal angeschnitten. Wenn es nicht mehr um tats├Ąchlichen Gebrauch geht, sondern nur noch auf die Ergebnisse fr├╝heren Gebrauchs zur├╝ckgegriffen wird, ist es wohl analog zu Benutzung von Wissen, das mit Menschenversuchen gewonnen wurde (ob im Nationalsozialismus oder durch die vielzitierte Tuskegee-Syphilis-Studie).

Solange klar ist, dass man die Art des Erkenntnisgewinns nicht akzeptiert und durch seinen Konsum nicht dazu angeregt, so etwas zu wiederholen, w├Ąre es nicht sinnvoll, so etwas zu boykottieren.

Eine andere Analogie ist, dass v.a. in den S├╝dstaaten der USA viele Stra├čen durch Sklavenarbeit gebaut wurden. Die, die die Stra├čen heute benutzen, sind deshalb auch keine Sklavereibef├╝rworter.