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antiSpe Fragen und Antworten:
Earthlings

Anzahl Beitr├Ąge in diesem Thread: 28

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Earthlings

Autor: Nucleus | Datum:
Habe den Film gestern zum ersten mal ganz geshen und bin schon ziemlich beeindruckt, zwar nichts wirklich neues aber irgendwie hat solch eine Mainstream Doku/Verfilmung in Hollywood Laenge vielleicht eine etwas andere Wirkung auf den ueblichen Zuschauer.

Was denkt ihr ?

LINK:
http://www.roland-kaufmann.ch/2006/03/19/earthlings/

Google Video:
http://video.google.com/videoplay?docid=3251419433163515470

IMDB:
http://imdb.com/title/tt0358456/

Offizielle Website:
http://www.isawearthlings.com/

Re: Earthlings

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
Ich habe es bisher nicht geschafft, mehr als den Anfang zu sehen (vor einiger Zeit). Auf den ersten Blick maht es einen guten Eindruck, aber:

- Trotz scheinbaren Antispeziesismus wird die speziesistische Mensch-Tier-Dichotomie praktiziert
- zu Phoenix: offenbar kein Veganer, sondern aus religi├Âsen Gr├╝nden Vegank├Âstler

Vor allem aber frage ich mich, wer sich das ansieht - und ob daher Berichte in seri├Âsen TV-Magazinen, Seitenaspekte in "normalen" Spielfilmen usw. nicht wirkungsvoller sind.

Aber wie gesagt, ich kenne bisher nur einen kleinen Teil.

Achim

Re: Earthlings

Autor: Claude | Datum:
> - Trotz scheinbaren Antispeziesismus wird die speziesistische
> Mensch-Tier-Dichotomie praktiziert

ja das ist echt ├╝bel. wenn ich mich recht erinnere sollen die "Earthlings" aus "Nature", "Animals" und "the Human Kind" bestehen.
gut fand ich aber, dass am Anfang darauf hingewiesen wird dass nicht Bilder von besonders schlimmen F├Ąllen gezeigt werden, sondern der Standard.

> - zu Phoenix: offenbar kein Veganer,
> sondern aus religi├Âsen Gr├╝nden Vegank├Âstler

ach, deswegen ist immer wieder die Rede von "creatures".

> Vor allem aber frage ich mich, wer sich das ansieht - und ob
> daher Berichte in seri├Âsen TV-Magazinen, Seitenaspekte in
> "normalen" Spielfilmen usw. nicht wirkungsvoller sind.
>
> Aber wie gesagt, ich kenne bisher nur einen kleinen Teil.

der Rest ist nicht viel anders. am Schluss heisst es nur sowas wie "we are the earthlings - make the connection". kein Wort von Veganismus.

Re: Earthlings

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> > - zu Phoenix: offenbar kein Veganer,
> >
> sondern aus religi├Âsen Gr├╝nden Vegank├Âstler
>
> ach, deswegen ist immer wieder die Rede von "creatures".

Naja, er ist da der Sprecher, denke nicht, da├č er viel Einflu├č auf den Inhalt hatte. Aber immehin ist er ein "Aush├Ąngeschild" f├╝r "Earthlings".

> der Rest ist nicht viel anders. am Schluss heisst es nur

Hab's bef├╝rchtet.

Achim

Re: Earthlings

Autor: Nucleus | Datum:
Zitat: der Rest ist nicht viel anders. am Schluss heisst es nur sowas wie "we are the earthlings - make the connection". kein Wort von Veganismus.


Der Film gibt im allgemeinen keine Direktiven vor, von daher kann *we are the earthlings - make the connection* sehrwohl als Anstoss zum Veganismus verstanden werden.

Zitat: ach, deswegen ist immer wieder die Rede von "creatures".


Was ist daran genau verkehrt?

Zitat: ja das ist echt ├╝bel. wenn ich mich recht erinnere sollen die "Earthlings" aus "Nature", "Animals" und "the Human Kind" bestehen.


Zitat: - Trotz scheinbaren Antispeziesismus wird die speziesistische Mensch-Tier-Dichotomie praktiziert


Ja, das ist sicherlich vom Stil verkehrt. Ich habe das aber eher so verstanden das der Erzaehler damit auf die vorherrschenden Verhaeltnisse, sprich die menschliche Ueberlegenheit gegenueber seiner Umwelt und der *Tierwelt*, eingeht.

Re: Earthlings

Autor: Claude | Datum:
> Der Film gibt im allgemeinen keine Direktiven vor, von daher
> kann *we are the earthlings - make the connection* sehrwohl
> als Anstoss zum Veganismus verstanden werden.

Also ich verstehe es in dem Fall nicht.

> Was ist daran genau verkehrt?

An Kreationismus ist so einiges verkehrt.

Claude

Re: Earthlings

Autor: Nucleus | Datum:
Zitat: An Kreationismus ist so einiges verkehrt.


Reichlich kleinkariert. Aber wenn das fuer dich ein Kriterium ist den Film abzulehnen, nenne mir einen Film bei dem die etymologie jedes einzelnen Wortes exakt dem Anspruch der ethischen Korrektheit gerecht wird.

Re: Earthlings

Autor: Claude | Datum:
> Reichlich kleinkariert. Aber wenn das fuer dich ein Kriterium
> ist den Film abzulehnen,

selbstverst├Ąndlich ist die verwendete Sprache mitunter ein Kriterium an einem Film.

> nenne mir einen Film bei dem die
> etymologie jedes einzelnen Wortes exakt dem Anspruch der
> ethischen Korrektheit gerecht wird.

darum geht es ja nicht, sondern eben darum dass der Sprecher anscheinend aus religi├Âsen anstatt ethischen Gr├╝nden vegan ist.
und deswegen kann ich den film nur sehr beschr├Ąnkt empfehlen.

Claude

Re: Earthlings

Autor: dolli | Datum:
Hi!

Nur so kurz zwischendurch "Creatinismus" ist sowas wie Speziesismus? Dass also Unterschiede zwischen -ich w├╝rde vorsichtig mal die Worte Art, Gattung nehmen-eigentlich w├╝rde ich gerne das Wort Familie nehmen, aber unter Menschen hab ich da ein Problem damit...


etwas unverstehend, dolli

Re: Earthlings

Autor: Nucleus | Datum:
*Kreationismus* ist eine theologische Lehre welche besagt das es einen Schoepfer gegeben hat/gibt der fuer alles entstehende auf der Erde verantwortlich ist. Diese Lehre, auch als *Intelligent Design* bekannt, ist insbesondere in den USA stark im kommen. Praesident Bush hat sich demnach dafuer ausgesprochen, dass Kreationismus parallel zur Evolutionstheorie gleichberechtigt an Hochschulen gelehrt werden sollte. ;)

Kreationismus

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> *Kreationismus* ist eine theologische Lehre welche besagt das
> es einen Schoepfer gegeben hat/gibt der fuer alles
> entstehende auf der Erde verantwortlich ist. Diese Lehre,
> auch als *Intelligent Design* bekannt, ist insbesondere in

Jein, nicht ganz. ID ist eine spezielle Form von Kreationismus, die in vermeintlich wissenschaftlichem Gewand daherkommt und nicht, wie bei den meisten Formen von Kreationismus ├╝blich, auf einer Erschaffung der Welt in sechs Tagen besteht.

Mehr dazu ├╝brigens unter Intelligent Design - die Kreationisten sind unter uns.

> den USA stark im kommen. Praesident Bush hat sich demnach
> dafuer ausgesprochen, dass Kreationismus parallel zur
> Evolutionstheorie gleichberechtigt an Hochschulen gelehrt
> werden sollte. ;)

Hm, bist Du sicher, was Hochschulen angeht? Oder ist das eine Fehl├╝bersetzung von "High Schools"?

Achim

Sehr eindringlicher Film

Autor: Maximilian Baumgart | Datum:
Mir ist der Film sehr nahe gegangen ...
Diese allgegenw├Ąrtige Tierausbeutung, all die sinnlose Gewalt und das unn├Âtige Leiden ... die ein Grundstein unseres Gesellschaftssystems sind ...
Wie wir mit den nichtmenschlichen Tieren umgehen ist ein Spiegelbild unseres Umgangs untereinander ...
So wie wir ihre Bed├╝rfniss mit F├╝├čen treten, treten wir unsere mit F├╝├čen. So wie wir ihre Natur missachten, missachten wir unsere ,,, nur zeigt sich bei Ihnen die Gewalt k├Ârperlicher und roher als die strukturelle Gewalt unserer Gesellschaft ...

Sehr treffend das Zitat von Tolstoy:
"Solange es Schlachth├Ąuser gibt,
wird es Schlachtfelder geben."

Ich musste am Ende richtig heulen ... mit-leiden ...

Also wer den Film gesehen hat, kann gar nicht anders, als der Aufforderung "make the connection" zu folgen ... W├Ąr ich nicht schon Veganer, w├Ąr ichs nach diesem Film ...

Menschen dieser Erde, wacht auf!

See the world feelingly ...

A posteriori

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Aufforderung "make the connection" zu folgen ... W├Ąr ich
> nicht schon Veganer, w├Ąr ichs nach diesem Film ...

Obwohl Veganismus nichtmal erw├Ąhnt wird und der Film speziesistisch ist?

Oder glaubst Du nur, da├č der Film diesen Effekt h├Ątte, weil f├╝r Dich als Veganer dies die "connection" ist, der eigentliche Zielgruppe (Unveganer, die vegan werden solen) diese Verbindung aber ├╝berhaupt nicht einf├Ąllt?

Achim

Re: A posteriori

Autor: mamma | Datum:
also, ohne mich durch das gesamte forum gelesen zu haben:
ICH habe den film k├╝rzlich gesehen (vor 3 Wochen) und seitdem hat sich mein weltbild schon arg gewandelt! ihr als "eingefleischte" veganer habt vielleicht schon sehr lange eine andere sicht auf die dinge, aber ich bin noch nah dran an der "normalen" (hei├čt: die die norm, also am weitesten verbreitet ist) sicht. und ich kann mich jetzt schon kaum noch hineindenken in mich selber, wie ich vor 2 monaten gelebt habe. mir str├Ąuben sich die haare.. und eins kann ich euch hier mal in den raum oder auch vorwerfen:
es ist doch letzten endes v├Âllig schnurz, aus welchen gr├╝nden ein mensch aufh├Ârt, tiere und deren produkte zu konsumieren - hauptsache, er tut es!! sei es aus religi├Âsen, ethischen, psychologischen, gesundheitlichen oder was auch immer f├╝r gr├╝nden. ich kann es halt f├╝r mich nicht mehr verantworten, weil ich inzwischen die hintergr├╝nde kenne (statt eines verschwommenen eindrucks von "jaa, es gibt bestimmt sowas wie massentierhaltung, aber das wird schon nicht so wild sein.." bis hin zu einfach jeden gedanken daran abschalten). ich sehe die bilder vor mir, wann immer ich grillfleisch rieche, salami sehe oder kuchen, milchshakes oder joghurt.. mich schaudert es einfach, solches leid mitverantwortet zu haben. ich kann daran absolut nichts leckeres mehr finden..
aber was mich an dieser neuen art zu leben schockiert, ist die einstellung bzw selbstdarstellung vieler veganer, die sich scheinbar als die endstufe der evolution verstehen und mit einer bornierten arroganz auf andere losgehen.. dabei sollten sie doch eigentlich offen andere leute aufkl├Ąren und gewinnen f├╝r ihre sache. selbst wenn ein omnivore aufh├Ârt, fleisch zu essen, milch und joghurt zu essen, wird er in der luft zerrissen, weil er die h├╝hner von oma ihrer eier beraubt. das kann doch wohl nicht sein.. alles, was in die richtung geht, ist doch begr├╝├čenswert - nicht alles, was an schlechten angewohnheiten noch bleibt, verdammenswert?!
langer rede kurzer sinn: der film r├╝ttelt auf und bewirkt was. in der richtigen richtung. finde ich.

Re: A posteriori

Autor: Mononoke | Datum:
Hi!

Hab nicht so viel Zeit, deshalb gehe ich nur auf einen Punkt ein. Vorab nur: auch bei mir hat - neben anderen Erfahrungen - dieser Film viel bewirkt, und trotz der Schwachstellen bin ich dankbar, dass er gedreht wurde...

Zitat: es ist doch letzten endes v├Âllig schnurz, aus welchen gr├╝nden ein mensch aufh├Ârt, tiere und deren produkte zu konsumieren - hauptsache, er tut es!! sei es aus religi├Âsen, ethischen, psychologischen, gesundheitlichen oder was auch immer f├╝r gr├╝nden.


Es ist nat├╝rlich f├╝r jeden, der menschlicher Gewaltt├Ątigkeit ausgesetzt ist, schnurz, aus welchen Gr├╝nden diese Gewalt endet. Aber hast Du schonmal jemanden kennengelernt, der aus Angst vor Darmkrebs oder einer Magenverstimmung sich daf├╝r entscheidet, Tiere nicht f├╝r Bekleidung h├Ąuten zu lassen?

Auch die Zucht von "Rassehunden", der Besuch vom folternden "Tierzirkus" oder der "Stierkampf-Arena" von nebenan werden von gesundheitlichen Gr├╝nden kaum/nicht ber├╝hrt, um einige andere Beispiele zu nennen.

"Gesundheitliche Gr├╝nde" reduzieren sich meist auf eine vegane Ern├Ąhrungsweise. F├╝r ein Ende menschlicher Gewaltt├Ątigkeit reicht das leider nicht.

Vegan durch Earthlings oder McDonald's?

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Hab nicht so viel Zeit, deshalb gehe ich nur auf einen Punkt
> ein. Vorab nur: auch bei mir hat - neben anderen Erfahrungen
> - dieser Film viel bewirkt, und trotz der Schwachstellen bin
> ich dankbar, dass er gedreht wurde...

Wie schon ├Âfters erw├Ąhnt, gibt es auch Leute, die "durch" McDonald's vegan werden - was aber nicht f├╝r McDonald's spricht oder bedeutet, dass Veganer f├╝r McDonald's werben sollten.

Achim

So "wirkt" also Earthlings

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> salami sehe oder kuchen, milchshakes oder joghurt.. mich
> schaudert es einfach, solches leid mitverantwortet zu haben.
> ich kann daran absolut nichts leckeres mehr finden..

Hei├čt das, Du findest vegane Salami, veganen Kuchen, vegane Milchshakes, veganen Joghurt (die ja entsprechend schmecken) auch nicht "lecker"? Oder hat es doch gar nichts mit dem Geschmach zu tun?

> aber was mich an dieser neuen art zu leben schockiert, ist
> die einstellung bzw selbstdarstellung vieler veganer, die
> sich scheinbar als die endstufe der evolution verstehen und

Lass doch solche Strohmannargumente. Sonst k├Ânnte noch jemand auf die Idee kommen, Du seist ein Troll.

> mit einer bornierten arroganz auf andere losgehen.. dabei
> sollten sie doch eigentlich offen andere leute aufkl├Ąren und
> gewinnen f├╝r ihre sache. selbst wenn ein omnivore aufh├Ârt,

Es ist nicht unsere Sache, sondern die er Ermordeten. Aber das kommt be Earthlings offenbar nicht so r├╝ber, wie?

> fleisch zu essen, milch und joghurt zu essen, wird er in der
> luft zerrissen, weil er die h├╝hner von oma ihrer eier
> beraubt. das kann doch wohl nicht sein.. alles, was in die

Doch, das kann sein, aus gutem Grund, wie Du w├╝sstest, wenn Du nicht diesen d├Ąmlichen Film gesehen, sondern seri├Âse Informationen gelesen h├Ąttest, etwa http://vegetarier-sind-moerder.de oder http://veganismus.de/vegan/faq.html.

Denn dann w├╝sstest Du, dass die H├╝hner, die diese Oma als ihren besitz betrachtet (allein das schon inakzeptabel) qualgez├╝chtet sind, also leiden, und selbst wenn die Oma sie nicht umbringt, wenn sie weniger legen (es soll ja aoclhe Omas geben, genauer gesagt hat jeder, der sich mit solchen d├╝mmlcihen Aussagen weigert, evgan zu werden, eine, es sind also millionen), so sind diese H├╝hne alle oder fast alle Hennen, ihre m├Ąnnlciehn geschwister (also so viele wie hennen) wurden ermordet, gleich nach dem Schl├╝pfen.

> richtung geht, ist doch begr├╝├čenswert - nicht alles, was an

Wieso ist ├╝ber Leichen gehen, egal in welche Richtung, "begr├╝├čenswert"?

> schlechten angewohnheiten noch bleibt, verdammenswert?!

Ach so, Mord ist also nur eine "schlechte Angewohnheit".

> langer rede kurzer sinn: der film r├╝ttelt auf und bewirkt
> was. in der richtigen richtung. finde ich.

Ja, man sieht ja, wie toll er bei Dir funktioniert: Mord ist also nur eine "schlechte Angewohnheit", und "Omas" d├╝rfen K├╝ken ermorden (lassen) und Hennen gefangenhalten und ausbeuten.

Q.e.d.

Achim

PS: Zum angeblichen "egal warum" hat Mononoke ja schon etwas gesagt, ausf├╝hrlich: http://maqi.de/txt/ethikstattlifestyle.html

gut trotz kleinerer Schwachstellen

Autor: martin | Datum:
Im Gro├čen und Ganzen eine recht gute ├ťbersicht ├╝ber die verschiedenen Formen der Tierausbeutung und Ermordungspraktiken.

Einige Schwachstellen gibt es allerdings. Bereits angesprochen wurde an erster Stelle, da├č die Mensch-Tier-Dichotomie beibehalten und von Vegetarismus gesprochen wird, statt Veganismus. Dazu h├Ątte ich zu erg├Ąnzen, da├č die "Ei"produktion in Relation ihrer Opferzahlen zu kurz kommt, hier fehlen auch Hinweise auf "Bio"- und "Freilandhaltung", da das die Nummer-eins-Ausreden sind. Dar├╝ber hinaus wird "Seide", "Wolle" und "Honig" nicht kommentiert, auch ung├╝nstig, da es wohl gerade im anglophonen Raum "Honig-Veganer" gibt.
Einige Stellen finde ich auch suboptimal kommentiert. Beim "koscheren Schlachten" wird dargestellt, da├č der gezeigte Fall den religi├Âsen Vorschriften des koscheren Schlachtens nicht entspricht (das Tier wird angefa├čt, kommt mit eigenem Blut in Ber├╝hrung etc.), was nat├╝rlich v├Âllig irrelevant ist. Bei den "Meerestieren" werden nur gesundheitliche Gr├╝nde angef├╝hrt und bei der "kommerziellen Fischerei" wird v.a. auf "├ťberfischung" verwiesen. Beides richtig, k├Ânnte aber zu falschen Schlu├čfolgerungen f├╝hren. Auch da├č der Delfin-Mord in Japan recht viel Raum einnimmt, ist ein wenig unverh├Ąltnism├Ą├čig und l├Ą├čt (auch bzgl. der Kommentierung) besonders viel Sympathie f├╝r intelligente oder irgendwie sympathische Tiere vermuten, was recht nah an tiersch├╝tzerische Vorstellungen geht. Argumentativ ungl├╝cklich ist hier auch die Kommentierung dessen als "inhumane Methode" und der Verweis auf Verst├Â├če gegen "Gesetze und Konventionen", die "die Meere vor einem ├ťberma├č an Ausbeutung" sch├╝tzen sollen (da es nat├╝rlich kein "richtiges Ma├č an Ausbeutung" gibt).
Auch die Formulierungen am Ende, der "Mensch [sei] der gef├╝hlloseste Speziesist" und "Menschen sollten Tiere lieben", sind nicht so g├╝nstig. Zum einen ist der Speziesismus anderer Tiere ziemlich unerheblich f├╝r Tierrechtsfragen und zum anderen sollen Menschen andere Tiere nat├╝rlich nicht "lieben", sondern schlichtweg ihre Grundrechte nicht verletzen.
Die Musik ist an einigen Stellen zu sentimental, das k├Ânnte leicht als Bambi-Schema mi├činterpretiert werden.

Earthlings: schlecht trotz einiger positiver Aspekte

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
* speziesistische Mensch-Tier-Dichotomie
* Totsschweigen von Veganismus, erst recht von dessen Notwendigkeit
* Propagieren von Vegetarismus
* Religionsvegank├Âstler als Sprecher
* Argumentative Nonos (Gesundheit, Artenschutz etc.)
usw.

Das w├╝rde ich nicht als "gut trotz kleinerer Schwachstellen", sondern als schlecht trotz einiger positiver Aspekte zusammenfassen. Auch wenn der Film Veganer best├Ąrken mag (als ob es einer solchen Best├Ąrkung bed├╝rfte) ist er eben alles andere als ein Pl├Ądoyer f├╝r Veganismus.

Zumal dies auch die Praxis zeigt, etwa die Earthlings-Demo k├╝rzlich, bei der die Presse wiedereinmal von Massentierhaltung und Tierschutz schrieb, Veganismus und Tierrechte jedoch unerw├Ąhnt blieben.

Achim

Re: Earthlings: schlecht trotz einiger positiver Aspekte

Autor: Gast | Datum:
>* Religionsvegank├Âstler als Sprecher

Wer der Sprecher ist, sollte eigentlich nebens├Ąchlich sein, solange es sich nicht auf den Text auswirkt.

Daf├╝r ist da ein weiterer Schwachpunkt: Manche Aussagen sind so offensichtlich falsch, dass selbst eine ansonsten gute Argumentation(sgrundlage) damit effektiv wertlos w├Ąre, weil in eventuellen Diskussionen zwangsl├Ąufig diese thematisiert w├╝rden.

konkret ÔÇśactually, most of them are vertebrates, just like usÔÇÖ und ÔÇśevery form of experimentation is vivisectionÔÇÖ (sinngem├Ą├č, nicht w├Ârtlich).

Tatsache ist nunmal, dass, egal, ob Individuen oder Spezies gemeint sind, es mehr Insekten als Wirbeltiere gibt (ok, die meisten ausgebeuteten Tiere sind Wirbeltiere, aber dass diese gemeint sind, war soweit ich mich erinnern kann aus dem Kontext nicht klar ersichtlich).

Was die zweite Aussage angeht, wird jeder, der auch nur ein bisschen Latein (oder sonst eine romanische Sprache vermutlich) kann, wissen dass vivisection bedeutet, dass die Tiere lebend aufgeschnitten werden, was nunmal nicht immer der Fall ist.

Klar ist das Wort so sch├Ân negativ konnotiert, aber genau da ist das Problem: ein nicht (so sehr) negativ konnotiertes Wort wird f├╝r jeden sichtbar durch ein negativeres ersetzt: Zum einen verliert es dadurch seine Wirkung, zum anderen sollte seine Wirkung gar nicht n├Âtig sein, wenn es denn unterlassen w├╝rde, die Worte so offensichtlich zu ersetzen (was nat├╝rlich jedem ein gegenÔÇśargumentÔÇÖ gibt: Es g├Ąbe nichts gegen das Gezeigte einzuwenden au├čer L├╝gen).

Meiner Erfahrung nach (und die k├Ânnte falsch sein) ist es sogar n├╝tzlich, allzu sehr negativ konnotierte W├Ârter g├Ąnzlich zu meiden, sowohl argumentativ (der Gegner kann dann in aller Ruhe dar├╝ber reden, wieso das Wort angeblich nicht angemessen ist, und so vom eigentlich relevanten Thema ablenken) als auch rhetorisch (Das Wort hat zwar eine Bedeutung, aber die Bedeutung ohne das Wort kann durchaus einen gr├Â├čeren Effekt erzielen, weil der Effekt nicht mehr dem Wort alleine angedichtet werden kann) und eventuell strategisch (wobei ich hier keine Erfahrung habe) (je ├Âfter ein Wort negativ konnotiert verwendet wird, desto eher wird es negativ konnotiert, folglich k├Ânnten so auch noch die anderes Synonyme negativ konnotiert werden, und wenn jemand keine (allgemein bekannten nicht offensichtlich euphemistischen) Ausdr├╝cke mehr hat, um etwas als positiv zu beschreiben, wird ihm dies schwerer fallen). Nicht, dass in einem (solchen) Film noch allzuviel Rhetorik n├Âtig sein sollte, um dem Publikum klarzumachen, dass das Gezeigte nicht in Ordnung ist, nur schlechte Rhetorik sollte eben vermieden werden.

Re: Earthlings: schlecht trotz einiger positiver Aspekte

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> Tatsache ist nunmal, dass, egal, ob Individuen oder Spezies
> gemeint sind, es mehr Insekten als Wirbeltiere gibt (ok, die
> meisten ausgebeuteten Tiere sind Wirbeltiere, aber
> dass diese gemeint sind, war soweit ich mich erinnern kann
> aus dem Kontext nicht klar ersichtlich).

Auch wenn: 622109 "Bienenv├Âlker" in der "Imkerei" (http://de.statista.com/statistik/daten/studie/152920/umfrage/bienenvoelker-in-deutschland/), macht wenn ich richtig gerechnet habe bei 40-80000 Individuen pro "Volk" 25 bis 50 Milliarden Bienen in Deutschland (weltweit wei├č ich nicht), also eine deutlich h├Âhere Zahl als Wirbeltiere; dazu noch Spinnerraupen-"Seide", Cochenillel├Ąuse-Rot, Muschel- und Schneckenk├Ârper, Palolowurmsperma und -eier usw.

> Was die zweite Aussage angeht, wird jeder, der auch nur ein
> bisschen Latein (oder sonst eine romanische Sprache
> vermutlich) kann, wissen dass vivisection bedeutet, dass die
> Tiere lebend aufgeschnitten werden, was nunmal nicht
> immer der Fall ist.

Jein, wie "Tiersch├╝tzer", "P├Ądophiler" oder "Atom" zeigt ist Ethymologie nicht immer sinnvoll zur Ermittlung der Wortbedeutung, aber ja, in diesem Fall stimmt es:

> Klar ist das Wort so sch├Ân negativ konnotiert, aber genau da
> ist das Problem: ein nicht (so sehr) negativ konnotiertes
> Wort wird f├╝r jeden sichtbar durch ein negativeres ersetzt:
> Zum einen verliert es dadurch seine Wirkung, zum anderen
> sollte seine Wirkung gar nicht n├Âtig sein, wenn es denn
> unterlassen w├╝rde, die Worte so offensichtlich zu ersetzen
> (was nat├╝rlich jedem ein gegenÔÇśargumentÔÇÖ gibt: Es g├Ąbe nichts
> gegen das Gezeigte einzuwenden au├čer L├╝gen).

> Meiner Erfahrung nach (und die k├Ânnte falsch sein) ist es
> sogar n├╝tzlich, allzu sehr negativ konnotierte W├Ârter
> g├Ąnzlich zu meiden, sowohl argumentativ (der Gegner kann dann

> strategisch (wobei ich hier keine Erfahrung habe) (je ├Âfter
> ein Wort negativ konnotiert verwendet wird, desto eher wird
> es negativ konnotiert, folglich k├Ânnten so auch noch die
> anderes Synonyme negativ konnotiert werden, und wenn jemand
> keine (allgemein bekannten nicht offensichtlich
> euphemistischen) Ausdr├╝cke mehr hat, um etwas als positiv zu
> beschreiben, wird ihm dies schwerer fallen). Nicht, dass in

Das verstehe ich nicht. Wieso sollte es w├╝nschenswert sein, speziesistische Taten positiv zu beschreiben?

Allerdings sind negativ konnotierte Bezeichnungen durchaus n├╝tzlich, etwa eben um Euphemismen aufzudecken oder (z.B.) biologische Fakten zu vermitteln und zu verdeutlichen (Leichen[fresser], Bienenerbrochenes, H├╝hnermenstruationsprodukt, Dr├╝sensekret, M├Ârder usw.).

Achim

Re: Earthlings: schlecht trotz einiger positiver Aspekte

Autor: Gast | Datum:
>Wieso sollte es w├╝nschenswert sein, speziesistische Taten positiv zu beschreiben?

Spesiesisten wollen speziesistische Tatan positiv beschreiben, deshalb ist es positiv, wenn es daf├╝r keine W├Ârter mehr gibt.

Aber ja, ich sch├Ątze, ich habe da etwas zu weit gegriffen. Direkt nach Absenden sind mir dann Beispiele eingefallen, wo negativ konnotierte W├Ârter durchaus sinnvoll sind. Ich bleibe allerdings dabei, dass - und das ist bez├╝glich des Filmes das einzig relevante - sie nicht benutzt werden sollten, nur um ein negativ konnotiertes Wort benutzt zu haben.

>Leichen[fresser], Bienenerbrochenes, H├╝hnermenstruationsprodukt, Dr├╝sensekret

Meiner Einsch├Ątzung nach ist hier allerdings nicht so wichtig, dass die W├Ârter negativ konnotiert sind, sondern einfach, dass es nicht dieselben W├Ârter sind, die die meisten Leute als Nahrungsmittel verstehen (ÔÇśfleshÔÇÖ ist meines Wissens in keiner Weise negativ konnotiert, aber dennoch ein geeigneter Ersatz f├╝r ÔÇśmeatÔÇÖ, einfach weil es nicht als Nahrung verstanden wird)

Earthlings gegen Tierrechte

Autor: Angry Bird | Datum:
Aus einem Earthings-Demo-Aufruf:
Zitat: Bitte entferne Tierrechtsbuttons, trage keine Tierrechtskleidung etc.

https://www.facebook.com/events/682775738481407/?ref=6&ref_notif_type=plan_user_invited

Re: Earthlings f├╝r schickes Outfit

Autor: Claude | Datum:
Also in dem Fall w├Ąre etwas Kontext hilfreich:
Zitat: Wir m├Âchten die Passanten auf www.earthlings.de aufmerksam machen, ohne den Inhalt zu verraten.


Wenn das nicht so w├Ąre, dann h├Ątten sie wohl nichts gegen "Tierrechtskleidung". Ob Veganismus/Tierrechte ein Thema sein werden, ist aber nicht klar.

Claude

Re: Earthlings f├╝r schickes Outfit

Autor: Achim St├Â├čer | Datum:
> aufmerksam machen, ohne den Inhalt zu verraten.[/quote]
>
> Wenn das nicht so w├Ąre, dann h├Ątten sie wohl nichts gegen
> "Tierrechtskleidung". Ob Veganismus/Tierrechte ein Thema sein

Was ist denn "Tierrechtskleidung"?

> werden, ist aber nicht klar.

Hm, finde ich schon ziemlich klar (dass nicht):
Zitat: ohne den Inhalt zu verraten. Solltet ihr gefragt werden, um was es bei der Demo geht, so antwortet bitte mit "Klick doch mal drauf, es lohnt sich" oder "Muss man gesehen haben, unbedingt anschauen", "Die beste Doku ever - schaus dir an" etc. Aber bitte beantwortet keine Fragen zum Inhalt.


Achim