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Antisexismusforum:
Das Binnen-I

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 37

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Das Binnen-I

Autor: Imot | Datum:
Ich bin gerade in einem anderen Forum auf die Formulierung "die/der LeserIn" gesto√üen, und habe das zum Anla√ü genommen, zum Stichwort Binnen-I etwas zu googeln, insbesondere auch deswegen, weil ich nicht verstehe, warum "die" vor "der" genannt wird, wo es doch alphabetisch andersrum korrekt w√§re. (Und andere Gr√ľnde, einen Artikel zuerst zu nennen, gibt es logischerweise nicht). Eine Antwort auf diese Frage habe ich leider nicht gefunden. Was ich aber u.a. gefunden habe, war das hier:

"Sprache ist sexistisch, wenn sie Frauen und ihre Leistungen ignoriert; sie ist sexistisch, wenn sie Frauen in Abh√§ngigkeit von oder Unterordnung zu M√§nnern beschreibt und wenn sie Frauen nur in stereotypen Rollen zeigt; sie ist sexistisch, wenn sie Frauen durch herablassende Ausdr√ľcke dem√ľtigt und l√§cherlich macht."
(http://www.unesco.de/pdf/eine_sprache.pdf)

Ich gehe davon aus, da√ü es im umgekehrten Fall als nicht so schlimm angesehen werden w√ľrde. Denn schlie√ülich sind ja immer und √ľberall nur Frauen benachteiligt.

Re: Das Binnen-I

Autor: Imot | Datum:
Das Binnen-I verwenden "in erster Linie Personen, die nicht begriffen haben, da√ü Genus und Sexus im Deutschen recht wenig miteinander zu tun haben (die Aufsicht, die Aushilfe/Aushilfskraft, die Drohne, der/das Elter, das Fr√§ulein, die Geisel, das Geschwister, die Koryph√§e, das M√§dchen, das M√ľndel, die Person, die Waise, das Weib). Die VertreterInnen dieser Meinung m√ľssen sich nat√ľrlich fragen lassen, warum man/frau/mensch bei der (Berufs-)Bezeichnung einer Person ‚ÄĒ insbesondere wenn das Geschlecht keinen Einflu√ü auf die ausge√ľbte T√§tigkeit hat ‚ÄĒ √ľberhaupt einen Unterschied machen mu√ü.

Eine Parallelit√§t von Genus und Sexus (von grammatischem und nat√ľrlichem Geschlecht) besteht nicht, was sich bereits an dem Vorhandensein einer dritten Gruppe mit Neutra ablesen l√§√üt. Beispielen wie der Mann, die Frau steht eine F√ľlle von Substantiven ohne √úbereinstimmung von Genus und Sexus gegen√ľber. Und auch sonst gibt es kein System von Regeln, nach dem man das Genus der Substantive bestimmen kann."

(http://faql.de/pc.html)

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
Dazu kam eine Mail, aber vielleicht allgemein interessant ist, daher hier Fragen und Antworten:

Zitat: > Ich habe in der Rubrik "Religion" den Artikel "Christinnen sind Eigentum
> ihrer Männer" gesehen und verstehe nach kurzem Überfliegen von
> "http://tierrechtsforen.de/12/108/109" nicht ganz warum die √úberschrift
> nicht lautet "weibliche Christen sind Eigentum ihrer Männer". In welchen
> Fällen soll man den nun "innen" schreiben? Und gibt es schon einen

es ist eine Frage des Sprachgef√ľhls und aus antisexistischer Sicht m.E.
i.d.R. irrelevant, ob zur Kennzeichnung des Geschlechts ein Adjektiv
(männlich, weiblich) oder ein geschlechtsspezifisches Substantiv (Stier,
Kuh, Kater, Ganter, L√∂win, √Ąrztin, Prostituierter, M√∂rderin) verwendet wird
(so vorhanden: Lehrer, Mörder, Gans, Fisch usw. erfordern, da es kein
spezifisch männliches und/oder weibliches Substantiv gibt, ggf. das
Adjektiv).

> umfangreichen Artikel zum Binnen-I wie hier
> "http://tierrechtsforen.de/12/108/111" angek√ľndigt?

Nein, da es - soweit ich ich erinnere im Thread zu finden - dazu inzwischen
einige brauchbare Texte gibt wurde das vorerst zur√ľckgestellt.


Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
Imot schrieb:
>
> Ich bin gerade in einem anderen Forum auf die Formulierung
> "die/der LeserIn" gestoßen, und habe das zum Anlaß genommen,
> zum Stichwort Binnen-I etwas zu googeln, insbesondere auch
> deswegen, weil ich nicht verstehe, warum "die" vor "der"
> genannt wird, wo es doch alphabetisch andersrum korrekt wäre.
> (Und andere Gr√ľnde, einen Artikel zuerst zu nennen, gibt es
> logischerweise nicht). Eine Antwort auf diese Frage habe ich

Hm, höflicherweise wird idR die "andere" Gruppe zuerst genannt; also sagt z.B. ein männlicher Briefschreiber/Redner "sehr geehrte Damen und Herren", eine weibliche "sehr geehrte Herren und Damen". Wenn also obiger Text von einem Mann stammt, wäre die Reihenfolge - diese Motivation statt des alklgegenwärtigen Sexismus vorausgesetzt - ggf. in Ordnung.

> leider nicht gefunden. Was ich aber u.a. gefunden habe, war
> das hier:
>
> "Sprache ist sexistisch, wenn sie Frauen und ihre Leistungen
> ignoriert; sie ist sexistisch, wenn sie Frauen in
> Abhängigkeit von oder Unterordnung zu Männern beschreibt und
> wenn sie Frauen nur in stereotypen Rollen zeigt; sie ist
> sexistisch, wenn sie Frauen durch herablassende Ausdr√ľcke
> dem√ľtigt und l√§cherlich macht."
> (http://www.unesco.de/pdf/eine_sprache.pdf)
>
> Ich gehe davon aus, daß es im umgekehrten Fall als nicht so
> schlimm angesehen werden w√ľrde. Denn schlie√ülich sind ja
> immer und √ľberall nur Frauen benachteiligt.

Yep.

Ein umfangreicher Artikel zum Binnen-I ist in Vorbereitung.

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Imot | Datum:
> Hm, höflicherweise wird idR die "andere" Gruppe zuerst
> genannt; also sagt z.B. ein männlicher Briefschreiber/Redner
> "sehr geehrte Damen und Herren", eine weibliche "sehr geehrte
> Herren und Damen".

Letztere Formulierung ist mir noch nie untergekommen. W√ľrde aber auch sicher auch sofort als "sexistisch" bezeichnet werden.


> Wenn also obiger Text von einem Mann
> stammt, wäre die Reihenfolge - diese Motivation statt des
> alklgegenwärtigen Sexismus vorausgesetzt - ggf. in Ordnung.

Es war von einer Frau. Die Motivation lag aber vermutlich nicht in sexistischen "Ladies first"-Gepflogenheiten, es handelte sich wohl um einen "feministischen" (im Ggs. zu antisexistischen) Hintergrund.

Re: Das Binnen-I

Autor: Tanja | Datum:
> > Hm, höflicherweise wird idR die "andere" Gruppe zuerst
> > genannt; also sagt z.B. ein männlicher Briefschreiber/Redner
> > "sehr geehrte Damen und Herren", eine weibliche "sehr geehrte
> > Herren und Damen".
>
> Letztere Formulierung ist mir noch nie untergekommen.

Mu√üte da auch erst mal schlucken, kam irgendwie noch nie auf die Idee, die "andere Gruppe" zuerst zu nennen, eben weil "sehr geehrte Damen und Herren" in meinen Augen die √ľbliche Reihenfolge ist.
Werde das demnächst mal testen.... ;-)

Tanja

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > > "sehr geehrte Damen und Herren", eine weibliche "sehr
> geehrte
> > > Herren und Damen".
> >
> > Letztere Formulierung ist mir noch nie untergekommen.
>
> Mußte da auch erst mal schlucken, kam irgendwie noch nie auf

Habe es in der Praxis auch erst zwei oder drei Mal erlebt - die meisten Leute sind halt sexistisch ...

> die Idee, die "andere Gruppe" zuerst zu nennen, eben weil
> "sehr geehrte Damen und Herren" in meinen Augen die √ľbliche
> Reihenfolge ist.

Da gibt es doch diese unschöne (weil speziesische) Redewendung "Der Esel nennt sich selbst immer zuerst", die gern Kindern entgegengehalten wird, wenn sie "ich und Hans machen nacher dies und jenes" sagen statt "Hans und ich ...".

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
Imot schrieb:
>
> > Hm, höflicherweise wird idR die "andere" Gruppe zuerst
> > genannt; also sagt z.B. ein männlicher Briefschreiber/Redner
> > "sehr geehrte Damen und Herren", eine weibliche "sehr geehrte
> > Herren und Damen".
>
> Letztere Formulierung ist mir noch nie untergekommen. W√ľrde
> aber auch sicher auch sofort als "sexistisch" bezeichnet
> werden.

Da f√§llt mir ein, im Englischen hei√üt "sehr geehrte Damen und Herren" ja "Dear Sir or Madam" - nach der "andere-zuerst"-Regel m√ľ√üten m√§nnliche Schreiber da ja vom √ľblichen abweichend "Dear Madam or Sir" sagen ... hm.

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: blackrose | Datum:
>Fakt ist nunmal, dass Männer und Frauen biologisch die gleiche >Lebenserwartung haben, sozial aber eben eine um Jahre geringere.

>höflicherweise wird idR die "andere" Gruppe zuerst genannt

Also demnach m√ľsste es oben hei√üen "Fakt ist nunmal, dass Frauen und M√§nner biologisch die gleiche Lebenserwartung haben, sozial aber.....
Ich meine sowohl, was das Alphabet angeht, als auch bez√ľglich dem die andere Gruppe zuerst nennen. Mir ist das im Grunde egal, Binnen-I lasse ich f√ľr gew√∂hnlich weg, ganz einfach, weil ich sie in einem Text als irritierend empfinde und ich sage f√ľr gew√∂hnlich auch M√§nner und Frauen, aber nicht, weil sich das da ich eine Frau bin so geh√∂ren w√ľrde, sondern einfach, weil ich finde, dass es so besser klingt.
Im Übrigen finde ich es ziemlich kindisch, von einer Reihenfolge grundsätzlich auf eine Wertung zu schließen. Man kann ja schwer zwei Sachen gleichzeitig sagen!

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
blackrose schrieb:
>
> >Fakt ist nunmal, dass Männer und Frauen biologisch die
> gleiche >Lebenserwartung haben, sozial aber eben eine um
> Jahre geringere.
>
> >höflicherweise wird idR die "andere" Gruppe zuerst genannt
>
> Also demnach m√ľsste es oben hei√üen "Fakt ist nunmal, dass
> Frauen und Männer biologisch die gleiche Lebenserwartung
> haben, sozial aber.....
> Ich meine sowohl, was das Alphabet angeht, als auch bez√ľglich
> dem die andere Gruppe zuerst nennen. Mir ist das im Grunde
> egal, Binnen-I lasse ich f√ľr gew√∂hnlich weg, ganz einfach,
> weil ich sie in einem Text als irritierend empfinde und ich
> sage f√ľr gew√∂hnlich auch M√§nner und Frauen, aber nicht, weil
> sich das da ich eine Frau bin so geh√∂ren w√ľrde, sondern
> einfach, weil ich finde, dass es so besser klingt.
> Im √úbrigen finde ich es ziemlich kindisch, von einer
> Reihenfolge grundsätzlich auf eine Wertung zu schließen. Man
> kann ja schwer zwei Sachen gleichzeitig sagen!

Kaum jemand wird auf die abstruse Idee kommen, ich sei h√∂flich. Und als Ausgleich f√ľr all die, die die alphabetische Reihenfolge verwenden, verwende ich oft die umgekehrtalphabetische. :-)

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Dirk Micheel | Datum:
Ein Hauptkritikpunkt am Binnen-I muss auch folgende √úberlegung sein.
Es ist sicher nicht also abwegig, einmal anzunehmen, dass es zu jedem Nomen auch ein Nomen mit gegenteiliger Bedeutung gibt, z. B. "Täter" vs. "Opfer". Ist eines dieser Wörter nun positiv konnotiert (und nicht schlicht neutral), dann ist das andere dementsprechend negativ konnotiert.
Man darf also, wenn man diese beiden Punkte zusammen nimmt, davon ausgehen, dass es in einer Sprache wie der deutschen im Prinzip genauso viele positiv wie negativ konnotierte Nomen geben m√ľsste.

Die weitere √úberlegung ist einfach: W√ľrde man hinter der Tatsache, dass der Genus eines Wortes in der deutschen Sprache h√§ufig mit dem m√§nnlichen Sexus √ľbereinstimmt, eine Diskriminierung vermuten, m√ľsste diese √úbereinstimmung sich vielmehr auf nur positiv konnotierte W√∂rter beschr√§nken, eventuell sogar bei negativ konnotierten die weibliche Form als Normalform aufweisen. Dem ist aber nicht so; kein Mann f√ľhlt sich wohl diskriminiert, weil "M√∂rder" in der Normalform m√§nnlich ist.

Hier entlarven sich in der Praxis auch sehr häufig die Vertreter des Binnen-I. Mir ist auch schon sehr oft aufgefallen, dass bestimmte Wörter plötzlich von der Binnen-I-Schreibung ausgenommen werden, wie eben "MörderInnen".

Dirk

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
> zu jedem Nomen auch ein Nomen mit gegenteiliger Bedeutung
> gibt, z. B. "Täter" vs. "Opfer". Ist eines dieser Wörter nun
> positiv konnotiert (und nicht schlicht neutral), dann ist das
> andere dementsprechend negativ konnotiert.

Hm ... die meisten d√ľrften eher in die Kein-Gegenteil-habende neutrale Zone fallen ("Haus", "Stein", "Tisch"); und es gibt auch "Gegenteil"-freie mit bestimter Konnotation (klassisches Beispiel diverser "Un"-W√∂rter wie "Ungeziefer", "Ungeheuer" ohne "Geziefer" und "Geheuer". Aber das d√ľrften wohl seltene Ausnahmen sein (wobei die beiden zumindest ohnehin geschlechtsneurral sind ;-)).

> Hier entlarven sich in der Praxis auch sehr häufig die
> Vertreter des Binnen-I. Mir ist auch schon sehr oft

Guter Punkt, sollte in den Artikel mit rein.

> aufgefallen, dass bestimmte Wörter plötzlich von der
> Binnen-I-Schreibung ausgenommen werden, wie eben "MörderInnen".

Auch da gab es schon die Forderung, einen gewissen Artikel in [url=http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html"]VegetarierInnen sind M√∂rderInnen[/url] umzubenennen, aber das d√ľrfte wohl eine Ausnahmeerscheinung sein ;-) .

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Dirk Micheel | Datum:
> auch "Gegenteil"-freie mit bestimter Konnotation (klassisches
> Beispiel diverser "Un"-Wörter wie "Ungeziefer", "Ungeheuer"
> ohne "Geziefer" und "Geheuer". Aber das d√ľrften wohl seltene
> Ausnahmen sein (wobei die beiden zumindest ohnehin
> geschlechtsneurral sind ;-)).

Spielt gar keine Rolle, ob es nur Ausnahmen wären.
Es wäre dann ja immer noch anzunehmen, dass es in etwa genauso viele gegenteilfreie Wörter mit positiver wie mit negativer Konnotation gäbe.
Somit bleibt das Null-Summen-Spiel bestehen: Wer verwendet die Sprache zur Diskriminierung, wenn er sich damit genauso sehr nutzt wie schadet?

Dirk

Re: Das Binnen-I

Autor: Imot | Datum:
> Somit bleibt das Null-Summen-Spiel bestehen: Wer verwendet
> die Sprache zur Diskriminierung, wenn er sich damit genauso
> sehr nutzt wie schadet?

Wobei ich in diesem Zusammenhang schon die Argumentation gehört habe, daß das daran liegt, daß im "Patriarchat" Frauen generell unter den Tisch fallen und somit wäre dann auch das genus-maskuline Mörder "frauenfeindlich".

Interessant in diesem Zusammenhang ist √ľbrigens eine Studie, die ich mal gelesen habe, die besagte, da√ü zumindest in den USA (wo sie stattfand) M√§nner f√ľr dieselben Verbrechen wesentlich h√§rtere Strafen bekommen. Auch hier gibt es wohl Feministinnen, die argumentieren, da√ü das daher kommt, da√ü Frauen einfach nicht ganz f√ľr voll genommen werden bzw. davon ausgegangen wird, da√ü Frauen von sich aus keinen Mord begehen w√ľrden, sondern eher durch die Umst√§nde dazu gebracht werden. Deshalb gibts dann ein milderes Urteil aufgrund mildernder Umst√§nde.

Re: Das Binnen-I

Autor: Dirk Micheel | Datum:
> Wobei ich in diesem Zusammenhang schon die Argumentation
> gehört habe, daß das daran liegt, daß im "Patriarchat" Frauen
> generell unter den Tisch fallen und somit wäre dann auch das
> genus-maskuline Mörder "frauenfeindlich".

Aber genau darum dreht sich doch meine ganze Argumentation: Wieso soll es frauenfeindlich sein, wenn negativ konnotierte Wörter wie "Mörder" sich in erster Linie auf Männer beziehen?
Genauso gut k√∂nnte man sagen, die deutsche Sprache ist aus diesen Gr√ľnden m√§nnerfeindlich, eben weil Frauen bei negativ konnotierten W√∂rten angeblich "generell unter den Tisch fallen".

Aber da - wie hier einmal angenommen und auch ansatzweise hergeleitet - davon auszugehen ist, dass es in etwa gleich viele positiv wie negativ konnotierte Wörter gibt, kann keine Diskriminierung vorliegen.

Dirk

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Interessant in diesem Zusammenhang ist √ľbrigens eine Studie,
> die ich mal gelesen habe, die besagte, daß zumindest in den
> USA (wo sie stattfand) M√§nner f√ľr dieselben Verbrechen
> wesentlich härtere Strafen bekommen. Auch hier gibt es wohl

siehe http://antisexismus.de/txt/moerderinnen.html.

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Tanja | Datum:
> Hier entlarven sich in der Praxis auch sehr häufig die
> Vertreter des Binnen-I. Mir ist auch schon sehr oft
> aufgefallen, dass bestimmte Wörter plötzlich von der
> Binnen-I-Schreibung ausgenommen werden, wie eben "MörderInnen".

Echt? Wo ist sowas zu finden?

Tanja

Re: Das Binnen-I

Autor: Dirk Micheel | Datum:
> Echt? Wo ist sowas zu finden?

Ist mir das erste Mal in einer Ausgabe der TBa aufgefallen. Hab jetzt aber keinen Zugriff darauf, kann also keine genaue Quellenangabe nennen.

Dirk

Re: Das Binnen-I

Autor: heinz | Datum:
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,293425,00.html

;-)

Re: Das Binnen-I

Autor: Imot | Datum:
> > Hier entlarven sich in der Praxis auch sehr häufig die
> > Vertreter des Binnen-I. Mir ist auch schon sehr oft
> > aufgefallen, dass bestimmte Wörter plötzlich von der
> > Binnen-I-Schreibung ausgenommen werden, wie eben
> "MörderInnen".
>
> Echt? Wo ist sowas zu finden?

Ich kann mich auch daran erinnern, mal einen feministischen Text gelesen zu haben, in dem grundsätzlich bei positiv assoziierten Begriffen das Binnen-I verwendet wurde (z.B. ProfessorInnen), aber bei Mördern wiederum fehlte es - und zwar wohlgemerkt im selben Text. Ich kann allerdings nicht mehr sagen, wo ich das gelesen habe, da es schon viele Jahre her ist.

Re: Das Binnen-I

Autor: Knulprek | Datum:
> Echt? Wo ist sowas zu finden?

Hatte heute im Naturkostladen eine Packung Kaffee in der Hand. Marke/Hersteller habe ich schon wieder vergessen, aber auf der R√ľckseite war ein Text, in dem der Mi√üstand angeprangert wurde, da√ü bei konventionellem Kaffeehandel die "B√§uerInnen und Kaffeepfl√ľckerInnen" ausgebeutet werden. Und von wem werden sie ausgebeutet? Selbstverst√§ndlich von den "Kaffeebaronen" und nicht etwa von den "KaffeebaronInnen".

Re: Das Binnen-I

Autor: Knulprek | Datum:
Zitat: Wir arbeiten seit 1987 auf dem Gebiet der qualitativen und quantitativen sozialwissenschaftlichen Forschung.

(...)

Unsere Themen:
Gesundheit, z. B. AIDS/STD und sexuelle Gesundheit
Sucht
Gewalt
Kriminalität
Prostitution (SexarbeiterInnen und Kunden)
Harmonisierung europäischer Gesundheitssysteme


Quelle: http://www.spi-research.de/spi.html
(Hervorhebung von mir)

Re: Das Binnen-I

Autor: heinz | Datum:
"Etwa 5.000 deutsche √ĄrztInnen und ungez√§hlte Quacksalber verdienen daran."
http://www.aliceschwarzer.de/632092525174454.html

selbstverständlich nur quacksalber und keine quacksalberInnen...

Re: Das Binnen-I

Autor: Riccardo | Datum:
Ich finde auch, das VergewaltigerInnen härter bestraft werden sollen.................

bin heute zufällig auf Euer Forum gestossen, es tut gut, mal sowas zu lesen, leider sind Hardcore-Feministinnen (ich habe sie "FrauInnen" genannt)meist humorlos, wenn man die alberne Sprachregelung kritisch hinterfragt. Wie erfrischend dagegen dieses Forum, diese Website :-)

Re: Das Binnen-I

Autor: Imot | Datum:
> Hier entlarven sich in der Praxis auch sehr häufig die
> Vertreter des Binnen-I. Mir ist auch schon sehr oft
> aufgefallen, dass bestimmte Wörter plötzlich von der
> Binnen-I-Schreibung ausgenommen werden, wie eben "MörderInnen".

Ich habe mal irgendwo gelesen, da√ü Alice Schwarzer zu diesem Thema gesagt haben soll: "T√§terinnen sind f√ľr mich auch immer T√§ter." Wei√ü jemand, ob das stimmt? Ich konnte √ľber google leider keine Quelle f√ľr das Zitat ausfindig machen.

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Thema gesagt haben soll: "T√§terinnen sind f√ľr mich auch immer
> T√§ter." Wei√ü jemand, ob das stimmt? Ich konnte √ľber google

Ich nicht; ich weiß nichtmal, was das heißen soll:
- Mit dem Wort "Täterinnen" sind automatisch "Täter" "mitgemeint"?
- Durch (negativ konnotierte) "Taten" wenrden "Täterinnen" männlich (weil ja Männer die Bösen sind)?
- sonstiges?

Ich verstehe es nicht.

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Imot | Datum:
> - Durch (negativ konnotierte) "Taten" wenrden "Täterinnen"
> männlich (weil ja Männer die Bösen sind)?

So habe ich das damals zumindest verstanden. Ich habe mal eine Stichwortsuche bei vegan.de gemacht, im Verdacht, daß ich es innerhalb des dortigen Wustes vielleicht gelesen hatte. ;-)

Herausgekommen ist dabei folgender Treffer:

"Nach einem Brandanschlag auf die Redaktionsr√§ume der "Emma" (bei dem auch Frauen beteiligt waren) hat sie allerdings einen Spruch abgelassen, der sie viele Punkte gekostet hat. "T√§terinnen sind f√ľr mich auch immer T√§ter". Mit anderen Worten: Frauen, die sich bescheuert benehmen, sind in Wirklichkeit Kerle."

Klingt f√ľr mich so, als sei - wie immer - das b√∂se Patriarchat schuld.

Re: Das Binnen-I

Autor: Achim Stößer | Datum:
Naja, das ist ja nun keine auch nur ansatzweise seriöse Quelle (weder was das Forum noch was den Autor angeht).

Achim

Re: Das Binnen-I

Autor: Hannes Benne | Datum:

> Hier entlarven sich in der Praxis auch sehr häufig die
> Vertreter des Binnen-I. Mir ist auch schon sehr oft
> aufgefallen, dass bestimmte Wörter plötzlich von der
> Binnen-I-Schreibung ausgenommen werden, wie eben "MörderInnen".
>
> Dirk

Wusstest du denn gar nicht, dass es die Tat verhamlost, wenn man "M√∂rder" usw. gendern w√ľrde?
Hab ich heute auf der fb-Seite "B√ľrgerinnen und B√ľrger gegen extreme Rechte" gelernt:

Zitat: Seit Jahren wird das Thema Kindesmissbrauch von der extremen Rechten instrumentalisiert, um f√ľr ihre Ideologie zu werben, um neue Anh√§ngerInnen zu finden. Das Thema geht an die Herzen, an die Emotionen ‚Äď zu Recht ‚Äď kein Mensch mag Kindesmissbraucher und Vergewaltiger (1).
[...]
Fußnoten. (1) In diesem Fall verwenden wir bewusst die männlich Form, da die Mehrheit der Fälle von Männern begangen werden und wir dies nicht durch eine geschlechtsneutrale Schreibweise verharmlosen möchten.


facebook.com/media/set/?set=a.415178308553459.98997.413867662017857&type=1

Re: Das Binnen-I

Autor: B√ľrgerInnen gegen extreme Rech | Datum:
Wer lesen kann ist klar im Vorteil:

"da die Mehrheit der Fälle von Männern begangen werden"

D.h. es gibt selbstverständlich auch Frauen als Täterinnen.

Re: Das Binnen-I

Autor: Tobi | Datum:
> D.h. es gibt selbstverständlich auch Frauen als Täterinnen.

Hannes hat doch gar nicht bezweifelt, dass es auch Täterinnen gibt.
Er sagte lediglich, dass angegebenes Zitat ein Gendern als verharmlosend ansehe.

Tobi

Re: Das Binnen-I

Autor: B√ľrgerInnenmeisterIn | Datum:
Sprachzerst√∂rung aus Konzilianz ‚Äď die Umkehr ist f√§llig:
http://www.bruehlmeier.info/sprachfeminismus.htm

Die neue Frauensprache:
http://www.ulrichdevries.de/frauensprache.html

Selbstentlarvende Binnen-I-L√ľcken die 758.

Autor: Achim Stößer | Datum:
Zitat: Wie TierrechtsaktivistInnen ‚Äď von denen √ľberw√§ltigend viele weiblich sind ‚Äď [...] Wie die Kreationisten in den USA die Evolutionstheorie aus den Schulb√ľchern streichen wollen.
(Emma, siehe Re: Tierrechte, "Daf√ľr k√§mpfen vor allem Frauen.")

Davon abgesehen, da√ü die Anzahl der weiblichen Tierrechtsaktivisten kaum als "√ľberw√§ltigend" zu bezeichnen ist, wollen (√ľbrigens auch anderswo, etwa hier) nicht nur m√§nnliche (wie hier durch das emmaun√ľblich fehlende Binnen-I suggeriert wird) Kreationisten, sondern auch Kreationistinnen die Evolutionstheorie aus den Schulb√ľchern streichen - und die Vermutung liegt nahe, da√ü es sogar mehr Kreationistinnen als m√§nnliche Kreatioinisten gibt (da nunmal eher Frauen als M√§nner irgendwelchen christlichen Wahnvorstellunegn anh√§ngen, vgl. auch http://antitheismus.de/lebennachdemtod.html).

Siehe auch hier.


Achim

komm heilige Geistin

Autor: blackrose | Datum:
Hab vor ein paar Jahren einmal in einer Kirchenzeitung einen Artikel mit dem Titel "Komm heilige Geistin" gesehen.
also echt, was soll der Bl√∂dsinn, Geist ist ein vollkommen geschlechtsneutrales Wort, das eben zuf√§llig einen m√§nnlichen Artikel hat. na und, es hei√üt auch die Intelligenz und trotzdem wird sich keiner aufregen, es w√ľrde so getan werden, als sei Intelligens etwas rein weibliches.

zur√ľck zur korrekte, geschlechtsneutralen Grammatik

Autor: Achim Stößer | Datum:
Zitat: Bei drei Geschlechtern wird es Zeit, zu der sprachlichen Regelung zur√ľckzukehren, die keine Markierung auf Geschlechtlichkeit legt. Aus der Perspektive der Anerkennung geschlechtlicher Vielfalt erscheint mir eine einfache Anrede einer Gruppe von Menschen mit ‚Äěliebe Sch√ľler‚Äú oder ‚Äěliebe Lehrer‚Äú oder ‚Äěliebe Freunde‚Äú geboten. Denn dies ist die Pluralform. Mit der Geschlechtlichkeit einer Gruppe hat diese nichts zu tun, sie ist √ľberhaupt nicht gemeint. Wer die Vielfalt der Geschlechter betonen m√∂chte, sollte von einer Markierung von Geschlechtlichkeit absehen. Die Sch√ľler sind allein in ihrer Funktion als Sch√ľler angesprochen. Die unterschiedlichen biologischen oder sozialen Geschlechter spielen dabei keine Rolle.
http://www.fr.de/wissen/gender-anreden-in-zeiten-der-vielfalt-a-1637099,2

Achim