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Eure Meinung hierzu [Abtreibung/Drogen/Klonen/Todesstrafe]

Anzahl BeitrÀge in diesem Thread: 19

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Eure Meinung hierzu [Abtreibung/Drogen/Klonen/Todesstrafe]

Autor: viv | Datum:
[Titel ergÀnzt, bitte sinnvolle Titel wÀhlen - Moderator]

Erstmal hallo alle zusammen!
Ich möcht mal von Gleichgesinnten wissen welche Meinungen ihr bei folgenden Themen vertretet:

1) Abtreibung (bei Menschen)
2) (harte) Drogen
3) Klonen (von Tieren & Menschen)
4) Todesstrafe (bei Menschen)

Habt ihr die gleiche ablehnende Haltung allen 4en gegenĂŒber wie ich? Oder gibt es Argumente die derartige Sachen rechtfertigen?

Abtreibung

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Aus Tierrechtssicht ist das Töten von Tieren (hier: Embryos bzw. Föten) abzulehnen (ethische Dilemmata außen vor). Dabei ist das Alter und der Aufenthaltsort des Tiers im Prinzip irrelevant.

Eine befruchtete Eizelle ist daher so zu behandeln wie jeder tierliche Einzeller (die nunmal kein Lebensinteressen, keine LeidenfÀhigkeit usw. haben).

Ein 9 Monate altes Ungeborenes wie ein einen Tag geborenes Kind.

Ein das Leben der Mutter gefÀhrdender Embryo Àhnlich wie ein anderer entsprechender Symbiont.

Alle Fragen sind eigentlich trivial zu beantworten, wenn antispeziesistisch die Unterscheidnungen zwischen Menschen und Nichtmenschen aufgehoben werden.

Ich hoffe, ich habe mich in der Eile klar (wenn auch sehr verkĂŒrzt) ausgedrĂŒckt.

Achim

Re: Abtreibung

Autor: Katl | Datum:
Achim StĂ¶ĂŸer schrieb:


> Eine befruchtete Eizelle ist daher so zu behandeln wie jeder
> tierliche Einzeller (die nunmal kein Lebensinteressen, keine
> LeidenfÀhigkeit usw. haben).

Den Einsatz embryonaler Stammzellen anstatt nichtmenschlicher Tiere in der Genforschung empfindest Du demnach auch als begrĂŒĂŸenswert?

Stammzellen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> > Eine befruchtete Eizelle ist daher so zu behandeln wie jeder
> > tierliche Einzeller (die nunmal kein Lebensinteressen, keine
> > LeidenfÀhigkeit usw. haben).
>
> Den Einsatz embryonaler Stammzellen anstatt nichtmenschlicher
> Tiere in der Genforschung empfindest Du demnach auch als
> begrĂŒĂŸenswert?

Den Terminus "begrĂŒĂŸenswert" finde ich in der Regel nicht begrĂŒĂŸenswert.

Was embryonale Stammzellen angeht, so reichen meine biomedizinischen Kenntnisse insbesondere der UmstĂ€nde der Gewinnung nicht aus, das hier ausfĂŒhrlich zu erörtern, irrtumsvorbehaltlich (um zu zeigen, daß ich mich nicht um die Beantwortung drĂŒcke) wĂŒrde ich die Frage vorlĂ€ufig bejahen, jedoch ergĂ€nzen, daß adulte Stammzellen hier ethisch wesentlich problemloser eingestetz werden können, so daß sich die Frage letzlich gar nicht stellt.

(Anm.: WĂ€hrend ich diesen Beitrag geschrieben habe, sind in Deutschland ca. 3000 "Versuchtiere" und 50000 "LegehĂŒhner" getötet worden.)

Achim

Re: Abtreibung

Autor: dolli | Datum:
Also ich bin fĂŒr Abtreibung bzw fĂŒr das Recht der "Betroffenen", selbst zu entscheiden. WĂ€re bei mir mal was in der VerhĂŒtung schief gegangen, hĂ€tte ich lieber abgetrieben als ein Lebewesen in die Welt zu setzen, dass sogar von der Mutter ungewollt ist, denn die SchĂ€digung die ein "ungewolltes" Lebewesen erleidet im gesamten "bewussten" Leben sind meiner Ansicht nach schlimmer als als gerade entstandener "Zellhaufen" abgetrieben zu werden. Jedesmal wenn ich in ein Tierheim gehe und die "ungewollten" sehe, bestĂ€rkt mich dies darin.

Was die Stammzellenforschung angeht, tendiere ich doch mehr dazu als Ohren an MĂ€usen wachsen zu lassen, was wohl eines der berĂŒhmtesten Bilder hierzu ist.
Allerdings wĂ€re es vielleicht sogar sinnvoller, von erwachsenen Menschen Zellen zu entnehmen, die selbst entscheiden können, ob sie das wollen oder nicht. fĂŒr mich ist das vergleichbar mit Blutspenden, bzw dass manche vor Operationen selbsts Blut "spenden" fĂŒr sich, falls was passiert in der OP. Hab ich zumindest so im Krankenhaus gehört. Bin weder Biologin noch Ärzitn oder so, somit sind dies keine qualifizierten Aussagen, sondern nur meine Sicht der Dinge.

Gruss dolli

Drogen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
So allgemein ist das hier etwas off topic, es gibt aber sicher tierrechtsrelevante Aspekte.

Ich persönlich halte den Konsum von Drogen (unabhĂ€ngig vom HĂ€rtegrad) fĂŒr kontraproduktiv (medizinische Anwendung beiseite).

Achim

Re: Drogen

Autor: dolli | Datum:
Drogen sind schÀdlich, gefÀhrlich und nutzlos. Wozu dienen sie, wie fÀngt mensch an damit?
weil mensch Anerkennung, Liebe oder ABlenkung von innerer Einsamkeit sucht. Weil sie teilweise verboten sind und die, die die Trotzphase nicht hinter sich bringen sondern "drauf hĂ€ngen bleiben" nicht kapieren, dass sie selbst fĂŒr ihr Leben und dessen Gestaltung verantwortlich sind.

Ich muss zugeben, ich rauche selbst und trinke auch gern Alkohol und "brauche" Koffein tagtÀglich, aber: ich gebe es nicht gerne zu.


GrĂŒssle dolli

Alkohol, Rauchen

Autor: martin.p | Datum:
> Drogen sind schÀdlich, gefÀhrlich und nutzlos. Wozu dienen
> sie, wie fÀngt mensch an damit?
> weil mensch Anerkennung, Liebe oder ABlenkung von innerer
> Einsamkeit sucht. Weil sie teilweise verboten sind und die,
> die die Trotzphase nicht hinter sich bringen sondern "drauf
> hĂ€ngen bleiben" nicht kapieren, dass sie selbst fĂŒr ihr Leben
> und dessen Gestaltung verantwortlich sind.

> Ich muss zugeben, ich rauche selbst

Was unvegan ist.

> und trinke auch gern
> Alkohol

Von denen auch nicht alle vegan sind.
Siehe Leichen im Keller

Wenn du's aber weißt (s.o.), wieso machst du's dann?

Klonen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> 3) Klonen (von Tieren & Menschen)

Menschen sind Tiere, hier zeigt sich schon Dein Problem: Dein speziesistischer Ansatz. Werde antispeziesistisch, dann beantworten sich Deine Fragen praktisch von selbst.

Es sind sicher FĂ€lle denkbar, wo Klonen sinnvoll und ethisch vertretbar oder gar notwendig ist.

In der derzeitigen Praxis dĂŒrfe es in aller Regel mit Tierrechtsverletzung einhergehen.

Achim

Re: Klonen

Autor: Kurt Grassl | Datum:
Achim StĂ¶ĂŸer schrieb:

> Es sind sicher FĂ€lle denkbar, wo Klonen sinnvoll und ethisch
> vertretbar oder gar notwendig ist.
>
> In der derzeitigen Praxis dĂŒrfe es in aller Regel mit
> Tierrechtsverletzung einhergehen.

Um Klonen sinnvoll einsetzen zu können bedarf es (denke ich mal) noch einiges an Forschung. Ob diese ethisch vertretbar machbar ist wage ich zu bezweifeln.

GrĂŒĂŸe
Kurt

Re: Klonen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> > Es sind sicher FĂ€lle denkbar, wo Klonen sinnvoll und ethisch
> > vertretbar oder gar notwendig ist.
> >
> > In der derzeitigen Praxis dĂŒrfe es in aller Regel mit
> > Tierrechtsverletzung einhergehen.
>
> Um Klonen sinnvoll einsetzen zu können bedarf es (denke ich
> mal) noch einiges an Forschung. Ob diese ethisch vertretbar
> machbar ist wage ich zu bezweifeln.

Derzeit ist das sicher nicht ethisch vertretbar machbar (zukĂŒnftig aber vermutlich schon), auch daher mein zweiter Satz.

Achim

Re: Klonen

Autor: dolli | Datum:
als sie das Schaf Dolli geklont haben, war ich wegen der Namenswahl schon mal superbeleidigt, denn ab dem Moment war das nicht mehr lustig in der Schule.

Klonen an sich halte ich fĂŒr nicht notwendig, ich hĂ€tte Angst es untergrĂ€bt Individualismus und Seele. Stammzellenforschung wie gesagt ja fĂŒr medizinische Zwecke und fĂŒr "Einzelteile" wenn benötigt. aber ganze Kreaturen "herstellen" ist so unnötig wie Bauchweh, denn wĂŒrden Menschen nicht andere Spezies ausrotten, wĂ€re auf Erden keine vom aussterben bedroht und diese Thematik wĂ€re gar keine, auf die Idee wĂ€re dann vermutlich niemand gekommen.
"Perfektionismus" ist in der Natur genug vorhanden, "sie" kann das, wo es nötig ist, und wenn Menschen dies fĂŒr nicht ausreichend perfekt halten, dann hakts bei denen an der Definition von "perfekt".

GEnauso sind ZĂŒchtungen ziemlich unnötig, wenn nicht soviele Menschen so geil auf Leichen wĂ€ren.

Ich mache mir eher Sorgen darĂŒber, dass ohnehin schon eine Überbevölkerung an Menschen auf der Erde herumtrabt, weil erstens die, die sich ĂŒber so ziemlich nichts Gedanken machen eins nach dem andern kriegen und die, wo die Natur schon einen Riegel vorgeschoben hat (und dies sicher auch nicht ohne Grund) die lassen sich noch kĂŒnstlich befruchten.


Gruss dolli, freiwillig sterilisiert.

'Todesstrafe'

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Wie gehabt: Menschen sind Tiere, das (Tier-)Recht auf Leben wird durch staatlich angeordneten Mord verletzt. Punkt.

Achim

Re: 'Todesstrafe'

Autor: Trolli | Datum:
Hallo,
ich lehne die Todesstrafe generell ab, da wir uns sonst auf die Stufe derer stellen, die getötet werden sollen, weil sie getötet haben.
Außerdem werden immer noch viel zu viele Unschuldige getötet. Man sieht es jetzt, wie viele Inhaftierte nach vielen Jahren barbarischer Haft in den US-amerikanischen Todeszellen frei gesprochen werden, weil DNA-Analysen ihre Unschuld beweisen.
Die "demokratische" Form des Mordens unterscheidet sich wohl an der DNA-Analyse, welche in Diktaturen gespart wird. In der Ermordungs-PrÀferenz ungeliebter Minderheiten nehmen sie sich nichts.
Wenn es nach mir ginge, wĂŒrde ich auch Privatpersonen Waffenbesitz generell untersagen, auch wenn jeder SchĂŒtzenverein einen hysterischen Anfall kriegt. Man muss mit der heutigen Technik nicht mehr scharf schießen, und dieser Verzicht macht einen weder zum Warmduscher, noch wird man davon impotent...

Viele GrĂŒĂŸe
Trolli

Re: 'Todesstrafe'

Autor: Vic | Datum:
Zitat: Außerdem werden immer noch viel zu viele Unschuldige getötet


Ist "Schuldige" töten besser?

Re: 'Todesstrafe'

Autor: Trolli | Datum:
Hallo Vic,
ich gebe dir Recht. Töten bleibt Töten.
Ich kann allerdings - rein emotional - die Ohnmacht, Wut und RachegelĂŒste nachvollziehen, die Angehörige von Gewaltopfern befĂ€llt. Auch wird oft die Sinnhaftigkeit der Tat gesucht. Wenn dem TĂ€ter "nichts" geschieht, wĂ€re der Tod des Opfers sinnlos.
Aus diesem Irrglauben heraus tötet man schon seit Jahrtausenden Mörder, damit diese nicht weiter morden können, und vermeintlich zur Abschreckung. Der Hass und die Verblendung der "Gerechten" ist dabei so gewaltig, dass billigend in Kauf genommen wird, auch Unschuldige hinzurichten. Und dieser Aspekt erschreckt mich zutiefst, weil ich diese Verblendung so was von gar nicht nachvollziehen kann. Deshalb habe ich diesen Bereich extra gewichtet.
Ich finde, dass man die Angehörigen von Opfern mit Angehörigen konfrontieren sollte, die an der Hinrichtung "ihres" Mörders teilgenommen hatten. Es stellt sich durchweg heraus, dass diese Angehörigen nach der Tötung des Mörders keine Befriedigung empfinden, und nicht zum gewĂŒnschten Seelenfrieden kommen. Das Gegenteil ist oft der Fall. Oft fallen sie in tiefe Depressionen. Eine Abschreckung bietet die Todesstrafe nicht, sonst hĂ€tte man bei mittelalterlichen Methoden wie RĂ€dern, Vierteilen, Kreuzigung etc. bleiben können, um nachhaltigen Eindruck bei zukĂŒnftigen Mördern zu schinden. Es sollte den Angehörigen von Opfern auch mitgeteilt werden, dass keine einzige Tötung "human" ist. Warum kriegt der Delinquent auf dem elektrischen Stuhl eine MĂŒtze ĂŒber gezogen? Damit niemand sieht, wenn ihm die AugĂ€pfel aus dem Kopf kochen. Das minutenlange Zappeln scheinen die Zuschauer auszublenden. (Man sollte das musikalisch mit einem Rapp hinterlegen, neben der LĂŒge, dass der Delinquent sofort nichts spĂŒrt, sondern nur noch seine Muskeln zucken.) Ebenso wird vertuscht, dass die Vergifteten nicht eingeschlĂ€fert werden, sondern bei vollem Bewusstsein die AtemlĂ€hmung erleben, und den Erstickungstod. Bei Strangulation tritt nicht immer sofort der Genickbruch ein, und selbst dann kann der Tod dauern. Bei Vergasung kotzen sich diese armen Menschen wörtlich(!) die Lunge aus dem Leib. Nix von wegen Zyankali sei eine schnelle und saubere Sache.
All diese Fakten mĂŒssten viel öfter publiziert werden, um ein Umdenken der HinrichtungsbefĂŒrworter zu bewirken, weil das Argument, selbst zum Handlanger von Mördern zu werden, wenn man die Todesstrafe befĂŒrwortet, scheint nicht zu interessieren. Aber das Umdenken kann dauern. Die Rehabilitation von Gallieo Galilei dauerte so seine 500 Jahre, obwohl sich seinen Argumenten nun wirklich niemand mehr entziehen konnte. SchĂ€tze mal, dass ebenfalls ca. 500 Jahre ins Land gehen werden, bevor der Großteil der Menschheit die Todesstrafe ablehnt. Es sei denn, es poppt wieder ein neuer Prophet auf, dessen Glaube mit Schwert, Scheiterhaufen, oder vielleicht Laserschwert verbreitet werden wird. Dann kann es noch was lĂ€nger dauern...

Zynische GrĂŒĂŸe
Trolli

Moderationshinweis

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Ich habe die vier Themenkomplexe durch vier Antworten aufgeteilt, um das ganze etwas zu strukturieren. Bitte möglichst beim Antworten berĂŒcksichtigen.

An viv: Deine Email-Adresse funktioniert nicht, bitte Àndere sie im Profil maile kurz an foren@antispe.de.

Achim