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Tierrechtsforum:
Speziesistische Sprache

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 257

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Speziesistische Sprache

Autor: Achim Stößer | Datum:
Da bei vielen Wörtern die Frage auftaucht, ob sie speziesistisch sind (analog zu rassistischem Sprachgebrauch wie "Negerkuß", "Mohrenkopf") soll hier ein Sammelthread entstehen zur Diskussion solcher Wörter.

Die Frage ist nicht immer eindeutig zu beantworten: Manche Wörter sind von der Etymologie her harmlos, von der Assoziation aber nicht, bei manchen ist es umgekehrt, die etymologischer Untersuchung offenbart speziesistischen Ursprung. Bei wieder anderen ist es völlig kontextabhängig.

Zugleich soll dieser Thread der Suche nach Alternativen (statt "Negerkuß" wird mittlerweile "Schokokuß" verwendet) dienen.

Neben einzelnen Wörtern betrifft dies auch Redewendungen.

Achim

Entlarven

Autor: Achim Stößer | Datum:
Entlarvung hat nichts mit der Jugendform von Tieren mit indirekter Entwicklung (Raupen, Kaulquappen etc.) zu tun, vielmehr ist "Larve" hier ein Synonym f√ľr "(Gesichts-)Maske (von Schauspielern)" (aus dem Lateinischen), "Entlarvung" hei√üt also etwa "Demaskierung". Die tierspezifische Bedeutung ist vielmehr daraus abgeleitet:

Zitat:
lar·va
n. pl. lar·vae
(-v) or lar·vas
The newly hatched, wingless, often wormlike form of many insects before metamorphosis.
The newly hatched, earliest stage of any of various animals that undergo metamorphosis, differing markedly in form and appearance from the adult.
Roman Mythology A malevolent spirit of the dead; a lemur.

[Latin larva, specter, mask (because it acts as a specter of or a mask for the adult form).]

Word History: The word larva referring to the newly hatched form of insects before they undergo metamorphosis comes from the Latin word lrva, meaning "evil spirit, demon, devil." To understand why this should be so, first we need to know that the Latin word also was used for a terrifying mask, and in Medieval Latin it could mean "mask or visor." Larva is therefore an appropriate term for that stage of an insect's life during which its final form is still hidden or masked, and New Latin lrva was thus applied in 1691 by Carolus Linnaeus, the Swedish botanist who originated our system of classifying plants and animals. The word larva is first recorded in English in its scientific sense in 1768, although it had been used in its "spirit" sense in 1651 in a way that foreshadowed the usage by Linnaeus.

The American Heritage Dictionary of the English Language, 2000

"Entlarven" ist damit sicher nicht speziesistisch.

Achim

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen [Zwei Scheiben mit einem Stein einwerfen]

Autor: Achim Stößer | Datum:
Als Alternative gebrauche ich schon seit langem "Zwei Scheiben mit einem Stein einwerfen".

Besonders passend, da nicht nur der Sinn unmittelbar erkennbar, sondern zusätzlich noch das Entglasen von Tierausbeutungsbetrieben (Leichenhändlern etc.) eine bekannte Form der Wirtschaftssabotage ist ;-) .

Achim

Re: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Autor: Petra D. | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> Als Alternative gebrauche ich schon seit langem "Zwei
> Scheiben mit einem Stein einwerfen
".

Und ich den etwas friedfertigeren ;-) Ausdruck "Zwei Aepfel mit einer Hand pfluecken".

Fussballfans koennten darueberhinaus "Zwei Tore mit einem Ball schiessen",

Musiker "Zwei Gitarren mit je einer Hand spielen", etc.

Oder sollten wir uns auf Alternativen beschraenken, die in der Realitaet auch wirklich durchfuehrbar sind? ;-)

Petra
>
> Besonders passend, da nicht nur der Sinn unmittelbar
> erkennbar, sondern zusätzlich noch das Entglasen von
> Tierausbeutungsbetrieben (Leichenhändlern etc.) eine bekannte
> Form der Wirtschaftssabotage ist ;-) .
>
> Achim

einem Speziesisten Verstand einträufeln

Autor: Tine | Datum:
einem Speziesisten Verstand einträufeln:

Haben die meisten hier wohl bitter nötig.


Typische Wohlstandsgesellschaft ... naja, wers braucht

Re: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Autor: joel | Datum:
eine Watsche auf zwei backen verteilen :-)

Re: Zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen

Autor: Achim Stößer | Datum:
joel schrieb:
>
> eine Watsche auf zwei backen verteilen :-)

Hm, das wäre ja grade das Gegenteil: während die eigentliche Aussage bedeuetet, mehrere Dinge mit einer Handkung zu erledigen, schlägst Du vor, eines auf zwei Handlungen zu verteilen ...

Außerdem verletzen Ohrfeigen das recht auf physische und psychische Unversehrtheit, also nicht TR-konform ...

Achim

Fressen, Futter

Autor: Achim Stößer | Datum:
"Fressen" ist zun√§chsteinmal (siehe Glossar) nichts anderes als eine abwertende Bezeichnung f√ľr "Essen". Entsprechend "Futter".

Daher ist der Gebrauch f√ľr die Nahrungsaufnahme nichtmenschlicher Tiere zur Unterscheidung von der von Menschen ("Schweine fressen - Menschen essen", "Hundefutter") speziesistisch.

Nicht speziesistisch ist es nat√ľrlich, dies speziesunabh√§ngig als echte oder scherzhafte "Abwertung" der Nahrungsaufnahme zu verwenden ("Leichenfresser", "Studentenfutter", "ich bin so vollgefressen, ich kriege nichts mehr runter").

Alternativen sind offensichtlich: "Dieser Hund i√üt am liebsten √Ąpfel", "Katzennahrung mu√ü anders zusammengesetzt sein als Menschennahrung" usw.

Achim

Re: Fressen, Futter

Autor: Petra D. | Datum:
>
> Daher ist der Gebrauch f√ľr die Nahrungsaufnahme
> nichtmenschlicher Tiere zur Unterscheidung von der von
> Menschen ("Schweine fressen - Menschen essen", "Hundefutter")
> speziesistisch.
>
>Analog dazu gibt es noch eine Reihe Ausdruecke aus anderen Bereichen, in denen sich der Mensch sprachlich von den nichtmenschlichen Tieren abgrenzt, z.B.:

Ein menschliches Wesen "stirbt", ein nichtmenschliches "verendet", "geht ein", schlimmstenfalls sogar "kaputt".

Waehrend der tote Koerper eines Menschen als "Leichnam/Leiche" bezeichnet wird, spricht man bei nichtmenschlichen Tieren von deren "Kadavern".

Menschenfrauen "gebaeren" ihren Nachwuchs, andere Muetter "werfen" ihre Junge. - In der englischen Sprache wird die Abwertung besonders deutlich, da dort die Bezeichnung fuer einen "Wurf" (i.e. "litter") gleichzeitig ein Synonym fuer (herumliegenden)"Abfall" ist....

Petra

Ein Huehnchen mit jemandem rupfen

Autor: Petra D. | Datum:
Hat jemand eine Alternative dazu?

Petra

Re: Ein Huehnchen mit jemandem rupfen

Autor: joel | Datum:
Alternative:

Wir beide haben noch ein paar Augenbrauen zu zupfen ;-)

Re: Ein Huehnchen mit jemandem rupfen

Autor: Elisabeth | Datum:
Evtl. eine Rechnung mit jemandem begleichen.

Re: Speziesistische Sprache

Autor: Sina | Datum:
Besonders reich ist die "Journalistensprache", also eingefahrene Floskeln, die immer wieder in der Presse (und auch bei Politikern) auftauchen. Beispiele: "Das Fell des Bären verteilen", jemanden "zum Jagen tragen", "Die Taube auf dem Dach" usw.
Journalisten neigen auch dazu, eine normale Bezeichnung wie Elefant, H√ľhner, Rinder bei Wiederholung in einem Artikel durch W√∂rter wie "Dickh√§uter", "Federvieh", "Rindviecher" zu variieren.
Gern werden auch umgangssprachlich Metaphern aus der J√§gersprache entlehnt - "zur Strecke bringen", "Lunte riechen", "durch die Lappen gehen" usw. Dazu die vielen Spr√ľche, die aus der K√ľche stammen, wie "ausnehmen wie eine Weihnachtsgans", "Friede, Freude, Eierkuchen", das "Sahneh√§ubchen", "den Braten riechen".
Find die Idee gut, sowas zu sammeln und zu - entlarven.
Im Moment in Eile, aber ich denk auch √ľber Alternativen nach.

Re: Speziesistische Sprache

Autor: Petra D. | Datum:
Sina schrieb:
> Journalisten neigen auch dazu, eine normale Bezeichnung [...] zu variieren.

...und scheuen sich auch nicht, inakzeptable Tierversuche zu kaschieren, indem sie deren Opfer durch den Gebrauch technischer Ausdruecke auch sprachlich zu blossen "Messinstrumenten" degradieren. So schrieb z.B. der Spiegel (Ausgabe 4/2003) in einem Bericht ueber Versuche auf der Insel Riems, wo Kaelbern, die "aus Infektionsboxen in die Runde glotzen" BSE-infizierter "Hirnbrei auf die Zunge" geschmiert wird, locker-lapidar von einer "BLACK BOX KUH". Widerlicher geht's nicht.

Petra

durch die Lappen gehen

Autor: eumelzocker | Datum:
Durch die Lappen gehen!
Diese Wendung stammt aus dem Jagdwesen. Bei der Treibjagd spannte man Schn√ľre mit bunten Stofffetzen, um dem Wild bestimmte Fluchtrichtungen zu versperren. Das Tier, das an diesen Stellen trotzdem entkam, war "durch die Lappen gegangen". Auch im umgangsprachlichen Gebrauch hat sich die Bedeutung von "jemanden entwischen, entgehen" erhalten: Durch seine Dusseligkeit ist uns eine Menge Geld durch die Lappen gegangen.

"Dr√ľckeberger"

Autor: dr√ľckeberger | Datum:


wenn ein Hase sich durch einenen J√§ger (menschlich oder nichtmenschlich) bedroht f√ľhlt, "dr√ľckt" er sich in eine Vertiefung, um sich zu "verbergen" (z.B. Ackerfurche oder jede nat√ľrliche Vertiefung), d. h., er varharrt regungslos und vertraut auf seine Tarnferbe.

Der Hase "verdr√ľckt sich", versucht also, sich zu verBERGen, indem er sich an den boden DR√úCKT - ein "DR√úCKe(ver-)BERGer" also.

Re: "Dr√ľckeberger"

Autor: Achim Stößer | Datum:
> wenn ein Hase sich durch einenen Jäger (menschlich oder
> nichtmenschlich) bedroht f√ľhlt, "dr√ľckt" er sich in eine
> Vertiefung, um sich zu "verbergen" (z.B. Ackerfurche oder
> jede nat√ľrliche Vertiefung), d. h., er varharrt regungslos
> und vertraut auf seine Tarnferbe.
>
> Der Hase "verdr√ľckt sich", versucht also, sich zu verBERGen,
> indem er sich an den boden DR√úCKT - ein "DR√úCKe(ver-)BERGer"
> also.

netter rkl√§rungsversuch, aber w√§hrend entsprechendes f√ľr das Wort "dr√ľcken" an sich zu gelten scheint ("sich dr√ľcken[/i], heimlich ausweichen, J√∂gerwort (vom sich duckenden Hasen)") gilt dies nicht f√ľr Dr√ľckeberger:
Zitat:
Dr√ľckeberger m. 2. H√§lfte 19. Jh. scherzhafter Zuname (nach einem fingierten Ort Dr√ľckeberg


Beide Zitate aus Mackensen, "Ursprung der Wörter", Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache, Ullstein, 1988

Also bitte nicht einfach irgnedwelche behauptunge aufstellen (siehe Forenrichtlinien).

Außerdem siehe (zeitlich) folgenden Hinweis.

Achim

Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn

Autor: blindes Huhn | Datum:
Dazu fehlt mir nur noch eine passende Alternative.

Re: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn

Autor: joel | Datum:
>>>Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn

wieso ist das spezisistisch ?

Re: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn

Autor: joel | Datum:
Ich finde die verwendung von Tiernamen in Sprichw√∂rtern nicht unbedingt speziesistisch. Anders in Vergleichen da dort willk√ľrlich den verschiedenen Tierarten immer gewisse karakterz√ľge oder Verhaltenseigenschaften zugeschrieben werden bzw umgekehrt die Tiere bestimmten Charakterz√ľgen oder Verhaltenseigenschaften zugewieyen werden

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: joel | Datum:
wie zB essen wie ein schwein

alternative: essen wie ein Leichenfresser

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Vitello Tonnato | Datum:
Schweine sind doch auch Leichenfresser, jedenfalls keine reinen Vegetarier.

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Schweine sind doch auch Leichenfresser, jedenfalls keine

Nicht alle, wie Menschen, Hunde und viele andere Spezies sind die biologisch omnivor und können problemlos vegan leben.

Aber was willst Du damit sagen, Signor Kälberleichenmitzermantschenthunfischkörpern?

Achim

"Vitello M√ľlltonnato"

Autor: Schlunz | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Aber was willst Du damit sagen, Signor
> Kälberleichenmitzermantschenthunfischkörpern?

Ich m√∂chte an dieser Stelle dem verwirrten Leser offerieren, dass es sich bei "Vitello Tonnato" um ein unveganes Rezept handelt, das mit "K√§lberleichenmitzermantschenthunfischk√∂rpern" zu √ľbersetzen w√§re *w√ľrg*, wobei auch noch Hennenmenstruationsprodukte in der Rezeptur eine Rolle spielen...
Ein antiveganer Lapsus, hätte er doch mit dem simplen Namen "Labskaus" neben Eiern, Fisch- und Käberleichen auch gleich noch Schweineleichen integriert (wo doch Schweine das eigentliche Thema waren).

Re: "Vitello M√ľlltonnato"

Autor: Achim Stößer | Datum:
> noch Schweineleichen integriert (wo doch Schweine das
> eigentliche Thema waren).

Den Namen hat er ja schon vorher hier benutzt (um zu versuchen, sich mit unverfänglichen Beitägen einen Weg zu bahnen ;-)), da ging's noch nicht um Schweineleichen (sondern Geräusch bzw. Wirbellose).

Seit meinem gestrigen Beitrag schweigt er allerdings ...

Achim

Re: "Vitello M√ľlltonnato"

Autor: Schlunz | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Den Namen hat er ja schon
> vorher hier benutzt (um zu versuchen, sich mit unverfänglichen Beitägen einen Weg zu bahnen ;-)), da ging's noch nicht um Schweineleichen (sondern Geräusch bzw. Wirbellose).

Dieses Dehnen der Ethik, statt endlich mal vern√ľnftig und somit vegan zu werden...
Als könne man da per Deal noch was rasusholen, was man eben hier, bei Ethikern, einfordert...
Is nich!

> Seit meinem gestrigen Beitrag schweigt er allerdings ...

Och, macht nischt. ;o)

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Libertad | Datum:
Wo soll denn da der Sinn sein?? *rolleyes*

Ich weiss nicht, ob Du mal ein Schwein pers√∂nlich kennengelernt und beim Essen beobachtest hast... ich habe noch kein Schwein kennengelernt, das ausgesprochen gen√ľsslich und zivilisiert *g seine Mahlzeiten zu sich nimmt und auch noch keines, das Messer und Gabel benutzt (ich denke mal, die meisten Kadaveresser machen das).Finde ich ehrlich gesagt Stuss, sorry...

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: martin | Datum:
Libertad schrieb:
>
> Wo soll denn da der Sinn sein?? *rolleyes*

Wieso wird von Kindern (oder Behinderten) nicht gesagt, dass sie "fressen" (au√üer scherzhaft), obwohl sie oftmals genauso wenig √§sthetisch essen? Wieso wird bei Tieren, die √§sthetisch essen (V√∂gel, die K√∂rner aufpicken; manche Affen, die mit H√§nden F√ľrchte essen, Giraffen usw.), dennoch gesagt, sie w√ľrden "fressen"? Die Unterscheidung "essen/fressen" ist eben nicht √§sthetischer Natur, sondern dient der speziesistischen Abgrenzung.

Die Art des Essens bei Schweinen ist genauso wie bei Kindern und Behinderten invariabel (sie können es nicht ändern), sie deshalb abzuwerten ist ziemlich eindeutig diskriminierend.

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Liliales | Datum:

> Wieso wird von Kindern (oder Behinderten) nicht gesagt, dass
> sie "fressen" (außer scherzhaft), obwohl sie oftmals genauso
> wenig ästhetisch essen? Wieso wird bei Tieren, die ästhetisch
> essen (Vögel, die Körner aufpicken; manche Affen, die mit
> H√§nden F√ľrchte essen, Giraffen usw.), dennoch gesagt, sie
> w√ľrden "fressen"? Die Unterscheidung "essen/fressen" ist eben
> nicht ästhetischer Natur, sondern dient der speziesistischen
> Abgrenzung.
>
> Die Art des Essens bei Schweinen ist genauso wie bei Kindern
> und Behinderten invariabel (sie können es nicht ändern), sie
> deshalb abzuwerten ist ziemlich eindeutig diskriminierend.

Logisch aber meiner Meinung nach nicht zutreffend. Wie Schweine essen, egal ob sie es nun √§ndern k√∂nnten oder nicht, ist nun mal Fakt. Man wertet doch vielmehr das Essverhalten des Menschen ab, dem/√ľber den man das sagt, denn er k√∂nnte es √§ndern (falls nicht, ist es unfreundlich das zu sagen).
Wenn man sagt "Du benimmst dich ja wie ein Kind" ist das schließlich auch nichts gegen Kinder, Kinder sind nun mal so, wie Kinder sind, genauso wie Schweine (fr)essen wie Schweine (fr)essen.

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Achim Stößer | Datum:
> ist nun mal Fakt. Man wertet doch vielmehr das Essverhalten
> des Menschen ab, dem/√ľber den man das sagt, denn er k√∂nnte es
> ändern (falls nicht, ist es unfreundlich das zu sagen).
> Wenn man sagt "Du benimmst dich ja wie ein Kind" ist das
> schließlich auch nichts gegen Kinder, Kinder sind nun mal so,
> wie Kinder sind, genauso wie Schweine (fr)essen wie Schweine
> (fr)essen.

Ah ja. Und "leben wie die Zigeuner", "zugehen wie bei den Hottentotten" etc. ist nicht rassistisch, sondern wertet nur den, auf den man es bezieht ab?

Gerade dass es zur "Abwertung"/Diskriminierung gebraucht wird, macht es ja speziesistisch/rassistisch.

Achim

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Liliales | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> > ist nun mal Fakt. Man wertet doch vielmehr das Essverhalten
> > des Menschen ab, dem/√ľber den man das sagt, denn er k√∂nnte es
> > ändern (falls nicht, ist es unfreundlich das zu sagen).
> > Wenn man sagt "Du benimmst dich ja wie ein Kind" ist das
> > schließlich auch nichts gegen Kinder, Kinder sind nun mal so,
> > wie Kinder sind, genauso wie Schweine (fr)essen wie Schweine
> > (fr)essen.
>
> Ah ja. Und "leben wie die Zigeuner", "zugehen wie bei den
> Hottentotten" etc. ist nicht rassistisch, sondern wertet nur
> den, auf den man es bezieht ab?
>
> Gerade dass es zur "Abwertung"/Diskriminierung
> gebraucht wird, macht es ja speziesistisch/rassistisch.
>
> Achim

Klingt immer total blöd in so einem Zusammenhang, aber ich finde, das ist echt was anderes... (siehe auch Libertads Beitrag)

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Klingt immer total blöd

Ja.

> in so einem Zusammenhang, aber ich

In welchem nicht?

> finde, das ist echt was anderes...

Was ist da anders?

>(siehe auch Libertads Beitrag)

Welchen?

Achim

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: Liliales | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> > Klingt immer total blöd
>
> Ja.
>
> > in so einem Zusammenhang, aber ich
>
> In welchem nicht?

In einem, in dem es eindeutig ist.
Beispiel: Tierausbeuter unterhält sich mit Veganer, Veganer erzählt von Gleichberechtigung usw., Tierausbeuter: "Ja ja, dann sollen die Schweine morgen auch zum Wählen gehen, oder was?"

> > finde, das ist echt was anderes...
>
> Was ist da anders?

Ehrlich gesagt kann ich das gerade nicht in Worte fassen. Wenn ich das sagen w√ľrde (wobei ich mich nicht erinnern kann, das mal gesagt zu haben), w√ľrde ich dabei jedenfalls nicht an die niederen ekligen Schweine denken. (das ist projeziert, ich denke nicht so!)

Mit essen/fressen ist das nat√ľrlich was anderes, wie mir mittlerweile auch bewusst wurde (ich dachte mir immer, das ist schon okay, zumal ich bei Menschen auch √∂fters mal "fressen" sage und bei anderen Tieren m√∂glichst immer "essen")

Vielleicht denke ich da ja doch noch zu speziesistisch, dann w√ľrde ich das nat√ľrlich gerne √§ndern. Aber ich verstehe einfach nicht, was daran falsch sein soll.
F√ľr mich ist das nicht wie "leben wie die Zigeuner" sondern eben wie "benehmen wie ein Kind" oder so... :-/
Bin aber wie gesagt bereit, meine Meinung zu √§ndern, dazu m√ľsste ich es jedoch verstehen...

> >(siehe auch Libertads Beitrag)
>
> Welchen?

http://veganismus.ch/foren/read.php?f=1&i=9033&t=2208

Re: Essen wie ein Schwein

Autor: martin | Datum:

> Logisch aber meiner Meinung nach nicht zutreffend. Wie
> Schweine essen, egal ob sie es nun ändern könnten oder nicht,
> ist nun mal Fakt.

Ja, genau darum geht es. Ein menschliches oder nichtmenschliches Tier aufgrund unveränderbarer, biologischer Eigenheiten (Besitz oder Nichtbesitz bestimmter Geschlechtsmerkmale, bestimmter Hautfarbe oder Spezies (einschließlich ihrer Eigenschaften)) abzuwerten, ist diskriminierend.

Du scheinst es mit bloßer Faktennennung zu verwechseln. Zu sagen "ein Schwein ist kleiner als ein (erwachsener) Mensch" ist nicht diskriminierend, weil es nicht (automatisch) wertend ist. Der Unterschied essen/fressen ist, wie ich gezeigt habe, ausschließlich wertend und keine Form von Faktennennung.

> Man wertet doch vielmehr das Essverhalten
> des Menschen ab, dem/√ľber den man das sagt, denn er k√∂nnte es
> ändern (falls nicht, ist es unfreundlich das zu sagen).

Nein, man wertet es. Einen Gehbehinderten aufgrund seiner Gangart negativ zu werten, ist diskriminierend, einen nicht-behinderten "coolen" Menschen, dem die Hose in den Kniekehlen hängt, aufgrund seiner Gangart negativ zu werten, ist wertend, aber nicht diskriminierend.

> Wenn man sagt "Du benimmst dich ja wie ein Kind" ist das
> schließlich auch nichts gegen Kinder, Kinder sind nun mal so,
> wie Kinder sind, genauso wie Schweine (fr)essen wie Schweine
> (fr)essen.

Die Verhaltensweisen von Kindern zu pauschalisieren ist ähnlich diskriminierend. (Im Gegensatz zur Wertung eines Individuum in einer konkreten Situation.)

noch mal genau hinschauen^^

Autor: Libertad | Datum:
Ich habe meinen Beitrag auf den Titel "Essen wie ein Schwein" geschrieben, nicht auf einen Beitrag mit dem Titel "Fressen wie ein Schwein".Ich bezog mich also nicht auf ein ggf. diskriminierendes "fressen" (weil das hier nirgendwo steht), sondern auf das Schwein, und dadurch sehe ich auch keinen Sinn die Formulierung "Essen wie ein Schwein" zu kritisieren ;-)

Re: noch mal genau hinschauen^^

Autor: Liliales | Datum:
Libertad schrieb:
>
> Ich habe meinen Beitrag auf den Titel "Essen wie ein Schwein"
> geschrieben, nicht auf einen Beitrag mit dem Titel "Fressen
> wie ein Schwein".Ich bezog mich also nicht auf ein ggf.
> diskriminierendes "fressen" (weil das hier nirgendwo steht),
> sondern auf das Schwein, und dadurch sehe ich auch keinen
> Sinn die Formulierung "Essen wie ein Schwein" zu kritisieren
> ;-)
>
>


Ah, okay. :)

Re: noch mal genau hinschauen^^

Autor: martin | Datum:
Libertad schrieb:
>
> Ich habe meinen Beitrag auf den Titel "Essen wie ein Schwein"
> geschrieben, nicht auf einen Beitrag mit dem Titel "Fressen
> wie ein Schwein".Ich bezog mich also nicht auf ein ggf.
> diskriminierendes "fressen" (weil das hier nirgendwo steht),
> sondern auf das Schwein, und dadurch sehe ich auch keinen
> Sinn die Formulierung "Essen wie ein Schwein" zu kritisieren

Wie ich dachte dargelegt zu haben, gibt es bei essen/fressen keine nicht-diskriminierende Unterscheidung in Bezug auf die Spezies, weil alle nichtmenschlichen Spezies als "fressend" und alle Menschen (grunds√§tzlich) als "essend" bezeichnet werden. Die Abweichungen im individuellen Sprachgebrauch sind daf√ľr irrelevant.

Auch verstehe ich deine Unterschiedung nicht. Du hast die Formulierung "essen wie ein Schwein" kritisiert. Was soll denn die von dir intendierte Alternative, wenn nicht "fressen" - wovon sich das ja eindeutig abheben soll -, sein?

Re: noch mal genau hinschauen^^

Autor: Libertad | Datum:

> Auch verstehe ich deine Unterschiedung nicht. Du hast die
> Formulierung "essen wie ein Schwein" kritisiert. Was soll
> denn die von dir intendierte Alternative, wenn nicht
> "fressen" - wovon sich das ja eindeutig abheben soll -, sein?

Neenee, Du verstehst mich falsch und ich denke, wir sind der gleichen Meinung ;-) ich habe nicht die Formulierung "Essen wie ein Schwein" kritisiert, sondern die Kritik an der Kritik der Formulieren "Essen wie ein Schwein".

Was die Formulierung "Fressen wie ein Schwein" betrifft (ergo andere Baustelle), schliesse ich mich Deiner Meinung ebenfalls gerne an^^

Re: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn

Autor: Achim Stößer | Datum:
joel schrieb:
>
> >>>Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn
>
> wieso ist das spezisistisch ?

Keine Ahnung, da mußt Du den Autor des Beitrags fragen (der aber wohl nicht antworten wird).

Siehe auch den Hinweis zum Thread.

Achim

Re: Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn

Autor: veggy pop | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> joel schrieb:
> >
> > >>>Ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn
> >
> > wieso ist das spezisistisch ?
>
> Keine Ahnung, da mußt Du den Autor des Beitrags fragen (der
>aber wohl nicht antworten wird).
>
> Siehe auch den Hinweis zum Thread.
>
> Achim


wenn [blindes Huhn] nicht antwortet, dann wohl, weil sie (?)/er (?) keine antwort weiß. Joels frage ist jedenfalls noch unbeantwortet, kann das jemand erledigen?

veggy pop,
der nicht Joel ist.

P. S.

Autor: veggy pop | Datum:

der hinweis auf den hinweis zum thread kommt ziemlich spät.

veggy pop

Re: "Bug"

Autor: Claude | Datum:
Der Ausdruck soll ja tats√§chlich von Bug also K√§fer abstammen. Weil fr√ľher die PC so riesig waren und sich dann K√§fer darin eingenistet haben. Oder geh√∂rt das in den Bereich Urban Legands?

Eine alternative w√§re nat√ľrlich Programmierfehler. Ich br√§uchte aber eine englische alternative. Wenn ich in Foren √ľber Software oder so schreibe f√§llt mir nie was anderes ein. Noch schwieriger wirds bei "debugging". vielleicht "elimination of error", "error correction" oder "fault clearance".

Re: "Bug"

Autor: Dirk Micheel | Datum:
> Eine alternative w√§re nat√ľrlich Programmierfehler. Ich
> bräuchte aber eine englische alternative. Wenn ich in Foren
> √ľber Software oder so schreibe f√§llt mir nie was anderes ein.
> Noch schwieriger wirds bei "debugging". vielleicht
> "elimination of error", "error correction" oder "fault
> clearance".

Klingt alles nicht so gut. "Bug" hat sich wohl deshalb durchgesetzt, weil es einfach so kurz ist. Denkbar wäre als Alternative vielleicht ja so was wie "Pope"; der Papst hat das falsche Programm, gemeint ist ein Programmfehler - na ja, auch nicht so griffig. ;-)

Dirk//

Re: "Bug"

Autor: Thomas | Datum:
Claude schrieb:
>
> Der Ausdruck soll ja tatsächlich von Bug also Käfer
> abstammen. Weil fr√ľher die PC so riesig waren und sich dann
> Käfer darin eingenistet haben. Oder gehört das in den Bereich
> Urban Legands?

Nein, keine Legende. Die ersten Computer waren so gro√ü wie ganze riesige Zimmer und bestanden zu sehr gro√üen Teilen aus R√∂hren. Durch die angenehme W√§rme, die die alte R√∂hrentechnik abgestrahlt hat und auf Grund der Gr√∂√üe des Gebietes war das Ideal f√ľr K√§fer (Bugs).

Diese l√∂sten dann nat√ľrlich regelm√§√üig Kurzschl√ľsse aus, was dazu f√ľhrte, da√ü der Computer/das Programm nicht korrekt lief. Ein "Bug".

Zumindest was die fehlerhaften Funktionen der MS-Programme angeht kann man aber ohne weiteres sagen: "Its not a Bug, its a Feature" ;-)

Leider fällt mir aber ansonsten auch kein Entsprechender Ersatzbegriff ein.

Viele Gr√ľ√üe
Thomas

Interessanter...

Autor: Tanja | Datum:
.. f√§nde ich es, hier zun√§chst zu √ľberlegen, ob dieser Ausdruck denn √ľberhaupt speziesistisch ist? ;-)
Daß es dazu kam, hat eben seine Geschichte und trägt in meinen Augen weder zur Diskriminierung von Käfern bei noch spiegelt es diese irgendwie wider.

Tanja

Re: Interessanter...

Autor: Dirk Micheel | Datum:
> .. f√§nde ich es, hier zun√§chst zu √ľberlegen, ob dieser
> Ausdruck denn √ľberhaupt speziesistisch ist? ;-)

So, wie der Begriff heute eingesetzt ist, sollte er als speziesistisch gelten. Der er gilt ja heute nicht mehr f√ľr den Fall, dass ein K√§fer in die PC kriecht und in irgend einer Weise daf√ľr verantwortlich w√§re f√ľr einen Programmfehler.
Der Begriff "Bug" wird bezeichnender Weise heute dann verwendet, wenn ein Mensch etwas falsch gemacht hat - z. B. fahrlässig programmiert hat.
Von daher sollte man vielleicht von einem "Human" reden, entsprechend von "Dehumaning" statt "Debugging".

Dirk

Kriechen

Autor: Dirk Micheel | Datum:
> den Fall, dass ein Käfer in die PC kriecht und in irgend

Ganz bewusst hab ich gleich einen weiteren Begriff aufgef√ľhrt. ;-)
Kriechen = Gehen. Wohl letztendlich analog Werfen = Gebähren.

Dirk

Re: Kriechen

Autor: janvaris | Datum:
Dirk Micheel schrieb:

> Ganz bewusst hab ich gleich einen weiteren Begriff
> aufgef√ľhrt. ;-)
> Kriechen = Gehen. Wohl letztendlich analog Werfen = Gebähren.
>
> Dirk


Aber wird 'kriechen' oder 'krabbeln' nicht auch ohne Abwertung bei Menschen gesagt? Ich pers√∂nlich h√§tte 'kriechen' nicht f√ľr speziesistisch gehalten. Aber ich lasse mich gerne belehren :-)

Gr√ľ√üle
janvaris

Re: Kriechen

Autor: Tanja | Datum:
> Aber wird 'kriechen' oder 'krabbeln' nicht auch ohne
> Abwertung bei Menschen gesagt? Ich persönlich hätte
> 'kriechen' nicht f√ľr speziesistisch gehalten. Aber ich lasse
> mich gerne belehren :-)

Sehe ich genauso. Finde, man sollte es sich nicht noch komplizierter machen, als es eh schon ist. ;-)

Tanja

Re: Interessanter...

Autor: Petra D. | Datum:
> Der Begriff "Bug" wird bezeichnender Weise heute dann
> verwendet, wenn ein Mensch etwas falsch gemacht hat - z. B.
> fahrlässig programmiert hat.
> Von daher sollte man vielleicht von einem "Human" reden,
> entsprechend von "Dehumaning" statt "Debugging".
>
> Dirk

...oder vielleicht, wenn man es kuerzer mag, von "man" bzw. "demanning". - Da "man" im Englischen ja nicht nur fuer "Mann" steht, sondern auch fuer "Mensch/die Menschen" im Allgemeinen, waere dies ja keine Diskriminierung der sexistischen Art ;-)

Petra

P.S.

Autor: Petra D. | Datum:
Eventuelle, sprachuebergreifende Aehnlichkeiten mit/Assoziationen zu dem Wort "entmannen" sind dabei natuerlich nicht beabsichtigt und rein zufaellig... ;-)

Petra

entmanen? manisch?

Autor: Sebastian Vollnhals | Datum:
man ist gleichzeitig auch die gelaeufige abkuerzung fuer manual

Re: entmanen? manisch?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> man ist gleichzeitig auch die gelaeufige abkuerzung fuer manual

Hm. auch außerhalb der Unix-Welt?

Achim

Re: entmanen? manisch?

Autor: Sebastian Vollnhals | Datum:
Es gibt noch was auszerhalb der Unix-Welt?

"Man tötet nicht die Kuh, die man melkt."

Autor: Dirk Micheel | Datum:
"Man tötet nicht die Kuh, die man melkt."
(Was gar nicht mal stimmt. Tierausbeuter tun das nat√ľrlich gerne, wenn die Produktion nicht mehr optimal ist.)

So oder so ähnlich lautet ja dieser Spruch.
Alternative: "Man spuckt nicht in die Suppe, die man löffelt."

Dirk

Re: "Man tötet nicht die Kuh, die man melkt."

Autor: janvaris | Datum:
da gibt's doch noch so einen. Etwa in der Art:
"Warum die ganze Kuh kaufen, wenn es die Milch kostenlos gibt", jedenfalls so ähnlich.

Re: "Man tötet nicht die Kuh, die man melkt."

Autor: sloop | Datum:
Es gibt da sogar schon eine alternative Redewendung: Man beiß nicht in die Hand, die einen ernährt.

"Jemandem einen Bärendienst erweisen"

Autor: Dirk Micheel | Datum:
"Jemandem einen Bärendienst erweisen"

Laut http://www.etymologie.info/~e/d_/de-tiere_.html:
Zitat: Der "B√§rendienst" geht wahrscheinlich auf die selben Urspr√ľnge zur√ľck wie unter "B√§r" erl√§utert. Nach der Fabel "vom Einsiedler und dem gez√§hmten B√§ren" verbindet man den "unzweckm√§√üigen Dienst" allerdings eher mit dem "Liebesdienst" des B√§ren, der dem schlafenden Einsiedler eine Fliege von der Wange vertreiben m√∂chte und dabei mit seiner Pranke diesen gleich mit erschl√§gt.
(Quelle: "Deutsche Redensarten")


Die Seite hat √ľbrigens noch andere Redensarten, die nicht-menschliche Tiere betreffen.

Aber wie k√∂nnte die Alternative in diesem Fall lauten? "Jemandem einen Kaplandienst erweisen"? Na ja, das w√ľrde ja nur richtig passen, wenn man voraussetzt, dass Kaplan unabsichtlich diesen gro√üen Schaden f√ľr Tierrechte und Veganismus anrichtet - viel wahrscheinlicher ist aber, dass er seinen Vegetarismus rechtfertigen will.

Dirk

"Das Gelbe vom Ei"

Autor: Dirk Micheel | Datum:
"Das Gelbe vom Ei"

Hmm, ist das speziesistisch? Ich denke schon; eine Alternative daf√ľr k√∂nnte man gut gebrauchen ...

Dirk

Re: "Das Gelbe vom Ei"

Autor: Tanja | Datum:
Das ist in der Tat speziesistisch. Doch statt "das ist aber auch nicht das Gelbe vom Ei" kann man doch problemlos "das ist aber auch nicht das Wahre" sagen.
Oder in welchen Situationen kommt Dir diese Formulierung in den Sinn? ;-)

Tanja

"Da brat' mir doch einer einen Storch"

Autor: Nekura | Datum:
Eindeutig speziesistisch, und zu vermeiden.

Die eierlegende Wollmilchsau

Autor: Knulprek | Datum:
Bedeutung/Herkunft brauche ich wohl nicht näher erläutern. Irgendwelche Alternativ-Vorschläge?

Re: Die eierlegende Wollmilchsau

Autor: kim | Datum:
auf englisch w√ľrd ich ja sagen "all-in-one-solution" ;-)

"In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: Petra D. | Datum:
Bei mir "lutscht der Teufel Daumen" oder "kaut der Teufel Fingernaegel".

Petra

Re: "In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: anne | Datum:
Könntest du evtl. etwas deutlicher hervorheben, auf was du eigentlich hinaus willst? Man erkennt es so schwer...

Re: "In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: Petra D. | Datum:
Im Ernst? Ich dachte, das laege auf der Hand....
Also: "Fliegen fressen" = "Propagierung von Gewalt gegen Insekten" = speziesistisch. (Dass es sich dabei um einen "Notfall" handelt, ist ja keine Rechtfertigung. Waere als ob man sagt: "In der Not essen Veganer 'Fleisch'")
Alles klar?

Petra

Re: "In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: Christoph | Datum:
Petra D. schrieb:
> Waere als ob
> man sagt: "In der Not essen Veganer 'Fleisch'")
Stimmt ja auch, w√ľrden sie machen, wenn sie auf nichts anderes zugreifen k√∂nnten (auch wenn es in der Regel nicht so ist).

Re: "In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: Knulprek | Datum:
> Bei mir "lutscht der Teufel Daumen" oder "kaut der
> Teufel Fingernaegel
".

Bei dem Originalspruch geht es m.E. um Ern√§hrung im Notfall. Darum, etwas zu essen, was man sonst nicht essen w√ľrde, weil es einem zuwider ist. Daher finde ich Deine Ersatzspr√ľche unpassend, da man sich weder von Daumenlutschen noch von Fingernagelkauen ern√§hren kann. Wenn schon, dann w√§re etwas veganes, das e√übar ist, aber nicht sehr verlockend ist, der passende Ersatz in einem solchen Spruch.

Re: "In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: Petra D. | Datum:
Knulprek schrieb:
>
> Bei dem Originalspruch geht es m.E. um Ernährung im Notfall.
> Darum, etwas zu essen, was man sonst nicht essen w√ľrde, weil
> es einem zuwider ist. Daher finde ich Deine Ersatzspr√ľche
> unpassend, da man sich weder von Daumenlutschen noch von
> Fingernagelkauen ernähren kann.

Ok, dass Du meine Alternativvorschlaege nicht magst, ist ja in Ordnung. :-) Allerdings geht es "m.E." bei dem Sprichwort nicht nur ums Essen, sondern generell darum, mit etwas vorlieb nehmen zu muessen, weil etwas anderes, "besseres" gerade nicht zur Verfuegung steht. Jedenfalls wird es meiner Erfahrung nach auch in anderen Bereichen des taegl. Lebens so eingesetzt.
So gesehen, ist Deine Kritik nicht ganz zutreffend.

Wenn schon, dann wäre etwas
> veganes, das eßbar ist, aber nicht sehr verlockend ist, der
> passende Ersatz in einem solchen Spruch.

Natuerlich kannst Du "Fliegen" durch etwas ersetzen, dass vegan ist, aber "nicht sehr verlockend" - und "bestaetigst" evtl. Nichtveganer dadurch in ihrem Vorurteil, dass Veganes an sich nicht verlockend ist und eben nur "fuer den Notfall" zu gebrauchen.

Wie auch immer, lass uns keine Haare spalten deswegen...


Petra

Re: "In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: Knulprek | Datum:
> Allerdings geht es "m.E." bei dem Sprichwort
> nicht nur ums Essen, sondern generell darum, mit etwas
> vorlieb nehmen zu muessen, weil etwas anderes, "besseres"
> gerade nicht zur Verfuegung steht. Jedenfalls wird es meiner
> Erfahrung nach auch in anderen Bereichen des taegl. Lebens so
> eingesetzt.

Das ist nat√ľrlich v√∂llig richtig. Nichtsdestotrotz ist das daf√ľr verwendete Bild in diesem Spruch aber nunmal das essen, und jeder versteht, wie das gemeint ist. Wenn er nichts besseres hat, dann i√üt der Teufel eben Fliegen, als Ersatz f√ľr "was besseres". Aber wof√ľr sollen Daumenlutschen und N√§gel kauen denn als Ersatz dienen? ;-)


> > Wenn schon, dann wäre etwas
> > veganes, das eßbar ist, aber nicht sehr verlockend ist, der
> > passende Ersatz in einem solchen Spruch.
>
> Natuerlich kannst Du "Fliegen" durch etwas ersetzen, dass
> vegan ist, aber "nicht sehr verlockend" - und "bestaetigst"
> evtl. Nichtveganer dadurch in ihrem Vorurteil, dass Veganes
> an sich nicht verlockend ist und eben nur "fuer den Notfall"
> zu gebrauchen.

Also das sehe ich nun ganz und gar nicht so. Der Originalspruch klingt f√ľr Nichtveganer ja schlie√ülich auch nicht danach, da√ü nichtveganes Essen nicht verlockend ist. ;-)


> Wie auch immer, lass uns keine Haare spalten deswegen...

Hatte ich nicht vor. ;-)

Re: "In der Not frisst der Teufel Fliegen"

Autor: Petra D. | Datum:
Knulprek schrieb:

> Das ist nat√ľrlich v√∂llig richtig. Nichtsdestotrotz ist das
> daf√ľr verwendete Bild in diesem Spruch aber nunmal das essen,
> und jeder versteht, wie das gemeint ist. Wenn er nichts
> besseres hat, dann ißt der Teufel eben Fliegen, als Ersatz
> f√ľr "was besseres". Aber wof√ľr sollen Daumenlutschen und
> Nägel kauen denn als Ersatz dienen? ;-)

Hey, mir ist schon klar, worauf Du hinaus willst. Da es mir jedoch in erster Linie darum geht, diesen Gewaltakt des "Fressens von Insekten" zu eliminieren, ist der fehlende Naehrwert teuflischer Daumen oder Fingernaegel nun wirklich vernachlaessigbar. - Bisher sind diese Bilder von Nichtveganern, denen gegenueber ich sie verwendet habe, auch genauso gut verstanden worden wie das Original. Jedenfalls hat sie noch keiner beanstandet. (Was natuerlich auch daran liegen koennte, dass sich Nichtveganer grundsaetzlich nicht so viele Gedanken machen wie unsereins...;-) ).
>
> > Wie auch immer, lass uns keine Haare spalten deswegen...
>
> Hatte ich nicht vor. ;-)

Na, ich weiss nicht ;-) Aber, bevor hier noch jemand TROLLalarm ausloest wegen uns, darfst Du gerne das letzte Wort haben ;-)

Petra

Alternative :-)

Autor: Tanja | Datum:
In der Not frißt der Veganer Holz. :-)))



Oder muß man hier nun schreiben "ißt"? ;-)



Tanja

Re: Alternative :-)

Autor: Achim Stößer | Datum:
> In der Not frisst der Teufel Kot

Klingt nach Rohkost-Reim ;-) .

Achim

Re: Alternative :-)

Autor: knulprek | Datum:
> > In der Not frisst der Teufel Kot
>
> Klingt nach Rohkost-Reim ;-)

in der not frißt der teufel sicher auch rohkost ;-)

Antitheistisch

Autor: Sergej | Datum:

Ich habe mir einen ueberblick uber die Partnersites von Veganismus.de gemacht und festgestellt, dass Antitheismus ebenfalls eine Partnerseite ist. Jetzt frage ich mich, ob man konsequenterweise nicht auch den Teufel aus der Sprache verbannen soll. Bei aller Konsequenz der hier veroeffentlichten Beitraege gehe ich davon aus, dass "Mein Gott" nicht zum Sprachschatz von dir, Achim, gehoert. Wenn man also Speziesismus aus der Sprache ausloeschen will (und nicht nur aus der Sprache) und gleichzeitig antitheistisch eingestellt ist,... so what: Teufel=Fliegen=unnoetig - was nicht unbedingt etwas mit Gewalt gegen Insekten zu tun hat.


Sergej

Re: Antitheistisch

Autor: Achim Stößer | Datum:
> ebenfalls eine Partnerseite ist. Jetzt frage ich mich, ob man
> konsequenterweise nicht auch den Teufel aus der Sprache

Da der Teufel nicht existiert, kann er auch kein Diskriminierungsopfer sein.

Demnach sind Redewendungene damit (ebenso wie mit anderen Märchenfiguren), solange sie nicht Existenz suggerieren, doch kein Problem.

> verbannen soll. Bei aller Konsequenz der hier
> veroeffentlichten Beitraege gehe ich davon aus, dass "Mein
> Gott" nicht zum Sprachschatz von dir, Achim, gehoert. Wenn

IdR nicht - es sei denn ironisch gebrochen. Näheres siehe http://veganismus.ch/foren/read.php?f=1&i=914&t=856.

> man also Speziesismus aus der Sprache ausloeschen will (und
> nicht nur aus der Sprache) und gleichzeitig antitheistisch
> eingestellt ist,... so what: Teufel=Fliegen=unnoetig - was

Kirk: "Es liegt mir fern, den Teufel an die Wand zu malen ..."

Spock: "Ich sehe keinen logischen Grund daf√ľr, die W√§nde der Enterprise mit Bildnissen aus der irdischen Religionsmythologie zu zieren."

(Und wer jetzt dar√ľber diskutieren will, ob die Farbe vegan ist, mit der da der Teufel an die Wand gemalt wird, soll das machen, aber bitte anderswo ;-)) .

Achim

Schimpfwoerter

Autor: Petra D. | Datum:
Ich stosse mich immer wieder daran, wie leichtfertig die Namen nichtmenschlicher Tiere dazu missbraucht werden, der Verachtung gegenueber den Schwaechen und Fehlern unserer Mitmenschen Ausdruck zu verleihen.

Wer kennt nicht Bezeichnungen wie "bloede Kuh", "fauler Hund" "dummer Esel", "sturer Bock", etc. etc.?

Einfache Alternative dazu ist die Substantivierung: "so eine Bloede", "das ist vielleicht ein Dummer!" usw. usf.

Auch "Phantasie"ausdruecke, gewuerzt mit einem angemessen veraechtlichen Tonfall, duerften den gleichen Zweck erfuellen: "hast Du ihn gesehen, diesen Eujo?"; "Was will dieser Schwachmat denn hier?".

(Ich werfe manchmal Leuten, von denen ich annehmen darf, dass sie in Biologie nicht aufgepasst haben, den Ausdruck "Du endoplasmatisches Retikulum" an den Kopf. Macht zwar keinen Sinn, hoert sich aber zumindest gut an ;-))

Regelrecht grotesk wird es, wenn Gewalttaeter/Verbrecher mit Ausdruecken wie "Dreckschwein" oder aehnlichem bezeichnet werden. Als ob Schweine oder andere Tiere etwas dafuer koennten. Da plaediere ich dafuer, die Dinge beim Namen bzw. einen "gewissenlosen, brutalen Kerl" auch so zu nennen....

Dies sind nur ein paar Gedanken zum Thema. Darueberhinaus gibt es natuerlich auch bereits existierende Schimpfwoerter, die nichtspeziesistisch sind. Aber ein bisschen Brainstorming kann ja nicht schaden ;-)

Petra

Re: Schimpfwoerter

Autor: Detlef A. | Datum:
Du linker Vogel, Du linke Ratte, Schmeissfliege, Nazisau, alte Schlange, sei kein Frosch, wer einen Sumpf trocken legen m√∂chte, der darf sich nicht an den Widerst√§nden der Fr√∂sche st√∂ren, die schwarzen Kr√§hen (Schimpfwort f√ľr Pastoren) oder auch Schwarzes Gesindel,(was f√ľr Pastoren allerdings treffend w√§re) Ratten der L√ľfte (Schimpfwort f√ľr Stadttauben), das Wort gallopieren in allen m√∂glichen Formen, ein Saugl√ľck haben, u.s.w. u.s.w.


Teppichratten (Kleinkinder) ? :-)


Du Streithenne, Du Streithahn, Du Sumpfhuhn, Du Nachteule u.s.w. sind hingegen noch eher harmlos.

Über Kosenamen läßt sich streiten; Wie z.B. Mäuschen, flotter Käfer, flotte Biene u.s.w., da sie auch eine Solidarität mit Tieren fördern können.

MfG von der Anti-Jagdseite:
http://www.anti-jagd-seite.de

Re: Speziesistische Sprache

Autor: vegapunk | Datum:
Hat jemand eine gute alternative um die netten Jungs und M√§dels in Gr√ľnd abwertend zu bezeichen? Bullen oder Bullenschweine ist ja alles andere als antispeziesistisch...

Re: Speziesistische Sprache

Autor: Christopher | Datum:
>Hat jemand eine gute alternative um die netten Jungs und M√§dels in Gr√ľnd abwertend zu bezeichen?

Wie wäre es mit "Schergen"?

Re: Speziesistische Sprache

Autor: der Ben | Datum:
Stellt sich die Frage, ob man Polizisten √ľberhaupt beschimpfen muss. Nicht, dass ich nicht auch schon eine von den Herren in Gr√ľn eingeklinkt bekommen h√§tte, aber im Grunde ist der durschnittliche Streifenpolizist ein unterbezahlter unbezahlte √úberstunden schiebende Durchschnittsmensch mit der miesesten Kassenversorgung die man sich nur denken kann.

Re: Speziesistische Sprache

Autor: Sina | Datum:
Jemandem "das Fell √ľber die Ohren ziehen", "einen B√§ren aufbinden", "Honig ums Maul schmieren"; "einen Bock schie√üen", "Scheuklappen " aufhaben; ein "Wespennest ausr√§uchern" "quietschen wie ein Schwein"(wenn ihm die Kehle durchgeschnitten wird...),erschlagen "wie einen Hund" oder "wie einen r√§udigen Hund", (die/wir wurden) "behandelt wie Vieh" - √ľberhaupt die s√§mtlichen "Wie..(ein Tier) -Bez√ľge.
"Leiden wie ein Hund", scheint mir nicht speziesistisch, es zeigt immerhin Mitempfinden.
Was ist mit "zickig"? Im Deutschen klingt es abwertend, in der Fremdwortvariante "kaprizi√∂s" ist es eigentlich nur launenhaft, eigensinnig, wird eher im Sinn von charmant - unberechenbar, spontan, eigenwillig benutzt. - √Ąhnlich "bockig".- "Das geht auf keine Kuhhaut" (fr√ľher wurden H√§ute zum Schreiben benutzt, Pergament).

Re: Speziesistische Sprache

Autor: Till Kraemer | Datum:
Zitat: "Honig ums Maul schmieren"


Agavendicksaft ums Maul schmieren :)

Re: Speziesistische Sprache

Autor: denm | Datum:
Hallo!

Hier werden auch Begriffe genannt, die Tiere lediglich erw√§hnen, indem Analogien hergestellt werden oder die beschreibender Natur sind, ohne die Tiere herabzuw√ľrdigen.

M√ľssen solche Begriffe und Redewendungen auch ersetzt werden?

LG

denm

Re: Speziesistische Sprache

Autor: Dirk Micheel | Datum:
> Hier werden auch Begriffe genannt, die Tiere lediglich
> erwähnen, indem Analogien hergestellt werden oder die
> beschreibender Natur sind, ohne die Tiere herabzuw√ľrdigen.

Welche Begriffe sollen das sein?

Klar, so was wie "Katzensprung" d√ľrfte nicht speziesistisch sein, "einen B√§rendienst erweisen" dagegen schon.

Dirk

Re: Speziesistische Sprache

Autor: Otti | Datum:
denm schrieb:

Geht mal ins vegan.de-Forum und sucht dort nach Postings von "denm". Ihr findet Highlights wie z.B. den Aufruf, Frikadellen zu essen statt veganes B12 zu nehmen.

denm

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Geht mal ins vegan.de-Forum und sucht dort nach Postings von

Nein, bitte nicht hingehen, das Bollerschen Kommerz-Forum mu√ü ja nicht unterst√ľtzt werden, sondern ...

> "denm". Ihr findet Highlights wie z.B. den Aufruf,

... bitte ggf. in einem daf√ľr vorgesehenen ThreadKomplement√§rforum dokumentieren (besonders sein lustiges Lob an Boller) ;-)

> Frikadellen zu essen statt veganes B12 zu nehmen.

Das ist in solchen Foren ja nichts ungewöhnliches, offensichtlich besteht bei Boller ein Großteil des "Inhalts" dort aus Troll- oder Distractor-Beiträgen, näheres siehe Komplementärforum.

Hier wurden dagegen nahezu alle Beiträge von "denm" (und das waren nicht wenige) entsorgt.

Achim

Englischsprachige Ausdr√ľcke

Autor: Dirk Micheel | Datum:
√úbrigens gibt es in "Animal Equality - Language and Liberation" von Dunayer einen umfangreichen Anhang √ľber die Alternativen f√ľr speziesistische Ausdr√ľcke in der englischen Sprache.
Da wir ja auch ab und zu Englisch sprechen, k√∂nnte ich diesen Anhang ja hier posten. Was meint ihr, w√ľrde es damit Copyright-Probleme geben? Es w√§ren immerhin 15 Seiten zu zitieren, mindestens.

Dirk

was ist mit:

Autor: puzzled | Datum:

"kräftig wie ein Bär"
"schlank wie eine Gazelle"
"die Reflexe eines Tigers"
"geschmeidig wie eine Katze"
"wieselflink"
"Adlerblick"

??

Re: was ist mit:

Autor: Christopher | Datum:
>"kräftig wie ein Bär"
>"schlank wie eine Gazelle"
>"die Reflexe eines Tigers"
>"geschmeidig wie eine Katze"
>"wieselflink"
>"Adlerblick"

Was soll damit sein? In solchen Ausdr√ľcken ist ja nun keine Diskriminierung von nichtmenschlichen Tieren zu erkennen. Z.B. eine gute Sehkraft mit der guten Sehkraft eines Adlers zu vergleichen ist mit Sicherheit nicht verwerflich. Doch eher eine Schmeichelei f√ľr den Adler. ;)

Re: was ist mit:

Autor: puzzled | Datum:
"Lunte riechen" oder "durch die Lappen gehen" beschreibt die Cleverness der nmT. Das ist doch auch nicht verwerflich.

Und wo ist die Diskriminierung in "ein blindes Huhn findet auch mal ein Korn"? Blindheit ist sicher keine Schmeichelei ;)
aber einen vorhandene Sehbehinderung kann man doch wohl wertungsfrei, rein beschreibend feststellen.

Positive Diskriminierung

Autor: Achim Stößer | Datum:
Christopher schrieb:
>
> >"kräftig wie ein Bär"
> >"schlank wie eine Gazelle"
> >"die Reflexe eines Tigers"
> >"geschmeidig wie eine Katze"
> >"wieselflink"
> >"Adlerblick"
>
> Was soll damit sein? In solchen Ausdr√ľcken ist ja nun keine
> Diskriminierung von nichtmenschlichen Tieren zu erkennen.
> Z.B. eine gute Sehkraft mit der guten Sehkraft eines Adlers
> zu vergleichen ist mit Sicherheit nicht verwerflich. Doch
> eher eine Schmeichelei f√ľr den Adler. ;)

Hm, ist die Frage, wie mit "positiver Diskriminierung" (also dem Hervorheben echter oder vermeintlicher positiver Eigenschaften, "schlau wie ein Fuchs", "listig wie eine Schlange" usw.) zu verfahren ist (entfernt ähnlich zu "Schwarze sind gute Basketballspieler/musikalisch" o.ä.) ...

Achim

Re: Positive Diskriminierung

Autor: puzzled | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> Hm, ist die Frage, wie mit "positiver Diskriminierung" (also
> dem Hervorheben echter oder vermeintlicher positiver
> Eigenschaften, "schlau wie ein Fuchs", "listig wie eine
> Schlange" usw.) zu verfahren ist (entfernt ähnlich zu
> "Schwarze sind gute Basketballspieler/musikalisch" o.ä.) ...
>
> Achim

hmmm... seh ich anders.

"schlau wie ein Fuchs", "listig wie eine Schlange" sind Bilder.

"Schwarze sind gute Basketballspieler/musikalisch" sind Verallgemeinerungen und damit kurz vorm Vorurteil.

(still) puzzled

Re: Positive Diskriminierung

Autor: Achim Stößer | Datum:
puzzled schrieb:
>
> Achim Stößer schrieb:
> >
> > Hm, ist die Frage, wie mit "positiver Diskriminierung" (also
> > dem Hervorheben echter oder vermeintlicher positiver
> > Eigenschaften, "schlau wie ein Fuchs", "listig wie eine
> > Schlange" usw.) zu verfahren ist (entfernt ähnlich zu
> > "Schwarze sind gute Basketballspieler/musikalisch" o.ä.) ...
> >
> > Achim
>
> hmmm... seh ich anders.
>
> "schlau wie ein Fuchs", "listig wie eine Schlange" sind Bilder.
>
> "Schwarze sind gute Basketballspieler/musikalisch" sind
> Verallgemeinerungen und damit kurz vorm Vorurteil.

Ich sagte ja auch "entfernt ähnlich".

Davon abgesehen, kommt das "listig" wohl auch eher aus der religiösen Mythologie ...

Wo also ist da ein nennenswerter Unterschied?

Achim

Re: Positive Diskriminierung

Autor: Till Kraemer | Datum:
Ich verwende f√ľr die Beschreibung positiver Eigenschaften oft Tierarten: "Du Fuchs", wenn jemand was schlaues gemacht hat und als h√∂chste Form der Anerkennung nenne ich jemanden "coole Sau".

Wie handhabt Ihr das inzwischen (der Thread ist ja schon was älter)?

Und wie sieht es aus, wenn jemand stolz von einer vermeintlich schlauen Tat berichtet und ich dann sarkastisch sage: "Du bist aber auch ein Fuchs"? Fuchs wird hier ja nach wie vor synonym f√ľr ein schlaues Lebewesen verwendet, aber in einem eher negativ gemeinten Zusammenhang.

Wie seht Ihr das?

Ersatzausdruck f√ľr "fischen"?

Autor: Knulprek | Datum:
Ich habe eben etwas aus meiner Suppe "gefischt", und dabei ist mir aufgefallen, da√ü mir kein wirklich √§daquates Ersatzwort einf√§llt, das man genauso verwenden w√ľrde. Im Duden steht:

fi|schen [mhd. vischen, ahd. fisc√īn]:
1.
a) mit einem Fanggerät [berufsmäßig] Fische fangen, zu fangen versuchen:
in diesem Bach kann man [Forellen] f.;
(Jargon:) auf Kabeljau f.;
mit der Reuse f.;
er geht f. (geht auf Fischfang);
b) mit Netzen, durch Tauchen o. √Ą. vom Meeresboden herauf-, aus dem Wasser herausholen:
Perlen, Austern f.
2. (ugs.)
a) [m√ľhsam, vorsichtig] aus etw. herausholen, -kramen, -ziehen:
[sich] ein St√ľck Zucker [aus der Dose] f.;
√úbertragung: die Polizei hatte den Gesuchten schnell aus der Menge gefischt (ihn entdeckt u. festgenommen);
b) in einem Behältnis nach etw. suchen, kramen:
sie fischte in ihrer Tasche nach dem Schl√ľssel.

Ich k√∂nnte nat√ľrlich sagen, da√ü ich etwas aus der Suppe "herausgeholt" oder "herausgezogen" habe, aber irgendwie ist das nicht dasselbe.

Re: Ersatzausdruck f√ľr "fischen"?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> ist mir aufgefallen, daß mir kein wirklich ädaquates
> Ersatzwort einf√§llt, das man genauso verwenden w√ľrde. Im

Auf ein allgemein verwendbares (außer "angeln", was ja auch nicht so optimal ist ;-)) bin ich auch nicht gekommen ... höchstens auf von Fall zu Fall anwendbare Hilfskonstruktionene, etwa:

> sie fischte in ihrer Tasche nach dem Schl√ľssel.

... fingerte in ihrer Tasche nach dem Schl√ľssel.

> Ich k√∂nnte nat√ľrlich sagen, da√ü ich etwas aus der Suppe
> "herausgeholt" oder "herausgezogen" habe, aber irgendwie ist
> das nicht dasselbe.

Hm,"löffeln" vielleicht?

Achim

Re: Einen Bären aufbinden

Autor: Nekura | Datum:
"Einer Person einen Bären aufbinden" ist sicherlich auch speziesistisch.

Stattdessen kann man einfach synonym Begriffe wie "Veralbern" oder "verarschen" verwenden

der,die,das / Nutztiere = sachlich?

Autor: Anni | Datum:
Wie ist das mit Artikeln (der, die, das), die anzeigen ob ein Subjekt/Objekt im Sprachgebrauch männlich, weiblich oder sächlich ist?

Viele Nutztiere (Nutztierarten) haben in der deutschen Sprache häufig eine sächliche (*das*) Zuschreibung:

*das* Huhn
*das* Gefl√ľgel
*das* Schwein
*das* Schaaf
*das* Pferd
*das* Rind
*das* Ferkel
*das* Kalb
*das* Fohlen
*das* Lamm

Ich kann mir gut vorstellen, dass es im Mittelalter einfach hie√ü: das Schweinderl, das Rindviech, das Ross..... und so weiter. Die s√§chliche Zuschreibung geht m√∂glicherweise hervor aus einer geringen Wertsch√§tzung f√ľr die "Sache Nutztier".

Haustiere, exotische Tiere(in Europa von anderen Kontinenten sehr sp√§t "eingef√ľhrt") oder frei lebende Tierarten haben oft m√§nnliche oder weibliche Begleiter:

*die* Katze
*der* Hund
*der* Löwe
*die* Gazelle
*der* Adler, Bär, Wolf, Lux, Fuchs, Elephant, Delphin,......
*die* Robbe, Schlange, Ratte, Eule, Krähe,......

Wie seht ihr das?

Re: der,die,das / Nutztiere = sachlich?

Autor: Achim Stößer | Datum:
Anni schrieb:
>
> Wie ist das mit Artikeln (der, die, das), die anzeigen ob ein
> Subjekt/Objekt im Sprachgebrauch männlich, weiblich oder
> sächlich ist?

Das grammatische Geschlecht (Genus) ist idR unabhängig vom biologischen (Sexus). Vgl. auch http://veganismus.ch/foren/read.php?f=12&i=109&t=108 ... manche Wörter haben mehrere "Geschlechter", ohne biologisches (das/der Lasso, das/der Gulasch ...).

> Viele Nutztiere (Nutztierarten) haben in der deutschen
> Sprache häufig eine sächliche (*das*) Zuschreibung:

*die* Gans, *die* Ente, *der* Esel, *die* Ziege, *der* Hase, *die* Taube ...

> Haustiere, exotische Tiere(in Europa von anderen Kontinenten
> sehr sp√§t "eingef√ľhrt") oder frei lebende Tierarten haben oft
> männliche oder weibliche Begleiter:

*das* Krokodil, *das* Känguruh, *das* Kamel, *das Chamäleon, *das* Lama, *das* Nilpfperd (na gut: ist Pferd drin), *das* Dromedar, *das* Nashorn, *das* Alpaka ...

> Wie seht ihr das?

Nö, interessante Idee, aber eher nicht ;-) .

Achim

Re: Das Kind? ;-) o.T.

Autor: dolli | Datum:
...also "meins" kann bleiben was es ist: ungeboren ;-)

Ne, also im Ernst, die Artikel von W√∂rtern zu √§ndern ist entweder unn√∂tig oder zumindest einen Schritt zu weit. viel eher w√ľrde mich interessieren, das Wort "Nutztier" zu √§ndern, denn es heisst ja nur so, weil es dem Nicht-Veganer vermeintlichen Nutzen bringt. Somit ist das Wort per se unn√∂tig wie ein Kropf, aber genauso gef√§hrlich ist das Wort Tier an sich, wo sich der Nicht-Veganer immer noch als Mensch "hervorhebt" und auf vermeintliche Machtposition und H√∂herstellung pocht.

Ergo: was w√§re ein ad√§quater Ersatz f√ľr die Bezeichnung "lebendes, schmerzempfindliches Wesen mit Flucht- oder Verteidigungsm√∂glichkeit beim Emfpinden von Gefahr"?
(um gleichzeitig der Diskussion mit den schreienden Tomaten zuvorzukommen)

Sollten wir nicht einfach nur sagen "Lebewesen"? Ist aber auch die Tomate.
Oder "Wesen"?
Geschöpf geht nicht wegen "-schöpf"- von "Schöpfer"- heutzutage noch viel zu sehr assoziiert mit Gott oder wie wer es auch nennt; hierzulande eben Gott, Christentum, Bibel etc.
Weil "nichtmenschliche Tiere" - ist nicht ganz so prickelnd. Weiss wer was? Ne Idee?

liebe gr√ľssle dolli

Lebewesen usw.

Autor: Tanja | Datum:
> Ne, also im Ernst, die Artikel von Wörtern zu ändern ist
> entweder unnötig oder zumindest einen Schritt zu weit. viel

Dann wohl eher unnnötig. ;-)

> eher w√ľrde mich interessieren, das Wort "Nutztier" zu √§ndern,
> denn es heisst ja nur so, weil es dem Nicht-Veganer
> vermeintlichen Nutzen bringt. Somit ist das Wort per se

Wieso "vermeintlich"? Der Nutzen existiert doch tats√§chlich, √§ndert aber nichts daran, da√ü solch ein Umgang mit anderen Tieren nicht zu legitimieren ist. Das Wort braucht man aber nicht uz √§ndern, man mu√ü es doch nur einfach nicht benutzen bzw, wenn man etwas erk√§ren will, in Anf√ľhrungszeichen bzw. "sogenannte" davor setzen. Da dieses Wort in einer antispeziesistischen Gesellschaft √ľberhaupt nicht gebraucht w√ľrde, m√ľssen wir uns auch kein anderes daf√ľr einfallen lassen.

> unnötig wie ein Kropf, aber genauso gefährlich ist das Wort
> Tier an sich, wo sich der Nicht-Veganer immer noch als Mensch
> "hervorhebt" und auf vermeintliche Machtposition und
> Höherstellung pocht.

Nein, denn Menschen sind auch Tiere. Sie unterscheiden sich damit von z.B. den Pflanzen. Wenn jemand sagt "Menschen und Tiere" ist das nat√ľrlich, wenn nicht speziesistisch, so zumindest absolut unsinnig; niemand k√§me auf die Idee von "Hunden und Tieren" zu sprechen.

> Ergo: was w√§re ein ad√§quater Ersatz f√ľr die Bezeichnung
> "lebendes, schmerzempfindliches Wesen mit Flucht- oder
> Verteidigungsmöglichkeit beim Emfpinden von Gefahr"?
> (um gleichzeitig der Diskussion mit den schreienden Tomaten
> zuvorzukommen)

Es gibt auch Tiere, die schlechte/keine Flucht- oder Verteidigungsmöglichkeiten haben, das ist also kaum ein Kriterium, jemanden nicht zu töten. Mach's doch nicht so kompliziert... ;-)

> Sollten wir nicht einfach nur sagen "Lebewesen"? Ist aber
> auch die Tomate.
> Oder "Wesen"?

Was hast Du gegen "Tier"? Warum sollten wir uns einer Sprache bedienen, die uns in den Augen anderer als absolute Spinner identifiziert? ;-)

> Weil "nichtmenschliche Tiere" - ist nicht ganz so prickelnd.
> Weiss wer was? Ne Idee?

"Nichtmenschliche Tiere" kann durchaus sinnvoll sein, ansonsten kann man auch einfach "andere Tiere" sagen, so wie eben "andere Menschen", wenn man sich selbst nicht mit einschließt.
Weiteres dazu siehe http://veganismus.ch/foren/read.php?f=5&i=1195&t=1195.

Tanja

"das geht auf keine kuhhaut"

Autor: seefahrer | Datum:
die redewendung "das geht auf keine kuhhaut" stammt aus dem mittelalter:

damals wurden see-/landkarten nicht auf papier sondern auf kuhhäute gemalt

wenn also ein seefahrer eine besonders lange seereise gemacht hat, hatte er nat√ľrlich s√§ckeweise kartenmaterial zur√ľckgebracht. und manchmal war das so viel, dass, wenn man versuchte, dasauf eine karte (=kuhhaut) zu bringen einnfach zu viel war

die seefahrer haten also mehr gesehen "als auf eine kuhaut geht" :-)

Re: "das geht auf keine kuhhaut"

Autor: Achim Stößer | Datum:
seefahrer schrieb:
>
> die redewendung "das geht auf keine kuhhaut" stammt aus dem
> mittelalter:
>
> damals wurden see-/landkarten nicht auf papier sondern auf
> kuhhäute gemalt
>
> wenn also ein seefahrer eine besonders lange seereise gemacht
> hat, hatte er nat√ľrlich s√§ckeweise kartenmaterial
> zur√ľckgebracht. und manchmal war das so viel, dass, wenn man
> versuchte, dasauf eine karte (=kuhhaut) zu bringen einnfach
> zu viel war
>
> die seefahrer haten also mehr gesehen "als auf eine kuhaut
> geht" :-)


Hm. Da gibt es wohl verschiedene Erklärungsmuster:

Zitat:
Mit dem Streifen aus Kuhleder, mit dem in der √Ąneassage die K√∂nigin Dido die Landfl√§che der zu gr√ľndenden Stadt Karthago umspannt, hat die Redensart nichts zu tun. Vielmehr stammt sie aus einem mittelalterlichen Predigtm√§rlein, dessen Verbreitung zun√§chst √ľber lateinische Exempelsammlungen vor sich ging. Der √§lteste Beleg f√ľr diese Erz√§hlung ist ein Exempel des Jacques de Vitry (vor 1240 gest.); er erz√§hlt in den 'Sermones vulgares' von einem Priester, der w√§hrend des Gottesdienstes einen Teufel mit den Z√§hnen an einem Pergament zerren sieht. Auf Befragen gibt der B√∂se den Bescheid, er habe das unn√ľtze Kirchenschwatzen aufzuschreiben, und daf√ľr reiche sein Pergament nicht. Der Priester verk√ľndet das der Gemeinde und erweckt Reue, so da√ü der Teufel seine Aufzeichnungen wieder streichen mu√ü. Die zugrunde liegende Anschauung ist die, da√ü die S√ľnden der Menschen von Teufeln auf ein Pergament aufgeschrieben werden, um sp√§ter, beim J√ľngsten Gericht, als Belastungsmaterial zu dienen (vgl. Offb 20,12).
Normalerweise wurden im Mittelalter ja nicht Kuhh√§ute zum Schreiben verwendet, sondern Schafs- oder Kalbsh√§ute, aber die Pointe der Erz√§hlungen beruht darauf, da√ü der S√ľnden eben so viele sind, da√ü selbst die Haut des gr√∂√üeren Tieres, die Kuhhaut, nicht ausreicht, um alles notieren zu k√∂nnen. Diese Erz√§hlung ist noch in neuzeitlichen Sagen weit verbreitet (Aarne-Thompson *826); sie findet sich auch h√§ufig in bildlichen Darstellungen der Kirchenkunst des sp√§ten Mittelalters und auch nach 1500.
Aus dem 14. Jahrhundert zeigt ein Wandfresko in St. Georg auf der Reichenau (Oberzell) ein gro√ües Tierfell, das von vier Teufeln ausgebreitet gehalten wird; der eine packt es au√üer mit den Klauen auch mit den Z√§hnen. √úber dem Fell werden die K√∂pfe zweier Frauen sichtbar, die eifrig miteinander schwatzen. √úber ihnen deutet eine Art H√§ngelampe, von der an Kettchen drei Kreuze herabh√§ngen, an, da√ü das Gespr√§ch in einer Kirche gef√ľhrt wird. Auf dem Fell stehen in gotischer Majuskel drei Verspaare, die sich auf das Bla-bla-Gerede klatschs√ľchtiger Frauen beziehen.
(s. u.; das Bild kann ich hier nicht zeigen)

Ein Schrotblatt vom Ende des 15. Jahrhunderts zeigt einen Priester, der die Messe zelebriert, andächtige, aber daneben unruhige, schwatzende oder auch schlafende Kirchenbesucher sowie Teufel mit einem Buch und einem aufgespannten großen Fell.

Die Redensart ist erst verhältnismäßig spät bezeugt, im Unterschied zu den Belegen der Legende.
Mehrmals nimmt Johann Fischart darauf Bezug: in der 'Flöhhatz' von 1573, wo zwei Weiber während der Messe beim Schwatz vom Hundertsten ins Tausendste kommen und sich von Kleidern, Geld und Essen vorreden:
Darzu ich ja nicht der Teufel haiß,
Der hinder der Meß ohn gegaiß
Ain K√ľhhaut voll schrib solcher Reden,
Die zwei frumb Weiblin zsammen hetten.
Ich wolt er het ghabt treck in Zänen,
Da er die K√ľhhaut mu√üt au√üd√§nen.

Hier ist deutlich noch der Zusammenhang mit der Legende vorhanden. Auch in Fischarts 'Geschichtklitterung' wirkt das Predigtexempel noch nach: ¬ĽDer Teuffel hinder S. Martins Mesz mit weissen Rubenz√§nen das Pergamen, darauff der alten Welschparlirenden Weiber geschnader zu copieren, musz wie der Schuster das Leder ... erstrecken¬ę.
Dann aber verliert die Redensart schnell die Beziehung zur Teufelsgeschichte und verselbst√§ndigt sich. Sie ist besonders in den katholischen Landschaften beheimatet und hat sich offenbar erst nach der Reformation von der Erz√§hlung abgel√∂st, nachdem die Legende kein Eigenleben mehr f√ľhrte. Herzog Ulrich schreibt 1543: ¬ĽOb man gleich einen Brief einer ganzen Kuhhaut gross vol schrieb ...¬ę In Wolfhart Spangenbergs Drama 'Mammons Sold' von 1614 sagt ein betr√ľgerischer Bauer:
summa, ich habe so viel getrieben,
Wann es alles solt seyn beschrieben,
Es ging auff keine Kuhhaut nicht.

In weiterer Entfernung von der alten Legende sind an die Stelle der Kuhhaut noch andere Häute getreten: Stier-, Pferde-, Ziegen-, Eselshäute usw., wie in einem Bildergedicht von 1610:
Wenn ich dies Geschlecht beschreiben solt,
Ein Ochsenhaut ich brauchen wollt.

Hans Jakob Behaim aus N√ľrnberg schreibt 1644 an seinen Vater: ¬ĽMich wundert, da√ü meine Schwester Susanna, welcher alles, was bey uns verlaufet, bekannt, ihrem Bruder die Mucken aus dem Kopf zu treiben, nicht eine Kuhhaut voll neuer Zeitungen berichtet¬ę. Die Schwester antwortet darauf: ¬ĽDa√ü ich dir nit eine Fl√∂hhaut voll w√ľ√üt¬ę. Auch Christian Reuter in Leipzig verwendet 1696/97 zweimal die Redensart:
¬ĽWi vielmahl ich mich auch hernach des Jungens halber mit meiner Frau Mutter gezancket und gekiffen, das w√§re der Tebel hohl mer auff keine Esels-Haut zu bringen¬ę ('Schelmuffsky'). J. G.

Schnabel steigert in dem Roman 'Insel Felsenburg' (1731-43) die Wendung noch: ¬ĽEr hielt mir die Kuhhaut oder vielmehr Elephantenhaut vor, worauf alle meine S√ľnden verzeichnet waren¬ę.

Manchmal wird die Kuhhaut auch zahlenm√§√üig noch gesteigert. Ein geistlicher Text aus N√ľrnberg sagt schon 1568:
Das ist unmöglich auszusagen.
Zw√∂lf ganzer Kuhheut m√ľsten haben ...

Wir sind uns bei der heutigen Anwendung der Redensart jedenfalls kaum mehr bewu√üt, da√ü ihr eine mittelalterliche Teufelserz√§hlung zugrunde liegt, d.h. die Redensart hat sich von ihrem Ursprung v√∂llig emanzipiert und l√§√üt sich seither auch in ganz anderer, d.h. in profaner Weise verwenden. Auf ein Mi√üverst√§ndnis oder einen sprachlichen Scherz ist die Wendung zur√ľckzuf√ľhren: 'Das geht auf keinen Kuhhaufen',

[Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten: Kuhhaut, S. 7. Digitale Bibliothek Band 42: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten, S. 3588 (vgl. Röhrich-LdspR Bd. 3, S. 908) (c) Verlag Herder

Rolf verdanken wir folgenden Hinweis:

Nun etwas zur Kuhhaut:
Das Soester Stadtrecht ist in der Tat im Jahre 1120 auf eine Kuhhaut geschrieben worden; diese Kuhhaut kann man heut noch im Soester Stadtarchiv bewundern. 1260 und 1283 wurde dieses Stadtrecht revidiert und ergänzt, und es wurde so umfangreich, daß die Kuhhaut nicht mehr ausreichte, all die neuen Bestimmungen aufzunehmen.
L√ľbeck √ľbernahm dann dieses Soester Stadtrecht, und von L√ľbeck aus wurde es als "l√ľbisches Recht" das ma√ügebende Recht f√ľr die meisten Hansest√§dte im Ostseeraum

Bla-Bla

Bla-Bla reden: dumm schw√§tzen, t√∂richtes Zeug babbeln oder blabbern (preu√üisch), 'Blech reden'. Die Redensart ist seit dem Mittelalter gel√§ufig und erscheint zum erstenmal im Zusammenhang mit der Vorstellung vom schreibenden Teufel auf der Kuhhaut. Der fr√ľheste Beleg findet sich in St. Georg auf der Reichenau in einem Wandfresko, das zwei schwatzende Frauen zeigt mit dem erl√§uternden Zusatz:
Ich wil hie shribvn,
Von disen tvmben wibvn,
Was hie wirt plapla gvsprochvn
Vppigs in der wochvn
Das wirt allvs wol gvdaht
So es wirt fvr den rihtvr braht.
Da es sich um eine lautmalerische Wendung handelt, hat sie trotz ver√§nderter Schreibweise bis heute ihren urspr√ľnglichen Sinn behalten. Franz√∂sisch: 'faire du bla-bla'.
http://www.wer-weiss-was.de/faq1143/entry176.html

Tierrechtskonform ist das aber wohl alles nicht ...
Achim

Re: "das geht auf keine kuhhaut"

Autor: Achim Stößer | Datum:
Im aktuellen Duden-NL heißt es dazu:
Zitat: Das geht auf keine Kuhhaut

Diese saloppe Wendung geht auf die mittelalterliche Vorstellung
zur√ľck, dass der Teufel einem Sterbenden dessen S√ľndenregister auf
einem aus Kuhhaut gefertigten Pergament vorhält. Es zeugt von
besonders gro√üer S√ľndhaftigkeit, wenn die √úbeltaten noch nicht
einmal auf einer großen Kuhhaut Platz finden. In der Regel wurden
n√§mlich nur die H√§ute von K√§lbern und Schafen f√ľr die Herstellung
von Pergament verwendet. Wenn also etwas auf keine Kuhhaut geht,
dann √ľbersteigt es jedes Ma√ü, ist unerh√∂rt oder unertr√§glich:
Seine Gemeinheiten gehen auf keine Kuhhaut.

Aus: Duden, Das große Buch der Zitate und Redewendungen. Mannheim 2007.


Achim

Hinweis (vor dem Posten bitte lesen)

Autor: Achim Stößer | Datum:
Achim Stößer schrieb:
> Zugleich soll dieser Thread der Suche nach Alternativen
> (statt "Negerkuß" wird mittlerweile "Schokokuß" verwendet)
> dienen.
>
> Neben einzelnen Wörtern betrifft dies auch Redewendungen.

Aus gegebenem Anlaß nocheinmal der Hinweis: Es geht nicht um die suche nach tatsächlich oder vermeintlich speziesistischen Wörtern oder Redewendungen, sondern darum, ggf. Alternativen zu solchen zu finden. Ein bloßes aufzählen solcher Fälle (ohne nähere Untersuchung) angesichts tausender potentiell speziesistischer Wörter und Redewendungen eher nicht sinnvoll.

Achim

"Vegetarier"

Autor: buzzer | Datum:
Das Wort "Vegetarier" hat einen - entgegen dem Sinngehalt - positiven Beiklang, √§hnlich wie das Wort "Omnivore" f√ľr Leichenfresser.
Ist es nicht fast schon euphemistisch, unhinterfragt von "Vegetariern" zu sprechen? Alternativen w√§ren vielleicht: K√ľkenvergaser, Kalbsm√∂rder.
Weitere Ideen?

Re: "Vegetarier"

Autor: joel | Datum:
- Nichtleichenfressendesondernnurverursachendetierausbeuter
- Rindfleischproduzenten
- wurstverbilliger
- Tiersch√ľtzer

Re: "Vegetarier"

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Das Wort "Vegetarier" hat einen - entgegen dem Sinngehalt -
> positiven Beiklang, √§hnlich wie das Wort "Omnivore" f√ľr
> Leichenfresser.

Mit scheint es angesichst des Gewichts des Worts zielf√ľhrender, eine realistische Denotation des Worts - "Vegetarier sind M√∂rder" - zu etablieren, dies kann allerdigs konnotativ durch Begriffe wie von Dir vorgeschlagen verst√§rkt werden. Wichtig scheint mir hier auch die konsequente verwendung des Begriffs "Nichtveganer".

Achim

Re:

Autor: Sebastian Vollnhals | Datum:
wobei - und das ist kein scherz - von manchen menschen fue rganz besonders konsequenten veganismus das wort 'achimismus' verwendet wird.

Achimismus / Realveganismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
Sebastian Vollnhals schrieb:
>
> wobei - und das ist kein scherz - von manchen menschen fue
> rganz besonders konsequenten veganismus das wort 'achimismus'
> verwendet wird.

Tsts. Seit wann werden Ismen - außerhalb von royalistischem Sumpf, etwa Konstantinismus oder Wlhelminismus - nach dem Vornamen gebildet? "Karlismus" statt Marxismus, "Charlesismus" statt Darwinismus? "Achimismus" ist mir allerdings noch nicht begegnet, immerhin das (unfreiwillige Kompliment) "Maquismus".

Aber im ernst, was diese Leute hier versuchen, ist schlicht, Veganismus zu diskreditieren und zu verwässern, indem sie Nicht- bzw. Pseudoveganismus (siehe http://maqi.de/txt/glossar.html) als "Veganismus" adeln und tatsächlichen Veganismus auf diese Weise (oder im englischen Sprachraum z.B. als "Real (TM) Veganism", was gelegentlich auch im Deutschen holprig als "Realveganismus" wiedergegeben wird) zu diffamieren. Wer sachlich informiert und darauf hinweist, ein produkt sei nicht vegan, wird als "Veganpolizei" verunglimpft.

Nat√ľrlich werden "echte" Veganer von denen, die sich nur Veganer nennen, aber keine sind (weil sie eben inkonsequent) sind und "ab und zu mal ein Pl√§tzchen (mit Eiern) essen, um Oma nicht zu beleidigen" etc. wie Auss√§tzige behandelt - siehe etwa [pseudo]vegan.de.

Und ihre "Argumente", sind die gleichen wie die aller Tierausbeuter: sie kommen mit haarstr√§ubenden Geschichten, nach denen wir √ľber dem Boden schweben m√ľ√üten, um nicht versehentlich √ľber eine Ameise zu stolpern, konstruieren absurde (vermeintliche) ethische Dilemmata (in denen h√§ufig Flugzeuge abst√ľrzen usw usw.

Wobei wohl am interessanteste die Frage ist, warum Nichtveganer den Drang haben, sich Veganer zu nennen (oder Fischleichenfresser meinen, sich Vegetarier nennen zu m√ľssen, oder, besonders eklatant, Tierrechtsverletzer zunehmend die im Wortsinn falsche, im Sprachgebrauch treffende, (Selbst)bezeichnung "Tiersch√ľtzer" durch "Tierrechtler" ersetzen m√ľssen).

Nun ja, auch die Anhänger eines gewissen Hitler hatten ein "sozial" im Namen ... und es ist wohl nur eine Frage der Zeit, bis die ersten "Nationalveganer" auftauchen ...

Achim

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Knulprek | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Nun ja, auch die Anhänger eines gewissen Hitler hatten ein
> "sozial" im Namen ... und es ist wohl nur eine Frage der
> Zeit, bis die ersten "Nationalveganer" auftauchen ...

Alles schon dagewesen im vegan.de-Forum. ;-)
Vor einiger Zeit gab es mal im dortigen OT-Forum einen Thread, wo immer wieder jemand was derartiges geschrieben hat. Der bezeichnete sich selbst als "völkischen Nationalisten" und sah darin auch keinen Widerspruch zum Veganismus. Er hatte ja schließlich auch nichts gegen Ausländer, solange sie im Ausland bleiben...

(Die entsprechenden Postings wurden alle gelöscht.)

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: joel | Datum:
>>> Zeit, bis die ersten "Nationalveganer" auftauchen ...


In Luxemburg gibs schon "veganer" in der ADR (AKTIOUNS KOMITTEE FIR RENTGERCHTEGKEET) ist so eine rechtsradikale sippschaft

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
joel schrieb:
>
> >>> Zeit, bis die ersten "Nationalveganer" auftauchen ...

> In Luxemburg gibs schon "veganer" in der ADR (AKTIOUNS

Wof√ľr steht denn das "D"?

> KOMITTEE FIR RENTGERCHTEGKEET) ist so eine rechtsradikale

Na, scheinen ja nicht allzu bedeutend zu sein, per Suchmaschine konnte ich sei jedenfalls nicht finden.

Achim

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: joel | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Wof√ľr steht denn das "D"?
>

Ah ja Entschuldigung AKTIOUNSKOMITEE FIR DEMOKRATIE A RENTEGERECHTEGKEET

>Na, scheinen ja nicht allzu bedeutend zu sein

Naja bei den letzten wahlen hatten sie immerhin um die 11 %

die seite heisst www.adr.lu

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > Wof√ľr steht denn das "D"?
> >
>
> Ah ja Entschuldigung AKTIOUNSKOMITEE FIR DEMOKRATIE A
> RENTEGERECHTEGKEET

Ich hab's geahnt ...

Achim

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: joel | Datum:
>>per Suchmaschine konnte ich sei jedenfalls nicht finden.

Das liegt wohl daran dass du kein lUxemburgisch kannst :-)

Aktiounskomitee fir Demokratie a Rentegerechtegkeet

Autor: Achim Stößer | Datum:
joel schrieb:
>
> >>per Suchmaschine konnte ich sei jedenfalls nicht finden.
>
> Das liegt wohl daran dass du kein lUxemburgisch kannst :-)

Nö, mit der korrigierten Bezeichnung ist es zu finden. Und "Leider ass näischt font ginn fir d'Stéchwuert vegan" bei Benutzung ihrer Suchfunktion verstehe ich auch noch so ungefähr, teile aber die Ansicht, daß "leider" nichts zum Stichwort "vegan" bei der ADR zu finden sei, nicht wirklich ;-) .

Allerdings hei√üt es da u.a.: "Nous ne voulons pas d'une Europe qui ne d√©fend pas les droits des animaux", sie wollen angeblich kein Europa ohne Tierrechte. Das wird aber gleich im n√§chsten Halbsatz als typisch tiersch√ľtzerischer Etikettenschwindel entlarvt: "qui encourage l'√©levage intensif, tol√®re des transports inutiles et cruels d'animaux et des exp√©rimentations cruelles sur les animaux.", also nichts Tierrechtel nur Tierschutzkram: Intensivmast, unn√∂tige und qu√§lerische Tiertransporte / Tierversuche (http://www.adr.lu/EUROPE/programme.htm). Also nichts, was nicht auch irgendeine J√§ger-, Bauern-, Tierschutz oder sonstige Partei zum Thema faselt.

Achim

Re: Aktiounskomitee fir Demokratie a Rentegerechtegkeet

Autor: Achim Stößer | Datum:
Ich sehe grade, da gibt es auch ein deutschsprachiges Wahlprogramm:
Zitat:
22. Tierschutz:
Artgerechte Tierhaltung!
Weshalb?

Der Mensch hat eine hohe ethische Verantwortung gegen√ľber den Tieren. In der Realit√§t wird er dieser Verantwortung sehr oft nicht gerecht. Vor allem die europ√§ische Agrarpolitik hat auf manchen Gebieten zu Formen der Massentierhaltung gef√ľhrt, die nicht als artgerecht angesehen werden k√∂nnen. Dies betrifft z.B. die Gefl√ľgel- und Schweinehaltung.

Auch werden viele Tiertransporte unsachgem√§√ü und √ľber weite Strecken durchgef√ľhrt, ohne dabei den Anspr√ľchen der Tiere zu gen√ľgen.

Unzählige Tiere werden in Tierversuchen gequält, obschon es heute zum Teil alternative Testverfahren gibt, die schneller und sicherer sind.

In manchen EU-Mitgliedstaaten werden immer noch unsinnigerweise Vögel in Netzen gefangen, wo sie qualvoll verenden.

Haustiere sind sehr oft die Gefährten älterer Menschen, die allein leben. Nicht immer ist es diesen Menschen gestattet, ihre Tiere bei sich zu halten.

Wie?

Wir werden auf EU-Ebene entschieden gegen die verwerflichen, nicht artgerechten Massentierhaltungen auftreten und eine artgerechte Tierhaltung durchzusetzen versuchen.

Wir werden uns auf EU-Ebene energisch daf√ľr einsetzen, dass die Schlachttiertransporte √ľber weite Distanzen √ľberfl√ľssig werden und die Tiere in den n√§chstgelegenen Schlachth√∂fen fachgerecht geschlachtet werden.

Wir werden Tierversuche dort verbieten, wo sie durch andere Verfahren ersetzt werden k√∂nnen. Unumg√§ngliche Tierversuche m√ľssen unter bestm√∂glichen Bedingungen f√ľr die Testtiere durchgef√ľhrt werden. Wir werden die Strafen f√ľr Tierqu√§ler versch√§rfen.

Wir sind grundsätzlich gegen Genmanipulationen an Tieren, wenn nicht klar erwiesen ist, dass sie dem Menschen im medizinischen Bereich von Vorteil sind.

Wir werden alles unternehmen, um die Bejagung von Singvögeln und vor allem den verwerflichen Vogelfang per Netz auf EU-Ebene zu verbieten.

Wir wollen die Voraussetzungen daf√ľr schaffen, dass √§ltere Menschen in Alters- und Pflegeheimen ihre vierbeinigen Gef√§hrten grunds√§tzlich bei sich behalten d√ľrfen.
(http://www.adr.lu/wahlprogramm99.htm).

Wie gesagt ...

Achim

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > Nun ja, auch die Anhänger eines gewissen Hitler hatten ein
> > "sozial" im Namen ... und es ist wohl nur eine Frage der
> > Zeit, bis die ersten "Nationalveganer" auftauchen ...
>
> Alles schon dagewesen im vegan.de-Forum. ;-)

Hm, k√∂nnte nat√ľrlich ein Troll gewesen sein, wogegen aber ...

> (Die entsprechenden Postings wurden alle gelöscht.)

... das spricht.

Achim

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Sebastian Vollnhals | Datum:
naja, bei uns gibts dialoge wie:

"ist das auch vegan?" - "vegan-vegan oder achim-vegan?" - "na achim-vegan!"

ich denke, dass sich da eine metavegane kreolsprache entwickelt, um mit den gebenheiten - vegan gelabelte produkte, die in wirklichkeit nur der tierausbeutung dienen - zurecht zu kommen.

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
> "ist das auch vegan?" - "vegan-vegan oder achim-vegan?" -
> "na achim-vegan!"
>
> ich denke, dass sich da eine metavegane kreolsprache

Wieso "metavegan"? Aber f√ľr eine Kreolsprache m√ľ√üten sie sich ja erstmal fortpflanzen, das wollen wir doch nicht hoffen ;-) . Sonst kommen in tausend Jahren irgendwelche Etymologen und erkl√§ren, da√ü das ganze auf dem Hebr√§ischen basiert und soviel wie "aufgerichtet" oder "aufrecht vegan" bedeutet ... was ja gar nicht so verkehrt w√§re ;-) . Trotzdem ziehe ich es vor, wenn W√∂rter, die ich selbst pr√§ge, in den allgemeinen Wortschatz eingehen (wie das mittlerweile ansatzweise bei "H√ľhnermenstruationsprodukt" und "Kuhdr√ľsensekret" der Fall ist, und k√ľrzlich ging √ľber eine Liste ein Text einer mir nicht bekannten Person, in dem "Voyeur" im in Tierausbeutungsvoyeurismus verwendeten Sinn gebraucht wurde (kann nat√ľrlich parallele Evolution sein ;-)).

> entwickelt, um mit den gebenheiten - vegan gelabelte
> produkte, die in wirklichkeit nur der tierausbeutung dienen -
> zurecht zu kommen.

Gut möglich. Schreib doch mal ein Übersetzerprogramm ins Hochdeutsche ;-) . Ergebnis wäre dann etwa:

"Ist das vegan?" - "Pseudovegan oder wirklich vegan?" - "Na, wirklich vegan."

Achim

PS

Autor: Achim Stößer | Datum:
> naja, bei uns gibts dialoge wie:

Ach ja, wer ist "uns"?

Achim

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Hermedes | Datum:
> Nun ja, auch die Anhänger eines gewissen Hitler hatten ein
> "sozial" im Namen ... und es ist wohl nur eine Frage der
> Zeit, bis die ersten "Nationalveganer" auftauchen ...

Bin gerade auf das hier gestossen:
http://freechat.webkicks.de/vchat/profile/schlomo.jpg
Ein Fake?

[Das Bild ist nicht anklickbar, kopiern des Links ins Adreßfeld des Browsers funktioniert aber - Moderator]

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Ein Fake?

Wenn Du's mit dem original vergleichst () kommst Du vielleicht drauf?

Achim

Re: Achimismus / Realveganismus

Autor: VolkerK | Datum:

Noch plumper kann man Bilder wohl nicht manipulieren. Hermedes schrieb:

> Ein Fake?

Genau, wie der Backpack-Guy. Oder das Kinderbuch, das George W. Bush verkehrt herum hält.

V.

Nationalveganismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Nun ja, auch die Anhänger eines gewissen Hitler hatten ein
> "sozial" im Namen ... und es ist wohl nur eine Frage der
> Zeit, bis die ersten "Nationalveganer" auftauchen ...

Naja, knapp daneben: http://tierrechtsforen.de/NSantispe.

Achim

Re:

Autor: Martial | Datum:
Hallo!
Bin selbst Vegetarier (bin aber auf dem Weg Veganer zu werden und trinke auch schon keine Milch mehr und nur selten Eier). Ich bin auch völlig auf eurer Seite und schäme mich um was ich tue, doch ist das nicht Diskriminierung was ihr da tut ?

Re: Diskriminierung?

Autor: Ricarda | Datum:
Martial schrieb:
>
> Hallo!
> Bin selbst Vegetarier (bin aber auf dem Weg Veganer zu werden
> und trinke auch schon keine Milch mehr und nur selten Eier).
> Ich bin auch völlig auf eurer Seite und schäme mich um was
> ich tue, doch ist das nicht Diskriminierung was ihr da tut ?
Wer wird denn diskriminiert, deiner Meinung nach?
Und dann mal die √ľbliche Frage: Warum l√§sst du die anderen Sachen nicht auch noch weg? Anders gefragt: Worauf wartest du?

Auf die Pauke hauen...

Autor: Kris | Datum:
...hoert sich im ersten Moment so an, als haette es nichts mit diesem Thema zu tun, da aber die Paukenbespannung aus Tierhaeuten ist, sehe ich eine Zusammenhang. Was meint ihr.

Alternative gibt`s aber sowieso schon. Also, ich gehe jetzt einen draufmachen...

Kris

Re: Auf die Pauke hauen...

Autor: Achim Stößer | Datum:
Kris schrieb:
>
> ...hoert sich im ersten Moment so an, als haette es nichts
> mit diesem Thema zu tun, da aber die Paukenbespannung aus
> Tierhaeuten ist, sehe ich eine Zusammenhang. Was meint ihr.

Dann wäre ja schon das Wort "essen" unbrauchbar, weil die meisten Leute ja Leichen konsumieren ... aber es gibt ja nun auch veganes Essen (und wohl, wie Du angedeutet hast, vegane Pauken).

Achim

Elfenbeinturm

Autor: Achim Stößer | Datum:
Da ich gerade ein paar S√§tze √ľber durchgeknallte Theoretiker, die jeden Bezug zur Realit√§t verloren haben (so sie jemals welchen hatten) und damit Leben gef√§hrden, geschrieben habe, und dabei versucht war, den "Elfenbeinturms", in dem diese sitzen, zu erw√§hnen, habe ich mich einmal mit der Etymologie dieses Worts befa√üt:

Zitat:
Elfenbeinturm

Im biblischen Hohenlied Salomos, diesem weltliterarischen Liebesgesang des Alten Testaments, werden die Reize der Frau nach allen Regeln der Dichtkunst beschrieben. Und weil blasse lange H√§lse vor 2500 Jahren offenbar als Sch√∂nheitsideal galten, hei√üt es dort im 5. Vers des 7. Kapitels: "Dein Hals ist wie ein Elfenbeinturm." Der Marienkult des Mittelalters verwendete diesen Terminus vom √ľberragenden Bau aus Elefantenzahn in der Lauretanischen Litanei als Attribut der Mutter Jesu: Die Jungfrau Maria wurde zum "turris eburnea", weil der Turm die Standhaftigkeit gegen√ľber dem B√∂sen und der Elefant, der als keusches Tier galt, die Reinheit symbolisierte. Etliche turmartige, aus Elfenbein geschnitzte Aufbewahrungsgef√§√üe f√ľr geweihte Hostien sind aus dieser Zeit √ľberliefert.

An diese Bildtradition kn√ľpfte 1837 der franz√∂sische Kritiker Charles-Augustin Sainte-Boeuf (1804-69) an, als er in seinen "Pens√©es d'ao√Ľt" (August-Gedanken) den Dichter Alfred Comte de Vigny (1797-1863) durchaus positiv als √ľberlegenen Denker im Elfenbeinturm beschrieb. Von Sainte-Boeuf √ľbernahmen Schriftsteller wie der Italiener Gabriele d'Annunzio sowie die Engl√§nder Oscar Wilde und Henry James das markante Wort.

Im Deutschen erschien es nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem in der Literaturkritik - nun in negativer Bedeutung als Vorwurf gegen eine elit√§re, √ľberz√ľchtete Form der Dichtkunst. Seither ist die Redewendung "Der sitzt im Elfenbeinturm" f√ľr einen weltfremden Zeitgenossen immer popul√§rer geworden. Den Studenten der 68er kam sie gerade recht, um Professoren zu besp√∂tteln, die sich mit dem Verweis auf Forschungsinteressen nicht um Tagespolitik und dringende Probleme k√ľmmerten. Noch heute h√∂rt man den Satz h√§ufig, wenn Pers√∂nlichkeiten des √∂ffentlichen Lebens, voran K√ľnstler oder Wissenschaftler, als unnahbare hochm√ľtige Einzelg√§nger erscheinen. Autor Peter Handke wehrte sich gegen solche Vorw√ľrfe, indem er den Spie√ü umkehrte und in seinem 1972 verfassten Bekenntnis "Ich bin ein Bewohner des Elfenbeinturms" ein hohes Lied auf den literarischen Individualismus anstimmte.
wissen.de

Im heute √ľblichen Sprachgebrauch bedeutet "Elfenbeinturm" demnach keineswegs etwas Positives, die Ausbeutung bzw. T√∂tung von Elefanten usw. wird also in negativem Kontext pr√§sentiert.

Ist damit der Terminus akzeptabel?

Wenn nein, was wäre eine Alternative? Ich hatte noch keine Idee.

Achim

Re: Elfenbeinturm

Autor: Kris | Datum:

> Im heute √ľblichen Sprachgebrauch bedeutet "Elfenbeinturm"
> demnach keineswegs etwas Positives, die Ausbeutung bzw.
> Tötung von Elefanten usw. wird also in negativem Kontext
> präsentiert.

mit diesem Begriff habe ich noch nie etwas positives verbunden... Ich kenne das im Zusammenhang mit "Forschern, die z.T. voellig abgehoben von den Tasaechlichen Beduerfnisssen der Wissenschaft/Mensch-Tierheit forschen und arbeiten.

> Ist damit der Terminus akzeptabel?

wenn man auf Theismus steht...?

> Wenn nein, was wäre eine Alternative? Ich hatte noch keine
> Idee.

auf dem hohen Ross sitzen wohl kaum... :-)

ich assoziiere da eher abgehobene Ignoranz bzw ignorante Abgehobenheit. Alternative waere "Der ist voellig Weltfremd"
aber es ist aber erstaunlich, wie arm die deutsche Sprache an Alternativen ist, die den Punkt genau treffen...

KRIS

Re: Elfenbeinturm

Autor: Achim Stößer | Datum:
Kris schrieb:
>
>
> > Im heute √ľblichen Sprachgebrauch bedeutet "Elfenbeinturm"
> > demnach keineswegs etwas Positives, die Ausbeutung bzw.
> > Tötung von Elefanten usw. wird also in negativem Kontext
> > präsentiert.
>
> mit diesem Begriff habe ich noch nie etwas positives
> verbunden... Ich kenne das im Zusammenhang mit "Forschern,

Naja, zu der zeit, als er in die Bibeln geschrieben wurde, warst Du wohl auch noch ziemlich jung.

> > Ist damit der Terminus akzeptabel?
>
> wenn man auf Theismus steht...?

Mit Theismus hat er ha im heutigen Sprachgebrauch nichts mehr zu tun (vgl. "Freitag" -> Freya, "Donnerstag"->Donar, Thor, "o je"->oh Jesus).

Au√üerdem d√ľrften wohl die H√§lfte aller unserer Redewendungen irgendwo in einer Bibel stehen ...

> > Wenn nein, was wäre eine Alternative? Ich hatte noch keine
> > Idee.
>
> auf dem hohen Ross sitzen wohl kaum... :-)
>
> ich assoziiere da eher abgehobene Ignoranz bzw ignorante
> Abgehobenheit. Alternative waere "Der ist voellig Weltfremd"

Das ist schon nicht schlecht, aber eher eine Umschreibung als eine bildhafte Atlernative.

> aber es ist aber erstaunlich, wie arm die deutsche Sprache an
> Alternativen ist, die den Punkt genau treffen...

Tja ...

Achim

Rampensau und geiler Keiler: Professorin erforscht ¬ęSchweinesprache¬Ľ

Autor: Achim Stößer | Datum:
Zitat: Rampensau und geiler Keiler: Professorin erforscht ¬ęSchweinesprache¬Ľ


Berlin (dpa) - Wenn es ein Wort wie ¬ęSchweineleidenschaft¬Ľ g√§be, Dagmar Schmauks h√§tte es sicher l√§ngst entdeckt. Sie h√§tte es ausgeschnitten und in ihrer Schweine-Kartei archiviert. Dort, wo sie Begriffe wie ¬ęRampensau¬Ľ, ¬ęCharakterschwein¬Ľ oder ¬ęgeiler Keiler¬Ľ abgeheftet hat, Beutest√ľcke aus den Schlagzeilen deutscher Zeitungen.

Das mag ungew√∂hnlich klingen f√ľr eine Professorin der Technischen Universit√§t Berlin, die sich mit Zeichentheorie und Kommunikation besch√§ftigt. Doch Dagmar Schmauks steht zu ihrer Leidenschaft f√ľr grunzende Vierbeiner. Die 54-j√§hrige Professorin bereitet eine Ausstellung vor: f√ľrs Schweinemuseum im brandenburgischen Teltow- Ruhlsdorf.

¬ęDie Lust, ein Schwein zu sein¬Ľ soll die Schau von Mitte Oktober an hei√üen. Dann geht es nicht nur um Schweinefiguren und andere Sammlerst√ľcke, sondern auch um die Forschung. Dagmar Schmauks hat Redensarten √ľber das Schwein gesammelt, sie untersuchte Comics und beobachtete die Werbung. ¬ęMich fasziniert der ungeheuere Reichtum der deutschen Sprache, wenn es ums Schwein geht¬Ľ, sagt sie. ¬ęEs gibt kaum ein Tier, das gleichzeitig ausgesprochen positiv und sehr negativ beschrieben wird.¬Ľ Vom Gl√ľcksschwein bis zur Sauerei, die Bandbreite sei riesengro√ü. Nur die Katze bringe es wohl auf eine √§hnliche Vielfalt an zugeschriebenen Eigenschaften.

Dagmar Schmauks' ¬ęSchweineliebe¬Ľ begann fr√ľh. Als Kind legte ihr ein Bauer am Niederrhein ein neugeborenes Ferkel in den Arm. ¬ęDa hat es angefangen¬Ľ, seufzt die Professorin. Als sie 1996 nach Berlin kam, suchte sie sofort neue ¬ęSchweinekontakte¬Ľ. Das Schweinemuseum bei Teltow dicht hinter der Stadtgrenze war einer davon. Das Haus ist zwar auf die Nutztier-Variante des Vierbeiners spezialisiert, doch Schweinefreunde mit Ideen f√ľr Sonderausstellungen sind willkommen.

So wird der Besucher bei Dagmar Schmauks erfahren, dass der Begriff Gl√ľcksschwein aus dem Mittelalter stammt, weil die Tiere leicht zu halten waren und ihrem Besitzer zu Wohlstand verhelfen konnten. Die Redensart ¬ęSchwein gehabt¬Ľ geht dagegen auf fr√ľhe Lotterien zur√ľck, bei denen der letzte Gewinner ein Ferkel bekam - als Trostpreis.

Auch beruflich hat die Professorin bereits so manche Schweine- Frage gekl√§rt. Zeichentheoretiker untersuchen nicht nur Sprache, Gestik und akustische Signale, sondern auch Bilder. Warum nicht auch Bilderb√ľcher mit Schweinegeschichten? ¬ęEs hat mich aber ge√§rgert, dass in den B√ľchern immer wieder der mutige Keiler aus dem Wald ein rosiges Hausschweinchen rettet¬Ľ, sagt die Professorin. ¬ęWarum nicht einmal umgekehrt?¬Ľ Erst Tier√§rzte haben sie √ľberzeugen k√∂nnen, dass ein Hausschwein-Eber sich nicht f√ľr eine Wildsau interessieren w√ľrde. Das w√ľrde eher einen Schweine√§rger geben.



© dpa - Meldung vom 30.08.2004 14:17 Uhr

Re: der innere Troll

Autor: Petra D. | Datum:

joel schrieb:
>
> als alternative f√ľr "innere schweinehund"


... da gibt's auch schon "der innere Saboteur"...

Petra

Re: der innere Troll

Autor: joel | Datum:
>>... da gibt's auch schon "der innere Saboteur"...


hmm ja is sogar zutreffender, danke

Re: der innere Troll

Autor: Petra D. | Datum:

Gern geschehen ;-)

Ich finde "Troll" durchaus auch zutreffend! Allerdings weiss in der Real World u.U. nicht jeder, was ein Troll ist bzw. dass auch ein solcher einen _mit Vorliebe_ von Dingen abhaelt...

Petra
(die sich jetzt ganz schnell trollt)

Re: der innere Troll

Autor: Sebastian Vollnhals | Datum:
ich bin fuer "der feind im inneren".

*SCNR* + *duck

Jemand, mit dem man Pferde stehlen kann

Autor: Henni | Datum:
Alternativvorschlag: jemand, mit dem man Tierbefreiungen durchf√ľhren kann. ;-)

Re: Jemand, mit dem man Pferde stehlen kann

Autor: Achim Stößer | Datum:
Henni schrieb:
>
> Alternativvorschlag: jemand, mit dem man Tierbefreiungen
> durchf√ľhren kann. ;-)

Guter Ansatz ;-). Sprachlich aber etwas holprig, es hei√üt ja auch nicht im Original "Pferdediebst√§hle durchf√ľhren".

Also eher "Jemand, mit dem man Tiere befreien kann"?

Und da Konkretes immer bildhafter ist als Abstraktes ("Ich habe Nahrung gegessen" -> "Ich habe Suppe gegessen" -> "Ich habe K√ľrbissuppe gegessen"):

eher "Jemand, mit dem man Pferde befreien kann"?

(Damit wird dann auch die Assoziation zum Original unvermeidlich, was hoffentlich zu einem Aha-Erlebnis f√ľhrt.)

Achim

Trant√ľte

Autor: Achim Stößer | Datum:
Hm, Tran ist ausgekochtes Leichenfett, eine "Trant√ľte" vielleicht eigentlich eine langsam brennende nichtvegane √Ėllampe?

Andererseits heißt "im Tran sein" lt. Wörterbuch "betrunken sein", "schlaftrunken sein".

Habe nichts dazu gefunden, au√üer dank eines eigenwilligen Suchalgorithmus' "Transparenzoptikverg√ľtete Optik", so da√ü ich jetzt immerhin wei√ü, da√ü die Bedampfung von entspiegelten Brillengl√§sern wohl vegan, da aus Metallsalzen bestehend, hergestellt wird.

Aber was ist nun mit "Trant√ľten"?

Achim

Re: Trant√ľte

Autor: Sebastian Vollnhals | Datum:
10 PRINT "Rekursive Verlinkungen sind was Feines"
20 GOTO 10
RUN

Re: Trant√ľte

Autor: Achim Stößer | Datum:
> 10 PRINT "Rekursive Verlinkungen sind was Feines"

Na, nicht wahr? Obwohl ich jetzt spontan nicht wei√ü, wie dieser Dein Kommenter die Tierrechte wesentlich voranbringt ... aber da war wohl eine andere T√ľte im Spiel ;-) .

Achim

Re: Trant√ľte

Autor: Liliales | Datum:
Kann ja sein, dass das Wort "Tran" urspr√ľnglich generell f√ľr etwas z√§hfl√ľssiges stand...

Ansonsten, Ersatzmöglichkeit: Ein hochwertiger Kaffeefilter sein :P

Re: Trant√ľte

Autor: martin | Datum:
Liliales schrieb:
>
> Kann ja sein, dass das Wort "Tran" urspr√ľnglich generell f√ľr
> etwas z√§hfl√ľssiges stand...

Ja, "Tran" ist eine Entsprechung zu "Träne" und meinte nur so viel wie "Tropfen". Weshalb in Achims Wörterbuch auch steht:

> Andererseits heißt "im Tran sein" lt. Wörterbuch "betrunken
> sein", "schlaftrunken sein".

Womit "Tropfen Alkohol" gemeint ist (auch preuß. "tranen" = "dem Alkohol zusprechen").

Dennoch ist das Wort aus "fischtran" gek√ľrzt, hatte also immer schon die unvegane Hintergrund-Bedeutung, sich auf "Lebertran" (von Fischen) zu beziehen. Solchen Anf√ľhrungen zufolge waren es also erst T√ľten mit Waltran (dann ein Schimpfwort, dann auch Kleidungsst√ľcke).

Re: Trant√ľte

Autor: Achim Stößer | Datum:
Wobei die Kamelopedia ja nun nicht grade die seiöseste Quelle ist ... da stimmt ja in Wikipedia noch mehr.

Achim

Schneckenpost

Autor: Sebastian Vollnhals | Datum:
Um Email besser von normaler Mail unterscheiden zu koennen, wird die normale Briefpost auch Schneckenpost ("Snail Mail") genannt.

Re: Schneckenpost

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Um Email besser von normaler Mail unterscheiden zu koennen,
> wird die normale Briefpost auch Schneckenpost ("Snail Mail")
> genannt.

Hm ... gab's da nicht ein Kinderlied dazu (längst ehe es Email gab)?

Jedenfalls bezieht es sich zwar - wie etwa "Adlerblick" f√ľr schrfes Sehen - auf eine tats√§chliche Eigenschaft von Schnecken (die meisten sond wirklich eher langsam, obwohl es auch Meeresschnecken gibt, die auch diesbez√ľglich nicht viel mit den "bekannten" Nackt- oder Weinbergschnecken zu tun habe. Aber es ist auf jeden Fall im negativen Sinn gemeint.

Also vielleicht in "Beamtenpost" umenennen ;-) .

Achim

Re: Schneckenpost

Autor: joel | Datum:
>>Aber es ist auf jeden Fall im negativen Sinn gemeint.

Wobei ich aber weniger glaube dass es eine negative oder abwertende haltung gegen√ľber Schnecken provoziert die zu Tierleid f√ľhrt,

Re: Schneckenpost

Autor: Achim Stößer | Datum:
joel schrieb:
>
> >>Aber es ist auf jeden Fall im negativen Sinn gemeint.
>
> Wobei ich aber weniger glaube dass es eine negative oder
> abwertende haltung gegen√ľber Schnecken provoziert die zu
> Tierleid f√ľhrt,


Interessanter Aspekt.

Achim

Re: Schneckenpost

Autor: Achim Stößer | Datum:
joel schrieb:
>
> >>Interessanter Aspekt.
>
> Wie meinen?

Wie ich's sage ;-) . Deine These, "dass es [k]eine negative oder abwertende haltung gegen√ľber Schnecken provoziert die zu Tierleid f√ľhrt" als Kriterium zur beurteilung der Verwendung des Terminus "Schneckenpost" ist ein interessanter (und auch auf andere F√§lle anzuwendender) Aspekt.

Achim

Sich ins eigene Fleisch schneiden

Autor: Tanja | Datum:
Bin mir absolut nicht sicher, ob das speziesistisch ist und bis jetzt ist mir auch noch keine "gute" Alternative eingefallen... *hmpf*

Tanja

Re: Sich ins eigene Fleisch schneiden

Autor: Achim Stößer | Datum:
Tanja schrieb:
>
> Bin mir absolut nicht sicher, ob das speziesistisch ist und

ich w√ľ√üte nicht, wieso, jeder kann sich doch (unabh√§ngig von der Spezies, der er angeh√∂rt) ins "eigene" (also das seines K√∂rpers, nicht das, was er beim Schlachter k√§uflich erworben hat) Fleisch (was in dem Kontext ebenso unproblematisch wie etwa bei "Fruchtfleisch", "mein eigen Fleisch und Blut" oder auch Shylock ist) schneiden, womit dann auch ...

> bis jetzt ist mir auch noch keine "gute" Alternative
> eingefallen... *hmpf*

... keine Alternative erforderlich ist.

Achim

Rassistische Sprache - es geht auch ohne "Zigeuner und Neger"

Autor: Achim Stößer | Datum:
Hier wieder eine bemerkenswerte Parallele zwischen Speziesismus udn Rassismus:

Zitat: Die Bezeichnungen "Neger, Negerin" sollten im öffentlichen
Sprachgebrauch nicht mehr verwendet werden, da sie zunehmend
als Diskriminierung empfunden werden. Mögliche
Ausweichbezeichnungen sind "Schwarzer, Schwarze, Farbiger,
Farbige" oder "Schwarzafrikaner, Schwarzafrikanerin,
Schwarzamerikaner, Schwarzamerikanerin". In Deutschland
lebende Schwarze haben als Eigenbezeichnung "Afrodeutscher,
Afrodeutsche" vorgeschlagen.

Die Bezeichnung "Zigeuner, Zigeunerin" wird vom Zentralrat
Deutscher Sinti und Roma als diskriminierend abgelehnt.
Die gesamte Volksgruppe wird demnach als "Sinti und Roma"
bezeichnet; die Bezeichnungen im Singular lauten "Sinto"
bzw. "Sintiza" (f√ľr im deutschsprachigen Raum lebende) und
"Rom" bzw. "Romni" (f√ľr im europ√§ischen Raum lebende
Angehörige der Volksgruppe).


Aus: Duden, Das Synonymwörterbuch. Mannheim 2004.

√úbrigens, f√ľr die Binnen-Iler (siehe http://veganismus.ch/foren/read.php?f=12&i=108&t=108): w√§hrend mit "Afrikaner" und "Amerikaner" die m√§nnliche Singularform mit der Pluralform buchstabengleich ist und bInnenwahngem√§√ü die AmerikanerInnen- bzw. AfrikanerInnen stehen m√ľ√üten, stimmen bei "Schwarze", "Farbige" und "Afrodeutsche" die Pluralformen mit den weiblichen Singularformen √ľberein - na sowas ... also als Mann f√ľhle ich mich da durch Nichtverwenden von "SchwarzInnen", "FarbigInnen", "AfrodeutschInnen" (oder w√§ren das dann "SchwarzEre", "FarbigEriche" oder wie?) voll diskriminiert, nicht?

Achim

"Den inneren Schweinehund √ľberwinden"

Autor: blanci | Datum:
einfach nur: "sein innerstes √ľberwinden" "seinen eigenen b√∂sen willen √ľberwinden"

fällt jemand noch was besseres ein?

lg blanc

LTI - Lingua Tertii Imperii

Autor: Achim Stößer | Datum:
"Worte können sein wie winzige Arsendosen: sie werden unbemerkt verschluckt, sie scheinen keine Wirkung zu tun, und nach einiger Zeit ist die Giftwirkung doch da." (Viktor Klemperer)

Der Methoden der Unterdr√ľckersprachen sind allgegenw√§rtig - die Euphemismen der Nazis (Sonderbehandlung, Endl√∂sung, Konzentrationslager usw.) finden ihre Entsprechung in der Tierausbeutersprache ("Fleisch", "Schnitzel", "Filet" usw. f√ľr Leichenteile, "Leder" und "Pelz" f√ľr behaarte bzw. unbehaarte, chemisch am Verwesen gehinderte Leichenhaut, aktuell "Kleinvoliere" f√ľr K√§fig usw.).

Klemperer beschrieb diese Sprache des Dritten Reichs in "LTI - Lingua Tertii Imperii".

Demn√§chst dazu im Fernsehen: Die Sprache l√ľgt nicht.

Achim

Zeitungsente

Autor: Achim Stößer | Datum:
Hat nichts mit den V√∂geln zu tun, sondern mit der Abk√ľrzung N.T. (engl. not testified, lat. non testatum) f√ľr unbest√§tigte Meldungen (in der lat. Fassung schon im 17. Jhd. verwendet).

Gibt zwar noch andere Erkl√§rungen: Ein Luther-Zitat √ľber "blaue Enten" (ziemlich an den Haaren herbeigezogen, finde ich). Und franz√∂sische Herkunft - canard, das w√§ren also wirklich die V√∂gel, aber such "Schwindel" -, dies aber auch erst im 19. Jhd.

Achim

Neologismen f√ľr Verbrechen: Pharming, Phishing

Autor: THfkaV | Datum:
kleine Randbemerkung zu Phishing mit Pharming
http://www.heise.de/security/news/meldung/57159

Zitat: "Pharming" (sprich: Farming) ist eine besonders gefährliche Weiterentwicklung des kriminellen Passwort-Fischens (Phishing) im Internet. (...)
Gef√§lschte Mails locken auf t√§uschend echt nachgeahmte Bank-Webseiten, auf denen dann sensible Zugangs- und Kontodaten abgefragt werden. Nur ein Beispiel von Datendiebstahl, der seit Jahren als Phishing bekannt und gef√ľrchtet ist. (...)
Das neue Pharming geht nun in diesem betr√ľgerischen Spiel noch einen Schritt weiter. Bislang wurde lediglich ein manipulierter Link als K√∂der ausgeworfen, um damit gewisserma√üen im Tr√ľben zu "phishen". Neuerdings s√§t der "Pharmer" seine t√ľckische Saat auf den Festplatten seiner Opfer aus. Sp√§ter kann er durch diese versteckten Eintr√§ge auf Computern oder Servern Internet-Benutzer fast nach Belieben auf unsichere Umgebungen umleiten - und so wie ein Farmer seine lukrative Ernte einfahren.
http://www.aol.de/index.jsp?cid=137674153&sg=Computer_Viren_Virenschutz


Ich find¬īs interessant, dass von "phishing" und "pharming" die Rede ist. So werden als kriminelle Machenschaften ge√§chtete Vorgehensweisen quasi mit T√§tigkeiten wie "Angeln" und "Landwirtschaft" sinnbildlich umschrieben. Auch wenn beim oben von "lukrative Ernte einfahren" die Rede ist, funktioniert, wie wir wissen, "farming" auch anders: da wird "die Kuh gemolken" und "das Schaf geschoren". Phamring und Phishing sind von den [oder f√ľr die] Betroffenen wohl ebensowenig erw√ľnscht, wie farming und fishing per se. Ob da mal einer dr√ľber nachdenkt?

Zitat: A farm is the basic unit in agriculture. It is a section of land devoted to the production and management of food, either produce or livestock*.
http://en.wikipedia.org/wiki/Farm

  • "Livestock are domesticated animals in an agricultural setting. The process of breeding, raising and caring for livestock is known as animal husbandry and is an important component of modern agriculture. The raising of livestock can be traced to the beginnings of human civilisation, when instead of hunting wild animals, humans began to capture animals for breeding."http://en.wikipedia.org/wiki/Livestock
  • Hirten und Gl√§ubige

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    > "die Kuh gemolken" und "das Schaf geschoren". Phamring und
    > Phishing sind von den [oder f√ľr die] Betroffenen wohl
    > ebensowenig erw√ľnscht, wie farming und fishing per se. Ob da
    > mal einer dr√ľber nachdenkt?

    Ich f√ľrchte eher nicht ... seit Jahrhunderten werden ja Termini wie "Hirte", "Pastor" (lat. pastor "Hirt", zu pascere "weiden lassen, Viehzucht treiben"), "Sch√§flein" usw. zur Beschreibung des Verh√§ltnisses von Klerus und Idiotes (so die kirchen√ľbliche und trotz oder gerade dank Bedeutungswandel nicht ganz fernliegende Bezeichnung f√ľr Laien) verwendet.

    Kommt da einer der Christenmenschen drauf, was und warum "Hirten" mit den Schafen machen?

    Achim

    den Brotkorb h√∂her h√§ngen / √ľber die Str√§nge schlagen

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Zitat: den Brotkorb h√∂her h√§ngen / √ľber die Str√§nge schlagen

    jmdm. den Brotkorb höher hängen (umgangssprachlich): "jmdm. weniger zu essen geben, jmdn. [finanziell] knapp halten":
    Die jungen Spieler im Verein werden immer √ľberm√ľtiger, wir m√ľssen denen mal den Brotkorb h√∂her h√§ngen. [...] "Brotkorb" steht in dieser Wendung wohl f√ľr Futterkorb. Um zu verhindern, dass ein Pferd zu viel frisst, zog man im Pferdestall den Futterkorb einfach ein St√ľck in die H√∂he.

    √ľber die Str√§nge schlagen (umgangssprachlich): "die Grenze des √úblichen und Erlaubten auf √ľberm√ľtige, unbek√ľmmerte Weise √ľberschreiten": Auch die solidesten Familienv√§ter schlagen gelegentlich √ľber die Str√§nge. [...] Mit den "Str√§ngen" sind in dieser Wendung die Seile des Pferdegeschirrs gemeint: Das auskeilende Pferd schl√§gt mit den Hinterhufen nach oben, √ľber die "Str√§nge" hinaus.

    Aus: Duden 11, Redewendungen. Mannheim 2002.


    Quelle: aktueller Duden-Newsletter

    Achim

    Grottenschlecht - Krötendiffamierung?

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Zu "grottenschlecht" schrieb Helen (hier):

    > Grottenschlecht war mit Sicherheit eine Krötendiffamierung,
    > als es zum ersten mal gesagt wurde. Ist es das aber auch
    > heute noch?

    Siehe dazu Anmerkungen im Startbeitrag dieses Threads. Daß es hier nicht als Krötendiskriminierung gemeint war, ist klar ;-) . Aber:

    > Auch ich habe nicht gewußt, daß grottenschlecht von Kröten
    > stammt. Ich dachte, es käme von Grotte/Höhle.

    ... wenn jemand "Mohrenkopf" sagt (in dem Glauben, das habe etwas mit Sumpfgebieten zu tun, dem brauen Schlamm da oder so) kann ja ein Hinweis, stattdessen "Schokokuß" o.ä. zu verwenden, weil "Mohren" eben (von "Mauren" kommend) rassistisch ist, nicht schaden.

    > Ich denke, wenn man nicht weiß, was es bedeutet, sondern nur
    > als Steigerung von schlecht verwendet, so ist es

    Tja, jetzt weißt Du's aber ;-) .

    Klar, daß niemand jedes Wort vor Gebrauch etymologisch abklopfen kann. Bei vielen ist die Herkunft eh umstritten.

    Ich w√ľrde z.B. auch nie "Gott sei Dank" sagen (jedenfalls nicht ohne ironisierendes "und das sage ich als Atheist"), sondern "zum Gl√ľck", nie "Oh mein Gott" (sondern "meine G√ľte").

    Mit "Oh je" (von "Oh Jesus") oder "Donnerstag/Freitag" (von "Donar/Freya") sehe ich aber keine Probleme - das ist doch inzwischen so weit weg vom Original, daß es m.E. nicht mehr schadet.

    Ist also oft Abwägungssache.

    Achim

    meckern - Ziegendiffamierung?

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Zitat: me|ckern [V.1, hat gemeckert; o. Obj.] 1 helle, kurze Laute von sich geben; die Ziege meckert 2 in hellen, harten T√∂nen lachen 3 [√ľbertr., ugs.] etwas auszusetzen haben, Unzufriedenheit, Missfallen √§u√üern; meckre nicht so viel!

    wissen.de

    Gänsehaut

    Autor: Tanja | Datum:
    Da hat jemand (Achim? ;-)) schon vor langer Zeit "Noppenhaut" draus gemacht, aber da komme ich nie drauf,w enn ich sagen will, daß ich "Gänsehaut" habe und wenn ich es höre, denke ich immer "Kondom". ;-)
    Also: es gibt zwar eine Alternative, aber keine (zumindest f√ľr mich pers√∂nlich) brauchbare. Weitere Vorschl√§ge erw√ľnscht. ;-)

    Tanja

    Noppenhaut statt Gänsehaut

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    > Da hat jemand (Achim? ;-)) schon vor langer Zeit "Noppenhaut"

    Ja, hier z.B.: Re: -istische Sprache.

    > draus gemacht, aber da komme ich nie drauf,w enn ich sagen
    > will, daß ich "Gänsehaut" habe und wenn ich es höre, denke
    > ich immer "Kondom". ;-)

    Also das ist ja wohl Dein Problem :-P .

    Die meisten denken da wohl erstmal an Tischtennis(schläger) oder eine Fluggesellschaft (Noppenair). Jedenfalls wenn ich mir die Google-Toplinks dazu so ansehe ;-).

    Also ich finde "Noppenhaut" sehr passend, zumal es (wenn nicht grade wer an Kondome denkt) sofort klar sein sollte, was gemeitn ist.

    Achim

    Re: Noppenhaut statt Gänsehaut

    Autor: Rele | Datum:
    Achim Stößer schrieb:

    > Also ich finde "Noppenhaut" sehr passend, zumal es (wenn
    > nicht grade wer an Kondome denkt) sofort klar sein sollte,
    > was gemeitn ist.

    Also naja- da w√ľrde ich ja nie drauf kommen! Entweder w√ľrde ich an einen verpickelten R√ľcken denken oder an diese Gummi- Noppenmatten, die man inkontinenten Leuten √ľber die Matraze legt. Oder eben an irgendwas aus dem Sexshop.

    Kosename: honey

    Autor: THfkaV | Datum:
    Achim Stößer schrieb:
    >
    > Da bei vielen Wörtern die Frage auftaucht, ob sie
    > speziesistisch sind (analog zu rassistischem Sprachgebrauch
    > wie "Negerkuß", "Mohrenkopf") soll hier ein Sammelthread
    > entstehen zur Diskussion solcher Wörter.
    >
    > Die Frage ist nicht immer eindeutig zu beantworten: Manche
    > Wörter sind von der Etymologie her harmlos, von der
    > Assoziation aber nicht
    , bei manchen ist es umgekehrt, die
    > etymologischer Untersuchung offenbart speziesistischen
    > Ursprung. Bei wieder anderen ist es völlig kontextabhängig.
    >
    > Zugleich soll dieser Thread der Suche nach Alternativen
    > (statt "Negerkuß" wird mittlerweile "Schokokuß" verwendet)
    > dienen.
    >
    > Neben einzelnen Wörtern betrifft dies auch Redewendungen.
    >
    > Achim

    meine Hervorhebung

    W√ľrde es hier anwesende Mitlesende :) st√∂ren, mit "honey" angesprochen zu werden oder selbst andere Personen so zu bezeichnen? Gleiches f√ľr "honey bunny", "Honigbienchen" und so weiter...

    Abgesehen davon dass es sich um Erbrochenes handelt. ;)

    Und gibt es zuckers√ľ√üe Alternativen? :))

    mein hasiputzimausi

    Autor: Rele | Datum:
    Ja, dar√ľber habe ich mir vor ein paar Tagen auch Gedanken gemacht- also ich f√§nde es zwar albern, wenn jemand Hasimausi oder was wei√ü ich zu mir sagt... :-D ... aber diskriminierend/ speziesistisch ist das doch nicht?!

    Re: mein hasiputzimausi

    Autor: Schlunz | Datum:
    Rele schrieb:

    > also ich fände es zwar albern, wenn jemand Hasimausi
    > oder was weiß ich zu mir sagt... :-D ... aber
    > diskriminierend/ speziesistisch ist das doch nicht?!

    Das kommt ganz darauf an, wer so betitelt wird.
    Wer z.B. George W. Bush "Hasimausi" nennt, diskriminiert sowohl Hasen, als auch Mäuse...

    .

    Das interessiert doch keine Sau!

    Autor: Schlunz | Datum:
    Als mich ein Artgenosse gestern darauf hinwies, dass er nur Biofleisch verwende, antwortete ich mit dem Satz: ‚ÄěDas interessiert doch keine Sau!‚Äú
    Mir fiel auf, dass speziesistische Sprache auch absolut Sinn machen kann ;o)

    Liebe Gr√ľ√üe, Schlunz

    .

    Ein Brett vor dem Kopf haben

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Wer ein Brett vor dem Kopf hat, ist begriffsstutzig.

    Die umgangssprachliche Redewendung geht laut Duden, Das gro√üe Buch der Zitate und Redewendungen, 2007 auf Tierausbeutung zur√ľck, n√§mlich darauf, da√ü fr√ľher "fr√ľher einem st√∂rrischen Ochsen bei der Arbeit die Augen mit einem Brett" verdeckt wurden.

    W√ľrde ich dennoch, da es (mitterweile) so weit entfernt ist, nicht als speziesistiche Redewendung betrachten.

    Achim

    Säue

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Ist "Sau" f√ľr weibliche Schweine speziesistisch?

    Achim

    Re: Säue

    Autor: Rele | Datum:
    Ich denke nicht. Aber negativ behaftet (wie zB Weib f√ľr Frau).

    Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Zitat: Man kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren, aber man kann es nicht zum trinken zwingen!

    Siehe Ignorante Vegetarier.

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: Mr Hyde | Datum:
    Ich sehe bei diesem Beispiel nicht, was daran speziesistisch sein soll. Pferde werden doch nicht diskriminiert. Ist es denn schon speziesistisch, die Existenz von Pferden √ľberhaupt zu erw√§hnen? Ich glaube, dieser Thread schie√üt √ľbers Ziel hinaus.

    Wie sieht es denn aus mit "Schuster, bleib bei Deinem Leisten". Akzeptabel oder nicht? Kommt ein Mensch drin vor. Wäre ja wohl speziesistisch, wenn man Redensarten mit pferdischen Tieren beanstandet, solche mit nichtpferdischen Tieren aber akzeptiert, oder?

    Es w√§re √ľbrigens auch speziesistisch, den Begriff "nichtpferdische Tiere" zu beanstanden, w√§hrend man selbst den Begriff "nichtmenschliche Tiere" verwendet.

    Mr Hyde

    Re: Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: Marco | Datum:
    Ich denke, es geht wohl darum, dass das "F√ľhren" auch ein gewisser Zwang ist.

    Re: Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Jein, es impliziert aber Gefangenhaltung, respektive das Guthei√üen derselben (frei lebende Pferde werden wohl kaum zum Wasser gef√ľhrt [werden m√ľssen]).

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: Elisabeth | Datum:
    "F√ľhren" kann aber auch im Sinne von "leiten" verwendet werden... bisher habe ich diese Redewendung immer so verstanden.

    Alternativ: Man kann dem Pferd das Wasser zeigen

    Re: Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: bunbury | Datum:
    √Ąhm, ja, aber das freilebende Pferd, das auf einen Menschen angewiesen ist um Wasser zu finden, ist vermutlich √§hnlich selten wie das freilebende Eichh√∂rnchen, das auf menschliche Hinweise darauf wartet, wo es Nahrung vergraben hat...

    Warum wird hier ausgerechnet "Nutztier" Pferd bem√ľht, und nicht, sagen wie, ein Igel? Weil es (in der bildlichen Ebene) der Redensart um Sklaven geht, nicht um freilebende Tiere.

    Re: Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: Liliales | Datum:
    Wie w√§r's mit: "Den Antiveganer zum Tofufilet f√ľhren"? :D

    Nee, mir fällt hier leider nichts Passendes ein...
    Mir fällt aber ehrlich gesagt auch keine Situation ein, in der man die Redewendung, abgesehen vond er speziesistischen Formulierung, gebrauchen könnte...

    Man kann einen Vegetarier zur Reismilch f√ľhren

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    > Mir fällt aber ehrlich gesagt auch keine Situation ein, in
    > der man die Redewendung, abgesehen vond er speziesistischen
    > Formulierung, gebrauchen könnte...

    Oben war doch ein Beispiel verlinkt, wo diese Redewendung, wenn sie nicht speziesistisch wäre, anwendbar wäre: Wenn ein Vegetarier, obwohl ihm die wasserklaren Fakten präsentiert wurden, diese nicht aufnimmt.

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache: Mann kann ein Pferd zum Wasser f√ľhren

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    > Es w√§re √ľbrigens auch speziesistisch, den Begriff
    > "nichtpferdische Tiere" zu beanstanden, während man selbst
    > den Begriff "nichtmenschliche Tiere" verwendet.

    Warum sollte jemand den Begriff "nichtpferdische Tiere", wenn er, korrket analog zu "nichtmenschliche Tiere" als Abgrenzung des Verhaltens gegen√ľber Pferden ("nichtpferdidsche Tiere" ist hier etwas umst√§ndlich) analog zur Abgrenzung als Abgrenzung des Verhaltens anderen Tiere von Menschen (unn√∂tig umst√§ndlich: "menschlichen Tieren") verwendet wird?

    Achim

    Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    "Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, der Mohr kann gehen" - mal nicht speziesistisch, sondern rassistisch. Oder?
    Oder eher antirassistisch? Es wird ja nicht der "Mohr" diskriminiert, sondern der Umgang mit ihm kritisiert ... allenfalls das Wort "Mohr" selbst könnte rassistisch sein ... Kommt, soweit ich mich erinnere, von "Maure".

    Achim

    Re: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

    Autor: Red_Tear | Datum:
    In dem Zusammenhang ist die Frage zu stellen, ob ein Begriff - unabh√§ngig vom Zusammenhang - abzulehnen ist, weil er fr√ľher abwertend Verwendung fand bzw. in einer Zeit entstand in der diese Personen als weniger wert galten.

    Bei Begriffen, die in sich selbst abwertend sind - wie "Mastvieh", was diese Tiere auf ihren reinen Nutzwert reduziert, statt sie als Personen zu sehen - ist es klar...

    Bei Redewendungen wie "Zwei fliegen mit einer Klappe schlagen" auch.

    Bei Begriffen wie z.b. "Neger" ist es weniger eindeutig.
    Wenn jemand dunkelh√§utige Menschen weniger sch√§tzt (welche absurden Gr√ľnde er daf√ľr auch immer haben mag....) wird sich das nicht √§ndern weil er einen anderen Begriff daf√ľr verwendet.
    Der Begriff an sich bezeichnet allerdings nur einen dunkelhäutigen Menschen.
    Dementsprechend m√ľssten wir auch Begriffe wie "Schwein" "Kalb" usw. ablehnen - schlie√ülich wird Schwein h√§ufig sogar als Beleidigung verwand und gerade Begriffe f√ľr bestimmte Lebensabschnitte, das Geschlecht usw eines NMTs d√ľrften von Tierausbeutern gepr√§gt sein.

    Diese Begriffe deswegen zu meiden erscheint mir als wenig sinnvoll, vielmehr erscheint es mir das naheliegendste, umzudenken und diese Begriffe wertfrei zu verwenden.
    (Anmerkung: Ich meine hiermit wirklich nur einzelne Begriffe, die an und f√ľr sich nicht diskriminierend sind - Redewendungen oder Begriffe die f√ľr sich selbst diskriminierend sind ("Ungeziefer" "Vieh" "Hausrind" "Nutztier" "Legehenne" usw.) sind selbstverst√§ndlich abzulehnen)

    Re: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

    Autor: Steffen | Datum:
    Red_Tear schrieb:
    >
    > In dem Zusammenhang ist die Frage zu stellen, ob ein Begriff
    > - unabhängig vom Zusammenhang - abzulehnen ist, weil er
    > fr√ľher abwertend Verwendung fand bzw. in einer Zeit entstand
    > in der diese Personen als weniger wert galten.
    >
    > Bei Begriffen, die in sich selbst abwertend sind - wie
    > "Mastvieh", was diese Tiere auf ihren reinen Nutzwert
    > reduziert, statt sie als Personen zu sehen - ist es klar...
    >
    (...)
    >
    > Bei Begriffen wie z.b. "Neger" ist es weniger eindeutig.
    > Wenn jemand dunkelhäutige Menschen weniger schätzt (welche
    > absurden Gr√ľnde er daf√ľr auch immer haben mag....) wird sich
    > das nicht √§ndern weil er einen anderen Begriff daf√ľr verwendet.
    > Der Begriff an sich bezeichnet allerdings nur einen
    > dunkelhäutigen Menschen.
    > Dementsprechend m√ľssten wir auch Begriffe wie "Schwein"
    > "Kalb" usw. ablehnen - schließlich wird Schwein häufig sogar
    > als Beleidigung verwand (...)
    >
    > Diese Begriffe deswegen zu meiden erscheint mir als wenig
    > sinnvoll, vielmehr erscheint es mir das naheliegendste,
    > umzudenken und diese Begriffe wertfrei zu verwenden.
    (...)

    http://www.derbraunemob.de/shared/download/Warum%20nicht%200607.pdf

    http://www.derbraunemob.de/deutsch/index.htm

    Re: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

    Autor: Red_Tear | Datum:
    Danke f√ľr den Hinweis.
    Was ich aber eigentlich meine - habe mich etwas ungeschickt ausgedr√ľckt - ist, dass, so lang man es n√∂tig hat hier Unterscheidungen zu treffen es relativ egal ist ob das durch den Begriff "Neger" oder "Schwarzer" oder welchen vermeintlich neutralen Begriff auch immer geschieht - ich verwende weder den Begriff "Neger" noch irgendeine "Alternative", ein Mensch ist ein Mensch, egal ob "gelb", "rot", "wei√ü", "schwarz"...

    Re: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Dann wird es aber sehr schwierig, √ľber, sagen wir, den KuKluxKlan, Apartheid in S√ľdafrika oder den amerikanischen B√ľrgerkrieg zu diskutieren ...

    Gab's bei South Park nicht diese Au√üerirdischen, die f√ľr alles nur ein Wort hatten, Muglu oder so? Hat die Kommunikation nicht grade vereinfacht.

    Achim

    Re: Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan

    Autor: Red_Tear | Datum:
    Sicher, im Zusammenhang mit solchen Themen ist eine differenzierung sicherlich nötig, allerdings sage ich ja zu einem amerikanischen Ureinwohner ja auch nicht "Roter" und zu einem Chinesen "Gelber", oder?
    Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die urspr√ľnglichen Bewohner Amerikas, die nach dessen Wiederentdeckung als Indianer bezeichnet wurden, garkeine Notwendigkeit sahen einen Begriff f√ľr sich oder die Europ√§er zu schaffen, sondern auch weiterhin meist einfach nur "Mensch" sagten.

    Nat√ľrlich ist es durchaus legitim hier zu pr√§zisieren, insbesondere in Diskussionen in denen es tats√§chlich eine Rolle spielt (Antirassisten m√ľssen nat√ľrlich dar√ľber reden... Auch bei der Verbrechensbek√§mpfung ist das nat√ľrlich ein Merkmal sein um den Kreis der m√∂glichen T√§ter schonmal einzugrenzen - neben allen anderen K√∂rperlichen Merkmalen...) jedoch denke ich, dass im Beispiel dunkelh√§utiger Menschen und deren Diskriminierung Begriffe wie eben dunkelh√§utiger Mensch oder schwarzer Mensch oder Mensch schwarzer Hautfarbe o.√§. am passendsten w√§ren.

    Vieleicht Irre ich mich auch, aber ich habe den Eindruck, dass bei Menschen dunkler Hautfarbe eben dieser Umstand auch dann oft erwähnt wird, wenn er völlig irrelevant ist. DAS ist eigentlich was ich sagen wollte bzw. was ich als eher unangemessen ansehe...

    'How many fingers, Winston?'

    Autor: THfkaV | Datum:
    Achim Stößer schrieb:

    > Gab's bei South Park nicht diese Au√üerirdischen, die f√ľr
    > alles nur ein Wort hatten, Muglu oder so?


    doppelplus-gute Idee!

    Perlen vor die Säue werfen

    Autor: martin | Datum:
    Bedeutet, etwas (implizit Wertvolles) an jemanden zu verschwenden, der unfähig ist, es zu schätzen bzw. damit umzugehen versteht.
    Offensichtlich abzulehnen, weil es 1. weibliche Schweine diskreditiert und 2. auf Bibel-Schwachsinn zur√ľckgeht (Matth. 7,6).
    Mein Vorschlag f√ľr eine sprachliche Alternative ist "Wahrheit vor die Christen werfen". (Zwar w√§re "Theisten" statt "Christen" richtiger, aber so stimmt die Rhythmik exakt mit der "Vorlage" √ľberein, was den Austausch beg√ľnstigt.)

    Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen

    Autor: Trolli | Datum:
    Die Redewendung "Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen sehen" impliziert mir, dass doch was Unerwartetes schief gegangen ist.

    Ich schlage alternativ vor:
    "Es gibt nichts, was es nicht gibt."
    "Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben."

    Trolli

    O.T. - PS:
    Angeblich k√∂nnen Pferde sich nicht √ľbergeben. Mir wurde berichtet, sie k√∂nnten es doch. Daf√ľr k√∂nnten sie nicht husten.
    Habt ihr eine Ahnung, ob Pferde husten/sich √ľbergeben k√∂nnen?

    bzw.: Man hat schon Pferde kotzen sehen

    Autor: martin | Datum:
    Kenne ich eher unter der Variante ohne "vor der Apotheke".

    Trolli schrieb:
    >
    > Die Redewendung "Man hat schon Pferde vor der Apotheke kotzen
    > sehen" impliziert mir, dass doch was Unerwartetes schief
    > gegangen ist.

    Ja und auch, daß etwsa Unmögliches passiert.

    > Angeblich k√∂nnen Pferde sich nicht √ľbergeben. Mir wurde
    > berichtet, sie k√∂nnten es doch. Daf√ľr k√∂nnten sie nicht husten.
    > Habt ihr eine Ahnung, ob Pferde husten/sich √ľbergeben k√∂nnen?

    Zu Husten wei√ü ich nichts. Zum √úbergeben wei√ü ich, da√ü sie keine W√ľrgereflex haben, der ein √úbergeben ausl√∂sen kann, insofern k√∂nnen sie es nicht, aber das dennoch bei Krankheit unverdaute Nahrung wieder aus dem Mund "fallen" kann (halt nur ohne Muskelreflex).

    allerdings...

    Autor: martin | Datum:
    ...wäre noch zu fragen, ob es denn wirklich speziesistisch ist. Eigentlich refferiert es ja nur einen (unmöglichen) Fakt und die Bedeutung ist auch nicht abwertend.
    Das einzige problematische Element ist das latent abwertende "kotzen". (Logisch betrachtet, ist Erbrechen nat√ľrlich nichts Schlechtes, sondern ein durchaus n√ľtzlicher Reflex, aber daran kann man Sprachverwendung leider nicht messen.)
    Insofern gehört es vlt. mehr in die Kategorie derer, die man nicht unbedingt vermeiden muß, aber auch nicht fördern sollte.

    Re: allerdings...

    Autor: Trolli | Datum:
    Hallo Martin,

    Zitat: ...wäre noch zu fragen, ob es denn wirklich speziesistisch ist


    Das habe ich zuerst auch √ľberlegt. Was mir dabei hilft, ist ein einfacher Test. Man nehme andere speziesistische Aussagen: (z.B. Dreckspatz, dumme Gans), und platziere statt des Tieres seinen eigenen Namen, und sehr schnell sp√ľrt man, wie verletzend, ungerecht und verlogen diese Spr√ľche sind:

    Stell dir vor, alle Welt w√ľrde dies sagen:
    Person XY ist heute ein richtiger Drecksmartin.
    Person XY ist wirklich ein dummer Martin.

    Stell dir vor, alle Welt w√ľrde auch noch sagen:
    "Man hat schon Trolli/Martin usw. vor der Apotheke kotzen sehen."
    Der Spruch ist verletzend, d√ľmmlicher und eine freche L√ľge, und wenn ein wehrloses Tier daf√ľr herhalten muss, erniedrigt zu werden, ist es f√ľr mich ein speziesistischer Spruch.

    Au√üerdem w√ľrde ein Wildpferd NIEMALS zu einer Apotheke gehen, wenn es sich krank f√ľhlte. Noch nicht mal ein in Menschengefangenschaft gehaltenes Pferd k√§me auf die Idee, eine Apotheke aufzusuchen. Im Zweifel allerdings f√ľr die Spr√ľcheklopfer: Vielleicht kam das Pferd zuf√§llig an der Apotheke vorbei, als ihm seine Speise zum zweiten Mal durch den Kopf ging...


    Trolli

    Re: allerdings...

    Autor: martin | Datum:
    Trolli schrieb:
    >
    > Das habe ich zuerst auch √ľberlegt. Was mir dabei hilft, ist
    > ein einfacher Test. Man nehme andere speziesistische
    > Aussagen: (z.B. Dreckspatz, dumme Gans), und platziere statt
    > des Tieres seinen eigenen Namen, und sehr schnell sp√ľrt man,
    > wie verletzend, ungerecht und verlogen diese Spr√ľche sind:

    Ich finde das funktioniert nicht so gut, weil hier zwei unterschiedliche Dinge vermischt w√ľrden: speziesabh√§ngige Gesamtbezeichnungen und rein menschliche Individualperspektive. Was f√ľr einen einzelnen Menschen verletztend sein kann, mu√ü es f√ľr die Gesamtheit einer anderen Spezies nicht unbedingt sein (s.u.).

    > Der Spruch ist verletzend, d√ľmmlicher und eine freche L√ľge,
    > und wenn ein wehrloses Tier daf√ľr herhalten muss, erniedrigt
    > zu werden, ist es f√ľr mich ein speziesistischer Spruch.

    In dieser Form finde ich ihn auch nicht in Ordnung, aber abgewandelt, ist es nicht wirklich so eindeutig. Wenn man das Herablassende "kotzen" durch ein neutrales Wort ersetzt und den Satz verneint: "Ich habe noch kein Pferd sich √ľbergeben sehen" (oder √§hnlich) beschreibt eigentlich nur empirische Fakten.
    Wenn man sagt "Schweine sulen sich gerne im Dreck" ist das herablassend, aber "Schweine sulen sich gerne in Schlamm" ist es recht neutral, auch wenn "wir" dergleiche Handlungen negativ sehen w√ľrden.

    Aber im Prinzip bin ich deiner Meinung: in dieser Form ist diese Redewendung abzulehnen und auch abgewandelt eher zu vermeiden.

    Pferde und Redewendungen: Das Leben ist kein Ponyhof

    Autor: Ricarda | Datum:
    "Das Leben ist kein Ponyhof"
    Die Redewendung hab ich irgendwie nie verstanden.
    Soll aber wohl meinen "Das Leben ist hart / nicht einfach; Man kann nicht alles haben"
    Also ist das Leben wohl doch ein Ponyhof?

    [Beitragstitel expliziert - Mod]

    Re: Pferde und Redewendungen

    Autor: Trolli | Datum:
    Hallo Ricarda,

    unter "Ponyhof"-Leben soll wohl die verklärte Immenhof-Idylle gemeint sein, mit der sich neupubertäre Mädchen nach "ihrem Pony" auf einem Ponyhof sehnen.

    Als alternativer Spruch wird oft gesagt:
    "Das Leben ist kein Honiglecken."

    Kann einfach gewandelt werden:
    "Das Leben ist kein Zuckerschlecken."

    Troli

    Re: Pferde und Redewendungen

    Autor: martin | Datum:
    Trolli schrieb:

    > Kann einfach gewandelt werden:
    > "Das Leben ist kein Zuckerschlecken."

    Recht verbreitet ist inzwischen auch "Das Leben ist kein Wunschkonzert".

    Maulaffen feilhalten/feilbieten

    Autor: martin | Datum:
    Bedeutet untätig zuzusehen.
    Hat etymologisch zwar nichts mit Affen zu tun, wird aber heutzutage sicher auf solche bezogen.
    Zu ersetzen evt. √ľber "die H√§nde falten" (im Sinne von beten), dabei fehlte allerdings die Komponente des Zusehens.

    Immer langsam mit den jungen Pferden

    Autor: Urs | Datum:
    Hab da auch noch eins:

    "Immer langsam mit den jungen Pferden."

    Alternative ganz simpel: Nicht so schnell.

    [Beitragstitel expliziert - Mod]

    "Mit Speck fängt man Mäuse"

    Autor: Urs | Datum:
    "Mit Speck fängt man Mäuse"

    Erläuterung: sagt man, wenn man jemandem zeigen will, wie man am besten jemanden anlockt.

    Alternative habe ich keine parat.

    Re:

    Autor: THfkaV | Datum:
    Urs schrieb:
    >
    > "Mit Speck fängt man Mäuse"
    >
    > Erläuterung: sagt man, wenn man jemandem zeigen will, wie man
    > am besten jemanden anlockt.
    >
    > Alternative habe ich keine parat.


    "Mit Dividenden lockt man Aktionäre" ?

    ;-)

    Re: "Mit Speck fängt man Mäuse"

    Autor: Trolli | Datum:
    Wie wär's mit: "Mit Geld lockt man Leute."

    O. T: Wobei das mit dem Speck (als ich noch Fleischosaurier war) NIE funktioniert hat. Ich hatte schon damals nur Lebendfallen f√ľr ungebetene Hausmaus-G√§ste, und Speck lockte M√§use genau so wenig an wie K√§se.

    Am besten lassen sich M√§use mit veganen Speisen locken: N√ľsse, D√∂rrobst klappt immer.

    Trolli

    Speziesistische Sprache: Katzenjammer

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Zitat: Seit trinkfreudige Studenten das ordin√§re Wort "Kotzen-Jammer" in der Goethezeit zum "Katzenjammer" entsch√§rft haben, bereichert es die mit Tiervergleichen eh schon prall gef√ľllte deutsche Wortschatztruhe: L√∂wenm√§hne, B√§renhunger, Schweinsgalopp, Bienenflei√ü, Sauwetter, Hundstag, Affenschande, M√§usemelken ...

    √úber Comics verbreitet sich der Katzenjammer, 8. September 2009, http://www.stern.de/kultur/buecher/man-spricht-deutsch-ueber-comics-verbreitet-sich-der-katzenjammer-1507050.html

    Speziesistische Sprache: Mottenkiste

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Ist das ein Problem? Falls ja, gibt es geeignete Alternativen?

    Zu bedenken ist auch, daß Kleidermotten (um die es hier ja geht) idR ausschließlich Unveganer betreffen (da sie sich von Kleidung uas unveganem Material ernähren).

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache: Mottenkiste

    Autor: martin | Datum:
    Achim Stößer schrieb:
    >
    > Ist das ein Problem?

    Direkt nicht, weil die Mottenkiste die Kiste war, in der die Kleidung vor den Motten bewahrt werden sollte, insofern trifft die pejorative Konnotation nicht die Motten, sondern die in der Kiste lagernde Kleidung. Allerdings d√ľrfte das heute kaum bekannt sein, soda√ü es eher auf die Motten bezogen wird, weshalb man es zur Vorsicht vermeiden sollte.

    > Falls ja, gibt es geeignete Alternativen?

    "etwas gehört in die Mottenkiste" = "etwas ist sehr alt", entweder so umschreiben oder analoge Redewendungen benutzen:
    Schnee von gestern
    danach kräht kein Hahn mehr
    ist ein Auslaufmodell

    Re: Speziesistische Sprache: Mottenkiste

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    > > Falls ja, gibt es geeignete Alternativen?
    >
    > "etwas gehört in die Mottenkiste" = "etwas ist sehr alt",
    > entweder so umschreiben oder analoge Redewendungen benutzen:
    > Schnee von gestern
    > danach kräht kein Hahn mehr
    > ist ein Auslaufmodell

    Hm pa√üt bei K√∂nnt Ihr diesen schwachsinnigen Spruch ["Man muss die Leute da abholen wo Sie stehen." als Ausrede f√ľr Ausbeuterkuschelei, fehlende Dezidiertheit etc.] nicht endlich mal in der Mottenkiste lassen? leider also nicht so richtig, allenfalls das Auslaufmodell, scheint mir aber zu schwach.

    Beim Hahn w√§re ich auch vorsichtig, nicht da√ü der Hahn deshalb nicht mehr kr√§ht, weil ihm der Kopf abgehackt wurde. Oder hat das was mit dem Apostel zu tun, der den Halbgott dreimal verleugnet hat? N√∂, danach hat der Hahn ja noch gekr√§ht, wenn ich mich recht erinnere ... au√üerdem bezieht es sich f√ľr mein gef√ľhl eh eher auf zuk√ľnftige Ereignisse (genauer: auf das zuk√ľnftige Abschw√§chen der Bedeutung eines gegenw√§rtigen): "in ein paar Wochen kr√§ht kein Hahn mehr danach, was die Politker vor der Wahl alles versprochen haben".

    Achim

    Mottenkiste/ ...kräht kein Hahn

    Autor: martin | Datum:
    > Hm paßt bei Könnt
    > Ihr diesen schwachsinnigen Spruch ["Man muss die Leute da
    > abholen wo Sie stehen." als Ausrede f√ľr Ausbeuterkuschelei,
    > fehlende Dezidiertheit etc.] nicht endlich mal in der
    > Mottenkiste lassen?
    leider also nicht so richtig,
    > allenfalls das Auslaufmodell, scheint mir aber zu schwach.

    Eine andere Umschreibung w√§re noch "M√ľ√üt ihr den Spruch unbedingt hinter dem Ofen hervorholen?" Aber als Aufforderung geht es auch damit nicht so gut.

    > Beim Hahn wäre ich auch vorsichtig, nicht daß der Hahn
    > deshalb nicht mehr kräht, weil ihm der Kopf abgehackt wurde.
    > Oder hat das was mit dem Apostel zu tun, der den Halbgott
    > dreimal verleugnet hat? Nö, danach hat der Hahn ja noch

    Nach dem, was ich gefunden habe, ist die Herkunft unproblematisch. "Gleichg√ľltigkeit bei gewissen Ereignissen. Der Hahn kr√§ht nach nichts; wenn also der Hahn nicht einmal nach etwas kr√§ht, so muss es sehr unbemerkt bleiben." (Deutsches Sprichw√∂rter-Lexikon, Band 2. Leipzig 1870)

    > gekräht, wenn ich mich recht erinnere ... außerdem bezieht es
    > sich f√ľr mein gef√ľhl eh eher auf zuk√ľnftige Ereignisse
    > (genauer: auf das zuk√ľnftige Abschw√§chen der Bedeutung eines
    > gegenwärtigen): "in ein paar Wochen kräht kein Hahn mehr
    > danach, was die Politker vor der Wahl alles versprochen haben".

    Ja, idR., aber man kann es auch auf die Gegenwart anwenden.

    ... eine Sauklaue haben...

    Autor: Trolli | Datum:
    Wenn jemand unleserlich schreibt, spricht man von einer "Sauklaue". Von einer "Eberklaue" wird nicht gesprochen. Weibliche Schweine werden also doppelt diskriminiert.

    Mein Vorschlag: Der/Die schreibt
    ...wie ein japanischer Seismograph
    ...wie `ne W√ľnschelrute vorm Einschlag
    ...wie ein explodierter Kugelschreiber

    Einfacher: ... eine unleserliche/krakelige Schrift

    LG
    Trolli

    Abledern - Fensterleder

    Autor: Trolli | Datum:
    Fensterglas mit einem Fensterleder abledern.

    Fensterleder = Leichenhaut, oder seit wann kann man einem Fenster die Haut abziehen?

    abledern: wie wär's mit abtrocknen? Oder trocken polieren?
    Oder bei Verwendung von Leichenhaut: Missbrauch von Leichenteilen, Fenster auf Leichenglanz polieren.

    LG
    Trolli

    "verenden"

    Autor: martin | Datum:
    Dieses Verb als Synonym zu "sterben" wird fast ausschließlich bei nichtmenschlichen Tieren verwendet, außerdem zählen es einige zur sog. "Jägersprache" (die bekanntlich zur Verharmlosung und Verschleierung deren Gewaltverbrechen dient).
    Allerdings empfinde es eher ausdrucksstärker als "sterben", weil es den Sterbeprozeß stärker betont und (wahrscheinlich aufgrund der häufigen Verwendung im Zusammenhang mit nichtmenschlichen Tieren) meist im Kontext eines schmerzhaften bzw. mit Leiden verbundenen Todes steht. ("sterben" hingegen ist neutral.)
    Ich nur ich das so oder ist das (oder Gegenteiliges) auch jemandem sonst aufgefallen?

    "Mir doch wurscht"

    Autor: Tobi | Datum:
    Ich ertappe mich immer dabei, wie ich o.g. Phrase sage. Klar, kann man auch "mir doch egal/schnurz" o.ä. sagen kann, aber ich hab' das soo drin, dass es mir immer erst hinterher auffällt, nachdem ich's schon benutzt habe.
    Außerdem, finde ich, kann man damit richtig schön zum Ausdruck bringen, dass einem etwas sch..egal ist.
    Nun frage ich mich, ob der Ausdruck speziesistisch ist, besteht ja eine Wurst nicht zwingend aus Leiche.
    Dennoch, die meisten werden es wohl mit sowas assoziieren.
    Bisher habe ich mir eigentlich speziesistische Phrasen und Redewendungen recht gut abgewöhnen können. Ebenso wie z.B. "Oh mein Gott" oder "Gott sei Dank". Bei "mir wurscht" will es mir nicht gelingen.

    Tobi

    Re: "Mir doch wurscht"

    Autor: martin | Datum:

    > Außerdem, finde ich, kann man damit richtig schön zum
    > Ausdruck bringen, dass einem etwas sch..egal ist.

    Daf√ľr finde ich "schei√üegal" immer noch am deutlichsten ;), obwohl das nat√ľrlich nicht in jeder Situation angebracht ist.
    Sonst kenne ich noch "x ist sowas von egal".

    > Nun frage ich mich, ob der Ausdruck speziesistisch ist,
    > besteht ja eine Wurst nicht zwingend aus Leiche.

    Die Herkunft ist wahrscheinlich, da√ü alles, was bei ermordeten Tieren nicht als K√∂rper-Teil verkauft wurde, zerkleinert und in "Wurst" gef√ľllt wurde. Das werden viele nicht wissen, aber vermeiden sollte man es besser doch.

    Re: "Mir doch wurscht"

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Naja, Alternativen gibt's da sicher zuhauf, schnuppe, schnurzegal, piegegal, schnurzpiegegal, juckt/kratz mich nicht, tangiert nicht einmal peripher, geht mir am Allerwertesten (o.ä.) vorbei, ist mir einerlei, Jacke wie Hose, gehupft wie gesprungen usw. Das Problem wird also eher die Umgewöhnung sein.

    Achim

    Tote H√ľhner sind Leichen

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Speziesisten sträuben sich häufig gegen die (selbst laut Wörterbuch*) korrekte Bezeichnung toter nichtmenschlicher Tiere als "Leichen". Sie hätten stattdessen lieber den eher abwertend gebrauchten Terminus "Kadaver".

    Nun gibt es in Neuseeland allerdings offenbar ein Gesetz, demzufolge laut Steuerbeh√∂rde das Transportieren von "Tiefk√ľhl-H√ľhnern" ein Leichentransport ist - wenn auch, ohne Sarg, das Fahrzeug nicht zum Leichenwagen wird und daher nicht steuerbeg√ľnstigt ist.

    Zitat: Wozu verwendeten findige Neuseel√§nder tiefgefrorene H√ľhner?

    Ideen, mit denen man dem Fiskus ein Schnippchen schlagen kann, sprechen sich bekanntlich schnell herum. So auch jene, dass man Autos, mit denen man regelm√§√üig Tiefk√ľhl-Hendln vom Supermarkt nach Hause transportiert, auch als "nicht-kommerzielle Leichenwagen f√ľr Tiere" anmelden kann. Das kostet n√§mlich in Neuseeland nur ein Drittel der √ľblichen Kfz-Steuer. Der Verkehrsbeh√∂rde ist der pl√∂tzliche Boom im Tierbestattungswesen aber etwas spanisch vorgekommen ‚Äď und sie lie√ü verlauten, dass "Leichenw√§gen nur dann steuerbeg√ľnstigt seien, wenn darin auch wirklich S√§rge transportiert w√ľrden. Auch wenn der Transport von tiefgek√ľhlten Hendln technisch gesehen ein nicht-kommerzieller Tierleichen-Transport sei" ...
    http://tv.orf.at/groups/show/pool/fragen_12_1/story


    Achim

    *)
    Zitat: Leiche
    Lei|che [f. 11] 1 K√∂rper eines toten Menschen oder Tieres; jmd. ist eine wandelnde L. [ugs.] jmd. sieht sehr krank aus; ~n im Keller haben [√ľbertr., ugs.] strafbare, unmoralische Dinge getan haben, die noch nicht aufgedeckt sind; √ľber ~n gehen [abwertend] keine Skrupel kennen 2 [bayr.-√∂sterr., schw√§b.] Beerdigung; es war eine sehr sch√∂ne L.! 3 [Buchw.] versehentlich ausgelassene W√∂rter oder S√§tze

    http://wissen.de/wde/generator/wissen/ressorts/bildung/woerterbuecher/index,page=3788372.html (meine Hervorhebung)

    Ich glaub' mich knutscht ein Elch

    Autor: Liliales | Datum:
    Bis jetzt nichts Gutes eingefallen :(

    Das beste bisher: Mich blendet wohl der Mond :-(

    Re: Ich glaub' mich knutscht ein Elch

    Autor: Libertad | Datum:
    Also seid mir b√∂se oder auch nicht^^ ich finde, man kann alles auch sinnlos √ľbertreiben.Weshalb sollte man nicht sagen "ich glaube, mich knutscht ein Elch?".Ich finde da nix "elchfeindliches" oder "elchverachtendes" dran *LOL*

    Re: Ich glaub' mich knutscht ein Elch

    Autor: Liliales | Datum:
    Finde ich ehrlich gesagt auch nicht, aber das habe ich mich auch schon bei anderen Begriffen hier gefragt...

    Re: Ich glaub' mich knutscht ein Elch

    Autor: Libertad | Datum:
    P.S.

    > meine momentane Meinung basiert bislang auf meinem gesunden
    > Menschenverstand)

    möchte ich jetzt mal behaupten ;-) aber ich werde es lesen

    Re: Ich glaub' mich knutscht ein Elch

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Der Hinweis, nochmal den Startbeitrag zu lesen, war an Lilales gerichtet (siehe Baumstruktur des Forums ;-)), aber es kann nat√ľrlich allgemein nicht schaden ...

    Achim

    Re: Ich glaub' mich knutscht ein Elch

    Autor: Libertad | Datum:

    > Der Hinweis, nochmal den Startbeitrag zu lesen, war an
    > Lilales gerichtet (siehe Baumstruktur des Forums ;-)), aber
    > es kann nat√ľrlich allgemein nicht schaden ...

    Okay ;-) aber wie Du sagst, es kann ja allgemein nicht schaden...^^

    Re: Ich glaub' mein Schwein pfeift, oder mein Hamster bohnert

    Autor: Trolli | Datum:
    Ob einen der Elch knutscht, das Schwein pfeift oder der Hamster bohnert, es hat was mit einem √ľberraschenden/schr√§gen Effekt zu tun.

    Spontan fällt mir alternativ nur die Diskriminierung eines Human-Säugers ein:

    Ich glaub', mich knutscht meine Schwiegermutter.

    Oder: Ich glaub, meine Ex pfeift!

    Frivol: Ich glaub, mein Opa bohnert!

    Jetzt fällt mir doch noch eine Alternative ein:

    Da bleibt mir doch glatt die Spucke weg!

    Krutzit√ľrk halleluja

    Autor: Liliales | Datum:
    *ratlos*


    [Hier ist ja echt kaum was vertreten bisher - ist das der einzige Thread zum Thema?]

    Re: Krutzit√ľrk halleluja

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    > [Hier ist ja echt kaum was vertreten bisher - ist das der

    Was meinst Du? In diesem Thread geht - siehe Threadtitel - es um speziesistische Sprache, nicht um rassistisch-theistische wie in diesem Fall.

    Achim

    Re: Krutzit√ľrk halleluja

    Autor: Liliales | Datum:
    Oh... okay.. stimmt.. tut mir leid... :(
    Weiß auch nicht, die Person, durch die ich das Wort kennen gelernt habe, meinte, das fällt alles unter Speziesismus und ich habe es peinlicherweise geglaubt, obwohl es ja gar keinen Sinn macht...

    Trotzdem sind hier wenig Begriffe vertreten, wobei ich vieles auch nicht unbedingt sinnvoll finde.. hm...

    Speziesistische Sprache: Vieh / Nutzvieh

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Zitat: Vieh [n. -(e)s; nur Sg.] 1 Gesamtheit gro√üer landwirtschaftlicher Nutztiere (Rinder, Pferde, Schweine, Ziegen und Schafe) 2 [meist abwertend] (unbekanntes, h√§ssliches) Tier; was ist denn das f√ľr ein V.? 3 [allg., ugs.] Tier; das arme V.
    wissen.de

    Achim

    "Sau geschlachtet kriegen", "Frosch nicht fragen, ob Teich trockengelegt wird

    Autor: Marton | Datum:
    Ich glaube, jeder, dem am Veganertum was liegt, und wem Sprache ein Werkzeug ist, soll sich Gedanken machen, wie sie sich entspeziesisieren läßt. Ein brutales Beispiel

    Diese Sau kriegen wir auch geschlachtet.

    Wer hat eine gute Idee außer "das knacken wir auch".

    Statt "Alles Käse" kann man immer sagen "Das ist alles Banane".

    Wie ist es mit "Man fragt den Frosch nicht, wenn der Teich trockengelegt werden soll". Don't ask the turkey if it likes Christmas".

    Man br√§uchte ein ganzes Phrasen-W√∂rterbuch. Gerade bei Politikern fallen oft solche bilderhafte Vergleiche. Einem Bekannten sagte ich mal, mich verletzt das mit er Sau als sagte jemand zu dir, diesen Juden krigen wir verbrannt oder vergast". Da zuckt jeder, denn dabei nimmt man etwas Grausames als selbstverst√§ndlich hin und setzt sich dar√ľber hinweg. Wie im (gute Analogie):
    "dieser Jude oder Zigeuner taugt nicht mal zur Seife".

    Sprich: ein Jude mu√ü sich bem√ľhen, geschaffen ist er, zur Seife gekocht zu werden. Oder sexistisch:

    "Als Sekret√§rin w√§re sie nicht mal zum Beischlaf gut", das hei√üt, dieses w√§re in der Grundeinstellung f√ľr eine Sekret√§rin.

    Oder in einem historischen Film w√§re es vorstellbar, das der Held, mit dem man sich m√ľ√üte identifizieren k√∂nnen (bespielsweise Arbeiter mit Familie und wegen Idealismus schwierigem Schicksal), nebenbei sagte:

    "ich war beim Gladiatorenspiel, doch ich konnte nicht mal den Auftritt und Tod der Gladiatoren abwarten".

    Oder eine Frau ist verarmt und sagt:

    ich habe nicht mal einen Sklaven, ich Elende.

    Da zucken wir alle. Im nebensächlichen Dahingesagten liegt oft der Hund begraben. Oder, wie sagt man das denn besser?

    Speziesistische Sprache: zynisch

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Zitat: (franz√∂sisch cynique <) lateinisch cynicus < griechisch kynik√≥s = zur Philosophenschule der ↑Kyniker geh√∂rend, eigentlich = h√ľndisch, zu: k√Ĺōn = Hund

    http://www.duden.de/rechtschreibung/zynisch


    Siehe http://veganismus.ch/foren/read.php?f=16&i=799&t=796.

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache: Ein paar hinter die Löffel bekommen?

    Autor: Nekura | Datum:
    Ich stelle einmal die Vermutung auf, dass das Sprichwort "Ein paar hinter die L√∂ffel bekommen" dadurch zustande kam, indem einem Hasen auf den Kopf gehauen wird? M√ľsste man mal analysieren.

    Speziesistische Sprache: seine Felle davonschwimmen sehen

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    "Zusehen m√ľssen, wie eigene positive Erwartungen zunichte werden." Die Redewendung spielt darauf an, dass es vorkam, dass beim W√§ssern gegerbter Leichenteile in einem Fluss eben diese H√§ute fortgetrieben wurden.

    Achim

    Speziesistische Sprache gegen Speziesismus

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Hier ein Beispiel, wo eine speziesistische Redewendung bewusst gegen Speziesismus eingesetzt wird:

    Zitat: So liegt die Vermutung nahe, dass es der Milchindustrie auch hierbei lediglich um die Gewinnmaximierung und das Abgreifen der massiven Subventionen geht, während ihr die Felle davonschwimmen

    http://maqi.de/presse/schulmilchtag2014.html

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache gegen Speziesismus

    Autor: Heidi Timarotti | Datum:
    Naja, ob das so bewusst war, ist doch sehr zu bezweifeln. Das sieht eher so aus, als ob der Autor des Milch-Artikels nicht eine Sekunde nachgedacht hat, bevor er das geschrieben hat.

    Im Ernst: Was soll so eine Formulierung bringen? Die ist weder treffend noch originell.

    Re: Speziesistische Sprache gegen Speziesismus

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Da ich der Autor des (zumal praktisch zeitgleich mit dem Forenbeitrag erschienen) "Artikels", vielmehr der Pressemitteilung, bin, kannst Du getrost davon ausgehen, dass diese Wortwahl sehr bewusst gewählt wurde.

    Dass Du es nicht verstehst ist nat√ľrlich schade.

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache gegen Speziesismus

    Autor: Heidi Timarotti | Datum:
    Ach du bist der Autor...

    "Felle davonschwimmen", diese Metapher macht keinen Sinn. In der Milchindustrie werden keine Felle hergestellt. Da werden K√ľhe ausgebeutet und get√∂tet, um Milch und Fleisch herzustellen, aber keine Felle. Die Metapher ist sinnlos und undurchdacht, und sehr √§rgerlich, weil sinnloserweise speziesistisch.

    Ich denke, weil du der Autor bist, und es selber bemerkt hast, willst dich hier billig herausreden. Richtig wäre es gewesen, den Artikel zu ändern und dich zu entschuldigen.

    Re: Speziesistische Sprache gegen Speziesismus

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    > "Felle davonschwimmen", diese Metapher macht keinen Sinn. In
    > der Milchindustrie werden keine Felle hergestellt. Da werden
    > K√ľhe ausgebeutet und get√∂tet, um Milch und Fleisch
    > herzustellen, aber keine Felle. Die Metapher ist sinnlos und

    Ja, und die Haut der K√ľhe (und K√§lber) wird w√ľrdevoll bestattet, schon klar.

    Mal davon abgesehen, dass der Terminus auch mit ("fellfreier") "Eierproduktion" funktionieren w√ľrde (auch wenn Du Dich vorgeblich weigerst, es zu kapieren).

    > Ich denke, weil du der Autor bist, und es selber bemerkt
    > hast, willst dich hier billig herausreden. Richtig wäre es
    > gewesen, den Artikel zu ändern und dich zu entschuldigen.

    Ich habe bewusst und absichtlich ein rhetorisches Mittel angewandt, um speziesistische Sprache zu konterkarieren (nicht zum ersten und nicht zum letzen Mal; vgl. auch "Gott sei Dank bin ich Atheist" o.ä.). Also geh einfach woanders trollen.

    Achim

    Speziesistische Sprache: Jägersprache

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    Aus der Jägersprache stammen zahlreiche Redewendungen, z.B.: Zur Strecke bringen, auf der Strecke bleiben, durch die Lappen gehen.

    Achim

    Speziesistische Sprache: Zur Strecke bringen

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    jemanden fangen / erledigen / ausschalten / töten.

    Als "Strecke" bezeichnen Jäger ihre in einer Reihe niedergelegten Opfer.

    Achim

    Speziesistische Sprache: auf der Strecke bleiben

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    ignoriert werden; keine Ber√ľcksichtigung finden; keine Rolle spielen; verloren gehen; scheitern.

    Als "Strecke" bezeichnen (s.o.) Jäger ihre in einer Reihe niedergelegten Opfer.

    Achim

    Speziesistische Sprache: auf den Leim gehen

    Autor: Achim Stößer | Datum:
    auf den Leim gehen: auf jemanden, jemandes Tricks hereinfallen; sich hereinlegen lassen; nach den mit Leim bestrichenen Ruten, die schon im Mittelalter zum Vogelfang benutzt wurden.

    Achim

    Re: Speziesistische Sprache

    Autor: Viktoria | Datum:
    "Wie vom wilden Affen gebissen sein".

    V√∂llig von Sinnen sein; verr√ľckt sein; sich komisch benehmen.
    Umgangssprachlich, salopp.

    Re: Speziesistische Sprache

    Autor: gast | Datum:
    Dem Wortlaut nach eher nicht speziesistisch. Wenn ich gebissen werde, benehme ich mich komisch.

    Da aber gemeint sein d√ľrfte ‚Äěsich wie ein Affe benehmen‚Äú (als ob das ansteckend w√§re), passt es hier hin.