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Produktanfrageforum:
Sind die Firmen verflichtet die Wahrheit zu schreiben?

Anzahl Beitr├Ąge in diesem Thread: 5

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Sind die Firmen verflichtet die Wahrheit zu schreiben?

Autor: Tobias B. | Datum:
m├╝ssen unternehmen wenn sie von eine produkanfrage erhalten eigentlich die wahrheit schreiben? ich kann mir gut vorstellen das viele unternehmen aus profitgr├╝nden schreiben das die produkte vegan sind um kunden zu gewinnen und um zu zeigen das sie die anfrage ernst nehmen noch ein paar "alibi"nichtvegane produkte auff├╝hren. traut ihr den unternehmen? beispiel beim b├Ącker wenn dem sein planzliches fett zum bestreichen der bleche ausgeht nimmt er doch tierisches fett welches er nicht angiebt.

oder nicht?

Re: Sind die Firmen verflichtet die Wahrheit zu schreiben?

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Tobias B. schrieb:
> m├╝ssen unternehmen wenn sie von eine produkanfrage erhalten
> eigentlich die wahrheit schreiben? ich kann mir gut

Nein. Daher ist es notwending, die Angaben auf Plausibilit├Ąt zu pr├╝fen und Falschaussagen ├Âffentlich zu machen.

Achim

Re: Sind die Firmen verflichtet die Wahrheit zu schreiben?

Autor: Kalle | Datum:
Achim St├Â├čer schrieb:
>
> Nein. Daher ist es notwending, die Angaben auf Plausibilit├Ąt
> zu pr├╝fen und Falschaussagen ├Âffentlich zu machen.
>
> Achim

Plausibel kann vieles klingen, auch wenn es vielleicht nicht stimmt. Die 100%ige Sicherheit wird wohl nur gew├Ąhrleistet sein wenn man alles selbst herstellt und seine Zutaten selbst anbaut.
Um Aussagen der Hersteller wirklich verifizieren zu k├Ânnen m├╝sste man in die Produktionslinien hineinschauen, sich Warenbestellungen anschauen,...
Das wird wohl kaum m├Âglich sein. Wenn aber nat├╝rlich rauskommt, dass es eine Falschaussage gegeben hat, dann muss dementsprechend gehandelt werden.

Bis dann,
Kalle

Re: Sind die Firmen verflichtet die Wahrheit zu schreiben?

Autor: VolkerK | Datum:

Nun,

ein Blick ins Gesetz erleichtert die Rechtsfindung, sagte mein BGB-Professor immer ;-) Hier ein Auszug aus dem Strafgesetzbuch:

Zitat: ┬ž 263 Betrug

(1) Wer in der Absicht, sich oder einem Dritten einen rechtswidrigen Verm├Âgensvorteil zu verschaffen, das Verm├Âgen eines anderen dadurch besch├Ądigt, da├č er durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdr├╝ckung wahrer Tatsachen einen Irrtum erregt oder unterh├Ąlt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu f├╝nf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.


Tatbestandsmerkmale:

1. Verschaffen eines rechtswidrigen Verm├Âgensvorteils
2. unter Verminderung des Verm├Âgens eines anderen
3. durch Beg├╝nstigen eines Irrtums, der auf falschen oder unvollst├Ąndigen Aussagen beruht

Subsumieren wir mal den Sachverhalt:

Schmitz Backwaren bekommt eine Produktanfrage wegen eines Christstollens, der nicht n├Ąher deklariertes Lezithin und einen naturidentischen Aromastoff enth├Ąlt. Sonst nichts unveganes deklariert. In der Anfrage wird (wie beim Maqi-Baukasten ├╝brigens vorbildlich gemacht) auf den ethischen Hintergrund der Frage hingewiesen und darauf, dass man das Produkt keinesfalls konsumieren w├╝rde, wenn es nicht vegan sei.

Schmitz Backwaren antwortet: Das naturidentische Aroma ist banales Vanillin, das Lezithin wird aus Soyabohnen gewonnen. Auch au├čerhalb der Deklarationspflicht sind keine tierlichen Inhalts- oder Hilfsstoffe im Einsatz, auch nicht bei fertig eingekauften Zutaten wie Orangeat.

Der Sachbearbeiter weiss jedoch, dass das Orangeat in Wirklichkeit aus Gelatine, Aromastoffen und Farbstoff besteht, das Lezithin aus der jeweils billigsten Quelle stammt und au├čer Vanillin noch ein Dutzend anderer Aromen enthalten ist, deren Herkunft er gar nicht kennt.

Der anfragende Veganer kauft den Christstollen und verzehrt ihn.

Auf den Tatbestand aus ┬ž 263 angewandt:

1. Verm├Âgensvorteil: Durch Abnahme des Christstollens gegeben
2. Verminderung des Verm├Âgens: Klar, der Stollen wurde bezahlt
3. Unter Beg├╝nstigung eines Irrtums: Der vegane K├Ąufer war im Irrtum ├╝ber die Eigenschaften der Ware, und das urs├Ąchlich durch die vors├Ątzliche Falschauskunft.

Kann man den Vorsatz nachweisen (was u.U. m├Âglich sein kann, wenn beispielsweise ein ver├Ąrgerter Zulieferer oder Ex-Mitarbeiter auspackt oder man vielleicht jemanden in die Produktion als Aushilfe einschleusen kann) ist der Tatbestand erf├╝llt.

Zudem kommt noch K├Ârperverletzung in die n├Ąhere Wahl.

Problematisch ist, dass die Gerichte bei einem Christstollen f├╝r 2,49 EUR kein Fass aufmachen werden, denn sie d├╝rfen nur den Einzelfall sehen. Die Verbrauchersch├╝tzer, die sowas global sehen und auch global vor Gericht bringen d├╝rften, sind jedoch noch nicht hinreichend sensibilisiert.

Dabei w├╝rde ein gro├č aufgezogener Fall reichen. Im Ergebnis w├╝rden viele Hersteller zwar nicht mehr antworten, aber dann muss man nicht mehr ├╝berlegen, warum ;-)

Gru├č,
Volker.

Re: Sind die Firmen verflichtet die Wahrheit zu schreiben?

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Ich konstatiere: K├╝he sind lila.

Achim