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antiSpe Fragen und Antworten:
Alternativen zum Reiten?

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 59

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Alternativen zum Reiten?

Autor: Tanja | Datum:
Hallo,
nein, das soll kein Witz sein und auch nicht der Versuch, Antispeziesismus lächerlich zu machen sondern ich möchte das wirklich ernsthaft diskutieren.
Wenn man die M√∂glichkeiten hat, Pferde aufzunehmen, ist das sicher klasse, um einige von ihnen vor dem fr√ľhen Tod oder einem Leben als "Sportger√§t", "Kinderspielzeug" etc. zu bewahren. Eine gro√üe Weide mit Offenstall sollte (im Normalfall) die beste Unterkunft sein, aber ich bin mir sehr unsicher, da√ü das f√ľr alle Pferde ausreichend ist. Klar ist nat√ľrlich: Pferde brauchen solch eine "Weide" und sie brauchen mind. einen Artgenossen, doch der Bewegungsdrang wird bei jungen, gesunden Pferden dadurch noch nicht befriedigt, denke ich. Wohlgemerkt: es geht hier nicht um alte Pferde, die sich dar√ľber freuen, noch au√üerhalb ein paar Schritte spazierengehen zu k√∂nnen und mit dieser Bewegung sowie der damit verbundenen Zuwendung zufrieden (jaja, ich wei√ü...) sind. Achim erz√§hlte mir mal von einer Tierrechtlerin, die mit einem Pony Fahrrad fuhr - sie lie√ü dieses Pony wohl einfach (an einer Leine?) nebenher laufen. Auch das kommt wohl bei den meisten Pferden nicht in Frage. Aber was g√§be es f√ľr Alternativen? Ich wei√ü von Hunden, da√ü man denen den gr√∂√üten Garten zur Verf√ľgung stellen kann - um sich richtig "auszutoben", nutzen sie ihn in den seltensten F√§llen, sie brauchen au√üerdem auch f√ľr den Kopf mehr Anregungen als immer nur diese eine gleiche Umgebung. Doch Hunde nimmt "man" eben (auch als Tierrechtler) in der Stadt, wo es gef√§hrlich f√ľr sie werden k√∂nnte, an die Leine, und erzieht sie im Idealfall ansonsten so, da√ü sie frei laufen k√∂nnen. Stelle ich mir beim Fluchttier Pferd auch sehr schwierig vor.

Dies soll nun keine Rechtfertigung sein f√ľr "Reiten als Freizeitsport", die "Zucht" un den Kauf von Pferden etc. sondern soll der konkreten √úberlegung dienen, ob und wie Pferde am (anzunehmenderweise) am besten leben k√∂nnen in Gefangenschaft.

Tanja

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> weiß...) sind. Achim erzählte mir mal von einer
> Tierrechtlerin, die mit einem Pony Fahrrad fuhr - sie ließ
> dieses Pony wohl einfach (an einer Leine?) nebenher laufen.

Wieso Pony? Damit assoziieren die meisten wohl Minischoßpferdchen, war aber ein ganz normal(groß)es Pferd.

Achim

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Tanja | Datum:
> Wieso Pony? Damit assoziieren die meisten wohl
> Minischoßpferdchen, war aber ein ganz normal(groß)es Pferd.

√Ąh, ach, echt? K√∂nntest Du die nicht mal irgendwo ausfindig machen? ;-) Ich w√ľrde supergern wissen, wie die das gemacht hat.

Tanja

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> √Ąh, ach, echt? K√∂nntest Du die nicht mal irgendwo ausfindig
> machen? ;-) Ich w√ľrde supergern wissen, wie die das gemacht
> hat.

Sie sa√ü m.W. auf dem Fahrrad und ist neben dem Pferd hergefahren, das sie an "der Leine" (Z√ľgel hei√üt das wohl) gef√ľhrt hat.

Ich wei√ü aber nicht, wo da genau das technische Problem sein soll - ob ein Pferd nun "zu Fu√ü" am Z√ľgel gef√ľhrt wird oder auf dem fahrrad ist ja nun kein so gro√üer Unterschied (was das Verhalten des Pfers im "Stra√üenverkehr" angeht, wobei sie wohl eher nicht durch Kiel-Innenstadt, sondern durch den Wald unterwegs waren...

Achim

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Rele | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Ich weiß aber nicht, wo da genau das technische Problem sein
> soll

Na, da k√∂nnte ich mir schon einiges vorstellen- Pferde haben ganz sch√∂n Kraft, au√üerdem ist es sicher schwierig, das Tempo aufeinander abzustimmen. Dann ist sicher nicht auf allen Wegen Platz f√ľr ein Fahrrad& ein Pferd. Ich finde das umst√§ndlich& unsicher (Horrorvision: Mensch f√§llt vom Fahrrad -> Mensch verletzt -> Fahrrad auf Pferd -> Pferd rennt weg -> rennt auf Stra√üe -> alle verletzt).

Da gibt`s doch auch Training an der Longe, Bodenarbeit usw. ....

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Achim Stößer | Datum:
Rele schrieb:
>
> Achim Stößer schrieb:
>
> > Ich weiß aber nicht, wo da genau das technische Problem sein
> > soll

Den wesentlichen Rest hast Du leider abgeschnitten - wo ist denn da der Unterschied zum zu Fu√ü f√ľhren?

> Na, da könnte ich mir schon einiges vorstellen- Pferde haben
> ganz schön Kraft, außerdem ist es sicher schwierig, das Tempo

Aber nicht mehr, al wenn man zu Fu√ü unterwegs ist - hier um die Ecke ist ein "Reiterhof", die St√§lle sind wohl ein St√ľck weg - jedenfalls werden da immer mal wieder Pferde auf der Stra√üe "spazieren"gef√ľhrt.

> aufeinander abzustimmen. Dann ist sicher nicht auf allen
> Wegen Platz f√ľr ein Fahrrad& ein Pferd. Ich finde da

√Ąh, ja, dann sucht man sich halt halt geeignete Wege aus, ist ja klar. Soll ja nicht durch die Fu√üg√§ngerzone gehen.

Achim

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Rele | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> Den wesentlichen Rest hast Du leider abgeschnitten - wo ist
> denn da der Unterschied zum zu Fu√ü f√ľhren?

Na, die Schnelligkeit. Und bei einer schnelleren Gangart ist es eben schwerer, das Tempo konstant zu halten, dann noch Fahrrad zu fahren& das Pferd zu kontrollieren (denn das musst Du in dem Fall), wenn es √ľberm√ľtig ist oder schon lange nicht mhr im Gel√§nde war, besteht auch die Gefahr, dass ir das Pferd davond√ľst.

>> Na, da könnte ich mir schon einiges vorstellen- Pferde haben
>> ganz schön Kraft, außerdem ist es sicher schwierig, das Tempo

> Aber nicht mehr, al wenn man zu Fuß unterwegs ist -

Doch, wenn Du mal mit einem Pferd spazieren gehst& anfängst zu joggen, merkst Du den Untrschied :-) Das Pferd merkt ja, dass es jetzt schneller wird& wird dann wahrscheinlich testen,wie schnell genau...

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Doch, wenn Du mal mit einem Pferd spazieren gehst& anfängst
> zu joggen, merkst Du den Untrschied :-) Das Pferd merkt ja,
> dass es jetzt schneller wird& wird dann wahrscheinlich
> testen,wie schnell genau...

√Ąh, Du hast aber von Kraft gesprochen ("Pferde haben
ganz schön Kraft"), jetzt ist es die Schnelligkeit ... das ist ja doch schon ein bißchen was anderes, oder?

Also so ganz einleuchtend finde ich das nicht, aber ich habe auch praktisch keine Erfahrung mit Pferden (bis auf ein paar Pferdebefreiungen ;-)).

Naja, vielleicht habe ich ja mal die Gelegenheit, das auszuprobieren (ups, Tierversuch!) ;-) .

Achim

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Rele | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Minischoßpferdchen,

Was soll das denn sein?

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > Minischoßpferdchen,
>
> Was soll das denn sein?

Na, so handliche kleine Equiden, die man sich zur not untern Arm klemmen kann (analog zu "Scho√üh√ľndchen") ...

Achim

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: georg hemprich | Datum:
weil ich gebeten wurde, mich hier als jemand zu wort zu melden, "der Tierrechtler ist und reitet", mache ich das. lange genug bin ich in sogenannten 'tierrechtskreisen' ja diffamiert worden als 'tierqu√§ler' ... ich unterstelle freundlich, dass niemand richtig dar√ľber informiert war, was ich - damals - f√ľr eine 'arbeit' mit pferden machte

meine arbeit war ein versuch, einen anderen umgang mit pferden zu erreichen - immer im hinblick darauf, dass pferde inzwischen fast weltweit in gefangenschaftssituationen leben, dass freiheit nicht (nie) herstellbar ist und dass die meisten, die kontakt zu pferden suchen, pers√∂nliche bed√ľrfnisse/motive haben, die nichts mit dem tier an sich oder mit 'tierliebe' zu tun haben (und elementaren interessen des tieres kontr√§r entgegenstehen)

ich trainierte also kommunikationsm√∂glichkeiten, die beiden - mensch und tier - quasi gleichberechtigte verhandlungen erm√∂glichen sollten. ein hauptziel war, den fokus wegzulenken vom tier als besitz, sportmittel, lebewesen zur freien verf√ľgung, den blick hinzulenken auf alternativen zum herk√∂mmlichen reiten, hin auf eine (menschliche) wiederentdeckung von 'freiheit'

womit wir also beim thema angelangt sind

beim durchlesen der vorhergehenden beitr√§ge scheint mir als grundproblem, dass sich da leute √ľber ein thema unterhalten, von dem sie nur wenig ahnung zu haben scheinen - oder gar keine. leider hat sich in der sogenannten tierrechtsszene eine arroganz festgesetzt zu glauben, die gedanken oder gef√ľhlswelt von tieren sei erlernbar oder gar lesbar, insbesondere von der elite der tierrechtsaktiven oder ganz spezieller 'tierkommunikatoren'. ich bestreite all das: die welten sind unvereinbar verschieden; ich nenne es kontraproduktiv bis gef√§hrlich, wenn der versuch unternommen wird, tierwelten zu 'vermenschlichen'. es wird ihnen nicht gerecht, bietet stattdessen die gewohnte und weit verbreitete 'normale' grundlage zur allt√§glichen gewaltsituation mensch gegen tier

die anfangsfrage ist f√ľr mich die frage nach dem (menschlichen) motiv: warum soll (pl√∂tzlich) ein pferd 'gehalten' werden (einsetzbar sind hier begriffe wie 'gerettet', 'gesch√ľtzt', 'befreit')?

die wenigsten menschen k√∂nnen pferden angemessene lebensgrundlagen bieten, die da w√§ren: eine ausreichende fl√§chengr√∂sse (mindestens 1 ha pro grosspferd), ganz-jahres-koppel-haltung ohne aufstallung, reich strukturiertes gel√§nde mit geb√ľsch/wald/gew√§sser, medizinische kenntnis, kenntnis in angemessener hufpflege, das angemessene futterangebot, eine angemessene herdengr√∂sse (mindestens zwei tiere, ab sieben tieren kann es schon problematisch werden), ausreichende kenntnis im t√§glichen umgang

pferde haben einen bewegungsdrang, der, sofern das gelände gross genug und die sozialstruktur der herde stimmig ist, durchaus innerhalb dieser herde / innerhalb dieses reviers ausreichend 'gestillt' werden kann. allerdings gibt es meist einschränkende faktoren, denn die oben beschriebenen idealverhältnisse gibt es so gut wie nie (auch - ich provoziere: schon gar nicht - auf 'gnadenhöfen'). dann kann es also sein, dass mensch eingreifen muss und dem armen vieh einen ausgleich bieten muss ... womit die probleme also nicht erst angefangen haben, sondern weitergehen

es ist eben nicht 'mal so' m√∂glich, ein pferd zu halten, auch nicht, eben mal mit dem pferd zu fuss spazieren zu gehen und schon gar nicht begleitend neben dem fahrrad. ohne angemessene ausbildung w√ľrde ich niemanden an ein pferd heran lassen - und das nicht etwa nur, weil sie gross und schwer und kraftvoll und tiere mit einem ausgepr√§gten fluchtverhalten sind. nein, viel 'schlimmer' noch: die meisten (menschen) begreifen nicht oder selten, warum das pferd wann wie und warum handelt - und (be)handeln (es) darum falsch. und zwar fast immer. meist f√ľhrt dieses nichtwissen zu gewaltsituationen, in denen das tier 'verliert'

ich erkl√§re an dieser stelle noch einmal, dass ich meine arbeit aufgeh√∂rt habe, weil mir die widerspr√ľche zwischen meinem idealbild und der allt√§glichen lebenswirklichkeit zu gross wurden. meine dogmatische grundaussage lautete: reitet nicht! aber die bestehenden kapitalitischen besitzverh√§ltnisse zwischen mensch und tier lassen gleichberechtigung und gleichberechtigte entscheidung, r√ľcksichtnahme oder zur√ľcknahme pers√∂nlich-menschlicher interessen eben nicht zu. allenfalls erlauben kapitalistisch motivierte beziehungen eine menschenbewusste abschw√§chung der besitzzentrierten hierarchie, die dann 'ein gewisses mass an freiheit' eben 'zul√§sst'. aber f√ľr diese falsche freiheit (er)finden und (er)fanden normalos wie tierrechtsfuzzis nach wie vor die schillerndsten worte

nat√ľrlich gibt es aus meiner sicht 'alternativen zum reiten' ... in unterschiedlichen radikalit√§tsstufen

- keine pferde aufnehmen (das beste)
- keine herkömmliche bodenarbeit/longenarbeit/trainings oder ähnliches (das ist das herkömmliche)
- spielen mit pferden (will gelernt sein!!! kann daher - fast- kein mensch)

ich bevorzuge das erste, selbst wenn es hart klingt:
nehmt keine pferde auf. ihr werdet ihnen einfach nicht gerecht

hoffentlich erscheine ich euch mit meiner wortmeldung nicht gar zu unfreundlich - denn eigentlich haben/hatten wir doch ähnliche ziele (oder täusche ich mich auch da?)

georg hemprich

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Tanja | Datum:
Hallo Georg,

> weil ich gebeten wurde, mich hier als jemand zu wort zu
> melden, "der Tierrechtler ist und reitet", mache ich das.

Danke. :-)

> ich trainierte also kommunikationsmöglichkeiten, die beiden -
> mensch und tier

... Pferd und Tier... ;-)

> beim durchlesen der vorhergehenden beiträge scheint mir als
> grundproblem, dass sich da leute √ľber ein thema unterhalten,
> von dem sie nur wenig ahnung zu haben scheinen - oder gar
> keine.

Klar, die meisten Leute hier hatten mit Pferden, wenn √ľberhaupt, dann nur bei Befreiungen oder Reitstunden als Kinder zu tun. Drum stellte sich mir wahrscheinlich √ľberhaupt erst die Frage nach Alternativen zum Reiten.

> leider hat sich in der sogenannten tierrechtsszene
> eine arroganz festgesetzt zu glauben, die gedanken oder
> gef√ľhlswelt von tieren sei erlernbar oder gar lesbar,

Echt? Ist mir bisher noch nicht aufgefallen, bis auf...

> tierwelten zu 'vermenschlichen'. es wird ihnen nicht
> gerecht, bietet stattdessen die gewohnte und weit verbreitete
> 'normale' grundlage zur alltäglichen gewaltsituation mensch
> gegen tier

... da√ü ich pers√∂nlich immer wieder mit Veganern zu tun habe, die (ebenso viele Tiersch√ľtzer) Hunde, Katzen, Kaninchen etc. "vermenschlichen"; aber die geben meist zu, da√ü sie nur von ihrem (menschlichen)Standpunkt ausgehen im Umgang mit ihren "Sch√ľtzlingen" (Beispiel: "Oh, die Hunde sind aber gemein zueinander, warum teilen die nicht einfach ihr Essen gerecht auf?")

> die anfangsfrage ist f√ľr mich die frage nach dem
> (menschlichen) motiv: warum soll (plötzlich) ein pferd
> 'gehalten' werden (einsetzbar sind hier begriffe wie
> 'gerettet', 'gesch√ľtzt', 'befreit')?

Nun, die Frage sollte sich eigentlich nicht stellen. Wenn ein Mensch am ertrinken ist und ich habe die M√∂glichkeit, ihn zu retten, tue ich das. W√ľrde ich mitbekommen, da√ü ein Pferd (Huhn, Hund, Katze, Ente, Maus, Schwein...) get√∂tet, mi√ühandelt o.√§. werden soll oder bereits mi√ühandelt wird und ich h√§tte (bzw. habe ja auch zumindest bei einigen Arten) die M√∂glichkeiten, hier einzugreifen, ein betroffenes Individuum zu retten, dann tue ich das. Und erkl√§re hiermit ganz klar, da√ü meine Motive dabei altruistischer Natur sind. (Zum Thema Altruismus hatten wir hier im Forum schon mal eine Diskussion, dieser schlie√üt nat√ľrlich nicht aus, sich nach einer Aktion "gut zu f√ľhlen" oder, sofern man das gerettete Individuum bei sich pers√∂nlich aufnimmt, nicht auch Freude daran zu haben.)

> die wenigsten menschen können pferden angemessene
> lebensgrundlagen bieten, die da wären: eine ausreichende
> flächengrösse (mindestens 1 ha pro grosspferd),

Nun mu√ü ich gleich nachhaken: macht es tats√§chlich einen Unterschied, wie gro√ü ein Pferd ist, was die Fl√§che, die ihm zur Verf√ľgung gestellt werden sollte, betrifft? (ich spreche nun den von momentan existierenden Rassen und keinen urzeitlichen Vorfahren ;-))

> ganz-jahres-koppel-haltung ohne aufstallung, reich
> strukturiertes gel√§nde mit geb√ľsch/wald/gew√§sser,

Ganz klar, hier wird es richtig schwierig. Solche in Gelände kann wahrscheinlich kaum jemand (niemand?) bieten.

> pferde haben einen bewegungsdrang, der, sofern das gelände
> gross genug und die sozialstruktur der herde stimmig ist,
> durchaus innerhalb dieser herde / innerhalb dieses reviers
> ausreichend 'gestillt' werden kann.

Wie geschieht das dann?

> allerdings gibt es meist
> einschränkende faktoren, denn die oben beschriebenen
> idealverhältnisse gibt es so gut wie nie (auch - ich
> provoziere: schon gar nicht - auf 'gnadenhöfen').

Nun, da√ü viele "Gnadenh√∂fe" hoffnungslos √ľberlastet sind und die Betreiber sich oft irgendwo zwischen "Rettung" und "Animal Hoarding" befinden, ist wohl kein Geheimnis. Aber gerade hier w√§re doch der Ansatzpunkt bei Menschen, die Tiere tats√§chlich um ihrer selbst willen aufnehmen und nicht als "Sportger√§t" etc. so da√ü ein guter Umgang doch sicher auch von seiten dieser Menschen erw√ľnscht ist.

> dann kann
> es also sein, dass mensch eingreifen muss und dem
> armen vieh einen ausgleich bieten muss ...

Das meinte ich ja eigentlich. Ich denke, wir sind uns einig, da√ü es bescheuert, gef√§hrlich und kontraproduktiv ist, "gr√∂√üere K√§fige" zu fordern. Aber man kann in Gefangenschaft lebende Pferde nun mal nicht "freilassen". Also ist es m.E. doch nur legitim - und auch sinnvoll und notwendig! - es denen, die, aus welchen Gr√ľnden auch immer, "gerettet" wurden, so angenehm (ertr√§glich) wie m√∂glich zu machen.
Ein ähnliches Problem besteht auch ganz massiv bei anderen Tieren. Befreit man Kaninchen aus Mastanlagen, "Hasenkästen" oder dergleichen, bringt man sie optimalerweise zu mehreren in ein Gehege. Ich habe schon Kaninchen in 10qm-Gehegen gesehen und Kaninchen in einem 800qm-Garten - und alle saßen wahrscheinlich 23 Stunden am Tag nur rum. Ein Gefängnis kann nie groß genug sein. Das bedeutet aber nicht, daß es den Kaninchen in einem Gehege nicht deutlich besser ginge als in einem "Hasenkasten" (ja, soviel kann man dad durchaus erkennen ;-)).

> die meisten (menschen) begreifen nicht oder selten,
> warum das pferd wann wie und warum handelt - und (be)handeln
> (es) darum falsch. und zwar fast immer. meist f√ľhrt dieses
> nichtwissen zu gewaltsituationen, in denen das tier 'verliert'

Das l√§√üt sich 1:1 auf wohl jede Tierarzt √ľbertragen, deren Angeh√∂rige (auch) in menschlicher Gefangenschaft leben. Ist doch aber kein Grund, Einzelnen von ihnen nicht ein zumindest deutlich besseres Leben frei von Ausbeutung zu erm√∂glichen.

Um hier nicht falsch verstanden zu werden, erz√§hle ich kurz eine Geschichte, an die ich mich wohl mein Leben lang erinnern werde. Als ich vor Jahren noch ganz aktiv im Tierschutz war, wurde ich von einem anonymen Anrufer gebeten, mal zu einem Bauernhof zu fahren, da liege seit Tagen eine Kuh auf ein und derselben Stelle auf der Weide, sie r√ľhre sich nicht vom Fleck. Dort angekommen, sah ich die Kuh, sie konnte wirklich nur unter sichtlich gro√üen Schmerzen aufstehen und quasi nicht laufen. Der Bauer erkl√§rte, sie habe eine Entz√ľndung in den Beinen, da sie seine "beste Milchkuh" sei, habe er sie antibiotisch behandlen lassen, aber es sei noch nicht besser geworden, der Tierarzt wisse nicht, ob es noch mal was werde und er, der Bauer, k√∂nne nun "nicht noch mehr Geld in das Vieh stecken". "Leider" k√∂nne sie nun auch nicht mehr regul√§r geschlachtet und "verarbeitet" werden wegen des Antibiotikums und darum liege sie noch darum. Ich k√∂nne sie haben, er werde mir "Anita" (ja, sie hatte einen Namen...) schenken, ich brauche nur mit einem H√§nger zu kommen und sie zu holen. Andernfalls werde sie in der kommenden Woche umgebracht.

Ich kannte damals kaum Leute f√ľr "Gro√ütiere", hatte noch nicht mal Internet und wu√üte nicht, an wen ich mich wenden sollte. Sicher h√§tte ich sie abholen und f√ľr 1 oder 2 N√§chte bei meinen Gro√üeltern in die Garage stellen k√∂nnen, aber ich wu√üte, da√ü ich auch danach keinen Platz gefunden haben w√ľrde; es war mir also nicht m√∂glich, ihr √ľberhaupt ein "Leben" zu bieten. Ich habe "mein Geschenk" also nicht abgeholt. Anita lag in der n√§chsten Woche nicht mehr auf der Wiese.

> allenfalls erlauben kapitalistisch
> motivierte beziehungen

speziesistisch motiviert?

> nat√ľrlich gibt es aus meiner sicht 'alternativen zum reiten'
> ... in unterschiedlichen radikalitätsstufen
>
> - keine pferde aufnehmen (das beste)
> - keine herkömmliche bodenarbeit/longenarbeit/trainings oder
> ähnliches (das ist das herkömmliche)
> - spielen mit pferden (will gelernt sein!!! kann daher -
> fast- kein mensch)

Nun, wenn man also ein Pferd bereits betreut oder, warum auch immer, auf einmal dazu kommt, ist die einzige Möglichkeit das Spielen, ja? Denn Deine erstgenannten Alternativen sind keine sondern nur weitere Dinge, die man nicht tun sollte.

> ich bevorzuge das erste, selbst wenn es hart klingt:
> nehmt keine pferde auf. ihr werdet ihnen einfach nicht gerecht

Hier man "Pferde" wieder durch jedes andere Tier ersetzen. Nur das "ihr" stört mich etwas. Kein Mensch kann irgendeinem anderen (nichtmenschlichen) Tier gerecht werden.

Noch eine Geschichte aus meinem Leben: es ergab sich irgendwann, da√ü ich von einem Typ erfuhr, der Hamster gefangenhielt. Er nahm ziemlich viele halluzinogene und amphetaminhaltige Drogen und wenn er von einer Party nach hause kam und ordentlich "druff" war, fand er es geil, ein paar Hamster (sie sa√üen immer zu mehreren in kleinen K√§figen und vermehrten sich deswegen nat√ľrlich ohne Ende, ebenso t√∂teten sie sich gegenseitig oder verletzten sich schwer) an die Wand zu werfen, mit ihnen Fu√üball zu spielen oder mit der Uhr zu stoppen, wie lange ein Hamster in einem Wassereimer schwimmt bis er ertrinkt. Ich ging mit ein paar Leuten hin und holte die √ľberlebenden Hamster raus. (An der Stelle die Frage: h√§tte ich das nicht tun sollen?)
Einer der Hamster blieb bei mir. Er bekam (ja, ich wei√ü, was f√ľr ein Euphemismus) einen relativ (...) "gro√üen" K√§fig von mir, Speziesisten halten in solchen oft mehrere Chinchillas gefangen, und nachts, wenn er wach war, sollte er in meinem Wohnzimmer laufen k√∂nnen. Er tat es nicht. Er traute sich niemals aus diesem K√§fig (selbst wenn er es getan h√§tte: auch mein Wohnzimmer, ja meine ganze Wohnung w√§re f√ľr ihn zu klein gewesen, ganz zu schweigen davon, da√ü er kaum Buddelm√∂glichkeiten hatte). Und ich lebte 1 1/2 Jahre mit einem Tier im K√§fig. Was tat ich also: ich versteckte sein Essen, gab ihm immer wieder andere Besch√§ftigungsm√∂glichkeiten und hoffte, da√ü es einigerma√üen ok war f√ľr ihn. Nun, ich wei√ü es nicht, aber meine M√∂glichkeiten, diesem (Teddy-...)Hamster zu helfen, waren nun mal begrenzt.

Und hier meine zweite Frage: Hätte ich die Hamster also alle bei dem Typ sitzenlassen sollen? Oder hätte ich sie nach ihrer "Befreiung" töten lassen sollen?

Unter genau diesem Gesichtspunkt ist meine Fragestellung dieses Threads zu verstehen. Nicht "Alternativen im Pferdesport" o.ä. sondern allein die Frage nach dem bestmöglichen Handeln.

> hoffentlich erscheine ich euch mit meiner wortmeldung nicht
> gar zu unfreundlich

Nein, nicht unfreundlich, nur nicht ganz befriedigend. Aber das wird ja vielleicht noch. ;-)

Tanja

PS: Sorry @ all f√ľr die eeeewig lange Antwort, aber vielleicht hat's ja jemandem anders auch was gebracht. ;-)

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: georg hemprich | Datum:
> > die wenigsten menschen können pferden angemessene
> > lebensgrundlagen bieten, die da wären: eine ausreichende
> > flächengrösse (mindestens 1 ha pro grosspferd),
>
> Nun muß ich gleich nachhaken: macht es tatsächlich einen
> Unterschied, wie groß ein Pferd ist, was die Fläche, die ihm
> zur Verf√ľgung gestellt werden sollte, betrifft? (ich spreche
> nun den von momentan existierenden Rassen und keinen
> urzeitlichen Vorfahren ;-))

ja. ein grosspferd braucht (tatsächlich) etwa 1 ha, ein pony etwa die hälfte. diese angaben beziehen sich sowohl auf den bewegungsdrang/ausbreitungsradius als auch auf die ressourcen an vegetation, die schliesslich ganzjährig betreten zertreten) und aufgegessen wird, also nachwachsen muss. je grösser eine fläche, desto 'angenehmer' kann das futterangebot sein, da der frassdruck auf bestimmte pflanzenarten nachlässt (selektive beweidung)

> > ganz-jahres-koppel-haltung ohne aufstallung, reich
> > strukturiertes gel√§nde mit geb√ľsch/wald/gew√§sser,
>
> Ganz klar, hier wird es richtig schwierig. Solche in Gelände
> kann wahrscheinlich kaum jemand (niemand?) bieten.

genau: dem beweiden von wäldern steht das waldgesetz entgegen, dem freien wassertrinken oder baden im fliess- oder stillgewässer die gesetzlichen regelungen der vorflut und der naturschutz ...

> > pferde haben einen bewegungsdrang, der, sofern das gelände
> > gross genug und die sozialstruktur der herde stimmig ist,
> > durchaus innerhalb dieser herde / innerhalb dieses reviers
> > ausreichend 'gestillt' werden kann.
>
> Wie geschieht das dann?

sie spielen :)

und die jungen werden von den älteren ausgebildet, sofern die herdenstruktur/-grösse das zulässt. ja, tatsächlich: schulunterricht findet bei pferden statt ...


> Das meinte ich ja eigentlich. Ich denke, wir sind uns einig,
> daß es bescheuert, gefährlich und kontraproduktiv ist,
> "größere Käfige" zu fordern. Aber man kann in Gefangenschaft
> lebende Pferde nun mal nicht "freilassen". Also ist es m.E.
> doch nur legitim - und auch sinnvoll und notwendig! - es
> denen, die, aus welchen Gr√ľnden auch immer, "gerettet"
> wurden, so angenehm (erträglich) wie möglich zu machen.

eben. ich erkenne da jetzt keinen widerspruch zu meinen aussagen ...?

> > allenfalls erlauben kapitalistisch
> > motivierte beziehungen
>
> speziesistisch motiviert?

huhn oder ei? :))

(es wurde doch unabhängig von den benutzten kategorien deutlich, was ich meinte, oder?)

> > nat√ľrlich gibt es aus meiner sicht 'alternativen zum reiten'
> > ... in unterschiedlichen radikalitätsstufen
> >
> > - keine pferde aufnehmen (das beste)
> > - keine herkömmliche bodenarbeit/longenarbeit/trainings oder
> > ähnliches (das ist das herkömmliche)
> > - spielen mit pferden (will gelernt sein!!! kann daher -
> > fast- kein mensch)
>
> Nun, wenn man also ein Pferd bereits betreut oder, warum auch
> immer, auf einmal dazu kommt, ist die einzige Möglichkeit das
> Spielen, ja? Denn Deine erstgenannten Alternativen sind keine
> sondern nur weitere Dinge, die man nicht tun sollte.

nein, nat√ľrlich nicht. es gibt vielf√§ltige m√∂glichkeiten, von denen spielen eine ist, die gut sein kann, wenn es richtig l√§uft und schlecht, wenn nicht (pferde sind gross und schwer und manchmal seeeehr ungebremst)

das gibt mir die m√∂glichkeit, gleich wieder zu provozieren: ein grosspferd wiegt, grob √ľber den daumen gepeilt, eine halbe tonne. also f√ľnfhundert kilo. das menschlein, das ihm gegen√ľbersteht zwischen sechzig und achzig kilo (veganer durchschnitt anfang zwanzig ;)))). f√ľr das gesunde pferd ist es im normalfall √ľberhaupt kein problem, wenn sich dieses leichtgewicht auf den r√ľcken hochschwingt und dort krault und schrubbt, an m√§hne und ohren zieht und sich vielleicht ein st√ľck durch die gegen tragen l√§sst ... immer in relation zum tier, seinem gesundheitszustand und der gesamtsituation. wenn ein pferd das nicht will ... dann ist es doch keine frage, dass der mensch das nicht macht

(an irgendeiner anderen stelle kommt, soweit ich mich erinnere, die frage nach der gleichberechtigung beim reiten auf, ich nehme also hiermit darauf bezug)

ich bleibe in meiner beschreibung bewusst vage und sage nicht: reiten ist gut und m√∂glich. es ist eine spielart, die durchaus beiden seiten spass machen kann - sofern beiderseitig die regeln, beiderseitig die grenzen gewahrt werden. und das ist eben genauso ein heikles ding, wie vergleichbar alle situationen in ganz normalen menschen-beziehungen, die grenz√ľberschreitend sein k√∂nnen. menschen haben in solch heiklen f√§llen theoretisch die m√∂glichkeit zur sprachlichen kommunikation - beim missverst√§ndnis zwischen mensch und pferd fehlt dieser m√∂gliche rettunganker in den meisten f√§llen

> > ich bevorzuge das erste, selbst wenn es hart klingt:
> > nehmt keine pferde auf. ihr werdet ihnen einfach nicht
> > gerecht
>
> Hier man "Pferde" wieder durch jedes andere Tier ersetzen.
> Nur das "ihr" stört mich etwas. Kein Mensch kann irgendeinem
> anderen (nichtmenschlichen) Tier gerecht werden.

nnnnnjaaaa. ich bezog mich explizit auf pferde und wollte meine aussage auch so eingeschr√§nkt verstanden wissen. ansonsten stimme ich deiner einschr√§nkung nicht zu. aber diese diskussion w√§re eine lange und ginge nach meiner einsch√§tzung doch weit √ľber diesen thread hinaus

Futter, fressen, usw.

Autor: Rele | Datum:
georg hemprich schrieb:

> futterangebot

> frassdruck

> haltung

> aufstallung,


Hi Georg,

das ist ein antispeziesistisches Forum, bitte schau auf Deine Ausdrucksweise (zB Nahrung statt Futter usw.). Danke!

Re: Futter, fressen, usw.

Autor: georg hemprich | Datum:
ich mache in meiner ausdrucksweise keine unterschiede zwischen menschen und tieren. und ich bin kein freund von neu anzutrainierenden sprachformeln - mein leben wird deswegen weder veganer, noch unveganer, noch l√∂sen sich meine widerspr√ľche dadurch auf

Re: Futter, fressen, usw.

Autor: Rele | Datum:
georg hemprich schrieb:
> ich bin kein freund von neu
> anzutrainierenden sprachformeln

Schade, denn hier:
>zwischen menschen und tieren

wäre zB mal eine Inventur nötig- Menschen sind Tiere (Säugetiere).

Ich glaube kaum, dass Du bei Freunden oder Familienmitgliedern von Dir im vollen Ernst von "Frassdruck" sprechen w√ľrdest.


Gr√ľ√üe

Re: Futter, fressen, usw.

Autor: spaghetti | Datum:
> wäre zB mal eine Inventur nötig- Menschen sind Tiere
> (Säugetiere).

genauer gesagt affen. noch genauer gesagt primaten der unterordnung trockennasenaffen, teilordnung der altweltaffen und familie der menschenaffen. (seit ich die zoologische zuordnung kenne, ist mir die spezies mensch wesentlich sympathischer ;-)).

lg spaghetti

Re: Futter, fressen, usw.

Autor: molke | Datum:

> georg hemprich schrieb:
> > ich bin kein freund von neu
> > anzutrainierenden sprachformeln
>
> Schade, denn hier:
> >zwischen menschen und tieren
>
> wäre zB mal eine Inventur nötig- Menschen sind Tiere
> (Säugetiere).
>
> Ich glaube kaum, dass Du bei Freunden oder
> Familienmitgliedern von Dir im vollen Ernst von "Frassdruck"
> sprechen w√ľrdest.

ich glaube, da kennst du georg schlecht - er tut so etwas, also er redet auch √ľber menschen mit "animalischen", also sonst "nur tieren" zugeordneten ausdr√ľcken - daraus entnehme zumindest ich, dass ihm die zugeh√∂rigkeit des menschen zu den tieren (tierarten) sehr bewusst ist.

Re: Futter, fressen, usw.

Autor: georg hemprich | Datum:
danke molke. ich weiss zwar nicht, wer du bist, der/die mich da kennt; aber es tut doch gut, mal etwas √ľber mich zu lesen, das der wirklichkeit entspricht. (du musst mich wirklich kennen :))

Re: Futter, fressen, usw.

Autor: Tanja | Datum:
Hi Georg,

> danke molke. ich weiss zwar nicht, wer du bist, der/die mich
> da kennt; aber es tut doch gut, mal etwas √ľber mich zu lesen,
> das der wirklichkeit entspricht. (du musst mich
> wirklich kennen :))

Du h√§ttest das nat√ľrlich auch an Molkes Stelle erkl√§ren k√∂nnen ;-); ich fand Reles Frage dazu schon berechtigt. Man mu√ü ja immer erst mal davon ausgehen, da√ü die Leute nur das von einem wissen, was man von sich gibt und nicht, da√ü einen die Leute sowieso schon irgendwoher kennen werden und darum genau wissen, wie man was meint. ;-)

Tanja

Georg Hemprichs Speziesismus

Autor: Achim Stößer | Datum:
> danke molke. ich weiss zwar nicht, wer du bist, der/die mich
> da kennt; aber es tut doch gut, mal etwas √ľber mich zu lesen,
> das der wirklichkeit entspricht. (du musst mich

"Der Wirklichkeit entspricht", da√ü Georg Hemprich hier und jetzt (nachlesbar) speziesistische √Ąu√üerungen ins Forum geschrieben hat (Beispiel). Da kann Molke leugnen, da√ü er das au√üerhalb des Forums tut, soviel es will.

Achim

"Menschen und Tieren"

Autor: Achim Stößer | Datum:
> ich mache in meiner ausdrucksweise keine unterschiede
> zwischen menschen und tieren. und ich bin kein freund von neu

Wenn das mal nicht die "Erbse der Woche" gibt ...

Achim

Ein Hoch auf die antikapitalistische Tierausbeutung

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > > allenfalls erlauben kapitalistisch
> > > motivierte beziehungen
> >
> > speziesistisch motiviert?
>
> huhn oder ei? :))

Na klar. Die antikapitalistische Tierausbeutung ist toll, und antispeziesistisch sowieso.

Achim

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Nunzi | Datum:
Hi!
Ich als reitendes Tier, möchte mich hier auch zu Wort melden.
Ich habe mit zw√∂lf Jahren (nach f√ľnf Jahren Reitunterricht) f√ľr mich auch festgestellt, da√ü es mir unangenehm ist, jeden Tag aufs neue den Willen eines Pferdes zu brechen( und das in letzter Konsequenz mit der Peitsche). Und leider gilt man erst als guter Reiter, wenn man es schafft den Willen des Pferdes zu brechen. (Schon schlimm genug!!).

Ich habe deswegen Abstand genommen vom Reiten und bin erst nach zwölf Jahren wieder zum Reiten gekommen. Da ich meine, daß man eine "halbwegs artgerechte" Weise finden kann, mit diesen wundervollen Lebewesen zusammen zu leben. Mir war gar nie immer bewußt, daß ich nicht nur reiten will, sondern daß ich mit diesen Wesenheiten zusammen sein will.
Ich denke oft, da√ü Menschen viel unmenschlicher w√§ren, wenn sie nicht doch immer Liebe zu anderen Lebewesen empfinden w√ľrden. Ich wei√ü jetzt nicht, ob das irgendwer verstanden hat...;)

Aber zur√ľck zum Thema... in den heutigen Umst√§nden ist es mit fast allen anderen Lebewesen so, da√ü keine artgerechte Haltung m√∂glich ist, bzw. auch zu deren eigenem Schutz eine "Haltung" notwendig ist. Weil wir sonst schon alle anderen Lebewesen tot gemacht h√§tten. Wenn ein Pferd keinen Platz mehr findet, wird es zum Schlachter gebracht, weil wir beschlossen haben, da√ü Tiere hier nicht einfach frei rum laufen d√ľrfen. Aber da√ü wir scheisse sind, das wissen wir ja alle...
Deswegen haben ein paar die nicht scheisse sind, diesen Tieren einen kleinen vorgegeben Raum besorgen m√ľssen, an dem sie halbwegs sicher und halbwegs artgerecht leben k√∂nnen.

Und ich möchte immer gerne im Hier und Jetzt reden. Ich muß dem Pferd vorgeben, daß es an einer gefährlichen Stelle ist und es auf mich hören muß. So muß es mir vertrauen und mich respektieren, genauso wie ich seinen Willen respektiere und ihm vertraue. Ich habe noch kein Pferd kennen gelernt, daß einen völlig gebrochenen Willen hatte. Jeder der es schon einmal mit Pferden zu tun hatte, wird bestätigen können, daß diese Beziehung aus Willen lassen und auch etwas wollen besteht. (Außer man erledigt das, wie so viele!, mit der Peitsche...) Genauso wie ich weiter sehen kann, wann eine gute Strecke kommt in der ein Pferd schnell rennen kann ohne sich die Beine zu brechen.


Leider ist das halt im Moment alles noch so, aber ich wei√ü da√ü Entwicklungen lange brauchen und wir m√ľssen ja auch √ľberlegen, wie wir jetzt mit der Situation umgehen.

Naja, ich weiß jetzt nicht, ob ich vom Thema abgekommen bin... ;)

nunzi

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Tanja | Datum:
Hi Nunzi!

> Ich habe deswegen Abstand genommen vom Reiten und bin erst
> nach zwölf Jahren wieder zum Reiten gekommen. Da ich meine,
> daß man eine "halbwegs artgerechte" Weise finden kann, mit
> diesen wundervollen Lebewesen zusammen zu leben.

Naja, "zusammen leben" hat ja nichts mit "Reiten" zu tun... (abgesehen davon, da√ü das Zusammenleben von seiten der Pferde wohl kaum auf freiwilliger Basis stattfindet). Und "artgerecht" ist es bestimmt auch nicht f√ľr ein Pferd, wenn ein Mensch seinen Hintern auf seinen R√ľcken packt und sich von ihm durch die Gegend tragen l√§√üt. So etwas ist "artgerecht" f√ľr die Kinder von Traglingen (also z.B. Menschen und viele Affenarten), ansonsten f√§llt mir da spontan kein Beispiel ein.

> Ich denke oft, daß Menschen viel unmenschlicher wären, wenn
> sie nicht doch immer Liebe zu anderen Lebewesen empfinden
> w√ľrden. Ich wei√ü jetzt nicht, ob das irgendwer verstanden
> hat...;)

Ja, denke, ich wei√ü, was Du meinst. Allerdings hatten wir das "Problem" ja schon mal in einem anderen Thread. Wenn man ein Pferd "besitzt", es als "Freizeitpferd nutzt" etc., ist das doch eine merkw√ľrdige (dominante) Art, zu lieben und kommt, auf die Menschheit √ľbertragen, wohl nur bei einigen Anh√§ngern sexueller Spielarten vor. Die "Liebe" zu anderen Tieren ist offenbar meist etwas v√∂llig anderes als das, was Menschen unter sich unter "Liebe" verstehen...

> Aber zur√ľck zum Thema... in den heutigen Umst√§nden ist es mit
> fast allen anderen Lebewesen so, daß keine artgerechte
> Haltung möglich ist, bzw. auch zu deren eigenem Schutz eine
> "Haltung" notwendig ist. Weil wir sonst schon alle anderen
> Lebewesen tot gemacht hätten.

Wie meinst Du das? Da√ü es ok ist, Pferde einzusperren, zu "z√ľchten" etc. weil sie bei uns in Freiheit nicht mehr leben k√∂nnen? Analog zu Zoos?

> Deswegen haben ein paar die nicht scheisse sind, diesen
> Tieren einen kleinen vorgegeben Raum besorgen m√ľssen, an dem
> sie halbwegs sicher und halbwegs artgerecht leben können.

So etwas in der Art meinte ich ja...

> Und ich möchte immer gerne im Hier und Jetzt reden. Ich muß
> dem Pferd vorgeben, daß es an einer gefährlichen Stelle ist
> und es auf mich hören muß.

Ja, wenn Du es reitest... Du persönlich siehst also keine Alternativen zum Reiten um den Bewegungsdrang von Pferden zu befriedigen? (nein, das ist keine Fangfrage, es interessiert mich wirklich)

> Leider ist das halt im Moment alles noch so, aber ich weiß
> da√ü Entwicklungen lange brauchen und wir m√ľssen ja auch
> √ľberlegen, wie wir jetzt mit der Situation umgehen.

Klar, darum ja meine Frage. Endlich mal jemand, der mich (zumindest an dieser Stelle) versteht. ;-)
Sicher ist es anzustreben, daß Tiere einfach gar nicht mehr in Gefangenschaft leben - aber bis dem so ist, können wir kaum achselzuckend danebenstehen und uns denken "nö, ist alles nicht ideal, also machen wir lieber gar nix".

Tanja

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Nunzi | Datum:
Hi Tanja!


> Naja, "zusammen leben" hat ja nichts mit "Reiten" zu tun...
> (abgesehen davon, daß das Zusammenleben von seiten der Pferde
> wohl kaum auf freiwilliger Basis stattfindet). Und
> "artgerecht" ist es bestimmt auch nicht f√ľr ein Pferd, wenn
> ein Mensch seinen Hintern auf seinen R√ľcken packt und sich
> von ihm durch die Gegend tragen läßt. So etwas ist
> "artgerecht" f√ľr die Kinder von Traglingen (also z.B.
> Menschen und viele Affenarten), ansonsten fällt mir da
> spontan kein Beispiel ein.

Da hast du bestimmt recht, an dieser Stelle habe ich nicht den Aspekt Reiten gemeint. Sondern eben wie wir sie mit uns leben lassen können, also wie wir sie halten, daß es halbwegs in Ordnung geht.



> Ja, denke, ich weiß, was Du meinst. Allerdings hatten wir das
> "Problem" ja schon mal in einem anderen Thread. Wenn man ein
> Pferd "besitzt", es als "Freizeitpferd nutzt" etc., ist das
> doch eine merkw√ľrdige (dominante) Art, zu lieben und kommt,
> auf die Menschheit √ľbertragen, wohl nur bei einigen Anh√§ngern
> sexueller Spielarten vor.

Dominant muß das nicht immer sein, wenn es ein aufeinander-eingehen gibt und man sich versteht. Wenn die Charaktere eines bestimmten Menschen und eines bestimmten Pferdes sich nicht vertragen, dann wird der Mensch dominant handeln. Dann sollte man sich, wie unter Menschen, eigentlich einfach trennen, das machen die meisten aber nicht, weil sie das Pferd ja gekauft haben und erzwingen dann dieses Verhältnis.

> Die "Liebe" zu anderen Tieren ist
> offenbar meist etwas völlig anderes als das, was Menschen
> unter sich unter "Liebe" verstehen...
>

Manche Menschen k√∂nnen andere Menschen wohl nicht lieben, zum Gl√ľck aber andere Tiere. Zum Gl√ľck k√∂nnen diese Leute wenigstens √ľberhaupt irgendwie Zuneigung empfinden, sonst w√§re mir Angst und Bange, was die alles anstellen w√ľrden mit der Welt.
Es stimmt aber auch, da√ü das meistens eine abartige bzw. verzerrte Liebe ist und die Tiere einem meistens Leid tun m√ľssen, die daf√ľr herhalten m√ľssen.


> Wie meinst Du das? Daß es ok ist, Pferde einzusperren, zu
> "z√ľchten" etc. weil sie bei uns in Freiheit nicht mehr leben
> können? Analog zu Zoos?
>

Nein, so meine ich das nicht.
Von Z√ľchtungen halte ich √ľberhaupt nichts, die Natur macht die besten Mischungen. Ich meine, da√ü wir die Tiere, die da sind leider einsperren m√ľssen, um sie vor der Welt zu sch√ľtzen.
Aber √ľber Zoos m√ľssen wir mal sprechen, wenn man sich trifft ;)
Oder einen neuen Thread aufmachen, aber das gabs bestimmt schon zu gen√ľge...


> > Und ich möchte immer gerne im Hier und Jetzt reden. Ich muß
> > dem Pferd vorgeben, daß es an einer gefährlichen Stelle ist
> > und es auf mich hören muß.
>
> Ja, wenn Du es reitest... Du persönlich siehst also keine
> Alternativen zum Reiten um den Bewegungsdrang von Pferden zu
> befriedigen? (nein, das ist keine Fangfrage, es interessiert
> mich wirklich)


Nein, auch wenn ich mit ihm spazierengehe, muß ich mit ihm an einer Straße stehen bleiben und ihm das irgendwie vermitteln.
Ich glaube in manchen F√§llen mu√ü ein Pferd bewegt werden, ja. Und tats√§chlich, obwohl ich mich gegen diesen Gedanken auch wehre, glaube ich auch, da√ü einige Pferde daran auch wirklich Spa√ü haben. (aber vielleicht haben wir das ja auch "angez√ľchtet"?)
Pferde sind auch faul und das ist f√ľr niemanden gesund. Wenn man nicht tollerweise einen Herdenverband hat sondern nur zwei Tiere, ist da auch weniger Bewegung.


Nunzia

Die "Liebe" zu anderen Tieren...

Autor: Tanja | Datum:
Hi Nunzi!

> Manche Menschen können andere Menschen wohl nicht lieben, zum
> Gl√ľck aber andere Tiere. Zum Gl√ľck k√∂nnen diese Leute
> wenigstens √ľberhaupt irgendwie Zuneigung empfinden, sonst
> w√§re mir Angst und Bange, was die alles anstellen w√ľrden mit
> der Welt.
> Es stimmt aber auch, daß das meistens eine abartige bzw.
> verzerrte Liebe ist und die Tiere einem meistens Leid tun
> m√ľssen, die daf√ľr herhalten m√ľssen.

Denke auch, daß ein Mensch, der nicht in der Lage ist, andere Menschen zu liebenm, eher einen Therapeuten braucht (und das ist nun ganz und gar nicht abfällig gemeint) als ein nichtmenschliches Tier, was er lieben kann...

> Von Z√ľchtungen halte ich √ľberhaupt nichts, die Natur macht
> die besten Mischungen. Ich meine, daß wir die Tiere, die da
> sind leider einsperren m√ľssen, um sie vor der Welt zu sch√ľtzen.

Eher weil sie alleine nicht √ľberlebensf√§hig sind...?

> Aber √ľber Zoos m√ľssen wir mal sprechen, wenn man sich trifft ;)

Ohje, da klingt ja schon wieder was an. ;-)
Na, dann m√ľssen wir uns wohl bald mal treffen. :D

> Oder einen neuen Thread aufmachen, aber das gabs bestimmt
> schon zu gen√ľge...

Hm, √ľber die Existenzberechtigung von Zoos wurde hier noch nie diskutiert, da das f√ľr Tierrechtler absolut indiskutabel ist. Nun, halt so indiskutabel wie jede andere "Haltung" von Tieren.

> Und tatsächlich, obwohl ich mich gegen diesen Gedanken auch
> wehre, glaube ich auch, daß einige Pferde daran auch wirklich
> Spaß haben. (aber vielleicht haben wir das ja auch
> "angez√ľchtet"?)

Ich kenne mich mit Pferden nicht gut aus, darum ja auch mein Posting hier, aber als ich als kleines M√§dchen auf Pferden ritt, gab es wirklich welche, die sich am Weidezaun vor die anderen dr√§ngten, wenn man mit Sattel und Zaumzeug kam. Allerdings w√ľrde ich heute aus dieser vermeintlichen Begeisterung f√ľr das Geritten-Werden nicht schlie√üen wollen, da√ü das f√ľr die Pferde per se toll war sondern vielleicht eher, da√ü das st√§ndige Eingesperrtsein auf einem St√ľck Wiese f√ľr sie noch schlimmer war als wenn sie jemand auf ihren R√ľcken setzte. Kann ich aber alles nur theoretisieren...

Tanja

Re: Die "Liebe" zu anderen Tieren...

Autor: Rele | Datum:
Tanja schrieb:
> > Ich meine, daß wir die Tiere, die da
> > sind leider einsperren m√ľssen, um sie vor der Welt zu
> sch√ľtzen.
>
> Eher weil sie alleine nicht √ľberlebensf√§hig sind...?

Oder durch andere Tiere (va Mensch) gefährdet wären.

Da fällt mir wieder der Bilderwitz ein, wo ein Typ ein Aquarium aus dem Fenster kippt& den Fischen zuruft: "ihr seid frei!"

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: snow | Datum:
warum stellt man sich bei einem pferd √ľberhaupt die frage nach einer alternative zum reiten?
bei einer kuh z.b. w√ľrde doch auch niemand auf diese idee kommen.

ich k√ľmmere mich auch um ein paar ponies (diese "geh√∂rten" schon zu mir bevor ich vegan wurde, aber wie ich zu den einzelnen gekommen bin, ist eine andere geschichte und hat jetzt nichts mit dem thema zu tun, ist also nur eine zusatzinfo). ich spiele zum teil mit ihnen (zumindest mit den j√ľngeren, die √§lteren haben an sowas kein interesse und m√ľssen nat√ľrlich auch nicht mitspielen), weil sie sich von alleine nicht genug bewegen w√ľrden. pferde sind zwar fluchttiere, aber wovor sollen sie in unserer gegend schon fl√ľchten, also mache ich die animateurin. manche nehme ich auch ab und zu ans fahrrad. optimal ist das nat√ľrlich auch nicht, weil ich mit dem fahrrad nicht in dem gel√§nde fahren kann, in dem ein pferd gerne l√§uft, asphalt ist da nicht so der optimale untergrund und einen seitenstreifen gibt es nicht √ľberall. bei h√∂heren geschwindigkeiten kann es schon mal probleme geben bzw. pferde machen auch gerne mal einen abrupten stop. das kann unangenehm werden und man muss seinen partner daf√ľr schon sehr gut kennen und vertrauen. das gleiche gilt allerdings f√ľrs spielen, auch das kann u.u. gef√§hrlich f√ľr den menschen werden. empfehlen w√ľrde ich das niemanden, der sich nicht schon ein wenig mit pferden auskennt und zumindest ansatzweise ihre "sprache" spricht.

eine weitere frage, die ich mir stelle ist, warum ein tierrechtler ausgerechnet ein junges, gesundes pferd irgendwo "retten" oder "befreien" sollte? gut daf√ľr gibt es mit sicherheit auch gr√ľnde und gelegenheiten, aber die sind doch viel seltener als irgendwo ein "krankes" (unnutzbares) pferd zu "befreien". diese sind meistens froh √ľberhaupt noch am leben bleiben zu d√ľrfen und wollen meist gar keine gro√üe besch√§ftigung von menschlichen animatoren, sondern sind zufrieden mit ein paar streicheleinheiten und regelm√§√üigen mahlzeiten (das soll jetzt nicht abwertend gemeint sein, sondern mehr wollen die dann wirklich nicht, die sind h√§ufig froh, einfach vom menschen in ruhe gelassen zu werden).

auch sollte man sich, bevor man mit dem gedanken spielt, sich um pferde zu k√ľmmern, sich ein wenig √ľber spezielle bed√ľrfnisse dieser und auch √ľber spezielle pferdekrankheiten schlau machen. gut gemeint ist hier leider h√§ufig das gegenteil von gut und so richtet man mit unwissenheit mehr schaden an, als n√∂tig. fehler sind allzu schnell gemacht, sie zu korrigieren dauert h√§ufig sehr viel l√§nger.

soviel erstmal zu dem thema...

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Tanja | Datum:
snow schrieb:
>
> warum stellt man sich bei einem pferd √ľberhaupt die frage
> nach einer alternative zum reiten?
> bei einer kuh z.b. w√ľrde doch auch niemand auf diese idee
> kommen.

Falls Du mit der Frage mich meintest ;-): ich stellte die Frage bzgl. Pferden und nicht Rindern, weil ich keine Ahnung habe, was diese (in Gefangenschaft "gez√ľchteten") f√ľr einen Bewegungsdrang haben bzw. vermute, da√ü der sich schon von dem der meisten Pferde unterscheidet. (die meisten Rinderrassen sind ja entweder auf m√∂glichst viel K√∂rpermasse oder eine hohe "Milchleistung" gez√ľchtet, oder beides, w√§hrend Pferde immer noch "dazu da" sein sollen, zu laufen)

> eine weitere frage, die ich mir stelle ist, warum ein
> tierrechtler ausgerechnet ein junges, gesundes pferd irgendwo
> "retten" oder "befreien" sollte? gut daf√ľr gibt es mit
> sicherheit auch gr√ľnde und gelegenheiten, aber die sind doch
> viel seltener als irgendwo ein "krankes" (unnutzbares) pferd
> zu "befreien".

Sicher. Ich pers√∂nlich bin halt schono einige Male dazu gekommen, auf einmal "junge und gesunde" Tiere betreuen zu m√ľssen (auch wenn ich sie teilweise erst gesundpflegen mu√üte...), so da√ü ich mir vorstellen kann, da√ü so etwas auch vorkommt. Eine Bekannte von mir hat als junges M√§dchen von ihrem Konfirmationsgeld von der Reitschule, wo sie war, ein Pferd "gekauft", Moritz war damals 13 und, nachdem er div. Verletzunden auskuriert hatte, wieder fit. (nein, ich meine mit "retten" oder "befreien" in diesem Thread sonst nicht "kaufen")

> auch sollte man sich, bevor man mit dem gedanken spielt, sich
> um pferde zu k√ľmmern, sich ein wenig √ľber spezielle
> bed√ľrfnisse dieser und auch √ľber spezielle pferdekrankheiten
> schlau machen.

√Ąh ja, davon ging ich aus. Mir ging es ja auch nicht konkret um die Aufnahme eines Pferdes sondern eben um die M√∂glichkeiten, einem in Gefangenschaft lebenden Pferd gen√ľgend Bewegungsm√∂glichkeiten zu bieten.
Wie leben denn "Deine" Ponies? Zu wievielen etc.? Und Du hast nicht zufällig ein Foto, was ein Pferd am Fahrrad zeigt? ;-)

Tanja

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: juna | Datum:
Hallo, ich beherberge 5 Ponys unterschiedlichen Alters und Geschlechts, alle 5 waren mal "Notfallponys" und alle haben aus fr√ľheren Zeiten noch ein Handicap beibehalten, ich bin fr√ľher mal geritten.
Vom Fahrradfahren mit Ponys und Pferden w√ľrde ich pers√∂nlich immer abraten, da diese dazu neigen √úbermut mit Freudenbucklern zu quittieren, kann es eventuell dazu kommen, dass sie beim √ľberm√ľtigen Auskeilen mit dem Bein in die Speichen geraten. Mir w√§re daher das Verletzungsrisiko einfach zu gross. Joggen oder einfach nur so Spazierengehen halte ich da f√ľr ungef√§hrlicher, f√ľr alle Beteiligten.
Meiner Meinung nach muss der Mensch nicht daf√ľr sorgen, dass sich ein Pferd bzw. Pony auspowert, im Herdenverband und mit ausreichend Platz machen die das schon ganz von allein.
Dennoch hab ich die Erfahrung gemacht, dass Pferde und Ponys durchaus gern von "ihrem Menschen" beschäftigt werden, bzw. diesen beschäftigen ;-)
Die mit mir lebenden Ponys fordern das ein. Diejenigen unter ihnen, die durch grausame Erfahrungen mit Menschen stark traumatisiert worden sind, brauchten zwar etwas Zeit, um Vertrauen zu mir aufzubauen, inzwischen geniessen sie aber die Zeit, die sie mit mir verbringen.
Diese Beschäftigungen miteinander sehen immer anders aus, je nachdem, wozu die Beteiligten gerade Lust haben. Eigentlich kann man, wenn die Beziehung und die Kommunikation stimmt, mit Pferden und Ponys genauso viel unternehmen, wie mit Hunden. Wie snow habe auch ich die Erfahrung gemacht, dass Pferde und Ponys es lieben zu spielen.
Zum "Reiten" ist meine Einstellung ambivalent,...
Einerseits gibt es m.M.n. durchaus Pferde, die Spaß daran haben, andererseits ist Reiten immer mit einem gewissen Zwang verbunden.
Um g√§nzlich zwangloses Reiten zu erm√∂glichen, m√ľsste die Kommunikation zwischen Mensch und Pferd bzw. Pony reibungslos zu 100% funktionieren. Mir pers√∂nlich gelingt das nicht!
Auf gewisse Zwangmittel darf man in Deutschland ja auch aus Versicherungsgr√ľnden schon nicht verzichten (=Z√§umungen, die bereits in ihrer Wortbedeutung auf Zwang hindeuten).
Daher ist es m.M.n. eine individuelle Entscheidung zwischen den jeweils Beteiligten (Mensch & Pferd), ob geritten wird oder eben nicht.
LG! juna

Die Entscheidungsfreiheit des Pferdes...?

Autor: Tanja | Datum:
Hi Juna,

> Daher ist es m.M.n. eine individuelle Entscheidung zwischen
> den jeweils Beteiligten (Mensch & Pferd), ob geritten wird
> oder eben nicht.

Den restlichen Beitrag habe ich sehr gut verstanden, aber hier im Schlu√üsatz klingt das f√ľr mich nun so, als h√§tte ein Pferd (oder ein anderes in Gefangenschaft lebendes Tier) die Wahl - und die hat es mit Sicherheit nicht. Weder, wo es lebt noch wie es lebt und schon gar nicht, wann es sich wie wo bewegen darf. Auch nicht im antispeziesistischsten "Tierasyl".

Tanja

Re: Die Entscheidungsfreiheit des Pferdes...?

Autor: juna | Datum:
Hallo Tanja,
also die Tiere mit denen ich lebe haben sehr wohl ein gewisses Mitbestimmungsrecht ;-)
Gerade in Bezug auf Freizeitaktivitäten bestimmen es die Ponys, worauf sie Lust haben, ich "zwinge" ihnen nichts auf, innerhalb ihrer Herdenstruktur sind sie ebenfalls selbstbestimmend, da mische ich mich auch nicht (bzw. nur im Notfall) ein. Ich dominiere also keinesfalls ihren Tag, eher umgekehrt *grins*
Dass es dennoch Tiere in Gefangenschaft sind, vermag ich nicht zu √§ndern, bem√ľhe mich aber ihnen soviel Freiheit wie m√∂glich einzur√§umen.Wobei ich schon anmerken muss, dass die Ponys vollen Familienanschluss haben und auf diesen auch bestehen.
M.M.n. k√∂nnen alle Tiere sehr wohl sehr deutlich machen, was sie m√∂chten und was nicht, ob das Tier Mensch dann darauf auch achtet und eingeht bzw. diese Eintscheidung akzeptiert sei "nat√ľrlich" leider dahin gestellt.
LG! juna

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: snow | Datum:
Tanja schrieb:
>
> snow schrieb:
> >
> > warum stellt man sich bei einem pferd √ľberhaupt die frage
> > nach einer alternative zum reiten?
> > bei einer kuh z.b. w√ľrde doch auch niemand auf diese idee
> > kommen.
>
> Falls Du mit der Frage mich meintest ;-): ich stellte die
> Frage bzgl. Pferden und nicht Rindern, weil ich keine Ahnung
> habe, was diese (in Gefangenschaft "gez√ľchteten") f√ľr einen
> Bewegungsdrang haben bzw. vermute, daß der sich schon von dem
> der meisten Pferde unterscheidet. (die meisten Rinderrassen
> sind ja entweder auf möglichst viel Körpermasse oder eine
> hohe "Milchleistung" gez√ľchtet, oder beides, w√§hrend Pferde
> immer noch "dazu da" sein sollen, zu laufen)

die frage war eigentlich eher rhetorisch gemeint ;-).
aber wenn du die thematik schon aufgreifst, h√§tte ich nat√ľrlich meinen zweiten satz auch so formulieren k√∂nnen: bei einer kuh w√ľrde doch auch kein tierrechtler darauf kommen diese zu melken oder zu schlachten, nur weil diese daf√ľr gez√ľchtet wurden und weil es in unserer gesellschaft √ľblich ist, so mit ihnen zu verfahren.
rinder haben einen √§hnlichen bewegungsdrang wie pferde, daran haben auch die vielen spezialz√ľchtungen nicht wirklich etwas ge√§ndert, nur die "haltungsformen" in der gefangenschaft.
also, so weit liegen rind und pferd in der beziehung nicht auseinander.

> Sicher. Ich persönlich bin halt schono einige Male dazu
> gekommen, auf einmal "junge und gesunde" Tiere betreuen zu
> m√ľssen (auch wenn ich sie teilweise erst gesundpflegen
> mußte...), so daß ich mir vorstellen kann, daß so etwas auch
> vorkommt. Eine Bekannte von mir hat als junges Mädchen von
> ihrem Konfirmationsgeld von der Reitschule, wo sie war, ein
> Pferd "gekauft", Moritz war damals 13 und, nachdem er div.
> Verletzunden auskuriert hatte, wieder fit. (nein, ich meine
> mit "retten" oder "befreien" in diesem Thread sonst nicht
> "kaufen")

ich hatte deine frage allgemein verstanden. allgemein kann man das aber nur sehr schwer beantworten, da es zu stark vom individuum abhängt. hier schließe ich mich dem beitrag von juna an. es gibt durchaus pferde mit denen man alles machen kann, die spaß daran haben und sogar einen gewissen ehrgeiz an tag legen. es gibt aber auch pferde, die sich zu gar nichts motivieren lassen.

wenn du eine spezielle frage, zu einem speziellen pferd hast, muss man dieses individuell betrachten. daf√ľr w√§ren aber sehr viel mehr informationen √ľber das betreffende pferd n√∂tig und auch dann wird es schwierig mit tipps, weil man eine beurteilung nur abgeben kann, wenn man das betreffende pferd auch pers√∂nlich kennt (worte k√∂nnen einen charakter schmwer vermitteln).

> > auch sollte man sich, bevor man mit dem gedanken spielt, sich
> > um pferde zu k√ľmmern, sich ein wenig √ľber spezielle
> > bed√ľrfnisse dieser und auch √ľber spezielle pferdekrankheiten
> > schlau machen.
>
> √Ąh ja, davon ging ich aus. Mir ging es ja auch nicht konkret
> um die Aufnahme eines Pferdes sondern eben um die
> Möglichkeiten, einem in Gefangenschaft lebenden Pferd
> gen√ľgend Bewegungsm√∂glichkeiten zu bieten.
> Wie leben denn "Deine" Ponies? Zu wievielen etc.? Und Du hast
> nicht zufällig ein Foto, was ein Pferd am Fahrrad zeigt? ;-)
>
> Tanja

sollte keine persönliche kritik an dir sein, aber ich hab schon zu viel elend gesehen, weil menschen es ja nur gut meinten., daher ermahne ich lieber einmal zu viel als einmal zu wenig.

"meine" ponies leben zu 10, davon 2 allerdings r√§umlich getrennt, aber trotzdem ist es ein herde. w√§re jetzt zu kompliziert das genauer zu erl√§utern. ist auch nicht optimal, aber im moment nur so m√∂glich. sie stehen immer drau√üen, haben aber einen stall, den sie aufsuchen k√∂nnen, wenn sie denn m√∂chten. im winter laufen die 8 ponies, die zusammenstehen auf einer weide, die ca. 1,5 h gro√ü ist. im sommer ist der auslauf leider kleiner, da sie alle dazu neigen zu fett zu werden und nur stundenweise ins gras d√ľrfen.
wie gesagt nicht optimal, aber mit sicherheit immer noch besser als 99 % ihrer artgenossen.
ein bild vom pony am fahrrad habe ich leider nicht.

Zwischenstand

Autor: Tanja | Datum:
Nur mal als eine kurze Zwischenbilanz von mir: bisher kam leider nicht viel brauchbares, will sagen nichts, was irgendwie "greifbar" wäre. Was mich vor allem stört, ist der "laßt es ganz sien mit den Pferden, Ihr habt ja eh keine Ahnung"-Tenor, der sich durch einige Postings zieht.
Um mal beim "Hamster-Beispiel" zu bleiben: ich k√∂nnte niemals, unter keinen Umst√§nden, sagen, da√ü man einem Hamster, der in Gefangenschaft lebt, auch nur ann√§hernd gerecht werden kann (so wie eigentlich allen anderen Tieren auch, aber Hamster sind aufgrund ihres enormen Bewegungsbed√ľrfnisses inkl. extrem ausgedehnter Nahrungssuche und dem Bed√ľrfnis, lange, bis zu 3 m tief in die Erde gehende Bauten zu graben, ein sehr gutes Beispiel, wie ich finde - und von ich halt auch Ahunng habe ;-)). Aber ich kann Leuten, die einen Hamster aus einer Notsituation heraus aufnehmen, trotzdem sagen, was sie tun k√∂nnen, um sich soweit wie m√∂glich an das Ideal heranzubewegen. Es w√§re bescheuert, jemandem, der sagt "ich habe hier einen Hamster sitzen, der sollte das Klo runtergesp√ľlt werden und da habe ich ihn gerettet" zu antworten "ohje, la√ü das mal sein, Du wirst ihm eh nicht gerecht" (und damit selbst auf die Klosp√ľlung zu dr√ľcken, oder wie?).

Sicher kann man vieles nicht verallgemeinern und jedes pferd ist einzigartig (so wie jedes andere Tier auch), aber es mu√ü doch m√∂glich sein, hier etwas mehr Informationen zusammenzutragen und etwas mehr in die Tiefe gehend zu diskutieren. W√ľrde bestimmt nicht nur mich sehr freuen.

Tanja

Re: Zwischenstand

Autor: snow | Datum:
Tanja schrieb:
>
> Nur mal als eine kurze Zwischenbilanz von mir: bisher kam
> leider nicht viel brauchbares, will sagen nichts, was
> irgendwie "greifbar" wäre.

ich finde schon, dass hier ein paar ganz brauchbare Tipps gegeben wurden. spielen, spazieren gehen, fahrrad fahren. ist das nicht "greifbar"? das alles will nat√ľrlich gelernt sein und es w√§re fahrl√§ssig nicht auf gefahren hinzuweisen.

> Was mich vor allem stört, ist der
> "laßt es ganz sien mit den Pferden, Ihr habt ja eh keine
> Ahnung"-Tenor, der sich durch einige Postings zieht.

falls du das aus meinen postings auch abgeleitet haben solltest, es handelt sich um eine warnung, ich kenne dich ja nicht pers√∂nlich und wei√ü demnach auch nicht, was ich dir zutrauen kann. ein pferd kann nun mal ziemlich alt werde und sollte ja dann auch sein leben lang immer optimal versorgt werden. ist das alles gew√§hrleistet? wenn ja prima. wenn du wirklich gewillt bist ein notfall-pferd aufzunehmen, und alle voraussetzungen erf√ľllen kannst, diesem pferd auch ein angenehmes leben zu geben, dann mache es bitte. notf√§lle gibt es leider viel zu viele :-(

> Um mal beim "Hamster-Beispiel" zu bleiben: ich könnte
> niemals, unter keinen Umständen, sagen, daß man einem
> Hamster, der in Gefangenschaft lebt, auch nur annähernd
> gerecht werden kann (so wie eigentlich allen anderen Tieren
> auch, aber Hamster sind aufgrund ihres enormen
> Bewegungsbed√ľrfnisses inkl. extrem ausgedehnter Nahrungssuche
> und dem Bed√ľrfnis, lange, bis zu 3 m tief in die Erde gehende
> Bauten zu graben, ein sehr gutes Beispiel, wie ich finde -
> und von ich halt auch Ahunng habe ;-)). Aber ich kann Leuten,
> die einen Hamster aus einer Notsituation heraus aufnehmen,
> trotzdem sagen, was sie tun können, um sich soweit wie
> möglich an das Ideal heranzubewegen. Es wäre bescheuert,
> jemandem, der sagt "ich habe hier einen Hamster sitzen, der
> sollte das Klo runtergesp√ľlt werden und da habe ich ihn
> gerettet" zu antworten "ohje, laß das mal sein, Du wirst ihm
> eh nicht gerecht" (und damit selbst auf die Klosp√ľlung zu
> dr√ľcken, oder wie?).

dass das keine option ist, dar√ľber brauchen wir hier wohl nicht zu reden, wundert mich auch etwas, dass so ein beispiel hier gebracht wird.

beim nächsten pferde-notfall in deiner gegend, weiß ich ja jetzt an wen ich mich wenden kann. sehr schön, eine sorge weniger :-)


> Sicher kann man vieles nicht verallgemeinern und jedes pferd
> ist einzigartig (so wie jedes andere Tier auch), aber es muß
> doch möglich sein, hier etwas mehr Informationen
> zusammenzutragen und etwas mehr in die Tiefe gehend zu
> diskutieren. W√ľrde bestimmt nicht nur mich sehr freuen.
>
> Tanja

um noch etwas mehr in die tiefe zu gehen: ein pferd ist nun mal schon allein von seiner gr√∂√üe und kraft nicht einfach mit einem hamster zu vergleichen. das macht den umgang mit einem pferd um einiges gef√§hrlicher. nicht nur f√ľr denjenigen der selber mit dem pferd umgeht, sondern evtl. auch f√ľr unbeteiligte (zumindest wenn man aktivit√§ten mit dem pferd ausserhalb von eingez√§unten grundst√ľcken unternimmt).

was stellst du dir denn jetzt konkret unter "in die tiefe gehen" vor. m√∂chtest du wirklich eine beschreibung davon, wie man mit pferden spielt, spazieren geht oder fahrrad f√§hrt? kannst mich gern mal besuchen kommen, dann zeig ich es dir, aber nimm dir zeit mit, dass "programm" ist nicht jeden tag abspulbar wie eine casette. aber auch dann, erf√§hrst du nur wie ich mit "meinen" ponies spiele, ob du das dann auf andere pferde √ľbertragen kannst, ist wieder eine andere sache.

versteh mich bitte nicht falsch oder werte das als √ľberheblich, aber ich wei√ü nicht so ganz worauf du mit deiner frage hinaus willst.

Re: Zwischenstand

Autor: Tanja | Datum:
> falls du das aus meinen postings auch abgeleitet haben
> solltest, es handelt sich um eine warnung, ich kenne dich ja
> nicht persönlich und weiß demnach auch nicht, was ich dir
> zutrauen kann. ein pferd kann nun mal ziemlich alt werde und
> sollte ja dann auch sein leben lang immer optimal versorgt
> werden. ist das alles gewährleistet? wenn ja prima. wenn du
> wirklich gewillt bist ein notfall-pferd aufzunehmen, und alle
> voraussetzungen erf√ľllen kannst, diesem pferd auch ein
> angenehmes leben zu geben, dann mache es bitte. notfälle gibt
> es leider viel zu viele :-(

√Ąh, das hatte ich doch alles im Eingangsposting erw√§hnt. Ich habe nicht die M√∂glichkeiten und darum auch nicht vor, in n√§herer Zukunft ein Pferd aufzunehmen. Aber ich treffe halt immer mal wieder auf welche ;-) und auf Leute, die sich um Pferde k√ľmmern.
> um noch etwas mehr in die tiefe zu gehen: ein pferd ist nun
> mal schon allein von seiner größe und kraft nicht einfach mit
> einem hamster zu vergleichen. das macht den umgang mit einem
> pferd um einiges gef√§hrlicher. nicht nur f√ľr denjenigen der
> selber mit dem pferd umgeht, sondern evtl. auch f√ľr
> unbeteiligte (zumindest wenn man aktivitäten mit dem pferd
> ausserhalb von eingez√§unten grundst√ľcken unternimmt).

Ich wollte auch nicht "vergleichen" sondern lediglich ausdr√ľcken, da√ü man auch einem Hamster niemals "gerecht werden" kann.

> was stellst du dir denn jetzt konkret unter "in die tiefe
> gehen" vor. möchtest du wirklich eine beschreibung davon, wie
> man mit pferden spielt, spazieren geht oder fahrrad fährt?

Ja, etwas konkreter wäre schon schön gewesen.

> kannst mich gern mal besuchen kommen, dann zeig ich es dir,
> aber nimm dir zeit mit, dass "programm" ist nicht jeden tag
> abspulbar wie eine casette. aber auch dann, erfährst du nur
> wie ich mit "meinen" ponies spiele, ob du das dann auf andere
> pferde √ľbertragen kannst, ist wieder eine andere sache.

Klar, mail mir doch mal - falls ich mal in der Gegend bin... :-)

Tanja

Re: Zwischenstand

Autor: snow | Datum:
Tanja schrieb:

>
> Klar, mail mir doch mal - falls ich mal in der Gegend bin...
> :-)
>
> Tanja

ich komme aus hamburg. die genaue adresse geb ich dir gern per mail, wenn du wirklich mal in die gegend kommen solltest.

aber wie schon gesagt, es ist nicht mal eben so an einem nachmittag gezeigt. daf√ľr ist das thema zu komplex.

Spielen mit Pferden

Autor: Achim Stößer | Datum:
> gegeben wurden. spielen, spazieren gehen, fahrrad fahren. ist
> das nicht "greifbar"? das alles will nat√ľrlich gelernt sein

Nicht wirklich. Daß das beim "Spielen" nicht Schach oder Stöckchen apportieren gemeint ist, ist ja noch relativ klar - aber was dann? Wie sieht das aus?

Achim

unterst√ľtzung [Re: Zwischenstand]

Autor: georg hemprich | Datum:
vorweg eine entschuldigung f√ľr mein langes schweigen: ich bin (fast) immer unterwegs; es f√§llt mir daher nicht leicht, mich an foren-diskussionen zu beteiligen

es sind meiner meinung nach doch einige beiträge gekommen, die zeigen, dass der versuch unternommen wird, sich mit der thematik differenzierter auseinanderzusetzen

tanja, den vergleich mit dem hamster empfinde ich als gänzlich unangemessen. genau so lässt sich meiner meinung nach eine frage nach generellen lösungen nicht finden: mit unbootmässiger vereinfachung. pferde sind, was die haltung angeht, 'undankbar' - sie brauchen viiiiiiiel platz, viiiiiiiel futter, viiiiiiiiiel ... sonstwas. die kategorie 'hamster' ist eine unvergleichbar kleinere schublade

wenn du dich daran gestört hast, dass ich verallgemeinert habe, in dem ich sowas sagte wie 'ihr könnt das nicht leisten', dann bezog sich das auch und gerade auf die oben angesprochenen dimensionen

du forderst genauere antworten und ich blocke das erneut ab: jeder 'fall' ist individuell zu betrachten. jede aussage √ľber eine einzell√∂sung m√∂glicherweise richtig im einzelnen ("ich f√ľhre meine pferde mit dem fahrrad spazieren"), aber meist unrichtig im allgemeinen ("asphalt ist ungeeignet")

mein unkonstruktiv scheinender vorschlag, sich des themas nicht genauer anzunehmen - das heisst: die augen zuzumachen, wenn ein pferd, ein elefant, eine kuh oder ein mammut zur rettung bereitstehen - klang vermutlich grausam. aber allein die tatsache, dass schätzungsweise 40% aller pferde bei eurem lokalen schlachter um die ecke kerngesund sind ...

ich habe mein engagement in dieser richtung begrenzt, indem ich an pferden aufgenommen habe, was ich leisten konnte und kann. mehr geht bei mir pers√∂nlich nicht - und es geht nur, weil andere mich dabei sehr (!!) unterst√ľtzen, was heisst: seit jahren verdammt viel arbeit und sorge abnehmen. wenn ich heute von neuen 'f√§llen' h√∂re, versuche ich, geeignete pl√§tze zu vermitteln - oder ich versuche, nichts mehr zu h√∂ren, weil ich den frust nicht mehr ertragen kann und will. auch diese antwort wird wieder nicht befriedigen, f√ľrchte ich.

als letztes aber vielleicht wichtigstes biete ich an, in einzelnen notfällen beratend zur seite zu stehen: ich kann versuchen hinzukommen, kann mir eine situation vor ort anschauen, kann aus meiner sicht heraus tipps geben

wer dringende fragen hat, schreibt mir bitte eine email oder ruft mich an - das geht bestimmt schneller und genauer und effektiver als √ľber eine forenanfrage, die ich eventuell nicht oder viel zu sp√§t finde: info@peryton.de - 0175-8432672

Re: unterst√ľtzung [Re: Zwischenstand]

Autor: Tanja | Datum:
Hi Georg,

> tanja, den vergleich mit dem hamster empfinde ich als
> gänzlich unangemessen. genau iso/i lässt sich meiner
> meinung nach eine frage nach generellen lösungen nicht
> finden: mit unbootmässiger vereinfachung. pferde sind, was
> die haltung angeht, 'undankbar' - sie brauchen viiiiiiiel
> platz, viiiiiiiel futter, viiiiiiiiiel ... sonstwas. die
> kategorie 'hamster' ist eine unvergleichbar kleinere schublade

Nun, sicher w√ľrde sich ein Hamster in einer Pferdebox "wohler" f√ľhlen als ein Pferd ;-) - aber meine Aussage hatte absolut nichts mit der Gr√∂√üe des betr. Tieres zu tun (war aber zugegebenerma√üen in der Hisicht schon etwas provokativ gemeint), denn man kann nun mal auch einem Hamster niemals "gerecht" werden. Und das ist, wie ich bereits sagte, kein Grund, "es sein zu lassen", also keinen Hamster mehr aus einer Notlage zu befreien. Und f√ľr diesen Gedankengang ist es vollkommen unerhebelich, da√ü ich f√ľr einen Hamster eher Platz schaffen k√∂nnte als f√ľr ein Pferd.

> wenn du dich daran gestört hast, dass ich verallgemeinert
> habe, in dem ich sowas sagte wie 'ihr könnt das nicht
> leisten', dann bezog sich das auch und gerade auf die oben
> angesprochenen dimensionen

Ja, ich wei√ü. Aber das kann eben qusi niemand. Kein Grund in meinen Augen, sich, wenn das Optimum (?) nicht gegeben ist, nicht trotzdem im Rahmen evt. begrenzterer M√∂glichkeiten um Pferde zu k√ľmmern. Klar, wenn man nur eine Etagenwohnung hat, braucht man auch das icht zu tun, gibt ja auch noch andere Tiere au√üer Pferden, die Hilfe brauchen (und evt. gar nicht aufgenommen werden m√ľssen).

> du forderst genauere antworten und ich blocke das erneut ab:
> jeder 'fall' ist individuell zu betrachten. jede aussage √ľber
> eine einzellösung möglicherweise richtig im einzelnen ("ich
> f√ľhre meine pferde mit dem fahrrad spazieren"), aber meist
> unrichtig im allgemeinen ("asphalt ist ungeeignet")

Klar ist jeder Fall individuell zu betrachten. Trotzdem hatte ich auf ein paar Anregungen gehofft, daß die nicht gänzlioch pauschalisiert werden können, ist sicher nicht nur mir klar sondern auch den anderen Usern dieses Forums. (hoffe ich zumindest)

> mein unkonstruktiv scheinender vorschlag, sich des themas
> nicht genauer anzunehmen - das heisst: die augen zuzumachen,
> wenn ein pferd, ein elefant, eine kuh oder ein mammut zur
> rettung bereitstehen - klang vermutlich grausam. aber allein
> die tatsache, dass schätzungsweise 40% aller pferde bei eurem
> lokalen schlachter um die ecke kerngesund sind ...

Nun, sicher mu√ü man die Augen, wenn man nicht wahnsinnig werden will, auch ab und an verschlie√üen (solange man vegan ist, halte ich das f√ľr vollkommen legitim ;-/), und da√ü man "nicht alle retten" kann, ist sowieso klar. Aus einer Eiproduktionsanlage werden auch nur ein paar wenige Hennen befreit bei Befreiungsaktionen, der Rest bleibt zur√ľck und sieht dem sicheren Tod entgegen. Doch f√ľr die paar Einzelnen ist es ihr Leben und die Menschen, die sich dann um sie k√ľmmern, versuchen ihr bestes, ihnen dieses leben so sch√∂n wie m√∂glich zu machen. Da√ü die Hennen hier in Deutschland niemals in einem riesigen Wald rumlaufen k√∂nnen und es sehr viel mehr Hennen gibt, die nicht gerettet werden k√∂nnen, sollte m.E. niemanden davon abhalten, trotzdem das zu tun, was in seiner Macht, Einzelnen zu helfen.

> ich habe mein engagement in dieser richtung begrenzt, indem
> ich an pferden aufgenommen habe, was ich leisten konnte und
> kann. mehr geht bei mir persönlich nicht

Kenne ich - wenn auch nicht mit Pferden. ;-)

> wenn ich
> heute von neuen 'fällen' höre, versuche ich, geeignete plätze
> zu vermitteln - oder ich versuche, nichts mehr zu hören, weil
> ich den frust nicht mehr ertragen kann und will. auch diese
> antwort wird wieder nicht befriedigen, f√ľrchte ich.

Nein, die spiegelt halt die Realität wider. ;-/

> als letztes aber vielleicht wichtigstes biete ich an, in
> einzelnen notfällen beratend zur seite zu stehen: ich kann
> versuchen hinzukommen, kann mir eine situation vor ort
> anschauen, kann aus meiner sicht heraus tipps geben

Na das kann siher mal f√ľr den einen oder anderen hilfreich sein. :-) Es soll hier ja auch gar nicht um konkrete F√§lle gehen.

Vor ein paar Monaten rief mich eine Bekannte aus dem Tierschutz an um mir zu sagen, da√ü sie wahrscheinlich ein Pferd aufnehmen m√ľsse, sie habe auch schon einen Offenstallplatz (keine Ahnung, wie der ausgesehen h√§tte) gefunden, aber ob ich dieses Pferd nicht ab und an mal "bewegen" k√∂nne, es stehe ja sonst dort auch nur rum auf der Weide. Und es sei wegen einer Verletzung auch nur noch bedingt "reitbar", d√ľrfe nur Schritt gehen; worauf ich erwiderte, da√ü ich mich gern mit um das Pferd k√ľmmern w√ľrde (soweit zeitlich m√∂glich) aber keinen Grund sehe, mich auf den R√ľcken eines Pferdes zu setzen, mit dessen Tempo ich sowieso auch locker zu Fu√ü Schritt halten k√∂nnte. Hinterher dachte ich dann, da√ü ich mich wohl sowieso nicht mehr auf den R√ľcken eines Pferdes setzen w√ľrde und dachte dar√ľber nach, was es wohl bei gesunden Pferden f√ľr Alternativen gebe. Mich hat das halt besch√§ftigt. ;-)

Ach ja, das Pferd wurde get√∂tet, der Typ, der es "loswerden" wollte, hatte es sich anders √ľberlegt und es umbringen lassen.

Tanja

Re: unterst√ľtzung [Re: Zwischenstand]

Autor: georg hemprich | Datum:
> Vor ein paar Monaten rief mich eine Bekannte aus dem
> Tierschutz an um mir zu sagen, daß sie wahrscheinlich ein
> Pferd aufnehmen m√ľsse, sie habe auch schon einen
> Offenstallplatz (keine Ahnung, wie der ausgesehen hätte)
> gefunden, aber ob ich dieses Pferd nicht ab und an mal
> "bewegen" könne, es stehe ja sonst dort auch nur rum auf der
> Weide. Und es sei wegen einer Verletzung auch nur noch
> bedingt "reitbar", d√ľrfe nur Schritt gehen;

soll ich mal wieder polemisch sein und darauf hinweisen, dass dies ein schlagendes beispiel daf√ľr ist, dass 'tierschutz' eben nicht zwingend was mit 'tierliebe' oder gar vegan-leben zu tun hat. in den k√∂pfen der meisten leute ist die √ľberzeugung fest verankert, das pferde 'reitpferde' sind und dass sie 'bewegt werden m√ľssen' - nat√ľrlich reitend - selbst wenn sie krank sind. bittere wirklichkeit ...

> worauf ich erwiderte, daß ich mich gern mit um das Pferd
> k√ľmmern w√ľrde (...) Mich hat das halt besch√§ftigt. ;-)

jetzt verstehe ich deine motivation nat√ľrlich besser. aber nach wie vor bleibe ich dabei, dass die aussagen dazu nicht konkreter sein sollten

> Ach ja, das Pferd wurde getötet, der Typ, der es "loswerden"
> wollte, hatte es sich anders √ľberlegt und es umbringen lassen.

tja, tanja, auch dies: bittere wirklichkeit

Tierschutz

Autor: Achim Stößer | Datum:
> soll ich mal wieder polemisch sein und darauf hinweisen, dass
> dies ein schlagendes beispiel daf√ľr ist, dass 'tierschutz'
> eben nicht zwingend was mit 'tierliebe' oder gar vegan-leben
> zu tun hat. in den köpfen der meisten leute ist die
> √ľberzeugung fest verankert, das pferde 'reitpferde' sind und

Was ist an dieser simplen Feststellung (vgl. auch http://tierrechtspartei.de./tstr) denn polemisch?

Achim

Re: unterst√ľtzung [Re: Zwischenstand]

Autor: Tanja | Datum:
> soll ich mal wieder polemisch sein und darauf hinweisen, dass
> dies ein schlagendes beispiel daf√ľr ist, dass 'tierschutz'
> eben nicht zwingend was mit 'tierliebe' oder gar vegan-leben
> zu tun hat.

√Ąh, ja, da√ü das klar ist, davon ging ich aus. ;-)

> > Ach ja, das Pferd wurde getötet, der Typ, der es "loswerden"
> > wollte, hatte es sich anders √ľberlegt und es umbringen
> lassen.
>
> tja, tanja, auch dies: bittere wirklichkeit

Sollte auch nur der Frage, was aus dem Pferd nun geworden ist bzw. wer es denn nun reitet, zuvorkommmen. ;-/

Tanja

Re: unterst√ľtzung [Re: Zwischenstand]

Autor: juna | Datum:
Hallo, zum Spielen mit Pferden kann ich pers√∂nlich nur beisteuern, dass man als aufgeschlossene, interessierte Wesen beiderseits sich sehr schnell dar√ľber verst√§ndigen kann, was einem Spa√ü machen w√ľrde. Es gibt da die unterschiedlichsten Vorlieben. Alle Pferde spielen jedoch gern "kriegen", wobei das f√ľr (diesbez√ľglich unerfahrene) menschliche Wesen nicht gerade ungef√§hrlich ist, da das "tick, Du bist!" doch etwas heftiger kommen kann, als Mensch vertr√§gt.
Die mit mir lebenden Ponys Plantschen z.B. gern. An hei√üen Tagen lege ich ihnen einfach den Gartenschlauch auf den Paddock. Dieser ist sehr begehrt, die machen sich dann ein Spiel daraus diesen zu ergattern und f√ľr sich zu sichern, laufen auch mit dem Schlauch im Mund vor den anderen weg. Am liebsten lassen sie sich das Wasser in den Mund laufen, bis die Backen vom Wasser schon ganz gebeult sind, dann lassen sie das Wasser in eins herausquatschen. Auch mit dem Wasser abspritzen lassen sie sich gern, je h√∂her der Wasserdruck, desto sch√∂ner. Wenn der Paddock dann unter Wasser steht, schmei√üen sie sich auch gern in die Pf√ľtzen oder Plantschen mit den Vorderbeinen im Wasser. Zu beobachten war, dass anf√§nglich nur der Boss der Ponyherde Lust zu diesem Spiel hatte und die anderen sich vor dem gelben Schlauch und dem Wasser f√ľrchteten. Es dauerte einige Wochen, bis auch die anderen Spa√ü am Plantschen entwickelten. Teilweise bringe ich mich ins Spiel ein, sie entwickeln aber auch miteinander immer neue Spielvariationen. Ich bin allerdings immer dabei um Unf√§lle zu vermeiden (Stolpern √ľber den Schlauch etc.).
Au√üerdem entdecken die 5 gern neue Objekte. Wenn man ihnen einen riesigen Gymnastikball, ein Plantschbecken oder eine gro√üe Plane etc. auf den Paddock bringt, probieren sie begeistert aus, was man damit anstellen kann. Aus solchen "Experimenten" entwickeln sich dann oftmals im Miteinander Spiele und auch Rituale. Wichtig ist dabei immer, dass man umsichtig darauf achtet, dass es f√ľr die Pferde nicht gef√§hrlich wird und sich diesbez√ľglich auch dar√ľber im Klaren ist, was f√ľr Pferde gef√§hrlich sein kann. So k√∂nnen Pferde sich z.B. nicht erbrechen und das Verschlucken von Gegenst√§nden oder abgebissenen Teilen davon kann zu Schlundverstopfungen und Koliken f√ľhren.
Im vergangenen November hab ich zwei Rindermädchen bei mir aufgenommen, die sonst ermordet worden wären. Auch im täglichen Umgang mit diesen erlebe ich immer wieder, dass im Miteinander neue Spiele entwickelt werden. Eine von den beiden Mädchen spielt gern "kriegen", die andere schubst gern Gegenstände um, beide rangeln gern.
Richtig witzig finden sie es die Heuballen auseinanderzufleddern. Sobald ich mit Heu um die Ecke komme werde ich abgefangen und aufgeregt begleitet.
Ich hoffe diese Beschreibung war nun etwas "praktischer".
Unendlich traurig ist es, was aus "dem Anlass" dieser Anfrage geworden ist :(
LG! juna

Bilder dazu

Autor: juna | Datum:
Hier einmal Flora mit Adrien, meinem Neffen, beim Trapolinspringen ;-)



Hier Flora, Fliewa und Filbert beim Plantschen




Fliewa war in der Spielrunde um den Schlauch der Sieger ;-)

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Christopher P. | Datum:
Das Reiten von Tieren dient der persönlichen Belustigung und ist reiner Speziesismus und von daher zu verachten. Punkt.

Das ist meine Meinung zu dem Thema.

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Tanja | Datum:
Christopher_ schrieb:
>
> Das Reiten von Tieren dient der persönlichen Belustigung und
> ist reiner Speziesismus und von daher zu verachten. Punkt.
>
> Das ist meine Meinung zu dem Thema.

Meinungs√§u√üerungen sind hier im Forum sicher willkommen - aber es w√§re nett, wenn diese, gerade wenn es schon eine elend lange Diskussion gibt, in die man vorher mal reinschauen k√∂nnte, etwas differenzierter erfolgen w√ľrden. ;-)

Tanja

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Amanda | Datum:
Ich bin jetzt gerade im Club 99 (veganes Gel√§nde)(√Ėkodorf 7 Linden, Poppau). Hier leben 3 Pferde, welche vor dem Schlachter gerettet wurden. Sie hatten eine Krankheit (muss nachfragen welche). Jetzt sind sie durch Bewegung und bestimmte Nahrung (Leinsamenmus) wieder weitgehend gesund. Die Pferde helfen hier mit beim B√§ume r√ľcken, sie transportieren das Holz aus dem Wald, welches zum Bauen und Heizen verwendet wird. Ich bin in den letzten Tagen selbst mit der Kutsche mitgefahren und habe Holz aufgeladen.
Als Antispeziesistin bin ich jetzt jeweils im Zwiespalt. In wie weit werden wir hier den Pferden gerecht?!

www.kooperative-pferde.de Das ist die Seite von den Pferden, mit denen ich hier teilweise arbeite.
Zum Teil zwar speziesistisch geschrieben. Hat jedoch interessante Aspekte im Zusammenhang "Umgang mit domestizierten (gibt es ein geeigneteres Wort daf√ľr?) Pferden".
Ich h√§tte gerne R√ľckmeldungen, was ihr davon haltet und in wie weit die Arbeit f√ľr die Pferde gerecht ist oder nicht. bzw. Welche Fragen ich an die Leute hier stellen k√∂nnte?!

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Tanja | Datum:
√Ąh, ohne mir die Artikel dort durchgelesen zu haben, meine ich, trotzdem f√ľr diesen ganz konkreten Fall sagen zu k√∂nnen, da√ü dies sicher nicht auch nur ann√§hernd "Pferde-gerecht" ist, was da l√§uft. Ich w√ľ√üte nicht, unter welchen Umst√§nden freilebende Pferde so "eingespannt" irgendwelche Lasten hinter sicher herziehen. Naja, Hauptsache "√Ėko"... :-/

Tanja

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Albrecht | Datum:
Ich frage mich, warum Pferde nicht arbeiten sollen, Menschen m√ľssen das doch auch, z.T. sogar k√∂rperlich sehr schwer. Selbst ein Reiter wiegt ca. ein Zehntel des Gewichtes des Pferdes, d.h. also: ein 75 kg schwerer Mensch w√ľrde einen Rucksack von 7,5 kg tragen. Das ist doch nicht zu viel verlangt, oder? Ich trage bei Gebirgswanderungen einen Rucksack mit ca. 20 kg, obwohl ich 80 kg wiege. Wo ist das Probelm?

Re: Alternativen zum Reiten?

Autor: Claude | Datum:
Gallopierst du bei deinen Gebirgswanderungen durch das Gel√§nde und springst √ľber Hindernisse?

Warum sollen Sklaven nicht arbeiten?

Autor: Tanja | Datum:
> Ich frage mich, warum Pferde nicht arbeiten sollen, Menschen
> m√ľssen das doch auch, z.T. sogar k√∂rperlich sehr schwer.

Ach so, und weil Menschen doch eh manchmal k√∂rperlich schwer arbeiten m√ľssen, ist Sklaverei auch vollkommen ok. (?)

> Ich trage bei Gebirgswanderungen einen
> Rucksack mit ca. 20 kg, obwohl ich 80 kg wiege. Wo ist das
> Probelm?

Das Problem ist, daß das eine auf freiwilliger Freizeitgestaltung beruht und das andere in Gefangenschaft und Ausbeutung stattfindet.

Tanja

Baumstammschlepptherapie

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Schlachter gerettet wurden. Sie hatten eine Krankheit (muss
> nachfragen welche). Jetzt sind sie durch Bewegung und
> bestimmte Nahrung (Leinsamenmus) wieder weitgehend gesund.

Ja, mach das mal. W√ľrde mich sehr interessieren, welche Krankheit durch das Schleppen von Baumst√§mmen, das Ziehen von Kutschen etc. kuriert wird.

Achim

Kooperative-Pferde

Autor: snow | Datum:
Ich hab mir dann die Seiten mal angeschaut. Gleich bei der ersten Seite stößt es doch schon negativ auf, dass es nicht um die Pferde geht, sondern dass der Mensch einen Vorteil aus dem "Zusammenleben" mit dem Pferd zieht. Und sei es nur, dass mensch traurig ist, wenn das Pferd aussterben könnte, weil es nicht mehr als "Sport-" oder "Arbeitstier" nutzbar ist und mensch dabei gar keine anderen Lösungen einfallen wollen, dass es vielleicht doch andere Möglichkeiten gibt, aber davon hätte mensch dann ja evtl. nichts.

Zu den genannten "Pferdemenschen" von denen viel gelernt wurde, sag ich mal lieber nichts. Diese "arbeiten" mit den Pferden alle auf einer klaren Dominanzebene, die daraufhin abzielt, den Pferden angst zu machen, damit sie gef√ľgig werden.

Das Projekt bieten in keinem Fall einen akzeptablen Lösungsansatz. Pferde bzw. der Umgang mit ihnen basiert darauf, dass diese weiterhin als Ware angesehen und behandelt werden, nicht aber als freie Individuen.

Tierausbeutung in "Sieben Linden"

Autor: Achim Stößer | Datum:
So sehe ich das auch. Als n√§chstes kommt noch Pferdesalami von Pferden, die freiwillig in die Wurstmaschine h√ľpfen (so wie die Speisen im Vegetarian Restaurant Sketch von Monty Python oder in Adams Restaurant am Ende des Universums).

Passend dazu ein Ausschnitt aus einem Zetungsbericht √ľber die Tierausbeutung in diesem √Ėkodorf:
Zitat:
Es ist eine Art √∂kologischer Keuschheit, die hier praktiziert wird. Weil die Veganer unter ihnen nicht wollen, dass Tiere get√∂tet werden, hat sich die Dorfgemeinschaft gegen Milchk√ľhe entschieden. Kann man nicht K√ľhe bis zu ihrem seligen Ende leben lassen? Gewiss, antwortet Eva St√ľtzel, aber das Prinzip der Milchtierhaltung f√ľhre dennoch zur T√∂tung. Denn jede Kuh muss kalben, um Milch zu geben - und wenn das Kalb m√§nnlich ist, wird es fr√ľher oder sp√§ter geschlachtet. Es ist eine stete R√ľcksichtnahme auf Grunds√§tze und Gef√ľhle: Die Veganer nehmen R√ľcksicht auf die K√ľhe, und die wenigen Fleischesser wie Eva St√ľtzel nehmen R√ľcksicht auf die Veganer.

Die √∂kologische Lebensweise ist, so scheint es, ein immerw√§hrender Diskurs, Tierhaltung ein Dauerthema. Wenn das mit den K√ľhen durch ist, gibt es Bedarf bei den H√ľhnern. H√ľhner k√∂nne es bald geben, k√ľndigt Eva St√ľtzel an. Meerschweinchen wurden offenbar schon diskutiert. Es gibt sie. Fernsehen, Zigaretten und Alkohol gibt es auch, nat√ľrlich in Ma√üen und nur in den Privatr√§umen, Zigaretten nur an den Raucherpl√§tzen im Freien.

Pferde leben auch hier. Silke Hagmaier geh√∂rt zu den √Ėkopuristen vom Club 99 und hat die Fuhrhalterei "Fr√ľhwach". Sie hat sich f√ľr den antiquierten Begriff entschieden. Ihre Haflinger "Odin" und "Freya" r√ľcken im Wald St√§mme, ackern auf den Fl√§chen ringsum und ziehen Wagen. Den Wallach "Mani" bilde sie noch aus. Silke Hagmaier f√ľhrt auf die Koppel, die Tiere kommen heran. Sie kann lange dar√ľber reden, warum Pferde immer besser waren als Traktoren, auch betriebswirtschaftlich. Im √Ėkodorf-Rundbrief schrieb sie dar√ľber. J√∂rg, ein Leser aus Heidelberg, hat ihn gelobt, doch kritisch angemerkt, dass auch Pferde "Auspuffgase" produzieren.

Silke, die aus dem Badischen stammt und 36 Jahre alt ist, erz√§hlt, dass sie seit ihrer Jugend mit Pferden arbeite. Sie hatte Deutschland den R√ľcken gekehrt und lange in Island gelebt. Dann h√∂rte sie von Sieben Linden. Vor drei Jahren lie√ü sie sich zur Pferdefl√ľsterin ausbilden, praktiziert diese Methode jetzt bei ihren Zugpferden und bietet Seminare an. Damit sei sie Protagonistin auf diesem Gebiet.

Die Pferdefl√ľsterin

Neugierig sind die Pferde jedenfalls. Sie kommen heran, recken die N√ľstern, beschnuppern Taschen und Jacken. Nach einer Weile drehen sie zufrieden ab und laufen zu ihrer "Fl√ľsterin". Die bekr√§ftigt, dass die Tiere ohne Zwang arbeiteten. Auf die sonst √ľblichen Trensen und Kandaren verzichte sie. Im Idealfall k√∂nnte sie sogar die Koppel wegr√§umen und die Pferde blieben trotzdem. Das ist wohl noch Zukunftsmusik, der Zaun steht noch. "Ich suche einen Weg, dass die Pferde durch die Beziehung zum Menschen einen Zuwachs an Lebensqualit√§t empfinden." Silke Hagmaier sagt das mit fester Stimme und wirkt wie eine Amazone zwischen den Tieren. Der Himmel ist aufgebrochen, die Wintersonne leuchtet, dunkle Frauenhaare und blonde Pferdem√§hnen flattern im Wind.

"Wo die Windharfe klimpert"
http://www.taz.de/pt/2007/01/19/a0172.1/text.ges,1

Re: Tierausbeutung in "Sieben Linden"

Autor: Amanda | Datum:
ich verstehe nicht, warum diese pferdehaltung so schwarz angesehen wird. nat√ľrlich ist auch dies gefangenhaltung, die pferde leben unter einem druck, nur schon durch den zaun, aber wie soll es sonst gel√∂st werden?

Vielleicht w√§re es Ideal w√§re, wenn die Pferde, den ganzen Tag nur spielen k√∂nnten. Aber ich denke aus finanziellen und zeitlich bedingten Gr√ľnden ist dies nicht m√∂glich. durch die arbeit werden sie (vielleicht)ausgebeutet. hab den durchblick noch nicht. trotzdem erscheint es mir wie ein dilemma. Es wird hier sehr r√ľcksichtsvoll mit den pferden umgegangen.
mich besch√§ftigt das thema gerade ziemlich stark und w√§re froh, um gute argumente f√ľr oder gegen die pferdegefangenhaltung hier im club 99.

ja, meerschweinchengefangenhaltung ist hier im dorf 7linden ausbeutung (im club 99, gibt es keine, dies wird bewusst abgelehnt, da wohnt silke, die pferdefl√ľsterin).