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Es wurden (√ľber) 200 Beitr√§ge gefunden:

ein Anti-Jagd Gedicht

Autor: Andrea L.
Datum:
Forum: Allgemeines
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[Beitrag verschoben aus Tierrechtsforum, bitte Forenbeschreibung beachten - Moderator]

Hallo Achim, meine gute Freundin Gunilla hat mir ein Gedicht geschrieben, sie hat mich gebeten, dass ich es bei dir ver√∂ffentliche. Sie selber hat leider noch kein Internet. Das Gedicht zeigt die Schrecken der Jagd auf, auch den Missbrauch des Kirrens, ein Vergleich mit dem Tod im Strassenverkehr kl√§rt die ethische Seite. Das ganze in Gunillas sehr gef√ľhlvoller Sprache, ich hoffe, bei dir ist der Platz daf√ľr.

ganz liebe Gr√ľsse,
Andrea



Gef√ľhle zum jagen

Jäger bitte lasst die Tiere leben,
m√ľssen Rehe und F√ľchse wirklich sterben ?
Kirrung sagt ihr J√§ger f√ľr den Essgenuss,
noch schmatzen sie friedlich,
schon knallt der Todesschuss!
das gute essen war eine falle,
sagt mal Jäger, habt ihr sie noch alle?
findet ihr das nicht fies und gemein ?
die Tiere umzubringen, und das auf Waffenschein ?

Wenn mit dem Auto fahren, da kann es schon passieren,
ein Quietschen, Krachen, Blut,
ich glaube auch den Tieren
ist klar, es war ein Unfall, das macht es nicht wieder gut.
aber der Fuchs er kann verzeihen
dir deinen Fuss am Gaspedal.
Nur kann er auch verzeihen des J√§gers B√ľchsenknall ?

Ein Unfall ist nicht schuldig,
ein Schock ja auch f√ľr mich.
wenn ich ein Igel totfahr,
es gibt mein Herz ein Stich.
doch Jäger töten voll bewusst,
das ist ein ander Ding,
Sie machen erst den jagdschein, dann knallt der Todesschuss.
Wo ist da der Sinn ??

Re: toter fuchs im garten

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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F√ľchse sind durch die Jagdgesetze eher rechtlos. Man kann auch immer behaupten,dass der Fuchs in einem Jagdrevier geschossen wurde und erst sp√§ter auf femden Grundst√ľck verstarb. Wer will das widerlegen? Wegen so einem toten Fuchs wird also kaum einer etwas unternehmen, da sie als "Haarraubwild" eh ganzj√§hrig bejagd werden.


MFG: Detlef A.


Die Anti-Jagdseite:
http://www.anti-jagd-seite.de

Re: toter fuchs im garten

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> dann wegen wilderrei?aber das w√§ren ohnehin nicht die gr√ľnde
> gewesen um die es mir ging.h√§tte es also √ľberhaupt etwas

Was ein Problem ist - es gibt hier diverse Threads zur Anzeigen.-Frage, bitte Suchfunktion benutzen.

> bewirkt.was hätte oder kann man noch unternehmen?

Du h√§ttest den Fuchs fotographieren k√∂nnen und die Bilder z.B. f√ľr die Jagd-Rubrik des maqi-Bildarchivs zur Verf√ľgung stellen.

> ich habe dann noch √ľberlegt ob ich zur polizei gehen
> sollte.aber hätte das irgendetwas gebracht?

Ich denke eher nicht.

Achim

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Volker
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Tanja schrieb:

> > Ich halte es f√ľr fatal, so zu argumentieren. Ich halte den
> > Veganismus/Antispeziesismus eher f√ľr das Rahmenthema, in das
> > sich Pelz, Tierversuche, Jagd etc. nahtlos einfinden.
>
> Was ist daran fatal?

Die (stark verk√ľrzt wiedergegebene) Ansicht schwingt da mit: "Die Anti-Pelz-Kampagne hat mit Tierrechten nichts zu tun, weil sie nichts gegen den Fleischkonsum macht"

Genausogut könnte man sagen, die Aktionen gegen Putenmast ändern nichts an Tierversuchen, die Aktionen gegen Tierversuche nichts an der Jagd.

Das klingt immer wie der ewige Anti, der an allem was auszusetzen hat. Und das ist auch das Bild, das viele Menschen von uns haben: Im Prinzip haben die Veganer ja Recht, aber Recht machen kann man's denen nicht.

> Meinetwegen bezeichne es als "Rahmenthema", dann ist doch
> aber auch klar, daß bei Anti-Pelz, -Jagd, -Tierversuche eine
> ganz klare Tierrechtsposition bezogen werden muß. Das dies
> nicht so ist, kritisierte ich im vorliegenden Fall.

Da sind wir einer Meinung. In Willich hatten wir auf den Infoständen immer die gesamte TR-Palette liegen: Anti-Jagd, Veganismus, Tierversuche...

Das gleiche bei der Tournee des BV; da hab ich in D√ľsseldorf einen Infostand mitgemacht. Tierversuche als Thema, etliche Gespr√§che, wenige waren f√ľr Tierversuche und die andern haben √ľberwiegend die andern Themen selber angesprochen.

Auch die "Pelz-Wendekarten", die ich mittags an Pelztr√§gerinnen verteile, haben gute Gespr√§che ergeben. Besserwisser ("Fleisch ist lebenswichtig, ich weiss das, weil ich schon mal in der Strassenbahn neben einem Ern√§hrungswissenschaftler gesessen habe...") gibt's immer, aber bei den Gespr√§chsbereiten kann ich in den zwei oder drei Minuten normalerweise Verst√§ndnis f√ľr unsere Position erreichen, und damit die Bereitschaft, sich mit dem Thema wenigstens mal auseinanderzusetzen. Nat√ľrlich kann ich alleine keine Tierrechts-Info-Veranstaltung sein, aber steter Tropfen... ;-)

> > Wir Tierrechtler sind immernoch als Randgruppe angesehen, die
> > irgendwie anders sind. Gegen Tierversuche, Pelz oder Jagd
> > sind jedoch die meisten Individuen (so man sie als solche
> > anspricht). Es ist sehr viel leichter, auf einen Infostand
> > zuzugehen, der sich mit Pelztierzucht befasst, als auf einen
> > von Menschen, die "uns sogar den Käse verbieten wollen".
>
>
> Ja, s.o.
> Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, daß die Menschen auch
> neugierig werden auf solche, die "uns sogar den Käse
> verbieten wollen".

Aber deutlich weniger. Am langen Samstag in der Krefelder City am Inforisch in 6 Stunden 10 ernsthafte Interessenten am Infostand, auf der Verkehrsinsel vor dem Pelzladen in 4 Stunden mehrere Dutzend Menschen, die wenigtens Infomaterial abgegriffen haben.

> Und wenn es um Themen wie "Pelz", jagd
> o.ä. geht, wird man doch meist irgendwann im Laufe eines
> Gespr√§ches vom Gegen√ľber gefragt, ob man denn dann auch kein
> "Fleisch" esse, kein "Leder" trage, keine Milch trinke usw...
> Und dann? Spätestens dann muß man eine TR-Position beziehen -
> oder h√§ltst Du es f√ľr angebracht, "den eigenen Veganismus zu
> verheimlichen"?

Tu ich das? Ich nenne es in dieser Situation "strikten Vegetarismus", das klingt nicht so klischeehaft nach Gummistiefeln. Und nat√ľrlich trage ich dann auch keine Schuhe aus Kunstleder.

Andererseits wissen wir: Selbst, wenn wir auf einer Pelzdemo nackt und barfuß liefen, hieße es, dass wir ja auch Lederschuhe tragen.

> > eine Menge Interviews gemacht und die meisten (70%) der
> > Menschen sind √ľber ein Thema wie Pelz, Jagd oder Tierversuche
>
> Klar, das kann schon sein, daß dies ungefähr zutrifft. Doch
> warum kommen die Leute nicht gleich zu Tierrechten und
> Veganismus?

Weil jeder irgendeinen Ausl√∂ser oder Aufh√§nger braucht, um sich damit zu befassen. Bei meiner Freundin war es eine Sendung "Telezoo", die sie mit 5 gesehen hat: Da wurden H√ľhner geschlachtet, und ihr Fleischkonsum ging mit dem Verst√§ndnis der Zusammenh√§nge zur√ľck, bis sie als Teenager Vegetarierin wurde und vor 5 Jahren vegan. Eine Bekannte ist auf dem Land gro√ü geworden, sie wurde vegane Tierrechtlerin, als "ihre Sau" unter dem Gel√§chter der Erwachsenen weggebracht wurde und dann als Schnitzel wiederkam.

Bei mir war's später im Leben die Tierschutzarbeit - Katzen auf Bauernhöfen kastrieren, Einblick in die "Produktions"methoden, Vergleich Katze -> Schwein -> Rind -> Kalb -> Legehenne.

Mir war schon als Kind klar, dass es falsch ist, ein Leben zu beenden, um ein Schnitzel essen zu k√∂nnen, aber halt nur intellektuell. Deshalb waren meine "Vegetarismusphasen" immer nur einige Monate, bis der Freundeskreis dann wieder ins Steakhaus eingeladen hat. Wirksam war bei mir das Mitgef√ľhl, und das kann nicht abstrakt mit "dem Tier" aufkommen sondern nur in konkreten F√§llen.

Genauso kenn ich von fr√ľher reihenweise Menschen, die erst dann in der Antifa-Arbeit Sinn gesehen und sich selbst engagiert haben, als sie konkrete F√§lle von Skinhead√ľbergriffen kannten (Nachbarskind, das verpr√ľgelt wurde etc).

> Weil niemand sie damit konfrontiert!

Nein (um damit den Bogen zu einem anderen Thread zu kriegen): Weil sie nicht bereit sind, sich mit einer Veränderung ihres gesamten Weltbildes auseinanderzusetzen. Wenn es "nur" um Pelz oder "nur" um Jagd geht, haben die und wie etwas gemeinsam. Und dann haben wir die Chance, die Karten eine nach der anderen aufzudecken.

> Es mag sein,
> da√ü viele Leute sich zuerst schlichtweg √ľberfordert f√ľhlen,
> wenn man sie auffordert, auf viele Dinge, die sie bisher als
> legitim und notwendig ansahen, zu "verzichten",
> doch werden
> sie sich so eher Gedanken dar√ľber machen als jemand, der
> meint, er mache ja schon "was f√ľr Tiere".

Wie "so": Indem sie am Tierrechts-Infostand vorbeigehen, weil sie sich √ľberfordert f√ľhlen? Oder indem sie an den Pelz-Stand kommen, weil sie schon immer was f√ľr Tiere tun wollten? Ich versteh nicht, was Du konkret meinst..


> > > Solange es keine vegane Gesellschaft gibt, w√ľrden z.B.
> > > Tierversuche nur abgeschafft werden, weil man bessere
> > > Methoden entwickelt hat.
> >
> > Da muss ich widersprechen. Solange die Tierversuchsindustrie
> > billiger ist als jede Alternativmethode werden Tierversuche
> > gemacht. Die Tierversuchler haben ihre Infrastruktur, die
> > ihre Arbeit billig macht, f√ľr die Alternativmethoden muss zum
> > Teil erst Gerät hergestellt oder Grundmaterial wie humane
> > Zellkulturen im notwendigen Ma√ü verf√ľgbar gemacht werden.
>
>
> Und wo ist da der Widerspruch?

Die Alternativmethoden k√∂nnen besser sein, aber sie sind zun√§chst teurer. Das Investitionsrisiko ist hoch, insbesondere weil in den USA jeder Depp auf Schmerzensgeld klagen kann, wenn im der Kaffe bei McDonalds auf die Hose schwappt. DIESES Verfahren endete in einem Vergleich, aber nur, weil "Mc" Angst vor der schlechten Publicity hatte. Sonst h√§tten die das problemlos durch die Instanzen pr√ľgeln und gewinnen k√∂nnen.

Wenn irgendjemand seienr Tochter Klebstoff in die Augen sch√ľttet und das M√§dchen erblindet, dann muss er nur oft genug BEHAUPTEN, dass ein Tierversuch am Kaninchen dieses Risiko aufgedeckt h√§tte und es dann in der Anleitung gestanden h√§tte, dass man das nicht darf. Da der Versuch aber "nur" an Zellkulturen durchgef√ľhrt wurde...blablabla, sowas siehste in den USA in jeder zweiten Talkshow bei Oprah Winfrey, Larry King und andern.

> Und genau deswegen könnte eben nur eine vegane,
> antispeziesistische Gesellschaft das Problem lösen.

Eben, und genau deswegen werden Tierversuche nicht ernsthaft abegeschafft ohne eine Verschiebung der gesellschaftlichen Ethik.

> > Da die PelzmantelbesitzerInnen in der Minderheit sind werden
> > die meisten sich auch nicht pers√∂nlich kritisiert f√ľhlen. Und
> > dann hat der Tierrechtsgedanke sozusagen den Fu√ü in der T√ľr.
>
> Das halte ich f√ľr ein Ger√ľcht. Wieviele Tiersch√ľtzer sind
> gegen das Tragen von "Pelz" und halten andere Tiere trotzdem
> f√ľr "nutzbar"?

Viele, weil das Thema Pelz zu sehr vom DTSchB, Greenpeace, VGTM und anderen Umwelt- und TierSCH√úTZERN belegt ist. Die Initiative zur Abschaffung der Pelzindustrie ist jedoch eine TR-Ini, und daher sollte sie unterst√ľtzt werden, um TR-Theman an die St√§nde zu bringen.

> Wieviele werden nun nach der Sendung √ľber die
> Haflinger-Fohlen wieder ganz entsetzt gewesen sein? Ich
> sprach mit einigen Tiersch√ľtzern dar√ľber, die eben absolut
> entsetzt waren - doch als ich ihnen sagte, daß es den Kindern
> der "Milchk√ľhe", die f√ľr sie gefangengehalten werden, kaum
> besser ergeht, winkten sie schnell ab.

Der B√ľrgermeister von Willich (Ro√überger-Farm) ist selber "Tierfreund" und setzt sich gegen Tiertransporte ein, seit er einen Pferdetransport nach Polen gesehen hat. Das schlie√üt Transporte von "Schlachtvieh" nat√ľrlich nicht ein. Den Nerzz√ľchter hielt er bis zuletzt f√ľr "einen angesehenen Landwirt". Da der BM selber Landwirt ist ist das alles irgendwie nachvollziehbar.

Es gibt genug Menschen, die meinen, Vegetarier zu sein, weil sie kein rotes Fleisch essen.

> > Die Analogien von Nerz und Huhn, von Fuchs und Schwein in der
> > Leidensfähigkeit und dem Lebensrecht sind halt
> unausweichlich.
>
>
> F√ľr Tierrechtler schon; andere suchen sich doch immer wieder
> eine Ausweichmöglichkeit. Und sie bekommen sie geboten von
> Leuten, die ihnen auf die Schulter klopfen und meinen,
> Vegetarismus sei ja "schon mal ein Schritt in die richtige
> Richtung".

Naja, Vegetarismus ist das Denken an das Heben des Fu√ües f√ľr den ersten Schritt.


Volker.

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
Hallo Volker,

> Das klingt (wenn man es mal isoliert liest) so, als ob die
> Abschaffung der Pelzindustrie oder der Tierversuche nur ein
> Anängsel des Veganismus seien.

Selbstverständlich kann Tierausbeutung nur in einer veganen, antispeziesistischen Gesellschaft abgeschafft werden/worden sein.


> Ich halte es f√ľr fatal, so zu argumentieren. Ich halte den
> Veganismus/Antispeziesismus eher f√ľr das Rahmenthema, in das
> sich Pelz, Tierversuche, Jagd etc. nahtlos einfinden.


Was ist daran fatal?
Meinetwegen bezeichne es als "Rahmenthema", dann ist doch aber auch klar, daß bei Anti-Pelz, -Jagd, -Tierversuche eine ganz klare Tierrechtsposition bezogen werden muß. Das dies nicht so ist, kritisierte ich im vorliegenden Fall.


> Ich hab' im Zusammenhang mit den C&A- und
> Rossberger-Kampangnen ehrlich gesagt mehr Menschen auf
> Infoständen ansprechen können als bei nicht themenbezogenen
> Tierrechtsständen.


Klar. Es ist ja auch einfacher, auf einen "b√∂sen Nerzfarmbetreiber" zu schimpfen oder vor einem Kaufhaus zu demonstrieren als sich Gedanken √ľber den eigenen Speziesismus zu machen. Apropos: Antispeziesismis/Veganismus sind doch Tierrechstthemen?


> Wir Tierrechtler sind immernoch als Randgruppe angesehen, die
> irgendwie anders sind. Gegen Tierversuche, Pelz oder Jagd
> sind jedoch die meisten Individuen (so man sie als solche
> anspricht). Es ist sehr viel leichter, auf einen Infostand
> zuzugehen, der sich mit Pelztierzucht befasst, als auf einen
> von Menschen, die "uns sogar den Käse verbieten wollen".


Ja, s.o.
Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, da√ü die Menschen auch neugierig werden auf solche, die "uns sogar den K√§se verbieten wollen". Und wenn es um Themen wie "Pelz", jagd o.√§. geht, wird man doch meist irgendwann im Laufe eines Gespr√§ches vom Gegen√ľber gefragt, ob man denn dann auch kein "Fleisch" esse, kein "Leder" trage, keine Milch trinke usw... Und dann? Sp√§testens dann mu√ü man eine TR-Position beziehen - oder h√§ltst Du es f√ľr angebracht, "den eigenen Veganismus zu verheimlichen"?


> Anlässlich des Anti-Pelz-Camps in Willich hab ich einen Abend
> eine Menge Interviews gemacht und die meisten (70%) der
> Menschen sind √ľber ein Thema wie Pelz, Jagd oder Tierversuche
> an die Tierrechtsarbeit gekommen. Bei anderen war es die
> Tierschutzarbeit in irgendeinem Tierheim oder
> Tierschutzverein (15%), bei anderen verschiedene Gr√ľnde.
>
> Das ist nat√ľrlich nicht demoskopisch wasserdicht, aber ich
> halte es von der Tendenz her f√ľr zutreffend. Vielleicht werd'
> ich auf unserer Vereinshomepage mal einen anonymen Fragebogen
> zu diesem Thema anbringen und das mal per Verteiler umfragen.


Klar, das kann schon sein, da√ü dies ungef√§hr zutrifft. Doch warum kommen die Leute nicht gleich zu Tierrechten und Veganismus? Weil niemand sie damit konfrontiert! Es mag sein, da√ü viele Leute sich zuerst schlichtweg √ľberfordert f√ľhlen, wenn man sie auffordert, auf viele Dinge, die sie bisher als legitim und notwendig ansahen, zu "verzichten", doch werden sie sich so eher Gedanken dar√ľber machen als jemand, der meint, er mache ja schon "was f√ľr Tiere".


> > Solange es keine vegane Gesellschaft gibt, w√ľrden z.B.
> > Tierversuche nur abgeschafft werden, weil man bessere
> > Methoden entwickelt hat.
>
> Da muss ich widersprechen. Solange die Tierversuchsindustrie
> billiger ist als jede Alternativmethode werden Tierversuche
> gemacht. Die Tierversuchler haben ihre Infrastruktur, die
> ihre Arbeit billig macht, f√ľr die Alternativmethoden muss zum
> Teil erst Gerät hergestellt oder Grundmaterial wie humane
> Zellkulturen im notwendigen Ma√ü verf√ľgbar gemacht werden.


Und wo ist da der Widerspruch?


> > Das sehe ich als Gefahr f√ľr die
> > Tierrechte - schließlich könnte es passieren, daß man doch
> > irgendwann wieder auf "Altbew√§hrtes" zur√ľckgreifen w√ľrde -
> > und die Tierversuchsgegner st√ľnden wieder ganz am Anfang.
>
> "Irgendwann" kann halt bei Schadenersatzklagen sein, weil ein
> Produkt Risiken hatte, die irgendwer im Tierversuch hätte
> erkennen können. Genau wegen des Investitionsrisikos und der
> irrwitzigen US-Rechtslage seh ich da ohne "Ethikshift" keine
> Chance.

Und genau deswegen könnte eben nur eine vegane, antispeziesistische Gesellschaft das Problem lösen.


> Das ist diese Sache mit dem Empathiekanal ;-)
>
> Der "s√ľ√üe Nerz", der fast so aussieht, wie Miezi zu Hause,
> macht es den Menschen leicht, Mitgef√ľhl zu empfinden. Zeigst
> Du ihn dann im Käfig oder gar tot und gehäutet ist der
> Schmerz beim Beobachter groß.
>
> Da die PelzmantelbesitzerInnen in der Minderheit sind werden
> die meisten sich auch nicht pers√∂nlich kritisiert f√ľhlen. Und
> dann hat der Tierrechtsgedanke sozusagen den Fu√ü in der T√ľr.


Das halte ich f√ľr ein Ger√ľcht. Wieviele Tiersch√ľtzer sind gegen das Tragen von "Pelz" und halten andere Tiere trotzdem f√ľr "nutzbar"? Wieviele werden nun nach der Sendung √ľber die Haflinger-Fohlen wieder ganz entsetzt gewesen sein? Ich sprach mit einigen Tiersch√ľtzern dar√ľber, die eben absolut entsetzt waren - doch als ich ihnen sagte, da√ü es den Kindern der "Milchk√ľhe", die f√ľr sie gefangengehalten werden, kaum besser ergeht, winkten sie schnell ab.


> Die Analogien von Nerz und Huhn, von Fuchs und Schwein in der
> Leidensfähigkeit und dem Lebensrecht sind halt unausweichlich.


F√ľr Tierrechtler schon; andere suchen sich doch immer wieder eine Ausweichm√∂glichkeit. Und sie bekommen sie geboten von Leuten, die ihnen auf die Schulter klopfen und meinen, Vegetarismus sei ja "schon mal ein Schritt in die richtige Richtung".


> Ich halte das Engagement in den Teil- (nicht: Rand)bereichen
> Jagd, Pelz und Tierversuch f√ľr ausserordentlich wichtig, um
> diese Bereiche nicht anderen zu √ľberlassen.

Sagte ich ja schon: Gerade bei den tierschutzbesetzten Themen ist es wichtig, eine Tierrechtsposition zu vertreten. Und auch hier wieder der Hinweis, daß ich die Betreiber der AJ-Seite ja genau deswegen kritisierte.
Doch weil eben sehr viele Leute gegen diese Randbereiche was haben (drum sind sie auch nur Rand- und nicht Teilbereiche), braucht es viel mehr Leute, die sich auf das Wesentliche, die Forderung von Tierrechten und Veganismus, konzentrieren.

Tanja

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Volker
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
Tanja schrieb:

> Nein, sie verpuffen nicht wirkungslos, wie Iris ja auch
> bereits schrieb, schlie√ülich k√∂nnen √ľber solche Aktionen
> Menschen anfangen, sich mit Tierrechten auseinanderzusetzen -
> doch ich stimme Dir nat√ľrlich zu, da√ü das Hauptziel
> Veganismus und die Verwirklichung der Tierrechte sein sollte,
> da sich dann diese "Randthemen" im Idealfall von selbst
> erledigen w√ľrden.

Das klingt (wenn man es mal isoliert liest) so, als ob die Abschaffung der Pelzindustrie oder der Tierversuche nur ein Anängsel des Veganismus seien.

Ich halte es f√ľr fatal, so zu argumentieren. Ich halte den Veganismus/Antispeziesismus eher f√ľr das Rahmenthema, in das sich Pelz, Tierversuche, Jagd etc. nahtlos einfinden.

Ich hab' im Zusammenhang mit den C&A- und Rossberger-Kampangnen ehrlich gesagt mehr Menschen auf Infoständen ansprechen können als bei nicht themenbezogenen Tierrechtsständen.

Wir Tierrechtler sind immernoch als Randgruppe angesehen, die irgendwie anders sind. Gegen Tierversuche, Pelz oder Jagd sind jedoch die meisten Individuen (so man sie als solche anspricht). Es ist sehr viel leichter, auf einen Infostand zuzugehen, der sich mit Pelztierzucht befasst, als auf einen von Menschen, die "uns sogar den Käse verbieten wollen".

> > Wieviele Leute √ľber das Thema "Pelz" oder Tierversuche zum
> > Veganismus und zu Tierrechten gekommen sind, weißt Du doch
> > gar nicht.
>
>
> Ich glaube, daß es einige sind, doch das liegt m.E. einfach
> daran, daß sehr viele Menschen gegen "Pelz", Tierversuche
> etc. sind und man deswegen öfter damit konfrontiert wird als
> mit den Opfern von z.B. Vegetariern.

Anl√§sslich des Anti-Pelz-Camps in Willich hab ich einen Abend eine Menge Interviews gemacht und die meisten (70%) der Menschen sind √ľber ein Thema wie Pelz, Jagd oder Tierversuche an die Tierrechtsarbeit gekommen. Bei anderen war es die Tierschutzarbeit in irgendeinem Tierheim oder Tierschutzverein (15%), bei anderen verschiedene Gr√ľnde.

Das ist nat√ľrlich nicht demoskopisch wasserdicht, aber ich halte es von der Tendenz her f√ľr zutreffend. Vielleicht werd' ich auf unserer Vereinshomepage mal einen anonymen Fragebogen zu diesem Thema anbringen und das mal per Verteiler umfragen.

> Solange es keine vegane Gesellschaft gibt, w√ľrden z.B.
> Tierversuche nur abgeschafft werden, weil man bessere
> Methoden entwickelt hat.

Da muss ich widersprechen. Solange die Tierversuchsindustrie billiger ist als jede Alternativmethode werden Tierversuche gemacht. Die Tierversuchler haben ihre Infrastruktur, die ihre Arbeit billig macht, f√ľr die Alternativmethoden muss zum Teil erst Ger√§t hergestellt oder Grundmaterial wie humane Zellkulturen im notwendigen Ma√ü verf√ľgbar gemacht werden.

Zur Zeit scheuen viele Firmen diesen Schritt meiner Meinung nach, weil die Rechtslage der Ersatzmethoden nicht hinreichend sicher f√ľr gro√üe Investitionen ist: Was, wenn sich ein Test im Masseneinsatz als unzureichend erweist, wenn insb. in den USA Schadenersatzforderungen entstehen, weil "ein neumodisches Ersatzverfahren benutzt wurde statt des sei 30 Jahren bew√§hrten Tierversuchs"? Alleine der Vorwurf (selbst, wenn er nicht zutrifft) ist in den USA eine Katastrophe. In den USA gibt es seit 20 Jahren erfolgreiche Forschungen f√ľr brandsichere Zigaretten (die h√∂ren auf zu gl√ľhen und verringern die Gefahr f√ľr Zimmerbr√§nde).

Warum gibt es ein solches Produkt nicht? Klar: Eine juristische Expertise sagt, dass die Einf√ľhrung eines Produkts "brandsichere Kippe" als implizites Gest√§ndnis daf√ľr ausgelegt werden kann, dass normale Kippen eine Feuergefahr sind.

Also sehe ich ohne eine Ver√§nderung der Ethik zu Gunsten der Tiere, aus der eine Verpflichtung f√ľr die Vivisektoren kommt, keine Chance, die Tierversuche tats√§chlich *abzuschaffen*.

> Das sehe ich als Gefahr f√ľr die
> Tierrechte - schließlich könnte es passieren, daß man doch
> irgendwann wieder auf "Altbew√§hrtes" zur√ľckgreifen w√ľrde -
> und die Tierversuchsgegner st√ľnden wieder ganz am Anfang.

"Irgendwann" kann halt bei Schadenersatzklagen sein, weil ein Produkt Risiken hatte, die irgendwer im Tierversuch hätte erkennen können. Genau wegen des Investitionsrisikos und der irrwitzigen US-Rechtslage seh ich da ohne "Ethikshift" keine Chance.

> Nat√ľrlich w√§re es f√ľr die direkt betroffenen Tiere ein gro√üer
> Fortschritt - doch warum denkst Du, daß Tierrechtler
> effektiver arbeiten könnten, wenn "Pelz" aus Mitleid bzw.
> wegen der "s√ľ√üen Nerze, F√ľchse...." und nicht aus dem
> Tierrechtsgedanken heraus "out" wäre?
> Es könnte ein Ansatz sein, doch ich bin mir da sehr
> unsicher....

Das ist diese Sache mit dem Empathiekanal ;-)

Der "s√ľ√üe Nerz", der fast so aussieht, wie Miezi zu Hause, macht es den Menschen leicht, Mitgef√ľhl zu empfinden. Zeigst Du ihn dann im K√§fig oder gar tot und geh√§utet ist der Schmerz beim Beobachter gro√ü.

Da die PelzmantelbesitzerInnen in der Minderheit sind werden die meisten sich auch nicht pers√∂nlich kritisiert f√ľhlen. Und dann hat der Tierrechtsgedanke sozusagen den Fu√ü in der T√ľr.

Die Analogien von Nerz und Huhn, von Fuchs und Schwein in der Leidensfähigkeit und dem Lebensrecht sind halt unausweichlich.

> > Siehe oben - wir könnten uns umso mehr darauf konzentrieren,
> > je mehr Teilbereiche der Tierausbeutung ("Pelz", Jagd,
> > Tierversuche) schon verschwunden wären.
>
>
> Das sehe ich anders. Warum sollten wir uns nicht jetzt schon
> auf Tierausbeutung an sich konzentrieren anstatt erst auf das
> Verschwinden von "Teilbereichen" hin zu arbeiten?

Ich halte das Engagement in den Teil- (nicht: Rand)bereichen Jagd, Pelz und Tierversuch f√ľr ausserordentlich wichtig, um diese Bereiche nicht anderen zu √ľberlassen.

Lassen wir die Jagd den Umweltschutzbverb√§nden, dann wird im Handumdrehen Halali f√ľr Xenozoen geblasen, weil z.B. irrsinnige Ornithologen das Existenzrecht des Individuums willk√ľrlich unter die Existenzberechtigung einer abstrakten Spezies stellen: Wir rotten die von Liebhabern eingef√ľhrten Waschb√§ren aus (tausende Individuen), um eine gef√§hrdete heimische Vogelart (dutzende Individuen) noch eine halbe Generation l√§nger zu bewahren.
Lass die Tierversuche den Forschern, dann wird es leidfreie Kopftransplantationen geben.

usw.


Gruß,
Volker.

Re: Empfehlenswerter Link gegen Jagd gesucht

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Verstehe. Aber ich weiß nicht, wozu es da einen langen Text braucht. Die Tiere werden ermordet, Punkt. Das reicht doch?

Was spezifisch zur Jagd gemacht werden k√∂nnte, w√§re eine Auflistung der Rechtfertigungen und deren Widerlegung (die b√∂sen Rehe vernichten den Wald, Killerkaninchen √ľberschwemmen die St√§dte etc.). Aber angesichts der Tatsache, dass die Opfer der J√§ger eben nunmal tot sind, ist das doch ohnehin irrelevant - selbst wenn beispielsweise nicht durch den Jagddruck die Rehe gerade erst in den Wald getrieben w√ľrden, w√§re deren Ermordung inakzeptabel.

Das ist der entscheidende Punkt, und wer das nicht begreift, dem ist auch nicht durch ellenlange Darlegung der Detailargumente zu jedem einzelnen Randthema zu helfen, denke ich.

Also:
[url=arpix.de/index.php?query=jagd ][/url]

Achim

Re: Empfehlenswerter Link gegen Jagd gesucht

Autor: Paul
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Immer wieder wenn ich denke, dass mein Gesprächspartner es langsam begriffen hat (Veganismus, Tierrechte). Kommt dann so ein Spruch wie "..aber prinzipiell habe ich nichts gegen die Jagd."
F√ľr mich ist dann immer Schluss und ich verabschiede mich, weil ich mir die Finger nicht wund tippen will da offensichtlich all das Vorangegangene doch nichts gebracht hat.
Da wäre ein Link zu einer Anti-Jagd-FAQ oder einem guten Artikel eben eine Hilfe.
Ich poste immer eure Veganismus/Tierrechts-FAQ wenn ich mich aus Diskussionen verabschiede.

Re: Empfehlenswerter Link gegen Jagd gesucht

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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> --- Der Anti-Jagdblog ---

> --- Anti-Jagd-Gruppenseite ---

Welchen Teil von "der aber qualitativ euren Artikeln auf der Maqi.de Seite gerecht wird" hast Du nicht verstanden?

Achim

Re: Empfehlenswerter Link gegen Jagd gesucht

Autor: Detlef Arndt
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Meine Empfehlung:


--- Der Anti-Jagdblog ---
http://anti-jagd.blog.de/

--- Anti-Jagd-Gruppenseite ---
http://www.facebook.com/Anti.Jagdseite?fref=nf

--- Hunt Saboteurs ---
http://www.huntsabs.org.uk/

Empfehlenswerter Link gegen Jagd gesucht

Autor: Paul
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Hi,
könnt ihr mir bitte einen Link empfehlen gegen Jagd der aber qualitativ euren Artikeln auf der Maqi.de Seite gerecht wird?
Vielleicht gibt es so etwas in Form eurer Veganismus-FAQ?
Schon mal viele Dank,
Paul

31st Century Fox [Tiebefreiung bei Futurama]

Autor: Hannes Benne
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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In der Folge 31st Century Fox (7. Staffel) kommen mehrere Tierbefreiungen und Jagdstörungen vor.

Nachdem Bender in einem Bekleidungsgesch√§ft eine Uniform, wie sie bei der britischen Parforcejagd √ľblich war, entdeckt hat, beschlie√üt er mit anderen Arbeitern von Planet Express auf die Fuchsjagd zu gehen. Lediglich Leela hat Mitleid mit dem Fuchs und versucht (vergeblich) die Jagd zu st√∂ren.



Am Ende der Jagd stellt sich heraus, dass es sich bei dem gejagten Fuchs um einen Roboter handelt. Woraufhin Bender die Organisation B.A.R.F. [Bender's Animal Robot Front] gr√ľndet um gegen die Verbrechen an Robotern anzugehen.




Die erste Aktion von B.A.R.F. ist eine Befreiung von Roboterh√ľhnern. Allerdings keine sehr gut geplante ;)








Nach der Roboterbefreiung √ľberf√§llt B.A.R.F. eine Metzgerei und Bender schl√§gt einem Metzger, der gerade ein Roboterschwein zerlegt die Hand ab. Dieser verarbeitet daraufhin das zerst√ľckelte Schwein (und seine eigene Hand) zu Wurst.

Eine weitere Befreiungsaktion findet auf dem Sch√ľtzenfest statt, wo Bender eine Blechente vom Schie√üstand befreit.


(Indem er eine der Blechenten mit der Aufforderung davonzufliegen in die Luft wirft, erschlägt er einen vorbeifliegenden Vogel)

Daraufhin wird ihm gratuliert, dass er die Robotertiermisshandlung im 18m-Umkreis um das Planet-Express Gebaude beseitigt habe. Ein großartiger Sieg im Roboterschutz ;)

Diesen ‚ÄúErfolgen‚ÄĚ folgt der Versuch eine weitere Fuchsjagd zu verhindern. Zuerst per Gerichtsbeschluss. Dies scheitert allerdings. M√∂glicherweise, weil der Richter selbst Fuchsj√§ger ist. Deswegen wird der Fuchs, auf den die Jagd stattfinden soll, heimlich befreit und als Planet Express Firmenmaskottchen aufgenommen.




Allerdings stiftet der Fuchs so viel Unheil und l√§uft dann davon, dass Planet Express Jagd auf den befreiten Fuchs macht. W√§hrenddessen verfolgt die Fuchsjagdgesellschaft den Robotbefreier Bender. Letzendlich endet die Jagd damit, dass der Fuchs den Anf√ľhrer der Jagdgesellschaft zerst√∂rt. (Dieser stellt sich ebenfalls als Roboter heraus)

Francione/Garner: The Animal Rights Debate. Abolition or Regulation?

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Gary L. Francione, Robert Garner: The Animal Rights Debate. Abolition or Regulation?, Columbia University Press, New York 2010.

Wer es zu kritisieren wagt, wenn Tiersch√ľtzer mal wieder eine Reform der Tierausbeutung statt deren Abschaffung fordern, wird damit abgespeist, die Reformen w√ľrden doch "den Tieren helfen". Dass sie das nicht tun, wird ignoriert, nicht widerlegt. Denn Diskussionen um das Thema Abolitionismus oder Reformismus werden von den Reformisten vermieden oder abgew√ľrgt. Die Reformisten, die sich mit dem Abolitionismus wirklich auseinander setzen (oder es immerhin versuchen), sind selten. Mit entsprechend hohe Erwartungen sieht sich das vorliegende Buch konfrontiert. Hier stellen die Vertreter beider Positionen nicht nur ihre Sicht der Dinge dar, sondern diskutieren auch direkt miteinander.

Einig, so liest man im Vorwort, sind sich die Autoren dar√ľber, dass der traditionelle (alte) Tierschutz versagt hat. Uneinig sind sie, wie man dieser Situation begegnen soll, welches also der bessere strategische Ansatz ist, um Tieren jetzt und in Zukunft zu helfen. Francione vertritt den tierrechtlerischen/abolitionistischen Ansatz und Garner vertritt dagegen den, wie er es nennt, protektionistischen/tiersch√ľtzerischen Ansatz (bei Abolitionisten als "Neuer Tierschutz" bezeichnet). Der Abolitionismus steht daf√ľr, dass man nichtmenschliche Tiere √ľberhaupt nicht nutzen darf und die Tierausbeutung abgeschafft werden muss, was nicht durch Reformen erreichbar ist. Der protektionistische (neutiersch√ľtzerische) Ansatz sagt, das langfristige Ziel der Abschaffung sei durch Reformen erreichbar. Wobei Garner unklar dahingehend bleibt, ob die Tierausbeutung komplett abgeschafft werden soll.

Gegliedert ist das Buch in drei Teile. Erstens die Darstellung des abolitionistischen Ansatzes durch Francione. Zweitens die Darstellung des protektionistischen Ansatzes durch Garner. Drittens eine Diskussion zwischen beiden Autoren nach diesbez√ľglichen Leitthemen.

Francione setzt sich ersten Abschnitt seines Teils mit der ethischen Dimension des Tierschutzes auseinander. W√§hrend der Tierschutz behauptet, nichtmenschliche Tiere d√ľrften f√ľr menschliche Zwecke genutzt werden, solange es "human" geschieht, argumentiert er f√ľr ethische Gleichberechtigung. Er zeichnet nach, wie der Gedanke des Tierschutzes ‚Äď Tiere leiden zwar, aber sie "schmerzlos" zu t√∂ten ist in Ordnung ‚Äď von Bentham √ľber Mill bis Singer entwickelt und vertreten wurde. Sie alle gehen davon aus, dass nichtmenschliche Tiere einen geringeren ethischen Wert haben und daher das T√∂ten von Tieren gerechtfertigt sein kann und grunds√§tzlich weniger ethisch verwerflich ist als das T√∂ten von Menschen. Francione h√§lt dagegen, dass die einzige notwendige Vorraussetzung f√ľr ethische Ber√ľcksichtigung Empfindungsf√§higkeit ist (nicht das von Utilitaristen behauptete, omin√∂se Zukunftsbewusstsein). Er legt dar, weshalb alle Tiere mit der F√§higkeit zur perzeptuellen Wahrnehmung notwendigerweise ein Interesse am Weiterleben haben und schlie√üt damit, die unterschiedliche ethische Grundhaltung zwischen meist konsequentialistischen Tiersch√ľtzern und eher deontologischen Tierrechtler zu erl√§utern.

Der zweite Abschnitt widmet sich der Frage der Strategie: die Meinung, dass Tierschutzreformen Tiere signifikant sch√ľtzen w√ľrden oder k√∂nnten. Das beruht auf drei fehlerhaften Grundannahmen der Reformisten: (1) dass Tierschutz die Situation der Tiere verbessere und Leiden verringere; (2) dass Tierschutz die Produktionskosten erh√∂he und dadurch die Produkte teurer w√ľrden, sodass die Nachfrage wegen der h√∂heren Preise sinke; (3) dass Tierschutz das √∂ffentliche Bewusstsein hinsichtlich der Tierausbeutung negativ (also gegen die Tierausbeutung) beeinflusse. Alle drei Punkte fallen glatt durch, wie Francione mit konkreten Zahlen und Belegen nachweisen kann. Die Wirkung von Reformen ist stattdessen, dass der Tierschutz nicht oder nur marginal verbessert wird, daf√ľr die Produktionskosten sinken, die Tierausbeuterunternehmen mehr Gewinn machen, die Verbraucher ein gutes Gewissen vermittelt bekommen, die Nachfrage steigt und die Tierschutzorganisationen √ľber die Medienaufmerksamkeit mehr Spenden generieren k√∂nnen.

Im dritten Abschnitt antwortet Francione auf Kritik am Abolitionismus wie den Einwand, Ver√§nderung m√ľsse schrittweise erfolgen. Die Antwort ist, dass sie selbstverst√§ndlich schrittweise erfolgen muss, es aber mittels Reformismus nicht weitergeht. Seine Methode sieht dagegen den Veganismus als ethisches Mindestma√ü an ‚Äď was Reformisten ablehnen, sie bezeichnen Veganismus als "zu schwierig". Es soll zus√§tzlich an der ethischen √úberzeugung der Menschen gearbeitet werden, dass nichtmenschliche Tiere keine nutzbaren Ressourcen sind, sondern Lebewesen, denen in Personenstatus und entsprechende Rechte zustehen. Daf√ľr sollen neben diversen Einzel- und Gruppenaktivit√§ten nach M√∂glichkeit Massenkommunikationsmittel genutzt werden. Francione bezieht Stellung gegen "Single-Issue"-Kampagnen (Einzelzielkampagnen und Randbereiche) und sog. "militante direkte Aktionen", pl√§diert dagegen nochmals f√ľr die Adoption von Tieren aus Tierheimen.

Anschlie√üend stellt Garner im zweiten Teil des Buches sein reformistisches Konzept vor. Im ersten Abschnitt will er die ethischen Parameter kl√§ren. Er verteidigt den Utilitarismus vor dem Vorwurf, tiersch√ľtzerisch (gemeint ist wohl: speziesistisch) zu sein, da er Menschen und andre Tiere gleicherma√üen ber√ľcksichtige. Das ist jedoch fragw√ľrdig, da der Utilitarismus, wie u.a. von Singer vertreten, bei der Bewertung von Freude oder Pr√§ferenzen anthropozentrisch ist und damit den Speziesismus √ľber die Hintert√ľr wieder hereinholt.

Im zweiten Abschnitt nimmt er eine Abw√§gung zwischen den St√§rken und Schw√§chen der beiden Positionen vor. Die Tierschutzposition schneidet schlecht ab, weil sie die Sonderstellung des Menschen nicht √ľberzeugend begr√ľnden kann, die Tierrechtsposition (f√ľr die er allerdings nur Regans Theorie in Betracht zieht), weil das Konzept des Personseins anf√§llig sei. Gegen die Tierrechtsposition bringt er auch das Argument des fehlenden Zukunftsbewusstseins vieler nichtmenschlicher Tiere und dass Freiheit f√ľr sie weniger von Wert sei als f√ľr Menschen. Deshalb seien Tiere nicht rechtlos, aber mehr als sie vor unn√∂tigem Leiden zu bewahren sei nicht notwendig. Damit sei das Essen von Tieren nicht rechtfertigbar, aber z.B. ihr Einsatz in manchen Tierversuchen.

Im dritten Abschnitt verteidigt er den Protektionismus. Sein erstes Argumente ist etwas schwach: Die "meisten Tierrechtsgruppen" w√ľrden reformistisch agieren und es w√§re unwahrscheinlich, dass sie alle unrecht h√§tten. Sein zweites Argument ist, Abolitionismus versuche Praktiken abzuschaffen, die selbst der Reformismus √ľber Jahre nicht √§ndern konnte. Das jedoch zeigt m.E. eher die Unf√§higkeit des Reformismus. Im Folgenden will Garner den Vorwurf, Reformismus sei kontraproduktiv, widerlegen. Sein erster Einwand dazu: Reformen sind ethisch w√ľnschenswert, wenn sie Leiden signifikant reduzieren. Das tun sie jedoch nur, wenn man wesentliche Faktoren (wie die Gesamtzahl der ausgebeuteten Tiere) ignoriert. Diese einberechnet bleibt nicht viel von dieser Reduzierung √ľbrig, teilweise stellt sich eher eine Erh√∂hung heraus. Problematisch macht die Diskussion, dass Garner eine eigenartige Vorstellung von Tierrechten hat, so spricht er vom "Recht nicht unn√∂tig zu leiden" und von "Jahrzehnten", in denen "Tierrechtsgruppen" abolitionistische Ziele verfolgt h√§tten, sodass man sich fragt, welche Gruppen das sein sollen. Der Gro√üteil seiner Argumentation folgt seiner Theorie der Tierrechte, die nicht das Recht auf Leben, sondern auf m√∂glichst wenig Leiden als Grundprinzip ansieht. Das macht es ihm leicht, grunds√§tzliche Kritikpunkte der Abolitionisten zur√ľckzuweisen, es w√§re jedoch genauso leicht, seine Argumentation deshalb von Grund auf abzulehnen. Fraglich ist zudem seine Schlussfolgerung, abolitionistischer Aktivismus sei auf Veganismuskampagnen beschr√§nkt. Auch wenn diese z.Z. die wichtigsten sind (oder sein sollten), gibt es weitere M√∂glichkeiten.

Im vierten Abschnitt argumentiert er insbesondere gegen die Konzentration auf Veganismus, die er als "moralischen Kreuzzug" bezeichnet. Stattdessen sei es n√∂tig, in die politische Diskussion einzugreifen, nicht (nur) in die ethische. Der Grund ist, dass das Verhalten Einzelpersonen als "pers√∂nliche Entscheidung", staatliche Gesetze dagegen als allgemeing√ľltig angesehen werden. Das ist sicher richtig, √§ndert jedoch nichts daran, dass man erst einmal eine gen√ľgend gro√üe Anzahl an Personen braucht, um sinnvollen Gesetzesvorschl√§gen das n√∂tige Gewicht zu verleihen und diese Personen bekommt man nur, indem man sie einzeln √ľberzeugt. Wenn Garner weiter ausf√ľhrt, dass die Interessen der Tiere ein gesellschaftliches Thema werden m√ľssen (im Gegensatz zum Veganismus als pers√∂nliche Wahl), kann man ihm nur zustimmen. Dass er das als ein Gegenargument zum Abolitionismus ansieht, liegt wahrscheinlich daran, dass er diesen (f√§lschlicherweise) auf Veganismuskampagnen reduziert. Weiter meint er, eine soziale Bewegung m√ľsse die Verb√ľndeten nehmen, die aufgrund der aktuellen Diskussion bekommen kann (wie beispielsweise das Verbot der Fuchsjagd in England auch durch die Klassengegens√§tze erreicht wurde oder den Gestank als Argument gegen neue Tierhaltungseinrichtungen). Die negativen Effekte solchen Vorgehens thematisiert er jedoch nicht.

Im abschlie√üenden f√ľnften Abschnitt rechtfertigt er seine bisherigen Strategievorschl√§ge mit der Unterscheidung zwischen einem moralischen Diskurs und einem politischen. Weil auf der moralischen Ebene keine Gemeinsamkeiten mit dem Gro√üteil der Bev√∂lkerung erreicht werden k√∂nnen, d√ľrfe man sich im politischen Diskurs nicht an moralischen Zielen orientieren, sondern m√ľsse "pragmatisch" bleiben.

Während die ersten beiden Abschnitte Zusammenfassungen von Positionen sind, die man auch einzeln nachlesen könnte, ist die Diskussion als dritter Teil des Buches der Teil, der es besonderes interessant macht.
Im ersten Abschnitt wird der ethische Status der Tiere diskutiert. Francione nimmt die Position ein, dass Tiere ein Interesse am (Weiter-)Leben und ein Recht darauf haben; Garner, dass sie kein Interesse am Weiterleben, sondern nur an m√∂glicht wenigem Leiden und nur darauf ein Recht haben. Es wird diskutiert, ob Singer tiersch√ľtzerisch/reformistisch ist oder nicht und ob tierliches Leben weniger Wert ist als menschliches. Garner versucht diese Superiorit√§t zu verteidigen, Francione zeigt, wie fragw√ľrdige eine solche Position ist. Bei der Frage, ob (und wenn wie) Tiere autonom sind, kritisiert Francione vor allem, dass u.a. Garners Bewertung Menschen als Ma√üstab nimmt. In gleicher Weise werden das fehlende Zukunftsbewusstsein und seine ethischen Implikationen behandelt. In den letzten Abschnitten legt Francione dar, dass Garners "Recht nicht zu leiden" semantisch br√ľchig und (da Tiere trotzdem als Ressourcen gebraucht werden d√ľrfen) praktisch nicht umsetzbar ist, da jede Form der Ausbeutung Leiden beinhaltet. Diese beiden Punkte kann Garner nicht √ľberzeugend ausr√§umen.

Im zweiten Abschnitt der Diskussion kritisiert Francione den Reformismus als ethisch inkonsequent und kontraproduktiv, weil er den Tierausbeutern √∂konomisch hilft. Garner sieht aufgrund seiner ethischen Position hier keine Inkonsequenz und meint, Reformen k√∂nnten soweit verbessert werden, dass sie f√ľr die Tiere Verbesserungen schaffen.
Als erstes geht es darum, wieso angenommen werden kann, dass Reformen n√ľtzlich sein sollten. Francione meint, es liegt prim√§r an den Vorteilen f√ľr das Spendensammeln durch die Tierschutzorganisationen. Dass Reformen die Tierausbeutung √∂konomisch effektiver machen, ist Garner bewusst, versucht es aber damit zu rechtfertigen, dass sie trotzdem Wert seien, durchgef√ľhrt zu werden. Francione macht deutlich, dass zwar einzelne Betriebe wegen Reformen schlie√üen mussten, aber noch nie eine Reform einen Industriezweig beendet hat. Die Kritik, dass Reformen den Verbrauchern ein gutes Gewissen verschaffen und den Konsum stabilisieren oder erh√∂hen, stellt Garner wegen fehlender Statistiken infrage. Seine Antwort ist jedoch wenig √ľberzeugend, da u.a. Tierschutz-Labels mit der "Tierfreundlichkeit" der Produkte werben, was keinen Sinn machen w√ľrde, w√ľrde diese Eigenschaft nicht von den Verbrauchern gefragt. Bemerkenswert ist jedoch, dass Garner die Unwirksamkeit von Tierschutzreformen tlw. eingesteht und Veganismusaufkl√§rung f√ľr auch wichtig h√§lt. Schlie√ülich weicht er auf die Schiene aus, man k√∂nnte Reformismus und Abolitionismus parallel betreiben. Francione macht auch klar, dass Veganismusaufkl√§rung nat√ľrlich nicht sofort alle Menschen vegan macht, aber einen wesentlich besseren Effekt haben als der jetzige Reformismus. Ausf√ľhrlich diskutiert wird auch der Vorwurf, Abolitionismus w√ľrde mehr Leid in Kauf nehmen. Das beruht jedoch auf falschen Annahmen und der Nicht-Beachtung, dass das Leid durch angeregten Mehrkonsum nur verschoben wird. Als Beispiel f√ľr eine erfolgreiche Gesetzes√§nderung f√ľhrt Garner das Verbot der Fuchsjagd mit Hunden in England an, was nicht √ľberzeugen kann, da das Gesetz zum einen nicht effektiv durchgesetzt wird und zum anderen kein Fuchs weniger gestorben ist, da die "normale" Jagd auf F√ľchse weiterhin erlaubt ist. Sein zweites Beispiel, das Verbot der Legebatterien, ist auch keine gute Wahl.

Im dritten Abschnitt verteidigt Francione seinen Ansatz, dass die vornehmliche Strategie Veganismusaufkl√§rung sein m√ľsse, w√§hrend Garner die Wichtigkeit von legislativen Ver√§nderungen betont.
Garner r√§umt ein, dass es zwar richtig ist, dass politischer Wandel aus ethischen Wandel folgt, aber dass es auch umgekehrt der Fall sein kann. Francione entgegnet, dass er politischen Aktivismus nicht ablehnt, dass dieser aber zurzeit auf ineffektive Reformen beschr√§nkt und deshalb nicht sinnvoll ist. Garner bet√§tigt sich hier auch auf seinem eigentlichen Gebiet und spricht von politischen Theorien (z.B. √ľber das Gruppenverhalten von Menschen), die es wert sind, n√§her bedacht zu werden. √úbereinstimmung zwischen den beiden Autoren gibt es in der Ansicht, dass Reformen f√ľr die Tierausbeutungsindustrie hilfreich und n√ľtzlich sind und dass Abwehrhaltung gegen selbst n√ľtzliche Reformen ihre Ursache darin haben, grunds√§tzlich keinerlei "Eingriffe" zu akzeptieren. Also keineswegs Zeichen ihrer N√ľtzlichkeit sind. Der Kritik, dass Tierschutzorganisationen Reformen durchf√ľhren, weil sich damit leichter Spenden sammeln lassen, kann Garner nicht ganz zustimmen, bringt aber auch keine wirklichen Gegenargumente. Undeutlich ist er au√üerdem bei der Frage, wie dieses nach seiner Meinung "gerechtfertige Ausma√ü an Schmerz" sein oder wie es bestimmt werden soll.

Die Diskussion, wie leider viele Diskussionen, geht zum Teil aneinander vorbei. Die sehr unterschiedlichen Grundlagen (was unter Tierrechten zu verstehen sei) machte beide Argumentationen gr√∂√ütenteils richtig, aber nur wenn man ihre jeweilige Grundlage akzeptiert. Statt √ľber die Schlussfolgerungen (z.B. welche Strategie die geeignetere ist) zu diskutieren ‚Äď was Sinn des Buch sein sollte ‚Äď, m√ľsste man die Grundpositionen diskutieren. Es macht wenig Sinn, sich √ľber die ethische Inkonsequenz des Reformismus zu unterhalten, wenn die eine Partei diese Inkonsequenz nicht sieht, weil sie andere ethische Vorstellungen hat. Die Diskussion des dritten Teils ist daher gewinnbringend, da es auf dieses Problem Bezug nimmt. Es bringt unter Umst√§nden den Diskurs nicht voran, aber erm√∂glicht eine direktere Auseinandersetzung mit Pro- und Contra-Argumenten und hilft insbesondere, die eigenen Positionen dort klarer zu formulieren, wo es Verst√§ndnisschwierigkeiten gibt, die der Autor selbst nicht bemerkt.

Garner geht leider nicht immer auf die vorgebrachten Punkte ein, vor allem die problematischen. So weicht er aus bei der Frage, ob er (was konsequent w√§re, w√§re er, wie er sagt, antispeziesistisch) geistig behinderte Menschen f√ľr die gleichen Experimente heranziehen w√ľrde, wie es jetzt mit anderen Tieren √§hnlicher kognitiver Leistung getan wird. Erst bei der n√§chsten Frage gesteht er eine solche Schlussfolgerung umst√§ndlich ein.

Die Diskussion insgesamt ist zwischen den beiden Autoren relativ ausgeglichen, wobei Francione meistens die Rolle des Fragenden einnimmt. Da Garners F√§higkeit, Inhalte allgemeinverst√§ndlich zu vermitteln, beschr√§nkter ist und ist die Diskussion ein wenig francione-lastig. Das ist einerseits gut, da er die bislang weniger beachtete Position vertritt, die meist noch totzuschweigen versucht wird, andererseits h√§tten die Leser, die sich um weiterf√ľhrend mit der Debatte besch√§ftigt haben, mehr von diesem Buch gewinnen k√∂nnen, w√§re Garners Position genauer und differenzierter dargestellt worden.

Fazit: Grundlegend neu ist fast alles, was hier zu lesen ist, nicht. Dennoch sind die Zusammenfassungen der jeweiligen Positionen (Teile eins und zwei des Buches) n√ľtzlich, denn es ist einfacher, etwas mehr als Hundert Seiten zu lesen als beispielweise Franciones vier andere B√ľcher (was sie nat√ľrlich nicht ersetzt). Der Popularisierung des Themas wird dieses Buch hoffentlich helfen, damit die Diskussion in Gang kommt und zumindest einige Tiersch√ľtzer bzw. Reformisten die Problematik ihrer Position einsehen und zumindest diskutieren.

Re: toter fuchs im garten

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> Da Du den toten Fuchs angefasst hast, w√ľrde ich mir eher
> Gedanken um Krankheiten machen. zB den Fuchsbandwurm.

Weil Bandw√ľrmer ja bekanntlich auf F√ľchsen rumh√ľpfen?

(Naja, angesichts des Datums des Beitrags hat sich der Bandwurm inzwischen evolutionär wohl zu einem Quastenflosser weiterentwickelt.)

Achim

Re: toter fuchs im garten

Autor: Andrea 90489
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Da Du den toten Fuchs angefasst hast, w√ľrde ich mir eher Gedanken um Krankheiten machen. zB den Fuchsbandwurm.

"Unser täglich Fleisch"

Autor: martin
Datum:
Forum: Videodokumentation
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Hier zu finden, allerdings mit einer Ton-Bild-Verschiebung von ca. ein paar Sekunden, die zum Ende größer wird.

Teil 1, Teil 2, Teil 3, Teil 4, Teil 5, Teil 6, Teil 7, Teil 8

Zitat: Das Landleben und die Lage der Landwirtschaft im England von heute stehen im Mittelpunkt dieses Dokumentarfilms. Er bietet eine bedingungslos realistische Sicht auf die Widerspr√ľche in den Beziehungen der Menschen zu den Nutz- und den Wildtieren sowie zu der ausgebeuteten Natur.

Das ist der Aufmacher zu diesem Film. Diese "Widerspr√ľche" werden auf die Banalit√§t reduziert, da√ü die armen Bauern durch die b√∂se Marktwirtschaft (Preisdruck usw.) gezwungen w√§ren "sogar gesunde Tiere" zu t√∂ten. Da√ü die Alternative w√§re, sie nach einigen Monaten (K√§lber) oder Jahren (K√ľhe) Ausbeutung f√ľr mehr Profit umzubringen, scheint wenig zu st√∂ren. Denn in Wirklichkeit m√∂gen die Bauern ihre Tiere ("Wir alle m√∂gen Tiere".) und es geht ihnen √§u√üerst nahe, [strike]potenziellen Profit[/strike] "gesunde Tiere" schlechter verwerten zu k√∂nnen als sie es sich erhoffen.
Irgendwelche b√∂sen Stadtbewohner, die keine Ahnung vom Leben auf dem Land haben, wollen ihnen au√üerdem noch die Fuchsjagd verbieten. Wirklich ungerecht. (Wobei auch diese Unveganer nat√ľrlich nicht viel besser sind.)

Wenn der gute Profit dahin geht, ist es schon herzzerreißend.
Zitat: Die Regisseurin filmt die zitternden Flanken eines kranken Pferdes kurz vor dem Gnadenschuss. Best√ľrzt umringen andere Pferde den Kadaver. Der Besitzer kann es sich nicht leisten, das kranke Tier behandeln zu lassen. "Warum m√ľssen wir so etwas hinnehmen, Molly?", fragt der Viehz√ľchter anklagend. Molly Dineen wei√ü keine Antwort.

Man kann nur hoffen, daß sich die Zuschauer dem Schlußsatz der Beschreibung nicht zu sehr nachgehen.
Zitat: Mit ihrem kompromisslosen Stil konfrontiert sie den Zuschauer direkt mit diesen heiklen Fragen und fordert ihn auf, seine eigene Einstellung als Verbraucher infrage zu stellen.
Sonst könnte der eine oder andere doch noch einsehen, daß Tierausbeutung in jeder Form falsch ist, und vegan werden.

Das wirkliche Verhältnis, das die Bauern zu den Tieren haben, offenbaren sie dabei unfreiwillig.
[beim T√∂ten √ľberfl√ľssiger K√§lber] "Man hat die falsche Farbe, man hat die falsche Jacke, also kommt man weg."
[beim Erschießen von Kälbern] "Es sieht immer etwas brutal aus, was ich nicht mag."

Bemerkenswert ist auch, wieviel Spaß die Bauern beim Rattenermorden haben. Das sind aber sicher nur "Ausnahmen", denn sie alle "mögen Tiere".

Die Regisseurin denkt nat√ľrlich nicht daran, das ganze Mordsystem in Frage zu stellen, schlie√ülich ist das alles normal: "Die weiblichen K√§lber werden zu Milchk√ľhen aufgezogen, damit sie f√ľr uns Milch produzieren und die m√§nnlichen werden als Mastrinder gem√§stet. Das war der nat√ľrliche Ablauf der Dinge." Dennoch ist das Film vor allem f√ľr Vegetarier oder sonstige Unveganer sehr empfehlenswert, denn bei der Anzahl der K√§lber, die hier erschossen werden, k√∂nnte der eine oder andere seinen Kuhmilchkonsum vielleicht noch einmal √ľberdenken, denn "Das Kalb ist nur ein Nebenprodukt der Milch. [...] Man hat also ein Kalb, das wertlos ist und erschossen wird oder verwertet."

Am Ende wird nochmals die Fuchsjagd thematisiert. Dort lernt man, da√ü ein Fuchs, der Fuchs, der nur seien Instinkten folgt, ist "ein b√∂sartiges Kerl" ist. Auch hier widerlegen sie unfreiwillig ihre Propaganda, die Tiere, die bei der "Jagd" erschossen w√ľrden, seien sofort tot, indem von ein Fuchs gezeigt wird, der einige Wochen mit einer zerschossenen Vorderpfote gelebt hatte.

Wer den Film etwas kritisch sieht, wird selbst darauf kommen, da√ü nicht etwas (wie hier suggeriert), der Umgang mit den Tieren das Problem sei, sondern die "Nutzung" √ľberhaupt. Wer das erkennt, wird sich nicht auf die L√ľgen von "Bio"-Fleisch oder "artgerechter Haltung" hereinfallen, sondern - wie gesagt - vegan werden.

Mehr Jagd macht Wildschweine fr√ľher reif

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Das Wachstum der Wildschweinbest√§nde besch√§ftigt auch in √Ėsterreich Forscher und ver√§rgert Landwirte
Intensive Bejagung scheint aber kein Ausweg zu sein, wie wissenschaftliche Studien nun zeigen.

* * *

Jeder kennt sie, aber man sieht sie kaum. Meist trauen sich die struppigen Gesellen nur nachts aus ihren Verstecken. Dann verlassen sie Schonungen und Dickichte, um sich auf die Suche nach Fressbarem zu machen. Und wehe dem Acker, auf dem die bis zu 150 kg schweren Tiere f√ľndig werden. Vor allem in Maisfeldern k√∂nnen Wildschweine regelrechte Verw√ľstungen anrichten. Die Bauern treibt's zur Wei√üglut. Immer √∂fter.

Das so genannte Schwarzwild ist auf dem Vormarsch, und das bereitet vielerorts Sorgen. Vom Atlantik bis in die Balkanl√§nder vermehren sich die Wildschweinbest√§nde rapide, auch in √Ėsterreich. "Wir beobachten ein klassisches exponentielles Wachstum", erkl√§rt Walter Arnold, Leiter des Forschungsinstituts f√ľr Wildtierkunde und √Ėkologie der Veterin√§rmedizinischen Universit√§t Wien im Gespr√§ch mit dem Standard.

Hohe Zuwachsraten

Zwar h√§tten verschiedene europ√§ische Regionen noch recht unterschiedliche Populationsdichten vorzuweisen, doch die Zuwachsraten seien fast √ľberall die gleichen. Hierzulande finden sich die gr√∂√üten Wildschwein-Best√§nde in Ost√∂sterreich und der unmittelbaren Umgebung von Wien, so Arnold.

√úber die m√∂glichen Ursachen der Schwarzwildschwemme streiten sich Biologen, J√§ger und Tiersch√ľtzer schon seit Jahren. Letztere behaupten, dass vor allem die Wildf√ľtterungen der J√§ger Schuld seien. Tats√§chlich werden zum Beispiel in S√ľdwestdeutschland Wildschweine mit durchschnittlichen Futtermengen von mehr als 100 kg j√§hrlich pro geschossenes Tier praktisch gem√§stet.

In Nieder√∂sterreich habe man das F√ľttern deshalb vor einigen Jahren verboten, berichtet Walter Arnold. "Kirrungen", das Ausbringen von Lockfutter mit dem Ziel, die fressenden Wildschweine zu erlegen, seien nur noch streng reglementiert erlaubt. Inwiefern reichliche Futtergaben der J√§gerschaft wirklich den Wildschweinbestand explodieren lassen, ist indes unklar. Viel wichtiger k√∂nnte der europaweit gestiegene Maisanbau f√ľr die Viehmast sein, der den Schwarzkitteln in vielen Regionen √ľppig gedeckte Tische beschert.

Ein weiterer Kritikpunkt von Jagdgegnern bezieht sich auf den Abschuss selbst. Erh√∂hter Jagddruck, so die Tiersch√ľtzer, bringe das Sozialgef√ľge der Wildschweinrotten aus dem Gleichgewicht und f√∂rdere so eine √ľberm√§√üige Fortpflanzung, weil in Ermangelung von √§lteren "Bachen" - Muttertieren - die jungen S√§ue fr√ľhreif gedeckt w√ľrden. Allerdings lie√ü sich diese These bislang kaum wissenschaftlich untermauern. Die Debatte d√ľrfte nun aber neu befeuert werden.

Verfr√ľhte Geschlechtsreife

Laut einer aktuell publizierten französischen Langzeitstudie scheint starke Bejagung durchaus die Fortpflanzungsfähigkeit zu stimulieren. In einem Waldgebiet im Departement Haute Marne erreichen deutlich mehr Jungsäue vor dem Ende ihres ersten Lebensjahres die Geschlechtsreife und werden trächtig, als dies zum Beispiel bei ihren Artgenossen in den Pyrenäen der Fall ist. Dort sind weniger Jäger unterwegs (vgl. Servanty et alii, Journal of Animal Ecology).

Das Durchschnittsgewicht der erstmalig Fruchtbaren ist bei den untersuchten franz√∂sischen S√§uen ebenfalls geringer. Die Forscher betrachten dies als Anpassung an eine geringe Lebenserwartung; bei stark dezimierten Fischbest√§nden wurde eine solche √úberlebensstrategie schon fr√ľher beobachtet. So gleiche das Schwarzwild seine Verluste schnellstm√∂glich wieder aus.

Der Leiter der Forstverwaltung Lainz, Andreas Schreckeneder, kennt diesen Effekt aus eigener Beobachtung. Im Lainzer Tiergarten werden viele Jungs√§ue ebenfalls nach knapp einem Jahr geschlechtsreif. Sie wiegen dann nur 25 bis 27 kg, erkl√§rt der Beamte. Gleichwohl herrscht im eingez√§unten Lainzer Tiergarten ohnehin eine gewollt √ľberh√∂hte Wilddichte, schlie√ülich sollen die Besucher genug Tiere zu Gesicht bekommen.

Gewaltiger Jagddruck

Schreckeneders Jäger erlegen dennoch jedes Jahr mehr als die Hälfte des Wildschweinbestandes, bis zu 1300 Tiere. Der Jagddruck ist also gewaltig, und die Vermehrungsrate offenbar dementsprechend hoch.

Walter Arnold best√§tigt den Trend zur verfr√ľhten Geschlechtsreife auch f√ľr wirklich freilebende Wildschweine. Seiner Meinung nach ist diese jedoch eher dem Klimawandel zu verdanken. Die Bachen k√§men dadurch in einer besseren Kondition durch den Winter und g√§ben mehr Milch, was ihren Frischlingen einen kr√§ftigeren Wachstum erm√∂glicht und so h√∂here √úberlebenschancen bietet. Zus√§tzlich w√ľrden die Muttertiere fr√ľher im Jahr werfen, w√§hrend gleichzeitig die Anzahl der Nachkommen pro Wurf steige.

"Weder in √Ėsterreich noch sonst irgendwo ist eine Trendwende erkennbar", betont Arnold. Die hiesige Populationsdichte k√∂nnte sich sogar noch verdreifachen. "Ich sehe nur wenig Chancen, das jagdtechnisch in den Griff zu bekommen." (Kurt de Swaaf/DER STANDARD, Printausgabe, 16.09.2009)

http://derstandard.at/fs/1252771437845/Natur-Mehr-Jagd-macht-Wildschweine-frueher-reif

Jagd ist Mordlust

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Die Aussage des Jagdkritikers Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universit√§t Rostock, "Letztlich dient die Jagd nur dem Spa√ü und der Befriedigung der Mordlust der J√§ger", schaffte es sogar in den Titel eines recht jagdkritischen Artikels in der S√ľddeutschen. Die wesentlichen Argumente gegen Jagd werden klar pr√§sentiert, die J√§gerapologetik, die ebenfalls angef√ľhrt wird, wirkt dagegen objektiv betrachtet unseri√∂s und v√∂llig unglaubw√ľrdig.

Re: Ethisch vertretbare Kinderb√ľcher etc. [Drei Haseln√ľsse f√ľr Aschenbr√∂del - Mod]

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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> werden, ist in diesem Film eine besonders grausam und
> detailliert dargestellte Jagdszene zu sehen, in der einem
> Fuchs ein Pfeil in die Seite geschossen wird. Er lebt noch
> und versucht ihn mit den Zähnen rauszuziehen. Alles in
> Nahaufnahme gefilmt.

Mal davon abgesehen, daß das vielleicht nicht kindergeeignet ist, wäre das ja wohl eher gegen Jagd gerichtet, oder wird der Fuchsmord(versuch) als etwas positives dargestellt?

Achim

Fuchs du hast die Gans gestohlen

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Allgemeines
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> Oder hast du schon mal nen Fuchs gesehen, der die Gans zum
> Angucken der Schallplattensammlung eingeladen hat mit
> romantischen Hintergedanken? Tja, wenn du "Gast essen"

Muß schon schwer sein, das Rechtfertigungs-FAQ zu abstrahieren: Löwen fressen doch auch Antilopen.

Wobei √ľbrigens F√ľchse zwar von Natur aus nicht vegan sind, das Kinderlied im Titel jedoch nur Propaganda ist - F√ľchse schaffen es normalerweise nicht, G√§nse zu t√∂ten (und versuchen es gar nicht erst).

> Es gibt kein Schwarz-weiss, die ganze Welt ist daf√ľr viel zu

Stimmt. Es gibt auch rot: das Rot des Bluts der Opfer (z.B. von Soldaten und Metzgern).

> vor Jahren eventuell auch mal gedacht, (oder tut es in der
> Gabriele Stiftung immer noch...), dass eine Religion besser sei
> als ne andere.

Nicht nur da - ich habe noch nie einen theistischen Irren gesehen, der nicht die Konkurrenz "kritisiert", um a) selbst besser dazustehen und b) die theismusinduzierten Wahnfolgen auf die anderen abzuwälzen. Christen auf Moslems, Protestanten auf Katholiken, DIY-Religiöse auf die Organisierten/Kirchen usw. usw. (und jeweisl mumgekehrt). Als ob es da iregendwelche relvanten Unterschiede gäbe.


> Die Welt und das Leben ist viel größer als die Identifikation
> mit einem Beruf, mit einer Rolle (wie z.b. der eifrige,

Mord ist kein Beruf.

Achim

Anti-Jagd-Seite

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Komplementärforum
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> Tierrechte zusammen. Nur letztes Jahr musste ich manche
> geplante TR-Aktion krankheitsbedingt absagen. Mit Faschos

Wieso gehört eigentlich die "anti-jagd-seite.de" (das war doch Deine?) inzwischen einem Domainhändler?

Achim

Jagd ist Mord

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Komplementärforum
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>Sie leben nach wie vor von der Jagd.

Steht sogar auf albernen Buttons:


Im √ľbrigen w√§re es angebracht, wenn Du das FAQ erstmal lesen w√ľrdest (und den Unterschied zwischen Fakten, Meinungen und kontrafaktischen Aussagen sehen).

Achim

Re: Exkurs zur Jagd

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Hi Ingrid,

> >Thema "Jagd": auch beim Einstellen dieser wäre es notwendig,
> eine Zeit lang Contrazeptiva einzusetzen
>
> Wieso? Bis sich die nat√ľrlichen "Fressfeinde" wieder
> etabliert haben?

soweit ich wei√ü, reicht es aus, die Nachwirkungen von "Wildf√ľtterung" und Jagd (auf beides reagieren die betr. Tiere ja mit √ľberm√§√üiger Vermehrung) aufzufangen. Aber vielleicht kann Martin mehr dazu sagen, der hat sich eine Zeit lang mal ziemlich intesiv mit dem Thema Jagd auseinandergesetzt.

[rufmodus]MAAAAARTIIIIN!!![/rufmodus] :-)

Tanja

Exkurs zur Jagd

Autor: Rele
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Hallo Tanja :-)

>Thema "Jagd": auch beim Einstellen dieser wäre es notwendig, eine Zeit lang Contrazeptiva einzusetzen

Wieso? Bis sich die nat√ľrlichen "Fressfeinde" wieder etabliert haben?

Fuchsjagd: Hetzverbot k√ľmmert Briten nicht

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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London - Verbote sind f√ľr Anh√§nger der Fuchsjagd in Gro√übritannien scheinbar daf√ľr da, umgangen zu werden. Zum Beginn der Jagdsaison, an dem sich am Samstag tausende J√§ger hoch zu Ross sowie noch mehr Helfer und Schaulustige beteiligten, wurden etwa 100 F√ľchse get√∂tet. Dabei sei mehrfach das neue Gesetz verletzt worden, das es verbietet, die F√ľchse oder andere Tiere mit Hundemeuten zu Tode zu hetzen, beklagten Jagdkritiker. Insgesamt nahmen rund 250 000 Menschen an 300 Jagden teil.

Bei mehr als 40 Prozent von rund 80 beobachteten Jagden seien ‚Äěillegale Methoden‚Äú festgestellt worden, erkl√§rte die Liga gegen Grausamkeit im Sport (LACS). Jagdsportverb√§nde widersprachen den Vorw√ľrfen. Zugleich bekr√§ftigten sie, die im Februar erlassenen gesetzlichen Einschr√§nkungen der Jagdmethoden weiter mit allen rechtlichen und politischen Mitteln bek√§mpfen zu wollen.

LACS-Sprecher Mike Hobday sagte, es habe am ersten Tag der neuen Fuchsjagdsaison noch ‚Äěrelativ wenige Gesetzesbr√ľche‚Äú gegeben. Tiersch√ľtzer h√§tten einige klare F√§lle verbotener Hetzjagden auf Videos dokumentiert, die der Polizei √ľbergeben werden sollen. ‚ÄěOb J√§ger das Gesetz wirklich einhalten und F√ľchse nicht zu Tode hetzen, wird sich erst in den n√§chsten Wochen zeigen, wenn die √∂ffentliche Aufmerksamkeit f√ľr die Jagd nicht mehr so gro√ü ist.‚Äú

Die Dachorganisation der Jagdverb√§nde Countryside Alliance (CA) erkl√§rte: ‚ÄěWir sind √ľberzeugt, dass die J√§ger sich an das Gesetz gehalten haben.‚Äú Alle Jagdgesellschaften h√§tten ‚Äěerfolgreich Ersatzma√ünahmen‚Äú f√ľr die T√∂tung der Beutetiere angewendet, sagte CA-Sprecherin Jill Grieve. Die Mitgliedschaft in den mehr als 300 Jagdverb√§nden sei trotz des neuen Gesetzes in den letzten Monaten angewachsen. Das im Februar 2005 nach Jahre langen Auseinandersetzungen im Parlament best√§tigte Jagdgesetz enth√§lt dehnbare Ausnahmeregelungen. So darf eine Hundemeute einen Fuchs verfolgen, wenn am Ende h√∂chstens zwei Jagdhunde eingesetzt werden, um ihn J√§gern vor die Flinte zu treiben.

Zum T√∂ten der F√ľchse d√ľrfen zudem auch Raubv√∂gel eingesetzt werden, die wiederum von Hunden unterst√ľtzt werden k√∂nnen. Tiersch√ľtzer kritisierten, dass sich dieser eher ungew√∂hnlichen Methode jetzt immer mehr Jagdgesellschaften bedienen w√ľrden. Dabei seien die Raubv√∂gel lediglich ein Alibi, w√§hrend in Wirklichkeit Hundemeuten die F√ľchse hetzen und sie damit wie fr√ľher einem grausamen Todesangst-Stress ausgesetzt seien. Nach Einsch√§tzung des Tory-Abgeordneten Peter Luff, der zu den aktivsten Verteidigern der traditionellen Fuchsjagd geh√∂rt, hat das neue Gesetz die Jagd mit Hunden lediglich ver√§ndert, jedoch keineswegs verhindert. Tausende Anh√§nger der Fuchsjagd verlangten bei Zeremonien zur Saisoner√∂ffnung die v√∂llige Aufhebung aller gesetzlichen Einschr√§nkungen. (dpa)

Sonntag, 6. November 2005
http://www.sz-online.de/nachrichten/artikel.asp?id=994034

England: Schlupfl√∂cher f√ľr Fuchsjagd

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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3.11.2005

Gut acht Monate nach In-Kraft-Treten des Fuchsjagdverbots haben englische J√§ger fast so viele Schlupfl√∂cher in dem Gesetz gefunden, wie es sie in den englischen Grafschaften f√ľr F√ľchse gibt.


Die englischen Fuchsjäger erweisen sich als einfallsreich. | (c) EPA


Englische J√§ger scheinen mindestens genauso listig wie die von ihnen gejagten F√ľchse. An diesem Wochenende steht das erste gro√üe Halali der gerade er√∂ffneten Jagdsaison an, wenn mehr als 50.000 Weidm√§nner und Jagdfreunde durch die herbstlich-idyllischen Landschaften Englands ziehen - dabei k√∂nnte es mancherorts brutaler und blutiger zugehen als fr√ľher.


Das von der Labour-Regierung nach jahrelangem Streit im Februar durchgeboxte Gesetz zur Fuchsjagd verbietet im Allgemeinen die Treibjagd mit Hunden. Dennoch boomt das Geschäft: Nach einer BBC-Studie wollen dieses Jahr mehr Menschen auf die Jagd gehen als im vergangenen Herbst. Sei es aus Protest gegen das Verbot, oder um eine der Ausnahmen zu testen, die sich viele der rund 300 Jagdgesellschaften jetzt zu Nutze machen.

Variante 1: "Staffel-Jagd"

So darf nach dem Gesetz eine ganze Hundemeute die Spur einer Beute verfolgen, aber nur zwei Jagdhunde d√ľrfen eingesetzt werden, um einen Fuchs (oder Hirsch) aus seinem Versteck den J√§gern vor die Flinte zu treiben. Allerdings kann diese kleine Treibjagd sehr lange dauern: Manche J√§ger fahren mit Ersatzhunden im Auto hinterher, ist das erste Paar m√ľde, kommt das n√§chste dran. Mit so einer "Staffel-Jagd" k√∂nnen F√ľchse zu Tode gehetzt werden, wenn der J√§ger nicht rechtzeitig zum Schuss kommt, beklagen Tiersch√ľtzer.

Variante 2: Raubvögel als Jäger im Einsatz

Wer auch beim Hetzen der Beute nicht auf die bellende, jaulende Hundemeute verzichten m√∂chte, kauft sich einfach einen Raubvogel. Mehr als 30 Jagdgesellschaften sollen sich in den vergangenen Monaten einen Uhu, Jagdfalken oder Steinadler angeschafft haben, f√ľr bis zu 15.000 Euro pro Tier. Denn das Gesetz erlaubt weiterhin einer Hundemeute, einen Fuchs vor sich her treiben, so lange der J√§ger ein Raubvogel ist.

Die britische Falkner-Vereinigung lehnt diese Art der Jagd kategorisch ab. "Ich w√ľrde meinen Vogel nicht einem solchen Risiko aussetzen", sagt Andrew Knowles-Brown, Vorsitzender des schottischen Falkner-Clubs. "Wenn er einen Hasen oder Fuchs f√§ngt und sich eine Meute Hunde darauf st√ľrzt, dann hast du tote Beute und einen toten Adler."

Raubvogel oder Jagdhund besserer Jäger?

Es sei zudem fraglich, ob ein Raubvogel genauso schnell und pr√§zise t√∂tet wie ein erfahrener J√§ger mit dem Gewehr. "Wir haben die ethische und moralische Verantwortung, die Beute schnell und human zu t√∂ten, und das kann man bei einem gro√üen Raubvogel nicht garantieren", sagt der Vorsitzende der britischen Falkner-Vereinigung, Jim Chick. Doch viele Jagdgesellschaften geben offen zu, dass es dazu selten kommt. Sie lassen ihre V√∂gel meist gar nicht erst von der Kette und nutzen sie offensichtlich eher als Alibi, um mit einer Hundemeute jagen zu d√ľrfen. Was dann mit den F√ľchsen geschieht, ob sie entkommen, von den Hunden get√∂tet oder geschossen werden - was beides illegal w√§re -, steht auf einem anderen Blatt.

Mehr als 50 Jagdverstöße

Seit Einf√ľhrung des Verbots am 18. Februar wurden mehr als 50 mutma√üliche Jagdverst√∂√üe der Polizei gemeldet, kein einziger J√§ger landete bisher vor Gericht. Auch jetzt wollen Tiersch√ľtzer die J√§ger wieder genau unter die Lupe nehmen und Verst√∂√üe per Videobeweis festhalten, doch die Polizei r√§umt offen ein, dass der Kampf gegen die illegale Jagd nicht ganz oben auf der Agenda steht. (Ag.)

http://www.diepresse.com/Artikel.aspx?channel=c&ressort=c&id=516619

Re: Fuchsjagd

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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> paar Informationen √ľber die Fuchsjagd in England wissen.
> Wie das ganze so abläuft, Fachbegriffe, usw.

Mit der Suchfunktion, z.B. fuchs jagd oder fox hunt findest Du hier sie manches dazu, sogar Videos.

Da das in England inzwischen wohl im wesentliche so "abl√§uft" wie hier (da der traditionellen "Hetzjagd" einige juristische H√ľrden in den Weg gelegt wurden) kannst Du ja auch ein parr Bilder aus Deutschland dazu anschauen: http://maqi.de/bilder/jagd.html.

Oder suchst Du einfach nur jemanden, der f√ľr Dich Deine Facharbeit schreibt ;-) ?

Achim

Tierversuche, Jagd und andere Randdthemen

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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> Was schlägst du denn als Alternative vor? Sollen alle bereits
> gewonnenen Erkenntnisse nochmal neu an freiwilligen
> menschlichen Testpersonen getestet werden, bevor man sie
> einsetzen darf? Welchen Sinn hätte das? Die Erkenntnisse hat
> man so oder so schon, egal ob man sie nun an freiwilligen
> Testpersonen nochmal testet oder nicht. Die Alternative wäre
> demnach, die Erkenntnisse ganz zu verwerfen und somit ggf.
> Leute sterben zu lassen. Tolle Lösung.

Eben - völlig absurd.

Bemerkenswerterweise gibt es, soweit ich wei√ü, trotz der Myriaden von "Tierversuchsgegner"-Organisationen kein Flugblatt bzw. keinen Artikel, in dem diese Problematik (die wohl nicht so offensichtlich ist, wie seie sein k√∂nnte) vern√ľnftig behandelt wird (oder kennt jemand einen).

Ich sehe schon - auch zu diesem Thema m√ľssen wir mal was schreiben (wie schon zum Thema "Zirkus") - nicht mal auf dem Randgebiet, auf dem sie 99% der Ressourcen verbraten, kriegen sie was gescheites zustande.

Ist mir z.B. auch schon was "Jagd" angeht aufgefallen. Obwohl wir uns kaum mit diesem Randthema beschäftigen, haben wir dazu z.B. wohl mehr und besseres Bildmaterial als es auf den ganzen (zumindest die mir bekannten deutschsprachigen) "Antijagdseiten" von den Leuten, die praktisch nichts anderes machen als "Anti-Jagd", zu finden ist (und die dann auf ihren Seiten eigentlich nichts weiter haben als unsinnige Foren und hunderte todlangweilige Pressemeldungen, daß sich mal wieder ein Jäger beim Hochsitzklettern den kleinen Zeh angehauen hat oder eine Kuh, einen Reisebus oder was auch immer mit einem Wildschwein verwechselt hat, oder ein paar zusammengeklaute Fotos und Cartoons) ... kooomisch.

Achim

Jagd in CH

Autor: Claude
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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davon hab ich ja noch nie gehört. Die Jagdstatistiken sagen auch was anderes:
http://www.uvek.admin.ch/dokumentation/medienmitteilungen/artikel/20040825/01989/index.html?lang=de

verboten sind zwar gewisse Jagdtechniken (http://www.admin.ch/ch/d/sr/922_01/a2.html) aber nicht die Jagd. und selbst wenn, dann w√ľrde das "Wild" aus dem Ausland importiert oder illegal geschossen. Entsprechend wird es heute mit den Eiern aus K√§fighaltung gemacht.

Claude

Großbritannien: Neuer Anlauf zum Verbot der Fuchsjagd

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Britisches Parlament will mit Sonderregelung Gesetz ohne Oberhaus beschließen - Die Fuchsjäger protestieren

Hunderte Pro-Fuchsjagd-Vertreter versammelten sich am Freitag vor dem Haus von "Hound Killer" Tony Blair.


Schon 2002 war protestiert worden: "Fox off", riefen die Jäger dem Premier zu.

Von Frank Herrmann aus London


Hunderte Pro-Fuchsjagd-Vertreter versammelten sich am Freitag vor dem Haus von "Hound Killer" Tony Blair.


Schon 2002 war protestiert worden: "Fox off", riefen die Jäger dem Premier zu.

Mit einem Hornsto√ü signalisiert der Jagdmeister das "Tally ho!", sobald die Hunde einen Fuchs aufgesp√ľrt haben. "Tally ho!" wird es bald auch dem britischen Premierminister Tony Blair auf dem Weg ins Parlament entgegenschallen. Die Countryside Alliance, die Lobby der Fuchsj√§ger, plant den gro√üen Aufruhr.

Am kommenden Mittwoch, wenn drinnen das Unterhaus √ľber ein Verbot der Hatz abstimmt, will sie drau√üen f√ľr Heidenl√§rm sorgen. Die J√§ger bereiten sich auf ihre neue Saison vor. Auf ein Freizeitvergn√ľgen, das sie f√ľr ebenso urbritisch halten wie Unze, Pint oder Pfund Sterling.

F√ľnfmal verschoben

Als Blair 1997 in die Downing Street einzog, stand das Nein zum F√ľchsejagen auf seiner Priorit√§tenliste ganz weit oben. Doch seitdem verkam es zur Farce. F√ľnfmal hat das House of Commons f√ľr ein Verbot gestimmt, f√ľnfmal hat sich die zweite Kammer, das House of Lords, quer gelegt, f√ľnfmal wurde die Entscheidung vertagt.

Jetzt mischt sich selbst Sir Paul McCartney, zum Ritter geschlagener fr√ľherer Beatle, in den Diskurs ein: Er baue darauf, dass Blair endlich N√§gel mit K√∂pfen mache, schrieb er dem Premier in einem offenen Brief.

Diesmal aber will die gewählte Kammer die störrischen Lords mit der Keule "Parliament Act" in die Knie zwingen. Mit dieser Sonderregelung, die in den vergangenen 50 Jahren nur dreimal angewendet wurde, können die Commons ein Gesetz auch ohne den Segen der Lords durchsetzen. Allerdings möchte Blair auch dann noch zwei Jahre warten, ehe das Verbot in Kraft tritt.

Ein raffinierter Schachzug. Denn einerseits will er vermeiden, dass die Lobby der J√§ger noch w√§hrend des anstehenden Wahlkampfs zum letzten Gefecht ruft ‚Äď deshalb der Aufschub. Andererseits mag er sich von McCartney und Co nicht l√§nger vorwerfen lassen, ein ewiger Zauderer zu sein. Schlie√ülich hegt er die vage Hoffnung, mithilfe des emotionalen Themas die √ľber den Irakkrieg zerstrittene Labour- Partei wieder zu einen.

J√§ger ‚Äď eine Minderheit

Sosehr sich New Labour in der Mitte positioniert, dem Zank haftet noch etwas von altem Klassenkampf an: Nach einem groben Raster sind es die Earls und Viscounts der Oberschicht, die dem flinken Wild nachsetzen ‚Äď die Unaussprechlichen auf der F√§hrte des Ungenie√übaren, wie der Dichter Oscar Wilde h√∂hnte.

Die Unaussprechlichen auf der Fährte des Ungenießbaren

Seit den 1660er-Jahren ist die Jagd nach dem Fuchs in den Annalen belegt. Bis Ende des 19. Jahrhunderts war sie tats√§chlich das Privileg geladener G√§ste. Heute darf jeder teilnehmen, sofern er einen Obolus entrichtet ‚Äď je nach Wochentag 55 bis 70 Euro.

Zu Unrecht diskriminierte Minderheit

Simon Hart, der Chef der Countryside Alliance, f√ľhrt neben den traditionellen Argumenten auch schon Begriffe wie Menschenrechte und Toleranz ins Feld. F√ľr ihn sind die rot berockten J√§ger eine Minderheit, die zu Unrecht diskriminiert werden. (DER STANDARD, Printausgabe 10./11.9.2004)

Grosse Kaninchen-Jagd auf Pariser Flughafen

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Im strömenden Regen hat am Pariser Flughafen Orly die Jagd auf die dort lebenden Kaninchen begonnen. Die Tiere sollen ins Burgund umgesiedelt werden, sagte eine Flughafensprecherin.

[sda] - "Dort herrscht Kaninchenmangel, weil es grosse √úberschwemmungen gegeben hat." Auf dem Flughafen dagegen sind die Tiere nicht so beliebt, weil sie beispielsweise gern Kabel durchknabbern.

Hauptamtlichen Jagdh√ľter machten sich mit grossem Fachwissen ans Werk: An einem Ende der G√§nge und Bauten des Flughafens wurden Frettchen freigelassen, die die Kaninchen dann vor sich hertrieben, bis sie am anderen Ende in die Netze der harmlosen J√§ger gingen.

Ein Flughafenveterin√§r testete noch kurz die gute Gesundheit der Nager, dann waren sie schon f√ľr ihre Reise in die Provinz bereit. "Kaninchen gelten als s√ľss und harmlos, aber sie sind zweifellos auch Nagetiere", begr√ľndete die Flughafengesellschaft die Umzugsaktion.

Wenn die Tiere sich zu stark vermehrten, knabberten sie Kabel durch; und ihre Tunnel f√ľhrten unter den Start- und Landebahnen hindurch.

Da nur wenige F√ľchse nahe dem Flughafen Orly leben und die Gegend kaum von Autos befahren ist, haben die Nager auf dem 850 Hektar grossen Flughafengel√§nde kaum Feinde. Sie vermehren sich deshalb im wahrsten Worte "wie die Kaninchen".


12.03.2004

Waschbärenplage in Brandenburg

Autor: martin.p
Datum:
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[Neben j√§gerischen Propagandal√ľgen auch die interessante Information, dass auch die J√§ger selber f√ľr die f√§lschliche Ansiedlung des Waschb√§ren durch ihre Schie√ügeilheit verantwortlich sind]

Meist kommt er nachts, um sich seine Beute zu holen. Er pl√ľndert Vogelnester, H√ľhnerst√§lle, M√ľlltonnen und Obstb√§ume - der Waschb√§r entwickelt sich in Teilen Brandenburgs zu einem Problem auf vier Pfoten. ¬ęMan kann um Strausberg und Buckow fast von einer Waschb√§renplage sprechen¬Ľ, sagt der Gesch√§ftsf√ľhrer des Landesjagdverbandes, Bernd M√∂ller. ¬ęAuf seinen Raubz√ľgen klettert er in Schornsteine, verschmutzt mit seinem Kot Dachb√∂den, kippt M√ľllk√ľbel um und macht sich √ľber die Obsternte her.¬Ľ

Der etwa fuchsgro√üe Vierbeiner mit der schwarzen ¬ęAugenmaske¬Ľ und dem buschigen Schwanz stammt urspr√ľnglich aus Nordamerika. Eingef√ľhrt wurde der Waschb√§r (Procyon lotor) als Zuchttier f√ľr die Modepelzindustrie. Sein Name bezieht sich auf sein Fressverhalten: der B√§r tastet seine Nahrung vor dem Verzehr ab, als ob er sie w√§scht. Die ersten beiden Waschb√§renpaare wurden in Deutschland 1934 im Forstamt V√∂hl am Edersee in Hessen angesiedelt. Ziel war es, bei der sportlichen Jagd einmal mehr Tierarten zur Auswahl zu haben.

In Brandenburg leben laut Jagdstatistik die meisten Waschb√§ren in Ostdeutschland. Daf√ľr sind zwei Ereignisse verantwortlich: 1945 schlug eine Fliegerbombe in eine Pelztierfarm in Wolfshagen bei Strausberg ein, 25 Waschb√§ren flohen und fanden in der Mark eine neue Heimat. In den 70er Jahren entkamen noch einmal zehn Waschb√§ren aus dem Tierpark Neuruppin. Zwar werden nur die bei der Jagd get√∂teten Tiere gez√§hlt, ihre Anzahl ist jedoch in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. 1972 wurde ein Waschb√§r gefangen, Mitte der 90er Jahre waren es mehr als 200 und im vergangenen Jahr wurden 3137 Tiere erlegt - allein die H√§lfte im Kreis M√§rkisch-Oderland.

¬ęDer Waschb√§r frisst Eier und K√ľken von Enten, Rebh√ľhnern und Fasanen und hat keine nat√ľrlichen Feinde¬Ľ, sagt der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Strausberg, G√ľnter Sachert. Um die Population der fruchtbaren B√§ren einzud√§mmen, pl√§diert er f√ľr eine Erlegungspr√§mie wie zu DDR-Zeiten. Das Entgelt von ¬ęzehn bis 20¬Ľ Euro sollten Naturschutz- oder Tierschutzverb√§nde ausloben. ¬ęDas ist eine v√∂llig unrealistische Forderung¬Ľ, meint dazu Axel Kruschat vom BUND- Landesverband Brandenburg. Daf√ľr sei kein Geld vorhanden.

F√ľr den Pr√§sidenten des Landesumweltamtes, Matthias Freude, ist eine Fangpr√§mie ¬ęein interessanter Gedanke¬Ľ, aber Mittel st√ľnden nicht bereit. Ihm zufolge ist es nur eine Frage der Zeit, bis das Tier ganz Brandenburg besiedelt: ¬ęBeim Waschb√§r haben wir Zauberlehrling gespielt und werden ihn nun nicht wieder los.¬Ľ Der B√§r sei extrem anpassungsf√§hig, k√∂nne gut klettern, schwimmen und fresse alles - ¬ęvon Obst bis Katzenfutter¬Ľ. Dennoch ist laut Freude der Fuchs f√ľr Bodenbr√ľter immer noch die gr√∂√üte Gefahr.

Das interessiert im Naturpark M√§rkische Schweiz wenig. Dort tummeln sich mit 15 bis 20 Tieren pro Quadratkilometer die meisten Waschb√§ren im Land. Naturparkleiter Meinhard Ott will das Europ√§ische Vogelschutzgebiet rechtzeitig vor einer drohenden √úberbev√∂lkerung durch Waschb√§ren bewahren. ¬ęWir beobachten bereits einen R√ľckgang bei den Entenbest√§nden.¬Ľ Daher soll jetzt eine Arbeitsgruppe eine L√∂sung f√ľr das B√§renproblem finden.

(dpa/djv) Potsdam, 25.02.04, 03:15

[meine Hervorhebung, MP]

Re: toter fuchs im garten

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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martin.p schrieb:

> Ggf. hättest du auch denjenigen wegen Hausfriedenbruch
> anzeigen k√∂nnen, der auf deinem Grundst√ľck den toten Fuchs
> mitgenommen hast.

Wohl kaum, da er ja quasi auf Einladung der Mutter da war.

> ziehst und der Lustmörder in der Zeit, in der er im Gericht
> ist, schonmal keine Tiere erschießen kann.

Soviel ich wei√ü richtet sich die Tahl der ermordeten F√ľchse eher nach Abschu√üquoten, nicht nach investierter Zeit.

Achim

Re: toter fuchs im garten

Autor: martin.p
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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In Wohngebieten herrscht s. g. "befriedeter Bezirk", da d√ľrfen "normale" Lustm√∂rder nicht rumschie√üen, nur "Stadtj√§ger" die gibt es aber nur in Gro√üst√§dten (ich wei√ü nicht, wo du wohnst...).
Wenn du einen von den "normalen" dabei gesehen hättest und am besten fotografiert o.ä., könntest du ihn anzeigen.
Ggf. h√§ttest du auch denjenigen wegen Hausfriedenbruch anzeigen k√∂nnen, der auf deinem Grundst√ľck den toten Fuchs mitgenommen hast.

> h√§tte es also √ľberhaupt etwas bewirkt

Das auf jeden Fall, weil du so Aufmerksamkeit auf das Thema ziehst und der Lustmörder in der Zeit, in der er im Gericht ist, schonmal keine Tiere erschießen kann.

toter fuchs im garten

Autor: lollipop
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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hallo zusammen,

es ist ungefähr einen monat her als ich im garten einen toten fuchs gefunden habe.ich war gerade dabei den katzen das essen zubereiten .ein kater lief nach draußen.ich beobachtete ihn damit er nicht gerade zur essenszeit abhaut.wir haben eine alte gußbadewanne im garten stehen.der kater lief dahinter und regte die nase ungewöhnlich vorsichtig nach vorne.ich wunderte mich und schaute nach was da los ist.zuerst sah ich nur einen wuschligen schwanz hervorragen.als ich weiter ging sah ich den toten fuchs dort liegen.ich habe ihn nach verletzungen untersucht.er hatte zwei stellen die mit blut beschmiert waren.eine direkt auf dem kopf und die andere ungefähr an der schläfe.es war klar das er erschossen wurde.
ich war entsetzt und schockiert.
ich habe ihn erstmal in eine kiste getan und wollte √ľberlegen was ich jetzt tun konnte um den killer irgendwie dranzukriegen.
ich habe nachts schon oft sch√ľsse ganz nah geh√∂hrt.vom garten her aber auch einmal von der stra√üe.so nah das derjenige der schoss direkt neben dem haus h√§tte stehen m√ľssen.
also wenn ein j√§ger den fuchs erschossen hat.da man nichts gegen das gesetzlich erlaubte morden tun kann wollte ich die irgendwie anders drankriegen.h√§tte man ihn wegen schie√üens inm wohngebiet anzeigen k√∂nnen?oder wenn es kein j√§ger war dann wegen wilderrei?aber das w√§ren ohnehin nicht die gr√ľnde gewesen um die es mir ging.h√§tte es also √ľberhaupt etwas bewirkt.was h√§tte oder kann man noch unternehmen?
bevor ich jedoch irgendetwas tun konnte unterhielt sich meine mutter ,ohne mein wissen ,mit dem nachbarn und dieser alarmierte irgendwen(förster,jaäger??,keine ahnung),der den fuchs abhohlen sollte.und am nächsten tag während ich geschlafen habe kam der typ und hat den fuchs mitgenommen.
so hat sie den t√§tern direkt in die h√§nde gespielt.ich wollte nicht das die so einfach davonkommen.ich wollte die irgendwie daf√ľr drankriegen.
ich habe dann noch √ľberlegt ob ich zur polizei gehen sollte.aber h√§tte das irgendetwas gebracht?

was kann man in solchen fällen tun?

lollipop

Re: Facharbeit: Jagd - eine ökologische Maßnahme?

Autor: Reina
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Hallo,

hmm, entweder nochmal diesen Link probieren

oder unter http://www.hausarbeiten.de/ suchen nach "jagd oekologisch massnahme"

Noch eine Korrektur: das Bewerten ist wohl nicht so einfach möglich, was den Jägern aber offenbar ebenso erging ;-)

mfg, Reina.

Facharbeit: Jagd - eine ökologische Maßnahme?

Autor: Reina
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Eine Anke Hammer hat eine Facharbeit √ľber die Jagd geschrieben, welche unter folgendem Link eingesehen und bewertet werden kann. Es w√§re schade, wenn dies - wie bisher - nur J√§ger tun...

http://www.hausarbeiten.de/rd/faecher/hausarbeit/bis/21808.html

mfg, Reina.

Probleme als Jagdrechtfertigung und von Jägern verursacht

Autor: martin.p
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Erstmal: "Wild" ist speziesistisch, wie sehr viele Ausdr√ľcke in der "J√§gersprache". Solche sollten immer in Anf√ľhrungsstriche gesetz werden.

> In einem anderen Forum habe ich gerade eine riesige
> Diskussion mit ca. 15-20 Leuten und muss (kann meistens auch)
> ein "Gegenargument" nach dem anderen widerlegen.

In welchem?

> Jetzt kam aber der Punkt auf mit der Bestandsbegrenzung von
> Wild, da dieses in zu hoher Zahl die Wälder auf lange Sicht
> zerst√∂ren w√ľrde,

Wieso gibt es wohl diese hohe Zahl?
Vielleicht weil einige Lustmörder ihre niedrigen Triebe befriedigen wollen und das geht nat. am leichtesten, wenn der ganze Wald voll ist und man nicht lange "ansitzen" muss.
Sowas wird durch Winter"f√ľtterungen" erreicht, da in dieser Jahreszeit normaler Weise alte und schwache Tiere sterben und somit der Bestand kleiner und st√§rker/widerstandsf√§higer wird.
Das umgehen die Jäger und stellen es als große Heldentat dar und können auch noch erfolgreich davon ablenken, dass sie das aus reinem Eigennutz tun (analog das "Angler" Flussufer reinigen).
Eine weitere "Ma√ünahme" ist das die J√§ger panisch jedes fleischessende Tier erschie√üen. Nachdem gr√∂√üere, wie Wolf und Luchs schon ausgerottet sind, bleiben nur noch Fuchs, Marder, etc. √ľbrig. Der Fuchs hat schonmal √ľberhaupt keine "Schonzeit" und Marder und Iltis werden intensiv mit Fallen "bejagt".
Dazu kommt, dass die Fuchsermordung nicht nur f√ľr die F√ľchse nachteile hat, sondern auch wirkungslos ist, da es dann einfach mehr Nachkommen gibt, indem die m√§nnlichen F√ľchse nicht bei einem weiblichen bleiben, sondern gleich zur n√§chsten wandern. Dadurch, und dadurch, dass die M√ľtter √∂fter Wache halten m√ľssen, werden die Jungen vernachl√§ssigt.
Au√üerdem erh√∂ht es das Seuchenrisiko, da F√ľchse immer ein bestimmtes freies Revier haben. Wenn sie ermordet werden, kommen F√ľchse von woanders in das freie und verbreiten Krankheiten dadurch noch weiter.

> da die nat√ľrlichen Feinde durch den Menschen
> längst ausgerottet/extrem dezimiert worden sind.

Das stimmt, s.o., aber das ist nicht der einzige Regulationsfaktor.
Zum zweiten: Dann sollen sie auch endlich aufh√∂ren die noch verbleibenden "Raub"tiere zu ermorden oder es entsteht der Eindruck, sie wollen dadurch, wenn √ľberhaupt keine mehr da sind, ihre Position festigen...

> Bei fleischessenden Waldbewohnern w√ľrde sich die ganze Sache
> automatisch regeln, da irgendwann nicht genug Beute da ist
> und dann die Zahl von allein zur√ľckgeht, so dass irgendwann
> wieder ein Gleichgewicht herrscht.

Eben und ihre Beute sind die anderen, die dann auch automatisch dezimiert werden.
Doch der Waidmann schafft mehr pflanzenessende und dezimiert weiter die restlichen fleischessenden und beschweren sich √ľber solche Folgen. Interessant...

> Bei pflanzenessendem Wild sieht das aber ein wenig anders
> aus, da (wenn das Wild in hoher Zahl vorhanden ist) dieses in
> erster Linie nur junge Pflanzen isst, und damit daf√ľr sorgt,
> dass der Pflanzennachwuchs ausbleibt.

Bei Thema nochmal zum Fuchs: Die Best√§nde der Feldhasen gehen zur√ľck, also ist noch ein Grund gefunden, mehr F√ľchse zu erschie√üen. Nur ist es so, dass kein Fuchs einen ausgewachsenen Hasen fangen kann, weil sie viel zu schnell sind. Aber sie k√∂nnen die Alten und Schwachen fangen, was wiederum zu einer Dezimierung und St√§rkung des Bestandes f√ľhrt.
Und, was niemanden √ľberrascht, w√§hrend die J√§ger wieder einen Grund f√ľr ihr Morden gefunden haben, erschie√üen sie selber auch noch Hasen.

Bei gr√∂√üeren Tieren, wie Rehen und Hirschen, kommt dann der Aspekt der Winter"f√ľtterung" zum Ausdruck.
Des weiteren, dass Rehe Wiesentiere sind, aber da an solchen die Hochsitze stehen (freie Schussbahn) sie in den Wald gedr√§ngt wurden und da ihnen dort Faserstoffe in der Nahrung fehlen m√ľssen sie die Triebe essen.
Und wieder haben die Jäger einen selbst verschuldeten Grund, um - in diesem Fall - Rehe zu erschießen.

Und f√ľr "Wildschweine" gibt es extra √Ącker mit Mais, die angelegt werden um sie anzulocken, da dort aber keine 24h Jagd ist, haben sie in der restlichen Zeit fein zu essen, vermehren sich und wieder gibt's einen Erschie√üungsgrund.

> Mir fällt da jetzt ehrlich gesagt nicht viel ein um dagegen
> zu argumentieren, dass die die Zahlen begrenzt werden m√ľssen,
> um die Wälder zu retten.

Wie du siehst ist es gar nicht nötig das zu tun, sondern es ist viel nötiger die Jagd abzuschaffen.

Aber da es nie ganz ausgeschlossen werden kann, dass es durch menschlichen Leichtsinn irgendwo zu viele Tiere gibt, dass trifft insbesondere auch auf stadtnahe Gebiete zu, wo die Tiere viel Nahrung in M√ľlltonnen finden und es z.B. eben recht viele Waschb√§ren gibt, die sich in H√§user einnisten, oder zu viele Enten/Schw√§ne, weil sie von Menschen Nahrung bekommen (mehr als nat√ľrlich), da kann man sie mit einem Medikament, PZP, sterilisieren, also Geburtenkontrolle betreiben. Das ist auch bei anderen Tieren im Wald m√∂glich, also eine Alternative zur Jagd.
Hier gab's schonmal einen thread dazu:
http://veganismus.ch/foren/read.php?f=1&i=1091&t=1088.
(Übrigens gibt es Waschbären hier auch erst durch "Pelzfarmer")

Leserbrief notwendig: "Die Jagd ist f√ľr mich praktizierter Naturschutz"

Autor: Dirk Micheel
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Tierärztin und(!) Jägerin Gesine Geiler in der WamS 20/03:
"Die Jagd ist f√ľr mich praktizierter Naturschutz"

Ein Leserbrief zu dem dort geäußerten Unfug ist hier möglich:
http://www.wams.de/data/2003/05/18/97853.html (Link f√ľr Leserbrief unten links)

Bin nicht sicher, ob ich dazu komme ...
_Dirk

Jagd f√ľr TCM und Umwelt

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
Thema öffnen
Die Zahl der Saiga-Antilopen ist nach Expertenangaben so dramatisch gesunken wie die keines anderen S√§ugetiers derzeit. Grund daf√ľr ist die Jagd f√ľr die "Traditionelle Chinesische Medizin" (TCM), in der die H√∂rner der Tiere verwendet werden - Anfang der 90er unterst√ľtzt durch "Umweltsch√ľtzer" (gemeint wohl: Artensch√ľtzer), die darin einen Ersatz f√ľr die H√∂rner bedrohter Nash√∂rner sahen. Daf√ľr wurden unz√§hlige Antilopen umgebracht.

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> Wenn ich eine Demo organisiere, dann ist das eine öffentliche
> Versammlung und keine geschlossene Veranstaltung. Ich glaube
> nicht, dass ich irgendjemanden nach Hause schicken sollte,
> weil er gegen Pelz ist aber noch Fleisch isst. Schließlich
> will ich ihn doch mit meiner Message erreichen - und wann
> kann ich das besser als in dem Moment, wo er und ich das
> gleiche Ziel haben? Wo ich ihn √ľber die Pelzbranche
> informiere (also er auf mich zu kommt, weil ich einen
> Wissensvorsprung habe)?

Nun, ich h√§tte letzten Samstag keine Probleme gehabt (auch wenn ich die Demo nicht organisiert habe), einem Tierausbeuter zu sagen, da√ü ich mit ihm nicht f√ľr Tierrechte demonstrieren kann.
Selbstverständlich hätte ich ihm das auch erklärt und ihn also auch auf diesem Weg mit "meiner Message" erreichen können.
Tierausbeuter gegen Tiertausbeutung ist der Hohn schlechthin.


> Ich werden den VGTM nicht nach Hause schicken, aber explizit
> einladen werde ich ihn auch nicht. Die Leute werden höflich
> gebeten, Papier und Transparente in der Tasche zu lassen,
> wenn dort (was anzunehmen ist) keine TR-Positionen vertreten
> werden. Halten sie sich dran ist's gut, wenn nicht werden sie
> f√ľr das n√§chste Mal vorher angesprochen.


Und genau dahin kommt man m.M. nach, wenn man mit Leuten demonstriert, die Tiere ausbeuten: Sie haben ein gutes Gewissen, lassen vielleicht zwar ihre Brosch√ľren in der Tasche ("Naja, der Volker K√∂nig, der ist da halt etwas extrem") und sehen aber absolut keine Notwendigkeit, ihr Verhalten zu √§ndern.
Ich will nun nicht schon wieder √ľber Zusammenarbeit mit Tierausbeutern diskutieren - wurde ja schon lang und breit getan und f√ľr mich ist das Thema momentan erledigt.


> Stell Dir vor, jemand organisiert eine Demo gegen einen
> Putenfarmneubau. Du wirst angesprochen, ob Du allgemeine
> TR-Infos mitbringen und bei der Pressekonferenz in diesem
> Zusammenhang unterst√ľtzen m√∂chtest. Ich gehe davon aus, dass
> Du bereit wärst.

Wahrscheinlich schon.

> Auf der Demo siehst Du nun VGTM-Buttons.
>
> Was tust Du?

Ich weise die Presse auf das verbrecherische Verhalten dieser Leute hin und erl√§utere an ihnen als Beispiel, da√ü es nicht um Reformen und somit weitere Tierausbeutung sondern um Tierrechte geht. Ist allerdings sehr hypothetisch, da ich mich da ja sowieso nur einbringen w√ľrde, wenn es eine Tierrechtsdemo w√§re - und dann w√ľrde der VGTM wohl kaum auftauchen.


> >
> > Und hier w√ľrde ich lieber vor der Presse klarstellen, da√ü die
> > Arbeit dieser Leute absolut nichts mit TR-Arbeit zu tun hat.
>
> Das schließe ich nicht aus. Aber vermeiden sollte man den
> √∂ffentlichen Streit (der bei uns streitge√ľbten Menschen
> ziemlich heftig ausfällt). In der abschließenden PI kann das
> wie beiläufig erwähnt werden ("Die vegan lebenden
> Organisatoren bedauern, dass auf der Veranstaltung
> unangemeldet Reklame f√ľr Biofleisch gemacht wurde" oder so
> ähnlich.)


Genau. Tierausbeutung geschieht ja auch nur "beiläufig".
Wir sind nun leider an einem Punkt angelangt, wo wir nicht mehr weiterkommen, denke ich. :-(


> Wir sind die, die vern√ľnftig sind, und dazu geh√∂rt auch,
> souverän mit solchen Umständen umzugehen. Polemik und
> Hasstiraden sind nicht souverän. Abreagieren können wir uns
> hinter geschlossenen T√ľren, aber schon dieses Forum ist -
> streng genommen - zu √∂ffentlich daf√ľr.


Es geht nicht um "Polemik und Hasstiraden", sondern darum, da√ü ich mit Tierausbeutern - egal ob vom VGTM oder von der Metzgerei um die Ecke - nicht f√ľr Tierrechte k√§mpfe. Bitte habe Verst√§ndnis, wenn ich das nun nicht noch x-Mal wiederholen will.


> Es ist aber auch eine Frage der Kommunikation.
>
> Wenn ich angesprochen werde, ich hätte mit Tiermördern eine
> Demo organisiert und sei daher offenbar kein Tierrechtler,
> dann ist möglicherweise die Front zwischen mir und dem, der
> das sagt, schon aufgebaut und die Diskussion √ľber das Thema
> vereitelt.


Wenn Du mit diesen Leuten die Demo organisiert hast, hat die Person, die Dir das sagt, aber Recht.


> Wenn mir hingegen eine Organisation sachlich sagt, dass sie
> als TR-Gruppe nicht mehr dabei sein werden, wenn weiterhin
> VGTM-Biofleisch-Flugis verteilt werden (ohne Pseudo-,
> M√∂rder-, Tierausbeuter- und andere Vorw√ľrfe gegen mich), dann
> ist das konstruktiv und bringt alle weiter.

Schön, in diese Richtung gehend habe ich mich ja nun auch geäußert. :-) In dieser Diskussion bringt es uns leider trotzdem nicht weiter. :-(


> > Drum haben wir ja
> > z.B.letzten
> > Samstag
auch was getan. :-)
>
> Klar, das war schon Ok. Allerdings weiss ich nicht, ob die
> Energie nicht besser f√ľr was anderes h√§tte eingesetzt werden


Die Energie war m.E. ganz richtig eingesetzt.


> sollen. Ich war der räumlichen Distanz wegen nicht da, von
> hier aus gesehen kommt mir das vor, als ob die Zeuge Jehovas
> sich mit dem Wachtturm einer Prozession der Katholischen
> Kirche in den Weg gestellt haben: Die meisten werdens nicht
> bemerkt haben und die wenigen, die es bemerkt haben, haben es
> √ľberwiegend nicht verstanden.


Hast Du die PM von Samstag nicht gelesen? Die Demo der TSP war nun wirklich nicht in dem Verhältnis größer als die unsere.
Und es blieben Leute dem Demozug fern, weil sie es verstanden haben. Vor der Metzgerei verstanden es dann noch einmal einige.


>
> Wenn das so ist, halte ich es f√ľr wichtiger, statt gegen die
> nicht völlig TR-konforme Website gegen die Jägerschaft
> vorzugehen. Die können uns eh nicht voneinander unterscheiden.


Aber ich kann unterscheiden. Was bringt es, mit Leuten gegen die Jagd zu arbeiten, f√ľr die Rinder und H√ľhner ausgebeutet und get√∂tet werden?
(Und auch das möchte ich ungern noch mal wiederholen.)


> Wir sollten vielleicht eine breit angelegte Umfrage in TR-
> und Veganerkreisen starten, wo zunächst die verschiedenen
> "Arten" von Menschen (wie definieren sie "vegan" oder
> "Tierrechtsarbeit") mit deren "Werdeg√§ngen" zusammengef√ľhrt
> wird.

Das interessiert mich allerdings auch, wie Leute "vegan" oder "Tierrechtsarbeit" definieren.


> > Und was ist mit den Leuten, die dort wirklich Tierhäute mit
> > sich f√ľhrten? Wie rechtfertigten die sich?
>
> Gar nicht. Weil: Es war eine öffentliche Veranstaltung gegen
> Pelz mit Infoständen vorher und nachher, wo es um Tierrechte
> im Allgemeinen ging. Man muss, glaube ich, zwischen einer
> "moderierten" Veranstaltung wie einem Infostand, einer
> PresseK etc, und einer "öffentlichen" Demonstration
> differenzieren. Auf der Demo freu ich mich √ľber jeden Promi,
> weil die Presse dann eine Spalte mehr √ľber die Demo schreibt.
> Auf einer Infoveranstaltung sind Promis hinderlich. Auf der
> Demo werde ich nichts gegen Lederschuhträger machen, weil ich
> ja mit ihnen in Kontakt treten will, um ihnen TR-Themen nahe
> zu legen.

Meine Position habe ich ja nun erl√§utert. W√§re schon praktisch, wenn man den Leuten Tierrechte n√§herbringt indem man sie zuerst auf ihr eigenes Verhalten ansprechen w√ľrde.


> Das können wir vielleicht herausfinden. Zur Zeit sehe ich
> (empirisch ohne demoskopische Grundlage), dass f√ľr √Ąnderungen
> in der Lebensweise Schl√ľsselerlebnisse erforderlich sind.


Und ein Schl√ľsselerlebnis mu√ü doch nicht zwangsl√§ufig was mit Tierschutz zu tun haben.


> Dazu m√ľsstest Du schon im Kindergarten mit entsprechender
> Pr√§gung anfangen. Das w√ľrde (dank z.B. der CMA-Propaganda) zu
> Aufst√§nden bei den Eltern f√ľhren. Also m√ľssen zun√§chst die
> schon selbstst√§ndigeren Menschen beeinflussen und √ľberzeugen.
> Da wir noch keine Schl√ľsselpositionen in Schulen etc.
> besetzen und heute noch die "radikale Minderheit" sind,
> k√∂nnen wir das m.E. nur √ľber Schl√ľsselthemen und Arbeit am
> Individuum.


Tut mir leid, Volker, ich wei√ü nicht mehr, wie ich mich noch anders ausdr√ľcken soll, wir kommen echt nicht zueinander bei diesem Thema. Du siehst doch, wie das "Schl√ľsselthema Pelz" in den 80ern die Leute motiviert hat, antispeziesistisch zu leben! Verdammt, die Leute, die damals vielleicht mit Tr√§nen in den Augen vorm Bildschirm sa√üen, sind nicht Tierrechtler geworden - sie tragen heute eher die H√§ute anderer Tiere! M√ľ√üte man nicht daraus gelernt haben? Es funktioniert so nicht. F√ľr Tierrechte kann man keine "Werbung" betreiben, man mu√ü sie fordern. nur dann haben wir eine Chance.


>
> Aber: Wenn wir uns zusammenreissen und nicht gegenseitig
> bekämpfen werden wir jeden Monat mehr. Und eines Tages
> bringen wir TR-Themen in Schulb√ľchern unter.

Ja, wenn der VGTM endlich das "Recht auf artgerechte Haltung" durchgesetzt hat.
Oder wenn die Leute endlich begriffen haben, daß Tierrechte kaum mit Tierausbeutern und dubiosem "Campaigning" vorangebracht werden können?

Tanja

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Volker
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
Tanja schrieb:
>
> Volker schrieb:
>
> > Die (stark verk√ľrzt wiedergegebene) Ansicht schwingt da mit:
> > "Die Anti-Pelz-Kampagne hat mit Tierrechten nichts zu tun,
> > weil sie nichts gegen den Fleischkonsum macht"
>
> Hm, da hast Du in meine Aussage wohl irgendwas
> reininterpretiert was ich so bestimmt nie vermitteln wollte.

Ich hab das ge√§u√üert, was nach meiner Beobachtung vom fl√ľchtigen bzw. voreingenommenen Betrachter gesehen wird.

> > Genausogut könnte man sagen, die Aktionen gegen Putenmast
> > ändern nichts an Tierversuchen, die Aktionen gegen
> > Tierversuche nichts an der Jagd.
>
> Das ist ja tatsächlich so; was doch aber nicht heißt, daß die
> Aktionen deshalb unn√ľtz oder gar schlecht sind. Schlecht
> werden sie erst, wenn von den dahinterstehenden Leuten
> vermittelt wird, daß andere Dinge "Nebensache" sind.

Wenn ich eine Demo gegen ein Versuchslabor organisiere, dann hab ich den Arsch voll zu tun mit Recherche und Vorbereitung. √úblicherweise stehst Du als OrganisatorIn ziemlich alleine da. Ich kann dann alles an relevanten Daten liefern √ľber Tierversuche, die dort gemacht werden etc, aber die allgemeinen TR-Sachen √ľberlasse ich dann schon aus Kapazit√§tsgr√ľnden anderen.

Da ich das Spiel kenne sorge ich daf√ľr, dass auch entsprechende "andere" da sein werden.

Andererseits halte ich es f√ľr falsch, auf einer fremden Veranstaltung deshalb keine (eigenen) allgemeinen TR-Themen unterzubringen, weil

- die OrganisatorInnen es nicht selber machen und/oder
- der VGTM dabei ist.

Ich selber kenne die Gruppen, denen ich in Sachen Infomaterial auf die Finger gucken muss, inzwischen. Das gilt nicht f√ľr jeden. Wenn in K√∂ln der VGTM auf einer Pelzdemo Biofleisch-Brosch√ľren verteilt, w√ľrde ich als Organisator die Faust in der Tasche ballen und (weil die Presse gro√üe Ohren hat) den Streit hinter verschlossenen T√ľren f√ľhren. N√§chstes Mal wird der VGTM eingenordet, damit das nicht nochmal passiert.

Andererseits erwarte ich auch, dass andere nach dem Motto "wer abrutscht darf nochmal" mir eine zweite Chance geben. Immerhin hat die Menschheit reichlich Kommunikationswege, und ein Hinweis, dass die VGTM-Nummer M√ľll war verst√§ndlich. Ich h√§tte auch Verst√§ndnis, wenn andere Gruppen mir dann sagen: Wenn wir nochmal dabei sein sollen, dann sorg daf√ľr, dass sowas nicht mehr passiert.

Die Realität ist im Moment aber eine andere.

Ohne das jetzt auf irgendwelche speziellen Personen zu beziehen kann ich alle, die öffentlich Kritik an irgendwelchen Initiativen, Organisationen, Demos und Kampagnen äußern, nur auffordern, sich einzubringen, frei nach Erich Kästner:

Zitat: Es gibt nichts gutes
Außer man tut es


> > Das klingt immer wie der ewige Anti, der an allem was
> > auszusetzen hat. Und das ist auch das Bild, das viele
> > Menschen von uns haben: Im Prinzip haben die Veganer ja
> > Recht, aber Recht machen kann man's denen nicht.
>
> Mir kann man¬īs ganz einfach recht machen. :-)

Mir noch einfacher ;-) Statt zu kritisieren, dass eine Kampagne keine oder nicht ausreichend allgemeine TR-Themen anbringt, einfach die Koffer packen und selbst mit den Themen mitmachen. Die Szene ist zum Gl√ľck nicht hierarchisch organisiert und zum Gl√ľck hat nicht jeder ein paar Semester Organisationswissenschaften auf dem Buckel (ist n√§mlich √§tzend langweilig, aber, wenn man es zul√§sst, sehr hilfreich).

> > Aber deutlich weniger. Am langen Samstag in der Krefelder
> > City am Inforisch in 6 Stunden 10 ernsthafte Interessenten am
> > Infostand, auf der Verkehrsinsel vor dem Pelzladen in 4
> > Stunden mehrere Dutzend Menschen, die wenigtens Infomaterial
> > abgegriffen haben.
>
> Fragt sich nur, was unter¬īm Strich dabei rauskommt. Wieviele
> von den mehreren Dutzend werden evt. vegan (gegen "Pelz" kann
> man schließlich fast problemlos ein, der rest ist dann
> einfach "zu extrem"), und wieviele von den 10?

Alle sind auf dem Postverteiler f√ľr Demoeinladungen in Willich gelandet (mit dem Bus von Krefeld leicht erreichbar). Eine "Qualit√§tskontrolle" hat leider keiner gemacht.

Mein Vorschlag: Wir stecken mal die K√∂pfe zusammen, was alles an Infos zur effizienteren PR-Arbeit f√ľr die Tierrechtssache erhoben werden muss und versuchen, die Daten auf geeignete Weise zu erheben.

> > Tu ich das? Ich nenne es in dieser Situation "strikten
> > Vegetarismus", das klingt nicht so klischeehaft nach
> > Gummistiefeln. Und nat√ľrlich trage ich dann auch keine Schuhe
> > aus Kunstleder.
>
> "Veganismus" klingt "klischeehaft nach Gummistiefeln"?

Ja, klingt es. Ich hab' heute meine Nike-Schuhe aus Kunststoff an. Heute mittag hab ich vier Nerzm√§nteln eine Pelz-Wendekarte in die Hand gedr√ľckt. Reaktion in zwei F√§llen: Der Begleiter hielt an, kam angelaufen und starrte als erstes auf meine Schuhe. Einer sagte: Tragt Ihr nicht immer Gummistiefel? Oder sind Sie nicht vegan?

Manche Klischees sitzen tief ;-)

> Du trägst dann Stoffschuhe? (Oder Gummistiefel? *fg*)

Heute Nike, morgen vegane Wanderstiefel ;-) Gummistiefel trag ich bei Dauerregen im Garten, die sind mir zu kalt und zu unbequem.

> Wenn die Leute Dich nicht fragen, läßt Du sie also in dem
> Glauben, daß "strikter Vegetarismus" den Konsum von Eiern,
> Milch etc. beinhaltet?

Nein, nat√ľrlich nicht. Die meisten kapieren das sofort, den andern, die Fragen "also auch kein Fisch?" sag ich, dass Fisch eben nicht vegetarisch ist, ich aber auch keine Eier, Milchprodukte, Honig etc. konsumiere und kein Leder und keine Wolle trage.

> > Andererseits wissen wir: Selbst, wenn wir auf einer Pelzdemo
> > nackt und barfuß liefen, hieße es, dass wir ja auch
> > Lederschuhe tragen.
>
> Dem kann man mit dem Tragen von Stoff- oder Kunstlederschuhen
> entgegenwirken. :-)

In Willich wurde sogar ein Barfu√ül√§ufer (ist eine eigene Subkultur in manchen autonomen Wagenburgen) in indisch angehauchten Baumwollklamotten beschimpft, er tr√ľge Lederschuhe (sooooo verhornt waren seine F√ľ√üe nun auch nicht ;-)

> > > Klar, das kann schon sein, daß dies ungefähr zutrifft. Doch
> > > warum kommen die Leute nicht gleich zu Tierrechten und
> > > Veganismus?
> >
> > Weil jeder irgendeinen Auslöser oder Aufhänger braucht, um
> > sich damit zu befassen.
>
> Klar braucht¬īs einen Ausl√∂ser (schlimm genug) - und da√ü es
> auch anders geht als √ľber tierausbeutungsbef√ľrwortenden
> Tierschutz, zeigt ja Dein zweites Beispiel. Deine Freundin
> w√§re vielleicht fr√ľher vegan geworden, wenn irgendwer in
> ihrem Umfeld eine Tierrechtsposition vertreten oder sie sich
> selbst damit befaßt hätte.

Aber ohne den Aufh√§nger h√§tte sie sich bis heute nicht so konsequent damit efasst. Ich auch nicht. Ich unterstelle mal, dass das f√ľr die meisten gilt.

> > Bei mir war's später im Leben die Tierschutzarbeit - Katzen
> > auf Bauernhöfen kastrieren, Einblick in die
> > "Produktions"methoden, Vergleich Katze -> Schwein -> Rind ->
> > Kalb -> Legehenne.
>
> Genauso bei mir. Und ich dachte, was ich tue, sei genug
> (spreche hier also aus Erfahrung) und brauchte sehr lange, um
> mich ernsthaft mit Tierrechten auseinanderzusetzen.

Aber ohne den Aufhänger "Tierschutz" hättest Du die Kurve wahrscheinlich (noch) nicht bekommen.

> Möchte
> hier nicht allein meiner Umwelt die Schuld daran geben, doch
> wenn man immer wieder hört, daß man doch ein "echter
> Tierfreund" sei, fällt es einem sehr viel leichter, Dinge,
> gegen die man auch mit Leichtigkeit etwas tun könnte, zu
> verdrängen.

Immerhin verdr√§ngst Du sie dann. Bei denen, die nichtmal Tiere sch√ľtzen, ist nichts, was sie verdr√§ngen m√ľssten.

Und wir könnten meiner Meinung nach viel erreichen, wenn wir unsere allgemeinen TR-Positionen da vorbringen, wo Menschen sitzen, die schon etwas zu verdrängen haben. Die sind schon Lichtjahre weiter als der "Tiere-sind-zum-Essen-da-sonst-wären-sie-nicht-aus-Fleisch-gemacht" Ignorant.

> Und wieder muß ich sagen, daß es ja genau das ist, was ich an
> den Betreibern der AJ-Seite kritisiere: Daß sie das
> unverantwortliche Konsumverhalten anderer Jagdgegner
> stillschweigend hinzunehmen gedenken ansatt sie auf die
> Notwendigkeit von Antispezeisismus aufmerksam zu machen.

Da biete ihnen an, die Website zu kommentieren und Dich einzubringen. Niemand kann alle Aspekte abdecken.

> > Viele, weil das Thema Pelz zu sehr vom DTSchB, Greenpeace,
> > VGTM und anderen Umwelt- und TierSCH√úTZERN belegt ist. Die
> > Initiative zur Abschaffung der Pelzindustrie ist jedoch eine
> > TR-Ini, und daher sollte sie unterst√ľtzt werden, um TR-Theman
> > an die Stände zu bringen.
>
> Kenne mich nicht aus, welches Info-Material an den Ständen
> der Offensive gegen die Pelzindustrie (die meintest Du, nehme
> ich an?) ausliegt; weiß nur, daß sie auf ihrer HP nur auf
> andere deutsche Anti-Pelz-Seiten linken.

Das ist mir auch aufgefallen; ich hatte Ulf auch angeboten, meine Flugi-Texte beizusteuern und unsere Pelz-Abteilung der Website zu Gunsten der Offensiven-HP aufzugeben. Allerdings haben einzelne Tierrechtler noch ein Leben außerhalb der Tierrechte ;-) und deshalb haben wir beide das nicht nachgehalten.

> Damit will ich nicht
> ihre gesamte Arbeit schlechtmachen, doch das wäre schon mal
> wieder ein Kritikpunkt. Warum infomiert man die Menschen
> nicht √ľber Tierrechte sondern nur √ľber "Pelz"? (Ja, ich werde
> nachfragen)

Ich glaube, dass einfache Links auf entsprechende Websites reichen w√ľrden. Allerdings sollte der Schwerpuntk weiterhin "Pelz" sein, als K√∂der f√ľr Menschen, die sich beteiligen wollen. Wenn die erstmal bereit sind, sich die allgemeinen TR-Themen anzuh√∂ren, dann ist ihr Weg zur VeganerIn nur noch eine Frage der Zeit.

Gruß,
Volker.

Gruß,
Volker.

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> Da sind wir einer Meinung. In Willich hatten wir auf den
> Infoständen immer die gesamte TR-Palette liegen: Anti-Jagd,
> Veganismus, Tierversuche...

Hypokritisch. Da gab es nicht sicher Veganes zu essen, und wer nachfragte, wurde (bestenfalls) ausgelacht.

> Das gleiche bei der Tournee des BV; da hab ich in D√ľsseldorf
> einen Infostand mitgemacht. Tierversuche als Thema, etliche

BV ist, nehme ich mal an, "Bundesverbadnd der Tierversuchsgegner - Menschen f√ľr Tierrechte". Also typischer tierrechtsfeindlicher Tierschutz, ich paraphrasiere aus dem Ged√§chtnis nur aus einem ihrer Flugbl√§tter, das am TS-Partei-Infstand am Samstag verteilt wurde: "essen Sie weniger Fleisch und helfen Sie damit den Tieren". Noch Fragen?

> Aber deutlich weniger. Am langen Samstag in der Krefelder
> City am Inforisch in 6 Stunden 10 ernsthafte Interessenten am
> Infostand, auf der Verkehrsinsel vor dem Pelzladen in 4
> Stunden mehrere Dutzend Menschen, die wenigtens Infomaterial
> abgegriffen haben.

Wieder typische Tiersch√ľtzermentalit√§t: Masse statt Klasse. Klar, die Masse der "Pelzgegner" spendet mehr als ein paar, die sich dann wirklich f√ľr Tierrechspositionen einsetzen.

> Tu ich das? Ich nenne es in dieser Situation "strikten
> Vegetarismus", das klingt nicht so klischeehaft nach

Kaplanistische Scheiße. Mehr Schaden als surch solche Positionen läßt6 sich wohl kaum in so einer Situation anrichten.

> als "ihre Sau" unter dem Gelächter der Erwachsenen
> weggebracht wurde und dann als Schnitzel wiederkam.

Ich w√ľrde mal empfehlen, das Fazit von http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html zu lesen (und, wenn irgend m√∂glich, zu versuchen, es endlich zu begreifen).


> "nur" an Zellkulturen durchgef√ľhrt wurde...blablabla, sowas
> siehste in den USA in jeder zweiten Talkshow bei Oprah
> Winfrey, Larry King und andern.

Tjaja, Fernsehen bildet. Vielleicht sollte da mal das hinzuziehen anderer Quellen in Betracht gezogen werden.

> Viele, weil das Thema Pelz zu sehr vom DTSchB, Greenpeace,
> VGTM und anderen Umwelt- und TierSCH√úTZERN belegt ist. Die

Und Tiersch√ľtzern, die sich Tierrechtler nennen.

> Initiative zur Abschaffung der Pelzindustrie ist jedoch eine
> TR-Ini, und daher sollte sie unterst√ľtzt werden, um TR-Theman

Wenn ich mich nicht täusche, haben sie in ihrem vorletzen (?)Rundbrief lang und breit das Gegenteil dargelegt. Es sei denn, Du hast eine sehr eigenwillige Definition von "Tierrecht-Ini" (was ich annehme).

> Es gibt genug Menschen, die meinen, Vegetarier zu sein, weil
> sie kein rotes Fleisch essen.

Oder Veganer, weil sie etwas vom Paresan vom Essen pusten.

> Naja, Vegetarismus ist das Denken an das Heben des Fu√ües f√ľr
> den ersten Schritt.

... um dann ein Huhn oder ein Kalb totzutrampeln.

Achim

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
Volker schrieb:

> Die (stark verk√ľrzt wiedergegebene) Ansicht schwingt da mit:
> "Die Anti-Pelz-Kampagne hat mit Tierrechten nichts zu tun,
> weil sie nichts gegen den Fleischkonsum macht"

Hm, da hast Du in meine Aussage wohl irgendwas reininterpretiert was ich so bestimmt nie vermitteln wollte.

> Genausogut könnte man sagen, die Aktionen gegen Putenmast
> ändern nichts an Tierversuchen, die Aktionen gegen
> Tierversuche nichts an der Jagd.

Das ist ja tats√§chlich so; was doch aber nicht hei√üt, da√ü die Aktionen deshalb unn√ľtz oder gar schlecht sind. Schlecht werden sie erst, wenn von den dahinterstehenden Leuten vermittelt wird, da√ü andere Dinge "Nebensache" sind.


> Das klingt immer wie der ewige Anti, der an allem was
> auszusetzen hat. Und das ist auch das Bild, das viele
> Menschen von uns haben: Im Prinzip haben die Veganer ja
> Recht, aber Recht machen kann man's denen nicht.

Mir kann man¬īs ganz einfach recht machen. :-)


> > Wobei ich die Erfahrung gemacht habe, daß die Menschen auch
> > neugierig werden auf solche, die "uns sogar den Käse
> > verbieten wollen".
>
> Aber deutlich weniger. Am langen Samstag in der Krefelder
> City am Inforisch in 6 Stunden 10 ernsthafte Interessenten am
> Infostand, auf der Verkehrsinsel vor dem Pelzladen in 4
> Stunden mehrere Dutzend Menschen, die wenigtens Infomaterial
> abgegriffen haben.

Fragt sich nur, was unter¬īm Strich dabei rauskommt. Wieviele von den mehreren Dutzend werden evt. vegan (gegen "Pelz" kann man schlie√ülich fast problemlos ein, der rest ist dann einfach "zu extrem"), und wieviele von den 10?


> Tu ich das? Ich nenne es in dieser Situation "strikten
> Vegetarismus", das klingt nicht so klischeehaft nach
> Gummistiefeln. Und nat√ľrlich trage ich dann auch keine Schuhe
> aus Kunstleder.


"Veganismus" klingt "klischeehaft nach Gummistiefeln"?
Du trägst dann Stoffschuhe? (Oder Gummistiefel? *fg*)
Wenn die Leute Dich nicht fragen, l√§√üt Du sie also in dem Glauben, da√ü "strikter Vegetarismus" den Konsum von Eiern, Milch etc. beinhaltet? f√ľr die Leute ist es ja schon teilweise "radikal", sogar auf "Fisch und Gefl√ľgel zu verzichten". Die kommen bei dieser Formulierung also kaum selbst darauf, da√ü Du vegan lebst (und das auch forderst?).


> Andererseits wissen wir: Selbst, wenn wir auf einer Pelzdemo
> nackt und barfuß liefen, hieße es, dass wir ja auch
> Lederschuhe tragen.

Dem kann man mit dem Tragen von Stoff- oder Kunstlederschuhen entgegenwirken. :-)


> > Klar, das kann schon sein, daß dies ungefähr zutrifft. Doch
> > warum kommen die Leute nicht gleich zu Tierrechten und
> > Veganismus?
>
> Weil jeder irgendeinen Auslöser oder Aufhänger braucht, um
> sich damit zu befassen. Bei meiner Freundin war es eine
> Sendung "Telezoo", die sie mit 5 gesehen hat: Da wurden
> H√ľhner geschlachtet, und ihr Fleischkonsum ging mit dem
> Verst√§ndnis der Zusammenh√§nge zur√ľck, bis sie als Teenager
> Vegetarierin wurde und vor 5 Jahren vegan. Eine Bekannte ist
> auf dem Land groß geworden, sie wurde vegane Tierrechtlerin,
> als "ihre Sau" unter dem Gelächter der Erwachsenen
> weggebracht wurde und dann als Schnitzel wiederkam.


Klar braucht¬īs einen Ausl√∂ser (schlimm genug) - und da√ü es auch anders geht als √ľber tierausbeutungsbef√ľrwortenden Tierschutz, zeigt ja Dein zweites Beispiel. Deine Freundin w√§re vielleicht fr√ľher vegan geworden, wenn irgendwer in ihrem Umfeld eine Tierrechtsposition vertreten oder sie sich selbst damit befa√üt h√§tte.


> Bei mir war's später im Leben die Tierschutzarbeit - Katzen
> auf Bauernhöfen kastrieren, Einblick in die
> "Produktions"methoden, Vergleich Katze -> Schwein -> Rind ->
> Kalb -> Legehenne.

Genauso bei mir. Und ich dachte, was ich tue, sei genug (spreche hier also aus Erfahrung) und brauchte sehr lange, um mich ernsthaft mit Tierrechten auseinanderzusetzen. Möchte hier nicht allein meiner Umwelt die Schuld daran geben, doch wenn man immer wieder hört, daß man doch ein "echter Tierfreund" sei, fällt es einem sehr viel leichter, Dinge, gegen die man auch mit Leichtigkeit etwas tun könnte, zu verdrängen.
Und wieder muß ich sagen, daß es ja genau das ist, was ich an den Betreibern der AJ-Seite kritisiere: Daß sie das unverantwortliche Konsumverhalten anderer Jagdgegner stillschweigend hinzunehmen gedenken ansatt sie auf die Notwendigkeit von Antispezeisismus aufmerksam zu machen.


> > Weil niemand sie damit konfrontiert!
>
> Nein (um damit den Bogen zu einem anderen Thread zu kriegen):
> Weil sie nicht bereit sind, sich mit einer Veränderung ihres
> gesamten Weltbildes auseinanderzusetzen. Wenn es "nur" um
> Pelz oder "nur" um Jagd geht, haben die und wie etwas
> gemeinsam. Und dann haben wir die Chance, die Karten eine
> nach der anderen aufzudecken.


Kann sein, kann aber eben auch schiefgehen...



> Wie "so": Indem sie am Tierrechts-Infostand vorbeigehen, weil
> sie sich √ľberfordert f√ľhlen? Oder indem sie an den Pelz-Stand
> kommen, weil sie schon immer was f√ľr Tiere tun wollten? Ich
> versteh nicht, was Du konkret meinst..


Du schriebst doch selbst:"Wenn es "nur" um Pelz oder "nur" um Jagd geht, haben die und wie etwas gemeinsam." Doch wer macht sich schon tiefergehende Gedanken √ľber etwas, gegen das er sowieso ist? "so" ist die Forderung von Antispeziesismus. Im Moment sind mir 10, die ernsthaft Interesse haben lieber als ein paar Dutzend, die ihr Gewissen damit beruhigen, da√ü sie ja keine "Pelz" tragen. Das k√∂nnen die auch ohne uns.


> >
> > Das halte ich f√ľr ein Ger√ľcht. Wieviele Tiersch√ľtzer sind
> > gegen das Tragen von "Pelz" und halten andere Tiere trotzdem
> > f√ľr "nutzbar"?
>
> Viele, weil das Thema Pelz zu sehr vom DTSchB, Greenpeace,
> VGTM und anderen Umwelt- und TierSCH√úTZERN belegt ist. Die
> Initiative zur Abschaffung der Pelzindustrie ist jedoch eine
> TR-Ini, und daher sollte sie unterst√ľtzt werden, um TR-Theman
> an die Stände zu bringen.

Kenne mich nicht aus, welches Info-Material an den St√§nden der Offensive gegen die Pelzindustrie (die meintest Du, nehme ich an?) ausliegt; wei√ü nur, da√ü sie auf ihrer HP nur auf andere deutsche Anti-Pelz-Seiten linken. Damit will ich nicht ihre gesamte Arbeit schlechtmachen, doch das w√§re schon mal wieder ein Kritikpunkt. Warum infomiert man die Menschen nicht √ľber Tierrechte sondern nur √ľber "Pelz"? (Ja, ich werde nachfragen)

> Der B√ľrgermeister von Willich (Ro√überger-Farm) ist selber
> "Tierfreund" und setzt sich gegen Tiertransporte ein, seit er
> einen Pferdetransport nach Polen gesehen hat. Das schließt
> Transporte von "Schlachtvieh" nat√ľrlich nicht ein. Den
> Nerzz√ľchter hielt er bis zuletzt f√ľr "einen angesehenen
> Landwirt". Da der BM selber Landwirt ist ist das alles
> irgendwie nachvollziehbar.

Und wenn er kein Landwirt sondern "nur" Leichenfresser, Vegetarier oder was weiß ich wäre, wäre das auch alles "nachvollziehbar", doch ganz sicher nicht legitim.


> Naja, Vegetarismus ist das Denken an das Heben des Fu√ües f√ľr
> den ersten Schritt.


Kann sein. Doch wenn man den Fu√ü niemals √ľberhaupt hebt, ist so gut wie niemandem geholfen.

Tanja

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: veganpower
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> > Daher kann ich nur immer wieder betonen, wie fatal es ist,
> > Ressourcen auf solche Randthemen zu konzentrieren (nichts
> > gegen gelegentliche Aktionen auch dagegen), weils diese wie
> > die Logik und die Praxis zeigen, wirkungslos verpuffen.

das hört sich doch irgendwie so an, als seien rehe, wildschweine etc. nur zweite wahl, wenns um die rettung geht...
wenn bei einer js nur 1 o. 2 gerettet werden sind das immerhin 1 o. 2, die sonst gemordet worden w√§ren! und wenn wir bei einer h√ľhnerbefreiung 10 rausholen k√∂nnen, sind das auch nur 10 von millionen - aber eben 10! wo ist da der unterschied?

> doch ich stimme Dir nat√ľrlich zu, da√ü das Hauptziel Veganismus
> und die Verwirklichung der Tierrechte sein sollte, da sich
> dann diese "Randthemen" im Idealfall von selbst erledigen
> w√ľrden.

wieso denn immer wieder "randthema"? die rettung von lebewesen kann doch nicht einfach so als randthema abgetan werden! veganismus ist doch nicht nur eine ern√§hrungsweuise. f√ľr mich ist das eine lebenseinstellung, die es mir verbietet, leben zu zerst√∂ren, sofern es sich vermeiden l√§sst. der kampf gegen die jagd geh√∂rt da ganz klar dazu.

> Ich glaube, daß es einige sind, doch das liegt m.E. einfach
> daran, daß sehr viele Menschen gegen "Pelz", Tierversuche etc.
> sind und man deswegen öfter damit konfrontiert wird als mit
> den Opfern von z.B. Vegetariern. Und der Weg zum Tierrecht
> √ľber solche Themen, die ja auch der Tierschutz f√ľr sich
> beansprucht, ist ein l√§ngerer, denke ich. W√ľrden sich
> stattdessen mehr Tierrechtler auf die Förderung des Veganismus
> konzentrieren, w√ľrden automatisch auch mehr Menschen mit
> Tierrechten konfrontiert werden. So wird ihnen vermittelt,
> daß "Pelz"-Farmen, Jagd, Tierversuche etc. abgeschafft werden
> m√ľssen - die
> Forderung nach Veganismus wird da leider oft zum Randthema.
> Und das kann nur kontraproduktiv sein.

Aber kann denn die jagd nicht aus veganen anstatt aus tierschutzaspekten angegangen werden? wir sagen doch nicht "weniger jagen" oder "längere schonzeiten" oder "das arme bambi" sondern fordern die rechte der tiere ein. das sind doch vegane forderungen.

> > TierrechtlerInnen d√ľrfen diese "Randthemen" nicht
> > Tiersch√ľtzerInnen oder TierprotektionistInnen √ľberlassen,
> > sondern m√ľssen hier antispeziesistische Positionen vertreten,
>
> Sehe ich genauso - doch eben nicht ausschließlich.

also ich bin nicht nur im wald. ich bin auch anderweitig aktiv.

> Solange es keine vegane Gesellschaft gibt, w√ľrden z.B.
> Tierversuche nur abgeschafft werden, weil man bessere Methoden
> entwickelt hat. Das sehe ich als Gefahr f√ľr die Tierrechte -
> schließlich könnte es passieren, daß man doch irgendwann
> wieder auf "Altbew√§hrtes" zur√ľckgreifen w√ľrde - und die
> Tierversuchsgegner st√ľnden wieder ganz am Anfang.

ok, diese gefahr ist eventuell (theoretisch) gegeben. aber der ratte wäre es egal, weshalb sie nun nicht mehr leiden muss, oder? sollen wir deshalb auf die forschung nach alternativen zum tierversuch scheißen und uns af ethische argumente beschränken? ich denke, dass wir ethisch argumentieren sollten, auf wissenschaftlich-motivierte bedenken aber auch wissenschaftlich reagieren sollten. wir machen uns doch lächerlich, wenn wir auf einen wissenschaftlichen einwand nur etwas a la "aber die armen tiere" sagen...

> Das sehe ich anders. Warum sollten wir uns nicht jetzt schon
> auf Tierausbeutung an sich konzentrieren anstatt erst auf das
> Verschwinden von "Teilbereichen" hin zu arbeiten?

kein "entweder/oder" sondern bestenfalls schwerpunkte setzen. daf√ľr alles anzugehen spricht, dass wir antispeziesistInnen sind. wenn wir rehe retten k√∂nnen, tun wir dies ebenso, wie wir katzen, ratten, h√ľhner oder irgendwelche anderen tiere retten. f√ľr die setzung von schwerpunktn spricht aber, dass wir so bestimmte teilbereiche schneller abschaffen k√∂nnen, weil sich die kr√§fte b√ľndeln. dies sollten aber wirklih nur schwerpunkte sein. die anderen bereiche d√ľrfen nicht links liegen gelassen werden.
beispiel shac-kampagne oder p&c-kampagne. die leute machen auch anderweitig aktionen, haben aber auf diese beiden kampagnen einen schwerpunkt gelegt und schon einiges erreicht.

vp

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Iris
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> > Tust Du nur so, als w√ľrdest Du nichts verstehen? Bei dem
> > Einsatz gegen "Pelz" geht es nicht darum, diegenigen zu
> > √ľberzeugen, die es Ok finden, "Pelz" zu tragen, sondern
> > diejenigen, die noch nicht... (*wiederhol*)
>
> Nein, ich verstehe e nicht. Die noch nicht was?

Ich komme mir ziemlich verarscht vor, schlie√ülich habe ich das ja in einem anderen Beitrag ausgef√ľhrt. Aber extra nochmal f√ľr Dich: "..., die noch nicht 'Pelz' tragen bzw. die zwar schon mit dem Gedanken spielen, aber noch nicht wissen, ob es OK ist..."

> > Die Jagd hört nicht dadurch auf, daß die JägerInnen es durch
> > die gute Argumentation von JagdgegnerInnen plötzlich oder
> > nach und nach einsehen, daß Jagd Mord ist, sondern daß die
>
> Doch, dadurch w√ľrde die Jagd aufh√∂ren.

Ach was, wirklich?! Sie w√ľrde, aber sie wird nicht (wovon ich gesprochen habe), weil es unrealistisch ist.

> > nichtjagende Bevölkerung es einsieht, daß PolitikerInnen es
> > einsehen, daß Jagd irgendwann verboten wird.
>
> W√ľnschenswerter (da sind wir uns doch aber einig) w√§re es,
> ernn Jagd (und alles andere) aus ethischer Einsicht
> eingestellt w√ľrde, nicht, weil sie verboten ist. Zumal
> Verbote ja √ľbertreten werden.

Ich kann nur immer wieder in Gedanken h√§√§√§√§√§√§√§√§√§?!?! rufen. Gerade Du spekulierst doch immer, da√ü es niemals alle Leute einsehen werden, da√ü man Tierrechte respektieren (vegan leben) mu√ü, da√ü es nur irgendwann verboten sein wird, Tiere auszubeuten und umzubringen. Dann ziehst Du den Vergleich zur Versklavung von Menschen, die heute [hierzulande, in vielen Teilen der Welt werden Menschen ja immer noch versklavt, und hierzulande profietieren wiederum diejenigen davon, die deshalb billige Fr√ľchte, Kaffee, Kakao, ... kaufen k√∂nnen] auch noch praktiziert w√ľrde, wenn sie nicht irgendwann verboten worden w√§re. Die Menschen verhalten sich nun mal nicht gerne nach ethischen Gesichtspunkten, wenn das Gegenteil ihnen nur minimale Vorteile bringt.
Sicher werden Verbote √ľbertreten; Menschen zu ermorden, ist ja auch verboten, und trotzdem gibt's Menschenm√∂rderInnen bzw. kommt Menschenmord vor. Trotzdem gibt's Menschenrechte, und jemand, der/die Menschen ermordet, wird verachtet und kommt ins Gef√§ngnis. Ich w√ľrde schon sagen, wenn wir so weit sind, da√ü das bei nichtmenschlichen Tieren analog ist, k√∂nnen wir von einer Gesellschaft sprechen, in der Tierrechte weitgehend etabliert sind.
Was w√ľnschenswerter w√§re, ist hier nebens√§chlich, weil es nicht eintreffen wird. Wie Du in Bezug auf die (angebliche) Ersetzung von Tierversuchen durch neue Forschungsmethoden gesagt hast: Wir k√∂nnen dann ja nicht sagen, la√üt uns warten, bis Tierversuche (hier: Tierausbeutung allgemein) [von allen] aus ethischen Gr√ľnden abgelehnt werden.

> > Du wirst auch nicht versuchen wollen, VivisektorInnen davon
> > zu √ľberzeugen, da√ü sie keine Versuche mehr an Tieren
> > durchf√ľhren sollen, sondern die KonsumentInnen
>
> Warum nicht? W√§re sicher sehr n√ľtzlich, wenn ein Vivisektor
> zum Tierversuchsgegner w√ľrde.

Vielleicht (aber wieso sollte er/sie n√ľtzlicher sein als andere TVG?), aber worum es mir ging, war zu zeigen, da√ü das wohl viel unrealistischer ist, als andere davon zu √ľberzeugen, analog zu MetzgerInnen, "PelzfarmbetreiberInnen" etc. Das w√§re verschwendete Energie, da ich mir weitaus mehr Chancen ausrechne, wenn ich diejenigen zu √ľberzeugen versuche, die wenigstens behaupten, so einen "Beruf" nie ausf√ľhren zu k√∂nnen.
Aber wenn etwas so einleuchtend ist, da√ü selbst Du einsehen m√ľ√ütest, mu√üt Du wohl mit Gegenfragen reagieren.

> > Wie gro√üz√ľgig von Dir! Zum Gl√ľck k√∂nnen TierrechtlerInnen
> > immer noch alleine (hoffentlich nach reiflicher √úberlegung,
> > was im Sinne der Tierrechte ist) entscheiden, f√ľr bzw. gegen
>
> Tja, daran hapert es eben. Wie die Realität zeigt, rennen die
> meisten eben lieber der Masse hinterher, statt auch nur
> ansatzweise zu √ľberlegen (ich verweise nur auf solche Leute
> wie Karim Abedi und seine "Supervegner"-Hetze, auf die
> Kaplanisten, die UL-Apologeten, die Gegner veganern Hunde-
> und katzenernähung, die Pseudos, auf die unsäglichen
> Handlungen der AJS-Leute, mit denen hier dieser Thread begann
> usw.).

Huhu!!! Ich spreche von TierrechtlerInnen! Und wenn ich TierrechtlerInnen sage, dann meine ich auch solche und nicht Karim Abedi oder sonstwen.

> > > Augfwand und Nutzen abw√§gen. Z.B. nicht von M√ľnchen
> > > nach Berlin fahren oder nach England fliegen, um da gegen
> > > Tierversuche zu demonstrieren ...
> >
> > Wem wirfst du das vor? Wer mich kennt, weiß, daß ich das
> > nicht praktiziere.
>
> Denen, die das tun. Wie Du weißt, bestehen viele Demos primär
> aus Leuten, deren Hauptziel es ist, bei der Demo zu sehen und
> gesehen zu werden. Unschön, aber so ist es nunmal.
> Demotourismus.

Die "Diskussion" wird zunehmend unsachlicher. Dies alles, so katastrophal es auch ist, hat nichts mit unserer Diskussion zu tun. Total daneben, Deinen ganzen Frust √ľber die sog. Tierrechtsbewegung hier reinzutragen.

> > Tierausbeutung ist das Hauptthema, und Tierausbeutung hat
> > viele Facetten.
>
> Ja. Millionen Jagdopfer. Millionen Opfer von Tierversuchen.
> Millionen Tiere, die wegen ihrer behaarten Haut umgebracht
> werden.
>
> Abertausende "Jagd-", "Tierversuchs-", "Pelzgegner".
>
> Milliarden Opfer der Nichtveganen Ernährung.
>
> Eine handvoll Veganismusmusbef√ľrworter.

S.o.
Ich bin Veganismusbef√ľrworterin, und wenn ich mich gegen "Pelz" oder Tierversuche einsetze, bin ich immer noch genauso Veganismusbef√ľrworterin, weil ich auch dort Veganismus fordere.

> Es ist immer wieder merkw√ľrdig, wenn argumente, sachliche
> darlegung der Verhältnisse, Belegbare Fakten usw. als
> "Vorschrift" mißinterpretiert werden.
>
> Ich schreibe niemandem etwas vor. Aber ich äußere Kritik.

Nenn es, wie du willst, ich nenne das Schönreden. Kritik sieht anders aus.

Iris

Re: Sägen kann Leben retten?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
Iris schrieb:
>
> > Dagegen gibt es beweisbare, offensichtliche Wirkungen
> > beispielsweise von "Vegetarier sind Mörder". Wenn Du dann
> > noch den Aufwand und die Zahl der Personen in betracht
> > ziehst, sollte offensichtlich sein, was effektiv ist und was
> > nicht.
> >
> > Daher teile ich da voll und ganz Franciones Ansicht.
>
> M.W. spricht Francione sich nicht gegen das Engagement von
> TierrechtlerInnen gegen "Pelz" (oder andere "Randbereiche")
> aus.

Indirekt schon:
>>>
Zitat:
Consider what would happen if the international animal movement had a sustained and unified campaign promoting a purely vegetarian diet. Imagine what could be done if a significant portion of our resources were channeled into making people aware of why they shouldn't eat animal products at all. At the end of five years, we would certainly not have achieved world veganism, but we'd probably have reduced the consumption of animal products considerably more than we have done with these "eat red veal" campaigns.
<<< (meine Hervorhebung) http://antispe.de/txt/interviewgaryfrancione.html

>
> > "Auf den Leim gehen" ist m.E. eine speziesistische
> > Redewendung (da es sich auf ein Methode, Vögel zu fangen,
> > bezieht). Solltest Du zuk√ľnfig also meiden.
>
> Das tut mir im Sinne der Tierrechte leid, das habe ich nicht
> gewußt. Werde ich nun selbstverständlich meiden.
> (Und ich habe noch √ľberlegt, ob der Spruch "vegan" ist, weil
> Leim nicht immer vegan ist...)

Ist keine triviale Frage, wie weit etymologische Kenntnisse gehen bzw. angewandt werden m√ľssen. Bei "durch die Lappen gehen" wird auch kaum jemand an Jagd denken. "Eine Kr√∂te schlucken" dagegen ... leider ist nicht alles so sch√∂n zu ersetzen wie im Fall von "zwei Scheiben mit einem Stein einwerfen".

Analog w√ľrde ich nicht "oh Gott" sagen, aber mit "oh je" (kurz f√ľr: oh Jesus) oder "jemine" (Je[sus do]mine) habe ich keine Probleme. Amerikanische Atheisten sagen statt "bless you" "Gesundheit", wenn jemand niest. Donnerstag oder Freitag (Donar und Freya geweiht) juckt mich auch nicht.

√Ąhnlich "Tochtergesellschaft", "Muttersprache", "Vaterland", "Vetternwirtschaft" bez√ľglich Sexismus.

Und was ist mit "positiver Diskriminierung"? "Adleraugen", "schlau wie ein Fuchs"?

Aber wir haben ja (hoffentlich bald) einen ausf√ľhrlichen Artikel dazu.

> Worum geht es hier eigentlich? TierrechtlerInnen können doch
> wohl nichts daf√ľr, wenn sie negativ dargestellt werden, wenn

Nein. Worum es geht, ist das:
>>>
Ein weitere Aspekt ist die i.d.R. nicht gerade positive [Zei]tungsberichterstattung (die normalerweise die √ľblicehn J√§gerl√ľgen von "anges√§gten" Hochsitzen, von denen die spielenden Kinder fallen, verbreitet - hier m√ľ√üte gegengewirkt werden).
<<< (Hervorhebung nachgetragen)

> Was willst Du damit eigentlich sagen, indem Du immer wieder
> darauf verweist, wie mies HochsitzabsägerInnen von der Presse
> gemacht werden? Ach, stimmt, daß Hochsitzumsägen eine

Daß dem entgegengewirkt werden muß - das will ich nicht nur sagen, das habe ich auch gesagt. Auch wenn's schon ein paar Beiträge her ist.

Achim

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> Tust Du nur so, als w√ľrdest Du nichts verstehen? Bei dem
> Einsatz gegen "Pelz" geht es nicht darum, diegenigen zu
> √ľberzeugen, die es Ok finden, "Pelz" zu tragen, sondern
> diejenigen, die noch nicht... (*wiederhol*)

Nein, ich verstehe e nicht. Die noch nicht was?

> Die Jagd hört nicht dadurch auf, daß die JägerInnen es durch
> die gute Argumentation von JagdgegnerInnen plötzlich oder
> nach und nach einsehen, daß Jagd Mord ist, sondern daß die

Doch, dadurch w√ľrde die Jagd aufh√∂ren.

> nichtjagende Bevölkerung es einsieht, daß PolitikerInnen es
> einsehen, daß Jagd irgendwann verboten wird.

W√ľnschenswerter (da sind wir uns doch aber einig) w√§re es, ernn Jagd (und alles andere) aus ethischer Einsicht eingestellt w√ľrde, nicht, weil sie verboten ist. Zumal Verbote ja √ľbertreten werden.

> Du wirst auch nicht versuchen wollen, VivisektorInnen davon
> zu √ľberzeugen, da√ü sie keine Versuche mehr an Tieren
> durchf√ľhren sollen, sondern die KonsumentInnen

Warum nicht? W√§re sicher sehr n√ľtzlich, wenn ein Vivisektor zum Tierversuchsgegner w√ľrde.

> > Was also sind effektivere Kampagnen? Genau. Steht in
> > "Vegetarier sind Mörder".
>
> Der Weisheit letzter Schluß? Wohl kaum.

Nein, aber eine umfangreiche Quelle fundierter Argumente, die ich hier nicht immer wiederholen muß.

> Wie gro√üz√ľgig von Dir! Zum Gl√ľck k√∂nnen TierrechtlerInnen
> immer noch alleine (hoffentlich nach reiflicher √úberlegung,
> was im Sinne der Tierrechte ist) entscheiden, f√ľr bzw. gegen

Tja, daran hapert es eben. Wie die Realit√§t zeigt, rennen die meisten eben lieber der Masse hinterher, statt auch nur ansatzweise zu √ľberlegen (ich verweise nur auf solche Leute wie Karim Abedi und seine "Supervegner"-Hetze, auf die Kaplanisten, die UL-Apologeten, die Gegner veganern Hunde- und katzenern√§hung, die Pseudos, auf die uns√§glichen Handlungen der AJS-Leute, mit denen hier dieser Thread begann usw.).

> > Augfwand und Nutzen abw√§gen. Z.B. nicht von M√ľnchen
> > nach Berlin fahren oder nach England fliegen, um da gegen
> > Tierversuche zu demonstrieren ...
>
> Wem wirfst du das vor? Wer mich kennt, weiß, daß ich das
> nicht praktiziere.

Denen, die das tun. Wie Du weißt, bestehen viele Demos primär aus Leuten, deren Hauptziel es ist, bei der Demo zu sehen und gesehen zu werden. Unschön, aber so ist es nunmal. Demotourismus.

> Tierausbeutung ist das Hauptthema, und Tierausbeutung hat
> viele Facetten.

Ja. Millionen Jagdopfer. Millionen Opfer von Tierversuchen. Millionen Tiere, die wegen ihrer behaarten Haut umgebracht werden.

Abertausende "Jagd-", "Tierversuchs-", "Pelzgegner".

Milliarden Opfer der Nichtveganen Ernährung.

Eine handvoll Veganismusmusbef√ľrworter.

> Daß Du denjenigen, denen Du vorwirfst, "nur gegen
> Randbereiche" aktiv zu sein, vorschreiben willst, wie sie am
> effektivsten zu arbeiten haben, ist aber auch ein guter Witz.

Es ist immer wieder merkw√ľrdig, wenn argumente, sachliche darlegung der Verh√§ltnisse, Belegbare Fakten usw. als "Vorschrift" mi√üinterpretiert werden.

Ich schreibe niemandem etwas vor. Aber ich äußere Kritik.

> > Zum Rest habe ich in meiner Antwort auf Tanjas Antwort schon
> > etwas gesagt.
>
> Ja, Du hast ohne Einbeziehung auf das, was sie und ich dazu
> mittlerweile diskutiert haben, darauf geantwortet, so kann

Ich sehe nur einen weiteren Beitrag von Tanja dazu, ich w√ľ√üte nicht,w as ich √ľebrsheen habe, aber wenn es etwas wesentliches ist, kannst Du es ja mal kurz anrei√üen.

Achim

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Iris
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> > > Hat auch nur ein einziger Jäger durch die Jagdgegner
> > > aufgehört, zu Jagen?
> >
> > Darum geht es doch bei der Anti-Jagd-Arbeit gar nicht. M.E.
>
> Es geht nicht darum, daß die Jagd abgeschafft wird (also die
> Jäger aufhören zu jagen), sondern nur darum, ...

Tust Du nur so, als w√ľrdest Du nichts verstehen? Bei dem Einsatz gegen "Pelz" geht es nicht darum, diegenigen zu √ľberzeugen, die es Ok finden, "Pelz" zu tragen, sondern diejenigen, die noch nicht... (*wiederhol*)
Die Jagd hört nicht dadurch auf, daß die JägerInnen es durch die gute Argumentation von JagdgegnerInnen plötzlich oder nach und nach einsehen, daß Jagd Mord ist, sondern daß die nichtjagende Bevölkerung es einsieht, daß PolitikerInnen es einsehen, daß Jagd irgendwann verboten wird.
Du wirst auch nicht versuchen wollen, VivisektorInnen davon zu √ľberzeugen, da√ü sie keine Versuche mehr an Tieren durchf√ľhren sollen, sondern die KonsumentInnen tierversuchsgetesteter Produkte, ebenso dient eine demo vor einer Metzgerei nicht dazu, die MetzgerInnen dazu zu bringen, ihren Beruf auzugeben, sondern die KundInnen, keine Leichenteile zu kosumieren.

> ... das "Bewußtsein in der nichtjagenden Bevölkerung zu
> verändern"? D.h., die Jagd wird dann mit "verändertem
> Bewußtsein" fortgestezt? Das kanne s ja wohl nicht sein, was
> Du meinst.

Sehr witzig. Ich glaube, hier bedarf es keines Kommentars. Aber wie ich schon sagte, ist Dir an einer ernsthaften Diskussion bzw. Auseinandersetzung mit der Problematik anscheinend nicht gelegen.

> Was also sind effektivere Kampagnen? Genau. Steht in
> "Vegetarier sind Mörder".

Der Weisheit letzter Schluß? Wohl kaum.
Meinst du, in einem einzigen Text lie√üen sich alle "Weisheiten" bez√ľglich Vorgehensweisen gegen Speziesismus und Tierausbeutung vereinen, und dann braucht man nie wieder dar√ľber nachzudenken oder zu reden?

> Wenn dadurch dann jede Menge vegane Tierrechtler zur
> Verf√ľgung stehen, k√∂nnen davon gern jeweils ein paar % sich
> auf diverse Randthemen konzentrieren.

Wie gro√üz√ľgig von Dir! Zum Gl√ľck k√∂nnen TierrechtlerInnen immer noch alleine (hoffentlich nach reiflicher √úberlegung, was im Sinne der Tierrechte ist) entscheiden, f√ľr bzw. gegen was sie sich engagieren. Es gibt n√§mlich keine eindeutigen Antworten, was am notwendigsten, sinnvollsten, dringendsten ist. Ich wei√ü es nicht, und Du magst zwar behaupten, es zu wissen, aber das kann gar nicht sein.
Du tust, als sei der Speziesismus und das Phänomen Tierausbeutung einfach zu durchschauen, und dementsprechend könnte man ganz einfach und nach logischen Prinzipien Strategien, eine Art Anleitung aufstellen, nach denen bzw. nach der man dagegen vorgeht.

> Bis dahin aber haben wir mehr Arbeit, als wir erledigen
> k√∂nnen, und m√ľssen daher selektiv vorgehen, sorgf√§ltig
> Augfwand und Nutzen abw√§gen. Z.B. nicht von M√ľnchen
> nach Berlin fahren oder nach England fliegen, um da gegen
> Tierversuche zu demonstrieren ...

Wem wirfst du das vor? Wer mich kennt, weiß, daß ich das nicht praktiziere.
Aber auch Aufwand und Nutzen lassen sich nicht so (eiskalt) abwägen, wie Du das gern hättest. Es geht dabei z.B. auch um Motivation und Anregung, die man sich von einigen Aktionen holen kann und die manche brauchen, um weiterkämpfen zu können.

> Apropos: ich habe mich schon lange gefragt, warum sich nicht
> ein paar Jagdgegnergruppen in den Bundesländern
> konsolidieren, in denen Jagd keine Ordnungswidigkeit, sondern
> straffrei ist, wäre weit effektiver ... in den anderen
> Bundesländern kann dann gegen anderen Randdthemen
> vorgegeangen werden. Oder vielleicht zur Abwechslung auch mal
> gegen das Hauptthema.

Tierausbeutung ist das Hauptthema, und Tierausbeutung hat viele Facetten.
Daß Du denjenigen, denen Du vorwirfst, "nur gegen Randbereiche" aktiv zu sein, vorschreiben willst, wie sie am effektivsten zu arbeiten haben, ist aber auch ein guter Witz.

> Zum Rest habe ich in meiner Antwort auf Tanjas Antwort schon
> etwas gesagt.

Ja, Du hast ohne Einbeziehung auf das, was sie und ich dazu mittlerweile diskutiert haben, darauf geantwortet, so kann man es auch machen.

Iris

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> > Hat auch nur ein einziger Jäger durch die Jagdgegner
> > aufgehört, zu Jagen?
>
> Darum geht es doch bei der Anti-Jagd-Arbeit gar nicht. M.E.

Es geht nicht darum, daß die Jagd abgeschafft wird (also die Jäger aufhören zu jagen), sondern nur darum, ...

> wenn sie Hochsitze umlegen oder Jagden stören. Es geht darum,
> das Bewußtsein in der nichtjagenden Bevölkerung zu verändern.

... das "Bewußtsein in der nichtjagenden Bevölkerung zu verändern"? D.h., die Jagd wird dann mit "verändertem Bewußtsein" fortgestezt? Das kanne s ja wohl nicht sein, was Du meinst.

> So werden die wenigsten, die "Pelz" tragen, sich davon
> √ľberzeugen lassen, da√ü dies falsch ist, aber diejenigen, die
> (noch) keinen "Pelz" tragen, sich vielleicht davon abbringen
> lassen, √ľberhaupt mit dem Gedanken zu spielen, "Pelz" zu
> kaufen, zu tragen, ...

Eben.

Was also sind effektivere Kampagnen? Genau. Steht in "Vegetarier sind Mörder".

Wenn dadurch dann jede Menge vegane Tierrechtler zur Verf√ľgung stehen, k√∂nnen davon gern jeweils ein paar % sich auf diverse Randthemen konzentrieren.

Bis dahin aber haben wir mehr Arbeit, als wir erledigen k√∂nnen, und m√ľssen daher selektiv vorgehen, sorgf√§ltig Augfwand und Nutzen abw√§gen. Z.B. nicht von M√ľnchen nach Berlin fahren oder nach England fliegen, um da gegen Tierversuche zu demonstrieren ...

Apropos: ich habe mich schon lange gefragt, warum sich nicht ein paar Jagdgegnergruppen in den Bundesländern konsolidieren, in denen Jagd keine Ordnungswidigkeit, sondern straffrei ist, wäre weit effektiver ... in den anderen Bundesländern kann dann gegen anderen Randdthemen vorgegeangen werden. Oder vielleicht zur Abwechslung auch mal gegen das Hauptthema.

Zum Rest habe ich in meiner Antwort auf Tanjas Antwort schon etwas gesagt.

Achim

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> > > Das halte ich (hoffen kannst Du nat√ľrlich viel) f√ľr eine
> > > gewagte These. Wie kommst Du darauf, die Jagdabschaffung
> sei
> > > "greifbarer"?
> >
> > Weil (aus mir nicht ersichtlichen Gr√ľnden) mehr Menschen

Ich finde die Gr√ľnde leicht ersichtlich, vielmehr den Grund: Gegen die Ausbeutung von chinesischen Gallenb√§ren oder die Jagd etc. k√∂nnen sie umso leichter sein, weil es sie nicht "betrifft", nicht in ihrer "Verantwortung" liegt. Die Leichenteile auf ihrem Teller aber schon.

Hinzu kommt das Ph√§nomen, da√ü je 95%(?) "gegen Legebatterien" sind, aber die Mehrheit nat√ľrlich weiter Batterieeier fri√üt.

> > gegen die Ermordung sog. Wildtiere sind als gegen die
> > Ermordung von Rindern oder H√ľhnern. So wie mehr Leute gegen
> > die Gefangenhaltug und Ermordung von "Pelztieren" sind und es
> > deshalb wahrscheinlich ist, daß die "Pelztierzucht"
> > eingestellt wird, lange bevor alle Menschen eingesehen ist,
> > daß es genauso Tierausbeutung und Mord ist, "Leder" zu
> > tragen, Leichenteile zu fressen oder Tiermilch zu trinken.
>
> Dasselbe hätte ich auch geantwortet. Danke, Iris. :-)

Gesellschaftliche Entwicklungen sind aber nunmal (je nachdem leider oder zum Gl√ľck) nicht ausschlie√ülich/zwangsl√§ufig eine Frage von Mehrheiten (Beispiel: in Deutschland ist - zumal, wenn es wieder einen spektakul√§ren Kindermord gab - die Mehrheit f√ľr die Todesstrafe).

Interessant in diesem Zusammenhang die "repr√§sentative Umfrage zur Abschaffung der Jagd", die GEWIS-Studie, die Eicher in Auftrag gegeben hat. Seitdem verk√ľnden sie: "80% der Deutschen gegen die Jagd" (FfT 4/2002, S. 21) Wenn wir uns die Zahlen jedoch genauer betrachten, waren trotz der Suggestivfrage nur 12% "f√ľr die generelle Abschaffung der Jagd". Auf die 80% kommen Eicher & Co, indem sie die 68% addieren, die Jagd als "Freizeitsport verbieten" (also ausschlie√ülich Berufsj√§ger einsetzen) wollen. Ich pers√∂nlich w√ľrde vermuten, da√ü eine etwas wissenschaftlichere Studie √ľberspitzt gesagt erg√§be, da√ü die Meinung bei 95% "interessiert mich nicht" lautet (und weitere 4% "wei√ü nicht").

> Nein, sie verpuffen nicht wirkungslos, wie Iris ja auch
> bereits schrieb, schlie√ülich k√∂nnen √ľber solche Aktionen
> Menschen anfangen, sich mit Tierrechten auseinanderzusetzen -

Wie ich schon versucht habe, zu verdeutlichen;: Wirkung bezieht sich bei Anti-Jagd auf eine Abschaffung der Jagd, bei Anti-TV auf die Abschaffung der TV. Was Ihr meint, sind nebenwirkungen (die offensichtlich weit effektiver in Form von Wirkungen durch explizite Veganismus-Aktionen erreicht werden können).

> doch ich stimme Dir nat√ľrlich zu, da√ü das Hauptziel
> Veganismus und die Verwirklichung der Tierrechte sein sollte,
> da sich dann diese "Randthemen" im Idealfall von selbst
> erledigen w√ľrden.

> > Wieviele Leute √ľber das Thema "Pelz" oder Tierversuche zum
> > Veganismus und zu Tierrechten gekommen sind, weißt Du doch
> > gar nicht.

Ich wei√ü, da√ü gerade ein Jagdgegner verk√ľndet hat (ich paraphrasiere), die Hauptsache sei, jemand w√ľrde ihn gegen die Jagd unterst√ľtzen, er k√∂nne anschlie√üend ruhig sein J√§gerschnitzerl fressen.

Das ist symptomatisch.

> Ich glaube, daß es einige sind, doch das liegt m.E. einfach

Einige, ja. Die aber effektiver durch direkte Veganismus-Kampagnen gewonnen werden könnten als durch "Nebenwirkungen" (vgl. Francione dazu).

> daran, daß sehr viele Menschen gegen "Pelz", Tierversuche
> etc. sind und man deswegen öfter damit konfrontiert wird als
> mit den Opfern von z.B. Vegetariern. Und der Weg zum
> Tierrecht √ľber solche Themen, die ja auch der Tierschutz f√ľr
> sich beansprucht, ist ein l√§ngerer, denke ich. W√ľrden sich
> stattdessen mehr Tierrechtler auf die Förderung des
> Veganismus konzentrieren, w√ľrden automatisch auch mehr
> Menschen mit Tierrechten konfrontiert werden. So wird ihnen
> vermittelt, daß "Pelz"-Farmen, Jagd, Tierversuche etc.
> abgeschafft werden m√ľssen - die
> Forderung nach Veganismus wird da leider oft zum Randthema.
> Und das kann nur kontraproduktiv sein.

Ganz genau.

> > TierrechtlerInnen d√ľrfen diese "Randthemen" nicht
> > Tiersch√ľtzerInnen oder TierprotektionistInnen √ľberlassen,
> > sondern m√ľssen hier antispeziesistische Positionen vertreten,
>
> Sehe ich genauso - doch eben nicht ausschließlich.

Und in einem angemessenen Verhältnis.

> > der Zahl der daf√ľr ausgebeuteten Individuen (im Vergleich zu
> > denen, die f√ľr "Fleisch", Eier oder Milch ausgebeutet und
> > ermordet werden) vielleicht nicht so sehr, aber abgesehen
> > davon, daß jedes Individuum zählt und die Abschaffung der
> > "Pelzindustrie" einfach näher und wahrscheinlicher ist, hätte
> > es nat√ľrlich Symbolcharakter. Wieviel effektiver k√∂nnten wir
> > arbeiten, wenn das "Thema Pelz" keines mehr wäre!
>
> Nat√ľrlich w√§re es f√ľr die direkt betroffenen Tiere ein gro√üer
> Fortschritt - doch warum denkst Du, daß Tierrechtler
> effektiver arbeiten könnten, wenn "Pelz" aus Mitleid bzw.
> wegen der "s√ľ√üen Nerze, F√ľchse...." und nicht aus dem
> Tierrechtsgedanken heraus "out" wäre?

Sehe ich √§hnlich; allerdings k√∂nnten wir tats√§chlich insofern effektiver Arbeiten, als eben nicht √ľberproportionale Ressourcen in dieses Randthema gesteckt w√ľrden und zumindest ein Teil davon effektiver eingesetzt werden k√∂nne (ohne da√ü wir nicht immer wieder darauf hinweisen m√ľ√üten, wie auch hier in diesem Thread).

Allerdings ist es nat√ľrlich unlogisch, enorme Ressourcen in ein Randthema zu investieren, damit irgendwann mal zuk√ľnftig ein Teil dieser Ressourcen in das Hauptthema investiert werden k√∂nnen, statt gleich diese Ressourcen in das Hauptthema zu investieren ...

> > Siehe oben - wir könnten uns umso mehr darauf konzentrieren,
> > je mehr Teilbereiche der Tierausbeutung ("Pelz", Jagd,
> > Tierversuche) schon verschwunden wären.

> Das sehe ich anders. Warum sollten wir uns nicht jetzt schon
> auf Tierausbeutung an sich konzentrieren anstatt erst auf das
> Verschwinden von "Teilbereichen" hin zu arbeiten?

Ganz genau.

Achim

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> > Das halte ich (hoffen kannst Du nat√ľrlich viel) f√ľr eine
> > gewagte These. Wie kommst Du darauf, die Jagdabschaffung sei
> > "greifbarer"?
>
> Weil (aus mir nicht ersichtlichen Gr√ľnden) mehr Menschen
> gegen die Ermordung sog. Wildtiere sind als gegen die
> Ermordung von Rindern oder H√ľhnern. So wie mehr Leute gegen
> die Gefangenhaltug und Ermordung von "Pelztieren" sind und es
> deshalb wahrscheinlich ist, daß die "Pelztierzucht"
> eingestellt wird, lange bevor alle Menschen eingesehen ist,
> daß es genauso Tierausbeutung und Mord ist, "Leder" zu
> tragen, Leichenteile zu fressen oder Tiermilch zu trinken.

Dasselbe hätte ich auch geantwortet. Danke, Iris. :-)


> > Daher kann ich nur immer wieder betonen, wie fatal es ist,
> > Ressourcen auf solche Randthemen zu konzentrieren (nichts
> > gegen gelegentliche Aktionen auch dagegen), weils diese wie
> > die Logik und die Praxis zeigen, wirkungslos verpuffen.

Nein, sie verpuffen nicht wirkungslos, wie Iris ja auch bereits schrieb, schlie√ülich k√∂nnen √ľber solche Aktionen Menschen anfangen, sich mit Tierrechten auseinanderzusetzen - doch ich stimme Dir nat√ľrlich zu, da√ü das Hauptziel Veganismus und die Verwirklichung der Tierrechte sein sollte, da sich dann diese "Randthemen" im Idealfall von selbst erledigen w√ľrden.


> Wieviele Leute √ľber das Thema "Pelz" oder Tierversuche zum
> Veganismus und zu Tierrechten gekommen sind, weißt Du doch
> gar nicht.


Ich glaube, da√ü es einige sind, doch das liegt m.E. einfach daran, da√ü sehr viele Menschen gegen "Pelz", Tierversuche etc. sind und man deswegen √∂fter damit konfrontiert wird als mit den Opfern von z.B. Vegetariern. Und der Weg zum Tierrecht √ľber solche Themen, die ja auch der Tierschutz f√ľr sich beansprucht, ist ein l√§ngerer, denke ich. W√ľrden sich stattdessen mehr Tierrechtler auf die F√∂rderung des Veganismus konzentrieren, w√ľrden automatisch auch mehr Menschen mit Tierrechten konfrontiert werden. So wird ihnen vermittelt, da√ü "Pelz"-Farmen, Jagd, Tierversuche etc. abgeschafft werden m√ľssen - die
Forderung nach Veganismus wird da leider oft zum Randthema. Und das kann nur kontraproduktiv sein.

> TierrechtlerInnen d√ľrfen diese "Randthemen" nicht
> Tiersch√ľtzerInnen oder TierprotektionistInnen √ľberlassen,
> sondern m√ľssen hier antispeziesistische Positionen vertreten,

Sehe ich genauso - doch eben nicht ausschließlich.

> zum einen, um die Abschaffung dieser Teilbereiche der
> Tierausbeutung voranzutreiben, und zum anderen, um


Solange es keine vegane Gesellschaft gibt, w√ľrden z.B. Tierversuche nur abgeschafft werden, weil man bessere Methoden entwickelt hat. Das sehe ich als Gefahr f√ľr die Tierrechte - schlie√ülich k√∂nnte es passieren, da√ü man doch irgendwann wieder auf "Altbew√§hrtes" zur√ľckgreifen w√ľrde - und die Tierversuchsgegner st√ľnden wieder ganz am Anfang.


> diejenigen, die sich "f√ľr Tiere" (gegen "Pelz" oder
> Tierversuche) einsetzen, mit dem Tierrechtsgedanken zu
> erreichen.

Ja, das nat√ľrlich schon. :-)


> der Zahl der daf√ľr ausgebeuteten Individuen (im Vergleich zu
> denen, die f√ľr "Fleisch", Eier oder Milch ausgebeutet und
> ermordet werden) vielleicht nicht so sehr, aber abgesehen
> davon, daß jedes Individuum zählt und die Abschaffung der
> "Pelzindustrie" einfach näher und wahrscheinlicher ist, hätte
> es nat√ľrlich Symbolcharakter. Wieviel effektiver k√∂nnten wir
> arbeiten, wenn das "Thema Pelz" keines mehr wäre!

Nat√ľrlich w√§re es f√ľr die direkt betroffenen Tiere ein gro√üer Fortschritt - doch warum denkst Du, da√ü Tierrechtler effektiver arbeiten k√∂nnten, wenn "Pelz" aus Mitleid bzw. wegen der "s√ľ√üen Nerze, F√ľchse...." und nicht aus dem Tierrechtsgedanken heraus "out" w√§re?
Es könnte ein Ansatz sein, doch ich bin mir da sehr unsicher....


> Siehe oben - wir könnten uns umso mehr darauf konzentrieren,
> je mehr Teilbereiche der Tierausbeutung ("Pelz", Jagd,
> Tierversuche) schon verschwunden wären.


Das sehe ich anders. Warum sollten wir uns nicht jetzt schon auf Tierausbeutung an sich konzentrieren anstatt erst auf das Verschwinden von "Teilbereichen" hin zu arbeiten?

Viele Gr√ľ√üe,

Tanja

Re: Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Iris
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
> Auf einen speziellen Punkt will ich aber näher eingehen:
> > Tierausbeuter sind. Im vorliegenden Fall ist es ja schon so,
> > daß die Abschaffung der Jagd ein Ziel ist, von dem zu hoffen
> > ist, daß es in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten erreicht
> > werden kann. Die Anerkennung der Tierrechte, eine vegane
> > Gesellschaft liegen da nicht in so greifbarer Nähe.
>
> Das halte ich (hoffen kannst Du nat√ľrlich viel) f√ľr eine
> gewagte These. Wie kommst Du darauf, die Jagdabschaffung sei
> "greifbarer"?

Weil (aus mir nicht ersichtlichen Gr√ľnden) mehr Menschen gegen die Ermordung sog. Wildtiere sind als gegen die Ermordung von Rindern oder H√ľhnern. So wie mehr Leute gegen die Gefangenhaltug und Ermordung von "Pelztieren" sind und es deshalb wahrscheinlich ist, da√ü die "Pelztierzucht" eingestellt wird, lange bevor alle Menschen eingesehen ist, da√ü es genauso Tierausbeutung und Mord ist, "Leder" zu tragen, Leichenteile zu fressen oder Tiermilch zu trinken.

> Was haben all die vielen Jagdgener denn erreicht bisher?
> Meines wissen nichts.
>
> Einzig Tierrechtler haben durch Hochsitzeumsägen (was aber
> leider keinem Tier das leben rettet, sondern nur materielle
> Sabotage ist) die Jäger etwas getriezt und Jagdstörer haben
> einzelnen Tieren (zumindest vor√ľbergehend) das Leben
> gerettet, indem sie sich zwischen Täter und Opfer stellten.
>
> Das war's.

So ein Unsinn.
Beim Ums√§gen von Hochsitzen oder St√∂ren von Jagden geht es keineswegs um das "Triezen" von J√§gerInnen. Es steht au√üer Frage, da√ü durch die Unbenutzbarmachung von Hohsitzen einzelnen Tieren das Leben gerettet wird und bei Jagdst√∂rungen sowieso. Abgesehen geht es nicht "nur" darum und um den materiellen Schaden (der auch bei gro√ü angelegten Jagden entstehen d√ľrfte, falls diese zum Abbruch gebracht werden oder nicht den gew√ľnschten "Erfolg" bringen, sondern auch um das Zeigen von Protest bei der Tataus√ľbung selbst. Je mehr Leute davon z.B. durch Zeitungsberichte erfahren, desto mehr k√∂nnen sich Gedanken √ľber Tierrechte machen, weil sie bemerken, da√ü es Menschen gibt, die an der Ermordung nichtmenschlicher Tiere etwas auszusetzen haben.
Wieviele Menschen das schon zum Nachdenken gebracht hat, kannst Du genauso wenig ermessen wie die Anzahl von Leuten, die durch Demos, Auslegeaktionen, Fernsehberichte √ľber Befreiungsaktionen etc. dazu gebracht wurden, ihren Speziesismus zu √ľberdenken.

> Meines wissens gibt es nichts, was auch nur ansatzweise an
> eine Abschaffung der Jagd erinnert. Was als "Abschaffung der
> Fuchsjagd" in Englad verkauft wird, ist eine Mogelpackung, da
> nicht die Fuchsjagd, sondern lediglich deren "traditionenne"
> Form verboten ist, die F√ľchse werden weiterhin umgebracht.
> Und das "Jagdverbot" im Kanton Genf (siehe
> "Initiative f√ľr
> Jagdverbot"
), auf das sich immer wieder so gern bezogen
> wird, ist ebenfalls kein Jagdverbot, sondern die Jagd wurde
> in die Hände von "gardes de l'environnement", einer Art
> Umweltaufseher, gelegt, und die Jäger jubeln: "Das Beispiel
> des Kantons Genf, der 1974 durch einen Volksentscheid die
> Jagdaus√ľbung durch Private abgeschafft hat, zeigt im √ľbrigen
> am besten, dass ein Jagdverbot illusorisch ist. Anstatt die
> notwendigen Absch√ľsse durch die J√§ger durchzuf√ľhren und daf√ľr
> Geb√ľhren zu kassieren, muss der Kanton diese heute durch
> Staatsangestellte durchf√ľhren lassen, die aus Steuergeldern
> besoldet werden."

Diese Beispiele belegen doch nicht, da√ü es falsch oder unsinnig ist, sich f√ľr die Abschaffung der Jagd einzusetzen, sondern zeigen nur wieder mal, wie notwendig es w√§re, da√ü (mehr) TierrechtlerInnen sich mit unmi√üverst√§ndlichen Tierrechtspositionen daf√ľr einsetzen.

> Gleiches gibt f√ľr die "Pelzgegner" ("Pelz" boomt) und die
> "Tierversuchsgegner" (immer mehr Tierversuche).

Das wirfst Du tats√§chlich den "PelzgegnerInnen" und "TierversuchsgegnerInnen" vor? Warum sind sie daf√ľr verantwortlich, wenn Menschen es (wieder) OK finden, "Pelz" zu tragen?
Das ist, als w√ľrde ich Dir vorwerfen, schuld am "Fleischkonsum" eines Passanten oder einer Passantin zu sein, den oder die Du in der Fu√üg√§ngerzone bei einem Infostand, einer Auslegeaktion o.√§. nicht vom Veganismus √ľberzeugen konntest (weil er/sie Dich f√ľr einen Spinner h√§lt und seinen/ihren Speziesismus eben nicht aufgeben will).
Und selbst wenn "PelzgegnerInnen" durch ihre Unglaubw√ľrdigkeit (weil sie nicht vegan leben), ihre speziesistischen und "ineffektiven" Kampagnen etc. daran "schuld" (schuld an der Ausbeutung von sog. "Pelztieren" sind diejenigen, die "Pelz" kaufen und tragen!) w√§ren, w√§re das umso mehr ein Grund, sich mit einer klarer tierrechtskonformen Position gegen "Pelz" und Tierversuche zu engagieren.

> Daher kann ich nur immer wieder betonen, wie fatal es ist,
> Ressourcen auf solche Randthemen zu konzentrieren (nichts
> gegen gelegentliche Aktionen auch dagegen), weils diese wie
> die Logik und die Praxis zeigen, wirkungslos verpuffen.

Wieviele Leute √ľber das Thema "Pelz" oder Tierversuche zum Veganismus und zu Tierrechten gekommen sind, wei√üt Du doch gar nicht.
TierrechtlerInnen d√ľrfen diese "Randthemen" nicht Tiersch√ľtzerInnen oder TierprotektionistInnen √ľberlassen, sondern m√ľssen hier antispeziesistische Positionen vertreten, zum einen, um die Abschaffung dieser Teilbereiche der Tierausbeutung voranzutreiben, und zum anderen, um diejenigen, die sich "f√ľr Tiere" (gegen "Pelz" oder Tierversuche) einsetzen, mit dem Tierrechtsgedanken zu erreichen.

> Hat auch nur ein einziger Jäger durch die Jagdgegner
> aufgehört, zu Jagen?

Darum geht es doch bei der Anti-Jagd-Arbeit gar nicht. M.E. w√§re es unsinnig zu meinen, da√ü man J√§gerInnen √ľberzeugen k√∂nne, aber die wenigsten werden sich das zum Ziel setzen, wenn sie Hochsitze umlegen oder Jagden st√∂ren. Es geht darum, das Bewu√ütsein in der nichtjagenden Bev√∂lkerung zu ver√§ndern.
So werden die wenigsten, die "Pelz" tragen, sich davon √ľberzeugen lassen, da√ü dies falsch ist, aber diejenigen, die (noch) keinen "Pelz" tragen, sich vielleicht davon abbringen lassen, √ľberhaupt mit dem Gedanken zu spielen, "Pelz" zu kaufen, zu tragen, ...

> Hier muß auch betont werden, daß das Gros der Personenjahre
> und sonstigen Ressourcen in einen winzigen Bruchteil des
> Problems investiert werden: 99% der Ressourcen werden in 1%
> des Problems gesteckt (siehe auch Fazit von "Vegetarier sind
> Mörder").

Ich pers√∂nlich w√ľrde auch haupts√§chlich meine Energie darauf verwenden, f√ľr Veganismus zu k√§mpfen, finde es aber ganz, ganz wichtig, mich als Tierrechtlerin in die Bereiche "Pelz" etc. mit einzubringen.

Ich frage mich auch, wie wir den Leuten Veganismus n√§herbringen wollen, wenn so viele es immer noch in Ordnung finden, "Pelz" zu "produzieren". Das hei√üt nicht, da√ü ich die Ausbeutung f√ľr "Pelz" schlimmer finde, sondern wei√ü, da√ü die meisten Menschen das tun, und trotzdem ist "Pelz" in dieser Gesellschaft tragbar! Es w√§re ein unheimlicher Fortschritt f√ľr die Tierrechte, wenn dem nicht mehr so w√§re. Gemessen an der Zahl der daf√ľr ausgebeuteten Individuen (im Vergleich zu denen, die f√ľr "Fleisch", Eier oder Milch ausgebeutet und ermordet werden) vielleicht nicht so sehr, aber abgesehen davon, da√ü jedes Individuum z√§hlt und die Abschaffung der "Pelzindustrie" einfach n√§her und wahrscheinlicher ist, h√§tte es nat√ľrlich Symbolcharakter. Wieviel effektiver k√∂nnten wir arbeiten, wenn das "Thema Pelz" keines mehr w√§re!

> Wie viel dagegen haben Veganismuskampagnen gebracht, und wie
> viel könnten sie bringen, wenn sie nicht nur von einem
> kleinen H√§uflein durchgef√ľhrt w√ľrden, sodnern sich alle
> darauf konzentrieren w√ľrden?

Siehe oben - wir könnten uns umso mehr darauf konzentrieren, je mehr Teilbereiche der Tierausbeutung ("Pelz", Jagd, Tierversuche) schon verschwunden wären.

Iris

Re: Kritik an der Anti-Jagd-Seite (Nachtrag)

Autor: Iris
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
Thema öffnen
Im Nachhinein hatte ich √ľbrigens erfahren, da√ü die von der Anti-Jagd-Seite aus gelinkten "11 √úberlebenstipps" von Peta (Link wurde inzwischen entfernt) speziesistischen Dreck enthalten:

>>>
Sperren Sie all Ihre Tiere, auch K√ľhe, drinnen ein. Tiere in den unterschiedlichsten Formen und Gr√∂√üen werden oft ‚Äěaus Versehen‚Äú von J√§gern erschossen, darunter ein f√ľr Olympia bestimmtes belgisches Zugpferd namens Big Foot.
<<<


Meine mehrmalige Frage, wie solche √Ąu√üerungen denn mit den Tierrechten vereinbar seien, wurde nat√ľrlich ignoriert (geschweige denn der speziesistische Dreck entfernt), die Antwort liegt ja auch auf der Hand...
Von einer Betreiberin hieß es jedoch nur speziesistisch: "Inhaltlich gibt es daran nichts zu meckern."

Ich frage mich, wie das alles zu fassen ist!
(Es handelt sich schließlich um Leute, die sich ernsthaft als TierrechtlerInnen bezeichnen.)

Iris

Kritik an der Anti-Jagd-Seite

Autor: Iris
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
Thema öffnen
Da mir an dieser Anti-Jagd-Seite einige Sachen sehr √ľbel aufstie√üen bzw. immer noch aufsto√üen, habe ich den BetreiberInnen am 03.01.03 eine Mail geschickt, in der ich einiges kritisiert habe. Es ging haupts√§chlich um folgende Aussage unter dem Punkt "Mailing Liste":

>>>
Ansonsten soll es aber keine Rolle spielen, ob jemand Atheist, Christ, Buddhist, Veganer oder Vegetarier, etc pp ist -Hauptsache man teilt das gemeinsame Ziel die Jagd abzuschaffen.
<<<


Ich hatte dazu geschrieben: "Mir geht es dabei gar nicht um 'Glaubensfragen' (von mir aus kann jede/r
glauben, was sie/er will, solange dies nicht in die Tierrechtsarbeit hineingetragen wird), sondern darum, daß es keine Rolle spielen soll, ob jemand Tiere ausbeutet (also VegetarierIn ist) oder nicht (also vegan lebt). [...]
Ich gehe mal davon aus, da√ü Ihr [...] in Eurem Kampf f√ľr die Abschaffung der Jagd verge√üt,
aublendet oder verdrängt, wie wichtig es ist, den Veganismus zu fördern. Es
ist eben nicht die 'Hauptsache man teilt das gemeinsame Ziel die Jagd
abzuschaffen', im Gegenteil! VeganerInnen lehnen die Jagd sowieso ab und
werden sich, wenn sie tierrechtlerisch aktiv sind, ohnehin (manche mehr,
andere weniger) f√ľr die Abschaffung der Jagd einsetzen. Und wenn wir uns f√ľr
die Verbreitung des Veganismus (und Antispeziesismus) einsetzen, werden wir
irgendwann eine vegane (und antispeziesistische) Gesellschaft haben, in der
nat√ľrlich auch nicht mehr gejagt wird.
Damit will ich nicht sagen, daß ich es falsch finde, wenn VeganerInnen sich
mit einem Gro√üteil ihrer Kraft f√ľr die Abschaffung der Jagd (oder einen
sonstigen Bereich der Tierausbeutung) einsetzen. Ich persönlich finde es
zwar wichtiger, haupts√§chlich allgemein f√ľr eine vegane Lebensweise und
gegen Speziesismus in allen Bereichen zu kämpfen, vielleicht ist es aber
auch gut, wenn es Leute gibt, die sich spezialisieren. Um solche Fragen geht
es mir aber auch gar nicht, sondern darum, daß manche in ihrem Kampf gegen
die Jagd, gegen Tierversuche, gegen 'Pelz', ..., vergessen, wie effektiv und
wichtig die Propagierung von Veganismus ist bzw. wäre.
Eine Seite speziell zum Thema Jagd finde ich nicht schlecht, allerdings
m√ľ√üte dort aus Tierrechtssicht unbedingt ein Hinsweis zu finden sein, da√ü es
Grundvoraussetzung f√ľr diejenigen, die meinen, etwas 'f√ľr die Tiere' zu tun,
sein m√ľ√üte, vegan zu leben. Nicht nur, da√ü sich ein solcher Hinweis auf der
Seite nicht findet, es steht sogar explizit da, daß das egal sei! Das
schadet dem Veganismus m.E. extrem. Ich nehme an, daß Ihr den Artikel
'Vegetarier sind Mörder' (http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html)
kennt und wißt, daß VegetarierInnen Tiere ausbeuten und ermorden (lassen).
Wo ist der Unterschied zu LeichenfresserInnen, oder darf ich 'etc pp' so
deuten, daß diese auch dabei mithelfen sollen, die Jagd abzuschaffen? Ich
denke nicht.
Die auf Eurer Seite zu findende Veganblume ist diesem Absatz doch total
entgegengesetzt. Was denn nun: Veganismus oder egal, ob TierausbeuterIn oder
nicht? Ich denke, daß dieser Absatz dem Veganismus v.a. deshalb so schadet,
weil er nichtvegane JagdgegnerInnen, die ohnehin durch ihr Engagement "f√ľr
die Tiere" davon √ľberzeugt sind, auf der Seite der nichtmenschlichen Tiere
zu stehen, nicht TierausbeuterIn, sondern 'TierfreundIn' zu sein, noch mehr
darin bestärkt, daß es nicht notwendig sei, vegan zu leben. Das ist aber
notwendig, sonst wird es nie eine tierausbeutungsfreie und
antispeziesistische Gesellschaft geben. Und dann wird es auch immer Leute
geben, die denke, daß es in Ordnung sei, nichtmenschliche Tiere zu jagen,
'Pelz' zu tragen etc.
Ich selbst engagiere mich auch gegen die Jagd, doch wenn ich bei einer Demo
gegen eine Hubertusmesse, einer Jagdst√∂rung o.√§. mitbekommen w√ľrde, da√ü
eine/r der Beteiligten nicht vegan lebt, w√ľrde ich das selbstverst√§ndlich
kritisieren und ihn/sie fragen, warum er/sie sich gegen die Ermordung von
sog. Wildtieren einsetzt, selbst aber Tiere ausbeutet. Diese Menschen, die
meinen, etwas 'f√ľr Tiere' zu tun, m√ľssen wir als VeganerInnen erreichen,
denn bei ihnen ist es so viel wahrscheinlicher, daß sie die Notwendigkeit,
vegan zu leben, viel eher begreifen als Leute, die mit solchen Themen
√ľberhaupt nichts zu tun haben. Ihnen das Gef√ľhl zu geben, es sei schon
ausreichend, wenn sie nur gegen die Jagd seien und ihnen durch Akzeptanz
ihres Ausbeutungsverhaltens noch ein gutes Gewissen zu verschaffen, ist
fatal."


Diese Passage wurde inzwischen durch folgende ersetzt:
>>>
Ansonsten sollten aber nicht Weltanschauungen, sondern der Wille zur Abschaffung der Jagd in dieser AJ-Liste im Vordergrund stehen und uns unterschiedliche Weltsichten auch nicht daran hindern, gemeinsam die Jagd abzuschaffen, wobei wir uns als Betreiber dieser Liste, dem Tierrecht verpflichtet f√ľhlen und damit auch anderen Tiermord und Tiermissbrauch selbstverst√§ndlich ablehnen.
<<<


Meine Kritik an dem Ausdruck "Tiermißbrauch" (daß ein Mißbrauch impilziert, daß es einen (akzeptablen) Gebrauch gibt bzw. geben darf) wurde leider nicht angenommen.

Des weiteren hatte ich in meiner Mail vom 03.01.03 folgendes kritisiert:

>>>
Dann ist mir noch aufgefallen, da√ü die Seite sehr tiersch√ľtzerisch
r√ľberkommt, z.B. durch die Aussage "Natur und Wildtiere sch√ľtzen, Jagdterror
stoppen." oder "Es w√§re √ľbrigens gut, wenn ihr den einen oder anderen
Hinweis darauf geben k√∂nnt, dass ihr euch wirklich f√ľr Tiere engagiert, zB
dass ihr einer Tierschutz/Tierechtsgruppe angehört/angehört habt oder jemand
aus der TR/TS-Szene euch kennt."
Tierschutz symbolisiert aber nicht "nur" eine paternalistische Haltung
gegen√ľber den nichtmenschlichen Tieren und ist mit Antispeziesismus
unvereinbar, sondern ist dem Tierrechtsgedanken total entgegengesetzt. Der
Tierschutz ist wahrscheinlich eine der stärksten Waffen des Speziesismus!
Es ist unmöglich, daß alle Tiere vor Speziesismus und somit menschlicher
Gewalt gesch√ľtzt werden (der Tierschutz ist aber weder so konzipiert worden
noch wird er so praktiziert, daß es sein Ziel ist, Speziesismus und
menschliche Gewalt g√§nzlich abzuschaffen). Und wenn Leute sich f√ľr den
Tierschutz einsetzen, dann engagieren sie sich eben nicht wirklch f√ľr Tiere
(so wie es die obige Aussage impliziert), sondern arbeiten gegen Tierrechte,
weil der Tierschutz eben den Tierrechten entgegengesetzt ist.

Dann gibt es noch zwei Links, die ich ziemlich schädlich finde:
Zum einen der auf fuechse.info, durch den man mit wenigen Klicks auf die von
dort aus gelinkte Seite der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" kommt. Die
Sch√§dlichkeit des UL f√ľr die Tierrechts- und somit auch die
Anti-Jagd-Bewegung d√ľrfte Euch ja bekannt sein, schlie√ülich steht unter
"Mailing Liste" ja auch "das neue Netzwerk distanziert sich ausdr√ľcklich von
UL" (was etwas unglaubw√ľrdig erscheint durch die schnelle Erreichbarkeit der
UL-Seite durch die Links).
Zum anderen finde ich den Link auf die Peta-Seite "11 √úberlebenstipps"
angesichts der Tatsache, daß Peta sich als Tierrechtsorganisation
bezeichnet, aber keine ist (siehe
http://maqi.de/txt/petagegentierrechte.html), nicht gerade toll.

Ich hoffe, daß Ihr wißt, daß ich Euch diese Mail nicht schreibe, um
"rumzunörgeln" o.ä. Ich will auch nicht Eure Arbeit schlecht machen, sondern
mir geht es einzig und allein um Tierrechte, denen besonders durch diese
Aussage, da√ü JagdgegnerInnen nicht vegan leben m√ľ√üten, geschadet wird.
<<<

Leider entwickelte sich aus dieser Mail eine "Diskussion", die zunehmend b√∂sartiger wurde und letztendlich zu heftigen Beschimpfungen wie hier f√ľhrte.

Ich habe in einem mehrt√§gigen Mailwechsel ausf√ľhrlichst begr√ľndet, warum Tierschutz den Tierrechten entgegengesetzt ist und somit eine F√∂rderung bzw. Akzeptanz von Tierschutz Tierrechte behindert, habe auf weitere Informationen dazu verwiesen - egal. Es wurden nur immer wieder die selben Spr√ľche von wegen "Das Tierrecht ist auch nichts weiter, als eine Weiterentwicklung des Tierschutzgedankens" oder "wir 'opfern' nicht Tiere, wenn wir mit Nichtveganern Leben retten.
Denn es √§ndert garnichts f√ľr diese 'Opfer', ob wir mit Vegetariern zusammenarbeiten oder nicht.
Wir arbeiten mit Vegetariern, die sich idR auf dem Weg zum Veganismus befinden, das heisst wir f√∂rdern Tierrechte durch Integration, statt der Abgrenzung." geklopft, die schon lange widerlegt sind - in Texten, die sie sich entweder durch absurde Ausreden zu lesen weigerten oder schon zu kennen behaupteten ("Der 'VegetariersindM√∂rder'-Text wird √ľbrigens auch nicht besser, wenn ich ihn das 1000x lese").

Nachdem zuerst mir, weil ich es gewagt hatte zu sagen, da√ü ich √ľber diese Vorgehensweise traurig, w√ľtend und entt√§uscht bin, vorgeworfen wurde, "zu dramatisch" zu sein, gab es wahrlich dramatische √Ąu√üerungen wie diese:

>>>
Eiskalt veganen K√ľrlauf zu machen, w√§hrenddessen man Tieren real ihr Leben retten kann, ist wohl vegane Selbstverliebtheit, die aber dennoch Tiere eiskalt verrecken l√§sst, ihnen somit gar nichts n√ľtzt, w√§hrenddessen man lieber selbstgef√§llig herumk√ľrt.
<<<


die sich dann zu krassen Beleidigungen steigerten:

"Eiskalte M√∂rderinnen wie Iris", "Tier-und Menschenver√§chterin Iris" oder "Verflucht sei jede Mutter, die ein solches Ungl√ľcksbalg zur Welt gebracht hat."

Nachdem ich mich tagelang mit dieser sinnlosen Diskussion (die dann auch noch als "Meinubgsterror", "nervig" und hinderlich f√ľr die Arbeit gegen "Tiermi√übrauch" bezeichnet wurde) herumgeplagt hatte, nahm das ganze endlich lustige (bzw. l√§cherliche) Z√ľge an, denn dar√ľber kann man (obwohl es traurig ist) einfach nur noch lachen. Das nenne ich echte Auseinandersetzung mit Kritik! :-)

Wirklich zum Br√ľllen (und endg√ľltiger Beweis, da√ü hier mit Kritik und den besten Argumenten wirklich nichts mehr ausgerichtet werden kann), ist aber erst folgende Theorie:

>>>
Wer seine eigenen eitlen Dämonen noch nicht im Griff hat, der betreibt kein Tierrecht, sondern pflegt nur eigene Eitelkeiten. Und wer noch nicht 7 Jahre vegan lebt, der hat auch noch alle Tierdämonen in sich.
Schau Dir an, wie sie noch ihre Spiele mit ihnen treiben.
Sie sind noch Marionetten ihrer eigenen Dämonen, die als Moral verkleidet ihnen erscheinen.
<<<


Und dann hält sich der Autor dieser Zeilen Augen und Ohren zu, um von den "nervigen Kommentaren" der von ihm von oben herab als "Nachwuchsveganer" Bezeichneten ja nichts mitzukriegen:

>>>
Der Tanz mit Jägern und Jagd beginnt und keine vegane Selbstverliebtheit wird ihn stoppen.
<<<


So, das war die nervige Kritik der Nachwuchsveganerin

"Iris, die nicht mal den geschichtlich vielfältigen Begriff Tierschutz versteht"

Die Jagd wird abgeschafft?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
Zu Deinen eigentlichen fragen habe ich mich ja schon in "Vegetarier sind M√∂rder" ge√§u√üert (http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html), Stichwort "Zusammenarbeit": "Der √ľbliche Einwand, den Tieren sei es egal, wer sie befreie, ... Denn in eine Tierrechtsorganisation geh√∂ren, da Menschen Tiere sind und somit Tierrechte Menschenrechte implizieren, keine Rassisten, Faschisten, Sexisten, Theisten, Militaristen etc. und eben auch keine Speziesisten."

Auf einen speziellen Punkt will ich aber näher eingehen:
> Tierausbeuter sind. Im vorliegenden Fall ist es ja schon so,
> daß die Abschaffung der Jagd ein Ziel ist, von dem zu hoffen
> ist, daß es in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten erreicht
> werden kann. Die Anerkennung der Tierrechte, eine vegane
> Gesellschaft liegen da nicht in so greifbarer Nähe.

Das halte ich (hoffen kannst Du nat√ľrlich viel) f√ľr eine gewagte These. Wie kommst Du darauf, die Jagdabschaffung sei "greifbarer"?

Was haben all die vielen Jagdgener denn erreicht bisher? Meines wissen nichts.

Einzig Tierrechtler haben durch Hochsitzeums√§gen (was aber leider keinem Tier das leben rettet, sondern nur materielle Sabotage ist) die J√§ger etwas getriezt und Jagdst√∂rer haben einzelnen Tieren (zumindest vor√ľbergehend) das Leben gerettet, indem sie sich zwischen T√§ter und Opfer stellten.

Das war's.

Meines wissens gibt es nichts, was auch nur ansatzweise an eine Abschaffung der Jagd erinnert. Was als "Abschaffung der Fuchsjagd" in Englad verkauft wird, ist eine Mogelpackung, da nicht die Fuchsjagd, sondern lediglich deren "traditionenne" Form verboten ist, die F√ľchse werden weiterhin umgebracht. Und das "Jagdverbot" im Kanton Genf (siehe "Initiative f√ľr Jagdverbot"), auf das sich immer wieder so gern bezogen wird, ist ebenfalls kein Jagdverbot, sondern die Jagd wurde in die H√§nde von "gardes de l'environnement", einer Art Umweltaufseher, gelegt, und die J√§ger jubeln: "Das Beispiel des Kantons Genf, der 1974 durch einen Volksentscheid die Jagdaus√ľbung durch Private abgeschafft hat, zeigt im √ľbrigen am besten, dass ein Jagdverbot illusorisch ist. Anstatt die notwendigen Absch√ľsse durch die J√§ger durchzuf√ľhren und daf√ľr
Geb√ľhren zu kassieren, muss der Kanton diese heute durch Staatsangestellte durchf√ľhren lassen, die aus Steuergeldern besoldet werden."

Gleiches gibt f√ľr die "Pelzgegner" ("Pelz" boomt) und die "Tierversuchsgegner" (immer mehr Tierversuche).

Daher kann ich nur immer wieder betonen, wie fatal es ist, Ressourcen auf solche Randthemen zu konzentrieren (nichts gegen gelegentliche Aktionen auch dagegen), weils diese wie die Logik und die Praxis zeigen, wirkungslos verpuffen.

Hat auch nur ein einziger Jäger durch die Jagdgegner aufgehört, zu Jagen?

Hier muß auch betont werden, daß das Gros der Personenjahre und sonstigen Ressourcen in einen winzigen Bruchteil des Problems investiert werden: 99% der Ressourcen werden in 1% des Problems gesteckt (siehe auch Fazit von "Vegetarier sind Mörder").

Wie viel dagegen haben Veganismuskampagnen gebracht, und wie viel k√∂nnten sie bringen, wenn sie nicht nur von einem kleinen H√§uflein durchgef√ľhrt w√ľrden, sodnern sich alle darauf konzentrieren w√ľrden?

Um es mit Gray Francione zu sagen:
>>>
Zitat:
√úberlegen Sie, was gesch√§he, wenn die internationale Tierbewegung eine ausdauernde und einheitliche Kampagne zur F√∂rderung einer rein vegetarischen Ern√§hrung h√§tte. Stellen Sie sich vor, was getan werden k√∂nnte, wenn ein wesentlicher Teil unserer Resourcen kanalisiert w√ľrden um den Leuten bewu√ützumachen, warum sie √ľberhaupt keine Tierprodukte essen sollten. Nach f√ľnf Jahren h√§tten wir sicherlich nicht den Weltveganismus erreicht, aber wir h√§tten wahrscheinlich den Verbrauch von Tierprodukten betr√§chtlich weiter verringert als dies durch die Kampagnen "e√üt rotes Kalbfleisch" geschehen ist.
[...]
Wir erkennen an, da√ü der wichtigste Schritt, den jeder von uns hin zur Abschaffung machen kann, der ist, ein veganes Leben zu f√ľhren und andere √ľber Veganismus zu unterrichten. Veganismus ist das Prinzip der Abschaffung angewandt auf das eigene pers√∂nliche Leben, und der Konsum irgendeines Fleisch-, Gefl√ľgel-, Fisch- oder Milchprodukts oder das Tragen oder Gebrauchen von Tierprodukten ist mit der Abschaffungsperspektive unvereinbar.
<<< (http://antispe.de/txt/interviewgaryfrancione.html)

Achim

Re: Unsere neue Anti-Jagdseite ab heute im Netz: www.anti-jagd-seite.de

Autor: Tanja
Datum:
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Hallo Detlef,

> Wer an diesem neuen Gemeinschaftswerk von Jagdgegnern
> mitwirken möchte, kann dieses auch gerne tun. Er sollte die
> Jagd aber ohne Wenn und Aber ablehnen und auch dem Tierrecht
> nicht abgeneigt sein.Gute Texte von Natur-oder Artensch√ľtzern


War das nun einfach s√§√§√§√§hhhrrrr schwammig formuliert, oder meinst Du ernsthaft, da√ü Leute, die sich bei Euch einbringen wollen, nicht unbedingt Tierrechtler (eben nur "dem Tierrecht nicht abgeneigt") sein m√ľssen?


> können jedoch, unter bestimmten Bedingungen, auch auf unserer
> AJ-Seite ver√∂ffentlicht werden F√ľr aktive Jagdgegner besteht

Hm, die Bedingungen interessieren mich ja doch....


> Viel Spaß , auch noch in längerer Zukunft, an unserer
> Anti-Jagdseite. Den Jägern wird diese Seite allerdings nicht
> so schmecken. :-))


Es w√§re nat√ľrlich super, wenn die Jagd (und das ohne irgendwelche religi√∂sen Gruppierungen ;-)) abgeschafft w√ľrde - doch wei√ü ich nicht, inwiefern es ein Fortschritt f√ľr die Tierrechte sein kann, wenn man sich zu sehr mit √∂kologischen Gesichtspunkten befa√üt und dementsprechend argumentiert. Will sagen: Die Tierrechte kommen m.E. auf dieser Seite zu kurz.


> In unserem neuen AJ-Gästebuch könnt ihr ja mal Eure Meinung
> zu unserer neuen Seite posten.


Hm, habe ich ja nun hier bereits, doch fand ich es wichtig, auch hier im Forum darauf einzugehen.

Gruß

Tanja

Unsere neue Anti-Jagdseite ab heute im Netz: www.anti-jagd-seite.de

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
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Liebe Jagdgegner,
seit heute, dem 29.12.02 ist unsere neue Anti-Jagdseite im Netz und f√ľr jeden auch ohne PW erreichbar. Neben reichhaltigen News und Artikeln zur Jagd und der Jagdgegnerschaft bietet unsere neue AJ-Seite Jagdgegnern viele weitere M√∂glichkeiten. Es gibt auch einen PW-gesch√ľtzten Bereich, der von bekannten Jagdgegnern genutzt werden kann um selber Artikel oder anderes direkt auf der AJ-Webseite zu ver√∂ffentlichen. Dazu muss man nur bei Katja Autorenrechte beantragen. Daneben bietet ein neues, sehr gutes professionelles System unserer AJ-Webseite ganz neue Perspektiven, die im Laufe der Zeit auch noch weiter f√ľr Jagdgegner genutzt werden sollen. Etliche Infos und Seiten werden die n√§chsten Wochen und Monate folgen. Es lohnt sich also, immer mal wieder auf die Anti-Jagdseite zu schauen. T√§glich, aktuelle Presseartikel zum heutigen Jagdunwesen sind bei uns auch schon lange die Regel. Unser Pressearchiv umfasst aber bereits jetzt Tausende von Zeitungsberichten zu Jagdunf√§llen, Gerichtsurteilen, Haustiermord, AJ-Aktionen, u.s.w.
Wer an diesem neuen Gemeinschaftswerk von Jagdgegnern mitwirken m√∂chte, kann dieses auch gerne tun. Er sollte die Jagd aber ohne Wenn und Aber ablehnen und auch dem Tierrecht nicht abgeneigt sein.Gute Texte von Natur-oder Artensch√ľtzern k√∂nnen jedoch, unter bestimmten Bedingungen, auch auf unserer AJ-Seite ver√∂ffentlicht werden F√ľr aktive Jagdgegner besteht auch die M√∂glichkeit in unserem AJ-Netzwerk mit anderen Jagdgegnern sich auszutauschen. .

Viel Spaß , auch noch in längerer Zukunft, an unserer Anti-Jagdseite. Den Jägern wird diese Seite allerdings nicht so schmecken. :-))
Wer die Seite verlinken m√∂chte, kann von uns daf√ľr auch Banner bekommen.
In unserem neuen AJ-Gästebuch könnt ihr ja mal Eure Meinung zu unserer neuen Seite posten.



Gruß von der AJS-EfJ: Detlef Arndt



Die Anti-Jagdseite
http://www.anti-jagd-seite.de

Das offene Anti-Jagdforum:
http://www.Offenes-Anti-Jagdforum.de.vu

Anti-Jagd-Linkliste:
http://www.Anti-Jagd-Linkliste.de.vu

Zitate zur Jagd
http://www.zitate-zur-jagd.de.vu

Zitate zur Jagd: http://www.zitate-zur-jagd.de.vu

Autor: Anti-Jagd
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
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[Beitrag verschoben aus Tierrechtsforum, bitte Forenbeschreibung beachten - Moderator]

Es gibt jetzt seit kurzem eine Anti-Jagd-Zitatesammlung, die um die 300 Zitate zur Jagd umfasst. Wer bislang immer m√ľhselig nach Zitaten gesucht hat, der hat nun die M√∂glichkeit unz√§hlige Zitate zu Jagd und J√§gern auf dieser neuen Seite zu finden. Die Seite ist aber noch so neu, dass sie noch nicht mit allen Suchmaschinen zu finden ist.

Zitate-zur-Jagd:
http://www.zitate-zur-jagd.de.vu

oder alternativ:

Anti-Jagd-Zitatesammlung:
http;//www.anti-jagd-zitatesammlung.de.vu

Re: Eicher-Ini, Jagd und Universelles Leben

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Videodokumentation
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> ich hab die (noch zu verifizierende) Info, dass der

Dann verifiziere das mal. Aber: Inwiefern ist das hier relevant?

> Sektenbeauftragte der EKD selber Jäger ist bzw. Jägern auch

>>>
Das mag ja vielleicht sein (oder auch nicht, ging Fragner doch schon lang gegen UL vor, ehe es die Eicher-Initiative gab, von den angeblichen "Hinweisen" wurde jedenfalls nie wieder gehört, auch wenn die Gandow-Pressemitteilung eindeutig pro-Jagd war) - wenn, zeigt es um so deutlicher, warum u.a. schon die Nähe zu solchen explizit theistischen Individuen oder Gruppen gefährlich ist: sie liefert Jägern ebenso wie anderen Tierausbeutern, die schließlich keine Argumente gegen Tierrechte vorweisen können, hochwillkommene Munition: "Seht her, das sind alles Sektenspinner".
<<< htp://maqi.de/txt/ul

> √ľber die Hubertusmesse hinaus nahe steht (Verwandtschaft

√Ąhem, Sippenhaft?

> etc). Ein gr√ľner Tierrechtler aus dem "Dunstkreis D√ľsseldorf"

Und vielleicht UL-Sympathisant?

Es ist doch völlig irrelevant, wer es sagt: 2+2 ist 4, UL versucht (u.a. mit der Eicher-Init) die Tierrechtebewegung zu unterwandern, der Schden dadurch ist enorm. Das sind Tatsachen, die zu leugnen mindestens eine ungeheure Ignoranz erfordern.

> - Fokus der √Ėffentlichkeit weg von der UL-Initiative, am

Im Gegenteil: Fokus der √Ėffentlichkeit auf die UL-Initiative, damit klar ist, da√ü wir, die Tierrechtler, dagegen vorgehen.

> besten, indem die nicht-veganen Protagonisten dieser
> Behauptung demontiert werden

Welcher Behauptung?

> - ein offenes Auge auf die Initiativen der Jäger; ich
> f√ľrchte, dass durch das bisherige Publikum dieser
> UL/AntiJagd-Thematik entsprechende PI der Jägerschaften
> möglich sind. Gerade wurde wiedermal behauptet,
> JagdgegnerInnen sägten Leitern an und gefährdeten damt
> Jäger.... da ist die Behauptung, die Antijagd-Bewegung sei
> sektengesteuert absehbar.

Haaaaaaaaaalo, aufwachen! Das ist nicht absehbar, sondern Alltag, sowohl in Foren auls auch in Presseberichten. Ert k√ľrlich habe ich einen gelesen, in dem J√§ger explitit Kritik an irgendeiner ihrer Veranstaltungen damit abgewisen haben, da√ü sie ja von UL k√§me.

> - interne ruhige Bearbeitung der Problematik.

Intern? "Unter den Tisch kehren", wie? So nicht.

Der Polylux-Beitrag wird nicht der letzte gewesen sein, und schon deswegen m√ľssen wir daf√ľr sorgen, da√ü zuk√ľnftige Berichte nicht zur Verfilung der PM einer Konkurrenzsekte mi√üraten, sondern dort Tierrechtler zu Wort kommen.

Könnt Ihr es nicht mal endlich lassen, den Leuten eine heile Welt vorspiegeln zu wollen?

Vor ein paar Monaten wurde öffentlich, daß in Hilfsorganisationen Leute ihre Stellung benutzt hatten, um Kinder zum Sex gegen Nahrung zu zwingen (http://www.morgenweb.de/aktuell/politik/20020228_missbrauch_fluechtlingslager.html, Mannheimer Morgen;
http://www.maerkischeallgemeine.de/?loc=3_3_3&id=422250&weiter=337, Maerkische Allgemeine;
http://www.netzeitung.de/servlets/page?section=3&item=180283, Netzzeitung).

Wenn es nach Leuten wie Dir gegangen w√§re, h√§tten die Hilfsorganisationen das vertuschen m√ľssen ... aber es wurde √∂ffentlich gemacht, von der Organisationen selbst. Und das ist gut und richtig so.

> Zu letzterem Punkt m√ľssen wir uns vor Augen halten, dass
> Religion an sich so schnell nicht aussterben wird und

Klar, u.a. weil es so viele Leute gibt, die das unter dem Deckmeäntelchen falsch verstandener "Toleranz" dulden und fördern.

> ziemlich jede Kirche Dreck am Stecken hat. Die Kultur, die

Ach was? Unbd das soll ein Argument daf√ľr sein? Faszinierend.

> wir beeinflussen wollen, ist christlich geprägt. Insofern ist
> es bei einer so gegen die Lobby und das Establishment
> agierenden Angelegenheit wie "Anti-Jagd" bestimmt nicht
> schlecht, wenn die christlich geprägten Denkmuster des
> Publikums sich auch bei den Transparenten etc. wiederfinden.

Wie bitte?

Es ist im gegenteil fatal. Wenn Du meinst, Deine Staubsauger besser verkaufen zu kännen, wenn Du Heiligenbildchen draifklebst, mach das, aber laß soclchen Dreck aus den Tierrechten rasu, da hat das nichts zu suchen.

Vilelleicht liest Du mal dir UL-Brosch√ľre und die Artikelreige √ľber Bibeln und Christen.

"Weil ein großer Teilö der Bevölkerung ausländerfeindlich eingestellt ist, is es bstimmt nicht schlecht, wenn entsprechende Denkmuster sich auf Transparenten gegen das Schächten wiederfinden", was?

Widerlich.

> Da sollte es einen Dialog geben, wie das am besten bewirkt
> wird.

Es sollt endlich begriffen werden, daß das verhindert werden muß.

Achim

Re: Eicher-Ini, Jagd und Universelles Leben

Autor: Volker
Datum:
Forum: Videodokumentation
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Moin,

ich hab die (noch zu verifizierende) Info, dass der Sektenbeauftragte der EKD selber J√§ger ist bzw. J√§gern auch √ľber die Hubertusmesse hinaus nahe steht (Verwandtschaft etc). Ein gr√ľner Tierrechtler aus dem "Dunstkreis D√ľsseldorf" hat direkt nach der ersten UL-PI der EKD ein Telefonat gef√ľhrt und ist auf erschreckend jagdliches Vokabular gesto√üen.

Insofern sollte m.E. zweierlei bewirkt werden:

- Fokus der √Ėffentlichkeit weg von der UL-Initiative, am besten, indem die nicht-veganen Protagonisten dieser Behauptung demontiert werden
- ein offenes Auge auf die Initiativen der J√§ger; ich f√ľrchte, dass durch das bisherige Publikum dieser UL/AntiJagd-Thematik entsprechende PI der J√§gerschaften m√∂glich sind. Gerade wurde wiedermal behauptet, JagdgegnerInnen s√§gten Leitern an und gef√§hrdeten damt J√§ger.... da ist die Behauptung, die Antijagd-Bewegung sei sektengesteuert absehbar.
- interne ruhige Bearbeitung der Problematik.

Zu letzterem Punkt m√ľssen wir uns vor Augen halten, dass Religion an sich so schnell nicht aussterben wird und ziemlich jede Kirche Dreck am Stecken hat. Die Kultur, die wir beeinflussen wollen, ist christlich gepr√§gt. Insofern ist es bei einer so gegen die Lobby und das Establishment agierenden Angelegenheit wie "Anti-Jagd" bestimmt nicht schlecht, wenn die christlich gepr√§gten Denkmuster des Publikums sich auch bei den Transparenten etc. wiederfinden.


Da sollte es einen Dialog geben, wie das am besten bewirkt wird.

Gruß,
Volker.

Re: Eicher-Ini, Jagd und Universelles Leben

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Videodokumentation
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Es werden immer mehr, die sich von UL distanzieren. Frag mal wie viele Jagdgegner noch bei Kurts Ini aktiv mit dabei sind, die keine UL ler sind. Das sind nicht viele und die wenigen, die noch dabei geblieben sind, sind gar keine Tierrechtler. Selbst JG, die anf√§nglich ganz von der Ini begeistert waren, sind abgesprungen und kritisieren Heute Ini und UL sehr heftig. Kurts Ini werden bald nur noch Sektenleute zur Verf√ľgung stehen. Das sind keine guten Aussichten f√ľr die Ini.
Die Leute, die den vielen Unsinn √ľber UL in den Foren schreiben, haben meist gar nichts mit der AJ-Bewegung zu tun, wollen aber Jagdgegnern ihre abstrusen Vorstellungen zu UL und Ini aufdr√ľcken???

Wer schreibt so einen Unsinn √ľber Hubertusmessen in der TBa oder bei Voice??? Das m√ľssen wohl Personen sein, die vom Thema Jagd nicht die geringste Ahnung haben. Bei TB gab es aber auch schon vor Jahren diese Erkl√§rung von AKUT, in der ev. kirchliche Tiersch√ľtzer Front gegen die Hubertusmessen machten. Das gab es auch als Flugblatt und ist jetzt immer noch bei TB im Netz, siehe:

http://www.die-tierbefreier.de/jagd/hubert.htm

TB ler lesen wohl ihre eigene HP nicht, oder wie soll man sich das anders vorstellen? Uns hat man schon 2 mal aus evangelischen Kirchen bei Hubertusmessen gewaltsam herausgezerrt. Seit etwa 25 Jahren gibt es Hubertusdmessen in ev. Kirchen, Tendenz steigend. Fr√ľher gab es sie nur in katholischen Kirchen.

Wie alle UL ler, greift Kurt als Verteidigungsmittel gegen Kirchen darauf zur√ľck, dass es in Kirchen eben diesen Kindesmissbrauch gibt. Das wurde vom Sender wohl etwas abgek√ľrzt. Als Rechtfertigung f√ľr ein anderes Sektenwesen taugt so eine Bemerkung nat√ľrlich nicht.

Gruß: Detlef

Re: Eicher-Ini, Jagd und Universelles Leben

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Videodokumentation
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> Die AJ-Bewegung muss einfach noch stärker werden, damit sie
> nie mit der Sektenini verwechselt wird. Mit der klaren
> Distanzierung zu UL ist ein richtiger Schritt gemacht worden,

Naja, so klar finde ich die Distanzierung bei den meisten Personen / Gruppen nun nicht.

> doch m√ľssen noch viele andere folgen. Nun, der kirchliche
> Sektenjäger Gandow ist wie immer daneben. Nach seiner Meinung
> sind ja wohl auch die blutr√ľnstigen gl√ľckselig. Die

Ja nun, gewisse Religionsapologeten verbreiten zwar gern beispielsweise (um beim Thema Jagd zu bleiben), da√ü die evangelische Kirche keine Hubertusmessen veranstaltet - so etwa steht es in der aktuellen TBa und wohl wortgleich in der Voice in dem dort wo er nicht unsere Texte plagiiert vor Fehlern strotzenden, aber wenigstens stellenweise UL-kritischen Artikel √ľber UL und auch in einer Mail, die ich vor ein paar Tagen zu der Artikelreihe "Bibeln und Christen" bekommen habe -, aber das ist nat√ľrlich Unfug).

Bemerkenswert fand ich auch Eichers Begr√ľndung, warum UL zu akzeptieren sei: sie h√§ttet keine "Kinder gesch√§ndet oder Jugendlcihe sexuell bel√§stigt" ... nun ja, ob das so stimmt, sei mal dahingestellt, aber wenn das das einzige Ausschlu√ükriterium ist, ist klar, warum er sich nicht an der UL-Tierausbeutung, am UL-Antisemitismus, √ľberhaupt an den UL-Wahnvorstellungen st√∂rt ...

Achim

Stellung der Parteien zur Jagd

Autor: Iris
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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> Gr√ľne haben ihre pazifistische Haltung (aufgrund Machterhalt)
> verraten und die PDS hat sie zwar noch, steht aber auch
> positiv zur Jagd (nachdem was ich mitbekommen habe).

Ja, leider! Siehe z.B. http://www.pds2002.de/positionen/pruefsteine/view_html?zid=29: "Die Jagd wird von der PDS als sozialer, wirtschaftlicher und umweltregulierender Bestandteil des Lebens im ländlichen Raum angesehen."

Eine gute √úbersicht, wie die einzelnen Parteien zur Jagd stehen, findet sich ausgerechnet auf einer pro-Jagd-Seite (Deutsche Jagdzeitung) ;-) : http://www.djz.de/artikelbeitrag/artikelbeitrag_17807.html

"Jagdpolitisch lassen wir uns von der √úberzeugung leiten, dass die Jagd, wenn sie nach Kriterien der Nachhaltigkeit, der √Ėkologie und des Tierschutzes ausgef√ľhrt wird, wichtige √∂kologische und wirtschaftliche Funktionen erf√ľllt. J√§gerinnen und J√§ger sollen einen wichtigen Beitrag zum Arten- und Naturschutz leisten. Eine √∂kologisch angepasste, nachhaltige Jagd nutzt den Tierbest√§nden, der Natur ‚Äď insbesondere dem Wald ‚Äď und dem naturbeobachtenden und erholungssuchenden Menschen gleicherma√üen." (B√ľndnis 90 / Die Gr√ľnen)

"Die Politik unserer Partei hat zum Ziel, die intakte Natur zu sch√ľtzen sowie die fl√§chendeckende umweltvertr√§gliche land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Nutzung der nat√ľrlichen Ressourcen zu gew√§hrleisten. Dabei ist die Jagd nach unserer Auffassung eine legitime Nutzung der Natur und kann bei vern√ľnftiger Aus√ľbung einen wichtigen Beitrag f√ľr den modernen Natur- und Artenschutz liefern." (SPD)

"Die Erhaltung artenreicher und vitaler Best√§nde wildlebender Tiere, die Sicherung und Pflege ausreichender Lebensr√§ume, die sinnvolle Nutzung von Wildtieren und ihrer Produkte sowie die Verhinderung von Wildsch√§den, die den Belangen von Naturschutz und Land- und Forstwirtschaft zuwiderlaufen - dies sind die Kernelemente einer im Sinne der Nachhaltigkeit ausge√ľbten Jagd." (FDP)

"Wir haben bei der Aufnahme des Tierschutzes in die Verfassung darauf geachtet, dass durch diese √Ąnderung nicht in die einschl√§gigen Fachgesetze eingegriffen wird. Eine weitergehende √Ąnderung als die Erg√§nzung des Artikels 20a um die W√∂rter 'und die Tiere' h√§tte die CDU/CSU-Bundestagsfraktion nicht mitgetragen. Der jetzt getroffene Beschluss hat auf das Jagdrecht keine Auswirkungen, genauso wenig wie die Tierschutzgesetzgebung." (CDU /CSU - nur der Vollst√§ndigkeit halber, da die wohl sowieso niemand zu w√§hlen in Erw√§gung zieht ;-) )

(jeweils nur Ausz√ľge)

Demnach sind also alle mehr oder weniger gro√üen Parteien f√ľr die Jagd... ob nun als "pazifistisch" bezeichnet oder nicht. :-(

> F√ľr direkte Stoiber-Verhinderung ist die SPD vielleicht noch
> die beste Wahl (in doppeltem Sinn).

Hmmm, beim Gedanken, die SPD zu wählen sträubt sich aber alles in mir, ob es nun taktisch klug sein mag oder nicht.

Iris

Re: Getreideernte

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Ob nun J√§ger Kerkertiere oder Unfallopfer essen, stort sie eh nicht. Der Gesetzgeber verbietet ihnen ja auch nicht sich von Aas zu ern√§hren und J√§ger leben eben nach der Devise: Erlaubt ist alles, was nicht gesetzlich verboten ist und bei Sachen, die gesetzlich verboten sind, muss man nicht so dumm sein sich erwischen zu lassen. Es wurden aber auch schon J√§ger erwischt, wie sie √ľberfahrene Rehe (Fallwild) sofort f√ľr den Verzehr zerschnitten. So geschehen bei der ber√ľchtigten b√ľndener J√§gerschaft, die bei der Jagd auch schon mal ein Hausdach trafen.
Einer Bekannten von mir, schleppt ein J√§gersohn permanent √ľberfahrene Wildtiere ins Haus, die dann in der Tiefk√ľhltruhe landeten. So ein toter Fuchs lag derart eingefroren schon Jahre in der Tiefk√ľhltruhe, da man ihn ja noch pr√§parieren k√∂nnte. Nachdem er aber noch einen angefahrenen Hasen anschleppte und ihn zu einem Braten verarbeiten wollte, ri√ü ihr endg√ľltig die Geduld. Sie will nun von dem J√§gersohn und den vielen Leichen zu Hause nichts mehr wissen. Von Fleisch h√§lt sie jetzt auch nichts mehr, obwohl sie nach eigenen Angaben ja gar nicht Veganerin werden k√∂nnte. Nun, Eier i√üt sie aber auch schon nicht mehr.
Was muss man sich auch mit Jägersöhnen einlassen?

Gruß: Detlef

"Veganer - Vegetarier - - - Initiative gegen die Jagd"

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Komplementärforum
Thema öffnen
Unter diesem Titel wird derzeit ein Erguß durch diverse Mailinglisten gejagt, Absender Peter gernbacher (hapege@surfeu.de), unterzeichnet I. Lutz und P. Gernbacher.

Hier eine Antwort:
_________________________________________

>wie soll man mit den persönlichen Erklärungen oder Pressemitteilungen von Tierrechtlern /
>Tierrechtsorganisationen mit veganer Lebensweise, die sich gegen H. F. Kaplan und gleichzeitig >gegen alle Vegetarier erheben,

Siehe z.B. http://maqi.de/txt/eiundmilch.html, http://maqi.de/txt/freilandmythos.html, http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html und http://antispe.de/foren/kaplandiskussion.html.

>oder ihren Abgrenzungsbem√ľhungen, diesmal unter tatkr√§ftiger >Mithilfe der zust√§ndigen Sekten-

... oder unter gleichzeitiger Kritik an eben jenen ...

>Aufklärer der ev. Kirche, gegen die "Initiative gegen die >Jagd", weil diese durch Mitglieder des
>"Universellen Lebens" (kurz: "UL") unterwandert wäre, umgehen?

Siehe z.B. http://maqi.de/presse/ulunterwanderung.html und http://antispe.de/txt/furchtundschrecken.html.

>Nur still vor sich hin erschrecken, weinen, davonlaufen oder bloß achselzuckend erst gar nicht zur

Nein, sich informieren, zur Vernunft kommen, die Realität akzeptieren und sich von Tierausbeutern und totalitären Sekten distanzieren.

>Das scheint uns hier nicht der Fall. Wir empfinden die Angriffe gegen H. F. Kaplan, die auch >gleichzeitig gegen alle Vegetarier gerichtet sind, in allen Vorw√ľrfen als √§u√üerst daneben gezielt.
>Auch hören wir heraus, dass Veganer die besseren Tierrechtler sind oder gar, dass sie die einzig >"richtigen" Tierrechtler sind.

Welche Frage. Leute, die Rinder und H√ľhner umbringen, sind selbstverst√§ndlich keine Tierrechtler. Siehe http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html.

>Nur an diesem Punkt messen wir - zunächst - das Wirken von "UL"-Angehörigen, wenn sie >deutlich sichtbar gegen das unbeschreibliche Elend unserer Mitgeschöpfe ihre Stimme erheben.

"Nur an einem Punkt messen wir - zunächst - das wirken von NPD-Angehörigen, wenn sie deutlich sichtbar gegen das unbeschreiblcihe Elend unserer Mitgeschöpfe ihre Stimme erheben."

>abzugrenzen. Die "Initiative gegen die Jagd" hat immerhin etwas geschafft, wovon manch andere >Tierrechtsorganisation bisher nur träumt.

Welche Tierechtsorganisation tr√§ut davon, die Antijagdbewegung l√§cherlich zu machen, den √ľblichen Sektenvorwurf realit√§t werden zu lassen, den T√§tern - J√§gern wie anderen Tierausbeutern - ein Messer in die Hand zu dr√ľcken? Denn genau das ist es, was diese "Initiative" geschafft hat, wie zahlreiche Zeitungsartikel und Forenbeitr√§ge belegen.

>Nochmals zur√ľck zu Vegetarismus und H. F. Kaplan. Wir k√∂nnen dem nur zustimmen, was H. F. >Kaplan in seinen B√ľchern und jetzt in seinen Stellungnahmen zum Thema >Tierrechte/Vegan/Vegetarisch ge√§u√üert hat. Mutig und anerkennend finden wir es auch, wie er


Wer das sagt, hat die Texte nicht gelesen, nicht verstanden oder - und das ist hier wahrscheinlicher - ist Tierausbeuter (z.B. Vegetarier), der seine Taten zu rechtfertigen versucht.

>Ja genau, Achtung, Respekt, Mitgef√ľhl und nicht zuletzt Liebe gegen√ľber unseren Mitgesch√∂pfen

Den Opfern Kaplans, siehe http://maqi.de/bilder/rinder.html, http://maqi.de/bilder/hennen.html und http://maqi.de/bilder/legebatterien.html.

>einem gro√üartigen Mitstreiter f√ľr unsere Mitgesch√∂pfe - auch wenn man selbst meint, ein wenig >anders handeln zu m√ľssen.

Ein Mitstreiter, der diese "Mitgesch√∂pfe" (Tierrechtler w√ľtden statt dess religi√∂sen Unfugswortes "nichtmenschliche Tiere" sagen) mi√ühandelt und umbringt (bzw. andere daf√ľr bezahlt), um K√§sepizza und Eipanade zu fressen. Gro√üartig.

>Wir haben beim Lesen mancher Zeilen von einigen Tierrechtlern schon fast den Eindruck, dass sie >eher ideologisch, fanatisch kämpfende Zeitgenossen sind, die den Kontakt zur tierfleisch-

Fanatisch, also von religiöser Bilndheit, sind ja wohl offensichtlich die UL- und Kaplanapiologeten.

>fressenden Realität verloren oder ihn noch nie bekommen haben. Wenn wir mit Kolleginnen im

Die Realität ist hier zu sehen: http://maqi.de/bildarchiv.html.

Eine Realit√§t, f√ľr die Ideologe Kaplan und seine Mitl√§ufer mitverantwortlich sind.

>Betrieb oder mit Passanten auf der Stra√üe √ľber die Barbarei im Schlachthof reden und uns

Die von von Leuten wie Kaplan durch K√§sepizzafressen verursacht wird, weil f√ľr Ihre K√§sepizza K√§lber und K√ľhe in eben diesen Schlachth√∂fen umgebracht werden.

>vorstellen, dass wir diejenigen nicht nur vom Vegetarismus, was uns im "Schnellverfahren" leider >nicht gelingt, sondern diese Menschen gleich vom veganen Leben √ľberzeugen sollten, sie w√ľrden
>doch nur abwinken und uns mitleidig belächeln.

Die Realit√§t ist eine andere. Wer selbst T√§ter ist (oder diese hofiert) kann wohl kaum jemanden √ľberzeugen, die Bluttaten einzustellen.

Mit einer sonsequenten Pro-Veganismus-Position gelibngt dies jedoch - wie die Erfahrung zeigt. Eine Erfahrung, die Leute wie die Auptren dieses Machwerks nat√ľrlich nicht haben k√∂nnen.

>Wie viele Menschen haben den Sprung vom Fleischfresser gleich zum Veganer geschafft ...? F√ľr

Kaum jemand, schlie√ülich wird den Menschen von Tierausbeutern wie Kaplan weisgemacht, Vegetarismus sein seinvoll und n√ľtzlich.

>uns ist dieser Quantensprung auch nicht das primäre Thema oder Ziel bei den noch verbleibenden >90 bis 99,99% (...?...) tierfleisch-fressenden Artgenossen.

Selbstentlarvend: nicht die Nichtausbeutung von Tieren ist das Ziel, sondern nur eine reglementierung der Ausbeutung. Nicht die Abschaffung der Sklaverei, sondern leichtere Ketten, nicht die Schließung der KZs, sondern breitere Pritschen. Kurz: Reform statt Abschaffung. Widerwärtige Fortschreibung der MAssaker, vgl. http://antispe.de/txt/pyrrhussieg.html.

>wohl den Jägern die Munition reichen wird. Das sind Aussichten! Und womit verbringen und >verschwenden wir unsere Zeit und Energie ..?

Damit, Tierausbeutung von Leuten wie Kaplan und Wahnvorstelklungen von Leuten, die Stimmen hören, zu rechtfertigen.

>Was wir noch sagen möchten: Lasst uns doch lieber gemeinsam an dem arbeiten, was uns allen >am Herzen liegt.

Gemeinsam mit Rassisten gegen Faschisten? Gemeinsam mit T√§tern gegen T√§tern? Gemeinsam mit Brandstiftern gegen Feuer? Gemeinsam mit P√§dosexuellen f√ľr Kinderrechte?

>Und jeder soll es auch auf seine Weise tun können, mit seinen Möglichkeiten und seinen >Fähigkeiten.

Vor allem sollte jeder auf die einzig mögliche Weise das Entscheidendste tun, was jemand tun kann gegen Tierausbeutung: selbst keine Tiere ausbeuten, vegan werden statt Käsepizza fressen.

>Nur - wenn wir die Menschen mit unseren Anspr√ľchen erschrecken und somit √ľberfordern, ist

Wer ethisch denkt und handeln will, ist kaum √ľberfordert, wenn er oder sie √ľber die blutigen Konsequenzen des eigenen Handelns informiert wird und √ľber sich selbst erschrickt - sondern wird die Konsequenzen daraus ziehen und vegan werden.

>keinem "Schwein" geholfen.

Wenn wir T√§ter entschuldgen damit, da√ü ihre Opfer keine Schweine, sondern "nur" Rinder und H√ľhner sind, ist keiner Kuh und keiner Henne geholfen.

>Und dann w√ľnschen wir allen TierrechtlerInnen (uns eingeschlossen) gen√ľgend

Wenn Leute, die durch Taten und Worte (wie diese) die Tierrechte so eklatant verletzen, sich Tierrechtler zu nennen, ist das ein inflation√§rer Gebrauch des Worts, so wie beim Wort Tier"sch√ľtzer", mit dem unz√§hlige, die jene, die sie zu sch√ľtzen vorgeben, auffressen, sich schm√ľcken.

>P.S.: Dieser Konflikt vegan - vegetarisch erinnert uns an eine andere √§hnliche Erfahrung. Auf >unseren Flyer: "Vegetarische Ern√§hrung f√ľr unsere Hunde" bekamen und bekommen wir - auch von >Tiersch√ľtzern - nur beschr√§nkt Zustimmung, "weil der Hund, wie der Mensch, doch wohl Fleisch >braucht...", und von Veganern bekommen wir Kritik, weil wir u.a. auch Milchprodukte f√ľr unsere

Zurecht, werden daf√ľr doch Runder mi√ühandelt und umgebracht.

>Hunde nicht vollständig ablehnen. Aber es gibt auch die

Absurd, siehe http://veganismus.de/vegan/faq-sonstiges.html#haustiere.

Erfahrung von Menschen und Hunden, >die den ersten riesengroßen Schritt wagen - hin zu einer vegetarischen Ernährung.

Und damit Rinderausbeutung und -mord.

Fazit: Widerwärtig, obszön und absurd.

A. Stößer,
Maqi - f√ľr Tierrechte, gegen Speziesismus
--
http://veganismus.de | http://antispe.de | http://maqi.de | http://tierrechtskochbuch.de | http://antisexismus.de | http://forenwebring.de | http://achim-stoesser.de
aktuell: http://antispe.de/links/moerder.html | http://maqi.de/bilder/befreiungen.html | http://tierrechtskochbuch.de/rec/vanilleeis.html

Anekdote: Tote bei der Jagd

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Da fällt mir folgendes Erlebnis ein.

Bei einer Jagdst√∂rung fragte eine (wohl etwas unbedarfte)J√§gerin, die uns wohl f√ľr Spazierg√§nger hielt, aber eine gewisse Unruhe bemerkt hatte (vielleicht auch schon das Jagd-Ende-Hornsignal), was denn los sei.

Als eine Aktivistin ihr mitteilte, die Jagd m√ľsse abgebrochen werden, es habe einen Toten gegeben, war sie zutiefst entsetzt - w√§re sie wohl nicht gewesen, wenn sie gewu√üt h√§tte, da√ü es sich bei dem Toten um ein nichtmenschliches Tier, ein absichtliches Opfer der J√§ger, einen Rehbock o.√§. handelte ...

Speziesisten eben - im Wald wie bei [anti]vegan.de ...

Achim

TS wollen Jagd im Kanton Bern via Volksinitiative abschaffen

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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LUCHSFREVEL / Die Luchsfrevel brachten das Fass zum √úberlaufen: Im Kanton Bern wollen Tiersch√ľtzer die Jagd via Volksinitiative abschaffen. Ihr Kronzeuge ist der Kanton Genf, der Gleiches 1974 tat. Schon vor Zustandekommen sind hitzige Gefechte absehbar.

Hitzige Debatte programmiert: Tiersch√ľtzer wollen Luchsjagd verbieten. (buwal)


sda. ¬ęArmi Sieche¬Ľ seien die J√§ger. Vor der Jagd glichen sie ¬ęDrogenkranken auf Entzug¬Ľ. Nach dem ersten Abschuss, wenn sie dem toten Tier den ¬ęgr√ľnen Bruch¬Ľ ins Maul gestopft und ihre Tat ¬ęmit ihrer verlogenen Folklore verbr√§mt¬Ľ h√§tten, sei ihre ¬ęMordlust¬Ľ f√ľr kurze Zeit gestillt¬Ľ.

Solcherart an den Karren f√§hrt den 2700 Berner J√§gern der 68-j√§hrige Ernst Tschanz, Ex-Redaktor der Schweizerischen Gewerbezeitung. Er sammelt seit Dezember Unterschriften mit Privatpersonen und kleineren, teils mit militanten Aktionen bekanntgewordenen Tierschutzorganisationen wie Animal Peace. Ziel: Die Abschaffung der ¬ęHobbyjagd¬Ľ im Kanton Bern.

SVP-Mann als Jagd-Abschaffer

In Rage brachten Tschanz die mindestens f√ľnf illegalen Luchst√∂tungen, die im Bernbiet seit 1999 noch immer unges√ľhnt sind: ¬ęMit ihrem Verhalten gegen√ľber dem Luchs haben die J√§ger das Fass zum √úberlaufen gebracht¬Ľ. Noch immer koche das Volk vor Wut, die Unterschriftensammlung laufe ¬ęwie geschmiert¬Ľ.

Pikantes Detail: Tschanz ist als Berner mit Wohnsitz im ¬ęSVP-Kanton¬Ľ Bern Mitglied der Z√ľrcher SVP. Als solches l√§sst er an der obersten Berner J√§gerin, SVP-Regierungsr√§tin Elisabeth Z√∂lch, keinen guten Faden.^

Zölch in der Schusslinie

Z√∂lch habe ¬ęAngst vor den J√§gern¬Ľ und tue ¬ęalles, damit diese nichts zu bef√ľrchten haben¬Ľ. Gleiches gelte f√ľr die √ľbrigen politisch Verantwortlichen und f√ľr die Berner Justiz, welche die Luchs-Verfahren verschleppe.

F√ľr die Abschaffung der Berner Patentjagd f√ľhrt Tschanz Genf als Kronzeugen an. Dort ist die Jagd seit 1974 verboten, und wie in Genf m√∂chten die Initianten den Berner Wildbestand mit staatlichen Wildh√ľtern kontrollieren, wenn n√∂tig unter Mithilfe ausgesuchter Milizj√§ger.

Pro Natura und WWF abseits

Die Genfer Bilanz zum vom WWF mitinitiierten Jagdverbot ist positiv; hervorgehoben wird etwa, dass der Kanton mit der Abschaffung zu einem Paradies f√ľr Wasserv√∂gel geworden sei.

Trotzdem wollen im Kanton Bern die Regierung und auch die grossen Naturschutzorganisationen nichts von einer Jagd-Abschaffung wissen. Genf k√∂nne nicht eins zu eins auf den Gebirgskanton Bern √ľbertragen werden, lautet der Tenor.

Pro Natura-Kantonalpräsident Peter Bieri verweist auf ein Grundsatzpapier seiner Organisation, das eine nachhaltige Bejagung als richtig erachtet und etwa eine wirksame Bekämpfung der Wilderei fordert. Pro Natura setze auf eine Partnerschaft mit den Jägern, auch wenn diese zeitweise ins Zwielicht geraten seien.

Regierungsr√§tin Z√∂lch betont, die Initiative bedeute ¬ęein Mehrfaches an Kosten¬Ľ und sei schon deshalb f√ľr den finanzschwachen Kanton Bern nicht realisierbar. ¬ęJeglicher sachlichen Grundlage¬Ľ entbehre die Kritik an ihrer angeblichen Protektion der J√§gerschaft.

Nervöse Jägerschaft

Bei den J√§gern hat indessen schon fr√ľh Nervosit√§t um sich gegriffen. Entweder werde von allen J√§gern das Gesetz befolgt, oder man riskiere ¬ędas Ende der Berner Jagd¬Ľ, heisst es zum Thema Luchs und Jagdverbot sinngem√§ss in einem intern publizierten Artikel des kantonalen Jagd- und Wildtierschutzverbands.

Pr√§sident Werner Liebi will von Nervosit√§t nichts wissen und betont, der Aufruf sei ¬ękein Schuldeingest√§ndnis¬Ľ. Bisher sei ¬ęnoch kein J√§ger verurteilt worden¬Ľ sagt Liebi und geht zur Offensive √ľber: Er glaube nicht, dass das ¬ętiefe Niveau¬Ľ der Jagdabschaffer im Volk ankomme.

Schmähbriefe und durchstochene Pneus

Initiant Tschanz kontert mit durchstochenen Pneus seines Autos, n√§chtlichem Telefonterror durch J√§ger und ¬ęSchm√§hbriefen mit den √§rgsten Schl√§mperligen¬Ľ, die er erhalte. Dies sei der Beweis der Nervosit√§t in der J√§gerschaft, die merke, dass die angebliche Legitimation f√ľr ihr Hobby zunehmend kritisch hinterfragt werde.


Redaktion: Michael Fankhauser


19.12.01 www.Bund.ch

http://www.bund.ch/ebund.asp?SOURCE=/news/eBund/REGION/100505.HTML

Fuchs verendete qualvoll in der Falle

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Spaziergängerin fand in Gräfrath das Tier / Kind hätte beim Spielen in die Falle geraten können

(RP). Schrecklicher Fund in Gräfrath: Eine Spaziergängerin aus der Nachbarschaft entdeckt an der Kreuzung des Wanderweges in der Nähe des Rathlandes einen Fuchs. Er steckt in einer Schlagfalle fest, hat sich seit Stunden das rechte Pfotengelenk bis auf die Knochen aufgescheuert. Das Tier lebt noch. Die Frau verständigt den Jagdaufseher, der den Fuchs sofort von seinen Qualen erlöst.

"Wir suchen den, der so etwas verursacht hat." Entsetzt √§u√üerte sich Amtstierarzt Ernst-Otto Muhs gestern gegen√ľber der Morgenpost. Nicht auszudenken, wenn Kinder beim Spielen in die Falle ger√§ten w√§ren. Auch Spazierg√§nger h√§tten hineintreten k√∂nnen. Durch das trockene Herbstlaub w√§re sie perfekt getarnt. Ebenso h√§tte nat√ľrlich ein Hund beim Spaziergang leicht mit seinen Pfoten in die Falle kommen k√∂nnen.

F√ľr den Amtstierarzt ist der Fallensteller mehr als ein gewissenloser Mensch. "Das ist brutal! Das ist Rohheit!" Muhs geht jedenfalls davon aus, dass der Unbekannte genau wusste, was er anrichtet. "Das war Vorsatz!" Denn die Schlagfalle war mit einem kleinen Draht festgebunden gewesen. Der Fuchs h√§tte sie also nicht wegschleppen k√∂nnen. Er hatte sich nicht nur sein Fell aufgescheuert, sondern Muskulatur und Sehnen bis auf die Knochen durchtrennt.

Wegen Tierqu√§lerei ist jetzt Strafanzeige gestellt worden. Schlagfallen sind in Deutschland strikt verboten. Selbst J√§ger d√ľrfen sie nicht benutzen. Die in Gr√§frath eingesetzt Falle wurde als Beweismittel gesichert. Au√üerdem wurden Fotos von dem Fuchskadaver gemacht. So einen drastischen Fall hat Ernst-Otto Muhs bisher jedenfalls noch nicht erlebt.

"Ich denke, der Fuchs ist gegen drei oder vier Uhr in der Fr√ľh in die Falle geraten." Nach den Verletzungen an der rechten Pfote zu urteilen, muss das Tier vier oder f√ľnf Stunden qualvoll in der Falle gesteckt haben. Gegen 10 Uhr am vorgestrigen Donnerstag hatte der Jagdaufseher das von ihm erlegte Tier ins Veterin√§ramt an der Raffaelstra√üe in Wald gebracht.

√úber die Motive des Fallenstellers kann der Amtstierarzt nur spekulieren. "Ich nehme an, jemand hatte die Nase voll, dass seine H√ľhner vom Fuchs gefressen wurden."

Von G√úNTER TEWES

25.11.01 RP-Online.de

Jäger erschießt zahmen Fuchs

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Jäger erschießt zahmen Fuchs
Besitzer stellen StrafanzeigeJäger

Sybille Klages und ihr Mann Klaus haben Strafanzeige gegen den Jäger Werner Bosch gestellt. Dieser hatte angeblich den zahmen Fuchs des Ehepaars erschossen.

Begr√ľndet hat Klaus Klages die Anzeige mit Umweltverschmutzung und Trinkwassergef√§hrdung im Quellgebiet. Der J√§ger soll den toten Fuchs die Magfall-Leiten hinunter geworfen haben

Die Klages hatten den Fuchs im Fr√ľhjahr halb verhungert aufgelesen, ihn "Stella" getauft und ihn aufgep√§ppeltl.


25.11.01 Merkur-Online.de

Jagd nach Zierfischen kostet Tauchern das Leben

Autor: Detlef
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Aquarianer bedrohen Umwelt

Cotovelo do Xingo (rpo). Aquarienliebhaber in aller Welt sind mitverantwortlich f√ľr den Run auf die kleinen gestreiften Fische im Amazonas. Die unerbittliche Jagd auf die kaum daumenlangen Zebrafischchen der Gattung Callichthyidae inmitten des Amazonas-Gebietes Brasiliens kostet j√§hrlich einigen Tauchern das Leben und tr√§gt mit zur Zerst√∂rung der Biodiversit√§t des Regenwaldes bei.

Die kleinen Fische sind bei Sammlern in aller Welt so begehrt, dass sie in Japan einen Preis bis zu 670 Euro erreichen.

Mehr als 400 Taucher versammeln sich zur Zeit in einem kleinen Ort Nahe der Stadt Altamira in der Provinz Para. Die Zeit ist g√ľnstig, da das Ende der brasilianischen Trockenzeit naht, berichtet das Cotovelo do Xingu Journal. Die Taucher, die teilweise ohne Maske und Schnorchel immer tiefer tauchen, um die Fische zu fangen, erleiden h√§ufig Trommelfell-Perforationen und andere Ohr-Erkrankungen.

"Diese Art nach den Fischen zu fangen ist schmerzhaft und gef√§hrlich, und die Taucher m√ľssen daf√ľr den h√∂chsten Preis bezahlen", so Antonio Melo, regionaler Repr√§sentant des Brazilian Institute for the Environment and Renewable Natural Resources, einer Organisation, die versucht, Umwelt- und Artenschutz durchzusetzen. Alleine im vergangenen Jahr wurden drei t√∂dliche Tauchunf√§lle bekannt. Melo beklagt jedoch die eingeschr√§nkten M√∂glichkeiten seines Handelns.

Als Währungsmittel verwendet

Ein guter Fischf√§nger verdient bis zu 135 Euro pro Woche. Ein herk√∂mmlicher Arbeiter schafft im Durchschnitt einen Monatslohn von 85 Euro. In der Zwischenzeit sind die Fische bereits so selten geworden, dass sie in der einsamen Gegend als W√§hrungsmittel verwendet werden. Der Umtauschkurs in den kleinen General Stores betr√§gt rund 4,5 Euro f√ľr einen Fisch. "Die Marge beim Profit ist obsz√∂n. Sie entspricht der von Kokain", meint Horacio Higuchi, Fischexperte am Emilio Goeldi Museum in Belem. Bisher haben alle Versuche, den Handel mit den Aquarienfischen lahmzulegen, fehlgeschlagen. "Das offizielle Verbot hat zu einer Verlagerung auf den Schwarzmarkt gef√ľhrt. Die Leute, die hier mitmischen, sind aufgrund der gro√üen Gewinne skrupellos."

In der Zwischenzeit sind auch die Flussgegenden von Tapajos und Trombetas als neue Fischgr√ľnde entdeckt worden, berichtet Bruno Kempner, Vorsitzender einer lokalen Umweltschutzgruppe. Durch die Vielzahl der Taucher fl√ľchten die Tiere in immer tiefere Gew√§sser. Das sei schlussendlich aber besonders f√ľr die J√§ger selbst gef√§hrlich.

Pressetext.Austria 6.11.01

WWW: http://www.bbv-net.de/news/wissenschaft/2001-1106/zierfische.html

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Mit Gruß von der AJS-EfJ: Detlef

Das Anti-Jagdforum: http://www.Anti-Jagdforum.de.vu
Das offene Anti-Jagdforum: http://forum.foren-net.de/ajfajsefj/
Anti-Jagd-Linkliste: http://www.Anti-Jagd-Linkliste.de.vu

"Initiative zur Abschaffung der Jagd" und UL

Autor: Andreas2
Datum:
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>Wie ich gerade gehört habe, handelt es sich bei den Veranstaltern dieser Demo in Wahrheit um "Universelles Leben", weiß jemand genaueres?

Es spricht IMHO einiges daf√ľr, dass es sich bei der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" um eine von vielen Tarnorganisationen von UL handelt.

Auf der Seite http://www.abschaffung-der-jagd.de/index.html kann man eine Brosch√ľre mit dem Titel "Der Lust-T√∂ter" bestellen. "Der Lust-T√∂ter" kann wie auch der "Der Folterknecht und der Schl√§chter" online (http://www.brennglas.com) beim Verlag "Das Brennglas" gelesen werden.

In beiden Brosch√ľren werden die beiden gro√üen Kirchen und deren Moral bez√ľglich Tiere stark kritisiert ("Kirchlich gef√∂rderte Tiert√∂tung", ...), jedoch im Gegenzug darauf hingewiesen, dass dies nicht wirklich "christliches Gedankengut" sei.
"Das millionenfache Tierleid ist also nicht zuletzt darauf zur√ľckzuf√ľhren, dass die Kirchen nicht christlich sind. Die Kirchen sind katholisch oder lutherisch. W√§ren sie christlich - st√ľnden sie also in der Nachfolge Christi - m√ľssten die Tiere heute nicht so leiden. "
"Jesus von Nazareth setzte sich in seinem Leben f√ľr die Tiere ein ... Konsequenterweise waren die ersten Christen Vegetarier."

Ein Argumentation wie wir sie bereits von Universelles Leben gewöhnt sind. (Siehe etwa http://www.universelles-leben.org/deutsch/prophetie/prophet_16.html)

Interessanterweise werden f√ľr derartigen Unfug auf UL-Seiten und der Lustt√∂ter-Brosch√ľren teilweise die gleichen Belege verwendet.

http://www.das-friedensreich.de/de/ausgaben/01_06/vegetarier.html
Es ist wieder der ¬ĽKirchenvater¬ę Hieronymus, der hierzu Bemerkenswertes schreibt. Er schl√§gt den Bogen von der Sintflut bis zum Kommen von Jesus und erkl√§rt: ¬ĽDer Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden S√§fte des Tierfleisches in den Mund gestopft; wie man in der W√ľste dem murrenden, sinnlichen Volk Wachteln vorwarf. Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erf√ľllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verkn√ľpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen¬ę (Adversus Jovianianum I, 30). Jesus von Nazareth hat den Schmerz der Tiere gesp√ľrt, die auf die Schlachtb√§nke der Menschen gelegt werden.


http://www.brennglas.com/lust_toeter/jesus.html
¬ĽKirchenvater¬ę Hieronymus, welcher vom Papst die Aufgabe erhalten hatte, aus den vielen verschiedenen √ľberlieferten - teilweise h√∂chst widerspr√ľchlichen - Evangelien die Bibel zu schreiben, sagt dazu Bemerkenswertes: ¬ĽDer Genuss des Tierfleisches war bis zur Sintflut unbekannt; aber seit der Sintflut hat man uns die Fasern und die stinkenden S√§fte des Tierfleisches in den Mund gestopft... Jesus Christus, welcher erschien, als die Zeit erf√ľllt war, hat das Ende wieder mit dem Anfang verkn√ľpft, so dass es uns jetzt nicht mehr erlaubt ist, Tierfleisch zu essen.¬ę (Adversus Jovianianum I, 30).


Derartige √úbereinstimmungen sind auch keineswegs Zufall. Im Impressum vom Verlag Das Brennglas (http://brennglas.com/impressum.html) wird German Murer, ein aus anderem Zusammenhang gut bekannter UL-Mann, als Ansprechpartner angegeben.
German Murer ist bekanntlich u.a. UL-Redakteur, Mitkl√§ger der von UL initierten Klage zur Einstufung der Bibel als jugendgef√§hrdende Schrift und Sprecher der Initiative ¬ĽEin Mahnmal f√ľr die Millionen Opfer der Kirche¬ę - ebenfalls ein UL-Tarnorganisation - ...

Die Sache ist somit eindeutig. Prim√§res Ziel der "Initiative zur Abschaffung der Jagd" ist es wohl, weitere Gesellschaftskreise mit UL-Gedankengut zu infiltrieren und neue Mitglieder zu werben, Tierschutz oder gar Tierrechte spielen - wenn √ľberhaupt - lediglich eine sekund√§re Rolle.

mfg,
Andreas

Universelles Jagd - und Badeleben

Autor: Tanja
Datum:
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>Wie ich gerade gehört habe, handelt es sich bei den Veranstaltern dieser Demo in Wahrheit um "Universelles Leben", weiß jemand genaueres?
>
>Achim

Der Initiator dieser AJ-Demo ist der Schweizer Kurt Eicher, welcher auf seiner Seite abschaffung-der-jagd.de auch die Brosch√ľre "Der Lustt√∂ter" vom Verlag "Das Brennglas" bewirbt. Diese Brosch√ľre wiederum enth√§lt mindestens einmal pro Seite das Wort "Urchrist" und wird au√üerdem von Anh√§ngern des UL verteilt. Ein Interview mit Kurt Eicher w√§hrend der Demo kann man sich direkt auf der Seite des UL-eigenen Senders "Radio Santec" anh√∂ren *g√§hn*, sonst darf hier eigentlich nur die "Prophetin" sprechen...

Gibt man Kurt Eicher in eine Suchmaschine ein, st√∂√üt man schnell auf die "Waikiki"-B√§der, die von irgendwelchen dubiosen Firmen mit staatlicher finanzieller Unterst√ľztung in Millionenh√∂he erbaut werden, meist ein angegliedertes "Therapie- und Heilzentrum" haben und aus der Schweiz gelenkt werden. Hier√ľber gab es mal einen Bericht bei Wiso, der gr√∂√ütenteils von einem bestochenen B√ľrgermeister und verschwundenen Millionen handelte.

Je mehr man sich mit diesem Laden beschäftigt, desto spannender wird es ;-).

Gruß

Tanja

Themenabend zur Jagd: Heute bei Arte um 20, 45 Uhr!!!!

Autor: Detlef
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Liebe Jagdgegner!

Heute Abend um 20,45 Uhr gibt es bei Arte den Themenabend zur Jagd, der im September wegen den Terroranschlägen ausfiel. Unbedingt anschauen und wenn möglich auf Video aufnehmen.

20.45 Uhr - 20.47 Uhr:
arte Themenabend: Im Jagdfieber
Einf√ľhrung

20.47 Uhr - 21.45 Uhr:
arte Mit den Jägern auf der Pirsch
Ansichten von Jägern und Jagdgegnern; Dokumentation von
Philippe Lespinasse, Frankreich 2001

21.45 Uhr - 22.35 Uhr:
arte Jagd: Ein Familienerlebnis
Elchjagd in Norwegen; Dokumentation von Svein Andersen,
Dänemark 2000


22.35 Uhr - 23.05 Uhr:
arte Der Jäger
Dokumentarfilm von François Reichenbach, Frankreich 1971

Mit Gruß von der AJS-EfJ: Detlef

Das Anti-Jagdforum: http://www.Anti-Jagdforum.de.vu

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Berlin 13.10. Demo gegen die Jagd

Autor: Detlef
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 18.09.01 (22:55 Uhr) von der Moderation √ľberarbeitet!

[Beitrag verschoben aus Tierrechtsforum - Moderator]

Mehr Infos dazu gibt es bei der Initiative zur Abschaffung der Jagd aus Heilbronn:

http://www.abschaffung-der-jagd.de/


Mit Gruß von der AJS-EfJ: Detlef


Das Anti-Jagdforum: http://www.Anti-Jagdforum.de.vu

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Re: Re: Demo in Berlin ( Initiative zur Abschaffung der Jagd

Autor: CANIS
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
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>Vegane, will ich doch hoffen? Es wäre ja nun reichlich unsinnig und kontraproduktiv, gegen die Jagd (ein paar hunderttausend Opfer jährlich) zu demonstrieren und Nichtveganismus (mit ein paar Millionen Opfern) zu fördern.
>
>
>Achim

------------
-> Ich habe wegen der Suppe angefragt und folgende Antwort bekommen :
Marion

---
Hallo!

Das S√ľppchen ist nat√ľrlich vegan. Genaue Infos zum Protestmarsch gibt's bei der Heilbronner Initiative zur Abschaffung der Jagd auf www.abschafffung-der-jagd.de

Herzliche Gr√ľ√üe,

Silke

Re: Demo in Berlin ( Initiative zur Abschaffung der Jagd)

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
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>Kundgebung. Eine gro√üe Feldk√ľche schenkt im Anschluss kostenlos >vegetarische Hokkaido-Suppe an alle Teilnehmer aus.

Vegane, will ich doch hoffen? Es wäre ja nun reichlich unsinnig und kontraproduktiv, gegen die Jagd (ein paar hunderttausend Opfer jährlich) zu demonstrieren und Nichtveganismus (mit ein paar Millionen Opfern) zu fördern.


Achim

Demo in Berlin ( Initiative zur Abschaffung der Jagd)

Autor: CANIS
Datum:
Forum: Aktionen und Kontakte
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Hinweis: Dieser Beitrag wurde am 10.09.01 (13:09 Uhr) von der Moderation √ľberarbeitet!

[verschoben aus Tierechtsforum -Moderator]

Hallo!

Wir planen gerade zusammen mit Kurt Eichler, dem Initiator der "Initiative zur Absschaffung der Jagd" die Demo in Berlin am 13.10. Der Protestmarsch beginnt um 11 Uhr am Alexanderplatz, f√ľhrt durc die karl-Liebknetcht-stra√üe, Unter den Linden, durch das Brandenburger Tor, die Ebertsstra√üe und endet vor dem Bundestags- (Reichtags-) Geb√§ude. dort gibt es dann eine kleine Kundgebung. Eine gro√üe Feldk√ľche schenkt im Anschluss kostenlos vegetarische Hokkaido-Suppe an alle Teilnehmer aus.

Es ist zwar ein bisschen weit f√ľr Euch, aber wir w√ľrden uns nat√ľrlich total freuen, wenn ihr (gerne busweise...) kommt.


Kontaktadresse : kosmo.buha@t-online.de

Marion


Themenabend zur Jagd, Arte-- Do. .20.9- ab 20.45Uhr

Autor: Detlef
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Unbedingt ansehen!!!
Am Donnerstag den 20.9.01 ab 20.45Uhr bringt Arte im Themenabend viele Sendungen und Filme zum Thema Jagd und Jäger. Siehe:

http://www.arte-tv.com/cgi/prog/dprgjour?date=1.5&vecteur=DPD

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20.45 Fernsehfilme/Serien 98 MIN. VPS 20.45

DIE TOTENGLOCKE

Der Roman, der dem Film als Vorlage diente, erscheint 2001 in deutscher Sprache mit dem Titel "Die Totenglocke". Die Handlung spielt Anfang der 60-er Jahre in einer Waldgegend. Eine Gruppe von Jägern trifft sich wie jedes Jahr zur Jagd. In feucht-fröhlicher Stimmung feiert man das Wiedersehen und trifft die Jagdvorbereitungen...

22.25 Dokumentationen 58 MIN. VPS 22.25

MIT DEN J√ĄGERN AUF DER PIRSCH

Was wollen J√§ger eigentlich? Wer sind diese seltsamen, gr√ľn gekleideten M√§nner mit Gewehr? Ger√ľchten zufolge streifen sie das ganze Jahr lang durch die W√§lder und feuern in ihrem uners√§ttlichen T√∂tungsdrang auf alles, was sich bewegt - bis es kein Reh und keinen Vogel mehr gibt...

23.25 Dokumentationen 45 MIN. VPS 23.25

JAGD: EIN FAMILIENERLEBNIS

In einem wundersch√∂nen norwegischen Wald geht eine ganze Familie auf Elchjagd. Ole und Mona sind junge Z√ľchter. Ole ist vor allem einer der besten J√§ger weit und breit. Mona, die fr√ľher tiefe Verachtung f√ľr die Jagd empfand und die Aush√§usigkeit ihres Mannes wohl oder √ľbel hinnehmen musste, hat sich zur leidenschaftlichen J√§gerin entwickelt...

00.10 Dokumentationen 26 MIN. VPS 00.15

DER J√ĄGER

Bevor er Republikaner wurde, schlug sein Herz rechts. Reich, gebildet, guter Klavierspieler - der alte adelige Gutsbesitzer hat sein Jagdrevier und seine L√§ndereien fest im Griff. Mit J√§gern und Hunden zieht er los wie ein Soldat. Die Jagd als √§sthetisch-k√ľnstlerische Inszenierung, als eine Form der Lebenskunst - das hat zugleich komische, emp√∂rende und ergreifende Z√ľge.



Mit Gruß von der AJS-EfJ: Detlef


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Re: Re: Re: Re: Abschaffung der Käfighaltung

Autor: Detlef
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Die Subventionierung von alternativen Tiermissbrauch ist ja nun auch der nächste Horror. Dazu kommt wohl noch der schweizer Effekt, dass bei einem landesweitem Verbot der Käfighaltung, die Leute eben die Eier aus dem Ausland kaufen und essen.

Sollte es aber tats√§chlich auch mal mehr wirkliche Freilandhaltungen geben, so erh√∂ht dieses auch den Jagddruck auf die Beutegreifer, die eben auch gerne mal einige Zuchttiere verspeisen, was ihnen die Z√ľchter meist sehr √ľbel nehmen. Auf so etwas steht die Todesstrafe. So werden oft Fuchs, Greifvogel, Wolf und Luchs nur deshalb abgeschossen, weil sie sich eben an H√ľhnern, G√§nsen, Schafen u.s.w. bedienen.
Ein vegane Lebensweise mit dem Verzicht auf Tierhaltungen nutzt also auch den Wildtieren.

Keine Fische mehr zu essen beendet auch die Jagd auf Seehunde, Kormorane, Fischotter u.s.w..

Insgesammt finde ich ja gut, dass Frau K√ľhnast etwas bewegen will, nur eben ist jede Mark, die f√ľr alternativen Tiermissbrauch in Subventionen gesteckt wird, auch eine Mark gegen vegane, umweltgerechte Produkte, die eben nicht derart subventioniert werden.

Detlef


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Warum keine Veganer in Sendungen √ľber Veganismus

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Videodokumentation
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> Ich verstehe einfach nicht wie es möglich ist, dass in einem
> Film √ľber Veganismus keine Veganer vorkommen. Stattdessen nur
> Leute die mit "Veganismus" (gemeint ist pflanzenbasierende
> Modediät und moderner Gesundheits-Lifestyle) Geld machen
> wollen.

Das ist ja grade Sinn der Sache (gegen Veganismus), gemäß der vor einem viertel Jahrhundert initiierten Strategie gegen Aktivismus.

Da wurde von einem Experten der Tabaklobby der amerikanischen Rinderz√ľchtervereinigung ein Konzept zur Bek√§mpfung des Aktivismus vorgestellt. Er unterteilte die Aktivisten in vier Gruppen:
1. "Radikale" (die das System verändern wollen)
2. "Idealisten" (die altruistisch sind, jedoch nicht so extrem in ihren Methoden und Forderungen)
3. "Realisten" (pragmatische Inkrementalisten, die innerhalb des Systems arbeiten)
4. "Opportunisten" (motiviert durch Macht-, Erfolgs- und Ber√ľhmtheitsstreben)
Seine Strategie: Isoliere die Radikalen, mache Idealisten zu Realisten, f√∂rdere(!) die Realisten (denn die schaden nicht). Den Opportunisten gen√ľgt ohnehin der Anschein eines Teilerfolgs. Zitat: "The realists should always receive the highest priority in any strategy dealing with a public policy issue . . . If your industry can successfully bring about these relationships, the credibility of the radicals will be lost and opportunists can be counted on to share in the final policy solution."

Und entsprechend werden in den Medien praktisch nur die "Realisten" (und die "Opportunisten") pr√§sentiert, ob Hildmann. Peta oder M√∂rderbund oder die √ľblichen Noname-Di√§tpraktizierer.

Achim

PS: Neulich habe ich eine Sendung gesehen √ľber ein "Experiment", eine Zwangs-WG von "Veganern" und Leichenfressern. Eine "Veganerin" a√ü "ab und zu Fleisch"; ein "Veganer" war "Rohk√∂stler" und schw√§rmte penetrant von "Wildkr√§utern"; usw. Entsprechend "sahen" sie dann auch "ein", dass, wie die J√§gerin ihnen klarmachte, Jagd notwendig sei, und hatten Pollmer, der zu Besuch war, nicht das geringste entgegenzusetzen (w√§hrend jeder, der auch nur ein paar Monate wirklich vegan ist, beide nat√ľrlich in der Luft h√§tte zerfetzten k√∂nnen).

Nadel im Misthaufen: Jagdpropagandist √ľber Richard David Precht

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Florian Asche ist Jagdrechtsexperte der Deutschen Jagdzeitung, schreibt f√ľr die Magazine ‚ÄěJaeger‚Äú und ‚ÄěWild und Hund‚Äú, hat diverse B√ľcher ver√∂ffentlicht, unter anderem ‚ÄěJagen, Sex und Tiere essen ‚Äď die Lust am Archaischen‚Äú , ‚ÄěJagd und Stiftung‚Äú oder ‚ÄěTiere essen d√ľrfen ‚Äď Ethik f√ľr Fleischfresser‚Äú.
Zum Philosophen Richard David Precht, genauer dessen neuestem Werk "Tiere denken", schreibt er:
Zitat: Mit seinem Buch √ľber Tierrechte verabschiedet sich der Steak-Freund Richard David Precht aus der ernsthaften Debatte √ľber das Verh√§ltnis von Mensch und Umwelt. [...]

Schlimmer ist jedoch, dass der Autor auf seinem Stammgebiet, der Ethik, v√∂llig versagt. Die mit der Jagd verbundene Lust sei pervers, so schreibt der Steak-Esser Precht. Die Lust, Fleisch zu essen, sei jedoch moralisch weniger anst√∂√üig als die Lust, das Fleisch vorher durch T√∂ten zu gewinnen. Dieses Argument ist, man muss es so deutlich ausdr√ľcken, dumm.
In beiden F√§llen ist Lust das Motiv f√ľr den Tod des Tieres

[...] Auch im Hinblick auf das ‚ÄěSelbst‚Äú des T√∂tens ist Precht kein Vorbild. Er √ľberantwortet diesen blutigen Hintergrund seiner eigenen Lust an Fremde. An den Koch, den Schlachter, den Tierz√ľchter. Sie alle √ľben einen Beruf aus, der auf dem T√∂ten von Tieren basiert. [...]

Auch ihr Tun ist also von Lust geprägt. Precht versteckt sich hinter der Verantwortung dieser Menschen, wenn er sich als den moralisch besseren Nur-Genießer darstellt. Er ist ein Konsumtäter, der mit seiner EC-Karte tötet. Als Philosoph hat er sich damit demontiert.
http://www.focus.de/wissen/experten/florian_asche/die-debatte-tiere-denken-philosophen-auch_id_6155399.html

Achim

Jagdbef√ľrworter: Precht ist wie Hitler, weil er die Jagd einschr√§nken will

Autor: Angry Bird
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Zitat: Und radikal ist Precht tats√§chlich. Er w√ľnscht sich Antibabypillen als Mittel der Wildbestandsreduzierung oder wenigstens das ausschlie√üliche Jagdrecht f√ľr professionelle F√∂rster, eine Idee, die vor ihm schon der Tierfreund Adolf Hitler hatte. Private J√§ger sollten dann nur noch mit Farbkugeln auf Tiere schie√üen d√ľrfen.
"Tiere denken. Philosophen auch?"
http://www.focus.de/wissen/experten/florian_asche/die-debatte-tiere-denken-philosophen-auch_id_6155399.html

Re: normale H√ľhner - Eier

Autor: Tobi
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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>
> Dazu hätte ich zwei Fragen. 1) Wo ist die wissenschaftliche
> Quelle dazu? Ich habe einem Bauern nämlich davon erzählt, der
> mich dann als naturfremde Spinnerin abgetan an, dass ich
> denke, ein normales Huhn läge ca. 6 Eier. :-( Bei wikipedia
> steht, dass das Bankivahuhn, das durch Z√ľchtung das heutige
> "Haushuhn" ist, 2mal im Jahr 6-12 Eier legt.


Dazu mal eine Gegenfrage, die Dir helfen soll, die Antwort selbst
zu finden:

Was denkst Du, welche H√ľhner ein Bauer gefangenh√§lt und f√ľr seine
Bereicherung ausbeutet?
a) H√ľhner, welche seit Jahrzehnten gezielt dazu gez√ľchtet worden sind, um m√∂glichst effizient benutzt werden zu k√∂nnen? So effizient, dass sie dazu nur etwa gut 1 Jahr in der Lage sind und dann ermordet werden.
b) H√ľhner, die etwa so viele Nachkommen (und damit Eier) hervorbringen, wie bei V√∂geln dieser Art urspr√ľnglich √ľblich?

"Naturfremd" passt also eher auf....?



> 2)Was bedeutet "bei Verlust durch √§u√üere Einfl√ľsse"? Ist
> damit der Verlust der Eier gemeint? Also z.B. wenn jemand die
> Eier klaut, dann legt die Henne sozusagen Eier nach?

Bingo!

Wenn ein paar Eier bspw. einem Fuchs zum Opfer fallen oder eben einfach kaputt gehen, weil sie vielleicht an einem Stein angeschlagen sind ( -> √§u√üere Einfl√ľsse), k√∂nnen diese Verluste teilweise ausgeglichen werden. √Ąhnlich bei vielen anderen Spezies. Erh√∂ht sich der Selektionsdruck (etwa durch eine erh√∂hte Sterblichkeitsrate durch Nahrungsmangel oder durch Rumballern aus Spa√ü), ist eine h√§ufige Reaktion eine erh√∂hte Geburtenrate um den √§u√üeren Einfl√ľssen entgegenzuwirken.

Tobi

Edit: Format

Re: Empfehlenswerter Link gegen Jagd gesucht

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Wof√ľr brauchst Du das denn? AUf maqi.de gibt es ja einiges zum Thema. Einen gesonderten Artikel zu jedem Randaspektthema haben wir aber nun nicht (dass Arndts Blogs ungeeignet sind, muss ich wohl kaum betonen ... wer will schon wissen, dass sich mal wieder ein J√§ger beim Hochsitzbesteigen einen Zeh angesto√üen hat?).

Achim

Nazis und Tierrechte - Auschwitz war ein Gnadenhof (Re: Erbse der Woche)

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Komplementärforum
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> Wieder mal der Versuch, Tierrechtler mit Nazis zu
> vergleichen, weil die Nazis damals Tierschutz betrieben haben:

Nun, gegen einen solchen Vergleich ist ja nichts einzuwenden. Ergebnis des Vergleichs ist, dass Nazis, wie der von Dir mit der Erbse geehrte Autor Klaus Alfs (ausgebildeter Landwirt), Tierrechtsverletzer sind (im Gegensatz zu Tierrechtlern; kein Wunder, ist faschistisches Gedankengut ja mit Tierrechten unvereinbar).

Ohne jetzt auf die Details eingehen zu wollen, ist ein wesentlicher Knackpunkt, dass Tierschutz ja nun gerade das Gegenteil von Tierrechten bedeutet. Von daher ist es recht irrelevant, ob die/alle/einige Nazis Tiersch√ľtzer sind/waren. Das l√§sst zudem auch nicht den Schluss zu, dass alle Tiersch√ľtzer Nazis sind (siehe obigen Link), sonst w√§re ja auch Nichtraucherkampagnen Nazikampagnen; aber Tiersch√ľtzer disqualifizieren sich ja ohnehin bereits ausrechend dadurch, dass sie Tiersch√ľtzer sind.

Naja, ein paar Details vielleicht schon:
Zitat: Die Pr√§ambel legte erstmals gesetzlich fest, dass Tiere um ihrer selbst willen zu sch√ľtzen seien.
Ohne das jetzt nachzupr√ľfen: wenn das tats√§chlich da in der Pr√§ambel stand, muss der Hinweis gestattes sein, dass es gelegentlich vorkam, dass die Nazis - wie Klaus Alfs - nicht die Wahrheit sagten (hier: tats√§chlich Motivation durch antisemitisch begr√ľndetes Sch√§chtverbot - analog dazu war ja auch das Rechtberatungsgesetz nicht wie von den Nazis behauptet, zum Schutz vor falscher Beratung, sondern antisemitisch motiviert ausgerichtet).

Zitat: 1934 folgte das Reichsjagdgesetz, ein Jahr später das Naturschutzgesetz, 1937 wurden Tiertransporte rechtlich geregelt.
Eben. Jagd und Tiertransporte tiersch√ľtzerisch geregelt - statt tierrechtlerisch abgeschafft. Ganz einfach.

Zitat: Heß, Himmler und Hitler waren praktizierende Vegetarier.
Mit Vorliebe f√ľr Wei√üwurst. Siehe auch http://tierrechtsforen.de/hitler-ist-vegetarier.

Zitat: Himmler lie√ü in Dachau Versuche an H√§ftlingen mit veganer Ern√§hrung durchf√ľhren, um die √úberlegenheit der Pflanzenkost zu beweisen.
Das ist im Prinzip richtig. Allerdings war es nicht Himmler, sondern Daniel, genannt Beltschazar. Es war nicht in Dachau, sondern am Hof K√∂nig Nebukadnezars. Und es war nicht KZ-H√§ftlinge, sondern die Knechte des Aufsehers des obersten K√§mmerers. Und es steht nicht in Geschichtsb√ľchern, sondern in Bibeln (Daniel 1:11-16). Aber sonst ...

Zitat: Das Wort "Konzentrationslager" tauchte öffentlich erstmals im Zusammenhang mit dem Tierschutz auf.

Das Wort "Konzentrationslager" tauchte öffentlich erstmals während der Niederschlagung eines Aufstands gegen die spanische Kolonialmacht auf Kuba 1896 auf. Wusste nicht, dass die Nazis damals schon so aktiv waren im Tierschutz.

> Und hat schonmal je ein Tierrechtler behauptet, Nichtveganer
> w√§ren Untermenschen? Selbst wenn, dann sagt das nichts √ľber

Das wei√ü ich nicht, ist aber kein geeignetes Unterscheidungskriterium. Denn nicht nur die Nazis haben einige Menschen als Untermenschen bezeichnte; auch in den Flugbl√§ttern der "Wei√üen Rose" werden Menschen, als Untermenschen bezeichnet ("verhindert das Weiterlaufen dieser atheistischen Kriegsmaschine, ehe es zu sp√§t ist, ehe die letzten St√§dte ein Tr√ľmmerhaufen sind, gleich K√∂ln, und ehe die letzte Jugend des Volkes irgendwo f√ľr die Hybris eines Untermenschen [gemeint wohl Hitler] verblutet ist"). Nun kann man der "Wei√üen Rose" ja manches kritisch vorhalten - etwa der in obgem Zitat erkennbare theistische Wahn und somit die Zugeh√∂rigkeit zumindest einiger ihrer Mitglieder zu einer anderen faschistoiden Ideologie -, dass sie Nazis gewesen w√§ren aber wohl kaum.

Allerdings scheint mir die Bezeichnung "Untermenschen" einen speziesistischen Charakter zu besitzen und somit nicht geeignet f√ľr den Gebrauch durch Antispeziesisten.

> mit dem Titel 'Don't go Veggie'. Bestimmt werden allen

Verflixt, das (oder zumindest einen so betitelten Artikel) wollte ich doch schreiben (vgl. auch http://antispe.de/txt/vegetariersindtoll.html).

Wie dem auch sei, m.W. haben die Nazis doch hin und wieder Tierrechte verletzt. Selbst wenn wir es auf die Spezies Mensch beschr√§nken (was ja ein gutes Beispiel f√ľr Tierrechtsverletzung ist, da Menschen Tiere sind) sollen sie gelegentlich welche ermordet haben (und damit ihr Recht auf Leben verletzt).

Was anderen Spezies angeht, der Zweite Weltkrieg war der größte Pferdekrieg der Geschichte.
Zitat: Das landl√§ufige Bild von der Wehrmacht als einer vollmotorisierten Armee und Inbegriff der technischen M√∂glichkeiten ihrer Zeit ist eine Legende, die zum guten Teil auf bewu√üter seinerzeitiger Propaganda beruht. Tats√§chlich war die Wehrmacht in ihrer Masse bespannt und beritten, das Pferd war eines ihrer Haupt-Fortbewegungsmittel.Der Pferdebestand der Reichswehr lag 1933 bei etwa 42.000 Pferden und stieg in der Wehrmacht der Vorkriegszeit auf etwa 170.000. Am Tag des Kriegsbeginnes am 1. September 1939 lag der Pferdebestand infolge zus√§tzlicher Einziehungen bei 573.000 Pferden. Zwei Jahre sp√§ter wurden f√ľr den Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 750.000 Pferde bereitgestellt. Insgesamt wurden auf deutscher Seite im Zweiten Weltkrieg 2.800.000 Pferde eingesetzt und es gab nach Ende des Krieges tats√§chlich Pferde, die den gesamten Krieg √ľber als Truppenpferd "gedient" hatten.

Die Verluste waren indes hoch. Einer Aufstellung des Generalstabes des Heeres zu den Pferdeverlusten im Feldheer (einschl. der Luftwaffen-Feldeinheiten) f√ľr den Zeitraum vom 22. Juni 1941 bis zum 31. Dezember 1944 zufolge, lag der Monatsdurchschnitt an Totalausf√§llen bei Pferden in der Regel bei etwa 30.000, davon √ľber 90% beim Ostheer. Insgesamt beliefen sich die Totalverluste an Pferden seit dem 22. Juni 1941 auf 1.558.508. Im Dezember 1944 lag die Totalausfallsrate bei 26.134 Pferden, wovon 10.058 durch Feindeinwirkung starben und knapp 2500 an Ersch√∂pfung - bei einem Gesamtbestand in diesem Monat von etwa 930.000 Pferden. Zus√§tzlich befanden sich 40-80.000 Pferde pro Monat im Krankenstand. https://www.bundesarchiv.de/oeffentlichkeitsarbeit/bilder_dokumente/00943/index-21.html.de
Zitat: Der Zweite Weltkrieg war zugleich das gr√∂√üte Pferde-Massaker der Geschichte. T√§glich fielen f√ľr F√ľhrer und Vaterland durchschnittlich 865 R√∂sser. allein im Kessel von Stalingrad 52 000. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-41146935.html
Tierrechte - insbesondere das Recht auf Leben, psychische und physische Unversehrtheit der genannten Pferde - wurde hier also ebenfalls verletzt.

Was die KZs angeht, so gab es auch da nicht nur Menschen. Nicht nur im Essen. Es gab haupts√§chlich (wohl zuf√§llig veganes) Brot - dass zu den Essensrationen aber Margarine, K√§se, Wurst und Fleisch geh√∂rten, kann auf den entsprechenden Dokumentationsseiten der KZs nachgelesen werden - aber vermutlich waren das nicht die damals √ľbliche Leichenfettmargarine, sondern per Reichszeitmaschine aus dem Jahr 1952 importierte erste Pflanzenmargarine, Sojak√§se, Tofuwurst und Weizenfleisch). Bekannt ist doch auch beispielsweise, dass von KZ-Aufsehern die im KZ lebenden G√§nseherden aufgescheucht wurden, um durch den L√§rm die Schreie der Menschen in den "Duschen" zu √ľbert√∂nen. Aber vermutlich waren das von den Nazi-Tierrechtlern befreite G√§nse, und die KZs waren - wenn man diesem widerw√§rtigen Tierausbeutungspropagandisten Alfs folgt - Gnadenh√∂fe ...

Achim

Alle Zitate, wo nicht anders angegeben, aus Klaus Alfs, ¬Ľ"Adolf-Hitler-Medaille" f√ľr Tiersch√ľtzer / Nationalsozialismus und Tierschutz ‚Äď eine innige Liebesbeziehung¬ę http://www.deutscherarbeitgeberverband.de/aktuelles/dav_aktuelles_2014_09_20_tierschutz.html

Re: Positive Diskriminierung

Autor: Till Kraemer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Ich verwende f√ľr die Beschreibung positiver Eigenschaften oft Tierarten: "Du Fuchs", wenn jemand was schlaues gemacht hat und als h√∂chste Form der Anerkennung nenne ich jemanden "coole Sau".

Wie handhabt Ihr das inzwischen (der Thread ist ja schon was älter)?

Und wie sieht es aus, wenn jemand stolz von einer vermeintlich schlauen Tat berichtet und ich dann sarkastisch sage: "Du bist aber auch ein Fuchs"? Fuchs wird hier ja nach wie vor synonym f√ľr ein schlaues Lebewesen verwendet, aber in einem eher negativ gemeinten Zusammenhang.

Wie seht Ihr das?

"Achim Stößer" bei Wikipedia

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Allgemeines
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Wenigstens ist Wikipedia nicht der erste Treffer. Die ganzen (mehr oder weniger offensichtlichen) Fehler auch in diesem Artikel - geschenkt.

Aber aktuell nutzt das offenbar ein Jagdpropagandist, um f√ľr ein Jagdbuch zu werben (die Vermutung liegt nahe, dass es der Autor des Machwerks, Voker Wollny, selbst ist). Da hei√üt es jetzt (wie schon im Screenshot oben zu sehen):
Zitat: Als Tierrechtsaktivist, Antispeziesist, Veganer und Antitheist hat er mit Artikeln und Essays zum Tierrechtsdiskurs beigetragen. Er ist außerdem Jagdgegner.[1]

Die Fu√ünote, wiederverwendet als "Belegstelle", dass Maqi ausf√ľhrlich "Maqi - f√ľr Tierrechte, gegen Speziesismus" hei√üt, gibt als Quelle "Jagdgegner-Behauptungen; S.12f; Wollny, V.; beim Landesjagdverband NRW www.ljv-nrw.de" an.

Nun ist ja schon "Tierrechtsaktivist, Antispeziesist, Veganer und Antitheist" fast ein wenig redundant; hier noch explizit "Jagdgegner" aufzuf√ľhren ist etwa so, als w√ľrde da stehen: "X. ist Verhaltensforscher und Ornithologe. Er befasst sich au√üerdem mit Waldschnepfen." (wobei "Waldschnepfen" alles andere als ein Schwerpunktthema des X. sind, auch wenn er sich gelegentlich als Ornithologe zum Verhalten der Waldschnepfen ge√§u√üert hat).

Bei der angegebenen Wollny-Quelle lesen wir nun also:
Zitat: ... und Atheisten

Die andere Auspr√§gung der Jagdgegner wurzelt in der linken, √∂ko-alternativen Szene und gibt sich eher antireligi√∂s und atheistisch. Hier wird die Grenze zwischen Mensch und Tier negiert, der Mensch gilt lediglich als eine unter vielen Tierarten; die Unterscheidung zwischen Mensch und Tier wird als Diskriminierung angesehen und analog zu den Begriffen ‚ÄěRassismus‚Äú und ‚ÄěSexismus‚Äú als ‚ÄěSpeziesismus‚Äú bezeichnet.

Auf dem Sektor der Jagdgegnerschaft ohne relig√∂sen Hintergrund gibt bei uns mittlerweile eine zwar nicht √ľberm√§√üig gro√üe, jedoch vielf√§ltige Szene von engagierten bis radikalen Tierschutzorganisationen und Tierrechtsaktivisten; ihr Bogen spannt sich von den B√ľndnisgr√ľnen, etablierten Tier-, Natur- und Umweltschutzorganisationen wie NABU, BUND und Greenpeace sowie der b√ľrgerlichen Szene von Tierschutz- und Tierheimtr√§gervereinen bis hin zu extremen, teilweise sogar kriminellen Gruppen. Die Anliegen dieser Szene beschr√§nken sich nicht auf Jagd und Sportfischerei, sondern erstrecken sich auch auf weitere echte und vermeintliche Tierrechtsverletzungen wie Tierversuche, Massentierhaltung, Stierkampf, Stadttaubenregulierung und dergleichen.

Bekanntere Gestalten aus dieser Szene sind vor allem Achim St√∂√üer (http://achim-stoesser.de/), der sich bei der Organisation ‚ÄěMaqi‚Äú (http://maqui.de) hervortut und daneben auch Detlef Arndt aus Hannover, der die Anti-Jagd-Seite (http://www.anti-jagd-seite.de/) betreibt und in den einschl√§gigen Internet-Foren - teilweise auch in solchen, die mit dem Thema Jagd und Jagdgegnerschaft wenig bis nichts zu tun haben ‚Äď durch die fast schon r√ľhrende Emsigkeit auff√§llt, mit der er immer wieder seine Gebetsm√ľhle surren l√§sst.

Eine Figur, die sich weltanschaulich nicht so klar zuordnen lässt wie Eicher oder Stößer ist Dag Frommhold [...]

http://www.ljv-nrw.de/media/1291638476_buchwollny.pdf (S. 11)

Von einem Beleg f√ľr "Maqi - f√ľr Tierrechte, gegen Speziesismus" keine Spur, es wird lediglich die "Organisation Maqi (http://maqui.de [sic!]) erw√§hnt.

√Ąrgerlicherweise wurde zeitgleich auch das im Wikipedia-Eintrag fr√ľher zu lesende "K√ľnstler" gestrichen (trotz mehrerer Kunststipendien und -preise und Austellungen und Ausstellungsbeteiligungen auf mehreren Kontinenten), auch wenn sich meine k√ľnstlerische T√§tigkeit heute mehr auf Cartoons ersteckt.

Immerhin sind die Zitate auf Wikipedia lustig ("f√ľr den schlechten Ruf der Szene verantwortlich", "einer der kompromisslosesten Veganer Deutschlands", "de[r] Oberideologe[...] der Veganer").

Achim

Hennig Brandes fordert Umdenken bei Natur- und Tierschutz

Autor: Hennig Brandes
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Pressemitteilung

Braunschweiger Oberb√ľrgermeisterkandidat Hennig Brandes fordert Umdenken bei Natur- und Tierschutz

Der CDU-Ratsherr Hennig Brandes, der f√ľr den Posten des Oberb√ľrgermeisters der Stadt Braunschweig kandidiert, fordert ein Umdenken im kommunalen Natur- und Tierschutz. Als Forstwirt mit Jagderfahrung kenne er sich bestens aus mit den Anforderungen, die die √Ėkologie an einen verantwortungsvollen Umgang mit W√§ldern und dort lebender Tiere stelle. ‚ÄěDie Jagd ist in unserer sch√∂nen Stadt nicht weiter tragbar. Sie verschandelt mit ihrer Infrastruktur die Landschaft sowie die W√§lder, ist nicht notwendig und bedeutet oftmals einen qualvollen Tod f√ľr angeschossene Tiere.‚Äú, stellt Brandes klar.

Um ein Zeichen zu setzen und um mit gutem Beispiel voran zu gehen, legte der einstige Waidmann j√ľngst mehrere Einrichtungen der jagdlichen Infrastruktur im Querumer Forst still. Er berichtet: ‚ÄěIn den letzten Tagen legte ich sechs Hochsitze auf den Boden, damit meine bisherigen Jagdkollegen ihre r√ľckw√§rtsgewandte Praxis nicht so leicht weiter fortsetzen k√∂nnen. Zum Teil habe ich sie auseinander gebaut.‚Äú Um die Entschlossenheit seines Politikwechsels zu betonen, f√ľgt Brandes stolz hinzu: ‚ÄěDamit die im Querumer Forst lebenden Tiere sich freier bewegen k√∂nnen und bessere Chancen haben, bei Bedarf zu fl√ľchten, habe ich auch L√ľcken in einem Gehegezaun geschaffen.‚Äú

Der erfrischend unkonventionelle Kommunalpolitiker beschreibt seine Aktion in dem nachstehenden Gedicht.



Bisher rief ich: ‚ÄěWaidmannsheil!‚Äú
Auf Reh und Schwein schoss ich mit Blei
Vorbei mein' Zeit als Terrorist
In Wald und Flur mit Hinterlist

Nun greife ich zu Hammer und Säge
Auf dass der Hochsitz am Boden läge
Zerlegt in viele Einzelteile
Es kostet nur 'ne kleine Weile

Drum, wenn auch du f√ľr's Leben bist
Ob Förster oder Feminist
Liberaler, Pazifistin
Veganer oder Anarchistin:
Mit diesem Akt ist's nicht getan
Was Freiheit raubt, leg du es lahm



Hennig Brandes

Erster Vorsitzender der Jägerschaft Braunschweig e. V.
Beirat des Tierschutz Braunschweig e. V.
Vorstand der CDU-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig

Kontakt: 0177/8795618, info@hennig-brandes.de

Nahziele

Autor: NEXTDAY
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Ich bin selbstredend gegen die Verwendung von Tierk√∂rpern zur Bed√ľrnisbefriedigung des Menschen. Diese schier grenzenlose blutige und leidvolle Ausbeutung muss beendet werden nur wie?

Habt ihr dar√ľber nachgedacht? Wir leben nicht auf Utopia, wo sich Fuchs, Mensch, Frosch und Giraffe die H√§nde, L√§ufer, Pfoten etc. reichen und im Kreise tanzen. Bezugspunkt ist die Realit√§t. Der individuelle Verzicht reicht nicht aus. Viele werden nie auf Fleisch verzichten wollen, was bleibt also?

Die zahlenmäßige Reduzierung der Ausbeutung/Tiermorde durch Preissteigerungen, wäre eine erste Antwort.

Durch unzureichende finanzielle Mittel w√§re ein gr√∂√üere Anzahl von potentiellen Konsumenten ausgeschlossen, was nat√ľrlich einem gewissen Profitdenken widerspricht,.jedoch unl√§ngst nicht bei allen (Vebleng√ľter, Luxusg√ľter etc.). Der schreckliche "Warencharakter" der nicht-menschlichen Lebewesen w√§re weiterhin pr√§sent, jedoch in einem geringen Ausma√üe, der Lebensraum w√ľrde jedoch vergr√∂√üert werden, da der Bedarf an Ackerland sinkt. Diese Steuerung des Preismechanismus w√§re z.B. √ľber Steuern (wie P.Singer es vorgeschlagen hat) m√∂glich. - Was denkt ihr?

F√ľchse vegan ern√§hren unm√∂glich?

Autor: auelb
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Auf der Facebook Seite des VGT wurde folgendes Zitat von den Betreibern des "Tierparadies Schabenreith" verbreitet:

Zitat: "Unbedingt braucht ein Fuchs K√ľken ‚Äď und davon hat er einige verdr√ľckt. Einmal ist ein Huhn an Altersschw√§che gestorben und da brauchte er einige Stunden um es in seine H√∂hle zu schleppen. Das war sein erstes Erfolgserlebnis.[...]zum Speiseplan sei gesagt, dass eine vegane Ern√§hrungsweise ein Todesurteil f√ľr F√ľchse w√§re."
Quelle: https://www.facebook.com/photo.php?fbid=10151880324481210&set=a.418204661209.211460.136345101209&type=1


Wei√ü jemand, ob das stimmt? Ist es unm√∂glich F√ľchse vegan zu ern√§hren?

Ein weiteres Schabenreith Zitat ist ja offensichtlich Unsinn:

Zitat: "Auch Harald Hofner vom Tierparadies Schabenreith rät davon ab, Katzen nur pflanzliches Futter [Ich nehme an mit pflanzlich ist vegan gemeint] zu geben: 'Im Gegensatz zu Hunden brauchen sie Muskelfleisch unbedingt, um gesund zu bleiben.'"
Quelle: http://www.nachrichten.at/nachrichten/gesundheit/Hunde-als-Veganer-geht-das;art114,541023


Deswegen habe ich am Wahrheitgehalt der Aussage des 1. Zitats Zweifel.

Re: R√ľsselheim e.V.

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Inzwischen hat Doris Rauh versucht, zu vertuschen, dass sie mit Leichen dealt: auf http://www.rauh.panys.info/produkt_detail.php?artnr=70459&lang=de ist ihr Name und ihre Adresse durch eine fiktive bzw. eine Strohadresse unter dem Namen "Elsbeth Fuchs" ersetzt. Sehr schlampig:
- die Webadresse ist immer noch www.rauh.panys.info
- es ist nach wie vor ihre Handynummer 0175-7216915 angegeben (googeln der Nummer f√ľhrt sowohl zu R√ľsselheim als auch zum Leichenhandel)
- die E-Mail-Adresse ist DR@panys-tierfutter.de, also immer noch ihre Initialen



Ihre Handlanger toben nat√ľrlich immer noch, wenn jemand auf diese Fakten aufmerksam macht:

Zitat: Janett Minuy-Aazam Diesen Beitrag werde ich an R√ľsselheim e.V. weiterleiten denn ich sehe nicht ein, dass manche Mitglieder sogar privat eine 4stellige Summe in die Vereinskasse √ľberweisen damit kein R√ľssel zum Schlachter kommt (bis alle Paten haben) und andere solche Beitr√§ge von sich geben. Das sollten Sie bitte beweisen.


Zitat: @Achim: der Beitrag wurde weitergeleitet. Ihre Behauptungen sind Vereinssch√§digend. Ich hoffe Sie haben genug Beweise und auch du Pro Schweinies. Ihr schreibt und schreibt - bringt somit R√ľssel in Gefahr - aber warum zeigt ihr den Verein wegen Betrug nicht an? Widerlich


https://www.facebook.com/laurence.henrich/posts/544415735622518

Achim

Tierversuchstag 2013: Tiersch√ľtzer jubeln

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Passend dazu folgender Text auf der Seite Tierschutzpartei bei WKW (http://www.wer-kennt-wen.de/forum/showThread/dtl98fak70qx), meine Hervorhebungen:

Zitat:
... eine positive Mitteilung hab ich eben von Peta bekommen:

...in wenigen Wochen ‚Äď am 11. M√§rz ‚Äď wird in der EU eine bahnbrechende Regelung in Kraft treten: ein Verkaufsverbot von Kosmetika, f√ľr die nach diesem Zeitpunkt noch Tierversuche gemacht werden. Daf√ľr haben wir jahrelang gek√§mpft [komischerweise schreibt sich diesen "Erfolg" ziemlich jeder Tierschutzverein auf die Fahnen, AS], Aktionen in europ√§ischen Metropolen organisiert, mit Politikern verhandelt, Konferenzen besucht, gesetzliche Regelungen analysiert und kommentiert, uns mit Gro√ükonzernen angelegt, Aufkl√§rungsarbeit betrieben und Zehntausende von Unterschriften gesammelt. Vielen Dank, dass Sie all das mit Ihrer Spende m√∂glich gemacht haben!

.. also sind unsere Anstrengungen doch nicht umsonst - so wie es gelegentlich leider wirkt ...


Ich zitiere nochmal aus der PM:

Zitat: Dennoch steigt die Zahl der Tierversuche kontinuierlich an [...] seit dem 11. M√§rz 2013 d√ľrfen innerhalb der Europ√§ischen Union auch keine Kosmetika mehr verkauft werden, die an Tieren getestet wurden (wohl aber solche mit tierversuchsgetesteten Bestandteilen), was Tiersch√ľtzer als "gro√üen Sieg" feiern.

Doch europaweit wurden ohnehin nur noch knapp viertausend Tierversuche in der Kosmetikindustrie durchgef√ľhrt ‚Äď ein winziger Bruchteil der pro Jahr in der Forschung (Grundlagenforschung, Arznei- und Putzmittel, "Nutztier"zucht, Jagd usw.) insgesamt eingesetzten 12 Millionen "Versuchstiere".

"Und kaum messbar im Vergleich zu der Zahl an Tieren, denen eben diese heuchlerischen Tiersch√ľtzer die Kehle durchschneiden (lassen), um ihre Leichen, Eier, Dr√ľsensekrete usw. zu konsumieren", [...] "Was h√§tten all die Tierversuchgegner erreichen k√∂nnen, wenn sie sich nicht viele Jahrzehnte lang auf diesen Randaspekt (und andere wie Jagd, 'Haustiere' oder 'Pelz') konzentriert h√§tten, sondern sich f√ľr Veganismus eingesetzt (und selbstverst√§ndlich wenn sie selbst vegan geworden w√§ren, statt weiter die zu ermorden, die sie zu sch√ľtzen vorgeben). Doch damit lie√üen sich bis vor kurzem eben keine Spendengelder sammeln - lange propagierten nur wenige Radikale und Idealisten Veganismus, wodurch mittlerweile ein Bewu√ütseinswandel eingetreten ist, so dass auch Opportunisten, denen es um ganz anderes geht, inzwischen das Thema entdecken."


Achim

[Erfurt] 13.04.2013 Demonstration gegen die Messe Reiten,Jagen Fischen

Autor: nichtmenschlicher Mensch
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Vom 12- 14. April 2013 findet in Erfurt bereits zum 15. mal die Messe ‚ÄěReiten, Jagen,Fischen" statt. Eine Tradition, die mittlerweile als selbsternannter Branchentreffpunkt Jahr f√ľr Jahr Anklang bei AnglerInnen, J√§gerInnen, Z√ľchterInnen und TurnierreiterInnen findet. Sie wird √∂ffentlich als beliebteste Messe f√ľr Freizeit in der Natur angepriesen, und stellt somit das Morden, Qu√§len, die Unterdr√ľckung und Ausbeutung von Tieren in den Hintergrund. Diese Messe ist eines, von leider zahlreichen Ereignissen, bei denen die Herrschaft des Menschen √ľber das Tier verharmlost oder gar als ‚ÄěTierliebe" propagiert wird. Das hinter der Fassade eines Hobbys, oder einer netten Freizeitbesch√§ftigung, Ausbeutung, Misshandlung, Mord und Unterdr√ľckung stecken, erschlie√üt sich h√§ufig erst bei n√§herem Hinsehen. Wie jedes Jahr dreht sich die "Reiten, Jagen, Fischen" Messe haupts√§chlich um die Ausstellung und den Verkauf von Hilfsmitteln wie Angelk√∂dern, Hochsitzen oder Sporen. Das ganze Wochenende √ľber finden auf dem Messegel√§nde Dressur-, Spring- und Westernturniere statt. Falkner geh√∂ren hier ebenso zum Rahmenprogramm wie Pr√§sentationen von "Jagdgebrauchshunden" und die Ausstellung von Fischpr√§paraten. Doch dies werden wir auch dieses Jahr nicht kritiklos geschehen lassen! Auch die Gegendemonstrationen sind mittlerweile zur Tradition geworden. Unsere Kritik am Umgang mit Natur und Tierwelt nach au√üen zu tragen, ist deshalb so wichtig, weil auch Menschen, die sich selbst in erster Linie als TierfreundInnen und -liebhaberInnen sehen, die Messe unreflektiert in Scharen besuchen. Eine Veranstaltung, die komplett auf Ausbeutung, Unterdr√ľckung und Mord basiert. Zwischen Hengstpr√§sentationen, Jagdhornblasen, Fliegenfischen und Ponyreiten haben Selbstkritik und eventuell daraus resultierende Erkenntnisse kaum Platz. Doch handelt es sich hier um Lebewesen, welche um ihrer selbst Willen leben sollten. Nicht um Sportger√§te, Zielscheiben oder Troph√§en zu sein. Tiere werden nicht geboren, um aus Profitgier oder falsch verstandener Liebe zur Natur, ausgebeutet und misshandelt zu werden. Jedes Leben ist unbezahlbar. Ein Tier ist kein Wirtschaftsfaktor. Weil Tiere in unserer Gesellschaft keine Stimme haben,erheben wir unsere.Es ist unsere Aufgabe,diese Veranstaltung , bei der es nur darum geht,h√∂here Profite auf Kosten der Tiere zu erzielen, zu st√∂ren und nicht unbehelligt stattfinden zu lassen. Lasst uns die Kritik an Jagd-, Angel-, und Reitsport in den Vordergrund r√ľcken, um eine kritischere Sicht und ein daraus resultierendes Umdenken gegen√ľber diesem verachtenswerten Schauspiel anzusto√üen!

Du kannst und willst nicht länger tatenlos zusehen? Dann komm am 13.April 2013 um 13:30 Uhr zum Erfurter Hauptbahnhof zu unserer Gegendemonstration.

FIGHT BACK ‚Äď Reiten, Jagen, Fischen Messe stoppen!

Entsprechend ¬ß 6 Abs. 1 Versammlungsgesetz sind Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angeh√∂ren, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind oder bereits durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende √Ąu√üerungen in Erscheinung getreten sind, von der Versammlung ausgeschlossen.

Quelle: http://www.reiten-jagen-fischen.info/

Futurama s7e12: "31st Century Fox"

Autor: Claude
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Gute Folge, bei der es um Tier- und Roboterrechte geht.
Bender befreit den Roboter-Fuchs, der gejagt werden sollte.
Es geht in der Sendung immer wieder darum, dass die Akteure unterscheiden zwischen Mensch/nmT bzw. biologisches Wesen/Roboter und aufgrund dessen Rechte zugestehen oder nicht.

http://theinfosphere.org/31st_Century_Fox

Claude

Re: Hege und Pflege...

Autor: Tobi
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Dass die J√§ger diese Rolle √ľbernehmen, ist doch nur eine Schutzbehauptung. Die wollen halt nicht auf ihre Ballerei und ihren "Wildbraten" verzichten. Es werden doch Rehe teilw. extra "angef√ľttert", damit sie sich pr√§chtig vermehren und so mehr erschossen werden k√∂nnen. Der "Selektionsdruck" f√∂rdert zus√§tzlich neue Nachkommen.
Vermutlich gäbe es weniger ohne Jagd nachdem sich die Population eingeregelt hätte.

Tobi

Fell f√ľr Vegetarier

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Zitat: 05.09.2012 - 15:28 - Mode, Trends, Lifestyle

Novit√§t - ‚ÄěVegetarische‚Äú Fellprodukte


Pressemitteilung von: Loringhoven GmbH - OekoFell

Widerspruch - oder langfristiger Trend!
Pressemitteilung, M√ľnchen, 05.09.2012,
LADY GAGA erhitzt durch Ihren √∂ffentlichen Twitter-Disput mit PETA Chef Dan Matthews die Gem√ľter. Die M√ľnchner Loringhoven GmbH befasst sich seit langem mit dem Thema Fell und Pelz.
Nun hat man sich dort entschlossen in Zukunft mit neuen ethisch √ľber-korrekten Kollektionen die Erwartungen des Zeitgeistes mehr als zu erf√ľllen.
Schon seit Jahren kommt f√ľr die M√ľnchner kein Ausgangsmaterial aus K√§figzucht und aus Jagd-f√ľr-Fell mehr in Betracht.
K√ľnftig entsteht Rohware dort noch unbedenklicher als die meisten unserer t√§glichen Gebrauchsgegenst√§nde tierischer Herkunft, wie G√ľrtel oder Schuhe.
‚ÄěPelzGesch√§fte haben es heutzutage nicht leicht Kunden zu finden.
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Interessierte lehnen eine Jacke oder Mantel aus ethischen Gr√ľnden ab oder f√ľrchten die ‚Äö√Ąchtung‚Äė durch ihre Umgebung. Deshalb haben wir nun eine fast revolution√§re Philosophie auf den Weg gebracht, um in den Fellmarkt Bewegung zu bringen‚Äú erl√§utert Firmengr√ľnder Nicki v. Loringhoven.
‚ÄěMit Produkten ethisch vorbildlich-ster Herkunft werden wir aus der Not eine Tugend machen und einen v√∂llig neuen G√ľte- und Ethik-Standard f√ľr die hierzulande fast verschwundene Branche etablieren‚Äú.
Deshalb spricht man dort bereits von nahezu ‚Äěvegetarischem‚Äú Pelz. Kein Widerspruch!
M√∂glich wird dies indem man auf die Nutzung von Luxus-Abstoffen der Natur zur√ľckgreift.
Nur von zwei Tierarten werden Ressourcen genutzt, ausschlie√ülich aus dem gr√ľnen Neuseeland (NZ), und nur Felle die ohnehin ‚Äěab/anfallen‚Äú.
Bei ca. 40 Mio. Schafen in NZ √ľberleben wenige Prozent der L√§mmer den ersten Winter nicht.
Es fehlen dort Stallungen und tier√§rztliche Versorgung. Diese limitierten Felle entstehen allesamt aus rein nat√ľrlicher GeburtenAuslese. Kein Jungtier kommt f√ľr Loringhoven durch den Einfluss des Menschen um.
Der zweite Fellgeber, das Possum, wurde vor 150 Jahren von Australien nach Neuseeland gebracht.
Dort zerst√∂rt es ohne nat√ľrliche Feinde mit √ľber 70 Mio. Exemplaren weite Teile der urt√ľmlichen Flora & Fauna.
Rata-Baum, Kea Papagei, sogar der flugunfähige Kiwi-Vogel stehen auf der Speiseliste des Allesfressers, und in einigen Regionen sogar vor der Ausrottung. Inzwischen schätzt die staatliche Naturschutzbehörde die Possum-Überbevölkerung auf mehr als 95%.
Soll hei√üen, dass das empfindliche NZ-√Ėkosystem nur 5% der jetzigen Population vertragen kann.
Die staatliche Jagd wird deshalb von allen Naturschutzorganisationen unterst√ľtzt.
Der Fell- und Leder Spezialist erkl√§rt ‚ÄěNur wenige Felle hiervon sind f√ľr unseren Qualit√§tsanspruch √ľberhaupt verwendbar. Allerdings gibt uns die Natur mit dem Possum eines der wertvollsten Haarkleider √ľberhaupt.‚Äú
Nach Uni Otago (NZ) schlägt es Kaschmir in allen physikalischen Eigenschaften.
Ebenso weich ist es das drittwärmste Fell nach dem Polarfuchs und dem Eisbären.
Eine kleine FanGemeinde die zuvor nichts mit Pelz zu tun haben wollte, beginnt sich bereits um den FellAvantgardisten und seinen ethisch korrekten Produkten zu scharen.
‚ÄěVielleicht √ľberlegt sich das GAGA-Management ihre LADY zwar mit provokanten, aber eben nicht mehr imagesch√§dlichen H√ľllen, ihre Pelz-Neigung zur Schau zu stellen.
Zum Einstand werden wir jedenfalls dem Management einen unserer limitierten Dirndl-Boleros zusenden“, verrät v. Loringhoven heiter.

Diese Pressemitteilung wurde auf openPR veröffentlicht.

Adresse
Theo-Prosel-Weg 13, 80797 M√ľnchen
Fax. +49 (0) 89 21 555 661 ‚Äď 9
Telefon
+49 (0) 89 21 555 661 ‚Äď 0
E-Mail

Internet
www.loringhoven.de
Kontaktperson
Andreas Zobel v. Giebelstadt

√úber Loringhoven GmbH:
Fur - Made in Germany. Die Loringhoven GmbH erstellt seit √ľber 40 Jahren Fell-und Lederwaren konsequent in Bayern, ausschlie√ülich unter Verwendung ethisch korrekter Rohware.
Mit Ihrem Label Loringhoven-OekoFell geht die Firma nun einen Schritt weiter und verabschiedet sich sogar von den Quellen der Ernährungswirtschaft.
Mit einem nun ‚Äěvegetarisch ausgerichteten‚Äú Produktportfolio m√∂chte die Firma der Ablehnung gegen Fellprodukte durch nachvollziehbare & korrekte Herkunft der Materialien entgegenwirken.
http://www.openpr.de/news/660906/Novitaet-Vegetarische-Fellprodukte.html

Dora Taschenb√ľcher 1-4

Autor: Nicole J
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Im Set erh√§ltlich, wobei ich vorweg nehmen muss, dass ich eines der B√ľchlein direkt entsorgt habe nachdem ich auf der ersten Seite im Klassenzimmer einen Hamster im K√§fig (ganz klassisch mit R√§dchen zum Austoben) gesichtet habe, das Heft tr√§gt den Titel "Die Schule geht los".

√úbrigens wird das Set als Taschenbuchset bezeichnet (z.B. bei Amazon), es handelt sich dabei jedoch mehr um d√ľnne Hefte, kleiner als DinA 5. Tut der Freude f√ľr einen kleinen Dora-Fan jedoch keinen Abbruch, man sollte nur als Eltern eben keine "zu gro√üen" Erwartungen haben.

Alle Hefte sind originalgetreu gezeichnet / gestaltet, also exakt an der Nickelodeon Serie orientiert und auch die Animation zum Mitmachen fehlt nicht, fällt allerdings recht knapp aus. Jedes der Hefte umfasst 14-15 Text- und Bildseiten.

Auf der jeweils ersten Seite kann man den Namen des Besitzers eintragen, hier steht "Dieses Mini-Buch gehört ....".



Heft 1, Große Schwester Dora

Dora und Boots m√ľssen schnell nach Hause zu Dora, weil ihre Mommy ein Baby bekommt. Dank Map finden sie den schnellsten Weg: durch den Gruselwald, an Benny vorbei und durch den Nusswald. Zuhause angekommen gibt es eine gro√üe √úberraschung...Dora's Mommy hat Zwillinge bekommen, nun hat Dora eine kleine Schwester und einen kleinen Bruder.

Anmerkungen:
- auf der 4. beschrifteten Seite habe ich "freundlichen" vor Frosch gestrichen, denn es suggeriert, dass die anderen Tiere (das Krokodil und die Schlange) nicht freundlich sind. (Das mit dem "Gruselwald" ...Mama warum heißt das so/ was ist gruseln...kann man auf die Dunkelheit schieben)
- auf der 5. Seite habe ich "huckepack reiten" in "huckepack nehmen" geändert



Heft 2, Das tolle Geschenk

Dora's Kusine Daisy veranstaltet zu ihrem 15. Geburtstag eine gro√üe Party. Dora und Boots machen sich auf den Weg zu ihr, um ihr eine Krone und h√ľbsche Schuhe zu bringen. Map, die Karte weist den beiden den Weg an der Scheune vorbei, wo sie eine Denkaufgabe l√∂sen m√ľssen und durch den Regenwald. Nachdem sie es mithilfe von Backpack geschafft haben, trocken durch den Wald zu gelangen begegnen Dora und Boots Daisy's Bruder Diego, der sie weiter zu seiner Schwester begleitet. Zum Schluss wid auf dem Fest getanzt und gefeiert.

Anmerkungen:
- auf der 4. Textseite habe ich "hinterhältigen" vor Fuchs Swyper gestrichen
Von Dora's Kusin Diego gibt es √ľbrigens eine Spinn Off Serie.



Heft 3, Der kleine Stern

Es ist Abend, Dora und Boots sind im Freien und entdecken den ersten (sichtbaren) Stern am Himmel, direkt neben seinem Freund, dem Mond. Jeden Abend sieht Dora hinauf zu ihm und w√ľnscht sich etwas. Pl√∂tzlch schubst ein Komet den kleinen Stern aus seiner Umlaufbahn und er f√§llt hinab auf die Erde. Dora und Boots finden ihn und beschlie√üen ihn wieder "zur√ľck zu werfen" . Map teilt ihnen mit, dass sie hierf√ľr die Trollbr√ľcke √ľberqueren, an Ticos Baumhaus vorbei gehen und auf den hohen Berg klettern m√ľssen. Am Ende ist der kleine Stern wieder am Himmel und alle k√∂nnen ihren Gute-Nacht-Wunsch aussprechen.

Anmerkungen:
- auf der 2. Seite habe ich "k√∂nnen sich die Menschen gar nichts mehr w√ľnschen" in "kann sich niemand mehr etwas w√ľnschen" ge√§ndert
- auf Seite 8 habe ich "die Menschen" in "alle" abgeändert
Ich sch√§tze, dass beide Fehler auf einer schlechten (typisch speziesistischen) √úbersetzung basieren da in der Fernsehfolge im Englischen (auf Deutsch habe ich sie noch nicht gesehen) die Rede von "allen" die sich etwas w√ľnschen d√ľrfen, ist. Macht auch mehr Sinn aus Sicht des Autors zumal es sich am Ende der Folge fast ausschlie√ülich um nichtmenschliche Tiere handelt, die bei ihrem Wunsch gezeigt werden.

DVD Die Stadt des verlorenen Spielzeugs

Autor: Nicole J
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Folge 1, Das verschwundene Spielzeug

Dora hat ihren Teddyb√§ren verloren, Tico seinen Autoschl√ľssel, Swyper einen Handschuh und einige andere Freunde vermissen auch etwas Pers√∂nliches. Dora und Boots machen sich auf den Weg in die verschwundene Stadt um alle verlorenen Spielsachen und Sch√§tze zu finden. Sie brauchen die Hilfe des Zuschauers um durch die Zahlen-Pyramide und den verdrehten Dschungel "Lost City" zu erreichen.


Folge 2, Der verschwundene Bär

Boots liebt sein neues Spielzeug, den Teddybären Quietschi.
(Ja er quietscht, wenn man ihn dr√ľckt, ich musste grade einen ganzen Flohmarkt durchsuchen um sowas zu finden, schlussendlich musste ich eine sehr laut singende, tanzende und quietschende Ente mitnehmen.)
Quietschi flutscht Boots aus den Händen und fällt in einen Fluss. Der Stoffbär wird abgetrieben. Dora und Boots finden ihn mit Hilfe von Map, der Karte am Sirup-Geysir.


Folge 3, Auf Beerensuche

Dora und Boots sind auf der Suche nach saftigen Blaubeeren und sie ben√∂tigen die Hilfe des Zuschauers um zum Blaubeerh√ľgel (dem Zuhause von Swyper dem Fuchs) zu gelangen. Dort angekommen m√ľssen sie vor einem gro√üen B√§ren fl√ľchten, der ihnen gerne die Beeren abnehmen w√ľrde (jeder isst gerne s√ľ√üe Blaubeeren).


Folge 4, Kuhflug und Klebeband:

Benny der Stier braucht ganz dringend Klebeband weil sein Heißluftballon Luft verliert und genau auf den Krokodilsee zusteuert. Dora und Boots versuchen zu ihm zu kommen um den Ballon zu reparieren.

Irgendwie und Anders

Autor: Nicole J
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Autor: weder im Buch noch auf Amazon hinterlegt.

Hier geht es um die einmalige Sonderausgabe "Spannende Abenteuer mit Irgendwie und Anders", welche 2 Geschichten enth√§lt, die eine mit dem Titel "Sauber", die andere mit dem Titel "Vielen Dank f√ľr die Blume".


Die Geschichten geh√∂ren scheinbar (die selben Protagonisten, der gleiche Titel) zur Kindergeschichtenreihe "Irgendwie anders" von Kathryn Cave und Chris Riddell, √úbersetzung von Salah Naoura. Die Serie besch√§ftigt sich damit, Kindern Toleranz gegen√ľber "Fremden" oder optisch nicht gesellschaftskonformen Personen zu beizubringen, Sozialkompetenz im Besonderen in Bezug auf Freundschaft, gegenseitigen Respekt, Aufmerksamkeit bei (zwischenmenschlichen) Beziehungen zu vermitteln. Hierzu werden Phantasiefiguren als Protagonisten verwendet und die Nebendarsteller sind allesamt "vermenschlichte nichtmenschliche Tiere", zB die Inhaber des Tante-Emma-Ladens von Irgends (das Dorf in dem alle leben), ein Hasenpaar welches Kleid und Brille bzw einen Anzug tr√§gt.


Die Geschichte "Sauber":

Irgendwie kocht f√ľr sich und seinen Freund und Mitbewohner Anders einen Eintopf. Der Topf "explodiert" und die Suppe verteilt sich in der ganzen Wohnung. Beim Versuch die Suppe aufzuwischen stellen sie fest, dass es sich bei dem zuf√§llig zusammengemixten Gebr√§u um einen Superreiniger handelt. Irgendwie ist begeistert von seiner Erfindung und vertreibt den Reiniger auf dem Dorfplatz von Irgends an alle Bewohner. Diese nehmen anschlie√üend eine Grundreinigung vor. Das ganze Dorf ist blitz und blank poliert. Inzwischen streiten sich Irgendwie und Anders, weil Anders eigentlich der kreative Kopf der Beiden ist und seine Konstruktion, ein Megaturbosaugbesen keine Abnehmer findet. Auch die Ladenbesitzer Achtsam und Eifrig halten nichts von der hygienischen Sauberkeit, da sie keine Putzger√§te mehr verkaufen. Kurzum wird der Megaturbosaugbesen in eine Dreckschleuder umgebaut und durch einen Schlauch mit der √∂rtlichen M√ľllhalde verbunden. Eine Mischung aus Schlamm und Abfall wird √ľber dem Dorf verspr√ľht, woraufhin sowohl der Superreiniger als auch die Putzger√§te wieder K√§ufer finden. Irgendwie und Anders legen ihren Streit bei und arbeiten von nun an mit ihren beiden Erfindungen Hand in Hand.

Anmerkungen:

- auf Seite 10 habe ich das Wort "verschweinigelt" durch "voller Suppe" ersetzt.
- auf Seite 16 habe ich "der schlitzohrige Fuchs" in "ein Fuchs" geändert.
- auf Seite 22 habe ich "spatz" hinter "Dreck" geschwärzt, ebenso auf Seite 24.




Die Geschichte "Vielen Dank f√ľr die Blume":

Irgendwie hat Geburtstag, Anders hat's vergessen. Im Tante-Emma-Laden muss schnell ein Geschenk besorgt werden, Anders entscheidet sich f√ľr eine kleine, sprechende Topfpflanze, die gelegentlich "Mamaaaaa" winselt und sehr kuschelbed√ľrftig ist. Irgendwie freut sich √ľber das besondere Geschenk. Doch bereits am n√§chsten Tag m√ľssen die Freunde feststellen, dass sie die Pflanzenhaltung untersch√§tzt haben. "Pfl√§nzchen" ist inzwischen bis zur Zimmerdecke gewachsen, nachdem es den halben Hausstand gegessen hat. Mittlerweile klingt auch das nun gebr√ľllte "Mamaaaa" nicht mehr sehr charmant. Irgendwie und Anders fl√ľchten aus dem Haus und beraten mit Nachbarn, was zu tun ist. Der Pflanzenexperte Nix schl√§gt nach der Lekt√ľre eines Lexikons vor, die Pflanze zu ihrem Heimatort zur√ľckzubringen. Die Freunde schnallen "Pfl√§nzchen" auf einen M√∂belroller und bringen es auf einer 3-t√§gigen Reise in einen Urwald. Dort finden sich Viele der selben Art und die ehemalige Haustopfpflanze wird freudig unter ihresgleichen aufgenommen. Wieder zuhause ziehen Irgendwie und Anders das Fazit, dass es eine anspruchsvolle Aufgabe ist, sich um ein anderes Lebewesen zu k√ľmmern und wollen in Zukunft davon absehen, sie haben ja einander.

Anmerkungen:

- auf Seite 38 habe ich das "f" vor dem Wort "aß" geschwärzt.
- auf Seite 40 habe ich das "f" in dem Wort "aufzuessen" gestrichen und zwischen "rannten" und "aus dem Haus" die Worte "wie vom wilden Affen gebissen"
- auf Seite 50 habe ich das Wort "Futter" gestrichen
Am Ende fehlt mE auch noch der Verweis darauf, dass jedes Lebewesen in Freiheit und unter seines Gleichen am Besten aufgehoben ist, diesen Schluss hätte man auch aus der Erzählung heraus sinnvoll mit einfließen lassen können.



Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet.
Meiner Meinung nach ist das Buch f√ľr junge Menschen im sp√§teren Vorschulalter geeignet (fr√ľher nicht, da es aufgrund der L√§nge schon eine gewisse Geduld erfordert).
Das erste Mal Vorlesen gestaltet sich ziemlich schwierig und d√ľrfte meist ziemlich holprig klingen, schlicht weil die Protagonisten und s√§mtliche Nebendarsteller Namen tragen, welche man sonst im t√§glichen Sprachgebrauch nicht selten und mit einer jeweils eigenen Bedeutung verwendet. Das gibt sich aber mit der Zeit.

Re: Erbse der Woche f√ľr "Tierrechte Aktiv Regensburg"

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Analog:

Zitat: Erfurt. "Tierqu√§ler, Tierqu√§ler" schallte es den Pferdekutschen entgegen, die am Samstag Nachmittag Touristen durch die Schl√∂sserstra√üe fuhren. Denn es zog eine Demonstration durch die Stadt, deren Teilnehmer sich lautstark f√ľr Tierrechte engagierten.

Die Messe "Jagen-Reiten-Fischen" gab den Anlass f√ľr diese Demo vom Bahnhof √ľber Anger und Fischmarkt zur Neuwerkstra√üe. Der bunte Zug schlug die vielen Bummler f√ľr einige Momente in seinen Bann.

Die gut 100 Teilnehmer der Demo sehen die Jagd und das Angeln [wie war das im Mittelteil (von "Jagen-Reiten-Fischen")? AS] als √ľberfl√ľssige Hobbies, die Tieren Leid verursachen. "Tiere und Menschen[sic!] stehen auf derselben Stufe, ethisch gesehen, deshalb sollten wir sie auch so behandeln", sagte beispielsweise Anja Thiele. [...]

Sie glaubt, dass das Thema Tierrechte wichtiger wird: "In zwei Wochen gibt es eine Demonstration ,Frankfurt pelzfrei, zu der 1000 Leute kommen ."

Die Tierrechtler, die zum Teil auch aus der weiteren Region anreisten, sind nicht straff organisiert: "Wir sind eine heterogene Truppe, manche leben vegan, also ohne jegliche Tierprodukte, manche bef√ľrworten Tierbefreiungsaktionen, ich lehne aber[sic!] jegliche Gewalt ab", sagte Anja Thiele. Der Protest der Demonstranten richtete sich nicht nur gegen die Messe, sondern auch gegen L√§den, in denen tierische Produkte verkauft werden: So gab es Zwischenkundgebungen vor einem Kaufhaus und einem Laden, in dem es Pelze gibt und eine weitere vor einem Jagd-Ausstatter.


(meine Hervorhebungen) http://www.thueringer-allgemeine.de/startseite/detail/-/specific/Protestzug-demonstiert-lautstark-fuer-Tierrechte-in-Erfurt-1996412928

Ja, was denn nun?

Achim

Veganer Anrufer bei Domian

Autor: Paula
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Manchmal denke ich ja, antispe ist schon extrem. Aber dann seh ich sowas

http://www.youtube.com/watch?v=LgpFrFgUeF0

und bin verdammt dankbar (also noch dankbarer als ohnehin f√ľr Tierrechtskochbuch und die hilfreichen Antworten), dass ihr so strikt und unnachgiebig und nicht kompromissbereit seid.


Nur einige Ausz√ľge von dem Moderator:

"Trinken Veganer auch Alkohol?" (hihi, ach, ihr kleinen armen Asketen ohne Spaß am Leben.)

"Was ist so schlimm daran, wenn ich das zuf√§llig gelegte Ei meines gl√ľcklichen Huhnes Lotte esse" (Domian, du Fuchs! Lotte gibt es nat√ľrlich nicht, aber: Domian, du Fuchs!)

"Was ist da schlimm dran, wenn man ein Huhn schlachtet und isst? Wenn man da Spaß dran hat!" - Ich weiß gar nicht, auf welcher ethischen Stufe wir uns hier befinden. ~ -300?

"Ich bin ja schon zu großen Teilen auf deiner Seite - nicht gänzlich, ich esse Fleisch"

Den Anrufer könnte man auch zitieren, aber ich hör jetz auf... sonst muss ich es ja wortwörtlich aufschreiben. ;)

Marc Pierschel: Vegan!

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Eine deutsche aktuelle deutsche Einf√ľhrung in den Veganismus in Buchform ist eine w√ľnschenswerte Bereicherung, denn auch wenn man sich im Internet gut informieren kann, ist ein Buch im (Offline-)Alltag nicht zu ersetzen. (Zu einer empfehlenswerten englischen Einf√ľhrung siehe hier.)
Das Buch Vegan! des Soziologen Marc Pierschel ist inzwischen in der zweiten Auflage erschienen und verspricht auf 150 Seiten unter anderem zu erklären, "wie Veganismus entstanden ist, wo sich unvegane Inhaltsstoffe verstecken können und auf welche Nährstoffe [man] bei der Ernährung besonders achten" sollte (Klappentext).


Inhalt

In acht Kapiteln und vier Anh√§ngen wird fast das gesamte Feld des (ethisch motivierten) Veganismus abgedeckt. Dabei st√∂√üt eine (nat√ľrlich gewollt) kurze Einf√ľhrung auch an ihre Grenzen. So wird z.B. das wichtiger werdende Thema vegane Kinder nur mit ein paar S√§tzen bedacht. Abgesehen davon kann man jedoch behaupten, dass nichts Wichtiges fehlt.

Nach einer kurzen Definition, die die Unterscheidung zu Vegank√∂stlern thematisiert (aber nicht ausdr√ľcklich genug benennt), folgen ein paar Seiten √ľber die Geschichte des Veganismus. Ein paar Kleinigkeiten sind nicht korrekt, so schuf J. Bentham nicht die Grundlage f√ľr den Tierrechts-, sondern den Tierschutzgedanken (wie es auch sp√§ter auf S. 50 richtig hei√üt), und Ronnie Lee war nicht Begr√ľnder, sondern Mitbegr√ľnder der ALF.

Das zweite Kapitel beinhaltet, "was niemand wissen soll": Die Hintergr√ľnde der allt√§glichen Tierausbeutung. Auf je knapp einer Seite wird die Ausbeutung von H√ľhnern, Rinder und Schweinen dargestellt, etwas k√ľrzer die von Fischen, Schafen, Seidenraupen, G√§nsen und weiteren Spezies. Ebenso gibt es Informationen zu Tierversuchen, Zoo, Zirkus, Jagd und Biohaltung. Am Ende kommt recht pl√∂tzlich etwas zur "Marx'schen Theorie" √ľber die "Entfremdung im kapitalistischen System" (41). Das suggeriert, sozialistische oder andere Systeme seien grunds√§tzlich besser, was mit zweifelhaft erscheint, so war die (Massen-)Tierhaltung in sozialistischen L√§ndern nicht besser war als in kapitalistischen.

Kapitel drei handelt von "Tierschutz, Tierrechte, Tierbefreiung" und vermittelt die politischen und aktivistischen Unterschiede zwischen diesen Positionen, sowie die Unterscheide zwischen verschiedenen Ethiktheorien und schlie√üt mit Hinweisen zum Sprache und Speziesismus. Auch diesen Kapitel kann als gelungen gelten, zu berichtigen ist nur, dass Singer durchaus eine klare Antwort auf die Frage gibt, ob es Unrecht ist nicht-selbstbewusste Tiere zu t√∂ten (die prinzipielle Antwort ist nein), und dass Kritik an den unveganen Richtlinien der ALF fehlt, was in einem Buch √ľber Veganismus angebracht w√§re.

Das nächste Kapitel beschäftigt sich mit dem gesundheitlichen Aspekt des Veganismus und geht näher auf einzelne Nährstoffe und ihre Quellen bei veganer Ernährung ein. Vorbildlich gibt es auch Hinweise zu wirksamen B12-Testverfahren (auch wenn zu testen bei den meisten Veganern eigentlich nicht nötig ist).

Kapitel f√ľnf stellt die Frage, welche Produkte "100% vegan" (zur Formulierung siehe hier) sind bzw. wie dies zu erfragen ist. Es geht um versteckte Tierprodukte in bzw. bei Aromen, Brot, Zucker, Getr√§nken usw. und es gibt eine Liste mit (weniger bekannten) Begriffen von Tierprodukten ("Sepia" oder "Albumen") und ihrer Erkl√§rung. Richtigerweise wird auf die Notwendigkeit von Produktanfragen hingewiesen, um sichere Aussagen √ľber die Veganit√§t mancher Produkte machen zu k√∂nnen. Sehr zu kritisieren ist jedoch, dass bei den sechs Fragen, die hier vorgeschlagen werden, f√ľnf Fragen des Produktanfragebaukastens unter leichter Umformulierung √ľbernommen wurden, ohne dies als Quelle zu kennzeichnen oder in den Linkempfehlungen auf produktenfragen.tk zu verweisen, wie unabh√§ngig von der Kennzeichnung der Quelle in diesem Kapitel naheliegend w√§re.

In Kapitel 6 ‚Äď "Vegan im Alltag" ‚Äď wird eine andere Form der Wissensvermittlung benutzt: Statt Autortext gibt es hier zu unterschiedlichen Themen Aussagen von verschiedenen Veganern, die jeweils nur mit dem Vornamen genannt werden. Unter den Komplexen "Familienfeiern", "Eltern", "Schule und Beruf" usw. stehen mehrere Aussagen, jeweils ca. einen Absatz lang, die pers√∂nliche Erfahrungen und Tipps vermitteln. Auch wenn das f√ľr Abwechslung sorgt, f√§nde ich die klassische Variante des Autortextes geeigneter, da sie Informationen besser ausw√§hlen und Redundanz vermeiden kann.

Die zwei letzten Kapitel sind etwas k√ľrzer gehalten. Im siebten geht es speziell um "Soja, Seitan und Co." und gibt eine √úbersicht √ľber die wichtigsten Alternativprodukte, die daraus hergestellt werden. Kapitel acht ist ein kurzes FAQ. Hier finden sich also Antworten auf einige Standardfragen oder -aussagen wie "Was kannst du eigentlich noch essen?" oder "Menschen haben schon immer Fleisch gegessen". Hier h√§tte man bei einigen Antworten keine (rhetorisch gemeinten) Gegenfragen benutzen sollen, denn gerade in diesem Bereich sind solche Aussagen leider nicht so selbstevident, wie sie sein sollten.

Abgeschlossen wird das Buch durch verschiedene Anh√§nge: Eine Kurzerl√§uterung, was Veganismus bedeutet (f√ľr Restaurantbesuche etc.) in siebzehn verschiedenen Sprachen. Sechs Rezepte unterschiedlicher Art als Beispiele. Eine Tabelle √ľber verschiedene N√§hrstoffe, wof√ľr sie im K√∂rper ben√∂tigt werden und in welchen Lebensmitteln sie enthalten sind. Hier w√§ren allerdings Mengenangaben n√ľtzlich gewesen, denn die Information allein, dass ein Stoff irgendwo enthalten ist, sagt noch nicht viel. Und schlie√ülich ein E-Nummernverzeichnis √ľber definitiv und potenziell unvegane Zusatzstoffe, ihre Bezeichnung und E-Nummer.


Quellen & Layout

Insgesamt ist die Quellenarbeit Pierschels zufriedenstellend. Er bem√ľht sich bei allen wichtigen, selbst bei kaum anzweifelbaren Aussagen und Angaben um einen Quellennachweis. Es gibt nur wenige Stellen, an denen keiner zu finden ist und man sich einen gew√ľnscht h√§tte. Leider wurde auch in diesem Buch, wie das oft der Fall ist, etwas unkritisch auf bestimmte Quellen vertraut, die man vorsichtiger h√§tte anfassen sollen. Dazu geh√∂rt die Sch√§tzung des VeBu √ľber die Anzahl der in Deutschland lebenden Veganer, die genaueren Sch√§tzungen zufolge deutlich zu hoch ist, und ebenso die Bezugnahme auf die auch unter Veganern umstrittene "China Study".

Die vorhandenen Literatur- und Linkempfehlungen sind √ľberwiegend in Ordnung. Positiv ist hervorzuheben, dass B√ľcher von Dunayer, Torres, Francione und Ach Aufnahme gefunden haben. Aber es gibt auch immer wieder die eine oder andere Irritation bei den Empfehlungen. So ist Foers Pl√§doyer f√ľr eine Reduktion des Tierproduktkonsums vom Veganismus recht weit entfernt, als dass es hier empfehlenswert w√§re; und Links zu unveganen Organisationen wie Animals Angels oder Sea Shepherd sind ebenfalls deplatziert. (Auch fragt man sich, seit wann PETA eine "Tierrechtsorganisation" (79, 96) ist.) Zudem vermisst man einen Link zur einzigen aktuellen deutschsprachigen Seite √ľber vegane Kinderern√§hrung und -erziehung (veganekinder.de), gerade weil das Thema im Buch nur mit einem Absatz vertreten ist. Wie man auch veganismus.de allgemein vermisst oder silch.de in Kapitel 7.

Der mit einigen Schwarz-wei√ü-Bildern versehene Band ist solide gestaltet. Allenfalls h√§tten einige L√ľcken im Blocksatz mit etwas Handarbeit vermeiden werden k√∂nnen, ebenso wie zu gro√üe Abst√§nde bei Aufz√§hlungszeichen. Am st√§rksten st√∂rt, dass der Apostroph durchg√§ngig auf dem Kopf steht. Auch Anf√ľhrungszeichen au√üerhalb der Satzpunkte h√§tten nicht sein m√ľssen und Binnen-I und "Gender Gap" sind weder grammatikalisch richtig, noch aus Gleichberechtigungsgr√ľnden notwendig.


Fazit

Insgesamt ist es eine f√ľr die K√ľrze des Umfangs gelungene Einf√ľhrung, die alle wichtigen Themenbereiche abdeckt und keine schwerwiegenden inhaltlichen Fehler aufweist. An einigen Stellen, wie bei den Quellen und Links, sind jedoch ein paar Korrekturen und Nachtr√§ge notwendig.


Marc Pierschel: Vegan! Vegane Lebensweise f√ľr alle, 2., √ľberarb. Aufl., compassion media, M√ľnster 2011. 160 Seiten. 11 Euro.

Unsterblichkeit

Autor: Tobi
Datum:
Forum: Allgemeines
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Da letztens mal wieder der Film The 6th Day gezeigt wurde, möchte ich mal was ansprechen, was mir ein wenig Kopfzerbrechen bereitet.

Insgesamt z√§hle ich den Streifen eigentlich nicht gerade zu den Meilensteinen der Filmgeschichte (au√üerdem enth√§lt er reihenweise versteckt speziesistische Phrasen, wie etwa, dass Dank Klonens von Fischen die Menschen nicht an Hunger leiden m√ľssten, oder ein geklonter Mensch keinerlei Rechte habe und "wie ein lahmendes Rennpferd erschossen" werden k√∂nne, oder so √§hnlich), allerdings besch√§ftigt mich folgendes.F√ľr die, die den Film nicht kennen, eine kurze Zusammenfassung:

In einer nicht allzu fernen Zukunft ist es möglich, (auch menschliche) Tiere nicht nur zu klonen sondern auch sämtliche Erinnerungen und Gedanken in einer sog. Memocopy zu speichern und dem Klon wieder aufzuspielen, sodass dieser eine 1:1 Kopie des Originals ist. Der Klon weiß nicht einmal, dass er ein solcher ist. Da tatsächlich kein Unterschied besteht, kann letztendlich nicht entschieden werden, wer das Original ist. Eine Person ist buchstäblich doppelt vorhanden. Das Klonen von Menschen ist allerdings verboten.

So, nun ist es so, dass die Schergen, die den Helden Schwarzenegger jagen und t√∂ten sollen, da dieser versehentlich geklont wurde, bei der Jagd vom selben immer wieder get√∂tet werden. Dabei gehen sie fast lebensm√ľde vor, schlie√ülich k√∂nnen sie - falls sie scheitern und sterben - ja einfach erneut "zum Leben erweckt" werden. Eine der Verfolger, eine Frau, die mal wieder nach einem weiteren Tod geklont und der die aktuellste Memocopy aufgespielt wurde, sieht sogar die Leiche ihrer verstorbenen "Zwillingsschwester", der sie noch ihre Ohrring abnimmt, um sich wieder auf die Jagd zu machen. Im Film ist es so, als ginge ihr Leben nahtlos weiter.

Man ist geneigt, zu denken, dass mit dieser Technologie ein Sterben nicht mehr m√∂glich ist. Denn Jeder Gedanke, jedes Erlebnis, alle Gef√ľhle sowie der K√∂rper k√∂nnen exakt kopiert und transferiert werden. Schlie√ülich lebt ein und die selbe Person in einem anderen, aber identischen K√∂rper weiter. Alles, was eine Person ausmacht, kann abgespeichert und √ľberspielt werden. Demnach w√§re es - sofern man Schmerzen vermeidet - nicht verwerflich, eine Person zu t√∂ten, etwa mit einem Schuss in den Hinterkopf. Sofern man eine Memocopy kurz vor dem Schuss angefertigt hat.

Ich habe jedoch hiermit erhebliche Probleme und beim Ansehen des Films musste ich st√§ndig √ľberlegen, was an dieser Argumentation nicht stimmt; bzw. ob sie nicht stimmt.

Denn meiner Meinung nach ist es unerheblich, wohin meine Gedanken nach meinem Tod transferiert werden. Ich selbst bin tot und nur das z√§hlt f√ľr mich. Eine Person zu t√∂ten w√§re - trotz theoretischer Unsterblichkeit - verwerflich. Auch, wenn es eine 1:1 Kopie von mir g√§be, jede Kopie ist ein Individuum. Andererseits sollte man sich vielleicht von der physischen Fesselung l√∂sen und nur s√§mtliche "Informationen" in meinem Gehirn machen meine Person aus. Diese Person ist dann eben beliebig √ľberspielbar und somit unsterblich. Ich habe hier, ehrlich gesagt, Schwierigkeiten.

Naja, vielleicht mal eine kleine Abwechslung f√ľr das Allgemein-Forum ;-)

Tobi

WWF - Der Pakt mit dem Panda

Autor: Kr√ľmel
Datum:
Forum: Videodokumentation
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[Link korrigiert - Moderator]

√úber √Ėkotourismus, Greenwashing und Vertreibung von Eingeborenen durch den WWF:

Teil 1:

http://www.youtube.com/watch?v=Jnqg12v4qJQ

Teil 2:

http://www.youtube.com/watch?v=lHV22gYiXME&feature=related

Zitat: Nur so [durch Jagd] kann man den Bestand wilder Tiere sichern. Es muss ein Gleichgewicht zwischen den Arten hergestellt werden, das kann man nicht einfach der Natur √ľberlassen. Indem man die Raubtiere dezimiert, sch√ľtzt man andere Tiere. Anders geht es nicht.
Prinz Philip, Ehrenpräsident des WWF

Mark Rowlands: Animals Like Us

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Ein popul√§res Argument gegen Tierrechte ist die Behauptung, die ethischen Normen in unserer Gesellschaft k√§men dadurch zustande, dass die Menschen einen (hypothetischen) Vertrag miteinander dar√ľber schlie√üen, was erlaubt und was verboten ist. Da nichtmenschliche Tiere am Vertragsschluss nicht beteiligt sind und sein k√∂nnen, gibt es auch keine direkten Pflichten ihnen gegen√ľber. Sie stehen au√üerhalb der moralischen Gemeinschaft.

Diese Ansicht ist offenkundig fehlerhaft. So kann sie nicht erkl√§ren, wieso die menschlichen Grenzf√§lle (z.B. Kleinkinder, Behinderte usw.), die auch nicht am Vertragsschluss teilnehmen, trotzdem einbezogen werden m√ľssen. An dieser Stelle setzt Rowlands ein, der mit seiner Version der Vertragstheorie auf der Basis von Rawls ("Eine Theorie der Gerechtigkeit") zeigt, dass sie im Gegensatz zur oben stehenden Behauptung sogar sehr gut geeignet ist, Tierrechts zu begr√ľnden.

Mark Rowlands, zurzeit Professor f√ľr Philosophie an der University of Miami (und Blogger), √§u√üert sich mit diesem Buch nicht zum ersten (und nicht letzten) Male zum Thema Tiere und Ethik. "Animal Rights. A Philosophical Defence" von 1998 w√§re hier zu nennen (neben weiteren B√ľchern).

Die moralische Gemeinschaft: Eine geschlossene Gesellschaft

Animal Like Us ist recht genau in der Hälfte geteilt. Auf den ersten hundert Seiten (Kapitel 1-4) geht es um den theoretischen Hintergrund seiner Theorie der Tierethik und auf den folgenden hundert Seiten (Kapitel 5-11) um konkrete Formen der Tierausbeutung und wie sie vor dem Hintergrund der theoretischen Überlegungen zu werten sind, sowie sich anschließende Bemerkungen.

Das erste Kapitel umrei√üt die Fragestellung, ob nichtmenschliche Tiere ethisch √ľberhaupt relevant sind. Rowlands weist nach, dass sie aus unter anderem physiologischen und evolution√§ren Gr√ľnden Schmerz empfinden k√∂nnen, zudem andere negative Empfindungen wie Angst und Furcht, aber auch positive wie Freude, Vergn√ľgen und Gl√ľck, auch wenn letztes bis nicht ganz gekl√§rt ist. Dabei weist er zur√ľck, dass sie grunds√§tzlich qualitativ geringere Empfindungen bes√§√üen (was auch hei√üt, weniger leiden w√ľrden). Sie sind stattdessen oftmals st√§rker. Auch W√ľnsche und √úberzeugungen [beliefs] sieht er bei den meisten Spezies vorhanden. Autonomie im schwachen Sinne ebenfalls. Ethisch bedeutsam und notwendig ist es daher allemal, sich mit Tieren und dem Umgang mit ihnen zu befassen.

Die Art und Weise, wie dies bisher getan wird, findet jedoch kaum seinen Zuspruch. Nichtmenschliche Tiere sind Wesen zweiter Klasse. Ethik, so sein Vorschlag, solle auf zwei Grundprinzipien beruhen. Das eine ‚Äď schon hier wird seine heideggerische Neigung deutlich ‚Äď nennt er Prinzip des Verdienstes ("principle of desert" ‚Äď "desert" als Substantivform von "to deserve"): Niemand darf bestraft (oder gelobt) werden soll f√ľr Taten, die jenseits seiner Kontrolle liegen. Dazu geh√∂rt z.B., mit welchem Geschlecht oder welcher Hautfarbe man geboren wurde, da dies offenkundig au√üerhalb der Kontrolle liegt ‚Äď wie auch, als welche Spezies man geboren wurde. Das zweite ist das Gleichheits- oder genauer: Gleichbehandlungsprinzip: Es darf kein Ungleichbehandlung ohne ethisch relevante Unterschiede erfolgen. Der kritische Punkt der ethischer √úberlegungen ist, was als ethisch relevant gilt und was nicht. Im Folgenden widerlegt er die g√§ngigen Behauptungen, ethisch relevant w√§re, ein Mensch zu sein, einen bestimmten Intelligenzgrad zu besitzen usw. Auch die Versuche, dies durch zus√§tzliche Argumente zu st√ľtzen (wie das Potenzialit√§tenargument) l√§sst er nicht gelten.

Gerechtigkeit f√ľr alle

Damit hat er begr√ľndet, auf welcher Grundlage man ethische √úberlegungen treffen sollte. Nun kommt Rowlands zum zweiten Teil seiner Theorie, die beantwortet, auf welche Art und Weise man diese Prinzipien anwenden soll. Hier orientiert er sich an John Rawls' "Theorie der Gerechtigkeit", jedoch mit Abwandlungen.

Die Ausgangssituation ist die, dass man sich hinter einem "Schleicher des Nichtwissens (ignorance)" befindet: Man wei√ü nicht, welche Hautfarbe, welches Geschlecht, welche Talente und F√§higkeiten (ggf. Behinderung) usw. man hat oder nicht hat, wenn man ethische Prinzipien aufstellt. Das ist die unparteiische Position. Durch diese Position wird jeder eine solche Gesellschaft gestalten, in der er, egal wie die Realit√§t vor dem Schleier aussieht, Gerechtigkeit herrscht und ihm widerf√§hrt. So w√§re es irrational, eine Gesellschaft mit Rassendiskriminierung zu w√ľnschen, weil man nicht wei√ü, zu welcher Ethnie man selbst geh√∂rt; es k√∂nnte die diskriminierte sein. Daher w√ľrde man Rassendiskriminierung ablehnen.

In Abwandlung Rawls' Theorie spezifiziert Rowlands, dass die Eigenschaften, die hinter dem Schleier des Nichtwissens stehen, genau die sind, die unter das Prinzip des Verdienstes fallen (bzw. durch es ausgeschlossen werden). Neben Ethnie und Geschlecht ist das auch die Spezies. Die zweite Abwandlung betrifft, dass in Rawls' Theorie die moral patients (die ethisch Nicht-Handlungsf√§higen, die nur 'Empf√§nger' sind), da sie √ľber keinen Gerechtigkeitssinn verf√ľgen, herausfallen. Das ist jedoch nicht logisch, da man hinter dem Schleier des Nichtwissens auch nicht wei√ü, ob man zur Gruppe der moral agents oder der moral patients (z.B. als geistig Behinderter) geh√∂rt.

Tote Tiere

Mit diesen Modifizierungen geht Rowlands nun an Fragen des Umgangs mit Tieren her. Wie sind sie von der unparteiischen Position (hinter dem Schleier des Nichtwissens, der die Spezieszugehörigkeit einschließt) aus zu bewerten?

Die erste Frage ist, wie das T√∂ten von nichtmenschlichen Tieren grunds√§tzlich zu bewerten ist. Daf√ľr fragt er zuerst, was am Tod eigentlich schlecht ist. Die Antwort lautet kurz gesagt: Dass man von seiner Zukunft depriviert wird, sie nicht mehr wahrnehmen kann. Nun haben nichtmenschliche Tiere im Gegensatz zu den meisten Menschen jedoch keinen starken Zukunftssinn, da es ihnen daf√ľr das intellektuelle Konzept der Zukunft fehlt. Sie besitzen jedoch fast immer einen schwachen Zukunftssinn. Dennoch verlieren die Wesen, die einen starken Zukunftssinn haben, mehr beim Tod als die, die nur einen schwachen besitzen. Daher m√ľsste man im Falle eines ethischen Dilemmas zwischen einem Menschen und einem anderen Tier wahrscheinlich meist den Menschen bevorzugen. Jedoch betont er, dass im Gegensatz zu Regans lifeboat-Szenario ein Mensch nicht jede beliebige Anzahl an anderen Tieren aufwiegt und dass, wenn das Tier l√§nger lebt bzw. der Mensch auch nur einen schwachen Zukunftssinn besitzt, die Abw√§gung eine andere ist.

Der Grund, weshalb der Tod schlecht ist, ist m.E. jedoch etwas einseitig. So erscheinen mir andere (z.B. soziale) Gr√ľnde √ľberzeugender. Zum m√ľsste man, um vom Zukunftskriterium allgemeine Aussagen √ľber die Stellung zwischen Menschen und anderen Tieren abzuleiten, ohnehin vom schwachen Zukunftssinn ausgehen und k√§me deshalb nicht weiter (da auch einige Menschen nur einen schwachen besitzen). Daneben sind ethische Dilemmata zwar philosophisch interessant, aber deren Analyse birgt die Gefahr, dass einige Leser denken k√∂nnten, hiervon k√∂nne man auf das allgemeine Verh√§ltnis r√ľckschlie√üen. Da die allgemeine Tierausbeutung jedoch zur 99,99% kein ethisches Dilemma darstellt, ist das nicht der Fall. Wobei Rowlands dies auch thematisiert und so solche Fehlschl√ľsse zu vermeiden sucht.

Lippenstifte sind keine vitalen Interessen

Damit geht es in den zweiten Teil: Tiere in der Ausbeutungsindustrie. Er geht auf Tiere in der Nahrungsmittelproduktion, in Tierversuchen, in Zoos, bei der Jagd und die Haustierhaltung ein.

Der Autor √ľberblickt im Punkt anhand der drei meistgenutzten Spezies ‚Äď H√ľhner, Schweine und Rinder ‚Äď pr√§gnant die Zust√§nde und Bedingungen, unter denen Tiere f√ľr die Nahrungsmittelproduktion 'leben'. Kupieren von Schn√§beln, H√∂rnern, Z√§hnen und Schw√§nzen; Kannibalismus; Erkrankungen durch schlechte Luftqualit√§t, Stress, N√§hrstoffmangel bzw. die Belastungen durch die Qualz√ľchtung; Verletzungen an den B√∂den und Gittern; Kastration; Brandmarkierung; st√§ndige Besch√§ftigungslosigkeit und Langeweile usw. ‚Äď Dies betrachtet er nun mit seinem Ethik-Modell. In der unparteiischen Situation wei√ü man nicht, ob man ein Mensch w√§re, der ‚Äď da Tierprodukte nicht notwendig sind ‚Äď ggf. auf etwas Genuss (oder eher Gew√∂hnung) verzichten m√ľsste, oder ob man ein nichtmenschliches Tiere w√§re und unter solchen Bedingungen leben w√ľrde. Bei dieser Abw√§gung m√ľsste man rationalerweise die Tierausbeutung verbieten.

Zu kritisieren ist jedoch, dass er nur von "Vegetarismus" spricht, obwohl er Veganismus meint, da er bei der Analyse Legehennen und Milchk√ľhe deutlich mit einbezogen hat. Ein anderer Punkt ist, dass er meist von Praktiken der "Massentierhaltung" spricht und sich nicht explizit gegen vermeintlich bessere "Alternativhaltungen" ausspricht. Wobei beide Kritikpunkte dadurch relativiert werden, dass er auch die Schlachtung thematisiert und festh√§lt, dass selbst ein (rein hypothetisch) schmerzloser Tod in seinem Modell keinen Bestand h√§tte.

Bei Tierversuchen s√§he die Interessenabw√§gung so aus, dass die menschlichen Interessen an einem ges√ľnderen Leben gegen die Interessen der nichtmenschlichen Tiere am Leben √ľberhaupt stehen. Auch das ist nicht zu rechtfertigen. Wobei Rowlands auch zeigt, dass die meisten Tierversuche keinen vitalen Interessen von Menschen dienen (so die Versuche f√ľr Kosmetik-, Produkt-, Milit√§r- und psychologische Forschung), dass sich jahrelange Forschung h√§ufig als unn√ľtz herausgestellt hat, dass sie aufgrund der Nicht-√úbertragbarkeit wissenschaftlich fragw√ľrdig ist, sch√§dliche Medikamente trotz Tierversuchen auf den Markt gekommen sind und die Bedeutung von Tierversuche auf die Steigerung der Gesundheit und Lebenserwartung oft √ľbertrieben wurde. Diese wurden stattdessen v.a. durch Verbesserung der Hygiene, Wohnungssituation und Wasserversorgung erreicht. Die kleine Anzahl an Experimenten, die n√ľtzlich und sinnvoll sein k√∂nnten, sind ethisch dennoch nicht tragbar, da sie, n√§hme man Menschen als Versuchsobjekte, falsch w√§ren und dies nach dem Gleichheitsgrundsatz ebenso f√ľr andere Tiere gelten m√ľsse.

Der Artenschutz, Arten einzusperren

In gleicher Weise zeigt er, dass Zoos keinen vitalen Interessen dienen. Die "beste" Begr√ľndung ist die Unterhaltung, da die anderen Rechtfertigungen nicht zutreffen: dass Zoos zur Bildung beitr√ľgen, ist laut einer Studie nicht der Fall (und w√§re auch kaum m√∂glich); dass sie zur Forschung beitragen ebenso wenig, da lediglich das Verhalten in Gefangenschaft beobachtet werden k√∂nnte; dass sie zum Artenschutz beitr√ľgen ist ebenso ein nicht haltbarer Rechtfertigungsversuch.

Beim Thema Jagd werden die typischen Rechtfertigungen (sie sei f√ľr die Reduzierung sog. Sch√§dlinge oder zum Artenschutz notwendig) von ihm widerlegt, jedoch muss ich zwei Punkten widersprechen. Er meint, f√ľr Inuit sei die Jagd gerechtfertigt, da sie hier einem vitalen Interesse (Nahrungsmittel) diene und dies deshalb genauso wie karnivoren Tieren erlaubt sein m√ľsse. Dass es einem vitalen Interesse diene, ist jedoch l√§ngst nicht mehr der Fall (auch Inuit gehen in den Supermarkt) und selbst wenn, h√§tten sie die M√∂glichkeit, in andere Lebensr√§ume zu ziehen, karnivore Tiere haben diese Wahl nicht. Der andere Punkt ist, dass er nicht-vegane Haustierern√§hrung damit rechtfertigt, dass Karnivoren aus physiologischen Gr√ľnden nur mit Fleisch √ľberleben w√ľrden. Diese, die er au√üerdem im n√§chsten Kapitel wiederholt, ist ebenfalls nicht richtig.

Seine Position zu sog. Haustieren l√§sst sich kurz darin zusammenfassen, dass man zu mehr verpflichtet ist, als das Tier nur am Leben zu erhalten. Die physiologischen und psychologischen Bed√ľrfnisse stellen vitale Interessen dar, sodass z.B. Hunde ausgef√ľhrt werden m√ľssen.

Konsumboykott bis Sachbeschädigung

Das vorletzte Kapitel, das dem Tierrechtsaktivismus gewidmet ist, ist keine Anleitung, sondern wiederum eine ethische Untersuchung. Konsumboykott und Aufkl√§rungsarbeit fallen unter die Aktionsformen, die unbedenklich sind. Kritischer wird es beim zivilen Ungehorsam, der per Definition illegal ist. Dennoch sieht ihn Rowlands als gerechtfertigt. Bei der Abw√§gung, inwiefern Tierrechtler Gewalt (bezogen auf Sachbesch√§digungen) anwenden d√ľrfen, unterscheidet er zwischen konkreten Zielen (wie Tierbefreiungen) und abstrakten. Im ersteren Fall ist sie eher erlaubt als im letzteren. Gewalt gegen Menschen wie bei Aktionen, die man als Terrorismus bezeichnen k√∂nnte, sind ethisch ungerechtfertigt. Anzumerken zu diesem Kapitel ist, dass der Autor Aktionsformen der Sachbesch√§digung recht pauschal als n√ľtzlich bezeichnet, was er m. E. nicht √ľberzeugend belegt.

Abschlie√üend geht Rowlands der Frage nach, welche Auswirkungen die Massentierhaltung auf die Menschen haben. Sehr irritierend ist seine Kritik, es w√ľrde kleine Betreibe (wohlgemerkt Tierausbetungsbetriebe) ruinieren. Zweifellos richtig, aber aus tierrechtlerischer Perspektive ebenso zweifellos irrelevant. Daneben f√ľhrt der Medikamentenr√ľckst√§nde und sonstige gesundheitliche Auswirkungen an, sowie Umweltzerst√∂rung und Nahrungsmittelverschwendung. In einer vielleicht etwas zu langen Ausf√ľhrung √ľber politisches und beh√∂rdliches Verhalten im Falle BSE zeigt er, wie wenig auch die Gesundheit von Menschen bei den Profitinteressen der Tierausbeutungsindustrie z√§hlen.

Letzte Kritik und Fazit

Neben den bereits kritisierten Punkten noch zwei zu seinem Ethik-Konzept. Die Nachteile, die er auch sieht, sind, dass der Schleier des Nichtwissens bzw. die sich daraus ergebende unparteiische Position sehr theoretisch sind. Es verlangt, dass man gerade das (f√ľr den Moment der √úberlegung) ignoriert, √ľber das jeder Mensch stark definiert ist und was stark in der eigenen Identit√§tsvorstellung verhaftet ist. Der zweite Punkt ist seine Ma√ügabe, dass selbst wenn man sich diese unparteiische Position vorstellen kann, man all das nicht tun soll, was irrational w√§re. Leider verhalten sich viele Menschen oft nicht sehr rational, wozu er etwas lax anmerkt, sie sollten jedoch ihr Bestes geben. ‚Äď Zugegebenerma√üen sind das aber zwei Probleme, die fast jede Ethiktheorie hat.

Ansonsten ist das leicht geschrieben und mit vielen Beispielen veranschaulicht, zudem immer wieder mit Humor aufgelockert. Es ist klar strukturiert und √ľber viele Unterkapitel sowie eine Zusammenfassung am Ende jedes Kapitels gut nachvollziehbar. Fortgeschrittene Leser h√§tten sich √ľber eine st√§rke Diskussion anderer Positionen, ein paar mehr Nachweise und eine Bibliographie gefreut, auch das Register h√§tte ausf√ľhrlich sein k√∂nnen; das hei√üt im Umkehrschluss jedoch, dass es einsteigerfreundlich ist und das war sicher auch die Absicht.

Fazit: Als Einf√ľhrungsbuch lesenswert, vor allem was die theoretischen √úberlegungen betrifft. Und interessant f√ľr alle, die sich fragten, ob eine kontraktualistische Tierethik m√∂glich ist. Auf der praktischen Seite ist es eine kompakte √úbersicht √ľber die Kernbereiche der Tierausbeutung. Geschm√§lert wird das Lob durch einige M√§ngel, die vielleicht auch den zehn Jahren anzulasten sind, die das Buch alt ist, da sich der Bereich Tierethik schnell wandelt.


Mark Rowlands: Animals Like Us (= Practical Ethics, Bd. 2), Verso-Verlag, London/New York 2002, 220 S., 15 Euro.

Sanfte Trinker und unangenehme Veganer

Autor: Marco
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Zitat: Lieber Peter Richter
Kann es sein, dass leichte Trinker
die sanfteren Menschen und Politiker
sind? Winston Churchill
und Willy Brandt, Boris Jelzin
und Jean-Pascal Delamuraz ‚Äď
gute, gewitzte, gescheite Zeitgenossen.
Dagegen die Veganer,
Vegetarier, Abstinenzler? Von
Adolf Hitler, Pol Pot bis Gaddafi
‚Äď
eher unangenehme Mitb√ľrger.
¬ę√úber das Trinken¬Ľ hat jetzt
Peter Richter ein Buch geschrieben.
Nicht √ľbers Saufen. Richter
schreibt, dass Alkohol die Welt
friedlicher macht. Dass viele
Verhandlungen n√ľchtern kaum
zu einem guten Abschluss
kämen. In diesem Sinne zum
Wochenanfang: Prost!
Helmut-Maria Glogger

(meine Hervorhebung)


Quelle (letzte Seite)

Der Autor konnte seine Kompetenz schon bei der letzten Kolumne unter Beweis stellen, in der er die Jagd kritisierte und Wölfe als Huftiere bezeichnete.

Re: Nutztiere aussterben lassen?

Autor: gretel
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Kr√ľmel schrieb:
>> Auch heute noch werden Hunde und Katzen f√ľr Jagd, Fell- und
> Fleisch-produktion, Bewachung usw. benutzt.>

ja, schon, aber viel seltener- in meiner breiten Umgebung findet das nicht statt.

>>Au√üerdem haben Haustiere im Allgemeinen auch die Nutzbedeutung f√ľr Unterhaltung, Gesellschaft usw. zu sorgen.>

Hm, bei katzen habe ich oft gef√ľhl, dass eher ie Menschen f√ľr Unterhaltung und Gesselschaft f√ľr sie sorgen ;-)

Aussterben von Arten ist so eine Sache an sich.
Aussterben der einzigartigen Völker gibt es auch.
Ich gehöre einem sehr kleinen Volk, das auch vom Aussterben bedroht ist. Man versucht sein bestes -alles andere ist Dynamik der Geschichte.

Re: Nutztiere aussterben lassen?

Autor: Kr√ľmel
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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gretel schrieb:
>
> Auch Hunde und Katzen haben im Allgemeinen ihre ursprungliche
> "Nutz"-Bedeutung verloren, trotzdem sind sie noch nicht
> ausgestorben :-)

Auch heute noch werden Hunde und Katzen f√ľr Jagd, Fell- und Fleisch-produktion, Bewachung usw. benutzt.
Au√üerdem haben Haustiere im Allgemeinen auch die Nutzbedeutung f√ľr Unterhaltung, Gesellschaft usw. zu sorgen.
Bei einigen Haustierarten k√∂nnte ich mir durchaus vorstellen, dass sie nicht aussterben w√ľrden, wenn man aufh√∂ren w√ľrde sie nachzuz√ľchten (z.B. Katzen).
Andere (besonders √ľberz√ľchtete) w√ľrden jedoch eventuell aussterben, was allerdings nicht wirklich ein Problem darstellt.

Pelz ist in diesem Winter wieder tragbar

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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2 März 2011 16:51

BERLIN - Die Fashion Weeks f√ľr Herbst und Winter sind noch nicht ganz vorbei. Neue Trends sind aber dennoch schon gesetzt.

In dieser Saison entschied sich ein Gro√üteil der Designer f√ľr Pelze und exotische Tierh√§ute. Sowohl in Mailand als auch in New York und London begegneten uns Python, Fuchs, Kanninchen und anderen Pelzsorten, die in den unterschiedlichsten Kleidungsst√ľcken verarbeitet wurden, in beinahe jeder Kollektion.

So pr√§sentierte Prada Schuhe und J√§ckchen aus Schlangenleder, die mit Pelz abgerundet waren. ‚ÄúIch wollte sexy Materialien mal anders aussehen lassen", sagt Miuccia Prada √ľber die Kollektion. "Ich bin besessen von Materialien wie Pailletten, Pelz und Pythonleder und davon, was Frauen √ľber den Stoff denken, aus dem ihre Kleidung gemacht ist.‚ÄĚ

Auch Designer wie Giles Deacon, Burberry Prorsum, Julien Macdonald und Pringle of Scotland verarbeiteten die Edelmaterialien en masse.

Jeder will Pelz

F√ľr Unternehmen, die als Pelzlieferanten f√ľr namenhafte Modesch√∂pfer wie Yves Saint Laurent, Christian Dior, Sonya Rykiel und Jean Paul Gaultier arbeiten, scheinen goldene Zeiten anzubrechen. Laut Thomas Salomon, dem Directeur G√©n√©ral bei Yves Salomon, ist wieder v√∂llig √ľblich, Pelz zu verwenden. "Fr√ľher war das nur was f√ľr die Elite. Aber jetzt will jeder Pelz tragen."

Auch die Verwendung von Häuten wie denen der Echsen, Schlangen und Krokodile gewinnt immer mehr an Popularität. Luxusmarken wie Mulberry, Anya Hindmarch, Nancy Gonzalez, Victoria Beckham und Jimmy Choo verarbeiten die unterschiedlichsten exotischen Tierhäute in ihren Kreationen.

'Schlangen und Krokodile sind egal'

Suzanne Timmins, Leiterin des kanadischen Luxuswarenhauses Hudson's Bay Company, ist sich sicher, dass sich die allgemeine Meinung √ľber Tierfelle und ‚Äďh√§ute ver√§ndert. "Es gab eine Zeit, in der jeder Angst haben musste, wegen des Tragens von Pelzen auf der Strasse bel√§stigt zu werden. Ich glaube aber, dass sich das nun √§ndern wird, auch durch Lady Gaga und die Moderedakteure und Stylisten, die auf der Stra√üe in Pelz fotografiert werden."

Trotzdem sind laut der Tierschutzorganisation Peta noch immer 95 Prozent der Briten gegen das Tragen von Pelz. Bei exotischen Tierh√§uten ist man da schon wesentlich toleranter: "Schlangen und Krokodile sind den Menschen egal‚ÄĚ, sagt ein K√§ufer laut dem Telegraph.

http://www.dnews.de/nachrichten/lifestyle/449502/pelz-diesem-winter-wieder-tragbar.html

Re: Nicht empfehlenswerte Literatur

Autor: Liliales
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> Solche B√ľcher gibt es sicher, aber ich verstehe nicht ganz,
> was du mit solchen Informationen anfangen willst.

Andere Veganer "warnen" oder auch dar√ľber diskutieren, ggf. auch gemeinsam entscheiden, ob das tierrechtsverletzend ist, ist ja nicht immer so ganz eindeutig.
Ich f√ľr meinen Teil finde es zum Beispiel nicht sehr angenehm, ein Buch vor dem Einschlafen zu lesen, in dem st√§ndig so eine Grausamkeit vorkommt.

> Oder meinst du B√ľcher, die Veganismus und Tierrechten negativ
> gegen√ľberstehen, also Kritik daran √ľben?

Jain. Prim√§r B√ľcher, in denen Tierrechte au√üergew√∂hnlich h√§ufig mit F√ľ√üen getreten werden. Also nicht irgendwelche historischen Romane, wo eben auch mal geritten wird (damit m√∂chte ich es nicht verharmlosen!) sondern solche, wo unn√∂tigerweise st√§ndig verherrlichend von Grausamkeiten berichtet wird.

So lese ich gerade "Im Durcheinanderland der Liebe" - Ein Buch √ľber einen Inuk in Frankreich, der auf Zeit seine ehemals Verlobte bei den Inuit zur√ľcklie√ü, um sie wieder zur√ľck zu bekommen, dort in Frankreich seine Betreuerin kennen und lieben lernt und nebenbei noch mit einer Edelprostuierten ein Verh√§ltnis pflegt...
Wäre ja vielleicht ganz lustig (wenn auch nicht so wirklich mein Metier, gekauft habe ich das Buch auch nicht), wären da nicht die ständigen verherrlichenden Erzählungen von der Jagd, durchweg positive Jagd-Analogien, kaum eine Seite vergeht ohne solche Elemente.
Außerdem: Jules Verne - Die Kinder des Kapitän Grant
In diesem vermeintlich hochwertigen Klassiker (abgesehen davon finde ich ihn auch immer wieder sehr gut) werden ständig die wunderbaren Tiere der verschiedenen Gebiete der Erde beschrieben, allerdings in erster Linie als Nahrung...
Davon abgesehen, wie brutal die Pferde geschunden werden... :(

Re: Tierbefreiung: H√ľhner, G√§nse, Truth√ľhner und Perlh√ľhner

Autor: Maka Kandelaki
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Das ist ein mehrere Hektar grosser Rosen- und Rasengarten, wo auch die Kinder barfuss unterwegs sind. Ich halte keine Tiere- also, weder Hund noch Katze, - aber Fuchs und Marder, und fremde Katzen wurden hier schon mal gesichtet. Ich dachte eher an befreite H√ľhner,G√§nse oder Enten (es gibt im Garten auch einen k√ľnstlichen Teich). Meine Frage ist : wo wohnen dann die V√∂gel? Wie sch√ľtze ich sie von Fuchs usw. Was passiert im Winter (hier ist der Winter lang und Schneereich) Was mache ich mit den Vogel, wenn ich verreist bin? Falls jemand von eigener Erfahrung berichten kann, w√§re ich sehr dankbar.Und eher ausf√ľhrlicher die Details beschrieben werden, eher besser :-)
Vielen Dank im Voraus.

Re: Milgram-Experiment und Fleischessen

Autor: martin
Datum:
Forum: Veganismusforum
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> Ich weiss es nicht; aber ein Löwe (oder Schimpanse, wenn er
> Tiere t√∂tet, das d√ľrfte vorkommen) scheint instinktgesteuert
> zu sein und sich nicht hineinzuversetzen in das Opfer.
> Deswegen meinen Veganer, tötende Tiere sollte man halt in
> Ruhe lassen, Menschen hätten aber gerade durch dieses
> Bewusstsein eine Verantwortung. Anders gesagt, bei anderen
> Tieren spricht man nicht explizit von Moral.

Hm ja, aber die Begr√ľndung ist nicht, dass nichtmenschliche Tiere (qualitativ/quantitativ) weniger Empathieverm√∂gen bes√§√üen, sondern, dass ihnen das ethische Reflexionsverm√∂gen fehlt und sie deshalb (analog zu Kindern) nicht f√ľr ihre Handlungen bestraft werden sollen.

Wobei man hier zwischen normalen Karnivoren und manchen Menschenaffen unterscheiden muss. Erstere haben (zusätzlich) keine andere Wahl (um an Nahrung zu kommen). Letztere hingegen besitzen evt. Protomoralität, wie manche Ethologen meinen, und töten durchaus auch ohne unbedingte Notwendigkeit (die Nähe zum Menschen ist ersichtlich). Sie ggf. vom Töten abzuhalten (nur bei Gelegenheit, nicht präventiv), könnte daher im Gegensatz zu Karnivoren berechtigt sein.

> Es scheint nur so, dass, Erwachsene, der Verantwortung
> entbunden, erstaunliche machen -- ob im Krieg, beim
> Experiment, auf der Jagd usw. Vielleicht könnte dieser
> Mechanismus etwas Allgemeines an uns sein, und deshalb
> n√ľtzlich beim Verstehen des Fleischessens.

Die Parallelen sind in der Tat nicht √ľbersehbar.
Zitat: Auff√§llig am Verhalten der Probanden war, da√ü sie h√§ufig versuchten, ihr Opfer so wenig wie m√∂glich wahrzunehmen und ihre Aufmerksamkeit ausschlie√ülich auf den Versuchsleiter zu richten versuchten. Das geschah vermutlich, um die inneren Spannungen, die durch die wahrgenommenen Schmerzen des Opfers hervorgerufen wurden zu mildern, durch ein geschicktes Anpassungsverhalten die Situation zu ertragen. Dieses Ph√§nomen bezeichnete Milgram als "Einstimmung auf die Autorit√§t". Einige TeinehmerInnen bestritten, da√ü das Opfer tats√§chlich schmerzhafte Schocks erhielt und die viele leugneten einfach ihre Verantwortlichkeit, manche verlangten zu einem fortgeschrittenen Zeitpunkt des Experiments zus√§tzlich eine Versicherung, da√ü sie f√ľr ihre Handlungen nicht haftbar gemacht werden k√∂nnen. Oder die Verantwortung wurde mit der Begr√ľndung auf das Opfer √ľbertragen, da√ü es sich ja freiwillig gemeldet habe.
http://www.stangl-taller.at/TESTEXPERIMENT/experimentbspmilgram.html

Dass Tiere leiden, wird bestritten, dass Unveganer selbst durch ihren Unveganismus verantwortlich sind und nicht die Schlachthofarbeiter, wird bestritten, und es wird behauptet, Tiere seien "dazu da" get√∂tet zu werden. Aber die Verbindung zur Autorit√§t sehe ich noch nicht ganz. Unveganismus wird selten mit Verweis auf die Autorit√§t gerechtfertigt und Manipulation gibt es nach der kindlichen Indoktrination kaum noch; jeder kann sich umfassend selbst √ľber die Folgen des Unveganismus informieren.

Wie du selbst sagst, ist die Manipulation, die es gibt, nicht schwer zu durchschauen, daher bin ich eher geneigt zu sagen, dass Unveganer, die damit argumentieren (die anderen seien schuld etc.), das nur machen, weil sie manipuliert werden wollen und diese Vorw√§nde (Tiere leiden nicht etc.) haben wollen, um sich gut zu f√ľhlen. Da n√ľtzt es nicht viel, die Manipulation aufzul√∂sen (wobei auch das notwendig ist), da sie sich eine neue suchen, sondern man muss ihr Denken √§ndern. (Oder es eben lassen, da sich nicht alle √ľberzeugen lassen, und sich auf die konzentrieren, die die Manipulation nicht wollen, sondern nur durch ihre Sozialisation und Unwissenheit bisher nicht dar√ľber nachgedacht haben.)

Re: Milgram-Experiment und Fleischessen

Autor: Marton
Datum:
Forum: Veganismusforum
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martin schrieb:

>
> > Menschen haben wahrscheinlich ein tiefer ausgeprägtes
> > und konkreteres Empathievermögen als andere Tiere.
>
> Warum? (Das Gegenteil habe ich noch nicht gehört, aber diese
> Version scheint mir trotzdem erkl√§rungsbed√ľrftig.)
>
Ich weiss es nicht; aber ein L√∂we (oder Schimpanse, wenn er Tiere t√∂tet, das d√ľrfte vorkommen) scheint instinktgesteuert zu sein und sich nicht hineinzuversetzen in das Opfer. Deswegen meinen Veganer, t√∂tende Tiere sollte man halt in Ruhe lassen, Menschen h√§tten aber gerade durch dieses Bewusstsein eine Verantwortung. Anders gesagt, bei anderen Tieren spricht man nicht explizit von Moral.


h nicht ganz, wie das mit den Ergebnissen
> der Milgram-Experimente in Verbindung steht. Denn
> Indoktrination von Kindern erfolgt zwar auch √ľber Autorit√§t,
> aber die Lenkungen und Beeinflussung von Erwachsenen √ľber
> Autorität ist schon etwas anders zu bewerten.

Es scheint nur so, dass, Erwachsene, der Verantwortung entbunden, erstaunliche machen -- ob im Krieg, beim Experiment, auf der Jagd usw. Vielleicht k√∂nnte dieser Mechanismus etwas Allgemeines an uns sein, und deshalb n√ľtzlich beim Verstehen des Fleischessens.

Im Winter so viel Pelz wie nie zuvor

Autor: martin
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Forum: Pressespiegel
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Dauerliebling der Mode

Von Eva Reik, 17.11.10, 07:00h

Das jahrelange Farbbeutelwerfen, Demonstrieren und Sprayen der Peta-Aktivisten gegen die Herrscherin der Modewelt und der Modeindustrie scheint umsonst gewesen zu sein: Diesen Winter sehen wir soviel Pelz wie noch nie zuvor.
Wie viele Torten sind schon auf Anna Wintours Outfits gelandet! Wie viel Farbschmiere und Buttercreme musste die Chefin der amerikanischen Vogue schon mit spitzen Fingern aus ihren feinen Zobel zupfen! Doch das jahrelange Farbbeutelwerfen, Demonstrieren und Sprayen der Peta-Aktivisten gegen die Herrscherin der Modewelt und der Modeindustrie scheint umsonst gewesen zu sein: Diesen Winter sehen wir soviel Pelz wie noch nie zuvor. Und angesichts der klirrenden K√§lte, die die Meteorologen f√ľr die kommenden Monate prophezeihen, k√∂nnte man sich ob eines w√§rmenden Fells freuen. Doch Pelz bleibt das umstrittenste Kleidungsst√ľck, das man sich √ľberhaupt nur anziehen kann.
Kaum ein Unterschied mehr zum Kunstfell

Fast jeder Designer hat f√ľr seine aktuelle Kollektion den flauschigen Pelz als wiederkehrendes Moment verwendet. Fuchs, Kaninchen, Lamm und Ziege - oder, wenn es ganz teuer und exklusiv ist: Zobel und Nerz.

Besonders bei den italienischen Kollektionen, deren gemeinsamer Nenner am besten mit Opulenz beschrieben werden kann, verst√§ndigten sich die Kreativen auf die Wildkatze. Nicht nur Roberto Cavalli, der sommers wie winters in jeder Kollektion eine Katzenart verarbeitet, auch bei Gucci, Fendi, Miu Miu, Missoni und Dolce & Gabbana sowieso, findet das fleckige Tierfell inflation√§re Verwendung: Leopard, Jaguar und Ozelot. Aber nicht nur an den naheliegenden Kleidungsst√ľcken wie Jacken und M√§ntel, sondern auch auf Schuhen, G√ľrtel und Handtaschen.

Doch wer hier Echthaar und den Tod vom Aussterben bedrohter Katzen bef√ľrchtet, liegt falsch: ‚ÄěEs handelt sich bei dieser Optik ausschlie√ülich um einen Farbdruck‚Äú, sagt der Artenschutzbeauftragte des Zentralverbands des K√ľrschnerhandwerks, Carl-Hans Adrian. Die Wildkatzen stehen auf ‚ÄěListe 1‚Äú des europ√§ischen Artenschutzgesetzes, was gleichbedeutend damit ist, dass sowohl die Ausfuhr des Fells im Herkunftsland als auch die Einfuhr nach Deutschland strengstens verboten sind. Dem Wildkatzenlook liegt ein kurzes Naturfell von Ziege, Kaninchen oder Pony zugrunde, das bedruckt wird - was Tiersch√ľtzer aber genauso aufschreien l√§sst. Wenn es sich um g√ľnstigere Produktionen handelt oder die Designer mit mehr ethischem Bewusstsein handeln, greifen sie also zum Kunstpelz.

Kunstpelz, also Fake Fur, hat seit Karl Lagerfelds Pr√§sentation f√ľr Chanel ohnehin eine ganz neue Bedeutung erhalten: Wie fellige, zottelige Yetis marschierten die Models da √ľber den Laufsteg. Sie zeigten M√§ntel, Jacken, Hosen, M√ľtzen und Stiefel, waren aber auch an eher ungew√∂hnlichen Stellen wie Fu√ükn√∂chel und Handgelenken mit Falsch-Fell geschm√ľckt. ‚ÄěKunstfell ist so toll geworden, dass man kaum noch einen Unterschied erkennt‚Äú, sagte Lagerfeld nach der Schau. Ob er damit das richtige Zeichen im Sinne der Tiersch√ľtzer setzt, ist zu bezweifeln, denn deren Credo lautet schlicht: Am besten gar kein Fell, egal ob echt oder k√ľnstlich.

Und so ganz falsch liegen sie damit nicht, denn sicher ist auch, dass Leopard eigentlich immer nur am Leopard gut aussieht.

http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1288741370522.shtml

Trotz aller Proteste ist Pelz auch im Winter 2010 angesagt

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Trotz jahrelanger Proteste gegen das Tragen von Pelz ist selbiger diesen Winter angesagter als je zuvor. Dabei gibt es heutzutage kaum noch Unterschiede zwischen Kunstfell und Echtpelz.

Gerade bekam ganz Deutschland die Nachricht, dass man sich dieses Jahr auf einen Jahrhundert-Winter einstellen kann. Kein Wunder also, dass diverse Modehäuser direkt das flauschig-warme Tierprodukt in ihre Kollektionen aufnehmen. Eins muß man Pelz auch lassen, es hält unglaublich warm. Aber muss es denn unbedingt echtes Fell sein?

Nein, Kunstfell ist heutzutage kaum noch von seinem Vorbild zu unterscheiden. Roberto Cavalli hat laut Medienberichten in seiner aktuellen Kollektion verschiedene Wildkatzen-Kunstfelle verarbeitet und auch andere Designer griffen, dem Artenschutz zuliebe, dann wohl doch lieber zum Kunstprodukt.

Kaninchen, Lamm, Fuchs und sogar Ziege dienen zum Gl√ľck schon etwas weniger als Pelzlieferant f√ľr M√§ntel, M√ľtzen, Schals und Handschuhe. Die teuersten Pelze sind Nerz oder Zobel, die sich preislich auch deutlich von Kaninchen- oder Kunstfell unterscheiden. F√ľr einen Mantel braucht man als Beispiel zwischen 20 und 28 Nerze.

http://mode.topnews.de/trotz-aller-proteste-ist-pelz-auch-im-winter-2010-angesagt-31364

Pelz oder Leben?

Autor: martin
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TextilWirtschaft vom 30.09.2010
News Kommentar

Pelz ist modisch wieder dran. Vor allem j√ľngere Frauen entdecken ihn f√ľr sich. Neu interpretiert hat er nichts mehr mit dem klassischen Persianermantel zu tun. Moralisch muss jede Frau f√ľr sich entscheiden. Die Firmen genauso.
Tina Turner im Nerz beim Apr√®s-Ski in Gstaad? Naomi Campbell im Chinchilla beim Shopping mit ihrem Lover in Moskau? Vergessen Sie's! Pelz ist in eine neue Generation √ľbergegangen. An einem sp√§tsommerlichen Sonntag im Englischen Garten in M√ľnchen: Junge M√ľtter schieben in Lammfellweste, Kleid und Stiefel ihre Kinderwagen. Single-Frauen treffen sich zum Fr√ľhst√ľck im geschorenen Nerz-Boleroj√§ckchen, darunter die √ľbliche Jeans.

Pelz ist pl√∂tzlich wieder pr√§sent, in M√ľnchen wie in M√ľnster, in Buxtehude wie am Bodensee. Lammfell, Fuchs, Kanin, Ziege oder Kalb - es gibt nichts, was es im Moment aus Pelz nicht gibt. Das Angebot reicht von Westen √ľber Jacken, M√§ntel, Boleros bis hin zu Strick oder Leder mit Pelz und Pelz-Accessoires - die Bandbreite ist enorm, quer durch alle Preisklassen. Wer sich den geschorenen Nerzmantel f√ľr 4000 Euro nicht leisten kann, kauft den Schal aus Kaninchenfell f√ľr 398 Euro - oder die Fellweste zum gleichen Preis. Dank der vielen Pelz-Accessoires und Patchwork-Modelle mit Leder oder Strick hat sich das einstige Luxusthema auch ein St√ľck weit demokratisiert. Und macht es auch j√ľngeren Frauen m√∂glich, einen Pelz zu kaufen. Oder sie holen den geerbten Pelzmantel von der Oma aus dem Kleiderschrank. Trendsetterinnen tragen seit Jahren Vintage-Pelze. Pelz ist wieder in. Das Interessante daran ist, dass Pelz sich heute von einer ganz anderen, n√§mlich j√ľngeren und vor allem l√§ssigeren Seite zeigt. Nicht mehr der protzige Pelzmantel, sondern die coole Fellweste zur Chino oder zum Kleid. Pelz passt perfekt ins aktuelle Modebild, das mit viel Grobstrick und Leder einen Cosy Chic repr√§sentiert.

Und doch fragt man sich angesichts der Pelz-Pr√§senz, wo all die Bedenken geblieben sind, die es in den letzten Jahren gegen√ľber dem Thema gegeben hat. Kein Modetrend polarisiert die Menschen so sehr wie Pelz. Spricht man mit Einzelh√§ndlern in diesen Tagen, bekommt man fast den Eindruck, es gebe keine Vorbehalte mehr (Seite 50). Zumindest nicht bei denen, die es f√ľhren. Gro√üe Handelsunternehmen wie P&C, C&A, Appelrath C√ľpper, die Karstadt-Premium-H√§user KaDeWe, Alsterhaus und Oberpollinger sowie die Otto-Gruppe haben sich aufgrund massiver Drohungen seitens aggressiver Tierrechtsaktivisten schon vor Jahren vom Pelzgesch√§ft verabschiedet. Und k√∂nnen derzeit allenfalls bedauern, dass ihnen ein lukratives Business durch die Lappen geht. An ihrer Entscheidung halten sie unver√§ndert fest: Pelze wird es auch n√§chsten Winter bei keinem der genannten Unternehmen geben. Zu gro√ü ist die Angst vor Demonstrationen, pers√∂nlicher Bedrohung und Psychoterror, die auch schon Hersteller wie Gerry Weber und Donna Karan hat einknicken lassen. Escada steht in diesen Tagen vor der Entscheidung, ob es weiterhin Pelze geben wird. Vor ein paar Monaten hatte der M√ľnchner Luxusmode-Anbieter angek√ľndigt, keine Pelze mehr einzusetzen. Jetzt werfen die Pelzgegner Escada vor, sich nicht an das Versprechen zu halten und rufen zu einem Aktionswochenende vom 15. bis 17. Oktober auf. Auch H√§ndler, die Escada f√ľhren, sollen davon betroffen sein. Einige von ihnen wurden von der Kripo bereits dar√ľber informiert, was ihnen an besagtem Wochenende bl√ľhen k√∂nnte.

Diese Prognose gleicht einem D√©j√†-Vu: Wann immer Pelz in Mode kommt, gibt es Proteste von Tiersch√ľtzern. Einigen von ihnen ist daf√ľr jedes Mittel recht. Harro Uwe Cloppenburg und die Br√ľder Graf von Kleider Bauer in √Ėsterreich k√∂nnen ein Lied davon singen.

Nun kann man pro oder contra Pelz eingestellt sein: Bei Androhung von Gewalt h√∂rt das Verst√§ndnis auf. Letztlich sollte es der Kundin √ľberlassen bleiben, Pelz zu tragen oder nicht. Schlie√ülich muss sie das ganz alleine mit ihrem Gewissen vereinbaren. Weder Handel noch Industrie sind in der Position, den Menschen vorzuschreiben, was sie tragen sollen und was nicht. Dass Firmen wie Escada kein Interesse daran haben, das Thema aufzugeben, ist verst√§ndlich. F√ľr den russischen und asiatischen Markt ist Pelz unverzichtbar f√ľrs Gesch√§ft. Auf diesen Umsatz kann und m√∂chte das Unternehmen vermutlich nicht verzichten. Dass Escada Zuchtpelze wie Nerz, Fuchs und Chinchilla nicht mehr verwendet, ist bereits ein Zugest√§ndnis an die Tierrechtler.

Nutzfelle oder Zuchtpelze hin oder her: In der Mode ist es nicht anders als in anderen Dingen des Lebens: Wir trennen wie die Weltmeister M√ľll, aber fahren SUV. Wir engagieren uns f√ľr Klimaschutz, aber fahren die Kinder mit dem Auto zur Schule um die Ecke. Wir kaufen Bio, aber fliegen Ryanair. Pelztragen hat f√ľr viele Frauen nichts moralisch Verwerfliches mehr. Es ist ja auch keineswegs so, dass die Pelzindustrie nichts daf√ľr getan h√§tte, zur Transparenz beizutragen, woher die Felle kommen, bzw. ob die Pelze aus Wildfang oder artgerechter Haltung stammen. Seit einigen Jahren gibt es zertifizierte Felle, die eine gesicherte Herkunft bescheinigen sollen. Das interessiert im Zweifel jedoch nur die Pelztr√§gerin zur Gewissensberuhigung, nicht den Tiersch√ľtzer.

Sicher ist: Diejenigen, die Pelz tragen m√∂chten, werden auch weiterhin Pelz tragen. Und diejenigen, die Pelz ablehnen, werden es auch weiterhin aus moralischer √úberzeugung tun. Wer jetzt mit Fellweste im B√ľro auftaucht, wird mit Sicherheit von irgendeinem Vegetarier-Kollegen daf√ľr Schelte bekommen. Bei Pelz einen Konsens zu finden, ist nahezu aussichtslos. Nicht anders wird es H√§ndlern und Herstellern gehen. Pelz zu verarbeiten oder zu verkaufen, muss jeder f√ľr sich entscheiden. F√ľr diejenigen, die sich gegen Echtpelz entscheiden, bleibt immerhin Webpelz als Alternative, womit viele H√§ndler auch gutes Geld verdienen. Das ist dann f√ľr die Tiersch√ľtzer in Ordnung, aber daf√ľr gehen die Umweltsch√ľtzer auf die Barrikaden. Fake Fur ist unverw√ľstlich und nicht recycelbar. Selbst mit dem Imitat kann man es nicht allen recht machen. So oder so - es bleibt ein diffiziles Thema, bei dem man bestenfalls f√ľr gegenseitige Toleranz werben kann.

Sabine Spieler

http://www.textilwirtschaft.de/service/archiv/pages/show.php?id=788515&a=0

Prähistorische Mahlsteine

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Forscher finden Hinweise auf Verzehr von pflanzlichen Produkten in der Steinzeit

Die Menschen in Europa haben schon vor 30.000 Jahren in der Steinzeit viel mehr pflanzliche Kost gegessen als bisher angenommen. Vielleicht haben sie sogar eine Art Mehl hergestellt, schlie√üt ein internationales Forscherteam aus Analysen von Mahlsteinen, die aus Fundorten in Italien, Russland und Tschechien stammen. Bisher nahmen Anthropologen an, dass die J√§ger-und-Sammler-Gemeinschaften der damaligen Zeit sich fast ausschlie√ülich von Fleisch ern√§hrten. Die aktuelle Studie zeigt nun jedoch, dass die Steinzeitmenschen die Steine als eine Art M√∂rser nutzten, um damit Wurzeln und Samen zu zerkleinern. Diese Pflanzenteile sind reich an St√§rke und stellten daher eine ergiebige Kohlenhydrat- und damit Energiequelle dar. Den Wissenschaftlern zufolge k√∂nnten Pflanzen demnach eine viel gr√∂√üere Rolle bei der Ern√§hrung gespielt haben als gedacht. √úber ihre Ergebnisse berichten die Forscher um Anna Revedin vom Italienischen Institut f√ľr Ur- und Fr√ľhgeschichte in Florenz.

Mit Licht- und Elektronenmikroskopen gelang es Revedin und ihren Kollegen, die Spuren der Nahrungszubereitung auf den Mahlsteinen sichtbar zu machen. Nicht nur charakteristische Gebrauchs- und Abnutzungsspuren haben die Jahrtausende √ľberdauert, sondern auch winzige St√§rkek√∂rner, die von verarbeitetem Pflanzenmaterial stammen. Das Aussehen dieser K√∂rnchen erm√∂glichte den Forschern R√ľckschl√ľsse darauf, welche Pflanzen auf dem Speiseplan der Menschen gestanden haben: Neben einer ganzen Reihe anderer Gew√§chse nutzten die Steinzeitmenschen offenbar die Wurzeln von Farnen und Schilfrohr - genau die Teile der Pflanzen also, die diesen als Speicherorgane f√ľr St√§rke dienen.

Die Forscher vermuten, dass das Zerkleinern mit den Mahlsteinen Teil einer Reihe von Arbeitsschritten war, die schlie√ülich sogar zur Produktion von einer Art Mehl f√ľhrten: Die Wurzeln wurden gesch√§lt, getrocknet und gemahlen, um dann als Kohlenhydratquelle dienen zu k√∂nnen. In dieser Form lie√üen sich die Pflanzen aufbewahren und erm√∂glichten den Menschen so mehr Unabh√§ngigkeit von den aktuellen √§u√üeren Bedingungen, wie besonderen Klimaverh√§ltnissen oder dem Wechsel der Jahreszeiten, spekulieren die Forscher.

Bisher gab es nur wenige Hinweise darauf, in welcher Weise die Ern√§hrung der Menschen vor 30.000 Jahren auch pflanzliche Kost umfasste. Darum gingen Anthropologen von einem √ľberwiegend fleischhaltigen Speiseplan aus, der vor allem auf dem Erfolg der Jagd basierte. Die Tatsache, dass die Mahlsteine mit den Spuren der Pflanzenverarbeitung aus ganz unterschiedlichen Regionen Europas stammen, werten die Wissenschaftler nun aber als Hinweis darauf, dass auch die pflanzliche Ern√§hrung und vielleicht auch der Einsatz mehlartiger Produkte in Europa schon fr√ľh verbreitet waren.


Anna Revedin (Italienisches Institut f√ľr Ur- und Fr√ľhgeschichte, Florenz) et al.: PNAS, Onlinever√∂ffentlichung, doi: 10.1073/pnas.1006993107

dapd/wissenschaft.de ‚Äď Martin Vieweg

http://www.wissenschaft.de/wissenschaft/news/312201.html

Blutgruppendiät: vegan mit Blutgruppe 0

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Aktuelle Mail:
Zitat: From: [...]
Sent: Friday, October 15, 2010 10:44 AM
To: kontakt@veganismus.de
Subject: Frage

Guten Tag,

Ihre Fotoliste [gemeint ist wohl http://veganismus.de/abgestillt, AS] ist beeindruckend. Ich w√§re begeistert, wenn bei jedem Foto die Blutgruppe der Person angegeben w√ľrde. Das w√ľrde mir mehr Klarheit geben.

Die Blutgruppe A ist f√ľr Vegetarische Koste toll geeignet. Die Blutgruppe 0 jedoch stammt von den "J√§gern" ab. Die brauchen Fleisch‚Ķ (sieh Dr. D'Adamo) www.blutgruppe.info/

Ich gehörte zu dieser Gruppe. Wenn ich eine Woche nur vegetarisch esse, geht es mir immer schlechter. Mir wird es flau, flau, flau im Körper und Kopf.

Aber muss auf alle Milchprodukte von der Kuh verzichten. Ziege ist ok.

Ansonsten stimme ich ihnen voll zu, dass unsere Lebensmittelindustrie ein Haufen unverantwortlicher Irre sind, denen das Wohl der Tiere scheißegal ist. Die Politikergehören mit in den Topf.

Dann noch einen schönen Tag.

Gruß [...]


Tja, nicht nur "unsere Lebensmittelindustrie [ist] ein Haufen
unverantwortlicher Irre".

Zitat von der von ihm empfohlenen Seite:
Zitat: Menschen mit der Blutgruppe [...], die sich nach dem Blutgruppenkonzept von Dr. Peter D'Adamo ernähren möchten, empfiehlt Dr. D'Adamo u.a. bestimmte Nahrungsergänzungsmittel: [...] Die gezeigten Produkte können Sie in unserem Shop erwerben. Klicken Sie dazu nur auf die roten Links bzw. auf die Abbildungen.
Honi soit ...

Zitat: Die Blutgruppe 0 ist die √§lteste Blutgruppe, die man kennt. Vor 40 000-50 000 Jahren, als die ersten Menschen die Erde bev√∂lkerten gab es nur die Blutgruppe 0. Zu dieser Gruppe geh√∂rten die Neandertaler und sp√§ter die Cro-Magnon Menschen. Ihr Ursprung ist in Afrika, aber auf ihrer immerw√§hrenden Suche nach Nahrungsmittel, welches haupts√§chlich aus Fleisch bestand, kamen sie bis nach Europa und Asien. 20 000 v.Chr. traf man sie √ľberall in diesen Regionen an.

Wie schon erw√§hnt war ihr Hauptnahrungsmittel Fleisch, aber auch N√ľsse, Beeren, Wurzeln und Fisch stand auf ihrem Speiseplan. Durch die starke Zunahme der Bev√∂lkerung wurde es immer schwieriger f√ľr sie, gen√ľgend Nahrungsmittel zu beschaffen und so waren sie immer noch mehr gezwungen, aus ihrer gewohnten Umgebung in unbekannte Gefilde aufzubrechen. Dadurch nahmen auch die K√§mpfe zwischen den vereinzelten St√§mmen zu.


Tja, dumm aber auch, tatsächlich ist wohl 0 als Mutation aus A entstanden.

Zitat: Irgendwann zwischen 25 000-15 000 v.Chr. kam es zur Entwicklung der Blutgruppe A. Diese Zeitspanne nannte man "new Stone Age" oder auch Neolithische Periode. Zu dieser Zeit begannen die Menschen erstmals, Getreide anzubauen und Tiere zu domestizieren. Die Jagd war nicht mehr ihre prim√§re Nahrungsbeschaffungsmethode. Der Anbau brachte es auch mit sich, √ľber einen l√§ngeren Zeitraum an einem Ort zu verweilen und f√ľhrte dadurch zur Bildung von Ansiedlungen und Ortschaften.

Die Menschen ernährten sich jetzt hauptsächlich von Getreide und durch diesen Wechsel in ihren Ernährungsgewohnheiten veränderte sich auch ihr Verdauungstrakt und das Immunsystem, um die neue Nahrung besser zu tolerieren und absorbieren zu können. Dieser Wechsel vollzog sich in sehr rascher Zeit.

Der Grund f√ľr diesen schnellen Wechsel ist vermutlich darin zu sehen, dass ein schneller Wechsel die √úberlebensrate deutlich anhob. Denn durch das neue Zusammenleben der Menschen kam es auch zu mehr infekti√∂sen Krankheiten und die Blutgruppe A ist viel resistenter als Blutgruppe 0 gegen bakterielle und virale Krankheiten.


Zitat: Zwischen 15000 und 10000 v.Chr. entwickelte sich in der Region des Himalaja die Blutgruppe B. Vermutlich aufgrund der klimatischen Unterschiede der heissen afrikanischen W√ľste zu den kalten Regionen der himalayanischen Hochebene mutierte die Blutgruppe 0 zur Blutgruppe B. In Asien unterscheidet man 2 verschiedene B Typen, die sich durch die verschiedenen Lebensformen bedingten: die Nomaden und die Bauern. Die Nomaden mit der Blutgruppe B drangen bis tief in das √∂stliche Europa ein, w√§hrend die Bauern sich im heutigen China und s√ľd√∂stlichen Asien niederliessen.


Falsche Reihenfolge, A war ja wohl zuerst da. Au√üerdem haben auch andere Menschenaffen Blutgruppe A, B und 0 - ohne dass sie Ackerbau betreiben w√ľrden. Katzen dagegen haben nur A oder B, nicht 0. Ups.

Auch putzig:
Zitat: W√§hrend die Nomaden sich haupts√§chlich von Fleisch und Milchprodukten ern√§hrten, die ihnen immer zur Verf√ľgung standen, nahmen die Bauern √ľberhaupt keine Milchprodukte zu sich. Bis heute denken die Asiaten, dass Milchprodukte schlecht f√ľr die Gesundheit seien. Aber gerade Menschen mit Blutgruppe B, vertragen Milchprodukte sehr gut und sind deshalb f√ľr sie auch sehr zutr√§glich


Schade aber auch, dass grade "Asiaten" fast alle laktoseintolerant sind.

Impressum:
Zitat: Praxis f√ľr klassische Hom√∂opathie
Andreas Bachmair
kant. appr. Naturheilpraktiker


Links u.a. zu "Astrologie".

'nough said.

Wie schon oben erwähnt, habe ich ebenfalls die Blutgruppe 0 und habe damit seit mehren Jahrzehnten "verklumptes Blut".

Achim

Der schmale Grad zwischen Menschen und anderen Affen

Autor: martin
Datum:
Forum: Videodokumentation
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"Anthropologische Differenz" nennt man den Unterschied zwischen Menschen und anderen Tieren. Sie wurde mit der Zeit immer weiter eingeschr√§nkt: ganz fr√ľher hie√ü es, Menschen seien von Gott geschaffen, "Tiere" nicht. Das hat sich mit der Evolutionstheorie erledigt: Menschen sind Tiere und geh√∂ren zu den Menschenaffen. Die weiteren Merkmale - nur Menschen haben: Sprache, Bewusstsein, Selbstbewusstsein, Zukunftsbewusstsein, Selbsterkenntnisverm√∂gen, Reflexionsverm√∂gen usw. - wurden seitdem durch zahlreiche ethologische und neurologische Studien widerlegt. Die F√§higkeiten des Menschen sind in der Natur nicht einzigartig.

Das ist auch der Thema der Sendung Wie menschlich sind Menschenaffen?. Weitere als nur dem Menschen zustehenden F√§higkeiten wurde in j√ľngerer Zeit bei Affen nachgewiesen: Emotionalit√§t, Kultur und kulturelle Vererbung, Werkzeuggebrauch, Planen und Agieren in Gruppen und schlie√ülich - was die letzten Zweifel, ob Menschen und Affen verwandt seien √ľberzeugen d√ľrften - das F√ľhren von Kriegen.

Zitat: Menschen nutzen Werkzeuge, entwickeln Kulturen, planen ihr Handeln, f√ľhren Kriege und zeigen Mitgef√ľhl. All dies unterscheidet die Menschen von den Tieren. Doch wie ist es mit unseren n√§chsten Verwandten ‚Äď den Menschenaffen? Wie √§hnlich sind sie uns in ihrem Verhalten? Um diese Frage zu kl√§ren, m√ľssen Menschenaffen in ihrer nat√ľrlichen Umgebung beobachtet werden. Anfang der 1960er-Jahre sandte der Pal√§ontologe Louis Leakey drei Forscherinnen in den afrikanischen und s√ľdostasiatischen Urwald: Jane Goodall nach Tansania zu den Schimpansen, Diane Fossey nach Uganda zu den Berggorillas und Birute Galdikas nach Borneo zu den Orang-Utans. Die Wissenschaftlerinnen sollten herausfinden, wie sich die n√§chsten Verwandten des Menschen in freier Wildbahn verhalten. Den drei Frauen gelangen bei ihren Langzeitbeobachtungen bis dahin ungekannte Einblicke in das Verhalten der Menschenaffen. Seitdem entdecken Verhaltensforscher immer wieder neue Verhaltensformen, die nur einen Schluss zulassen. Schimpansen, Bonobos, Gorillas und Orang-Utans sind viel menschlicher als fr√ľher angenommen.


Menschenaffen zeigen Mitgef√ľhl

Das Schimpansenm√§nnchen Zyon hat den siebenj√§hrigen Cuba adoptiertWenn ein Mensch einem anderen Menschen hilft, gilt das als Zeichen f√ľr Mitgef√ľhl. Doch wie soll die gleiche Handlungsweise bei den Menschenaffen bewertet werden? Ist es ein Beweis f√ľr ihre Menschlichkeit? Tatsache ist, dass Forscher des Max-Planck-Instituts (MPI) f√ľr evolution√§re Anthropologie im Nationalpark Tai (Elfenbeink√ľste, Westafrika) beobachtet haben, dass erwachsene Schimpansen verwaiste Jungtiere adoptieren. Besonders erstaunlich ist, dass nicht nur Schimpansenweibchen die Adoptivmutterschaft √ľbernehmen, sondern auch M√§nnchen. Es kann sich also nicht um ein instinktives Verhalten handeln, wie es m√∂glicherweise bei Weibchen der Fall w√§re. Den Wissenschaftlern bleibt nur eine Erkl√§rung: Die Schimpansen zeigen Mitgef√ľhl.


Menschenaffen nutzen Werkzeug

Der Schimpanse hat den Stock extra f√ľr das Pulen in N√ľssen zurechtgestutztDer Gebrauch von Werkzeugen galt lange Zeit als die menschliche Besonderheit schlechthin. Mittlerweile haben genaue Beobachtungen in der Wildnis gezeigt, dass auch Menschenaffen Werkzeuge benutzen. Zum Beispiel verwenden Schimpansen Zweige, die sie je nach Gebrauch zurechtstutzen: kurze Zweige f√ľr das Mark der N√ľsse und lange, um Ameisen zu angeln. Die Vorbereitung des Werkzeugs deutet darauf hin, dass die Schimpansen eine Vorstellung davon haben, was sie mit dem Werkzeug anfangen wollen. Auch benutzen sie Steine und Holzst√ľcke, um N√ľsse zu knacken. Gorillas k√∂nnen gezielt mit Steinen werfen und Orang-Utans bauen sich aus Bl√§ttern Regenschirme.


Menschenaffen entwickeln Kulturen

Schimpansengruppen im Nationalpark Tai entwickeln unabh√§ngig von anderen Gruppen verschiedene ‚ÄěNussknacker‚Äú-KulturenKultur bedeutet vereinfacht, dass erlerntes Wissen von einer Generation an die andere weitergegeben wird. So entstehen Sitten und Gebr√§uche, die f√ľr den jeweiligen Kulturkreis typisch sind. Genau dieses wurde bei verschiedenen Schimpansengruppen, die r√§umlich getrennt leben, beobachtet. Die Schimpansengruppen entwickelten unabh√§ngig voneinander unterschiedliche Arten, N√ľsse zu knacken. Diese "Nussknackerkultur" wird innerhalb der Gruppe von Generation zu Generation weitergeben. Die Leipziger Forscher beobachteten auch, dass Bonobos bestimmte Bl√§tter als Medikament nutzen. Sie kauen sie nur dann, wenn sie ihren Darm von Parasiten befreien m√∂chten. Auch hier ist es wahrscheinlich, dass das Wissen um die positive Wirkung von Generation zu Generation weitergegeben wird.


Menschenaffen planen ihr Handeln

Kleines Geschenk ‚Äď gro√üer Erfolg: F√ľr Fleisch gibt es mehr SexSchimpansen und Bonobos jagen andere Affen und Tiere. W√§hrend die einen das Opfer in den B√§umen verfolgen, schneiden die anderen den Fluchtweg am Boden ab. Ist die Beute gefasst, teilen sie die J√§ger untereinander auf. Ihr Vorgehen l√§sst nur einen Schluss zu: Sie gehen planvoll vor und koordinieren ihre Jagd untereinander. Doch die Voraussicht der Menschenaffen geht noch weiter, wie die Forscher Cristina Gomes und Christophe Boesch vom MPI f√ľr evolution√§re Anthropologie im Tai-Nationalpark beobachtet haben. Demnach haben Schimpansenm√§nnchen bei den Weibchen sexuell besonders viel Erfolg, wenn sie ihnen Fleisch geschenkt haben.


Menschenaffen f√ľhren Kriege

Treffen fremde Schimpansengruppen aufeinander, gibt es StreitTreffen Schimpansengruppen aufeinander, kommt es immer wieder zu extrem heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Gruppen. Gelingt es einer Gruppe einen Fremdling zu isolieren, so endet das f√ľr das Tier in der Regel t√∂dlich. Die Opfer werden manchmal sogar verspeist. In Uganda wurde beobachtet, dass eine Gruppe von Schimpansen das Gebiet einer anderen Schimpansengruppe angreift. Die Schimpansen greifen also gemeinsam fremde "Territorien" an und verteidigen ihre eigenen gegen fremde Schimpansen. Sie f√ľhren somit regelrecht Krieg gegeneinander. Was genau hinter dieser Aggressivit√§t steckt, ist noch nicht gekl√§rt. Allerdings wei√ü man das beim Menschen auch nicht. Es bleibt nur der Schluss, dass es praktisch kein menschliches Verhalten gibt, das nicht auch bei den Menschenaffen beobachtet werden kann. F√ľr die Philosophen Paola Cavalieri und Peter Singer gehen die biologischen und sozialen Gemeinsamkeiten sogar so weit, dass sie Menschenrechte f√ľr die Menschenaffen fordern. Immerhin folgte die spanische Regierung ihrem Aufruf und plant, Menschenaffen √§hnliche Grundrechte einzur√§umen wie Menschen.


Autor: Hilmar Liebsch

Stand: 06.10.2009

(wdr.de/tv/quarks/sendungsbeitraege/2010/0803/001_affe.jsp)

Sonst besteht die Sendung aus Intelligenz-Tests und -Vergleichen. Das Ergebnis: Menschen sind nicht unbedingt intelligenter, sondern ihre Intelligenz hat sich nur auf eine bestimmte Weise spezialisiert.

Ob √ľbrigens die Dominanz des Menschen √ľber die Erde auf seine besondere Intelligenz schlie√üen lasse, ist fraglich, wenn man bedenkt, wie diese Dominanz ausge√ľbt wird.

Es w√§re Zeit, Affen und andere Tiere auch entsprechend ihrer F√§higkeiten zu ber√ľcksichtigen - dazu geh√∂rt, dass man sie nicht im Studio vorf√ľhrt oder im Zoo einsperrt. Die √Ąhnlichkeit darf dabei nicht zu Fehlschl√ľssen verleiten. Affen sollten nicht deshalb entsprechend ihrer Interessen behandelt werden, weil sie besonders menschlich sind (wie Neuspeziesisten meinen). Sondern entsprechend ihrer F√§higkeit, Interessen zu haben - was auch f√ľr alle anderen Tiere, die ein Bewusstsein und damit Interessen haben, gelten muss.

Gary L. Francione: Introduction to Animal Rights

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Gary L. Francione: Introduction to Animal Rights. Your Child or the Dog? (Mit einem Vorwort von Alan Watson), Temple University Press, Philadelphia 2000

Nach seinem Buch √ľber den Status nichtmenschlicher Tiere auf der juristischen Ebene und seiner Analyse des Neuen Tierschutzes, wendet sich Francione hier dem Allgemeinen zu. Einer Einf√ľhrung in die Tierrechte, die in manchen Teilen auf seiner bisherigen Arbeit aufbaut, das hei√üt einen juristischen Einschlag hat.

Das Vorwort bietet eine Einf√ľhrung in das Thema, die wichtigsten Punkte des Buches und eine kurze √úbersicht √ľber Franciones Arbeit. Ansonsten ist es etwas eigenartig, da von einem Pseudo-Vegetarier geschrieben, der eigentlich nichts mit Tierrechten zu tun hat. Hier h√§tte sich eine geeignetere Person finden lassen k√∂nnen.

Einleitend nennt Francione zwei menschliche Grund√ľberzeugungen: Erstens, dass in Konfliktsituationen Menschen anderen Tieren bevorzugt werden, aber dass zweitens dennoch prinzipiell unn√∂tiges Leiden vermieden werden soll. Auf die erste kommt er sp√§ter zur√ľck, die zweite, so stellt er fest, steht im Widerspruch zur Realit√§t, da "die √ľberw√§ltigende Mehrzahl unserer Tiernutzung nur durch Gewohnheit, Konvention, Bequemlichkeit und Genuss gerechtfertigt werden kann", sodass all diese Tierausbeutung per Definition "unn√∂tig" w√§re. Vorweg nimmt er auch die prinzipielle L√∂sung, das ist: gleiche Interessen gleich zu behandeln und die Tiere mit entsprechenden Rechten auszustatten. Das klingt heute vertraut, ist aber verschieden von den bis dato prominenten Ans√§tzen Singers und Regans, von denen er sich abgrenzt. Die Bezugnahme auf "Interessen", die die Basis seiner Tierrechtstheorie bilden, ist keine metaphysische Annahme, sondern wird √ľber physiologische und theoretische Hintergr√ľnde der Tiere erl√§utert.

Das erste Kapitel bietet einen Abriss des Status der Tiere in der menschlichen Gesellschaft mit Blick auf die philosophische Tradition und gegenw√§rtige Situation. Da sich dieser Status der Tiere ‚Äď das was ihnen die Menschen offiziell zugestehen ‚Äď im Verlauf der Geschichte deutlich gebessert hat, kann das heutige Verh√§ltnis nur noch als "moralische Schizophrenie" bezeichnet werden: Die Menschen tun genau das Gegenteil von dem, was sie behaupten. Tieren d√ľrfe keine unn√∂tigen Leiden zugef√ľgt werden, dennoch ist praktisch die gesamte Tierausbeutung eindeutig unn√∂tig und wird durch das t√§gliche Konsumverhalten unterst√ľtzt. Francione gibt eine knappe √úbersicht √ľber die Realit√§t der Tierausbeutungspraxis, von der 'normalen' Landwirtschaft √ľber Jagd und "Fischerei", Zoo, Zirkus, Rodeo, Hunderennen bis zu "Pelz". Diese Dinge sind mit dem Argument, das hier verursachte Leiden sei "n√∂tig", nicht zu rechtfertigen. Den Anschein, zu gewissem Grad gerechtfertigt werden zu k√∂nnten, besitzen h√∂chstens Tierversuche zur medizinischen Forschung. Dem wird im zweiten Kapiteln nachgegangen, wo Francione auf die wissenschaftliche Unzuverl√§ssigkeit eingeht, die Fehlschl√ľsse er Vergangenheit (z.B. dass Asbest ungef√§hrlich sei), den wirtschaftlichen und politischen Hintergrund und das Ignorieren von Tierschutzbestimmungen durch die Experimentatoren. Tierversuche k√∂nnten besser begr√ľndet werden als die sonstige Ausbeutung, dennoch kommt er zu dem Schluss, dass sie ethisch nicht zu rechtfertigen sind.

Den "Grund f√ľr unsere moralische Schizophrenie" benennt er im dritten Kapitel. Dieser liege darin, dass Tiere Eigentum seien (das Thema, dass er in seinem ersten Buch ausf√ľhrlicher behandelt hat). Nach kurzer Rekapitulation der rechtlichen Grundlagen, werden die Gr√ľnde f√ľr die Wirkungslosigkeit von Tierschutzgesetzen aufgez√§hlt: Tiere werden massenhaft von den Gesetzen einfach ausgenommen; die Gesetze werden so ausgelegt, dass jede Tierqu√§lerei, solange (oder sobald) sie in der Produktion n√∂tig ist, als "unvermeidlich" eingestuft wird; viele Tierqu√§ler k√∂nnen sich leicht damit herausreden, dass sie das Tier nicht qu√§len, sondern z.B. nur disziplinieren wollten; die Gerichte nehmen als Voraussetzung an, dass Tierhalter aus √∂konomischen Gr√ľnden kein unn√∂tiges Leid verursachen w√ľrden; und schlie√ülich sind die Strafen, wenn √ľberhaupt einmal eine Verurteilung erfolgt, √§u√üerst gering. Der Wert, den die Tiere vor dem Gesetz haben, ist ihr Wert als Objekt. Wenn die Vermeidung von Qualen und Leiden unproduktiv w√§re, werden sie nicht verboten. Sog. Haustiere, auf die er noch kurz zu sprechen kommt, werden individuell i.d.R. besser behandelt, werden juristisch dennoch meist nur am Marktwert gemessen. Nichtmenschliche Tiere sind rechtlich gesehen durch und durch vom Eigentumsstatus bestimmt.

Dagegen steht das vierte Kapitel mit einem Gegenprinzip: "Das Heilmittel f√ľr unsere moralische Schizophrenie: Das Prinzip der gleichartigen Behandlung", so wie √úberschrift. Grundaussage ist, dass gleiche Interessen gleich behandelt werden sollen ‚Äď ohne speziesistische (oder rassistische oder sexistische) Vorurteile. Ungleiche Interessen betrifft dies nicht, daher br√§uchten nichtmenschliche Tiere kein Wahlrechte oder √§hnliche weiterf√ľhrende Rechte. Die Unterscheidung von basalen und nicht-basalen Rechten verdeutlicht, weshalb das Recht, nicht als Ressource gebraucht werden zu d√ľrfen, auf der legalen Ebene das erste Recht auf dem Weg in die Emanzipation sein muss. Das ist der erste Schritt, vergleichbar mit der Abschaffung der Menschensklaverei im 19. Jahrhundert. Nach Verbot der Sklaverei gab es weiterhin Diskriminierung, es war somit nicht einzige Schritt, aber eben der erste. Der n√§chste Schritt ist die Anerkennung gleicher inh√§renter Werte. Am Ende der Entwicklung muss man dahin gelangen, den nichtmenschlichen Tieren einen (auch rechtlichen) Personenstatus einzur√§umen.

Das f√ľnfte Kapitel ("Robots, Religion, and Rationality") behandelt h√§ufige Gegenargumente: (1) Tiere haben keine Interessen, sondern verhielten sich eher wie Roboter. (2) Gott hat uns die Erlaubnis gegeben, die Tiere als Mittel zum Zweck zu benutzen. (3) Weil Tiere kein Selbstbewusstsein, kein rationales Denkverm√∂gen h√§tten, d√ľrfe man ihnen Grundrechte versagen und (4) auch wenn Tiere inh√§renten Wert bes√§√üen, w√§re er geringer als der der Menschen.
(1) erkl√§rt er als (biologisch, ethnologisch) falsch und ethisch irrelevant. Gegen (2) weist er einerseits darauf hin, dass dieses "Argument" bei Nicht-Gl√§ubigen hinf√§llig wird, benutzt andererseits allerdings die Apologetik angeblich tierfreundlichen Bibel-Stellen. Schlie√ülich kommt er aber darauf zur√ľck, dass in der Bibel auch Sklaverei und Todesstrafe gerechtfertigt werden und sie daher eine schlechte Quelle f√ľr moralische Standards darstellt. (3) h√§lt er Darwins und dessen Entdeckung, dass alle (bewusstseinsf√§higen) Tiere aufgrund ihrer Evolution aus gemeinsamen Vorfahren √§hnliche F√§higkeiten haben und diese daher prinzipiell vorhanden, nur zu einem unterschiedlichen Grad ausgepr√§gt sind; er st√ľtzt sich zudem auf neuere Forschung zur Kognition, die sagt, dass Sprach- und Erinnerungsf√§higkeit nicht notwendig daf√ľr sind, ein Bewusstsein auszupr√§gen. Letztlich sind auch die hier noch bestehenden Unterschiede ethisch irrelevant. Die Antwort auf (4) lautet, dass selbst wenn er geringer w√§re, er nie so klein sein k√∂nnte, dass die Grundinteressen, die durch Tierrechte gesch√ľtzt werden sollen, nicht gedeckt w√§ren (denn die ergeben sich aus biologischen Tatsachen, die nicht verhandelbar sind).

Jeremy Bentham und dem Utilitarismus ist ein eigenes, das sechste Kapitel, gewidmet. Der Grund daf√ľr ist, dass zuerst er die These vertrat, dass Tiere nicht leiden sollten, aber man sie dennoch ausbeuten darf, weil sie √ľber kein Zukunftsbewusstsein verf√ľgen w√ľrden. Das, was heute von Peter Singer fortgesetzt wird, bei dem es hei√üt, da nichtmenschliche Tiere kein Interesse am Fortbestehen ihres Lebens h√§tten, sei das T√∂ten dieser f√ľr sie kein Verlust. Francione h√§lt dagegen, dass nichtmenschliche Tiere nat√ľrlich ein Interesse daran haben, am Leben zu bleiben, wie sich empirisch zweifelsfrei feststellen l√§sst und das schon aus evolution√§ren Gr√ľnden so sein muss (der √úberlebenstrieb ist bekannterma√üen einer der st√§rksten Triebe). Er erkl√§rt weiter, dass Tiere, die empfindungsf√§hig sind, Selbstbewusstsein besitzen m√ľssen, da eine Empfindung von Schmerzen ohne lokale Zuordnung ist m√∂glich ist; sowie dass sie Zukunftsbewusstsein besitzen, was empirisch √ľberpr√ľfbar und ethologisch wahrscheinlich ist. Widerspr√ľche und Ungereimtheiten in Singers Ansichten √ľber die angeblichen Interessen nichtmenschlicher Tiere (nicht nicht leiden zu wollen, sondern nur nicht zu sehr) und √§hnliche Aussagen, kritisiert der Autor und verweist darauf, dass Benthams und Singers Position im Endeffekt nicht von der von Kant und anderen zu unterscheiden ist (von denen sie sich angeblich abheben): Alle sind einig, dass nichtmenschliche Tiere keine grundlegenden Rechte (auf u.a. Leben) ben√∂tigen, sondern sie nur vor "Grausamkeiten" bewahrt werden sollen. Bentham und Singer behaupten es, aber wenden das Gleichheitsprinzip nicht konsequent an, denn sonst lie√üe sich die Position, die sie vertreten, nicht rechtfertigen.

Das letzte Kapitel greift die Frage des Untertitels auf ("Dein Kinder oder der Hund?"). Tierrechtsgegner behaupten, weil man in einer Notsituation (wie einem brennenden Haus, in dem sich z.B. ein menschliches Kind und ein Hund befinden) eher den Menschen als den Nichtmenschen rettet (bzw. es tun sollte), h√§tten nichtmenschliche Tiere auch generell keine Rechte. Eine sehr angreifbare Annahme, deren vordergr√ľndiger Fehler es ist, aus Extremsituationen Regeln f√ľr Normalsituationen abzuleiten. Weiter fehlerhaft ist, dass Konflikte erst produziert werden und somit k√ľnstliche Dilemmata geschaffen werden, die nicht notwendig bestehen m√ľssten (in dem Kurzfilm Losdenken hei√üt es auf dieses Szenario bezugnehmend: es gibt kein brennendes Haus). Nach dem Nachweis, dass auch Lebensraumkonflikte und Tierversuche keine Dilemmata darstellen, wird die hypothetische Situation, wie man sich bei wirklichen Konflikten verhalte soll bzw. was daraus folgere, behandelt. Die Antwort ist denkbar einfach: Sollte es wirkliche Dilemmata-Situationen geben, bedeutet die Entscheidung, egal wie sie ausf√§llt, nicht, dass der Benachteiligte deshalb gleich alle Rechte verl√∂re bzw. keine h√§tte.

Der Anhang bietet in der Frage-Antwort-Form Erwiderungen auf zwanzig h√§ufige Fragen und Rechtfertigungen in Sachen Tierrechte. Wie es sich mit "Haustieren" verhalte; dass Tierausbeutung "nat√ľrlich" oder "Tradition" sei; bei welchen Tieren man die Grenze zieht; was mit Insekten sei; ob Tier- und Artenschutzgesetze sinnvoll sind; ob durch Tierrechte nicht Menschen abgewertet w√ľrden und andere mehr. Dieser Teil ist auch online zug√§nglich: http://www.abolitionistapproach.com/faqs/

Zu kritisieren gibt es Kleinigkeiten. Die im dritten Kapitel erl√§uterte Tatsache, dass Tiere Eigentum sind, erkl√§rt, warum Tierschutzgesetze nutzlos sind, jedoch nicht ‚Äď wie es im Titel hei√üt ‚Äď den "Grund unserer moralischen Schizophrenie". Der juristische Status ist eher die Folge als der Grund. Hier h√§tte man eher psychologische, kulturelle und soziale Hintergr√ľnde erwartet, insofern ist der Titel ungeeignet. Au√üerdem verwendete Francione hier noch den Begriff "Vegetarismus", wo er eigentlich Veganismus meint, wie durch die Umschreibung deutlich ist. Den Fehler hat er jedoch inzwischen behoben und betont, dass unmissverst√§ndlich von Veganismus gesprochen werden muss.

Fazit: Im Sinne einer Einf√ľhrung ist das Verh√§ltnis zwischen Breite der Thematik und abgehandelten Aspekte sowie der Tiefe der Analyse gut getroffen. Einerseits werden soziale, juristische, philosophische und allt√§gliche Gebiete behandelt, andererseits ist Analyse nicht zu oberfl√§chlich und nicht zu tief. Auf der einen Seite, wie bei den FAQs ist es entsprechend allgemein, bei den philosophischen Problemen wird es auch anspruchsvoller. Von den erw√§hnten Kleinigkeiten abgesehen, kann man das Buch als gelungen bezeichnen.

Re: Ergänzung

Autor: Liliales
Datum:
Forum: Produktanfrageforum
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> Gemeint war, daß heute Industrie und Energiegewinnung den
> Umweltschutz ber√ľcksichtigen m√ľssen, damit zum Beispiel durch
> Abwasser Wasserreserven vergiftet werden usw. Wäre die
> Gesellschaft vegan, dann gäbe es Gesetze, daß alle Tiere zu
> sch√ľtzen sind. Wie das ausschauen w√ľrde, das wei√ü ich nicht,
> doch als auch alle Menschen nicht gleichgestellt waren,
> hätten man sich auch nicht ausmalen können, wie denn das
> m√∂glich ist (schwarze Sklaven zu sch√ľtzen, vor tausenden
> Jahren Sklaven zu sch√ľtzen, Frauen zu ber√ľcksichtigen usw-usw).

Du meinst sicher: "damit zum Beispiel nicht durch Abwasser", oder?
Klar, alles andere macht auch keinen Sinn. Leider verstehen das die meisten Menschen nicht, sodass auch diese Antwort nicht einleuchtet... :-/


> Nur daß bei uns zu hause (noch weit in meiner
> Vegetarierkarriere √ľbrigens) meine Mutter und Schwester mir
> ift riefen: komm, Marton, rette die Spinne!, wenn es eine im
> Bad gab. Die meisten Menschen lachen dabei, aber dann sage
> ich, so wie ihr den pendelnden (menschlichen, versteht sich)
> Vater erwartet und traurig wäret, wenn er nicht mehr käme, so
> wird möglicherweise auch die Spinne erwartet. Das ist nur
> exemplarisch gemeint von mir und ist der Sache mit allen
> Tieren anzupassen.

...und der Spinnenpapa pendelt eben nicht auf der Autobahn sondern an der Decke... :)
Aufgrund ihrer geringen Gr√∂√üe (weniger Neuronen), ist es wohl eher unwahrscheinlich, aber wissen kann man es ja nicht. Aber ist im Prinzip ja auch relativ egal, es geht ja nicht um andere Spinnen (die diese Person, die lacht, wenn du es erz√§hlst, ja auch t√∂ten w√ľrde, wahrscheinlich) sondern um die Spinne, die gerettet wird - oder eben nicht...

> Ich glaube, was wichtig ist, da√ü Ethik nicht nat√ľrlich ist.
> Es ist ethisch, dem anderen nicht ins Wort zu fallen, sondern
> ihn ausreden zu lassen, weil das von Achtung zeigt. Wir
> m√∂chten auch ausreden. Aber nat√ľrlich ist das nicht. Dem
> anderen zuhören gab es kaum, eigentlich werden unsere Ahnen,
> denke ich, nur die (nicht Jagd- sondern Sammel-)Strategien
> besprochen haben, und wo die Grenze des Lagers verlaufen soll
> usw. Noch viel unnat√ľrlicher, Weibchen oder Frauen nicht zu
> bespringen. dazu sind wir regelrecht genetisch programmiert.
> Also sich zu beherrschen ist eine gute Sache, und das macht
> Menschen nicht besser, aber unterscheidet uns von vielen
> Tierkollegen. Falls wir das wahrnehmen, das zöge Veganismus
> mit sich.

Da kann ich dir im Gro√üen und Ganzen recht geben, ich frage mich nur, wie das Bewusstsein geschaffen werden soll, dass nat√ľrlich nicht unbedingt gut ist...

> das schrieb die Frau von der Firma:
Hm, wie kommt du auf Frau? Ist jedenfalls ein junger Herr... ;)

> Denn bei fast jedem Herstellungsprozess wird unsere Umwelt
> (und Tierwelt) in irgend einer Weise verschmutzt, sei es
> durch die benötigten Stoffe oder die Energie, deren Gewinnung
> fast ausnahmslos problematisch ist -- auch bei
> alternativen Quellen.
>
> Garantiert, auch Menschen leiden, uns wegen unseres
> Energiehungers sterben garantiert Menschen. Doch ist es um
> die Menschenrechte (im Vergleich zu den allen anderen Tieren)
> gut bestellt, und das ließe sich anwenden als Feinschliff
> (Sojasahne auf dem Kuchen) der Umsetzung des allgemeinen
> Veganismus.

...und vor allem ist es nicht so, wie offenbar einige Shopbetreiber (an wen ich wohl denke? :P) meinen, dass ein Veganer sich lediglich darauf fixiert, starr keine tierischen Produkte zu sich zu nehmen/zu verwenden. Okay, solche Veganer gibt es leider schon, aber das stelltschon eher die Ausnahme dar. Das hoffe ich doch zumindest mal...

Ergänzung

Autor: Marton
Datum:
Forum: Produktanfrageforum
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"Wie meinst du das mit dem vergifteten Trinkwasser? Wegen den Fluor-Experimenten?"

Ich hatte geschrieben:

"wenn Produkte mit Kinderarbeit oder mit miserablen L√∂hnen hergestellt werden. In der veganen Gesellschaft w√ľrde man daran denken, die Gesetze anzupassen, damit nicht nur Trinkwasser nicht vergiftet wird, sondern auch Tiere geachtet werden."

Gemeint war, da√ü heute Industrie und Energiegewinnung den Umweltschutz ber√ľcksichtigen m√ľssen, damit zum Beispiel durch Abwasser Wasserreserven vergiftet werden usw. W√§re die Gesellschaft vegan, dann g√§be es Gesetze, da√ü alle Tiere zu sch√ľtzen sind. Wie das ausschauen w√ľrde, das wei√ü ich nicht, doch als auch alle Menschen nicht gleichgestellt waren, h√§tten man sich auch nicht ausmalen k√∂nnen, wie denn das m√∂glich ist (schwarze Sklaven zu sch√ľtzen, vor tausenden Jahren Sklaven zu sch√ľtzen, Frauen zu ber√ľcksichtigen usw-usw).


Liliales fragte:
Das mit den Spinnen verstehe ich nicht so recht, magst du das mal erklären? :)
(im Ansatz verstehe ich es schon, Spinnen-Eltern warten auf Spinnenkind, lässt das Leben gewichtiger nach außen hin gewichtiger erscheinen, da nicht "nur" die einzelne Spinne Interesse an Ihrem Überleben hat)


Ich hatte geschrieben:
"Ich sagte √ľber Spinnen oft, da√ü auch die zu Hause erwartet werden k√∂nnten von der Familie -- aber vielleicht ist das zu antropomorph, vom Menschen ausgehend und humanoid und sentimental."

Nur da√ü bei uns zu hause (noch weit in meiner Vegetarierkarriere √ľbrigens) meine Mutter und Schwester mir ift riefen: komm, Marton, rette die Spinne!, wenn es eine im Bad gab. Die meisten Menschen lachen dabei, aber dann sage ich, so wie ihr den pendelnden (menschlichen, versteht sich) Vater erwartet und traurig w√§ret, wenn er nicht mehr k√§me, so wird m√∂glicherweise auch die Spinne erwartet. Das ist nur exemplarisch gemeint von mir und ist der Sache mit allen Tieren anzupassen.

Ich glaube, was wichtig ist, da√ü Ethik nicht nat√ľrlich ist. Es ist ethisch, dem anderen nicht ins Wort zu fallen, sondern ihn ausreden zu lassen, weil das von Achtung zeigt. Wir m√∂chten auch ausreden. Aber nat√ľrlich ist das nicht. Dem anderen zuh√∂ren gab es kaum, eigentlich werden unsere Ahnen, denke ich, nur die (nicht Jagd- sondern Sammel-)Strategien besprochen haben, und wo die Grenze des Lagers verlaufen soll usw. Noch viel unnat√ľrlicher, Weibchen oder Frauen nicht zu bespringen. dazu sind wir regelrecht genetisch programmiert. Also sich zu beherrschen ist eine gute Sache, und das macht Menschen nicht besser, aber unterscheidet uns von vielen Tierkollegen. Falls wir das wahrnehmen, das z√∂ge Veganismus mit sich.

das schrieb die Frau von der Firma:
Denn bei fast jedem Herstellungsprozess wird unsere Umwelt (und Tierwelt) in irgend einer Weise verschmutzt, sei es durch die benötigten Stoffe oder die Energie, deren Gewinnung fast ausnahmslos problematisch ist -- auch bei
alternativen Quellen.

Garantiert, auch Menschen leiden, uns wegen unseres Energiehungers sterben garantiert Menschen. Doch ist es um die Menschenrechte (im Vergleich zu den allen anderen Tieren) gut bestellt, und das ließe sich anwenden als Feinschliff (Sojasahne auf dem Kuchen) der Umsetzung des allgemeinen Veganismus.

Re: Direkt vegan

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> 1.Niemand behauptet es ist unmöglich, direkt Vegan zu
> werden. Hypothese: Es kommt in der Realität aber nur selten
> vor. Daher muss man die √úberzeugungskraft auch eben
> dieser Realität anpassen.

Ganz genau. Und das heisst, endlich aufhören mit dem Blödsinn, der daran Schuld ist, dass es nur selten vorkommt. Schluss mit der Ausbeuterkuschelei. Schluss mit der Vegetarierpropaganda. Schluss mit Schrägstrichen. Schluss mit "auf dem Weg"-Gefasel. Schluss mit Mordapologetik. Schluss mit Reformismus.

Sch√∂n, dass Du das endlich erkannt hast (noch dazu selbst, denn die FAQ dazu hast Du nat√ľrlich nicht gelesen). Jetzt musst Du es nur noch umsetzen.

> 2.Die VsM-Seite ist sicherlich geeignet, Personen zu
> √ľberzeugen. Hypothese: Das betrifft v.a. Vegetarier, dessen
> kognitive Dissonanz dadurch vergrößert wird. Die Wirkung auf
> andere Personen ist beschränkt.

Selbstverst√§ndlich. VsM richtet sich nat√ľrlich an Vegetarier, nicht an Metzger, was dachtest Du denn? Schlie√ülich ist Vsm nur ein Text von vielen, die Website nur eine von vielen, die wir haben. Nur ist das eben die prim√§r f√ľr Vegetarier konzipierte.

Vielleicht liest Du VsM mal - die entscheidende Stelle steht sogar direkt auf der Startseite von http://vegetarier-sind-moerder.de:
Zitat: ¬ĽWas ist wohl einfacher: 300000 J√§ger in Deutschland vom Jagen abzubringen, so da√ü f√ľnf Millionen Tiere weniger pro Jahr erschossen werden, alle Tierversuche zu unterbinden, was eineinhalb Millionen Tieren Leid und Tod erspart, oder die Vegetarier, f√ľr die Millionen mehr Tiere [...] get√∂tet werden als f√ľr Jagd und Tierversuche zusammen, vom Veganismus zu √ľberzeugen?¬ę

Zitat aus ¬ĽVegetarier sind M√∂rder¬ę
Nur funktioniert sie, wenn ein Leichenfresser sie liest, eben ganz genauso, da das dort gesagt f√ľr das Ermorden von Tieren mit anschlie√üender aliment√§rer Beseitigung der Opfer entsprechend gilt, so dass, wer nicht ethisch minderbemittel ist, eben (dann ggf. auch direkt ohen Umweg √ľber Rinder- und H√ľhnermord) direkt vegan wird. Nur muss es eben klar und deutlich gesagt werden.

So, nachdem Du diese zwei Dinge richtig erkannt hast, folgen jetzt leider wieder Strohmannargumente:

> 3. Hier wird so getan, als sei es ganz einfach, die
> Tierrechte umzusetzen. Alle m√ľssen einfach nur mal eben vegan
> leben.

Vegan leben ist selbstverst√§dnlich Grundvoraussetzung f√ľr Tierrechte, Unveganismus ist Tierrechtsverletzung. Das ist doch wohl eine Binsenweisheit. Dar√ľberhinaus: Vegan ist nicht genug.

>Wer das nicht tut ist "ethisch minderbemittelt".

Selbstverständlich ist, wer die Fakten kennt [dass Du das ausgelassen hast macht Deine Aussage wieder zu einem Strohmannargument] und das nicht tut, ethisch minderbemittelt. Was denn sonst?

> Hypothese: So einfach ist es nicht. Menschen tun sich ja
> schon schwer damit, ihr Verhalten dahin zu ändern, dass Sie
> sich selbst nicht schaden (oder ihren Kindern etc.).
> Was soll sie also motivieren, sich f√ľr ein Huhn in Sachsen
> oder ein Rind ein Argentinien einzusetzen? Der moralische
> Zeigefinger? Glaube nicht, dass das wirkt.

Dass solche (ethisch minderbemittelten) nicht (von sich aus) vegan werden, liegt auf der Hand. Hat auch niemand behauptet.

Aber wenn die ethsci nicht minderbemittelten, statt sie mit Vegetarierpropagandanebelgranaten zu blenden, endlich sachrichtig aufgeklärt werden (am effektivsten euphemismenfrei z.B. via VsM) und somit immer mehr vegan werden, wird es ähnliuch sein wie mit den Nikotinikern: diese sind heute hier (und in vielen anderen Ländern) in großen Teilen der bevölkerung geächtet (wenn auch nicht genug).

> Ich sehe ja ein, dass es √ľberfl√ľssig ist, hier in diesem
> Forum zu diskutieren, wenn diese Form der Diskussion nicht
> gew√ľnscht ist. Sehe ja, dass Du mittlerweile genervt bist.

Lies doch mal die Forenrichtlinien:
Tierrechtsforum | Hier können Vorgehensweisen diskutiert und Informationen ausgetauscht werden, die dazu dienen, die Tierrechte zu verwirklichen.
Veganismusforum | Hier können Vorgehensweisen diskutiert und Informationen ausgetauscht werden, die dazu dienen, Veganismus zu fördern und eine vegane Gesellschaft zu etablieren.
[...]
Diese Foren dienen dem Austausch von Informationen und der Diskussion √ľber die Vorgehensweise, Tierrechte, Tierbefreiung, Antispeziesismus und Veganismus und zu f√∂rdern.

Die in anderen derartigen Foren √ľbliche Hetzpropaganda von Tierrechtsverletzern, Tierproduktkonsumenten, Tierqualprofiteuren und Speziesisten hat darin ebensowenig zu suchen, wie es die Propaganda und Rechtfertigungsversuche von Folterern und Kriegstreibern in einem Menschenrechtsforum, Heroindealern in einem Antidrogenforum, an religi√∂sen Wahnvorstellungen leidenden in einem Atheismusforum oder Nazis in einem Antifaschismusforum h√§tten.

Diese Foren sind jedenfalls nicht der Ort, zum achthundertsiebenundzwanzigsten Mal ellenlang auszuf√ľhren, da√ü und warum das so wenig mit der Realit√§t zu tun hat wie revisionistische Hetzschriften, die Konzentrationslager zu Erholungsheimen erkl√§ren.

Die ewig gleichen Diskussion √ľber die immer gleichen L√ľgen sind v√∂llig unergiebig und kosten uns alle nur Zeit und Nerven, die wir viel besser in anderes investieren k√∂nnen. Wer glaubt, Tiere sollten m√∂glichst schonend umgebracht werden, dann sei das schon in Ordnung, ein bi√üchen Milchschokolade zu essen schade keiner Kuh, Veganismus sei sch√§dlich, Menschen seien keine Tiere etc., kann sich jederzeit √ľber die Wirklichkeit informieren, beispielsweise durch die Informationen auf antiSpe.de und den antiSpe-Partnersites.

Die Fakten liegen klar auf der Hand, niemand wird sich damit herauswinden können, zu sagen, "wir haben davon nichts gewußt".[/quote]

> Wollte eigentlich nur mal verstehen, welche Argumente f√ľr
> Dein (Euer) Vorgehen sprechen, auch in dem Zusammenhang, dass
> nahezu alle anderen Organisationen kritisiert werden.

Das ist nat√ľrlich falsch. Dass es in Deutschland keine andere akzeptable Organisation gibt, ist a) nicht unsere Schuld und b) sagt nichts √ľber Organsationen anderswo aus, denn Maqi ist zwar hier, aber nicht weltweit die einzige abolitionistische, antispeziesistische Tierrechtsorganisation.

> Verstehe es jetzt etwas besser, ohne dass ich √ľberzeugt wurde.

Was w√ľrde Dich denn √ľberzeugen, wenn es Logik, stringente Argumente und belegte Fakten nicht tun?

Achim

Re: Jagdstörung

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> im moment habe ich glaube ich 2 anzeigen wegen störung der
> jagd. wie soll ich mich weiter verhalten.

Ohne nähere Informationen lässt sich das schwer sagen.

In manchen Bundesl√§ndern ist, wie oben gesagt, Jagdst√∂rung ein Ordnungswidrigkeit (so auch in "B√ľnde" - wenn ich das richtig sehe Niedersachsen). Schlimmstenfalls gibt es also eine Ordnungsstafe. Theoretisch k√∂nnen man wohl auch bis zum EuGH durchklagen (vgl Urteil von 1998).

Näheres siehe http://antispe.de/txt/jagdstoerung.html. Ansonsten: http://tierrechtsforen.de/hinweis.

Achim

Re: Jagdstörung

Autor: krafft eva-maria
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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[Link ergänzt - Mod]

hallo,
ich habe auch so ein erlebnis mit den Jägern als auch mit der Polizei ,
es fing eigentlich ganz harmlos an und endet immer noch nicht ,weiß garnicht wie ich mich wehren soll.
Bei mir war es ein Jäger , der Hauptkommisar a.d.war und der dann angeklagt wurde wegen datenmissbrauch .
Einmal bitte boulevard b√ľnde schauen unter Rentnerpolizist als rechtsbrecher. [http://www.boulevard-buende.de/tolle-karriere-rentnerpolizist-als-rechtsbrecher-%E2%80%93-dafur-geht-er-uber-leichen/]

im moment habe ich glaube ich 2 anzeigen wegen störung der jagd. wie soll ich mich weiter verhalten.
mfg
moonlight

Re: Stierkampfverbot - Ein Grund zum Jubeln?

Autor: Marton
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
Thema öffnen
Das ist wahrscheinlich nicht mal aus Tierschutzperspektive ein grosser Erfolg, denn - und das weiss ich zufällig - in Katalonien gabs ja kaum Stierkämpfe.

Aber es ist ja nicht viel Unterschied, ob jemand zur brutalen kulturellen Belustigung Tiere foltert und t√∂tet, oder zum kulinarischen Genuss, der auch st√§ndig mit dem Verweis auch Kultur und Tradition verteidigt wird. Das passt leider auch zum Thema Jagd. Das sind alles Fleischesser-Leute, die, wenn die Jagd verboten w√§re, Ihr Bedarf durch mehr Fleisch aus Tierhaltung decken w√ľrden.
Das Problem ist, und das geh√∂rt vielleicht in ein anderes Forum, dass sich Fleischkonsumenten gar nicht brutal f√ľhlen - im Gegensatz zu Stierk√§mpfern und J√§gern. Jemand sagte mir sogar, um Fleisch zu essen brauchest du ja (heute) gar nicht mehr zu t√∂ten. Und sogar, dass er Metzger nicht mag, aber mag er einen Zugschaffner nicht, spiele auch das keine Rolle, er hat eine Arbeit. Oder viele m√∂gen Polizisten nicht (und Gef√§ngnisw√§rter und Henker), doch "auch die muss es geben". Diese Verschiebung in der Argumentation ist gef√§hrlich.

Nadel f√ľr Reporter

Autor: martin
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Unter dem Titel "Die Welt ist nicht nett", der sich mit der aktuellen Debatte um die Bremer Tierversuche an Affen beschäftigt, wird festgestellt:
Zitat: Kleine Quizfrage: Wer steckt hinter dem Verein Neuland, der am 25. April dieses Jahres unter dem Motto "Sommer, Sonne und Bratwurst" in Berlin die 8. Bratwurstmeisterschaft abhielt, auf dass Fleischer um den Titel des Schöpfers der kreativsten Bratwurst konkurrieren? Richtig: Einer der drei Trägervereine ist der Deutsche Tierschutzbund (DTB). Im Vorstand von Neuland sitzt Wolfgang Apel, Präsident des DTB.

Nächste Frage: Wer rief anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstieres am 24. April dieses Jahres mal wieder zum Ende aller Versuche auf? Richtig: Tierschutzpräsident Wolfgang Apel, im Nebenberuf Vorstand der Fleischvermarktungsorganisation Neuland.

Eine freundliche Bezeichnung f√ľr eine solche Haltung ist: weltanschauliche Flexibilit√§t.

Das ist um so bemerkenswerter, da auch viele andere Artikel dazu das gleiche feststellen: "Tiersch√ľtzer", die gegen Tierversuche demonstrieren, aber nicht gegen die allt√§gliche Ausbeutung wie die f√ľr tierliche Nahrungsmittel, sind Heuchler. Also genau die Diskrepanz zwischen (vermeintlichem) Anspruch und Wirklichkeit, die die Alten und Neuen Tiersch√ľtzer als unwichtig vom Tisch zu wischen versuchen mit der Behauptung, Menschen w√ľrden "nunmal nicht rational handeln", sodass man ruhig inkonsequent sein k√∂nnte und z.B. mit Tierausbeutern gegen Einzelbereiche der Tierausbeutung demonstrieren k√∂nnte (mit Vegetariern gegen "Pelz"-Handel und dergleichen).

Offensichtlich ist das nicht der Fall. Das, was (wirkliche) Tierrechtler, d.h. Abolitionisten, seit Jahren betonen, zeigt sich in einem nach dem anderen Artikel in √ľberregionalen Zeitungen: inkonsequente Positionen funktionieren nicht. Die Menschen sind nicht so bl√∂d, dass sie Inkonsequenz in Praxis oder Forderungen nicht als Ausrede f√ľr ihr Verhalten gebrauchen w√ľrden. Das einzige, was funktioniert, ist und bleibt die Forderung nach Veganismus (nicht "Vegetarismus Schr√§gstrich Veganismus" oder vermeintlich besseren Tierausbeutungsprodukten wie "Freilandeiern") und nach der totalen Abschaffung aller Tierausbeutung (nicht erst einmal den "Pelz"-Handel oder eine bestimmte Form von Tierversuchen).

Was den Artikel anbelangt, ist der Rest dennoch ein Misthaufen. Er schreckt nicht vor billigen Argumenten wie dem M√§htod zur√ľck, womit bewiesen ist, dass der Schreiber nicht rechnen kann. Denn da f√ľr tierliche Produkte ein Vielfaches an Pflanzen verbraucht werden, ist die Anzahl der bei der Pflanzenproduktion get√∂teten Tiere bei unveganer Ern√§hrung zwangsl√§ufig immer wesentlich h√∂her als bei veganer. Auch schreckt er nicht vor kruden Falschdarstellungen zur√ľck wie der Behauptung, ohne J√§ger w√ľrden die Rehe dem Wald heillos zu Leibe r√ľcken. Hier ist richtig: ohne Jagd werden die Rehe erst gar nicht in den Wald gedr√§ngt, sodass sie ihn in Ruhe lassen w√ľrden (im Gegensatz zum jetzigen Zustand).

Die Welt ist nicht nett

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Von Christian Weber
Im Streit um die Bremer Affenversuche zeigt sich ein romantisches Missverständnis der Natur: Der Mensch kann nicht ohne Schuld leben.

Kleine Quizfrage: Wer steckt hinter dem Verein Neuland, der am 25. April dieses Jahres unter dem Motto "Sommer, Sonne und Bratwurst" in Berlin die 8. Bratwurstmeisterschaft abhielt, auf dass Fleischer um den Titel des Schöpfers der kreativsten Bratwurst konkurrieren? Richtig: Einer der drei Trägervereine ist der Deutsche Tierschutzbund (DTB). Im Vorstand von Neuland sitzt Wolfgang Apel, Präsident des DTB.

Nächste Frage: Wer rief anlässlich des Internationalen Tags des Versuchstieres am 24. April dieses Jahres mal wieder zum Ende aller Versuche auf? Richtig: Tierschutzpräsident Wolfgang Apel, im Nebenberuf Vorstand der Fleischvermarktungsorganisation Neuland.

Eine freundliche Bezeichnung f√ľr eine solche Haltung ist: weltanschauliche Flexibilit√§t.

Nichts gegen den Verein Neuland, der allem Vernehmen nach mit Erfolg versucht, eine artgerechte Tierproduktion zu f√∂rdern. Die Unverfrorenheit liegt in der Annahme, man k√∂nne ohne logischen Systemabsturz gleichzeitig W√ľrstchen grillen und gegen Tierversuche protestieren. Dabei handelt es sich nicht nur um eine verschrobene Einzelmeinung, sondern die offizielle Position einer Organisation mit 800.000 Mitgliedern.

Der Prozess um die Affenversuche des Bremer Hirnforschers Andreas Kreiter ist deshalb ein Anlass, um diese weit verbreitete Haltung zu diskutieren. Seit gestern n√§mlich verhandelt das Bremer Verwaltungsgericht dar√ľber, ob die Gesundheitsbeh√∂rde dem Forscher verbieten darf, weiterhin an den Gehirnen von Makaken zu experimentieren. Es wird ein Urteil von bundesweiter Bedeutung werden, weil hier die Grenzen der Forschungsfreiheit definiert werden. Kein Wunder, dass Tierrechtler derzeit wieder ihre Kampagnen intensivieren.

Gerne werden dann die Zahlen zitiert: So wurden in den Laboren Deutschlands im Jahr 2008 knapp 2,7 Millionen Tiere in Versuchen eingesetzt, darunter 2,3 Millionen Mäuse, Ratten und andere Nagetiere. Größere Tiere wie Schweine (13102), Rinder (6288), Schafe (4810), Pferde und ihre Verwandten (598), Hunde (445), Katzen (803) oder Affen (2285) sind relativ selten vertreten.

Starke Belastungen sind eher selten

Im Standardversuch werden M√§usen Substanzen injiziert. Dann nimmt man ihnen Blut oder Harn ab, am Ende werden sie eingeschl√§fert und seziert - gro√üe Schmerzen entstehen dabei nicht. Eher selten kommt es zu starken Belastungen, dann etwa, wenn die Versuchsziele den Einsatz von Schmerzmitteln verbieten oder die Tiere als chronisches Krankheitsmodell dienen. Allerdings erlaubt das Tierschutzgesetz solche Versuche nur, wenn mit ihnen wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. Sie m√ľssen so wie alle Versuche den Beh√∂rden gemeldet und von ihnen genehmigt werden.

Aufschlussreich zur Einordnung des Themas ist aber vor allem der Vergleich mit der Fleischproduktion: "Rekordproduktion!" jubelt das Statistische Bundesamt in seiner Fr√ľhjahrsmeldung zum Thema. Rund 60 Millionen Schweine, Rinder, Schafe, Ziegen und Pferde wurden demnach im vergangenen Jahr in Deutschland geschlachtet. Beim Gefl√ľgel meldet das Amt nur das Gewicht des erzeugten Fleisches: H√ľhner, Enten und Truth√ľhner brachten 7,7 Millionen Tonnen auf die Waage. Anders als bei Tierversuchen pr√ľft hier niemand, ob die T√∂tung eines Tieres zu rechtfertigen ist: Guter Appetit ist immer Grund genug.

Zu Tode gebr√ľht - bei vollen Sinnen

Dabei geht es in der Viehproduktion meist gewalttätiger zu als im Labor, wo wann immer möglich sorgfältig sediert wird - allein schon deshalb, weil gestresste Tiere keine guten Daten liefern. So werden in Deutschland zum Beispiel jedes Jahr 20 Millionen männlichen Ferkeln ohne Betäubung die Hoden abgeschnitten, damit ihr Fleisch später nicht den urinähnlichen Ebergeruch annimmt.

Im Schlachthof werden die Schweine zuerst bet√§ubt, danach haben die Metzger an den Schlachtstra√üen h√§ufig nur zwei Sekunden Zeit pro Tier, um ihnen die Schlagadern zu durchtrennen. Wie eine im M√§rz ver√∂ffentlichte Studie des Max- Rubner-Instituts f√ľr Sicherheit und Qualit√§t bei Fleisch in Kulmbach ergab, verfehlen die Schlachter in ein Prozent der F√§lle die entscheidenden Blutgef√§√üe oder √ľbersehen einzelne Exemplare.

Alternativmethoden gibt es in vielen Fällen nicht

Die Tiere werden wieder wach und dann bei vollen Sinnen im folgenden kochenden Wasserbad zu Tode gebr√ľht. Ein Prozent der F√§lle, das hei√üt: weit mehr als 500.000 Tiere.

Da ist es vermutlich immer noch besser, wenn Tiere vom J√§ger √ľberraschend get√∂tet werden. √úbrigens: In den W√§ldern wurden im Jagdjahr 2008/2009 rund f√ľnf Millionen Wildtiere erschossen. Als Fleischesser und Tr√§ger von Lederschuhen sollte man schon gute Gr√ľnde haben, wieso Schnitzel ethisch korrekt sei, der Tierversuch aber nicht.

Der schw√§chste Grund ist die Annahme, die Ergebnisse der Versuche lie√üen sich nicht auf Menschen √ľbertragen. In jeder Uni-Bibliothek l√§sst sich nachlesen, dass ein Gro√üteil des medizinischen Fortschritts auf Tierversuchen basiert: Impfstoffe und Antibiotika, Schmerzmittel und An√§sthetika, Strahlentherapie, Bluttransfusion und Organtransplantation, Herzoperationen und Nierendialyse - all diese Therapien wurden an Tieren entwickelt.

Irrig ist auch die Annahme, dass Alternativmethoden mit Zellkulturen oder Computer-Simulationen die Tiere problemlos ersetzen könnten. Am ehesten vorstellbar ist das noch bei Standardtests etwa auf Schleimhautverträglichkeit. Schwierig ist es, wenn nach unbekannten Effekten in Gesamtorganismen gesucht wird. Unmöglich ist es, wenn Neurowissenschaftler höhere kognitive Leistungen erforschen wollen.

Nat√ľrlich ist nicht jeder Tierversuch notwendig: Einige M√§use sterben f√ľr medizinische Doktorarbeiten, die die Welt nicht braucht. Pharmafirmen entwickeln auch √ľberfl√ľssige Medikamente. Mancher Professor h√§ngt aus Gewohnheit an einem Tiermodell, das sich ersetzen lie√üe.

Besser zu rechtfertigen als Fleischverzehr

Wom√∂glich wird die Einf√ľhrung von Alternativmethoden tats√§chlich nicht mit dem gebotenen Einsatz vorangetrieben. Man darf dar√ľber streiten, welche Belastung welche Tierart ertragen muss. Aber das sind keine prinzipiellen Einw√§nde. Vom Umfang und Zweck her sind Laborversuche eine Tiernutzung, die sich besser rechtfertigen l√§sst als die meisten anderen. Auf Fleisch kann jeder leichter verzichten als auf vielleicht lebensrettende Therapien.

Die interessante Frage ist, warum dennoch so viele Menschen gegen Tierversuche eingestellt sind? Eine Antwort k√∂nnte sein, dass sie Schuldgef√ľhle kompensieren wollen. Sie ahnen, dass ihr Steak nicht in zellophanverpackten Styroporsch√§lchen in Supermarktregalen erzeugt wird. So pr√ľgeln sie halt auf eine Branche ein, deren Ergebnisse sie vermeintlich nicht brauchen: die Wissenschaft.

Die einzig ehrenwerte und einigermaßen logische vertretbare Haltung als Tierversuchsgegner wäre, zumindest auf alle Fleischprodukte und einen Großteil der medizinischen Therapien zu verzichten. Doch selbst dann bleibt der Mensch in einem ethischen Dilemma gefangen: dass er nämlich Tiere umbringt, einfach weil er da ist und lebt.

Selbst ein Vegetarier muss es verantworten, dass nach Sch√§tzung der Deutschen Wildtierstiftung M√§hmaschinen jedes Jahr 500.000 Tiere zerst√ľckeln, darunter 90.000 Rehkitze. Als Autofahrer tr√§gt er nach einer Hochrechnung des Deutschen Jagdschutzverbandes dazu bei, dass jedes Jahr eine Million Rehe, Wildschweine, Hasen und F√ľchse auf den Stra√üen sterben.

Als B√ľrger profitiert er von der Ungezieferbek√§mpfung, die best√§ndig versucht, die Zahl der 300 Millionen Ratten in Deutschland mit m√∂glichst gemeinen Giften zu reduzieren. Als Tierhalter verantwortet er, dass Hunde und Katzen jedes Jahr etwa 20.000 Tonnen Futtermittel fressen, das vor allem aus Fleischabf√§llen besteht.

Nicht mal die Natur wäre richtig schön

Wer keine Schuld auf sich laden will, m√ľsste sein Gem√ľse selber anbauen und nur noch mit Kondomen verh√ľten, denn die Pille wurde im Tierversuch entwickelt. Wom√∂glich w√ľrde er wegen seines Verzichts auf Medikamente fr√ľher sterben, vielleicht an der Beulenpest, die sich nach dem Verzicht auf Rattenbek√§mpfung wieder ausgebreitet hat. Noch nicht mal die Natur w√§re richtig sch√∂n, denn die von der Jagd befreiten Rehe w√ľrden ziemlich am Wald nagen.

Wer keine Schuld auf sich laden will ...

Man kann es tragisch finden, aber es ist wohl so, dass menschliche Lebensart prinzipiell den Tieren schadet. Wer glaubt, dass alle Wesen auf diesem Planeten in friedlicher Eintracht miteinander leben k√∂nnten, romantisiert die Natur. Das hei√üt nicht, das alles erlaubt sein muss. So sind Tierversuche f√ľr die Entwicklung von Kosmetika in Deutschland seit 1998 verboten. An Menschenaffen wird seit 1991 nicht mehr geforscht.

In Bremen steht nun die Entscheidung dar√ľber an, ob Andreas Kreiter Grenzen √ľberschreitet. Auch hier ist eine rationale Diskussion nur schwer m√∂glich, weil allein schon die Versuchsbeschreibung Grusel-Phantasien bedient: Die Makaken sitzen bis zu vier Stunden mit fixiertem Kopf im Primatenstuhl und blicken auf einen Monitor, w√§hrend implantierte Elektroden die Reaktionen einzelner Nervenzellen auf visuelle Stimuli messen. Wenn sie auf die richtige Taste dr√ľcken, werden sie mit Saft belohnt. So wollen die Forscher unter anderem herausfinden, wie die Neuronen untereinander kommunizieren, wenn sie die Welt abbilden - ein zentrales Thema der Neurowissenschaft.

Eingriffe unter Vollnarkose

Andererseits: Die Zug√§nge zum Gehirn werden den Tieren unter Vollnarkose gelegt, die Elektroden sp√ľrt das Tier nicht, weil das Gehirn aus schmerzfreier Materie besteht. Sie sind so d√ľnn, dass es nicht zu Ausfallerscheinungen kommt. Die Tiere arbeiten freiwillig bei dem Experiment mit, andernfalls - so versichern Forscher - w√§re es nicht durchzuf√ľhren. Zwar bekommen die Tiere am Versuchstag nur wenig zu trinken, sodass sie durstig nach Belohnung lechzen. Eine Qual ist das aber nicht.

Das eigentliche ethische Problem ist daher weniger die Art dieses Experiments als die Frage, ob entwicklungsgeschichtlich hochstehende Tiere wie Primaten √ľberhaupt f√ľr die Wissenschaft eingesetzt werden d√ľrfen. Dagegen steht der Zweck: Auch wenn solche Grundlagenforschung nat√ľrlich nicht sofort medizinische Anwendungen produziert, steht doch fest, dass ein besseres Verst√§ndnis des Gehirns die Voraussetzung ist f√ľr neue Therapien verbreiteter neurologischer Erkrankungen wie Schizophrenie oder Demenz. Mutig, wer hier ein schnelles Urteil f√§llen kann.

Deshalb zum Schluss nur eine Anekdote: 1966 brach in einer Schimpansenkolonie im ostafrikanischen Gombe eine Polioepidemie aus. Die Primatenforscherin Jane Goodall - eine entschiedene Tierversuchsgegnerin - lie√ü daraufhin einen urspr√ľnglich f√ľr Menschen entwickelten Impfstoff einfliegen und verf√ľtterte ihn mit Bananen an die Affen. Die Aktion hatte Erfolg. F√ľr die Erforschung der Kinderl√§hmung und die Entwicklung dieses Impfstoffes wurden, so berichtet sein Entdecker Albert Sabin, 9000 Affen und mehr als 100 Schimpansen eingesetzt.

http://www.sueddeutsche.de/wissen/tierversuche-die-welt-ist-nicht-nett-1.951477

Joan Dunayer: Speciesism

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Joan Dunayer: Speciesism, Ryce Rublishing, Fairborn Court (Maryland) 2004

Joan Dunayer hat Master-Abschl√ľsse in englischer Literatur, Erziehungswissenschaften und Psychologie an der Universit√§t Princeton erworben. In ihrem fr√ľheren Buch, Animal Equality - Language and Liberation, besch√§ftigte sie sich mit den verschiedenen Facetten des Sprachspeziesismus. Dieser Aspekt kommt auch im vorliegenden Buch durch einige Vorbemerkungen zum Tragen.

Den drei Hauptkapiteln (Altspeziesismus, Neuspeziesismus und einem dritten Teil √ľber Antispeziesismus, "Animal Equality" benannt) ist die Definition von Speziesismus vorgeschoben. Speziesismus ist nicht leicht zu definieren wie die fehlerhaften und unvollst√§ndigen Definitionen von Singer und Regan zeigen. Im Falle Singer ist sie selbst speziesistisch, was bei ihm nicht verwundert. Dunayers Definition lautet schlie√ülich: Speziesimus ist "die Ablehnung (failure) in Einstellung (attitude) oder Praxis, nichtmenschlichen Lebewesen gleiche Ber√ľcksichtigung und Respekt zu gew√§hrleisten". Zwar ist positiv, dass auch "Respekt" erw√§hnt wird (was die Antwort z.B. darauf ist, warum man auch nat√ľrlichen Todes gestorbene Tiere nicht essen soll), dennoch mutet das "Lebewesen (being)" missverst√§ndlich an, da unter Lebewesen bekannterma√üen auch Pflanzen z√§hlen und hier sind die Unterstellungen von Forderungen nach Pflanzenrechten nicht mehr weit sind. Zudem fallen beim Begriff "nonhuman" Menschen heraus, weshalb diese Definition, die den Begriff "Spezies" zu vermeiden scheint, missverst√§ndlich ist.

Die drei Hauptkapitel sind in jeweils drei gleiche Unterkapitel geteilt, die parallelisiert werden. Sie befassen sich jeweils mit 1. Weltbild, 2. Gesetzgebung/Gesetzeslage und 3. Aktivismus der Bereiche Alt-, Neu- und Antispeziesismus.

Die erste Gruppe, die Altspeziesisten, sind Menschen, die jegliche ethische Ber√ľcksichtigung nichtmenschlicher Tiere ablehnen. Dunayer bespricht als prim√§re Merkmale dieser Position den Mangel an Empathie; die religi√∂se Vorstellung der Gottesebenbildlichkeit der Menschen; die Weigerung, nichtmenschliche Tiere als Individuen anzusehen; die Zuschreibung von besonderen Merkmalen oder Eigenschaften an Menschen, die nur Menschen bes√§√üen (wie "Seele", F√§higkeit zum Vertragsschluss, ein "h√∂herwertiges" Leben, eine gr√∂√üere Leidensf√§higkeit, h√∂here Intelligenz und √ľberlegene Moralit√§t). Sie erl√§utert dabei die Fehlerhaftigkeit dieser Argumentationsmuster und das falsche Verst√§ndnis dieser Gruppe davon, was Tierrechte bedeuten. Sie unterlegt ihre Ausf√ľhrungen mit kontrastierenden Studien, die die falschen Annahmen ins Reich der Mythen verweisen.

Der zweite Punkt, die Gesetzeslage, demaskiert die gegenw√§rtigen Tierschutzgesetze als durch und durch altspeziesistisch: Nichtmenschliche Tiere sind Eigentum ohne irgendwelche Rechtsanspr√ľche. Alle Gesetze, die sich auf Tiere beziehen, sch√ľtzen nicht die Tiere, sondern die menschlichen Interessen an ihnen. Ein Tier zu t√∂ten ist nur verboten, wenn damit das Eigentumsrecht (o.√Ą.) eines anderes verletzt wird. Das zeigt sich auch in Artenschutzgesetzen, die eben Arten, keine Individuen sch√ľtzen. Wenn die Populationen hingegen "zu gro√ü" werden, darf und soll umgebracht werden. Gesetze gegen "Grausamkeit" richten sich nicht einmal nach der Grausamkeit, sondern nach den Bedingungen der Tierausbeutung. So werden in manchen dieser Gesetze Spezies, die f√ľr "Jagd, Fischerei und Tierhaltung" relevant sind, schlichtweg ausgelassen oder noch so brutale Methoden gelten nicht als "brutal" - Tierqu√§lerei wird nur dort beschr√§nkt, wo sie nicht Teil des normalen Betriebs der Tierausbeutungsindustrie ist. Das Tierschutzgesetz (in den USA wie hier) dient gleicherma√üen dazu, Tierqu√§lerei als legal und damit gerechtfertigt erscheinen zu lassen, statt sie zu verbieten. Das zeigt sich auch deutlich darin, was bei Tierversuchen praktisch alles erlaubt ist (das Injizieren toxischer Stoffe in empfindliche Organe gilt hier eben nicht als "Tierqu√§lerei"). Auch der (amerikanische) "Humane Methods of Slaughter Act", der "humanes" Umbringen gew√§hrleisten soll, bezieht sich nur auf S√§ugetiere. Fische, von denen eine wesentlich h√∂here Anzahl an Individuen ermordet wird, m√ľssen √ľberhaupt nicht bet√§ubt werden. Ihr Fazit: "'Tier-Gesetze', die Ausbeutung und andere Formen des Missbrauchs billigen, sind Sklavengesetze, Instrumente speziesistischer Unterdr√ľckung."

Im Kapitel zur "old-speciesist advocacy" zeigt sie, dass traditioneller Tierschutz im speziesistischem Eigeninteresse liegt und daher nie so weit geht, dass er Tiere √ľber das Ma√ü, was mit diesem Eigeninteresse vertretbar ist, sch√ľtzen w√ľrde. So sollen Tierversuche einged√§mmt, aber nicht verboten werden. Menschen dieser Pr√§gung offenbaren sich auch dadurch, dass sie speziesistische Sprache benutzen und als "objektiv" verteidigen. Beispiele f√ľr altspeziesistischen Aktivismus sind Kampagnen f√ľr "humanes Schlachten", gr√∂√üere K√§fige oder die Ausweitung von Tierschutzgesetzen. Solche Ziele signalisieren, dass Tierausbeutung in Ordnung sei, solange sie nur "tierschutzgerecht" durchgef√ľhrt wird. Diese Gesetze werden dann von den Tierausbeutern als Rechtfertigung f√ľr ihr Tun herangezogen. Es wird dabei auf einzelne Bereiche (wie das Sch√§belkupieren oder die Kastration) fokussiert, nicht auf die Ausbeutung an sich, von der stattdessen abgelenkt wird. Nicht zu letzt fallen Altspeziesisten dadurch auf, dass sie manche Tierrechtsbegriffe vermeiden und von einer "rein pflanzlichen Ern√§hrung" statt von "Veganismus" sprechen.

Neuspeziesismus wird im zweiten Teil behandelt. Angefangen mit dem neuspeziesistischen Weltbild stellt Dunayer heraus, dass solche Menschen, die Grundrechte auf nichtmenschliche Tiere ausweiten wollen, aber das nur auf bestimmte Spezies und zwar auf solche, die dem Menschen m√∂glichst √§hnlich sind. Als Vertreter stellt sie Peter Singer und seine Ideen von "ersetzbaren" Tieren vor (ein Tier zu t√∂ten (insofern es kein Menschenaffe ist) ist unproblematisch, wenn es durch ein anderes ersetzt wird). Sie zeigt dabei, wie Singers Positionen, nichtmenschliche Tiere h√§tten kein Zukunftsbewusstsein, weniger soziale Bindungen u. dgl., von der Ethologie l√§ngst widerlegt sowie inh√§rent speziesistisch sind. Die neuspeziesistische Annahme, Menschen w√§ren aufgrund h√∂herer Intelligenz zu bevorzugen, funktioniert nur, wenn man menschliche Intelligenz als Standard setzt, was ‚Äď wiederum ‚Äď speziesistisch ist. Nicht wenig solcher Argumentation beruht auf dergleichen Zirkelschl√ľssen. Neben Singer erachtet auch Tom Regan menschliches Leben pauschal f√ľr wichtiger und ist daher dem Neuspeziesismus zuzuordnen.

Die neuspeziesistischen Gesetzesvorschl√§ge sehen vor, h√∂her entwickelten S√§ugetieren wie Menschenaffen oder Delfinen Grundrechte zu gew√§hren. Dunayer diskutiert hier einige der willk√ľrlichen Kriterien f√ľr diese Annahme (wie den Spiegeltest oder genetische √Ąhnlichkeit zum Menschen) und deren inkonsistente Umsetzung. Vor allem der Ansatz, nichtmenschliche Tiere nach ihrer √Ąhnlichkeit zum Menschen zu hierarchisieren, beruht auf schlichtem Anthropozentrismus. In Analogie w√ľrde die Vergabe von Menschenrechte aufgrund der Hautfarbe (ihrer "Hellh√§utigkeit") als rassistisch abgelehnt.

Als neuspeziesistische Kampagne nennt sie das Great Ape Project als die bekannteste. Dabei ist nicht der Fokus auf Affen das Problem, sondern die Argumente daf√ľr, die auf ethisch irrelevante (und anthropozentrische) Kriterien wie "komplexe Individualit√§t", Selbstbewusstsein usw. beruhen. Strategisch ist es gleicherma√üen fragw√ľrdig, weil man von der Basis solcher Argumente aus, die Rechte nicht auf andere Spezies ausdehnen kann, denn alle anderen Tiere sind immer nur noch weniger menschen√§hnlich. Dabei besteht das Problem nicht darin, dass nicht Affen zuerst Rechte bekommen sollten, sondern dass die Argumentation daf√ľr speziesistisch ist und das Ergebnis daher die anthropozentrische Hierarchie nur verschieben, nicht beseitigen w√ľrde.

Der dritte Teil √ľber Antispeziesismus ("Animal Equality") beginnt entsprechend der Reihenfolge mit der Vorstellung eines antispeziesistischen, (wirklich) tierrechtlerischen Weltbildes. Die Idee der Tierrechte ist es, nichtmenschlichen Tieren nicht per se die gleichen Rechte wie Menschen zuzusprechen, sondern 'nur' die Rechte f√ľr die F√§llen, wo gleiche Interessen ber√ľhrt werden. Diese Rechte sollten (entgegen Regan) auch gleich stark gewichtet werden. Auf der anderen Seite d√ľrften nichtmenschlichen Tieren nat√ľrlich genauso in den F√§llen Schaden zugef√ľgt werden, in den das auch bei Menschen erlaubt ist (z.B. in F√§llen der Notwehr). Und schlie√ülich sollte Tierrechte entgegen der neuspeziesistischen Vorstellung f√ľr alle Tiere mit Bewusstsein gelten, jedoch nicht f√ľr solche ohne eindeutige Anzeichen eines Nervensystems.

Eine nichtspeziesistische Gesetzgebung gelte als ein Hauptziel, den Status nichtmenschlicher Tiere als Besitz abzuschaffen und der wichtigste Schritt der Emanzipierung nichtmenschlicher Tiere auf gesetzlicher Ebene ist die Zusprechung des Personenstatus. Dessen Ausweitung ist dabei nur die logische Fortf√ľhrung der letzten Ausweitung auf ehemalige (nicht-wei√üe) Sklaven, die zuvor auch als Eigentum, nicht als Personen galten. Dass Delfine bereits jetzt zweifelsfrei den Personenstatus selbst auf speziesistischer Grundlage verdienen w√ľrden, wurde unl√§ngst festgestellt (doch rationale Argumente haben die speziesistische Ideologie bisher wenig beeindruckt). Neben dem Recht auf Leben m√ľssten nach Dunayer auch weitere Rechte, wie die auf Freiheit und auf Integrit√§t des Lebensraums, verankert werden.

Als Strategien auf dem Weg dorthin nennt sie die Adoption/Aufnahme von Tieren und Tierbefreiungen. Daneben k√∂nnen solche Gesetze bef√ľrwortet werden, die Teilbereiche der Tierausbeutung f√ľr mindestens eine Spezies komplett abschaffen, d.h. darunter fallen nicht die "Abschaffungen" von einzelnen Tierausbeutungsformen wie "Legebatterien" zugunsten von "Alternativhaltungen". Da dies nur begrenzt wirksam ist, ist der Boykott der Tierausbeutungsindustrie eine der wichtigsten Strategien: das bedeutet vegan zu leben und andere dazu zu motivieren. Die Verbreitung von Veganismus und die Aufkl√§rung √ľber und Forderung nach Tierrechten (und nicht nach mehr Tier"schutz"), so Dunayer abschlie√üend, bilden das Fundament f√ľr die √Ėffentlichkeitsarbeit.

Das Buch profitiert insgesamt als Einstiegswerk neben seinem konzisen Umfang von seiner klaren Gliederung in drei mal drei Teile durch die Parallelisierung der Unterkapitel, zudem ist es durch ein Register erschlossen. Nur bedingt gelungen, aber auch nur bedingt lösbar, ist das Problem, dass einige unter Altspeziesismus diskutierte Einwände gegen Tierrechte auch von Neuspeziesisten vertreten werden und umgekehrt. Wobei andererseits auch nicht behauptet wurde, es gäbe es klare Trennung. Beiden ist schließlich Speziesismus.
Die Argumentation wird von einer Mischung aus individuellen Erfahrungen und dem Zitieren von wissenschaftlichen Untersuchungen getragen, wobei letzteres jedoch z.T. etwas zu ausf√ľhrlich geschieht. An manchen Stellen w√§re hier eine Einschr√§nkung nicht abtr√§glich gewesen. Positiv im Weiteren ist die eindeutig ablehnende Haltung gegen√ľber Undingen wie Religion, Tierschutz, Reformismus und Artenschutz.

Jedoch einige kritische Aspekte an Dunayers Werk. Im achten Kapitel spricht sie davon, dass Menschen andere Tiere (menschliche und nichtmenschliche) t√∂ten d√ľrften, wenn sie ansonsten verhungern w√ľrden. Im neunten hei√üt es scheinbar mit Bezug darauf: "However, individual humans could hunt unless emancipated nonhumans had a legal right to life." Das k√∂nnte als Rechtfertigung f√ľr das Inuit-Pseudoargument herangezogen werden, vor dem auch im deutschen Raum selbst erkl√§rte Tierrechtler nicht sicher sind. Ich denke nicht, dass in Extremsituationen der Rechtsschutz aufgehoben werden darf, auch wenn es mildernde Umst√§nde w√§ren. Es verletzt basale Rechte und ist daher in jedem Fall "immoral", weshalb mir ihre Rechtfertigung daf√ľr zu leicht von der Hand geht.
Unvorteilhaft verk√ľrzt ist die Erkl√§rung von abolitionistischen Gesetzen (s.o.). Die Teilabschaffung eines Bereichs ist n√§mlich nur unter solchen bestimmten Bedingungen, die negative Nebenwirkungen ausschlie√üen, sinnvoll. Ansonsten besteht auch hier die Gefahr, dass es mehr oder minder nur Verschiebungen der Ausbeutungsprobleme sind, denn wenn durch ein Verbot des Experimentierens mit Spezies X, die Experimente dann mit Spezies Y durchgef√ľhrt werden, entspricht das der Definition, ist aber kein Fortschritt.

Vehemente Kritik f√ľr ihren Umgang mit Francione und dessen Werk bekam sie von Jeff Perz in seiner Rezension "Anti-Speciesism". Er weist darin sehr ausf√ľhrlich nach, dass sie zum einen wesentlich st√§rker auf Franciones Theorie aufbaut, als sie es durch Quellenverweise deutlich macht. Zum anderen, dass ihre Kritik an Francione auf aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten beruht, bspw. wenn es um das "eine Recht, kein Eigentum zu sein" geht, was sie als einziges Recht, das Francione fordern w√ľrde, darstellt, w√§hrend es f√ľr ihn (wie er auch deutlich, in den Quellen, die sie zitiert, schreibt) lediglich die Voraussetzung daf√ľr ist, √ľberhaupt bedeutungsvolle Rechte zu etablieren (im Gegensatz zu den gegenw√§rtigen Tierschutzgesetzen).
Dunayer antwortete darauf. Sie bem√ľht sich hier damit gegenzuargumentieren, dass einige der Kritikpunkte von Perz fr√ľhere Arbeiten von ihr nicht ber√ľcksichtigt haben. Jedoch geht sie nur auf einige der Kritikpunkte ein, viele bleiben unber√ľhrt, sodass sie v.a. den zweiten Vorwurf, die fehlerhafte Interpretation und Wiedergabe Franciones Arbeit nicht wirklich ausr√§umen kann. Sie anerkennt jedoch die Kritik, dass ihre Speziesismus-Definition nicht ganz gelungen war (wie auch oben angedeutet). Die neue lautet nunmehr: "A failure, on the basis of species, to accord anyone equal consideration.‚ÄĚ
Perz antwortete wiederum und geht ausf√ľhrlich auf alle von ihr vorgebrachten Gegenargumente ein.

Fazit: In √úbersichtlichkeit und Aufbau ist es gelungen, auch in der Diskussion der gegenw√§rtigen Varianten des Speziesismus d√ľrfte man kaum eine konzisere Darstellung finden. Perfekt ist es jedoch nicht, sofern man √ľberhaupt Perfektion erwarten k√∂nnte und besonders ihre Kritik an Francione ist kritisch zu lesen.

Re: Lieblingstiere?

Autor: Trolli
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Ich liebe es, Tieren zusehen zu d√ľrfen, quasi als Gast in ihrem Leben in freier Natur. Am Eidechsenloch warten, bis Familie Eidechse rauskommt und auf Sonnebad oder Jagd geht, eine Spinne beim Netzbau beobachten, eine Ameisenstra√üe im Wald √ľber viele Meter verfolgen, im Winter die Spuren im Schnee interpretieren, und eine Geschichte dazu erfinden. (Mache ich gern mit meinem Sohn. Es ist erstaunlich, wer √ľber Nacht in unserem Garten herum l√§uft.)

Aber Lieblingstier? Kann ich nicht sagen. Ich freue mich, wenn eine Katze auf mich zukommt, und gestreichelt werden will. Beide Seiten haben was von der Aktion, und die Katze geht dann wieder ihrer Wege, und das ist auch gut so.

Ich habe einen Lieblingsmann und ein Lieblingskind, und mit den beiden kann ich auch prima kuscheln, "Gassi"-Spaziergang gehen, mit ihnen sprechen, Spaß haben usw.

Aber Lieblings- oder Ekeltier habe ich nicht.

Trolli

Re: Vegane Instrumente und Aufgaben der Tierrechtler

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> man bei der Abschaffung des 1. Fleischessens, 2. Eier, 3.
> Milch, 4. Tierversuche, 5. Jagd, 6. Stierkampf, 7/8. Zirkus
> == 7/8. Zoo, 9. Tierhaltung, 10. Polizei- und
> Blindenf√ľhrerhunde mehr bewirken, das wird auch eher
> verstanden. √úbrigens, ist meine Reihenfelge der Wichtigkeit
> in den zehn Punkten der Tierrechtsbewegung korrekt?

M.E. jein. Eine Reihenfolge aufzustellen ist nicht sinnvoll, weil die Aspekte viel zu stark zusammenhängen, aber zumindest lassen sich einige Kern- und Randbereiche sondern, bei denen man logischerweise mehr Energie in die Kernbereiche stecken sollte.

Vegane Instrumente und Aufgaben der Tierrechtler

Autor: M√°rton Terts
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Das wird alles stimmen. Ich will nicht komplett resignieren, aber ich f√ľrchte, all das wird erst bedacht, wenn zuerst die Tierhaltung abgeschafft ist oder wenigstens stark beschr√§nkt und mehr als .3-.6 % der Bev√∂lkerung Veganismus in Betracht zieht. Dann aber ziemlich automatisch.

Nat√ļrlich k√∂nnte ich jetzt schon ein vegane Sonderanfertigung bestellen, wo alle ersetzten Teile Prototypen w√§ren. Aber -- ich sch√§me mich -- da muss ich ein bisschen Utilitalistisch sein: zwar ein Super-Beispiel, es w√§re so teuer, dass ich, selbst wenn ich es mir leisten k√∂nnte, mit dem Geld k√∂nnte man bei der Abschaffung des 1. Fleischessens, 2. Eier, 3. Milch, 4. Tierversuche, 5. Jagd, 6. Stierkampf, 7/8. Zirkus == 7/8. Zoo, 9. Tierhaltung, 10. Polizei- und Blindenf√ľhrerhunde mehr bewirken, das wird auch eher verstanden. √úbrigens, ist meine Reihenfelge der Wichtigkeit in den zehn Punkten der Tierrechtsbewegung korrekt?

Erbse f√ľr diverse Artenschutz-Organisationen

Autor: martin
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Man lese und staune.
Zitat: Tokio/Hamburg ‚ÄĒ Die internationale Walfangkommission (IWC) hat einen neuen Kompromissvorschlag zur Jagd auf die Meeress√§uger pr√§sentiert. Danach soll Japan weiter Wale jagen d√ľrfen, die Zahl der get√∂teten Tiere jedoch reduzieren. Dadurch w√ľrde die Zahl der get√∂teten Wale verringert, verteidigte IWC-Pr√§sident Christian Maquieira den Vorschlag, der von Umweltsch√ľtzern scharf kritisiert wurde.

Greenpeace sprach in einer ersten Reaktion von einem "gef√§hrlichen R√ľckschritt" und warnte vor einer Ausrottung der Wale. Auch der WWF warnte davor, die Jagd auf die Meeress√§uger aus wissenschaftlichen Gr√ľnden zu erlauben. Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) erkl√§rte in Hamburg: "Der Vorschlag liest sich wie ein langfristiges Schutzprogramm f√ľr Walfang, den Walen hilft er nicht."

[...]

(AFP)

Eine Reform des "Walfangs" wird ablehnt, weil sie offensichtlich nur wie Schutz aussieht, aber nicht hilft. Mit dieser Einsicht von selbst √ľbelst speziesistischen Artenschutz-Vereinigungen sind die Neuen Tiersch√ľtzer die letzten, aber auch wirklich allerletzten, die noch glauben (bzw. ihren Spendern einreden), da√ü eine mit den T√§tern (ob Regierung oder Industrie) ausgehandelte Reform bzw. "schrittweise Reduktion" "langfristig" zur Abschaffung f√ľhren w√ľrde, statt - was mehr der Realit√§t entspricht - nur eine Form der Zementierung der Tierausbeutung ist. Hoffentlich ist ihnen das langsam peinlich (aber zu erwarten ist es nicht).

Susanna Harringer: Manche Tiere sind gleicher

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Susanna Harringer: Manche Tiere sind gleicher. Konzepte von Tierschonung, Tierbefreiung, Tierrecht und Tierverteidigung und ihr politischer Anspruch, Diss., Guthmann-Peterson-Verlag, Wien [u.a.] 2002

Susanna Harringer studierte Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft und Publizistik. Sie absolvierte außerdem eine Buchhandelslehre und ist momentan als wissenschaftliche und literarische Lektorin tätig.

Das Ziel ihrer Arbeit ist "die Beziehungen zwischen Menschen und Natur bzw. nm.en Lebewesen in der abendländischen Geistesgeschichte zu verfolgen und die theoretischen Ansätze, auf die die moderne Tierrechtsbewegung sich beruft, zu erklären". Dabei bringt sie auch wiederholt eine feministische Sicht hinein, da diese ihres Erachtens bisher zu wenig rezipiert wurde.

Das erste Kapitel besch√§ftigt sich damit, "wie und warum sich in der westliche Philosophie das Bild des Menschen immer weiter von dem der Natur entfernt". Wobei ein eigentlicher Anfang fehlt, denn ihr Beginn mit der griechischen Antike zeigt bereits einen stark verfestigten, kaum zu steigernden Speziesismus. Die prim√§r anthropozentrische Ausrichtung verst√§rkte sich im Mittelalter weiter und in der fr√ľhen Neuzeit wurde die Natur durch die "neue mechanistische Philosophie" zum Objekt (reduziert auf "ein ausbeutbares und n√ľtzliches Ding"). Dortiger H√∂hepunkt ist Descartes mit seiner Vorstellung der Tiere als Maschinen, die keine Schmerzen empfinden k√∂nnen (und deren Schmerzensschreie rein mechanisch sind und dem Ticken einer Uhr entspr√§chen).
Daran anschlie√üend zeigt Harringer, wie die Natur mit weiblichen Attributen gesehen und der Herrschaft der m√§nnlichen Wissenschaftler untergeordnet wurde. Gegen Descartes Mensch-Nichtmensch-Dichotomie wandten sich der Darwinismus und der Marxismus. Darwin habe die "Verbindung zwischen nat√ľrlichen Wesen [...] haupts√§chlich als Kampfzusammenh√§nge" gesehen und dagegen stehe Kropotkin mit seinem Werk "Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt". Der Marxismus meint, im Kapitalismus habe die Natur nur einen Wert, wenn es ein Wert f√ľr die Menschen ist. Er selbst wolle den Subjekt-Objekt-Konflikt (zwischen Mensch und Natur) mit der Etablierung einer klassenlosen Gesellschaft gel√∂st wissen. Das √§ndert allerdings nichts an der hierarchischen Trennung von "Mensch und Tier" und die Sonderstellung des ersten, weshalb im Marxismus selbst kaum antispeziesistisches Potenzial zu finden ist.
Danach f√ľhrt sie Horkheimer und Adorno an, auf die an anderer Stelle ausf√ľhrlicher eingegangen wird, und geht noch n√§her auf "Feminismus und Natur" ein. Was gut daran sein soll, da√ü "die amerikanischen Feministinnen [..] mehrheitlich v√∂llig selbstverst√§ndlich Vegetarierinnen" sind, bleibt ungekl√§rt. Die Feministin Mary Wollstonecraft (1759-1797) hatte dabei bemerkenswerterweise bereits die Heuchelei des Tierschutzes erkannt und formuliert. Eine nachhaltige Wirkung blieb dem jedoch versagt (auch innerhalb des Feminismus).
Als letztes besch√§ftigt sie sich mit dem "j√ľdisch-christliche[n] Komplex", zu dem ich mir auch die bekannten Einzelheiten sparen kann, denn wesentlich Neues ist hier nicht zu lesen. Da√ü Harringer in diesem Zusammenhang im "sorgf√§ltigen" Umbringen durch "ausgebildete" Schlachter und dem Fressen nur "weniger Tierarten" ein "Vermeiden von Tierleid durch R√ľcksichtnahme auf besondere Situationen" sieht, ist etwas bedenklich. Genauso, da√ü der Theist Andrew Linzey ein "Tierrechtler" gewesen sein soll, da Theismus und Tierrechte eben nur schwer zusammenpassen.

"Konfliktfelder, auf denen sich der Kampf der Tierrechtsbewegung abspielt" ist das zweite Kapitel. Zu diesen Feldern z√§hlt sie den "tierindustrielle[n] Komplex", mit "Massentierhaltung", f√ľr die sie die bekannten Folgen wie Krankheiten, Verhaltensst√∂rungen usw. der Tiere beschreibt. Aber auch hier wundert die Relevanz, da√ü die armen Bauern von gro√üen Firmen in die "Intensivhaltung" gezwungen worden seien, oder da√ü "jeder pers√∂nliche Kontakt zwischen Mensch und Tier [..] verloren[geht]". Das w√ľrde implizieren, freiwillige "Massentierhaltung" oder "Alternativhaltung" bzw. Ausbeutung mit "pers√∂nlichem Kontakt" seien irgendwie akzeptabler.
Danach folgt das √úbliche zu √Ėkologie, Gesundheit (der Menschen), Ressourcenverschwendung usw., sowie zu Tiertransporten und Randbereichen wie Tierversuche, "Pelz", "Jagd", "Zoo" und "Zirkus".
Etwas umfangreicher bespricht sie anschlie√üend das "Fleischessen", wobei es auch als "Faktor in der Geschlechterdifferenzierung" diene. Gesellschaften, in denen Leichenteile eine gro√üe Rolle spielen, sind von geschlechtlicher Arbeitsteilung gekennzeichnet, wobei Frauen mehr arbeiten w√ľrden. "Fleisch" sei dar√ľber hinaus die "Inkarnation des Patriarchats" (Adams), wobei sie auch im Weiteren wieder von "ethische[m] Vegetarismus" spricht (was auch immer das sein soll) statt von Veganismus.

Das dritte Kapitel ("Konzepte, die sich der Ausbeutung widersetzen") beginnt sie mit Vegetarismus (inwiefern auch immer der sich der Ausbeutung widersetzen soll); ist der Meinung, Hitler sei Vegetarier gewesen (was auch f√ľr das Jahr 2002 schlecht recherchiert ist), und wirft Tierschutz und Tierrechte durcheinander. Danach betrachtet sie "historische St√∂rmungen" des Vegetarismus (die, wie bekannt, von Theismus oder anderer Anthropozentrik gepr√§gt waren) und "erste[] Tierrechtstheoretiker", worunter angeblich Salt und Nelson fallen. Man wartet auch nicht lange darauf, bis Singer und Regan als Tierrechtsphilosophen bezeichnet werden, was nach Kaplan zitiert wird ‚Äď ein bemerkenswerter Zirkelschlu√ü -, und auch Balluch gesellt sich noch dazu. Immerhin sind ihr dann doch noch einige Inkonsistenzen bei Singer und Regan aufgefallen, aber ohne daraus die notwendigen Schl√ľsse zu ziehen. Als "feministische" Sicht gibt sie abschlie√üend Adams Ansichten ausf√ľhrlich wieder, denen zufolge die Tierausbeutung eine "m√§nnliche Konstruktion" sei (was nicht nur unlogisch klingt, sondern auch ist).

Das vierte Kapitel ("Die Bewegung") soll das "politisches Selbstverst√§ndnis der Tierrechtsbewegung" behandeln. Analog dazu, da√ü sie das letzte Kapitel mit Vegetarismus begann, beginnt sie dieses mit - richtig - Tierschutzgesetzen. Auch hier erkennt sie die anthropozentrische Ausrichtung und auch hier zieht sie nicht die notwendigen Schlu√üfolgerungen. Besser sind ihre Aussagen zu speziesistischer Sprache und dem "KZ-Vergleich" (womit sie wahrscheinlich die Analogie meint). Zuletzt √ľberpr√ľft sie die von Young entwickelten "f√ľnf Kriterien der Unterdr√ľckung".

Fazit: Als Kurz√ľbersicht √ľber die (fast ausschlie√ülichen) Fehlentwicklungen der Vergangenheit ist es eigentlich n√ľtzlich, w√§re da nicht die eigenartige Kommentierung, die nicht selten an einer Verharmlosung bestimmter Formen von Tierausbeutung grenzt. Vegetarismus setzt sich nicht der Tierausbeutung entgegen, sondern f√ľhrt sie modifiziert fort, und Tierschutz hat mit Tierrechten wenig zu. Die wenigen besseren, wenn auch kaum √ľberm√§√üig n√ľtzlichen Stellen, reichen leider nicht aus, um das Buch wirklich empfehlenswert zu machen.

Vegetarier f√ľr's Klima / Aigner: Verzichten Sie mal auf Fleisch!

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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29 | 12 | 2009

Von MICHAEL FUCHS

Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) empfiehlt den Deutschen, weniger Fleisch zu essen, um das Klima zu sch√ľtzen.

W√ľrstchen am Heiligen Abend, Gans am ersten Weihnachtstag, dann Rinderroulade, Braten oder Steak:

Nicht nur an den Feiertagen essen die Menschen in Deutschland viel Fleisch ‚Äď rund doppelt so viel wie Ern√§hrungsexperten empfehlen. Das schadet nicht nur der Gesundheit, sondern auch dem Klima.

Zitat: Fleisch-Konsum

Mit 88,4 Kilo pro Kopf erreichte der Fleischverbrauch in Deutschland 2008 einen Rekordwert. Verzehrt wurden laut Fleischwarenverband 60,4 Kilo, der Rest ging in die industrielle Verwertung (z. B. f√ľr Cremes).

M√§nner essen im Schnitt doppelt so viel Fleisch wie Frauen. Am beliebtesten ist Schwein: 2008 wurden 38,4 Kilo pro Kopf verzehrt. Auf Platz zwei folgt Gefl√ľgel (11,2 kg) vor Rindfleisch (8,6kg).



Jetzt fordert Bundesagrarministerin Ilse Aigner (CSU) die Deutschen auf, weniger Fleisch zu essen ‚Äď als Beitrag zum Klimaschutz. Sie will in der Landwirtschaft umweltfreundlichere Produktionsmethoden etablieren. Aber auch die Verbraucher m√ľssten sich ‚Äěan die eigene Nase fassen‚Äú. Eine gesunde, ausgewogene Ern√§hrung mit weniger Fleisch sei ein Beitrag zum Klimaschutz, sagte Aigner der ‚ÄěHannoverschen Allgemeinen Zeitung‚Äú.

Hintergrund: Laut UN-Studien entstehen rund 18 Prozent aller Treibhausgase weltweit durch die Fleischproduktion, etwa durch den Methan-Aussto√ü von Rindern. Das ist mehr als der gesamte Verkehr (Autos, Flugzeuge, Z√ľge, Schiffe etc.) auf der Erde verursacht.

Salopp gesagt: Fleisch essen ist klimasch√§dlicher als Auto fahren. Denn die Viehzucht verbraucht enorme Ressourcen. Klima-Experte J√∂rg Feddern von Greenpeace zum EXPRESS: ‚ÄěF√ľr die Fleischproduktion in Europa werden zum Beispiel in Brasilien Regenw√§lder abgeholzt, um Soja f√ľr billiges Viehfutter anbauen zu k√∂nnen. Das wird dann per Schiff um die halbe Welt transportiert.‚Äú

Wer seine Ern√§hrung umstelle, k√∂nne einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, so Feddern. ‚ÄěEin Verbraucher in Deutschland, der sich mit viel Fleisch und konventionell hergestellten Lebensmitteln ern√§hrt, produziert ca. 860 Kilo Kohlendioxid im Jahr. Wer biologisch erzeugte Produkte aus der Region kauft und wenig Fleisch isst, kann seine CO2-Bilanz auf 470 Kilo pro Jahr dr√ľcken. Wird ganz auf Fleisch verzichtet, sind es nur 340 Kilo CO2.‚Äú

Die Deutsche Gesellschaft f√ľr Ern√§hrung empfiehlt, pro Woche 300 bis 600 Gramm Fleisch zu essen. Der tats√§chliche Verzehr liegt doppelt so hoch ‚Äď im Schnitt 1160 Gramm pro Kopf.

http://www.express.de/news/politik-wirtschaft/aigner--verzichten-sie-mal-auf-fleisch-/-/2184/1146496/-/

Susann Witt-Stahl (Hrsg.): Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Susann Witt-Stahl (Hrsg.): Das steinerne Herz der Unendlichkeit erweichen. Beitr√§ge zu einer kritischen Theorie f√ľr die Befreiung der Tiere, 1. Aufl., Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2007

Dieser Sammelband, der aus einen Kongreß von 2006 hervorgegangen ist, behandelt das Verhältnis der Frankfurter Schule zur Idee der Tierrechte und viele weitere Bereiche wie der Kritik an gewissen Störmungen innerhalb der Tierbewegung. Die Beiträge wurden nicht ausschließlich von Personen aus dem Tierrechtsumfeld, sondern auch von "externen Wissenschaftlern", die einer gewissen Einseitigkeit entgegenwirken sollen.

Das Buch ist aktuell in der zweiten Auflage erschienen, der Beitrag hier behandelt die erste, soda√ü zu √Ąnderungen nichts sagen kann. Alle kursiven Hervorhebungen sind aus dem Original √ľbernommen.

Im Editorial liest man die Themenstellung, aus der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule (u.a Adorno, Horkheimer, Marcuse) die Relevanz f√ľr eine Tierrechtstheorie heraussuchen zu wollen, noch einmal genauer. Zwischen diesen Philosophen und ihrer pers√∂nlichen Konsequenz besteht wie so oft eine gewisse Diskrepanz und so ist es auch fragw√ľrdig, ob man die Tierfreundlichkeit Marcuses damit belegen kann, da√ü er sich "eine Dauerkarte f√ľr den Zoo in San Diego zulegte". Aber es hei√üt ja nicht, da√ü die Kritische Theorie eine Tierrechtsphilosophie w√§re, sondern sie soll als Vorlage dienen. "Mit diesem Band soll ein Implus daf√ľr gegeben werden, auf Basis der Kritik der politischen √Ėkonomie eine kritische Theorie zu entwickeln f√ľr eine befreite Gesellschaft mit einem kollektiven Bewusstsein von einer [...] 'Solidarit√§t, die schlie√ülich auf die Kreatur schlechthin sich erstrecken k√∂nnte.'" Und weiter: "Ein Gro√üteil der Autoren der in diesem Band versammelten Beitr√§ge begeben sich ‚Äď entlang der Threorielinie Hegel-Marx-Freud ‚Äď in der Kritischen Threorie der Frankfurter Schule auf die Suche nach tierbefreierischen Elementen und Gehalten einer Utopie der Vers√∂hnung von Mensch und Natur."

Im Vorwort von Moshe Zuckermann ("Mensch und Tier. Anmerkungen zur Zivilisationstragik") liest man seine Erkl√§rung des Umgangs mit nichtmenschlichen Tieren aus der geschichtlichen Entwicklung. Auf der einen Seite stand die zivilisationsgeschichtliche Notwendigkeit die Natur zu beherrschen und auf der anderen sieht er die ideologische Begr√ľndung insbesondere durch die monotheistischen Religionen bedingt, so wenn z.B. die Bibel den Zustand der Beherrung mit ihren Herrschaftsgebot legitimiert.

Carten Haker gibt im ersten Beitrag eine Einf√ľhrung zum "Mensch-Tier-Verh√§ltnis in der Kritischen Theorie Theordor W. Adornos und Max Horkheimers". Diese bezeichneten das Verh√§ltnis in gesellschaftlich-geschichtlicher Hinsicht als totale Unterdr√ľckung und Instrumentalisierung mittels einer Vernunft, die "ihre Nat√ľrlichkeit nicht kritisch reflektiert und Herrschaft zur√ľcknimmt". Sie besch√§ftigten sich auch mit der Entwicklung der ideologische Abgrenzung der Menschen von den anderen Tieren. Die Vernunft bedinge dabei die auf die Empathie bezogene "Verh√§rtung gegen√ľber Natur und Tieren". Das Tierhafte wird als das Triebhafte unterdr√ľckt und tabuisiert und Menschen, um sie zu diffamieren, als nichtmenschliche Tiere bezeichnet.
Schlie√ülich kamen sie zu einer negativen Moralphilosophie. Laut Marcuse sei "keine freie Gesellschaft vorstellbar, zu deren 'regulativen Ideen der Vernunft' nicht der gemeinsame Versuch geh√∂rte, die Leiden, welche die Menschen den Tieren zuf√ľgen, folgerichtig zu verringern". Die letzte Formulierung √§hnlich gef√§hrlich der Tierschutzrhetorik und Adorno und Horkheimer formulierten keine wirkliche klare Position, wie diese Erkenntnisse in der Praxis umzusetzen seien, und sprachen pauschal von einem "Heraustreten des Gedankens aus dem Banne der Natur".

Gunzelin Schmid Noerr geht im Beitrag "Mitleid mit der gequ√§lten Kreatur" dem Einflu√ü der Mitleidsethik Schopenhauers auf die Kritische Theorie nach. Schopenhauers "Mitleid" war keine "blo√ü subjektive Anwandlung von Herzensg√ľte, sondern ein intuitives Wissen um das Empfinden anderer und um das letztlich unaufhebbare Leiden alles Lebendigen". Daher sei man nicht christliches "Erbarmen, sondern Gerechtigkeit [...] den Tieren schuldig". So weit, so gut, doch sein Ansatz beg√ľnstigt problematische Entwicklungen, wenn er diese Gerechtigkeit auf Utilitarismus gr√ľndet. Das Mitleid, so Schopenhauer, m√ľsse nicht zu einem Verzicht auf Tierprodukte f√ľhren, da "der Mensch durch Entbehrung der tierischen Nahrung zumal im Norden, mehr leiden w√ľrde, als das Tier durch einen schnellen und stets unvorhergesehenen Tod". Die Zur√ľckweisung dieser Ansicht durch Noerr ist richtig, aber inhaltlich fraglich, wenn er von "vegetarischen" Produkte spricht. Die Vertreter der Kritischen Theorie, so wird nachgewiesen, widersprachen Schopenhauers Meinung, Mitleid sei das alleinige moralische Fundament. So sahen sie es als "Antwort der individuellen Moral auf die Erniedrigung der Individuen zu Opfern der gesellschaftlichen Naturgeschichte", aber allein als zu utopisch, soda√ü zus√§tzlich "politische Mittel" notwendig seien. Ein Wiederauftauchen der Ans√§tze Schopenhauers und der Kritischen Theorie wird z.B. im Pathozentrismus der Gegenwart, wie von Angelika Krebs rekonstruiert, gesehen.

In "Der Anfang der Wissenschaft" geht Michael Sommer der Bedeutung Marx' "Kapital" f√ľr das Verst√§ndis des Verh√§ltnisses von Natur und Gesellschaft nach. F√ľr Marx geh√∂rten Natur und Gesellschaft untrennbar zusammen, soviel ist verst√§ndlich, danach werden Sommers Ausf√ľhrungen jedoch recht abstrakt (vor allem, wenn es um Hegel geht, aber das liegt wohl auch in der Natur der Sache).

Konkreter wird es wieder in "Marxismus und Tierbefreiung" von Marco Maurizi. Dort hei√üt es, da√ü der Marxismus "keine Ethik bildet, weil er die politische Dekonstruktion der Ethik als solche ist". Dar√ľber hinaus h√§tte der Kommunismus keinerlei Affinit√§t zur Beendigung der Tierausbeutung, aber, so Maurizi, "entscheided ist, wie wir das Tier-Problem heute betrachten m√ľssen und ob die marxistische Theorie Potentiale f√ľr seine Aufl√∂sung birgt". Diese sieht er darin, da√ü der Marxismus Ausbeutung (egal welcher Form) als historische Notwendigkeit sieht, soda√ü sie, wenn sie historisch √ľberwunden ist, verschwinden kann. Falls der Marxismus wirklich bei der Befreiung der Tiere hilfreich sein sollte, scheint mir jedoch eine Abgrenzung von den anthropozentrischen und speziesistischen Aussagen Marx selbst notwendig.
In seinem zweiten Beitrag ("Die Z√§hmung des Menschen") will Maurizi die materielle und ideele Seite des Speziesismus als Theorie unterschieden wissen, d.h., da√ü Speziesismus nicht nur eine Form der Diskriminierung, sondern auch ein Herrschaftsprinzip ist. Er weist nach, da√ü Singer dies nicht verstanden hat und sein Blick "der Blick des b√ľrgerlichen Moralisten" ist. Maurizi h√§lt dagegen, da√ü "die Struktur der b√ľrgerlichen Moralphilosophie selbst in Frage gestellt" werden mu√ü.
Die Geschichte des Speziesismus beginnt seines Erachtens nicht mit der urzeitlichen Jagd, da dies keine Ideologie beinhaltete, sondern mit der systematischen Trennung von Menschen als Menschen und anderen Tieren als Nichtmenschen, wie v.a. in der abendl√§ndischen Philosophie (d.h. Kirchendoktrin). Er meint, mancher Antispeziesismus vergesse, da√ü sich die Menschen erst mit der Nahrungsproduktion aktiv von anderen Tieren abzugrenzen begannen und da√ü die Ausbeutung gerade fr√ľher weniger auf Diskriminierung, sondern mehr auf Herrschaftsstrukturen beruhe. "Wenn die Antispeziesisten von den Interessen der Menschen sprechen, vergessen sie, dass 'alle Menschen gleich, aber einige gleicher sind'." Deshalb m√ľsse "die Befreiung der Tiere mit der Befreiung der Menschen identisch" sein.

"Emanzipative Praxis und kritische Theorie. Zur Dialektik von integrativer Anerkennung und aufhebender Negation" hei√üt der Aufsatz von Marcus Hawel und er beginnt mit der Darstellung der Herr-Knecht-Dialektik bei Hegel. "Das philosophische Problem der Emanzipation, das sich um die Herr-Knecht-Dialektik zentriert, setzt demnach auf beiden Seiten, sowohl beim Herrn als auch beim Knecht, vernunftbegabte Wesen voraus. Tiere allerdings sind nach der herrschenden Logik ohne Vernunft", daher k√∂nnten nichtmenschliche Tiere "nur befreit werden". Die Menschen, wollten sie die nichtmenschlichen Tiere befreien, m√ľ√üten sich selbst befreien und aufh√∂ren "die Natur als blo√üe Ausbeutungskategorie und feindselig zu behandeln."

Michael Fischer schreibt √ľber "Tiere als Rechtssubjekte: Vom Tierprozess zum Tierschutzgesetz". Zuerst gibt er einen √úberblick √ľber vorneuzeitliche Tierprozesse und Tierstrafen, in denen nichtmenschliche Tiere wie Menschen angeklagt und verurteilt wurden (f√ľr Menschent√∂tung z.B. mit Exekution; bei Schadenverursachung z.B. mit Exkommunikation). Teilweise galten nichtmenschliche Tiere als Rechtssubjekte, auf der anderen Seite waren sie rechtlich-moralische Objekte. Ein Widerspruch besteht darin, da√ü nichtmenschliche Tiere einerseits als die menschliche Kommunikation verstehend (Vorladung vor Gericht, schriftliche Bekanntmachungen), andererseits im traditionellen Verst√§ndnis als "unvern√ľftig" galten. D.h. wenn Tiere zu Rechtssubjekten gemacht wurden, "vollzog sich eine weitgehende und menschenanaloge Personifizierung derselben". Die Prozesse selbst dienten der Wiederherstellung der aus der Bibel abgeleiteten Hierarchie tierlicher Unterordnung, die durch "Angriffe" von nichtmenschlichen Tieren gegen Menschen "mi√üachtet" wurde. W√§hrend fr√ľher die Tiere zu Rechtssubjekten gemacht wurden, obwohl sie das der damaligen Moral nach nicht sein konnten, macht das heutige Tierschutzgesetz sie hingegen nicht mehr zu Rechtssubjekten, sondern sie sind reine Objekte, was wissenschaftlich richtiger ist, ihre Situation allerdings nicht gebessert hat.

Christoph T√ľrckes Beitrag "Mensch und Tier" handelt von der "Reichweite des 'Speziesismus'" - gemeint ist die schmale Differenz von Menschen und Menschenaffen. Zu Beginn wundert man sich zwar, da√ü laut T√ľrck Singer den Begriff Speziesismus erfunden haben soll, daf√ľr werden jedoch Singers Absurdit√§ten vor allem aus "Praktische Ethik" offengelegt. Da nach Singer nur das utilitaristische Leid- bzw. Gl√ľckskriterium z√§hlt, h√§tten menschliche S√§uglinge u.U. in der Abw√§gung weniger Rechte als Menschenaffen. Tr√ľcke findet diesen "Gl√ľcksmengenvergleich" verst√§ndlicherweise "haarstr√§ubend". Das Ende des Beitrag ist jedoch leicht verwirrend: Der Speziesismus sei "der humane F√ľrsprecher der Tierwelt. Gesetzliche Verankerung von Tierschutz ist ihm selbstverst√§ndlich. Wie weit es allerdings Sinn macht, Tieren Rechte zu geben, w√§re in seinem Licht neu zu er√∂rtern." Weitere Erkl√§rung und ob Tierschutz hier positiv oder negativ gemeint ist, gibt es nicht. Da√ü Speziesismus und Tierschutz vereinbar, wenn nicht gar einander notwendig sind, ist richtig, aber eher ein Grund mehr, Tierschutz abzulehnen.

In "'Ein K√∂nigstiger als Vegetarianer'" kritisiert Arnd Hoffmann die "Utopielosigkeit von Antispeziesismus und Veganismus". Ein Problem sieht er in der Argumentation durch die Darstellung gegenw√§rtiger Grausamkeiten ("hyperrealistische[r] Koketterie mit dem emotionalen Kitzel des Schockierens"). Seiner Meinung nach fehlt es der aktuellen Diskussion an Utopiebildung, was ein schweres Defizit darstelle. Um den defizit√§ren Charakter zu beweisen, beginnt er mit der Stellung der Utopie in der Kritischen Theorie. "Erst die Benennung von Horizonten des Utopischen macht eine √Ąnderung der gesellschaftlichen Verh√§ltnisse m√∂glich." Hoffmann vermutet danach im Antispeziesismus anthropozentrische Sichtweisen, insbesondere im dualistischen Sprachgebrauch der Umbenennungen ("Fleisch ‚Äď Leichenteile"), ohne zu sagen, was die nicht-anthropozentrische Variante w√§re. "Er verrennt sich dann vollends, wenn er den Differenzbegriff des 'Anderen' ausschlie√ülich in den ideologisch-speziesistischen Gewaltzusammenhang stellt." Die krampfhafte ideologische Zusammenf√ľhrung von Menschen und nichtmenschlichen Tieren sei nicht zu empfehlen. "Demgegen√ľber glaube ich, dass eine kritische Theorie zur Befreiung der Tiere auf die historische Differenz setzen muss", z.B. durch eine "wirkliche Revision der Gattungsverh√§ltnisse". Wenn n√§mlich lediglich die jetzige "W√ľrde" des Menschen auf die nichtmenschlichen Tiere √ľbertragen w√ľrde, bliebe das "ideologisch verblendet". Er nennt es "guten Speziesismus". Inwiefern der mit "W√ľrde" die Idee der Rechtezuweisung impliziert, ist nicht klar.

Laut Esther Leslies und Ben Watsons Beitrag "Tiere, Geschichte und Kunsttriebe" konnte die Jagdsabotage in England nur von Stadtmenschen erfunden worden sein, die ein entfremdetes Verh√§ltnis zu Tieren haben und sie vermuten in der Tierbefreiungsbewegung eine popul√§rkulturelle Motivation. In bezug auf die Kritische Theorie fragen sie: "Ist dies eine ernsthafte 'Kopernikanische Wende' im marxistischen Denken oder lediglich eine weitere pseudopolitische Welle, die uns von der Kulturindustrie aufgedr√§ngt wird?" Sie geben dann einige Beispiele f√ľr die Darstellung von Tieren in der Kunst (haupts√§chlich Literatur) und Philosophie (Marx, Engels, Benjamin), sowie Beobachtungen zu Parallelen tierlichen Verhaltens in der Gegenwartskultur, schlie√ülich Kunst von nichtmenschlichen Tieren selbst (Affenkunst). Diverse R√§tsel gibt mir folgender Satz auf: "Animal Liberation bedeutet nicht notwendigerweise Vegetarismus ‚Äď der eine sktiererische Form der Ern√§hrung sein kann, die eher auf der Verdr√§ngung des factum brutum des Todes als auf dem Nichttolerieren von Leid basiert -, sondern soziale Revolution, die R√ľckkehr zu dem, was wir an erster Stelle wollten, bevor das Geld internevierte (es gibt Anziechen daf√ľr, dass aufgeschlossene Veganer in den Vereinigten Staaten, die √ľberfahrene Tiere essen, diese Argumente anerkennen)." Wieso Tierbefreiung nicht Vegetarismus bedeutet, ist klar, sie implizieren damit allerdings auch Veganismus. Wieso Veganer tote Tiere essen, w√§re das n√§chste R√§tsel. Und zuletzt halten die Autoren von Tierbefreiung auch nicht allzuviel: "Daher lautet unser Fazit, dass es nicht darum geht, 'die Tiere' dort dr√ľben zu retten. Es geht darum, uns Tiere hier zu retten ‚Äď menschliche Tiere, die im kapitalistischen System gefangen sind."

Agnese Pignataro richtet sich in "F√ľr eine Wissenschaft ohne Opfer" gegen die rein anthropozentrische Ausrichtung des Antivivisektionismus, die auf der Un√ľbertragbarkeit und damit auf der Sch√§dlichkeit der Tierversuche f√ľr Menschen basiert. Sie stellt heraus, da√ü diese keine Ausrichtung auf ethische Gr√ľnde um der Tiere selbst willen impliziert. "Wir m√ľssen die Menschen fragen, ob sie es akzeptieren wollen, dass der Fortschritt f√ľr unsere Gesellschaft daraus resulitert, dass lebendige Wesen f√ľr Labortests verwendet werden." Zudem sei die wissenschaftliche Praxis an sich das Problem, nicht die Verwertbarkeit der Ergebnisse, da auch Menschenversuche (an H√§ftlingen, Waisen, Gefangenen) ethisch abgelehnt werden, egal ob deren Ergebnisse verwertbar sind oder nicht. "Wir haben das Recht, die Abschaffung der Experimente an lebenden Wesen f√ľr die medizinische Forschung zu fordern ‚Äď egal welcher Spezies sie angeh√∂ren." Das sollte sich diverse unvegane "Tierversuchsgegner" gesagt sein lassen.

Mieke Roscher besch√§ftigt sich in "'What will they be doing next, educating cows?'" mit der "Nutzung der Frau-Tier-Natur-Gleichsetzung", d.h. mit der vom Feminismus tlw. selbst herbeigef√ľhrten Gleichsetzung zwischen der Unterdr√ľckung der Frauen und der nichtmenschlicher Tiere. Beides wurde insbesondere als nat√ľrliche/naturgegebene Unterlegenheit gerechtfertigt. Viele Protofeministinnen im 19. Jh. haben dies bewu√üt aufgegriffen und sich deshalb gegen Vivisektion engagiert. Roscher ist jedoch der Meinung, da√ü eine blo√üe Gleichsetzung bzw. die daraus abgeleitete Strategie nicht optimal ist, da die Unterdr√ľckung der Frauen andere soziale Ursachen hat. Jedoch sollten sich Frauen auch deshalb gegen Speziesismus engagieren: "Es sollte Frauen nicht gen√ľgen, nicht mehr wie die Tiere ausgebeutet zu werden und sich gleichberechtigt an ihrer Unterdr√ľckung zu beteiligen." Sie sagt weiter, da√ü eine simple Ablehnung der "Frau-Tier-Analogie" meist speziesistischen Charakter tr√§gt. Die Analogie ist letztlich richtig, aber argumentativ nicht optimal, deshalb schl√§gt sie vo "die Individualit√§t des Tieres zu erkennen, es aus der Hierarchisierung herauszul√∂sen".

In "Tierrechte und Esoterik ‚Äď Eine Kritik" richtet sich Colin Goldner gegen die Unterwanderung der Tierrechtsbewegung durch religi√∂se Sekten, Nationalsozialismus und Esoterik.
Er beginnt mit der Sekte Universelles Leben und ihrer Entstehung, Struktur und ihren Zielen, sowie dem Beginn und Vorgehen der Unterwanderung, um neue Absatzmärkte und Missionierungsgebiet zu gewinnen. Erster Widerstand, so Goldner weiter, stammte von Maqi, sowie (nach anfänglicher Stellung von Werbeflächen) durch das Magazin VOICE, das letztlich durch die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit UL eingestellt wurde. Goldner hält fest, daß Kritik am UL durch einen Schulterschluß mit den Amtskirchen, wie von einigen praktiziert, inakzeptabel ist: "Beide Seiten [UL und Kirche] sind aus tierethischer Sicht indiskutabel." Sowie daß sich Helmut Kaplan als "'useful idiot' der Tierrechtsgegner erweist", indem der UL einen Persilschein ausstellt, genauso Stefan Eck (damals AKTE, heute Tierschutzpartei) oder Martin Balluch (mit seinem [Pseudo]Tierrechtskongreß).
Das zweite Thema ist der Nationalsozialismus. Hier beginnt er mit dem Märchen von Hitlers Tierfreundlichkeit bzw. Vegetarismus und der Instrumentalisierung des Tierschutz als Propaganda durch die Nationalsozialisten. Dabei ging es nie um die Tiere, sondern nur um eine verdeckte Diskriminierung der Juden (näheres dazu bei Sax). Auch heute ist eine Zusammenarbeit mit rechten Gruppen z.B. gegen das Schächten indiskutabel (was es ohnehin ist, denn das ist eben Tierschutz und keine Tierrechte und das Faschismus und Tierrechte unvereinbar sind, sollte klar sein).
Danach begr√ľndet Goldner die notwendige Distanzierung vom Christentum und vom Hinduismus, den viele noch f√ľr "tierfreundlich" und dergleichen halten: "Der Hinduismus, eine Viehz√ľchterreligion wie die mosaischen Religionen, unterscheidet sich in Hinblick auf Unterdr√ľckung und Ausbeutung nichtmenschlicher Tiere von diesen in nichts." Sowie vom Buddhismus: "Tatsache ist: Der Tibetische Buddhismus kennt ebenso wenig wie die anderen Varianten der buddhistischen Lehre eine Verpflichtung zu vegetarischer oder veganer Lebensweise. Noch nicht einmal auf der Ebene des Klerus enth√§lt man sich des Verzehrs get√∂teter Tiere." Um kein schlechtes Karma zu bekommen, werden mit der Ermordung der Tiere Moslems oder niedrigkastigen Hindus beauftragt.
Den letzten Punkt bildet die Esoterik. Hier wird vordergr√ľndig Barbara R√ľtting bedacht und ihre "Affinit√§t zu Blut-und-Boden-gef√§rbter Rechtsau√üen-Esoterik" beleuchtet. Ob Bruker, Naturgesetzpartei, ZEGG, Findhorn, UL oder Esoterikmist wie "Tierheilpraktik", sie hat fast alles mitgemacht oder daf√ľr geworben. Neuerdings ist sie bei der Tierschutzpartei, einen Reim kann sich jeder selbst darauf machen.

Die Herausgeberin, Susann Witt-Stahl, besch√§ftigt sich in "Das Tier als 'der ewige Jude'?" mit dem "KZ-Vergleich". Ihr gehe es nicht um die Berechtigung einer m√∂glichen Analogie, sondern sie wolle "die Ideologieschichten ab[]tragen, die bei dem Vergleich und seiner Kritik wuchern, sie [..] analysieren und als falsches Bewusstsein von den herrschenden Verh√§ltnissen" aufzeigen. Sie kritisiert in erster Linie den Peta-Unfug "Holocaust auf deinem Teller". Peta hat nie die wirklichen Parallelen selektiv zur Kritik herangezogen, sondern den Holocaust als Werbekampagne benutzt, w√§hrend sie auf der anderen Seite ihren spendenkonformen Tierschutz wie die Burger-King-Werbung praktizierten. Sie merkt auch an, da√ü Kaplan diese Kampagne selbstverst√§ndlich ausdr√ľcklich gelobt hat (was will man auch sonst erwarten). In ihren Rechtfertigungen haben sich beide in der Absurdit√§t ihrer Argumente √ľberschlagen. Auf der anderen Seite zeigt die Autorin wie die Kritik der Gegner auf speziesisitischer Basis beruht, kurz gesagt: Tiersch√ľtzer und Leichenfresser, wohin man nur schaut. Die Reaktionen kritisierten nicht die falsche Instrumentalisierung durch Peta, sondern rechtfertigten die Tierausbeutung. Nicht zuletzt instrumentalisierten sie genauso einen KZ-Vergleich nach ihren Vorstellungen.
Auch wenn sie dies alles berechtigterweise ablehnt, h√§lt sie fest: "Wer Auschwitz radikal jeglicher Vergleichspraxis entzieht, vernachl√§ssigt das 'Wehret den Anf√§ngen'-Prinzip und vereitelt einen gelungenen Vollzug des neuen kategorischen Imperativs." Letztlich bleibt festzuhalten, da√ü bei aller notwendigen Ablehnung von NS-Vergleichen und Holocaust-Instrumentalisierungen aller Art die eigentlichen, berechtigen Nationalsozialismus-Analogien nicht ber√ľhrt werden. Denn da√ü einzelne, frappierende Parallelen existieren, kann (v.a. aus antispeziesistischer Sicht) nicht geleugnet werden (wie es dennoch einige 'Linke' versuchen). Ob und wann dies als argumentative Strategie sinnvoll ist, ist eine andere Frage.

"Zur Verteidigung des tierlichen und menschlichen Individuums" ist Melanie Bujoks Aufsatz √ľber eine Verbindung der Kritischen Theorie mit dem Widerstandsrecht bei der Befreiung der Tiere. Ein Problem besteht darin, da√ü sich die nichtmenschlichen Tiere nicht selbst befreien bzw. auch kaum dazu beitragen k√∂nnen (was zumindest im Vergleich zur menschlichen Sklavenbefreiung keinen gro√üen Unterschied darstellt). Die menschliche Gesellschaft mu√ü es selbst vollziehen und daf√ľr ben√∂tigt sie ein Interesse daran.
Zuerst zeigt Bujok, wie die gesellschaftliche Herrschaft √ľber nichtmenschliche Tiere gerechtfertigt zu werden versucht und dann da√ü gegen diese "unrechtm√§√üige Herrschaft [‚Ķ] das Widerstandsrecht aktiviert" ist. Bei der Aus√ľbung des Widerstandsrechts werden die Tiere durch die Tierbefreier vertreten. Die Rechtfertigung daf√ľr ergibt sich aus der geschichtlichen 'Notwendigkeit' der Naturbeherrschung und aus ihrer sozialen Konstruktion. Nichtmenschliche Tiere werden als "das Fremde, Miderwertige, Bestialische" vom Menschen abgegrenzt, dabei spielt vor allem die unterstellte Tier√§hnlichkeit bei Verlust der Triebkontrolle eine soziale Regulierung dar. Auch die Inkorporierung der Tiere (sichtbar durch Leinen, Ketten, Gitter, in Zoos und Zirkussen) dient der Vergewisserung "der Herrschaft √ľber Tiere als sozialer Institution". Jeder, der von diesen sozialen Normen abweicht, gilt als "Sonderling".
Die "Negation der Tierausbeutung" gr√ľnde sich im Mitleid ‚Äď "Das Movens der Solidarisierung mit Tieren gr√ľndet im durch Nachvollzug ihres Leidens entstandenen Interesse an Abhilfe", das Problem bestehe in der bereits genannten Ohnmacht der Tiere, sich selbst zu helfen. Tierbefreiung bedeutet ihrer Meinung nach, Tieren ihre Handlungsfreiheit zu lassen oder wiederzugeben und sich aktiv mit ihnen zu solidarisieren. Nach der Kritischen Theorie besteht ein Tauschbetrug an den Tieren und "die Sch√§digung von Leib und Leben" ist nicht zustimmungsf√§hig, weshalb die Herrschaft illegitim ist. Da√ü Menschen das ihnen zustehende Widerstandsrecht aus√ľben d√ľrfen, ergibt sich aus dem "Verst√§ndnis einer 'k√§mpfenden'". Die praktische Befreiung der Tiere besteht einerseits in der Aufkl√§rung √ľber den Speziesismus und andererseits in der Verbreitung des Veganismus. Dar√ľber hinaus betrifft sie auch direkte Tierbefreiung: "Tierbefreier machen die beschriebene Anonymisierung der Opfer und T√§ter r√ľckg√§ngig, l√∂sen den Bann der Verdinglichung auf, stellen die Verweisungszusammenh√§nge wieder her, benennen Verantwortliche. Tierausbeutung erscheint nun nicht mehr als ein unver√§nderliches Verh√§ltnis von Dingen, sondern als eines von T√§tern und Opfern."

Im letzten Beitrag, "Tierliebe, Tierschutz und Noblesse Oblige als Manifestationen des Speziesismus", von G√ľnther Rogausch pl√§diert dieser "f√ľr Ideologiekritik statt 'Tierethik'". Prim√§r mangelt es seiner Meinung nach am direkten Handeln bzw. richtigen Handeln. Er sieht die Ansicht verbreitet, "etwas 'f√ľr die Tiere' zu tun, sei per se 'etwas Gutes'" und spielt auf das an, was wir blinden Aktionismus nennen. Dadurch vorkommt der Begriff der "Tierrechte" zu einem "blo√üen Label". Als Beispiel zitiert er Benthams Aussage, die der Tierausbeutung nicht entgegensteht und genauso wenig wie Bentham selbst. Die Leiden der Tiere, auf die er Bezug nimmt, werden in seinen utilitaristischen Rechnungen verrechtnet und in seinem Anspruch, Tiere t√∂ten zu d√ľrfen, aber nicht zu qu√§len, ist er nur Tiersch√ľtzer, kein Tierrechtler. Nicht zuletzt gibt er zu bedenken, da√ü Benthams Parallelismus mit den Sklaven unter den Bedingungen, wie Sklaven eben in der Sklaverei behandelt wurden, gesehen werden mu√ü.
Genauso wenig wie dieser Tierschutz eignet sich auch "Tierliebe" als Widerstandsform gegen Speziesismus, denn sie ist inh√§rent speziesistisch, indem nur bestimmte Tiere "geliebt" werden ("Haus"tiere und andere Sympathietiere), aber nur deshalb, weil sie eine Funktion f√ľr die Menschen erf√ľllen. Rogausch meint, da√ü die unterschiedliche Behandlung von "Haus"- und "Nutz"tieren keine Doppelmoral sei, sondern grundlegende speziesistische Ideologie.
√Ąhnlich wie Bentham sind auch Peter Singer und Tom Regan als "Begr√ľnder" oder Vorbilder der Tierrechte ungeeinget. Die Gr√ľnde k√∂nnen unter den Verlinkungen hier nachgelesen werden. Des weiteren bezeichnet Rogausch Bestrebungen wie "Rechte f√ľr Menschenaffen" aus auch bekannten Gr√ľnden als kontraproduktiv. Letztlich legt er dar, warum es unsinnig ist, die Empathie aus dem Moralverst√§ndnis auszuschlie√üen, wie es diese Ethiktheorien von Singer und Regan machen und kritisiert Prominenz-Argumente wie auch blinden Aktionismus. Abschlie√üend fordert er eine "Moral, die nichtmenschlichen Tieren als Gegen√ľber, als Individuen, begegnet".

Fazit: Auch wer nicht mit Marxismus und der Kritischen Theorie vertraut ist, findet hier einige Themen des Tierrechtsbereich gut durchdacht, wenn auch die Qualit√§t der Beitr√§ge im Ganzen schwankt. Die √Ėffnung des Themas zu "szenefremden" Menschen war eine gute √úberlegung, wenn sie auch nicht immer zu den bestm√∂glichen Ergebnissen f√ľhrte. Negativ f√§llt auch auf, da√ü die (ideologisch und strategisch) wichtige sprachliche Unterscheidung von "Menschen und nichtmenschlichen Tieren" kaum zu finden ist. Insgesamt ist das Buch durch seine thematische Breite sowohl f√ľr Einsteiger als auch Etablierte geeignet.

Re: Veganer gegen Peta

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Und der wissenschaftliche Berater von PETA Deutschland e.V. ist Dr. Edmund Haferbeck. Diese Hochzeit war mir ganz entgangen.

Wissenschaftlicher Berater von Peta Deutschland wegen falscher Tatsachenbehauptungen verurteilt
http://www.food-monitor.de/2009/07/qs-vor-dem-landgericht-hamburg-erfolgreich/agrar/landwirtschaft-umwelt/


Der Anti-Jagd Blog:
http://anti-jagd.blog.de

Nono: Grausamkeit, starkes Leiden

Autor: martin
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Sich ausschlie√ülich oder vordergr√ľndig auf die "schlechte Behandlung" bzw. Grausamkeit bestimmter Formen der Tierausbeutung zu beziehen, ist mehrfach problematisch. Zum einen r√ľckt man damit in die argumentative N√§he zum Tierschutz, der eine "Besserbehandlung" (durch "bessere" Tierschutzgesetze), aber kein Ende der Ausbeutung fordert, und zum anderen, weil die Tiere damit auf ihre Leidensf√§higkeit reduziert werden. Nat√ľrlich ist das k√∂rperliche und psychische Leid ein wichtiges Kriterium, um auf die Verletzung der Rechte der Tiere hinzuweisen, aber die meisten Menschen verstehen nicht, da√ü die L√∂sung nicht darin bestehen kann, das Leiden zu reduzieren, sondern nur es zu beseitigen.

Eine bestimmte Form der Tierausbeutung als besonders grausam zu bezeichnen, f√ľhrt gewollt oder ungewollt dazu, da√ü andere Formen (oder die gleiche Form auf eine andere Art ("Alternativhaltung" statt "K√§fighaltung")) als weniger "grausam" gesehen werden. Die, die ihren Unveganismus verteidigen, weichen daher auf diese aus. Insbesondere bei Ausbeutungsformen, wo vermeintlich bessere Varianten existieren, ist es besser, so zu argumentieren, da√ü alle eingeschlossen werden und nicht nur die "besonders grausamen".
Tiere zu konsumieren, die durch "Jagd" ermordet wurden, wird gerne als ethisch gerechtfertigter dargestellt, weil sie vorher "frei" gelebt h√§tten im Gegensatz zu den industriell eingesperrten Tieren, und deren Tod auch nicht grausamer sei, als der im Schlachthof. Um solche "Argumente" erst gar nicht aufkommen zu lassen, ist es besser zu verdeutlichen, da√ü nicht Art des Todes oder des Lebens entscheidend ist, sondern deren "Nutzung" durch Menschen √ľberhaupt. Auch "frei" lebende Tiere haben ein Interesse auf Weiterexistenz und auch wenn ihr Tod "weniger grausam" w√§re als bei anderen Tieren, ist das unerheblich, weil ihr Tod an sich ethisch inakzeptabel ist.

Re: Nono: Eigenhändig töten

Autor: martin
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Urs schrieb:
>
> Ein "Argument", das ich ziemlich oft lese, ist:
>
> "Wenn du nicht selbst ein Tier töten kannst, so solltest du
> auch kein Fleisch essen."
>
> Ganz toll, Ethik nach dem Grundsatz "Was du fähig bist selbst
> zu tun, ist moralisch korrekt".

Auf jeden Fall. Vor allem trifft es auf fast den gesamten Bereich "Jagd" nicht zu, da all diese Menschen die anderen Tiere ausschließlich "eigenhändig" umbringen.

Boria Sax: Animals in the Third Reich

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Boria Sax: Animals in the Third Reich. Pets, Scapegoats, and the Holocaust. Foreword by Klaus P. Fischer, Continuum, New York [u.a.] 2000

Als vermeintliches "Gegenargument" wird gerne angef√ľhrt, da√ü das erste Tierschutzgesetz 1933 von den Nazis erlassen wurde und daher sich um das Wohlergehen von Tieren zu k√ľmmern, unterschwellig faschistisch sei. Eigentlich h√§tten es Tierrechtler hier zwar leicht und k√∂nnten sich darauf beschr√§nken, den Unterschied zwischen Tierschutz und Tierrecht (die diametral entgegenstehen) zu erl√§utern, aber auch in diesem Fall ist eine differenzierte Antwort die bessere Wahl. Sax' Buch, da√ü die Rolle der Tiere im Dritten Reich n√§her betrachtet, biete hier wie auch in anderer Hinsicht die notwendigen, historisch gesicherten Hintergr√ľnde.

Der Autor ist Dozent f√ľr Geschichte an der State University of New York at Buffalo. Es sollte hier allerdings kein Tierrechtsbuch erwartet werden (auch wenn auf die gro√üe √Ąhnlichkeit, Abh√§ngigkeit und Wechselwirkung zwischen Rassismus und Speziesismus verwiesen wird), denn sein Interesse ist eher historisch-soziologischer Natur, wie auch aus den Titeln einiger seiner anderen Werke hervorgeht ("The Frog King: On Fairy Tales, Fables and Anecdotes of Animals"; "The Serpent and the Swan: Animal Brides in Literature and Folklore"; "The Mythical Zoo: An A-Z of Animals in World Myth, Legend, and Literature").

Doch auch wenn es kein Tierrechtsbuch ist, ist im Vorwort zu lesen, da√ü sein Anliegen sehr nah an diese Problematik heranreicht: "[It] is not just a book about Nazis or animals, but also a revealing insight into the rest of us mortals who have increasingly blurred the boundary between humans and animals in a way that betrays both as sentient beings." Weiter betont er, da√ü der Holocaust nicht auf die Weise einmal war, wie er gerne dargestellt wird. Einmalig war er sicher als historisches Ereignis, aber in seiner Konzeption er√∂ffnet sich eine klare Linie, die sich vom Umgang der Nazis mit nichtmenschlichen Tieren nachzeichnen l√§√üt: Zur Abwertung von Menschen wurden diese auf eine Stufe mit anderen Tieren gestellt und die Domestikation war die Vorbereitung und Grundlage f√ľr die Sklavung von Menschen (dem wird ausf√ľhrlich auch Pattersons Buch nachgegangen). Er nennt aber auch weitere Beispiele (deren vollst√§ndige Aufz√§hlung sicher endlos w√§re), so z.B. da√ü es im und nach dem ersten Weltkrieg beidseitige Zusammenh√§nge zwischen Giftgas und "Insektiziden" gab. Einerseits wurden "Insektizide" als Giftgas gegen Menschen verwendet (wie Zyklon B), andererseits wurden Ergebnisse der Giftgas-Forschung als "Insektizide" benutzt (wie DDT).
Sax will hier auch konkret die Doppelmoral des Umgangs der Nazis mit nichtmenschlichen Tieren nachweisen und betont die Parallele zur heutigen Zeit, da weiterhin zwischen gestreichelten "Haustieren" und ermordeten "Nutztieren" ohne jede ethische Grundlage unterschieden wird. "Nazi Germany can thus serve as a mirror for us, revealing the intricate multiplicity of standards by which we judge both animals and people."

Das erste Kapitel ("Animals and the Intellectual Origins of National Socialism") behandelt die ideologischen Urspr√ľnge des Nationalsozialismus. Schon sehr fr√ľh in der Menschheitsgeschichte waren manche Tiere, vor allem Predatoren ("Raubtiere"), Symbole der Macht und St√§rke. Das kam ihnen allerdings kaum zu gute, denn sie wurden gerade deshalb in der "Jagd" (√ľber lange Zeit ein "Privileg der M√§chtigen") ermordet. Auch der starke Einflu√ü des Christentums, wo sie als grunds√§tzlich als "grausam" stigmatisiert und als Makel in der sonst so harmonischen g√∂ttlichen Sch√∂pfung betrachtet wurden, spielte in der Ausrottung von Wolf, Luchs und B√§r Ende des neunzehnten und Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA und Europa eine Rolle. Daf√ľr waren also nicht nur die Tierausbeuter, wie J√§ger und "Tierz√ľchter", die mit diesen Tieren eine Konkurrenz ausschalten wollten, verantwortlich, sondern es war auch ein Werk der Christen: "a moral crusade to destroy the forces of evil".
Als die Nazis an die Macht kamen, √ľbertrugen sie ihren Sozialdarwinismus auf diese Tiere (die f√ľr sie die Herrschaft der vermeintlich St√§rkeren √ľber die vermeintlich Schw√§cheren repr√§sentierte) und sie (vorgeblich) gut zu sch√ľtzen, wie durch das Verbot der Fuchsjagd, fiel einerseits nicht schwer (da viele dieser Arten bereits fast vollst√§ndig ausgerottet waren) und war andererseits kein Akt der "Tierliebe", sondern ein genuin faschistischer Gedanke. Das gleiche spiegelt sich auch in G√∂rings Jagdgesetz wieder.
Anzumerken ist, da√ü Sax's Informationen √ľber Hitlers Vegetarismus veraltet bzw. schlecht recherchiert sind (da er kein Vegetarier war).

"The Symbolism of Animals in Nazi Germany" lautet das zweite Kapitel und befa√üt sich mit symbolischer √úbertragung von Tieren und deren (angeblicher) Eigenschaften auf Menschen. Grundlage daf√ľr war einmal mehr der Sozialdarwinismus. W√§hrend der Darwinismus die Verwandtschaft aller Tiere betont und damit die konstruierten Unterschiede abbaut, ging der Sozialdarwinismus in die andere Richtung und verst√§rkte die Hierarchie zwischen Menschen und anderen Tieren und wurde au√üerdem dazu benutzt, um vermeintlich biologisch minderwertigere Menschen anders als andere Menschen behandeln zu k√∂nnen. Die Rassentheorie griff diesen Gedanken auf und vergr√∂√üerte die Differenz in ihrem Sinne: die germanische Rasse w√§re am weitesten von den Affen entfernt und die minderwertigen Rassen w√§ren n√§her an den nichtmenschlichen Tieren als an den (besseren) menschlichen Rassen. Affen galten als moral- und w√ľrdelos, unf√§hig zu menschlicher Sprache und aufrechtem Gang, soda√ü Juden abwertend mit Affen verglichen wurden, was dann mit der angeblichen √úbereinstimmung von stereotypen k√∂rperlichen Merkmalen (niedrige Stirn, lange Kiefer, hohe Wangenknochen, abstehende Ohren) bewiesen werden sollte. Hierbei wird wiederum die Tatsache deutlich, da√ü der Speziesismus, die Diskriminierung und Abwertung von nichtmenschlichen Tieren, auch auf theoretischer Ebene der Vorl√§ufer und das √úbungsfeld f√ľr den Rassismus war.
Und auch auf dieser Stufe der "Rassentheorie" ist ihr Nebeneinander mit Theismus bemerkenswert, wie z.B. in der Vorstellung (laut Wagner und Hitler), daß die Arier göttlicher Abstammung seien.

Gewisse Widerspr√ľche st√∂rten die Nazis selten, so hie√ü es einerseits, da√ü Juden auch Schweinen √§hnlich seien (so wurden diverse Legenden verbreitet, wie sie sich in Schweine verwandelt h√§tten oder eine J√ľdin Ferkel geboren h√§tte), andererseits proklamierte der sp√§tere Nazi-Landwirtschaftsminister und Reichsbauernf√ľhrer Darr√© das Schwein als "nordisches Tier", als typisches "Nutztier" der Deutschen im Gegensatz zu Kamelen und Eseln der nomadischen Juden. Der Vergleich von Juden und Schweinen diente nat√ľrlich auch der psychologischen Komponente: "Those who wished to brutalize and slaughter other people, however, would find it psychologically easier if they thought of their victims as swine."
Reichlich wenig "Tierfreundlichkeit" findet sich auch in dem Transport Hunderttausender Tiere aus den besetzen Ostgebieten insbesondere nach Dresden, wo sie "geschlachtet" wurden, um die deutsche Bevölkerung und die deutschen Soldaten ausreichend mit "Fleisch" zu versorgen.

Der Umgang der Nazis mit Tieren und deren Symbolik bestand nicht in deren Achtung als Tiere, sondern lediglich in einer Neuordnung nach faschistischer Hierarchie. "Animals were considered admirable according to the degree to which they accepted human domination, and those perceived as rebels such as the tiger or wolf were often demonized." Wobei der Wolf symbolisch eine wichtige Rolle spielte, da er seit der germanischen Mythologie St√§rke und √úberlegenheit repr√§sentierte, und sp√§ter als Feind der Israelis, da diese mit Schafen (Schafherden) assoziiert waren, galt. Ihn trotz dieser Widerspr√ľchlichkeit doppelt zu nutzen, stelle jedoch kein Problem dar, da er l√§ngst ausgerottet war. Deshalb fiel es leicht, ihn 1934 unter Artenschutz zu stellen und behinderte seine ideologische Ausnutzung ("Wolfsschanz", SS als "Wolfsrudel") nicht.

Sehr deutlich wird dieses Prinzip ‚Äď Tiere nicht als Tiere zu achten, sondern mit Naziideologie neu einzuteilen ‚Äď beim Umgang mit Hunden. Der "deutsche Hund", der angeblich vom "germansichen Urhund" abstamme und sich als im deutschen Sch√§ferhund verk√∂rperte, wurden den Hunden von mi√üliebigen Personen, die (die Hunde) bei Hausdurchsuchungen oft erschossen wurden, gegen√ľbergestellt. "Dogs in the Third Reich, like people, were divided into two basic groups--those dogs that served the Third Reich, and enemies." Pferde und Maultiere wurden als Kriegsinstrumente genutzt und √ľber 95% √ľberlebten den Krieg nicht. Das angeblich so tierfreundliche Tierschutzgesetz hielt die Naziarmee auch nicht davon ab, am 04. Mai 1944, im Zuge der "Methode" der verbrannten Erde, bei Crimea 30'000 Pferde zu erschie√üen und in Massengr√§ber zu werfen. "The routine resembled the mass executions of Jews or partisans."

Das dritte Kapitel ("Treatment, Theory, Research") geht näher auf konkrete Zusammenhänge in der Praxis ein.
Parallelen sind so z.B. auch in der wissenschaftlichen Forschung offensichtlich, wo aufgrund der rassistischen Ideologie vermeintlich minderwertigere Menschen als Forschungsobjekte benutzt wurden wie heute aufgrund der speziesistischen Ideologie vermeintlich minderwertigere Tiere so benutzt werden.
Sax verweist darauf, daß man diese Gesetze immer im Kontext sehen muß. Die angebliche "Hochschätzung der Natur" und deren Anthropomorphisierung (wie auch diverses "Naturschutzengagement" und Naturschutzgesetze) war lediglich eine Folge bzw. Ableitung der Blut-und-Boden-Vorstellungen, gemischt mit germanisch-mythischer Naturverbundenheit, weshalb die "deutsche Natur" höherwertig sei als die der Gegner des Naziregimes.
Am deutlichsten trifft das auf das "Gesetz √ľber Schlachtung" vom 21. April 1933 zu, das die Bet√§ubung von Tieren vor der Schlachtung forderte. Der hiermit propagierte "Tierschutz" war nicht nur eben Tierschutz (und kein Tierrecht), sondern es war auch nicht zur "Leidverminderung" gedacht, da Bet√§ubungen in den Schlachth√§usern ohnehin standardm√§√üig durchgef√ľhrt wurden (nicht, um den Tieren Leid zu ersparen, sondern um die Arbeit der Schlachter einfacher zu machen, da die Tiere sonst um sich treten w√ľrden). Ziel dieses Gesetzes war lediglich eine Diskriminierung der Juden durch Verbot deren bet√§ubungsloser Sch√§chtpraxis. Das gleiche gilt f√ľr die Beschr√§nkung der Tierversuche vom August 1933, die Vivisektion verbot und mit KZ-Inhaftierung bestrafte. Dies war wiederum gegen j√ľdische Wissenschaftler gerichtet, wohingegen die "richtigen" Forschungsinstitute Ausnahmegenehmigungen erhielten. Um einen Schutz der Tiere ging es auch hier nicht. "By stressing the continuity between human and animal life, Nazi ideology may even have helped to encourage experiments on animals." Nachweislich wurde Giftgas zuerst in vielen Reihen von Tierversuchen getestet.
Auch das Verbot der "rohen" Behandlung von Tieren war eine Vorlage f√ľr die Klassifizierung eines Menschen als "degeneriert" und damit als beseitigungsberechtigt. Hier ging es nicht darum, da√ü Tiere nicht grausam behandelt werden durften, sondern darum einen Grund zu haben, jemand mit einfachen Beschuldigungen so zu klassifizieren.
Im eigentlichen Tierschutzgesetz vom November 1933 hie√ü es, die Tiere w√ľrden nicht um der Menschen, sondern um ihrer selbst willen gesch√ľtzt und es w√ľrde kein Unterschied zwischen "Haustieren" und "Nutztieren" gemacht. Diese Formulierung wird von manchen Tierrechtsgegnern benutzt, um den Nazis tierrechts√§hnliche Ideen unterzuschieben und damit die Tierrechte zu diskreditieren. Das vernachl√§ssigt nur eine Kleinigkeit: was die Nazis gesagt haben, hat nicht unbedingt der Wahrheit entsprochen. Das beginnt bereits damit, da√ü dieses Gesetz (wie viele andere) reine Propaganda und Rhetorik war. Schon einen Monat sp√§ter wurde die Tierversuchsregulierung wieder gelockert. Es war nur ein Gesetz f√ľr die √Ėffentlichkeit, was die Nazis selbst nicht beachten mu√üten, wenn sie es nicht wollten, so wurde Qu√§lerei und besonders grausame Ermordung von ("Haus"-)Tieren als Mittel benutzt, um die Hitlerjugend "abzuh√§rten" (wie das Erw√ľrgen von Hunden).
Sax nennt auch weitere Beispiele f√ľr den √ľberaus "humanen" Umgang mit "Haustieren" um "deren selbst willen". Ein "Besitzer" von ungewollten neugeborenen Katzen kam vor Gericht, weil einige (nachdem er sie ertr√§nkt zu haben dachte) noch lebten und durch ihre Ger√§usche aus der M√ľlltonne die Aufmerksamkeit einiger Leute erregten. Der Veterin√§r erkl√§rte ihm dann, tierschutzgerecht (nach dem neuen Gesetz) w√§re es gewesen, sie zu k√∂pfen oder ihren Kopf an einem harten Gegenstand zu zerschlagen.
Die Gesetze √ľber "Haustiere" dienten wiederum nicht dem Schutz der Tiere, sondern der Diskriminierung ungewollter Bev√∂lkerungsgruppen. Sinti und Roma wurde der Besitz von Hunden und die "Igeljagd" (was nur sie betraf, nicht die Deutschen) und 1942 wurde Juden grunds√§tzlich der Besitz irgendwelcher "Haustiere" und das Jagen verboten. Wie extensiv die Nazielite hingegen der Jagd nachging, ist bekannt.

Im vierten Teil ("Sacrifice and Death") geht es anfangs noch einmal um das Sch√§chten, dessen Bewertung die dagegen gef√ľhrten Kampagnen. Hier kommt dem Autor leider nicht der Gedanke, da√ü die Frage nicht ist "Sch√§chten oder Schlachten?" lauten sollte, sondern da√ü beides falsch ist, weshalb auch Sax' Verteidigung des Sch√§chtens v√∂llig unpassend, da irrelevant ist. Die Nazis jedenfalls hatten keinerlei tierrechtlerische Bestrebungen mit ihrem Sch√§chtverbot, sondern propagierten tierschutztypisches "gutes Sterben". Im Propagandafilm "Der ewige Jude" hei√üt es: "their so-called religion prevents the Jews from eating meat butchered in the ordinary way, so they let the animals bleed to death."
Anschlie√üend kommt er auf die frappierenden Parallelen in der Methodik der Menschenvernichtung und (damaligen wie heutigen) Tierausbeutung zu sprechen. Eines der psychologischen Prinzipien bei Schlachth√§usern und KZs ist das gleiche, es besteht darin, eine Identifikation mit den Opfern zu vermeiden. Es hilft dabei, und das ist deshalb nicht nur ein √∂konomischer Grund, die Opfer zu einer Masse zu machen, m√∂glichst viele in m√∂glichst gro√üen Geb√§uden zusammenzusperren, wodurch das Leiden jedes Einzelnen einfacher √ľbersehen werden kann. Vor der Ermordung in den KZs lie√ü man die Menschen sich entkleiden und sie wurden in Gruppen zusammengedr√§ngt (die Assoziation zu anderen Tieren ist offenkundig), soda√ü sie nicht als Individuen wahrgenommen wurden und die Ermordung psychologisch einfacher war. Gegen√ľber der Bev√∂lkerung wurde Geheimhaltung zu wahren versucht, beide Arten von Anlagen lagen au√üerhalb der St√§dte, waren eingemauert und eingez√§unt, ohne Zugang f√ľr √Ėffentlichkeit oder Medien. "By blurring the boundary between animals and human beings, many Nazis pracices made the killing of people seem like the slaughtering of animals." Die Schlu√üfolgerung sagt es deutliche: "In many respects, the Nazis were more like the rest of us than we care to acknowledge."

Fazit: Das Tierschutzgesetz und anderer vermeintlich besonders guter Umgang mit bestimmten Tieren reiht sich l√ľckenlos in genauso vermeintlich positive Aspekte der Nazizeit ein wie den Autobahnbau, die Winterhilfe oder das Rauchverbot. Es war eine Form der √úbertragung faschistischer und nationalsozialistischer Gedanken in verschiedene Gesellschaftsbereiche mit propagandistischer Absicht. Es bestand nie die Absicht, die Tiere zu sch√ľtzen, sondern die biologische Hierarchie auszuweiten und bestimmte Bev√∂lkerungsgruppen zu diskriminieren. Das Gesetz an sich hat zu keiner Besserbehandlung der Tiere gef√ľhrt (unabh√§ngig davon, da√ü das unzureichend gewesen w√§re, da nicht die Behandlung, sondern die "Nutzung" √ľberhaupt das Problem ist), sondern extreme Tierqu√§lerei in "Forschung" und "Ausbildung" nicht einmal ber√ľhrt. Die tempor√§re Besserbehandlung von bestimmten Tieren, mancher "Haustieren" und solchen, die als Kriegsinstrumente benutzt wurden, stimmt mit der heutigen Heuchelei (da√ü "Haustiere" gestreichelt und Nicht-"Haustiere" gegessen werden) √ľberein und zeigt, da√ü die Nazis nicht mehr "tierlieb" waren als die heutigen Speziesisten.
Das Buch weist damit dieses vermeintliche Gegenargument zur√ľck und best√§tigt und vertieft auch die Rassismus-Speziesismus-Parallelit√§t in vielen Bereichen.

Australien appelliert an Japan

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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... und droht juristische Schritte gegen den Walfang an
Sydney - Australien hat Japan am Freitag eindringlich zur Einstellung des Walfangs aufgefordert, der in wenigen Tagen in der Antarktis beginnen soll. Der Vorwand wissenschaftlicher Forschung f√ľr die Jagd auf 1.000 Wale sei nicht zu akzeptieren, sagte Ministerpr√§sident Kevin Rudd in einem Interview von Fairfax Radio. "Wenn wir das nicht mit diplomatischen Mitteln regeln k√∂nnen, werden wir international juristische Schritte ergreifen."

Der Internationale Tierschutz-Fonds IFAW zeigte sich indessen in einer Aussendung von der neuen Regierung entt√§uscht: "Es ist entt√§uschend, dass die neue japanische Regierung ihre Position zum Walfang nicht √ľberdenken will", so Ralf Sonntag, Meeresbiologe des IFAW-Deutschland. Japans Au√üenminister, Katsuya Okada, hatte in einem Interview mit dem australischen Fernsehsender ABC bekr√§ftigt, dass auch die neue Regierung der Inselnation am Walfang festhalten wolle: "Wir denken nicht, dass es zu diesem Zeitpunkt eine Notwendigkeit gibt unsere [Walfang] Politik zu √ľberpr√ľfen." Und weiter: "In Japan haben wir die Tradition, Walfleisch zu essen." Dies m√ľsse akzeptiert werden.

Hintergrund

Derzeit ist die japanische Walfangflotte in das S√ľdpolarmeer unterwegs, um dort mit der j√§hrlichen Waljagd zu beginnen. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace hat Japan seit seinem Austritt aus der Internationalen Walfangkommission (IWC) 1986 mehr als 10.500 der Meeress√§uger get√∂tet. Im vergangenen Jahr fingen japanische Walf√§nger 679 Zwergwale, dieses Jahr sollen 935 Zwergwale und jeweils 50 Finn- und Buckelwale erlegt werden. In den internationalen Gew√§ssern rings um Australien kommt es regelm√§√üig zu Konflikten zwischen den japanischen Walf√§ngern und Tiersch√ľtzern. (APA/AP/red)

http://derstandard.at/1259281672680/Australien-appelliert-an-Japan

Nono: Artenschutz

Autor: martin
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Artenschutz hat nicht nur nichts mit Tierrechten zu tun (siehe auch FAQ), sondern ist auch argumentativ kontraproduktiv. Zum einen wird von diversen tierrechtsverletztenden Artensch√ľtzern darauf verwiesen, "nicht bedrohte Arten" statt der bedrohten zu ermorden (ob nun Goodall, die Ziegenmord empfiehlt) oder Umweltorganisationen, die Fischleichen aus "nicht gef√§hrdeten Best√§nden" als "Alternative" anpreisen.
Und zum anderen werden "gesch√ľtzte" Arten, sobald es "genug" Individuen gibt, wieder auf die Abschu√üliste gesetzt (ob Elefanten, diverse Walarten, W√∂lfe in Schweden oder Eisb√§ren).
Nicht zuletzt vermittelt es nicht den Antispeziesismus-/Tierrechtsgedanken, die Rechte von Individuen zu wahren, sondern die zutiefst anthropozentrische Vorstellung, eine abstrakte "Artenvielfalt" sei wichtiger.

Herr Andersens Gesp√ľr f√ľr Gr√∂nland

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Gr√∂nland ist auf dem Weg zur politischen Unabh√§ngigkeit. Am Jahresende stimmen 
das d√§nische Parlament und das gr√∂nl√§ndische Volk √ľber eine erweiterte Autonomie ab. 
Doch kann die Insel wirtschaftlich ohne D√§nemark bestehen? 
Ein Kapitalismuscoach aus Kopenhagen will die Inuit umschulen. Reiche Touristen sollen die Jagd nach Robben oder Eisb√§ren √ľbernehmen.

Der Mann, der ihr Leben √§ndern will, h√§lt ein paar Atemz√ľge inne. Vorne am Videobeamer steht er, Steen Andersen. Er ist aus Kopenhagen hierhergekommen, nach Qaanaaq, in die n√∂rdlichste Stadt von Gr√∂nland. Er steht im Gemeindezentrum, in einem Klassenraum mit Tafel und Putzschwamm. Vor ihm sitzen die J√§ger Qaanaaqs. Er wei√ü, dass ihre Lage kalt und aussichtslos ist, er wei√ü, dass bald nichts mehr ist, wie sie es kennen, dass der Kapitalismus hier Einzug h√§lt, der Turbokapitalismus, Anarchokapitalismus, Harakirikapitalismus. Er wei√ü, dass sie sich √§ndern m√ľssen, wie sie sich √§ndern m√ľssen. Aber er wei√ü nicht, wo er anfangen soll. Er schweigt, starrt in die Wand. Es ist still, fast be√§ngstigend still. Nur der Videobeamer schnauft leise.

‚ÄěDie Stadt, die in Alkohol schwimmt‚Äú, haben die Zeitungen in D√§nemark geschrieben. Die Stadt, in der die Kinder krank durch die Stra√üen irren, weil die Eltern nicht mehr wissen, was sie tun. Steen Andersen schweigt, starrt in die Wand. Drau√üen h√∂rt er den Schnee, der an den Fenstern streicht. Er reibt sich die H√§nde warm, er tr√§gt einen schwarzen Rollkragenpullover, beige Cordhosen und √ľberlegt. Mit einem Satz will er sie wieder heimholen, die Einwohner von Qaanaaq, mit einem Satz will er sie wieder zu Nordd√§nen machen, nachdem die Zeitungen sie als Trinker, Inzestgeile, Kinderqu√§ler ausgeb√ľrgert haben, an den gef√ľhlten Rand der Welt.

Der grönländische Jäger: eine bedrohte Spezies

Damit sie ihm zuh√∂ren. Steen Andersen soll ein Projekt vorstellen. Die Gr√∂nl√§nder haben die D√§nen beauftragt herauszufinden, wie viele Eisb√§ren es noch gibt. Steen Andersen will die J√§ger √ľberzeugen, dass sie Proben von Eisb√§renfleisch abliefern. An den Proben wollen die D√§nen den Bestand analysieren und eine ‚Äď m√∂glicherweise neue ‚Äď Abschussquote festsetzen. Die Gr√∂nl√§nder wollen sich evaluieren lassen, um zu zeigen, dass sie die Rechte der Tiere achten, dass sie alle Regeln einhalten, die ein richtiger demokratischer Staat einh√§lt, dazu geh√∂ren die Menschenrechte, aber auch die Tierrechte. Sie wollen zeigen, dass sie bereit sind f√ľr die Unabh√§ngigkeit. Und D√§nemark schickt Biologen. Experten allerdings, die sich nicht nur um den Eisb√§ren, sondern auch um eine andere gef√§hrdete Spezies sorgen: den gr√∂nl√§ndischen J√§ger und sein √úberleben in der freien kapitalistischen Wildbahn. Seine Existenz ist bedroht, wenn die Unabh√§ngigkeit kommt. Steen Andersen ist eigentlich ein Kapitalismuscoach.

J√§hrlich √ľberweist Kopenhagen 7000 Euro an Gr√∂nlands Selbstverwaltung f√ľr jeden ihrer 56 000 Einwohner, erm√∂glicht so die kollektive Wohlfahrt auf der Eisinsel. Doch was, wenn die Subventionen fallen? Wovon soll Qaanaaq leben? 3000 hauptberufliche J√§ger gibt es in Gr√∂nland, 50 davon wohnen in Qaanaaq. Die Autonomiebeh√∂rde unterh√§lt sie wie Staatsbeamte, kauft ihre Felle, was sonst niemand mehr tut, seit Seehundpelz in Verruf geraten ist, und leistet sich ihretwegen eine teure Infrastruktur in Qaanaaq. Krankenhaus, Polizei, Bank, Schule, Kindergarten, Verwaltung, Supermarkt, Flugplatz. Alles nur wegen der J√§ger.

Doch die J√§ger kosten nicht nur. Mit ihren Hundeschlitten, ihren Eisb√§renhosen und ihrer altert√ľmlichen Sprache geben die J√§ger das, was man in Gr√∂nland nationale Identit√§t nennt. Heimat, Zusammengeh√∂rigkeit, Volkskern. Sie geben der Autonomieregierung den guten Grund, nach Unabh√§ngigkeit zu rufen. Einerseits. Andererseits liefern sie ihr das noch bessere Argument, unter d√§nischer Obhut zu bleiben. D√§nemark ist M√§zen der J√§ger. Bewahrer der nationalen Identit√§t. Kann Gr√∂nland gr√∂nl√§ndisch sein ohne d√§nisches Geld?

Gr√∂nland ist gr√∂nl√§ndisch, wenn es sich lossagt, h√§lt die Autonomieregierung dagegen. Zumindest handelt sie so, spart schon an den Enden des Landes, rationalisiert die Wohlfahrt f√ľr die alimentierten Randgebiete, zentralisiert, um den Haushalt schlank zu machen f√ľr eine Zukunft ohne Tropf. Schon steigen die Preise in Qaanaaq, noch vor Kurzem kostete ein Pfund Kaffee in Qaanaaq so viel wie in S√ľdgr√∂nland, das Plus an Transportkosten wurde nicht dem Kaffee, sondern dem gr√∂nl√§ndischen Haushalt aufgeschlagen. Schon wandern die ersten Verwaltungen aus Qaanaaq ab, fusionieren mit anderen im S√ľden, die Jobs werden weniger. Gibt Gr√∂nland Qaanaaq auf? Kann Steen Andersen helfen?

Das afrikanische Modell

Die bestehende Quote f√ľr Eisb√§ren, denkt er, ist zu niedrig. Wenn klar sei, dass die Quote den Bestand der Tiere nicht gef√§hrdet, dann ‚Äěhaben die Tiersch√ľtzer, die Greenpeace-Leute, die Brigitte Bardots dieser Welt keine Argumente mehr. Dann k√∂nnen wir was Gro√ües hier aufziehen‚Äú.

Wenn er an die Zukunft von Gr√∂nland denkt, denkt er an Afrika. An Afrika, wie er es in seinen Filmen zeigt. Steen Andersen macht das Projekt in Qaanaaq nur nebenher, eigentlich k√∂nnte man ihn den ber√ľhmtesten J√§ger D√§nemarks nennen. Er hat seine eigene Jagdshow im d√§nischen Fernsehen, ‚ÄěJagdmagazin‚Äú, montags 22.15 Uhr auf DK 4, 25 Minuten Livereportage. ‚ÄěJagd ist etwas Ernstes‚Äú, moderiert er an und schiebt Patronen in sein Gewehr, ‚Äěman setzt sein Leben aufs Spiel. Wir sind hier in Sim-babwe, heute geht es um den legend√§ren Afrikanischen B√ľffel, mit dem wir unsere Kr√§fte messen wollen. Herzlich willkommen!‚Äú Dann sieht man Steen und seine vier afrikanischen Treiber in Tarnkleidung durch die Savanne schleichen. Ein Helfer stellt ein Stativ hin, ein anderer schiebt die Zweige beiseite, Steen legt sein Gewehr ab, blickt durchs Zielfernrohr, die Kamera zoomt auf Steen, Schuss. Er schnauft, Blut rinnt ihm √ľbers Gesicht, der R√ľcksto√ü hat das Zielfernrohr gegen die Augenbraue geschlagen. Von hinten schiebt sich eine Hand ins Bild, tupft. Steen wehrt ab, ‚Äěgeht schon, geht schon‚Äú, an die Kamera gewandt: ‚ÄěB√ľffeljagd ist eine wunderbare Sache. Sie macht Jungen zu M√§nnern und M√§nner zu kleinen Trotteln, wie man sehen kann.‚Äú

Wenn er an die Zukunft von Gr√∂nland denkt, denkt er an das ‚Äěafrikanische Modell‚Äú. ‚ÄěDu gehst hier als Tourist f√ľr eine Woche oder zwei auf Safari, zahlst 1000 Euro am Tag, obendrauf die Troph√§engeb√ľhr von 15 000 Euro. Und bekommst daf√ľr ein wunderbares Erlebnis, bist in Eisb√§renhosen f√ľr ein paar Tage, bist ein echter J√§ger, isst Moschusfleisch. Und hast eine tolle Geschichte zu Hause zu erz√§hlen.‚Äú Und daf√ľr bekommen die J√§ger in Qaanaaq ‚Äď statt 1600 Euro von der Kommune f√ľr ein Fell ‚Äď 30 000 Euro vom Touristen f√ľr ihren Dienst als Vollzugsassistenten, daf√ľr, dass sie Stative hinstellen, Augenbrauen tupfen und zum Schuss gratulieren.

Wenn er an die Zukunft von Gr√∂nland denkt, denkt er an Geld. Geld, das unabh√§ngig macht. Und dann sagt er ihn, den ersten Satz: ‚ÄěIch bin J√§ger. Genau wie ihr.‚Äú

N√ľchterne Steinw√ľste

Qaanaaq, ein paar Tage zuvor. Steen Andersen ist schon in der Stadt. Er macht Anschl√§ge im Supermarkt, um seinen Vortrag anzuk√ľndigen, er spricht mit dem B√ľrgermeister und mit dem Vorsitzenden des Jagdverbands, und er will ein Gef√ľhl bekommen f√ľr Qaanaaq im Februar. Noch gibt es keine Tage, noch gibt es nur D√§mmerung, der wieder Dunkelheit folgt. Die Sonne kommt mittags hervor, schafft es nicht den Himmel hoch, sondern kriecht √ľber den Horizont, wo sie sich hinter den Bergen ermattet fallen l√§sst, um vier Uhr ist ihr Tagwerk getan. Dann heulen die Hunde, erst einer, dann zwei, dann alle 1000 im ganzen Dorf. Heulen in der Steinw√ľste, die Qaanaaq umgibt, heulen unter einem Himmel, der Lavendel ist.

Ein schwacher Lichtbogen bleibt am Horizont, dann sinkt die Nacht, leer und endlos, bis der Vollmond steigt und dem Himmel eine Bl√§ue gibt, in die man tief zu blicken meint, zu den Sternen und noch dar√ľber hinaus. Wo sind die Schrecken des Eises und der Finsternis? So viele Farben, so wenig Dunkel. Man h√§tte der Natur mehr Demut zugetraut, hier im Norden. Nur der Schnee verkr√ľmelt sich bei minus 30 Grad und liegt als Reif auf der Ebene. N√ľchtern auch der Ausdruck der Landschaft, die der Gletscher auf seinem Weg ins Meer geschliffen hat. Es ist so kalt, dass hier keiner an die Luft gesetzt werden kann, wenn er die Miete nicht zahlt. So kalt, dass Schuldner ihr Haus irgendwann von der Stadt geschenkt bekommen.

Dicht gedr√§ngt, am Hang, die bunten Fertigh√§user aus D√§nemark. Hier leben 850 Menschen. Telefon nach drau√üen gibt es erst seit 20 Jahren, die n√§chste Stadt ist 700 Kilometer entfernt. Davor der Eisfjord. Die Berge. Die Weite. Eine be√§ngstigende Weite. Die Natur ist reduziert auf Himmel, Stein und Eis. Aber ma√ülos in ihren Dimensionen. Eine Stille, die man nur aushalten kann, wenn man sie sucht. Eine Einsamkeit, die einem nur bekommt, wenn sie Befreiung ist. Eis ist K√§lte, Leben ist W√§rme. Aber wo man zusammenr√ľckt, damit das Eis nicht siegt, wird das Leben schnell eng.

Es gibt in Gr√∂nland keine Gef√§ngnisse. Es gibt nur sogenannte Verwahrungsanstalten. Dort bleiben die M√∂rder f√ľr ein paar Monate, bevor sie wieder auf freien Fu√ü kommen. Das liberale Strafrecht spiegelt die extremen Lebensbedingungen in Gr√∂nland. Und die lehren, dass Enge der beste Bew√§hrungshelfer ist. Man muss miteinander auskommen auf den bewohnbaren Flecken, die Bedingungen erfordern Zusammenhalt.
Die Einwohner von Qaanaaq sind schon im Gef√§ngnis. Es gibt nur eine Stra√üe, einen Supermarkt, eine Kneipe. Die Menschen √ľberwachen einander, nichts in Qaanaaq kann der √Ėffentlichkeit entfliehen.

W as sie einsperrt, ist die Ungewissheit jenseits. Drau√üen, vor der Stadt, da herrscht das Dunkle, das Unbekannte: das Wetter. Ob die Eisb√§ren kommen, ob die Dash 7 aus Ubernavik einfliegt, ob die J√§ger morgen ausziehen ‚Äď immaqa. Immaqa hei√üt ‚Äěvielleicht‚Äú. Der Himmel, der manchmal so hoch und unerfasslich ist, senkt sich pl√∂tzlich herab, Schneeschleier st√§uben von den H√§ngen, dann schlie√üt sich heulendes Wei√ü um die H√§user, immer dichter. Diese Nacht wird das Licht nie mehr freigeben, f√ľrchtet man. Wenn der Schnee vor den Fenstern rast, bleiben die Menschen in Qaanaaq, wo sie gerade sind, beim Aero-bic in der Gemeindehalle, im Supermarkt oder beim Nachbarn, vielleicht ein paar Stunden, vielleicht die Nacht. Die Gelassenheit von Gefangenen macht sich breit, man spielt Karten oder br√ľtet in Winterstarre vor sich hin.

Und nun weht draußen vor den Häusern ein neuer Wind, ein Wind, der Zukunft heißt. Schmeißt der Staat sie in die kalte Welt der Globalisierung?

Wind von Norden. Deshalb konnte Gedion Kristiansen gestern nicht jagen. Er lebt mit seiner Frau Martha und seinem Sohn Rasmus in einem gr√ľnen Haus am Ortsrand. Drinnen riecht es nach frisch ausgenommenem Tier. Ein verchromter Eisschrank steht im Eingang, daneben zwei Harpunen; Parkett, gepflegte Einbauk√ľche, Doppelglasfenster, Fernseher und DVD-Rekorder. Martha und Gedion sitzen auf einem gr√ľnen Sofa mit Blumenmuster. Beide haben fein geschnittene Gesichter, schmale Nasen, dunkle Haare, er zu Koteletten verl√§ngert, sie zur Tolle aufgewellt. Er tr√§gt Jeans und Strickpulli, auch seine Frau ist praktisch angezogen.


Ewiges Eis oder Fertigpizza

F√ľr Gedion gibt es das Leben in der Stadt und das Leben auf dem Eis. Wenn er in Qaanaaq ist, kocht er Seehundfleisch, schiebt eine Fertigpizza in den Ofen, guckt Forensikfilme, spielt mit seinem Sohn an der Playstation oder wartet auf den ‚ÄěSchokoladenmann‚Äú, der einmal die Woche die F√§kalienbeutel aus den Chemietoiletten holt. Oder er schickt den Schaufelbagger los, der Gletscherbrocken vor die Haust√ľr liefert, bestes Wasser f√ľr seinen Kaffee. Oder er geht einkaufen in den Supermarkt. Die Gem√ľseabteilung besteht aus einer Eimerladung vertrockneter Zitronen. Daf√ľr ist die Auswahl an S√ľ√üigkeiten √ľberbordend: Ritter Sport in allen Sorten, alles von Dr. Oetker. Aber keine B√ľcher ‚Äď niemand wollte sie kaufen. Deshalb gab es einen gro√üen Schlussverkauf. Jetzt liegen nur noch Kreuzwortr√§tselmagazine und acht ‚ÄěPlayboy‚Äú-Hefte aus.

Dann wieder schl√ľpft er in seine Eisb√§renhosen, streift den Robbenfellanorak √ľber und verschwindet f√ľr Tage, f√ľr Wochen in sein zweites Leben, wechselt hin√ľber auf die andere Seite. Seine Frau begleitet ihn ab und an, in den Sommerferien, aber nicht im Winter. An den W√§nden h√§ngen Urlaubsbilder, Rasmus balanciert auf einer gefrorenen Robbe, Martha trinkt Kaffee auf dem Hundeschlitten. F√ľhlt sie sich alleine, wenn er weg ist? Ist das Leben anders? Die Frage m√ľsste andersherum lauten, sagt sie. Es √§ndert nicht viel, wenn er da ist. Sie steht morgens auf, der Sohn geht zur Schule, dann fr√ľhst√ľckt sie und macht den Haushalt. Ja, sie habe geh√∂rt, da sei jemand in der Stadt, der ihr Leben √§ndern will.

Der erste D√§ne, der Anfang des 20. Jahrhunderts in den Norden Gr√∂nlands kam, war der Entdeckungsreisende Knud Rasmussen, und er sagte, ‚Äěnie habe ich mich als Polarforscher so klein gef√ľhlt wie diesen Frauen gegen√ľber, die mit dem S√§ugling an der Brust Reisen unternahmen, die manch einen wei√üen Mann das Leben gekostet h√§tten ‚Ķ Wir sollten ihnen die Zivilisation so lange wie m√∂glich vom Hals halten‚Äú. Die Gr√∂nl√§nder sollten ein Naturvolk bleiben, wunderbar fremd, so tr√§umte er. Und tats√§chlich, bis zum Zweiten Weltkrieg hielten die D√§nen allen Fortschritt von der Eisinsel fern. Dann kam die Kolonialidee weltweit aus der Mode. Die D√§nen sprachen fortan von ihrem ‚ÄěBezirk‚Äú. Jetzt wollten sie Gr√∂nland √∂ffnen. ‚ÄěDanisieren‚Äú. Man sammelte die Gr√∂nl√§nder aus verstreut liegenden J√§gergemeinschaften und siedelte sie in St√§dten an mit Schulen, Kinderg√§rten, Krankenh√§usern. F√ľhrte sie aus Hunger und Not, aber auch aus der jahrhundertealten Selbstversorgung in die Abh√§ngigkeit vom d√§nischen Wohlfahrtsstaat. Jetzt kommen D√§nen wie Steen Andersen und wollen den Gr√∂nl√§ndern zeigen, wie das fremde sch√∂ne Leben auch ohne sie geht.

Und w√§hrend Steen dem Vorsitzenden des Jagdverbands erz√§hlt, wenn hier Jagdtourismus eingef√ľhrt w√ľrde, m√ľsse er nur ein paar Freunde anrufen, und am Mittwoch seien sie hier und legten 30 000 Euro bar auf den Tisch, hellt sich der Himmel √ľber Qaanaaq, f√§rbt sich von Schwarz in Blau, nach und nach l√∂sen sich die ersten Eisberge aus der Dunkelheit, und Gedion macht sich zur Abfahrt bereit. Die Hunde jaulen vor der Haust√ľr, Martha geht mit der Schaufel dazwischen. Gedion zurrt Gewehr und Schlafsack am Schlitten fest, seine Frau steckt ihm eine Schachtel Marlboro zu, ‚Äěthank you‚Äú, sagt er und l√§chelt.

Und nun flitzt er los, die Stadt wird nur langsam kleiner, die bunten H√§user am Hang scheinen noch lange nah, in der klaren Luft wirkt alles n√§her. Festgefrorene Eisberge tauchen auf, erst ein Schimmer am Horizont, der w√§chst, vor√ľbergleitet und schlie√ülich verschwindet. Die Hunde hetzen, die Eisberge fluoreszieren. Gedion sitzt auf dem Schlitten, die Beine l√§ngsseits √ľbereinandergeschlagen. Ab und an springt er ab und l√§uft sich warm.

Eine Scherbenwelt liegt vor ihm, das erstarrte Meer. Wenn es k√§lter wird, schlie√üt sich das Eis nicht zu einer Scheibe. Die Str√∂mung h√§lt es noch lange in Bewegung. W√§lle und Mauern, Kuppen und Grate ‚Äď das Meer formt sich himmelw√§rts. Unter den andr√§ngenden Schollen pressen sich Klippen und K√§mme st√§ndig neu zusammen und st√ľrzen auch wieder ein.

"Du hast nur diesen einen Moment"

Der Schlitten holpert √ľber eine Tr√ľmmerw√ľste. Vor den Verwerfungen beschleunigen die Hunde. Nicht aus Rache an dem Hundehalter, sondern aus Selbstschutz. Die Hunde ziehen ihre Leinen straff, damit sie nirgendwo h√§ngenbleiben und unter die Kufen geraten. 19 Hunde hat Gedion, 19, mit den Welpen gerechnet. Sieben Hunde haben einen Namen: Kulloq ‚Äď ‚Äěder Gute‚Äú, Ajaajaugquaq ‚Äď ‚Äěder Wertvolle‚Äú, Qernerriaq ‚Äď ‚Äěder Schwarze‚Äú. Es gibt keine feste Marschordnung, die Hunde hecheln in st√§ndigem Positionswechsel. Nur ‚Äěder Schwarze‚Äú ist immer vorne. Manchmal l√§sst er sich zur√ľckfallen, um zu pinkeln, zu bei√üen oder zu decken, drei, vier Meter bleiben ihm, bis das Geschirr ihn wieder mitrei√üt.

Gedion f√§hrt stundenlang, schweigt und schaut, die Wimpern von Reif verkrustet, der Bart frostwei√ü. Wo andere nur Schnee sehen, sieht Gedion feine Kuppen, Eisb√§renspuren. Fr√ľher gab es in Ostgr√∂nland die Regel, wer zuerst den Eisb√§ren sieht, bekommt sein Fell. Bis die Bewohnerin eines Altenheims, die Stunden mit dem Fernglas am Fenster zubrachte, den J√§gern alles wegguckte. Wo andere nur Eis sehen, sieht Gedion L√∂cher, Ateml√∂cher, als solche kaum zu erkennen. Er springt ab, schickt den Hundeschlitten weg, die Hunde warten in einiger Entfernung. Dann neigt er sich √ľber das Loch, versunken, manchmal eine Viertelstunde, manchmal l√§nger. Er steht mit abgewinkeltem Oberk√∂rper dort, die Flinte im Anschlag, absolute Stille.

‚ÄěDu hast nur diesen einen Moment‚Äú, sagt Steen. ‚ÄěDu musst ganz dieser Moment werden.‚Äú Die Robbe kommt, Schuss! und schwupp an den Enterhaken. Die Hunde, eben noch in Spannung, st√ľrzen los. Blut tropft auf den Schnee, die Hunde lecken, bis die Flecken verblassen.

Steen Andersen sagt, viele seiner Freunde h√§tten mitgemacht bei dem Film ‚ÄěFr√§ulein Smillas Gesp√ľr f√ľr Schnee‚Äú. In einer Szene beugt sich ein Inuit √ľber ein Eisloch, die Gr√∂nl√§nder im Filmteam haben gesagt, was f√ľr ein Quatsch, das w√ľrde kein Gr√∂nl√§nder machen, dann sieht dich ja die Robbe. Aber Bille August hat darauf bestanden. F√ľr ihn war das cineastisch st√§rker. Erst recht waren sie irritiert, als Smilla in den Schnee gegangen ist, ohne ihre M√ľtze mitzunehmen, das w√ľrde kein Gr√∂nl√§nder machen.

Säufer oder edle Wilde

Sie haben auch nicht hundert W√∂rter f√ľr Schnee, sondern nur vier.
Das Gesp√ľr der D√§nen f√ľr die Gr√∂nl√§nder ist begriffsreicher. Man nennt sie S√§ufer und Sozialhilfeempf√§nger. Experten im Feiern und antriebslose Schmarotzer. Man nennt sie Opfer der Kolonialisierung, und sp√§testens seit ‚ÄěSmilla‚Äú nennt man sie wieder die edlen Wilden im arktischen Tahiti. Das Naturvolk, das den Weg findet, auch wenn der Schnee zu einer wei√üen Wand verdichtet ist. Ist es die Flugrichtung der Eiskristalle? Oder der Geruch der Flocken? Die D√§nen r√§tseln und staunen. Die Charmeoffensive hat einen Hintergrund. Die D√§nen w√ľnschen sich einen sauberen Abgang aus Gr√∂nland ‚Äď eine Trennung im Guten. Sie wollen nicht b√∂ser Kolonialherr sein. Sie wollen nicht herabschauen. Sie wollen bewundern.

Man spricht heute von gegenseitiger Befruchtung. ‚ÄěWir k√∂nnen von ihnen lernen‚Äú, meint Steen Andersen, ‚Äěumgekehrt k√∂nnen die Gr√∂nl√§nder auch von uns lernen.‚Äú Denn den Weg in die Unabh√§ngigkeit, den kann man nicht riechen. Den muss man berechnen, kalkulieren, den muss man sich verdienen, will er damit sagen. Vielleicht wird er bei seinem Auftritt in der Gemeindehalle an Gedions Urgro√üvater erinnern, Miteq Kristiansen, der Knud Rasmussen einmal in den Norden gef√ľhrt hat, und ihn den ersten Dienstleister der Region nennen. Vielleicht wird er es R√ľckbesinnung nennen, um der Zukunft den Schrecken zu nehmen, wenn Gedion bald Walr√∂sser vor die Flinten der Touristen schubst. Wie auch immer ‚Äď die Einwohner von Qaanaaq m√ľssten ihr Bleiberecht k√ľnftig erwirtschaften. Sie m√ľssten nachgefragt werden.

Und w√§hrend Steen an seinem Vortrag arbeitet, f√§hrt Gedion drau√üen auf dem Eis, schweigt und schaut. Die K√§lte bahnt sich durch vier Lagen Thermounterw√§sche, Eisb√§renhose und Rentieranorak. Zwei, drei Stunden sp√ľrt man nichts, dann zieht sie in die Knochen, die Gelenke werden steif, jede Bewegung f√§llt schwer. Der Wind schneidet ins Gesicht, Eishauch presst sich in die Lungen. Nur mit abgewandtem Gesicht l√§sst es sich atmen. Die Nase wird wei√ü, wie mit Kalk bestrichen. Wer sie jetzt nicht knetet, lernt sie in allen Farben kennen, erst Wei√ü, dann Blau, dann Schwarz, dann ab.

Da in der Ferne, eine H√ľtte! Sie ist warm und trocken, und es gibt Essen. Das Eis knackt im Topf, der Gaskocher zischt. Gedion isst Robbenfleisch aus der Plastikt√ľte. Robbenfleisch w√§rmt.

Ab und zu rennt er hinaus, weil sich die Hunde in der Wolle haben, peitscht die R√ľden br√ľllend auseinander, drischt wie irr auf sie ein. Die Hunde, sagt Gedion, sind eigentlich keine ‚Äď es sind W√∂lfe. Zwei Regeln seien wichtig: Nicht weich werden, bei keinem! Wer die Herrschaft √ľber einen verliert, hat alle gegen sich. Nie hinfallen! Wer steht, hat nichts zu bef√ľrchten, aber wer am Boden liegt, √ľber den fallen sie her. Vor allem im Sommer, wenn die Erde auftaut und schichtweise ihr Inneres freigibt und ganz Qaanaaq mit dem Hausbau und nicht mit der Jagd besch√§ftigt ist und die Hunde, arbeitslos, nur einmal die Woche einen Hering bekommen, rei√üen sie an ihren Ketten, ziehen die Lefzen, bissig vor Hunger. Zwar herrscht Kettenzwang in Qaanaaq, doch die Spielpl√§tze sind vorsichtshalber eingez√§unt. Wenn etwas passiert ‚Äď und es passiert, jede Familie in Qaanaaq kann Geschichten erz√§hlen ‚Äď, wenn etwas passiert, m√ľssen alle Hunde sterben, die das Ungl√ľck gesehen haben, egal ob zehn oder 50, damit die Tat in keinem Kopf weiterlebt und sich wiederholen kann.

Die Hunde sind Gebrauchsgegenst√§nde. Solange sie Schlitten ziehen, Eisb√§ren jagen, solange sie von Nutzen sind, d√ľrfen sie sein. Wenn sie alt oder verletzt sind, werden sie erschossen und verf√ľttert, wenn sie krank und nicht verwertbar sind, landen sie mit K√ľhlschr√§nken und ausgebrannten Fernsehern auf der M√ľllhalde vor der Stadt.

Schnee legt sich √ľber Gedions Hunde. Sternf√∂rmig sind sie um die H√ľtte verteilt, nicht mal im Sturm r√ľcken sie enger zusammen. Drinnen heizt es sich schnell auf plus 30 Grad auf. Unter der Decke, an Schn√ľren befestigt, trocknen die Sachen. Nur die Eisb√§renhosen liegen auf dem Boden, dort, wo es am k√ľhlsten ist ‚Äď denn k√ľhl muss es sein, damit nicht das B√§renfett aus dem Fell tropft. Nur fettig isolieren die Hosen.

"Wir Jäger wollen den Wandschmuck"

Gedion liegt ausgestreckt auf der Holzpritsche und schaut auf die Eisblumen am Fenster. Er macht seine eigenen Schnarchger√§usche nach und lacht. Auf dem Eis hat er nur gelacht, wenn er danebengeschossen hat. Hier in der H√ľtte muss er viel lachen. Aufh√∂ren, J√§ger zu sein, um mehr Geld zu verdienen? Ja, er habe geh√∂rt, da sei jemand mit neuen Ideen in der Stadt.

Wenn er hier w√§re, er w√ľsste ihm was zu sagen. Sein Vater habe gejagt, sein Urgro√üvater, alle M√§nner in der Familie. Er wird immer jagen. Aber Steen ist in der Stadt und Gedion auf dem Eis, und sie k√∂nnen sich nicht h√∂ren. Doch was sie reden, der eine hier, der andere dort, es klingt nach Gegenrede, als seien die Worte des anderen gegenw√§rtig.
Steen sagt, unser Leben bestehe aus Ver√§nderungen. Das sei auch das Tolle an der Jagd ‚Äď wir werden aus dem Alltag herausgenommen und erleben etwas ganz Neues. Ein neues Land. Eine neue Herausforderung.

Gedion sagt, er wolle nirgendwohin. Dänemark sei schön, aus der Ferne betrachtet, im Fernsehen. Aber hinfahren, das kann er nicht, und weil er es nicht kann, möchte er es auch nicht. Man träumt nicht in Grönland. Außerdem kennt er die Tiere dort nicht. Nicht den Schnee, nicht die Berge, nicht den Wind. Er kann dort nicht jagen.

Steen sagt, wir Jäger wollen den Wandschmuck, den Bettvorleger, das Souvenir. Wenn du lange Hörner hast, wenn du alt bist, wenn du große Zähne hast, dann hast du als Tier irgendwann ein Problem.

Gedion sagt, es gehe bei der Jagd nicht um das gr√∂√üere Tier oder das m√§chtigere Horn. Nie w√ľrde ein J√§ger prahlen. Man rede in Gr√∂nland nicht √ľber die eigene Leistung, vor allem nicht, wenn man herausragt. Man solle gutes Mittelma√ü sein, nicht zu weit √ľber den anderen, nicht zu weit unter ihnen. Sonst geschieht es einem wie der Gr√∂nl√§nderin Julie Berthelsen. Sie war Zweite beim Wettbewerb ‚ÄěD√§nemark sucht den Superstar‚Äú. Und danach war sie in Gr√∂nland unten durch.

Steen sagt, das Leben m√ľsse ein Ziel haben. Dann hat es Sinn.
Gedion sagt, das Leben sei gut, wie es ist. Ein paar Fernsehprogramme mehr, und es ist perfekt.
Steen sagt, mit ihrer Jagd werde es bald vorbei sein. Sie m√ľssten umdenken.
Gedion sagt, er denke nicht an morgen. Morgen ist immaqa, ‚Äěvielleicht‚Äú.
Steen sagt, ‚Äěich bin J√§ger, genau wie ihr‚Äú. Doch diesen Satz, der seinen Vortrag einleitet und all die Worte, die folgen, kann er Gedion nicht ins Gesicht sagen. Gedion ist nicht in die Gemeindehalle gekommen. Kurz nachdem er in Qaanaaq zur√ľck war, ist er wieder aufgebrochen. Er jagt.

"Die Jagd erhält die Art"

Drei J√§ger sind erschienen und drei Frauen. Steen steht vorne am Videobeamer und erkl√§rt, welche St√ľcke vom Eisb√§ren in die Plastikbeutel sollen, die er mitgebracht hat. Daf√ľr verspricht er den J√§gern 400 Euro je Kollekte. Acht Eisb√§ren im Jahr d√ľrfen die J√§ger von Qaanaaq schie√üen. Das sei eine Verlegenheitsquote. Weil genaue Zahlen fehlten, m√ľssten die Forscher auf Nummer sicher gehen und einen pessimistischen Wert ansetzen. ‚ÄěWenn wir eine bessere Bestandsaufnahme haben, dann bekommen wir sehr wahrscheinlich eine h√∂here Quote. Und wenn wir die haben, k√∂nnen wir einen Schritt weitergehen, dann k√∂nnen wir nach Afrika schauen.‚Äú

Er m√∂chte jetzt zum Jagdtourismus √ľberleiten, zu den Geldquellen, die Qaanaaq retten w√ľrden in der kalten Marktwirtschaft, doch ein J√§ger meldet sich zu Wort: ‚Äě400 Euro bekomme ich von der Souvenirboutique in Qaanaaq ja allein f√ľr den Sch√§del. Dann sind 400 Euro f√ľr die ganzen Proben ein bisschen wenig.‚Äú
Steen sagt, ‚Äěin Ordnung, dar√ľber k√∂nnen wir reden‚Äú.
Eine Frau wirft ein, ‚Äěder Eisb√§r ist ja fast ausgerottet‚Äú.
‚ÄěNein‚Äú, sagt Steen h√§ndehebend, ‚Äěauf der ganzen Welt gibt es 22 000 bis 40 000 Tiere. Manche Forscher sagen dies, andere das. Allerdings bekommen die Forscher, die sagen, der Eisb√§r stirbt, die √úberschriften in den Zeitungen. Ich glaube nicht, dass der Eisb√§r sterben wird, wenn wir unseren Kopf und unsere Vernunft gebrauchen.‚Äú
Eine andere Frau meint, ‚Äědie Forscher erkl√§ren immer: kein Eis, kein B√§r. Aber wenn man sich umschaut, wo es warm ist, wo kein Eis ist, in den Zoos in D√§nemark, wen sieht man da? Eisb√§ren.‚Äú
Steen: ‚ÄěWir werden auch weiterhin Eisb√§ren haben, wenn ihr die Proben abgebt. Mit den Proben k√∂nnen wir beweisen, dass der Bestand h√∂her ist, um eine h√∂here Quote zu bekommen. Dann k√∂nnen wir mehr jagen. Und dann k√∂nnen wir den Eisb√§ren auch besser sch√ľtzen. Denn die Jagd erh√§lt die Art. Ich sage immer ‚Ķ‚Äú

"Es gibt viele Eisbären hier"

Ein J√§ger meldet sich: ‚ÄěMan muss verstehen, dass Eisb√§renhosen zu unserer Kultur geh√∂ren.‚Äú
Steen: ‚ÄěSicher. Und es gibt mehr Eisb√§ren, als wir denken. Aber wild losballern d√ľrfen wir deshalb nicht. Wenn wir zu viele schie√üen, ist bald keiner mehr da. Das ist wie mit den Schlittenhunden. Wenn wir einen nach dem anderen erschie√üen, dann bleiben wir irgendwann mit dem Schlitten stehen.‚Äú
Der J√§ger: ‚ÄěIch m√∂chte aber gerne Eisb√§renhosen haben.‚Äú
Steen: ‚ÄěDas sollt ihr auch, ich sage ja selbst, die Quote ist zu niedrig. Es gibt keinen, der die Jagd komplett stoppen will.‚Äú
Der J√§ger, Arme vor der Brust verschr√§nkt: ‚ÄěDu sollst nicht mit so einem Beispiel kommen wie mit den Schlittenhunden. Es gibt viele Eisb√§ren hier.‚Äú
Sein Nachbar: ‚ÄěIch habe euch mal eine Leber nach Kopenhagen geschickt, von einer Robbe, die ich gefangen hatte, die Leber sah schlecht aus. Aber ihr aus D√§nemark, ihr sagt nie, was Sache ist. Ich habe nie eine Antwort bekommen.‚Äú
Steen: ‚ÄěIch will nachforschen, was da passiert ist.‚Äú
Ein J√§ger: ‚ÄěEs gibt Tausende Fl√ľge am Tag √ľber unsere K√∂pfe ‚Äď was sagst du dazu? Die ganzen Partikel regnen auf uns und lassen das Eis schmelzen. T√∂tet das nicht die Eisb√§ren?‚Äú
Steen: ‚ÄěDie Flugzeuge sind hoch genug ‚Äď was sie √ľber unseren K√∂pfen rauslassen, f√§llt nicht in Gr√∂nland runter.‚Äú
Der J√§ger: ‚ÄěSage den Amerikanern und den Russen, sie sollen mit den Fl√ľgen aufh√∂ren.‚Äú
Und so weiter und so fort. Steen kommt nicht dazu, das afrikanische Modell zu erläutern. Er bleibt ein Jäger, den sie nicht verstehen.

Dimitri Ladischensky / mare / Seite 71 / Dezember 2009

http://www.kultiversum.de/Leben/Groenland-und-Daenemark.html?p=9

Was sollen die Inuit tun? - In den Supermarkt gehen

Autor: martin
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Forum: Pressespiegel
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Man h√∂rt es seltener, aber ganz entbl√∂det sich noch nicht jeder die Behauptung aufzustellen, die Inuit k√∂nnten nicht vegan leben (was implizieren soll, da√ü man es dann selbst auch nicht br√§uchte). Das wird durch Zeitschriftenartikel L√ľgen gestraft, in denen berichtet wird, wie man selbst in n√∂rdlichsten Stadt in Gr√∂nland im Supermarkt Kaffee und "Fertigpizza" kaufen kann. Auch wenn die "Gem√ľseabteilung" dort noch d√ľrftig ausgestattet ist steht fest, da√ü sie nicht wollen und nicht, da√ü sie nicht k√∂nnten.

Was sie viel lieber machen, ist eine (nicht nur ethisch v√∂llig inakzeptable), sondern selbst wirtschaftlich zu 100% subventionierte "Jagd" betreiben. Der Umgang mit den angeblich "geliebten Schlittenhunden" ist auch bezeichnend: sie werden hungern gelassen, regelm√§√üig ausgepeitscht, wenn sie krank sind auf die M√ľllhalde geworfen und ab und an ist auch mal eine Massenexekution f√§llig. In Bezug auf Tierschutz hat der Interviewte au√üerdem die Nadel im Misthaufen gewonnen.
Die "Bewahrung der Jagd" wird kulturell begr√ľndet - ob diese Form von "Kultur" erhaltenswert ist, sollte man noch einmal √ľberdenken.

Re: Blutige Steaks veganer als vegan.

Autor: Detlef A.
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Da ich es jetzt mal genau wissen wollte, wer so alles meint, dass auch blutige Steaks vegan sein k√∂nnten und wer nicht, startete ich mal eine Anfrage. Erst mal bei den Tierbefreiern und und dann bei dieser Projektwerkstatt, die ja f√ľr ihre schlaue Kritik am Tierrecht und dem Veganismus bekannt ist. Sie ist ja auch stets dabei, wenn es darum geht, dass Tierecht oder den Antispeziesismus vor UL zu retten. Wie nobel!

Also schrieb ich mal folgenden Text


Zitat: Detlef-Arndt schrieb:
> Folgende Formulardaten wurden durch JPBerlin Mehlform 1.1 versandt:
>
> Nachricht: Hallo,

> ich m√∂chte euch mal fragen, was ihr von sogenannten Antispeziesisten haltet, die blutige Steaks aus Containern, f√ľr veganer als vegan halten. > Distanziert ihr euch von solchen Leuten oder glaubt ihr, dass dies unsere veganen, antispeziesistischen Kollegen seien?
>
> Diese Containerleute sind nicht etwa die uns sehr bekannten AV ler, welche sich aus Schlachtern, J√§gern und Grillfreunden rekrutieren, sondern es sind Leute wie Sebastian Vollnhals, ala Yetzt, die sich schon l√§nger unter Veganern und Antispeziesisten tummeln, ohne die Absicht zu haben je vegan zu leben oder Mitgef√ľhl mit nichtmenschlichen Tieren zu empfinden. Dieses Zitat stammt u.a. auch von ihm.
--------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
> Zitat Sebastian Vollnhals:
> ".....wird veganismus als teil ablehnung und versuch der vermeidung und bekaempfung direkter oder indirekter herrschaftsverhaeltnisse angesehen, ist das bluttriefende steak aus dem container deutlich veganer als der "vegane" demeter-tofu, eingeflogene durian-fruechte aus singapur, lederfreie schuhe von psychosekten oder eben den vielbeschworenen erbsen aus dem lebensmitteleinzelhandel."
>
> http://veganelinke.antispe.org/viewt...r=asc&start=15
> ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
>
> So ich so etwas lese frage ich mich langsam, ob manche den Antispeziesismus wohl f√ľr eine Spassveranstaltung f√ľr Steakesser, Ledertr√§ger und K√§seliebhaber halten? Vegan ist alles, was aus dem Container kommt, auch wenn es Leder ist oder ein blutiges Steak. ??? Sebastian Vollhals ist daneben schon lange daf√ľr bekannt, dass er sich trotz tragens von Leder und dem Konsum von containerten Kuhmilchprodukten als Veganer missverstehen m√∂chte. Daneben √§usserte dieser Ex-VC ler auf dem letzj√§hrigen Antispekongress in Hannover, obwohl keiner weiss, was er da eigentlich zu suchen hatte, dass er nichts mit diesen arme-Tiere--Touren anfangen k√∂nne. Mitgef√ľhl mit nichtmenschlichen Tieren ist ihm also v√∂llig fremd. Sebastian Vollnhals ist so vegan und antispeziestisch, wie ein Harzer K√§se in einer Lederhose.
>
> Zu diesem Thema habe ich auch schon mal einen Thread eröffnet.
>
> Blutiges Steak veganer als vegan?
> http://www.vegetarierforum.com/showthread.php?t=6877&highlight=blutiges+steak+veganer+als+vegan
>
> Wie steht ihr zu solchen Pseudoveganern?
>
> Anmerkende Frage: Wo gibt es eigentlich noch Anti-Jagdinis, die nicht von UL unterwandert sind?
>
> MfG: Detlef Arndt
>
Neuer Blog:
> http://anti-jagd.blog.de




Darauf bekam ich folgende Antwort von saasen@projektwerkstatt.de

Zitat: Betreff: Re: [PWDE/feedback.html]
Von: Projektwerkstatt Saasen saasen@projektwerkstatt.de ins Adressbuch |
An: Detlef-Arndt
Datum: 29.11.09 12:11:36

Im Prinzip w√ľrde ich Dir antworten. Dein Text scheint aber eher eine
inquisitorische Jagd einzuleiten. Du stellst eine Frage, gibst aber
schon vorher bekannt, dass Du nur eine Antwort zulassen wirst und alles
andere verteufeln wirst. Unter solchen Bedingungen habe ich keine Lust,
zu antworten.

jörg



So so, er hat also keine Lust zu antworten, da ich zu dieser Frage bereits eine eigene Meinung habe? :confused: Kann es f√ľr Veganer da 2 verschiedene Meinungen geben?
Danach gab es noch folgenden Emailwechsel.



Zitat:
Detlef: So blutige Steaks aus Containern als nicht vegan bezeichnet werden, ist daran irgend etwas, was andere Leute verteufeln k√∂nnte? Sind da √ľberhaupt mehrere Antworten m√∂glich?


J√∂rg: Na siehste! Das hab ich ja gesagt: Deine Mail ist nur zum Provozieren und Rummackern. Du h√§lst gar nicht mehrere Antworten f√ľr m√∂glich. Entweder ich antworte, wie es Dir gef√§llt oder Du wirst es verteufeln.

Du bekommst deshalb keine Antwort. Unter solchen Bedingungen diskutiere ich nicht.



Detlef: Da ich von Veganern dazu stets klare Antworten bekam,

Ralf: Das hast Du in Deienr ersten Mail bereits anders behauptet. D.h. Du taktierst hier rum, um rhetorisch Macht auszu√ľben. Nicht mit mir.


Detlef: kann ich also bei der Propjektwerkstadt davon ausgehen, dass ihr euch nicht daran stört,

Ralf: Du bist schlicht ein Arschloch. Wenn Du keine Antwort bekommst (z.B. weil Dein Diskussionsstil scheiße ich), dann ist das keine Antwort. Fertig. Du kannst Dich dann beschweren, keine Antwort bekommen zu haben. Aber Du kannst nicht eine Antwort annehmen, die Du definitiv nicht bekommen hast.


Detlef wenn sich unter angeblichen veganen Antispeziesisten Leute befinden, die blutige Steaks aus Containern f√ľr veganer als vegan ausgeben? Wenn das so ist, dann kann ich nur annehmen, das ihr keine Veganer seit. Das solltet ihr allerdings dann auch dazu schreiben.


Jörg: Kein Gott, keine Staat, kein Vaterland, kein Zensor!

Ich schreibe, was ich will.

Wenn Du einen anderen DIskussionsstil w√§hlt, kann ich gerne mit Dir diskutieren. So nicht. Und damit k√ľndige ich auch an, dass ich auf eine weitere aggressiv-machtorientierte Mail nicht mehr antworten werde.

Jörg


Darauf bedankte ich mich nur noch, denn ich hatte wohl genug erfahren, obwohl mein Gegen√ľber eigentlich gar nichts schreiben wollte. Es sind aber auch genau diese Leute, die permanent solche Nichtveganer, die meinen, dass alles was aus der M√ľlltonne kommt schon vegan sei, ins Tierrecht einschleusen wollen. Und jedes mal wenn man sie mal daf√ľr zur Rede stellen will, weichen sie aus. Dann kommen meist die √ľblichen Floskeln, dass vegan z.B. eher etwas mit Herrschaftskritik zu tun h√§tte, statt mit Ern√§hrung und zu genaue Fragen dieser Herrschaftskritik eher widersprechen w√ľrden.

Manche m√ľssen die veganen Forderungen : "Kein Fleisch, kein K√§se, kein Leder und keine Wolle u.s.w. " wohl immer noch als elit√§res Machtstreben missverstehen. Nur welcher Veganer sollte so etwas tun?

Andreas Flury: Der moralische Status der Tiere. H. Salt, P. Singer und T. Regan

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Flury, Andreas: Der moralische Status der Tiere. Henry Salt, Peter Singer und Tom Regan (Alber-Reihe Praktische Philosophie, Bd. 57), Karl-Alber-Verlag, Freiburg/M. 1999

Andreas Flury ist heute Privatdozent f√ľr Philosophie an der Universit√§t Bern. Diese Arbeit beruht auf seiner Dissertation von 1995. Das Ziel der Arbeit ist, die Positionen von allen "drei Autoren, welche als die bedeutsamsten der neuen Tierrechtsbewegung bezeichnet werden k√∂nnen" zu betrachten. Eigentlich h√§tte er w√§hrend seiner Untersuchung feststellen m√ľssen, da√ü sie nichts mit Tierrechten zu tun haben, aber vermutlich fehlen/fehlten auch ihm die n√∂tigen Abgrenzungskriterien (denn: wer nicht vegan, antispeziesistisch (und abolitionistisch) ist, kann faktisch kein Tierrechtler sein ‚Äď genausowenig wie jemand, der Brands√§tze in Asylbewerberheime wirft, ein Menschenrechtler sein kann). Weiterhin solle die Arbeit, "die Frage, welche Wesen aufgrund welcher Eigenschaften einen bestimmten Status in einer ‚Äöethischen Ontologie‚Äô oder Axiologie verdienen" untersuchen und es sollen die "moralisch relevanten Eigenschaften" von Tieren identifiziert werden, "deren Besitz einem Wesen Anspruch auf direkte moralische Ber√ľcksichtigung verleihen". Das Vorgehen besteht darin, die drei Ans√§tze vorzustellen und anschlie√üend M√§ngel und Inkonsequenzen zu kritisieren.

Der erste Autor ist Henry Stephens Salt und sein Buch "Animals' Rights" (1892). F√ľr seine Zeit war er sicherlich weiter als die meisten, allerdings ist seine Position zu inkonsequent, um als tierrechtlerisch gelten zu k√∂nnen. Zwar lehnt er das "Schlachten von Tieren", "Jagd", Tierversuche, "Zoos", Kleidung aus "Pelz" oder Federn ab, aber behauptet, "Wolle" sei kein Problem, da sie sich "ohne Verletzung" der Tiere "gewinnen" lie√üe. Au√üerdem sei eine pl√∂tzliche Umstellung der Gesellschaft auf den absoluten Verzicht auf tierliche Arbeitskraft nicht m√∂glich, deshalb sollte deren Arbeit m√∂glichst angenehm und ohne Ungerechtigkeit und Mi√ühandlung gestaltet werden. So sehr man seine Pionierleistung, √ľberhaupt radikale Forderungen zu stellen, w√ľrdigen kann, so sind diese Formulierungen jedoch eindeutig tiersch√ľtzerisch. √Ąhnlich auch die Forderung nach Anerkennung "des tierischen wie menschlichen Rechts, vor jedem unn√∂tigen Leid sowie aller Leibeigenschaft bewahrt zu werden und ein nat√ľrliches Leben zu f√ľhren, dessen Freiheit nur durch die legitimen Erfordernisse der Gemeinschaft eingeschr√§nkt ist", was einerseits impliziert, es g√§be "notwendiges Leid" und andererseits bieten die "legitimen Erfordernisse der Gemeinschaft", je nach Defition, eine Freikarte zur Tierrechtsverletzung. Seine Verbesserungsvorschl√§ge bestehen einerseits in der Erziehung und andererseits in der Reform mittels Gesetzesver√§nderungen. Als wichtigste f√ľhrt er an: Verbot der "Jagd", Verbot gefangener oder gez√§hmter Tiere, Schutz der "Sch√§dlinge", Verbot oder Einschr√§nkung der Verwendung von Schnappfallen, Regelung der Tiertransporte, staatliche Kontrolle von "Schlachth√§usern", Verbot der Vivisektion. Auch falls man ihm zugestehen kann, da√ü er von der Sch√§dlichkeit des Reformismus in diesem Bereich noch nichts wu√üte, macht das solche √úberlegungen, wie die "Regelung der Tiertransporte", keineswegs weniger kontraproduktiv.

Flurys nachfolgender Kritik kann z.T. zugestimmt werden. Das betrifft z.B. die Zur√ľckweisung Salts Behauptung, es g√§be keine moralischen Dilemmata, oder die Kritik an dessen Spiritualismus (nichtmenschliche Tiere h√§tten wie Menschen eine "Seele", man m√ľsse den "paradiesischen Zustand" wiedererlangen usw.). Auch nicht sehr zielf√ľhrend ist dessen Insitieren darauf, da√ü Menschen und nichtmenschliche Tiere sehr √§hnlich seien und grunds√§tzlich Charakter und Vernunft aufwiesen. Nat√ľrlich sind Menschen Tiere, aber viele nichtmenschliche Tiere sind dem Menschen eben sehr un√§hnlich und trotzdem moralisch zu ber√ľcksichtigen. Genauso wie Tiere ohne Charakter (was Definitionssache ist und auch Neugeborne (aller Spezies) betreffen k√∂nnte) und ohne Vernunft (z.B. geistig behinderte Menschen) dennoch moralisch zu ber√ľcksichtigen sind.
Nicht zustimmen kann man Flurys Kritik an anderen Punkten. So z.B. wenn er Salts Analogie von Vivisektion mit Begriffen wie Folter ablehnt, womit er vermuten l√§√üt, da√ü er den Unterschied zwischen Analogie und Vergleich nicht kennt. Auch sein Hinweis, nicht alle Tieren h√§tten die gleiche Intelligenz und es m√ľ√üte deshalb differenziert werden, ist formal richtig, aber wenn es um ethische Ber√ľcksichtigung von Elementarrechten geht, kann eine Unterscheidung zwischen hoch und niedriger entwickelten Tieren fatal sein (und ist nat√ľrlich speziesistisch).

Als zweiten Autor besch√§ftigt er sich mit Peter Singer und dessen B√ľchern "Animal Liberation" und "Practical Ethics". Singer vertritt einen Pr√§ferenz-Utilitarismus und keinen Antispeziesismus und so findet man seine tierrechtsverletzenden √Ąu√üerungen hier gut zusammengefa√üt. So g√§lten gegen√ľber nicht-empfindungsf√§higen Lebewesen keine moralischen Verpflichtungen, er setzt die Grenze dieser "niederen Tiere" unterhalb der Muschel an. Es sei falsch, die Lebewesen, die er als "Personen" bezeichnet, zu t√∂ten. "Dazu geh√∂ren auch gro√üe Menschenaffen und evt. Wale und Delphine. Nach dem Prinzip der Gnade des Zweifeln kann auch Hunden, Katzen und Schweinen dieses Status zugestanden werden." ("Nicht t√∂ten" hei√üt f√ľr Singer aber nicht, da√ü man sich nicht sexuell an ihnen vergehen d√ľrfte.) Die n√§chste Stufe sind "bewu√üte oder empfindende Wesen", die zu t√∂ten richtig ist, wenn die "Neuschaffung von Wesen" erf√ľllt ist, dazu geh√∂ren "S√§ugetiere, die heute in der intensiven Tierhaltung aufgezogen und die meisten Tiere, die f√ľr Tierversuche verwendet werden." Diese Tierausbeutung in gro√üem Stil ist damit offiziell genehmigt. Aber solche Aussagen und ihre Folgen sind ja bekannt.
Die praktischen Konsequenzen stellen sich so dar, da√ü "[a]ls Minimalforderung aus der Miteinbeziehung der tierischen Interessen [..] auf Tierfleisch aus Intensivzucht [!] verzichtet werden [mu√ü]." Zwar empfiehlt (!) er ansonsten eine generelle Vermeindung von "Fleisch" und Kuhmilch, aber er warnt davor, "zu hohe Anspr√ľche an die Menschen zu stellen", "[a]nsonsten bestehe die Gefahr, da√ü die als unerf√ľllbar und einschneidend radikal empfundenen Anspr√ľche generell abgelehnt werden." Die Parallelen zu den Rechtfertigungsversuchen der eigenen Inkonsequenz bei Kaplan sind frappierend. Au√üerdem ist Singer der Meinung, es sei problematisch, die "T√∂tung von Tieren unmittelbar als falsch" zu erkl√§ren, denn es "ist schwer zu verstehen, wieso ein Wesen, das keinen Sinn f√ľr seine Zukunft hat, sondern gleichsam Moment f√ľr Moment lebt, durch seinen Tod etwas verliert, was nicht durch die Neuschaffung eines Wesens, das √ľber angenehme Gef√ľhle empfindet, kompensiert werden k√∂nnte." Denn genau das ist sein Utilitarismus: Individualwohl gilt nichts, Individualrechte schon gar nicht, Hauptsche die "Gesamtgl√ľcksmenge im Kosmos" stimmt. Des weiteren sei es moralisch geboten, "Sch√§dlingsbek√§mpfungsmittel so einzusetzen, da√ü das Leiden der Tiere m√∂glichst gering ist". Da k√∂nnen sich die Tiere aber freuen.
Wenn man hier bereits denkt, tierrechtsverletzender ginge es nicht, kann Singer das nat√ľrlich noch steigern. Unter folgenden Bedingungen ist es f√ľr ihn legitimierbar, bewu√üte Lebewesen zu t√∂ten und als Nahrung zu verwenden: die Tiere m√ľssen nat√ľrlich aufgewachsen sein, d√ľrften nicht selbstbewu√üt sein, die T√∂tung mu√ü schmerzlos erfolgen, die Artgenossen d√ľrfen durch den Tod nicht leiden, die Tieren d√ľrfen aus √∂konomischen Gr√ľnden nicht gez√ľchtet werden, wenn sie nicht als Nahrung dienen. Konkret h√§lt er "Fischfang" in √§rmeren L√§ndern f√ľr gerechtfertigt. Und um diesen Speziesismus zu kr√∂nen: "Treffen nicht-triviale Interessen von Menschen mit nicht-trivialen Interessen von Tieren zusammen, ist es den Menschen moralisch erlaubt, ihre Interessen durchzusetzen; sie sollen den Schaden f√ľr die Tiere dabei nach M√∂glichkeit minimieren."

Flurys Kritik stellt richtig heraus, da√ü die Leidvermeidung allein kein ausreichendes Kriterium ist (er bringt als Beispiel einen Tierausbeuter, der den Tieren seit der Geburt Drogen verabreicht). "Auf der Grundlage von Singers Theorie l√§√üt sich kein stichhaltiges Argment gegen die Aufzucht von Tieren zu Nahrungszwecken anf√ľhren, wenn diese Tiere - wie im erw√§hnten Beispiel - durch Medikamente in einen Zustand starker und intensiver Gl√ľcksgef√ľhle versetzt w√ľrden." Die Absurdit√§t Singers Utilitarismus fa√üt er folgenderma√üen zusammen:
Zitat: Dem Leben blo√ü empfindender Wesen kommt f√ľr Singer n√§mlich √ľberhaupt kein Wert zu. Solange wir n√§mlich durch die T√∂tung eines solchen Wesens den Saldo der angenehmen gegen√ľber den unangenehmen Gef√ľhlen im Kosmos nicht ver√§ndern, ist die T√∂tung moralisch gesehen unbedenklich. Dazu ist nach Singer ausreichend, daf√ľr zu sorgen, da√ü ein allf√§llig get√∂tetes Wesen durch ein anderes ersetzt wird, das zumindest gleich viel angenehme Gef√ľhle erlebt. [...] Vielleicht tut man ihm [dem Wesen] daher kein pers√∂nliches Unrecht, wenn man es t√∂tet, obwohl man die Gl√ľcksmenge im Universum verringert. Aber dieses Unrecht, wenn es denn eines ist, kann dadurch ausgeglichen werden, da√ü man √§hnliche Wesen in die Welt setzt, die ein ebenso gl√ľckliches Leben haben werden. [...] Diese Version des Utilitarismus sieht in der Maximierung der Lust bzw. der Pr√§ferenzerf√ľllung das Kriterium des moralisch Richtigen. Dabei ist es dieser Theorie zufolge irreleveant, ob diese Maximierung durch Vermehrung der Lust bzw. Erf√ľllung von Pr√§ferenzen bei existierenden Wesen erfolgt oder durch die Vermehrung der Zahl von Wesen erreicht wird.
Kurz gesagt: Singer interessiert sich nicht im Entferntesten f√ľr die Rechte der Tiere, sondern lediglich f√ľr seine abstrusen Gl√ľcksmengenrechnungen. Wenn eine solche Person der "Begr√ľnder der Tierrechte" sein soll, mu√ü man sich √ľber den Zustand der Tierrechtsbewegung nicht wundern.

Tom Regan und sein Buch "The Case for Animal Rights" ist Gegenstand der dritten Betrachtung. Dieser unterscheidet alle relevanten Lebewesen in "moral agents", diese haben hochentwickelte F√§higkeiten (dazu geh√∂ren z.B. erwachsene Menschen, die √ľber alle geistigen F√§higkeiten verf√ľgen und evt. Wale); "moral patiens" i.e.S., die einen inh√§rentem Wert haben und das Subjekt-eines-Lebens-Kriterium erf√ľllen, d.h. sie verf√ľgen √ľber √úberzeugungen und W√ľnsche, Wahrnehmung, Erinnerung und Zukunftssinn, Gef√ľhlsleben, F√§higkeit Interessen zu verfolgen, psychophysische Identit√§t usw. (dazu geh√∂ren z.B. mehr als einj√§hige S√§ugetiere und geistig behinderte Menschen); sowie "moral patiens" i.w.S., die kein Bewu√ütsein und Empfindung und damit keinen inh√§renten Wert haben (z.B. Fr√∂sche).
Nach weiteren definitorischen Differenzierungen kommt Regan zu den Folgerungen aus seiner Theorie: Der "Konsum von Tierfleisch" sei eigentlich abzulehnen, w√§re aber gerechtfertigt, wenn der Verzicht gesundheitliche Sch√§den br√§chte. Theoretisch k√∂nnte man Tiere (Truth√§hne, H√ľhner), die keinen inh√§renten Wert haben, als Ressourcen benutzen, auch wenn er die Grenzziehung als schwierig bezeichnet. In Notf√§llen sei das "Schlachten" und der "Fleischverzehr" gerechtfertigt. "Jagd" und Tierversuche lehnt er hingegen ab.

Flury stellt in seiner Kritik fest, daß nach Regan ein Lebewesen zu mißhandeln oder zu töten, das nicht Subjekt seines Lebens ist, nur indirekt falsch sei, denn es fördere die Neigung, auch Grausamkeiten gegen Wesen mit inhärentem Wert zu begehen. Regans Konzept ist damit inhärent anthropozentrisch.
Das √úbel des Todes bestehe nach Regan in der F√ľlle der M√∂glichkeiten zur Bed√ľrfnisbefriedigung, die durch das Lebensende ausgeschlossen sind. Diese seien bei h√∂her entwickelten Tieren (Menschen) gr√∂√üer als bei niedriger entwickelten (Beispiel Hund), daher sei die Opferung des zweiten im Konfliktfall gerechtfertigt. Als Szenario dient ihm ein Boot mit vier Menschen und einem Hund, das nur Nahrung f√ľr vier enthalte (das ist das zielzitierte "lifeboat scenario"). Da Regan - wie wir gesehen haben - kein Problem mit √ľbelstem Speziesismus hat, d√ľrfte der Hund nat√ľrlich "geopfert" werden. (F√ľr einen Antispeziesisten m√ľ√üte - auch wenn das gerne unterstellt wird ‚Äď nicht etwa grunds√§tzlich einer der Menschen zugunsten des Hundes geopfert werden, sondern (da alle der f√ľnf gleichwertig sind) best√ľnde ein ethisches Dilemma. M√ľ√üte es gel√∂st werden, dann nur √ľber Kriterien, die nicht speziesspezifisch sind, wie Gesundheitszustand, Nahrungsverbrauch etc. Da der Hund weniger Nahrung verbraucht, w√ľrde die Wahl allerdings unwahrscheinlich auf ihn fallen.)
Zu Regans grundlegender Theorie, die Tiere ohne "inh√§renten Wert" keiner moralischen Ber√ľcksichtigung f√ľr n√∂tig erachtet, res√ľmiert Flury: "[E]s entbehrt nicht einer gewissen Ironie, wenn ausgerechnet der wohl profilierteste Autor zur Tierrechtsfrage durch seinen Ansatz einer ganze Kategorie von Tieren moralische Relevanz abspricht" und best√§tigt, da√ü eben nicht alle, die sich mit dem Begriff Tierrechte schm√ľcken, ihn auch wirklich verdienen. Wenig √ľberraschend ist demnach auch, da√ü Regan trotz gegenteiliger Behauptungen mit "humanes Schlachten ist toll"-Tiersch√ľtzern anbandelt und theistische Argumente benutzt.

Als letzten Teil des Buches formuliert Flury eine eigene Moralkonzeption. Und obwohl er aus diesen schlechten "Vorbildern" gelernt haben m√ľ√üte, gleicht dieser Ansatz eher einer mathematischen Rechnungen als einer philosophischen Position und Antispeziesismus oder Veganismus, die Grundlage sein m√ľ√üten, sind nicht zu entdecken.

Fazit: √úber Tierrechte kann man hier nichts lernen, aber auch nicht ganz unn√ľtzlich sind die Analysen der drei Positionen, die beweisen, da√ü jeder, der Singer oder Regan als Tierrechtsphilosoph bezeichnet, deren Werke nicht gelesen oder nicht verstanden hat (oder vielleicht einfach nur genauso seinen eigenen Unveganismus zu rechtfertigen versucht). Eine tierrechtlerische Position macht es notwendig, sich mit diesen Personen auseinander zu setzen (da sie leider allzu oft als Vordenker fehlzitiert werden), und daf√ľr gibt das Buch eine gute Zusammenfassung ihrer Grundthesen, anhand derer man gegen sie argumentieren kann.

Religi√∂ses Abschlachten: Menschen wie H√ľhner

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Atheismusforum
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Zitat: Aberglaube in Afrika

Albinos abgeschlachtet

04.11.2009, 10:52

Von Judith Raupp

Ihre wei√üe Hautfarbe soll Gl√ľck bringen. Wegen dieses abstrusen Aberglaubens leben Albinos in Afrika gef√§hrlich. In Tansania wurden vier M√∂rder zum Tode verurteilt.

Zuerst haben sie ihm die Kehle aufgeschlitzt, dann haben sie Kopf und Beine abgetrennt und den Körper in einen Graben geworfen. Lyaku Willy, 54, wurde im November des vergangenen Jahres in dem nordtansanischen Dorf Nkindwabuye ermordet. Sein Verhängnis: Er war Albino. Mit seinem Kopf und den Beinen wollten die vier Mörder ein Geschäft machen; doch sie wurden gefasst und zu Wochenbeginn vom Gericht in der Provinzstadt Shinyanga zum Tod durch Erhängen verurteilt.

Albinos leben gef√§hrlich in Tansania und in vielen anderen afrikanischen L√§ndern. Zwielichtige Wunderheiler behaupten, ihre Gliedma√üen w√ľrden Gl√ľck, Macht und Reichtum bringen. Kriminelle machen regelrecht Jagd auf die Menschen mit der bleichen Haut, um ihre Gliedma√üen zu verkaufen. "Sie schlachten uns ab wie H√ľhner", klagt die Generalsekret√§rin der tansanischen Albino-Gesellschaft Zihada Msembo. Selbst Kinder t√∂ten sie, manchmal vor den Augen ihrer Eltern. Die Knochen der Ermordeten landen in angeblichen Zaubertr√§nken, ihre Haare flechten Fischer in Netze, weil sie glauben, dann mehr zu fangen. Die Haut eines Albinos kaufen verblendete Fanatiker f√ľr 2400 bis 9600 Dollar, je nach Alter des Opfers.

Albinismus ist Genfehler

Weltweit ist etwa einer von 20.000 Menschen ein Albino. In Tansania ist es einer von 3000. Sie haben aufgrund eines genetischen Fehlers farblose Haut, Augen und Haare. In Afrika fallen diese hellen Menschen besonders auf. "Sie werden ausgegrenzt, verspottet und getötet", erzählt Franck Alphonse, Leiter des Tanzania Albino Centers. Allein in diesem Jahr sind mehrere Dutzend Albinos in dem ostafrikanischen Land ermordet worden. Aus Angst vor den Schlächtern schicken viele Eltern ihre hellhäutigen Kinder nicht zur Schule oder in die Lehre - und geben sie damit der Armut preis.

"Das Schlimme ist, dass die Kriminellen von m√§chtigen M√§nnern bis in Regierungskreise gedeckt werden", sagt Alphonse. Selbst hochrangige Beamte hingen dem Irrglauben an, die Gliedma√üen von Albinos w√ľrden ihre Macht bis an ihr Lebensende sichern. Alphonse begr√ľ√üt das Todesurteil f√ľr die M√∂rder. Es sei wichtig, hart gegen die Peiniger vorzugehen. Schon im September verurteilte ein tansanisches Gericht drei M√§nner wegen des Mordes an einem Albino-Jungen zum Tod. Allerdings sagt Alphonse auch, dass Aufkl√§rung n√∂tig sei: "Unwissenheit dar√ľber, dass Albinos ganz normale Menschen sind, ist die Hauptursache f√ľr die Misere."

Die Regierung habe das Problem erkannt, berichtet die Pastorin Goldliver Rugumamu aus Arusha. Aber die Politiker engagierten sich noch zu wenig f√ľr einen Bewusstseinswandel in der Bev√∂lkerung. Auch die Albinos selbst w√ľssten oft nicht, weshalb sie anders aussehen, erz√§hlt sie. Viele sch√ľtzen sich nur unzureichend vor der Sonne und erkranken an Hautkrebs. Und jene, die sich sch√ľtzen wollen, haben das Problem, dass es in Tansania nur selten Sonnenmilch gibt.
(SZ vom 04.11.2009/abis)


http://www.sueddeutsche.de/panorama/952/493301/text/

Nadel f√ľr Pfarrer

Autor: martin
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Zitat: Bandel forderte die J√§gerschaft auf, ihre grunds√§tzliche Motivation zu hinterfragen und das Waidwerk so auszu√ľben, dass es ein Gottesdienst im Alltag sein k√∂nne.
(Giessener Anzeiger, 19.10.2009)

Er hat sch√∂n die Parallele herausgestellt: Indoktrination, Mord und Unterdr√ľckung in beiden Bereichen. (Wobei der "Gottesdienst" selbst eher im Theoretischen punktet (von spontanen Lynchmorden abgesehen) und die "Jagd" im Praktischen.)

Minister Backhaus und die Kinderjagd - Tierschutzpeinlichkeiten

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Allgemeines
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Derzeit wogt sie durch die Tierschutzverteiler: Die Kinderjagd des Ministers Backhaus (SPD). "NEUER SKANDAL - BACKHAUS SPD √úBERTRIFFT K√úNAST BEI WEITEM; WETTBEWERB DER GEWISSENSLOSEN" schreien da die √úberschriften.

Zitat: Minister Till Backhaus bläst zur Kinder- und Jugendjagd / Bildungsziel in der Demokratie BRD: Mord an Tieren !!

Nicht nur Frau K√ľnast, Gr√ľne, meint fr√∂hlich, Kleinkinder m√ľ√üten zum Fischmord erzogen werden, auch andere Politiker (s. Backhaus, SPD) verfolgen dieses "Bildung"sziel. Ein Skandal, f√ľr den es keine Worte gibt. Soll das Volk auf diese Weise mit Mord und Totschlag vertraut gemacht werden, damit es irgendwann willig in den Krieg f√ľr die Interessen seiner Sklaventreiber zieht?? Oder soll der Tiermord vorerst von den Schandtaten der Politiker ablenken? Spiele f√ľrs Volk?? Das Brot mu√ü man ja weglassen, das gibts zu den Spielen nicht dazu.

Dem Minister bitte nachdr√ľcklich klarmachen, was Kinder u. Jugendliche zu lernen haben und was ein Minister nicht zu tun hat. Weder haben Kinder u. Jugendliche Tiere zu ermorden und "auf die Jagd" zu gehen, noch hat es den Tiermassenmord, Jagd genannt, zu geben. Die Zeiten der Feudalherren sind vorbei. Unglaublich, was die Politiker sich erlauben! Wie konnten solche Leute wieder gew√§hlt werden! SPD, CDU, FDP - wo w√§re der Unterschied!
... schreibt Astrid Suchanek, Kandidatin der Tierschutzpartei, geboren 1946, Mitglied TSP seit 1999, zuvor "Menschen f√ľr[sic!] Tierrechte" via Mailverteiler; laut http://wiki.rhein-neckar.de/index.php/Astrid_Suchanek "sympathisiert" sie √ľbrigens "offen mit der Sekte Universelles Leben", was bei Tierschutzparteilern ja wenig wundert (s.a. http://maqi.de/ul).

Was ist geschehen? Das:

Zitat: Minister Backhaus lädt ein zur Landeshubertusjagd in Sanitz

27.09.2009: Schwerin/Sanitz/MVregio Der Minister f√ľr Landwirtschaft, Umwelt und Verbraucherschutz Dr. Till Backhaus (SPD) nimmt am Sonnabend, dem 17. Oktober 2009, in Sanitz (Landkreis Bad Doberan) an der traditionellen Landeshubertusjagd teil.

Das Stelldichein zur Jagd wird um 11.00 Uhr angesetzt. Treffpunkt ist die Reitanlage Zehe, Niekrenzer Damm 4. Der Abritt erfolgt um 12.00 Uhr. Die Strecke ist 15 Kilometer lang und verl√§uft √ľberwiegend durch offenes Gel√§nde. Es wird traditionell in zwei Feldern geritten, wobei das zweite die Hindernisse umreiten kann. Au√üerdem findet erstmals eine Kinder- und Jugendjagd statt. Diese reitet gesondert und mit einem qualifizierten Jagdf√ľhrer.

F√ľr die G√§ste bestehen sehr gute Beobachtungsm√∂glichkeiten. Eine Pause mit Lagerfeuer wird in L√ľsewitz am See eingerichtet. Als musikalische Umrahmung konnten die Usedomer Jagdhorn-bl√§ser gewonnen werden. Gegen 16 Uhr soll die Jagd enden.

F√ľr alle Interessierten sichert die rechtzeitige Anmeldung einen Platz auf dem Kremser. http://www.mvregio.de/show/241843.html (meine Hervorhebungen; abgebildet sind zudem winzig kleine, aber trotzdem als Pferde und Pferdereiter erkennbare Tiere) [Grade eben mit einer lustigen Google-Ad: "27.9. Zweitstimme Gr√ľn. B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen" - das nur als Anekdote am Rand]


Ja, massive Tierausbeutung: "Reit"-Pferde und Hunde werden daf√ľr mi√übraucht. Und ob die k√ľnstliche "F√§hrte", der die Hunde folgen, denen die Pferde da folgen, vegan ist, darf bezweifelt werden. Sicherlich gute Gr√ľnde, dagegen vorzugehen. Sollten die Tiersch√ľtzer etwa zu Tierrechtlern mutiert sein?

Weit gefehlt. Sie haben einfach nur keine Ahnung, das ist alles. Nun mag es ja blutige Hubertusjagden (und Hubertusmessen, immerhin wird dabei Wein in Jesu Blut transsubstanziiert) geben.

Aber offenbar glauben die Tiersch√ľtzer, es handle sich hierbei um eine Veranstaltung, bei der (u.a.) Kinder Tiere erschie√üen. Als ob Jagd (auf Tiere) zu Pferde in Deutschland nicht seit Generationen (aus Tierschutzgr√ľnden - ja, ich glaube, seit 1934, also von den Nazis) verboten w√§re.

Also, liebe Tiersch√ľtzer: Schleppjagd ist wuff, wuff, hoppe-hoppe Reiter, nix bumm peng, okay?

Also, sehr sch√∂n, wenn ihr dagegen vorgehen wollt. Aber bitte aus den richtigen Gr√ľnden und ohne Euch durch Eure Ahnungslosigkeit so massiv zu blamieren mit dem peinlichen Endergebnis: "Oh, ist ja alles tiersch√ľtzerisch in Ordnung, nur Pferdesport, keine Wildbretproduktion, 'tschuldigung." Und ansonsten gilt nach Dieter Nuhr: "Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal ..." - nun, ich w√ľrde sagen: einfach mal informieren statt blamieren.

(Ist √ľbrigens nicht das erste mal, da√ü das passiert ...)

Achim

PS: Warum kommen keine Kindersch√ľtzer und regen sich √ľber die Kinderjagd auf. Ich mein', da werden schlie√ülich Kinder gejagt. Oder so.

Renate K√ľnast auf dem Bauernhof: Fische erschlagen, K√§lber qu√§len

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Videodokumentation
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Ein Video geistert derzeit durch die Tiersch√ľtzerszene (meist mit einem Ausschnitt aus "TV total" - hier verlinkt mehrere ganze Folgen), in dem u.a. Renate K√ľnast einen Fisch totpr√ľgelt.

Der Sturm der Entr√ľstung (es werden "√∂ffentliche Entschuldigungen", Wahlumentscheidung (w√§hlender Tiersch√ľtzer) oder Parteiausschlu√ü gefordert und Strafantr√§ge gestellt) ist unverst√§ndlich: zum einen ist solches Verhalten nichts Neues, zum anderen ist es - gem√§√ü Tierschutzgesetz - v√∂llig legal.

Sollte das all denen, die immer noch Tierschutz (statt Tierrechten) propagieren nicht zu denken geben?

Zitat: √Ąrmel hochkrempeln und zupacken k√∂nnen das auch die drei Politprofis im Praxistest? Renate K√ľnast wirft die Angelrute aus, Karl Lauterbach versorgt einen Notfall im Krankenhaus und Hilfsarbeiter Gregor Gysi schuftet auf dem Bau.


Fischen, Verarzten, Steine stapeln - Abgeordnet - Der Politiker-Praxistest (Teil 2)
http://www.swr.de/abgeordnet/-/id=4979138/did=5275228/pv=video/gp1=5298986/nid=4979138/11wwpiy/index.html

K√ľnast angelt (ab 9:23), was sie kann, weil sie "fr√ľher viel geangelt" (12:12) habe, erschl√§gt einen Fisch (11:39), hilft einem 7j√§hrigen, einen Fisch zu erschlagen (10:53, 11:26), verpa√üt K√§lbern Ohrmarken (19:22) usw.

F√ľr sie ist es
Zitat: wichtig, daß das, was man dann tut, wenn man sie tötet, sehr ordentlich, professionell und schnell macht.


Nun ja, ob das, was sie (und das Kind) da mit den Fischen gemacht haben "ordentlich, professionell und schnell" war sei dahingestellt.

Legal war es aber nunmal gemäß Tierschutzgesetz:
Zitat: §4

(1) Ein Wirbeltier darf nur unter Bet√§ubung oder sonst, soweit nach den gegebenen Umst√§nden zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen get√∂tet werden. Ist die T√∂tung eines Wirbeltieres ohne Bet√§ubung im Rahmen weidgerechter Aus√ľbung der Jagd oder auf Grund anderer Rechtsvorschriften zul√§ssig oder erfolgt sie im Rahmen zul√§ssiger Sch√§dlingsbek√§mpfungsma√ünahmen, so darf die T√∂tung nur vorgenommen werden, wenn hierbei nicht mehr als unvermeidbare Schmerzen entstehen. Ein Wirbeltier t√∂ten darf nur, wer die dazu notwendigen Kenntnisse und F√§higkeiten hat.

(1a) Personen, die berufs- oder gewerbsm√§√üig regelm√§√üig Wirbeltiere bet√§uben oder t√∂ten, haben gegen√ľber der zust√§ndigen Beh√∂rde einen Sachkundenachweis zu erbringen. Wird im Rahmen einer T√§tigkeit nach Satz 1 Gefl√ľgel in Anwesenheit einer Aufsichtsperson bet√§ubt oder get√∂tet, so hat au√üer der Person, die die Tiere bet√§ubt oder t√∂tet, auch die Aufsichtsperson den Sachkundenachweis zu erbringen. Werden im Rahmen einer T√§tigkeit nach Satz 1 Fische in Anwesenheit einer Aufsichtsperson bet√§ubt oder get√∂tet, so gen√ľgt es, wenn diese den Sachkundenachweis erbringt.
(meine Hervorhebung)
Nun war die "Aufsichtsperson" (Bauer und Jäger) anzunehmenderweise eben im Besitz eines solche "Sachkundenachweis[es]".

Also laut Tierschutzgesetz alles in Butter (pun intended).

Interessant (aber bislang unbeachtet) auch die andere Teile der Reihe:

Zahlen jonglieren und Zellen putzen - Abgeordnet - Der Politiker-Praxistest (Teil3)

K√ľnast beim H√ľhnerscheuchen (5:30), Jagd (6:50, "Der Schutz des Lebens steht ganz vorne" - nicht der des ermordeten Rehs, vielmehr sollen Waffen nicht mehr in Privathaushalten aufbewahrt werden d√ľrfen, "F√ľr die Jagd kann man's anders machen".). Wenn K√ľhe H√∂rner haben, ist das "artgerecht" (8:25).

http://www.swr.de/abgeordnet/-/id=4979138/did=5275232/pv=video/gp1=5347742/nid=4979138/110gvag/index.html

Alle Folgen der Reihe werden in diversen dritten Programmen, EinsPlus (unbestätigt bisher: 3sat, Phoenix) wiederholt, siehe http://maqi.de/tv?id=30566, http://maqi.de/tv?id=30569 usw.

Kommentare zu weiteren Folgen (z.B. Folge 4, ohne K√ľnast, mit dem "Recht der Kinder einen Zoo besuchen zu k√∂nnen", 25:25, http://www.swr.de/abgeordnet/-/id=4979138/did=5275242/pv=video/gp1=5347758/nid=4979138/9ahabn/index.html) folgen ggf.

Achim

Wildschweine: Zum Schießen

Autor: martin
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Und wieder liegt's am Klimawandel: Wildschweine vermehren sich unkontrolliert. Sie pfl√ľgen die Landschaft um und gef√§hrden nicht nur den Verkehr. Die J√§ger kommen kaum noch dagegen an. Von Gerald Drissner


In Osann-Monzel, einem Dorf, in dem im Winter kein einziges Gasthaus ge√∂ffnet hat, baut Michael Ballmann-Zenz Trauben an. Seine Reben wachsen in den T√§lern und H√§ngen der Mosel, auf dem "Maringer Honigberg" und dem "Monzeler K√§tzchen", dem ber√ľhmtesten H√ľgel des Dorfs. Im Herbst presst er aus der Ernte 55.000 Liter Wein, der regelm√§√üig von Fachleuten ausgezeichnet wird. Michael Ballmann-Zenz, 41 Jahre alt und seit 13 Jahren Winzer, ist t√§glich bis zu zw√∂lf Stunden bei seinen Reben und hegt jede einzelne Beere. Vor zwei Jahren, sagt er, sei es dann pl√∂tzlich losgegangen, "da kamen die Wildschweine, zu Dutzenden".


Im Sommer fra√üen die Wildsauen, wie die J√§ger auch sagen, die s√ľ√üen Dornfelder-Trauben, "die sie Hunderte Meter weit riechen k√∂nnen". Im Winter gruben sie im Boden nach W√ľrmern und hinterlie√üen Gr√§ben, so gro√ü, "da h√§tte ich mich hineinlegen k√∂nnen". Michael Ballmann-Zenz installierte einen Lautsprecher, aus dem Vogelstimmen piepsen und Metallboxen, die aneinanderschlagen, wenn Wind aufzieht. Das sollte die Tiere fernhalten. Zur Sicherheit spannte er einen Stacheldrahtzaun. "Das hat die Sauen wohl aggressiv gemacht", sagt der Winzer. "Mein Weinberg sah am n√§chsten Tag aus, als ob einer mit dem Baseballschl√§ger da war."


In einem gepflegten Altbau in der Bonner S√ľdstadt hockt Diplom-Agraringenieur Andreas Leppmann, 30, in seinem B√ľro und sagt: "Der J√§ger kann nicht reparieren, was in der Raumplanung schiefgelaufen ist." Auf seinem Computer flie√üen die Zahlen aus den deutschen Forsten zusammen, jedes Tier, das die 349 339 J√§ger erlegen, wird hier gez√§hlt. Andreas Leppmann ist Gesch√§ftsf√ľhrer des Deutschen Jagdschutzverbands. Mehr als 110 Hektar freie Fl√§che gingen in Deutschland t√§glich verloren, ein St√ľck Land so gro√ü wie 150 Fu√üballfelder, das bepflanzt, betoniert oder asphaltiert wird. "Wir haben den Lebensraum der Sauen besiedelt", sagt Leppmann. "Nun erobern ihn die Sauen zur√ľck."

Wildschweinplage
Die Wildschweine ziehen in die St√§dte. Nach R√ľsselsheim zum Beispiel, wo im September sechs Wildschweine von zw√∂lf Polizisten mit 100 Sch√ľssen vor einem Kino niedergestreckt wurden; Zeugen sprachen von einem Gemetzel. In Berlin hausen sie gern auf Friedh√∂fen, weil es dort keine Hunde gibt. Nachts ziehen sie los und graben auf Fu√üballpl√§tzen nach W√ľrmern und in den Vorg√§rten nach Tulpenzwiebeln. In Frankfurt st√ľrmte im November ein Wildschwein den Gemeinschaftsraum der evangelischen Martinusgemeinde, als eine Mutter-Kind-Gruppe beim Fr√ľhst√ľck sa√ü.

Sie ziehen √ľber die Autobahnen, in Rotten und meistens nachts. Im Februar prallte ein Mazda auf der A 27 bei Bremen gegen ein Wildschwein; zwei Menschen starben. In Hannoversch M√ľnden verfolgte die Polizei mit einem Hubschrauber eine Sau, die drei Spazierg√§ngern ins Bein gebissen hatte; die Suche blieb erfolglos. Und den Landwirten fressen sie die Ernte weg. An der Ahr in Rheinland-Pfalz wurde in einer Nacht der gesamte Eiswein vernichtet: 25 000 Euro Schaden.

In der vergangenen Jagdsaison haben die J√§ger 447.000 Wildschweine erlegt. Das war das dritth√∂chste Ergebnis seit 1945. Und in diesem Jahr werden es noch mehr sein. Schon jetzt meldet Rheinland-Pfalz Rekordabsch√ľsse, Hessen und Berlin auch. Und die Regierung in Oberbayern gab nach einer Besprechung zu Protokoll: "Heute sind die Wildschweine in der Mitte der Gesellschaft angekommen."

Allesfressende Polizeischweine
Sus scrofa, so der lateinische Name des Wildschweins, hat sich gut eingelebt in Deutschland. Doch nicht nur hier, sondern in fast allen L√§ndern der Welt, denn au√üer W√ľsten besiedeln die Tiere jeden Flecken, auf dem es Wasser gibt. Das brauchen sie f√ľr die K√∂rperpflege, das Suhl-Bad. Wildschweine sind Omnivore, Allesfresser, bevorzugen im Wald Eicheln und Bucheckern und an Autobahnen D√∂ner und Pizzareste. Mit ihren 44 Z√§hnen k√∂nnen sie auch Kokosn√ľsse aufbrechen. J√§ger haben beobachtet, dass sie auf Schulh√∂fen jene Brote nehmen, auf denen die meiste Butter ist; nur Schokolade und Knoblauch vertragen sie nicht. Mit ihrem R√ľssel k√∂nnen sie derma√üen gut riechen, dass die Polizei in Hildesheim in den 80er Jahren das Wildschwein Luise nach Rauschgift und Sprengstoff suchen lie√ü. J√ľrgen Trittin, damals Sprecher der Gr√ľnen, setzte sich √∂ffentlich daf√ľr ein, dass "Schweine in den Polizeidienst" aufgenommen werden.

In der Sprache der J√§ger hei√üen die m√§nnlichen Wildschweine Keiler, die weiblichen Bachen, die Jungtiere Frischlinge, und in der Pubert√§t, von 13 bis 24 Monaten, sind sie √úberl√§ufer. Sterben sie eines nat√ľrlichen Todes, k√∂nnen sie bis zu zehn Jahre alt werden und wiegen bis zu vier Zentner. Wildschweine vermehren sich wie die M√§use. Im November und Dezember paaren sich die Tiere und geb√§ren jetzt im Februar und M√§rz. Nach drei Monaten, drei Wochen und drei Tagen, so sagt die Bauernregel. Bis zu acht Junge bringt eine Sau zur Welt. In f√ľnf Jahren k√∂nnten, vorsichtig gerechnet, aus 100 Tieren 10.000 werden.

Deshalb sind sich J√§ger, Politiker und Natursch√ľtzer einig, dass m√∂glichst viele Frischlinge erlegt werden m√ľssen. Der Kreistag Bernkastel-Wittlich, zu dem Osann-Monzel geh√∂rt, hat sogar eine Kopfpr√§mie von 20 Euro ausgeschrieben. Und der f√ľr die Jagd zust√§ndige Beamte im D√ľsseldorfer Umweltministerium sagte der Zeitschrift "Rheinisch-Westf√§lischer J√§ger": "Wir m√ľssen die Frischlinge bejagen, als wollten wir sie ausrotten."

Die Todesfalle
Doch das ist nicht so einfach. Tags√ľber verstecken sich die Tiere, und nachts sind sie mit ihrem dunklen Fell kaum zu sehen. Bis zu 60 Stunden braucht ein J√§ger, um eine Sau zu erlegen. Die Tiere sind √§u√üerst schnell und wendig, k√∂nnen im Galopp bis zu zwei Meter weit springen und sind ausgezeichnete Schwimmer.

Was fr√ľher mal als Jagd begann, ist heute ein Rennen zwischen Sau und Mensch. Will der Mensch siegreich sein, braucht er neue Ideen. In der Nordeifel stellen die J√§ger so etwas wie riesengro√üe Mausefallen auf: In der N√§he eines Hochstands streuen sie Stroh auf den Boden, damit sie die dunklen Tiere nachts besser sehen k√∂nnen. Verteilen dann an vier, f√ľnf Stellen eine Handvoll Mais und platzieren eine gro√üe Betonplatte darauf. "Die Schweine riechen den Mais, kommen angerannt, heben die Betonplatte mit der Schnauze an und schleudern sie drei, vier Meter weit weg", sagt ein J√§ger. "Und w√§hrend sie das tun, k√∂nnen wir sie in Ruhe schie√üen."


Wie viele Wildschweine es in Deutschland gibt, wei√ü niemand. Sch√§tzungen gehen von mehr als einer Million Tiere aus. Die Bundesrepublik, so schrieb die "Deutsche Jagd-Zeitung", sei das schwarzwildreichste Land Europas. Fasst man die Erkl√§rungen von Wissenschaft, Politik und Jagd zusammen, dann ist der Klimawandel schuld daran. In den milden Wintern sterben weniger Frischlinge. Und Eichen und Buchen produzieren vermehrt Samen - fast jedes Jahr schon, und nicht wie fr√ľher, alle zehn. Ihre Samen sind die Lieblingsnahrung der Sauen.

Leckereien direkt vor dem R√ľssel
Wenn es keine Eicheln gibt, geht die Sau aus dem Wald und frisst Maiskolben. Jenen Rohstoff f√ľr Biogasanlagen, mit dem Deutschland zugepflanzt wird. F√ľnf Prozent der gesamten Republik sind mit Mais bes√§t. Seit 1960 ist die Anbaufl√§che um das 33-Fache gestiegen. In elf Tagen kann eine Saufamilie vier Hektar plattmachen, dass kein Halm mehr steht. Und sind sie einmal drin, gehen sie nicht mehr raus.


Michael Ballmann-Zenz kann von seinem Wohnzimmer die Maisfelder sehen, in denen die Sorten Agro Gas 280 und Kabans K 260 angebaut werden. Schwere Lkws bringen die Ernte in die Nachbard√∂rfer, zu den ein Dutzend Biogasanlagen. Dort g√§rt geh√§ckselter Mais in hausgro√üen Silos, setzt Gas frei, das dann in Turbinen in Strom umgewandelt wird. Ballmann-Zenz sieht aber auch die brachliegenden Weinberge, die zuwuchern. Jahrelang haben die Winzer an der Mosel f√ľr das schnelle Geld auf Billigwein gesetzt und auf sauren Wiesen Reben gepflanzt. Der Fusel verkauft sich seit Jahren schlecht, die Winzer setzen wieder auf Qualit√§t, und die Weing√§rten liegen brach. Sie wachsen zu mit allem, was im Biologiebuch steht, besonders mit Brombeeren und Holundergeh√∂lzen; das m√∂gen die Schweine.

Doch je enger die Tiere zusammenleben, desto eher kommt es zum Ausbruch von Seuchen. Besonders gef√§hrlich ist die Schweinepest. Theoretisch reicht eine infizierte Scheibe Salami: in Rum√§nien gekauft, an der A 7 weggeworfen und von der Sau gefressen. Das Virus bleibt lange am Leben, kann die Tiere t√∂ten und √ľbertr√§gt sich rasend schnell auf Hausschweine. F√ľr den Ernstfall hat die EU bereits "paramilit√§rische Pl√§ne in der Schublade", wie ein Wildbiologe wei√ü: "Dann wird get√∂tet, fl√§chendeckend." Bislang blieb der Ernstfall zum Gl√ľck aus.

Die "Interessengemeinschaft der Schweinehalter Deutschlands" fordert schon seit L√§ngerem die Antibabypille f√ľr Wildschweine. Die Wissenschaftler am Berliner Leibniz-Institut f√ľr Zoo- und Wildtierforschung arbeiten an einem Mittel, das die Tiere chemisch sterilisiert. J√§ger, Wildbiologen und Politiker lehnen dies aber ab. Das sei ein "unkalkulierbares Risiko", sagt Andreas Leppmann vom Jagdschutzverband.

Antibabypille f√ľr die Sau
Inzwischen hat die Diskussion um die Pille auch Osann-Monzel erreicht. Die Leute, die im Dorf was zu sagen haben, sind sich einig, dass die J√§ger allein dem Wildschwein nicht Herr werden. Auch Gerd Fritzen, 57, ist f√ľr die Pille. In der Gemeinde ist er f√ľr die Jagd verantwortlich, Tag und Nacht sei er mit seinen Kameraden drau√üen gewesen. An einem Tag holten sie mal 68 Sauen aus dem Wald, "das ist kein Hobby mehr". Neulich trieben seine Hunde ein Wildschwein auf einen Felsvorsprung. Das Tier habe kurz durchgeatmet und sei pl√∂tzlich in die Mosel gesprungen, "wie vom Zehnmeterbrett".

Fr√ľher hatte das Wildschwein noch den B√§ren, den Luchs und den Wolf als Feind. Heute sind seine einzigen nat√ľrlichen Feinde der J√§ger und das Auto. Jedes 20. Wildschwein wird von einem Autofahrer erlegt, im vergangenen Jahr waren es 23.500 St√ľck. Prallt ein Wagen mit 50 Stundenkilometern gegen eine 80 Kilogramm schwere Sau, wird aus der Sau ein zwei Tonnen schweres Hindernis und aus dem Wagen ein Totalschaden. Deshalb stehen an Autobahnen Wildz√§une, und auch Bauern und Kleing√§rtner spannen ihre Gemarkung ein. Doch ob das bisschen Draht eine Wildsau aufhalten kann, bezweifelt Wolfgang Keck, J√§ger im Pf√§lzer Wald. In der Zeit des Kalten Kriegs arbeitete er in der N√§he von Fischbach bei Dahn, an der Grenze zum Elsass. Dort hatte die US-Armee eine Kaserne. "Es gab immer mal wieder Vermutungen, dass es dort Giftgas gab oder so was", sagt Keck. Das 600 Hektar gro√üe Areal war mit Stacheldraht, Maschendraht, Stahl und Beton gesichert. "Ich wei√ü, dass die Army ein Problem mit Sauen hatte", sagt der J√§ger. Die Tiere h√§tten immer die schw√§chste Stelle im Zaun gefunden. "Wenn eine Sau irgendwo reinwill, dann kommt sie rein."

Michael Ballmann-Zenz, der Winzer aus Osann-Monzel, hat sich nun f√ľr 1000 Euro einen Elektrozaun gekauft. Er ist dreifach gespannt, im Kabel flie√üt eine Spannung von 8000 Volt, den Strom daf√ľr liefert eine Lkw-Batterie. Er sehe darin die letzte Chance, die Sauen loszuwerden. Ein J√§ger im Dorf erz√§hlte ihm, dass er im vergangenen Sommer gesehen habe, wie eine Sau, gesch√§tzte 90 Kilogramm schwer, an einen Elektrozaun ging, schn√ľffelte und zuckte. Dann sei das Tier 20 Meter zur√ľckgegangen, habe Anlauf genommen und sei mit Geheul losgerannt. "Das ging mit Zunder", sagte der J√§ger. "Die ging da rein in den Zaun mit einem Tonnenschub. Das war wie eine Explosion." Die Sau kam durch.

http://www.stern.de/panorama/wildschweine-zum-schiessen-656826.html

Bundestagswahl 2009

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Beginnen wir mit einer Analogie. Auch wenn ich kein Sozialist oder Kommunist bin, eignet sich folgender Artikel von Rosa Luxemburg aus dem Jahr 1898 √ľber die Beteiligung an der Wahl und die richtige Strategie erstaunlich gut, um Grundprinzipen politischer Strategie, die heute nach wie vor g√ľltig sind, zu verdeutlichen. Die politischen Begriffe habe ich der Analogie entsprechend ersetzt (den Oberbegriff f√ľr Tierschutz und Tierrechte habe ich "Tier-F√ľrsprecher" genannt, wohl wissend, da√ü es eigentlich keinen Oberbegriff bei diesen gegens√§tzlichen Richtungen geben kann und da√ü Tiersch√ľtzer nicht "f√ľr die Tiere" sind, sondern nur f√ľr sich selbst). Wer lesefaul ist, dem sollen die unterstrichenen S√§tze vor dem Hintergrund, da√ü Tierschutz opportunistisch und Tierrechte (tendenziell) possibilistisch sind, gen√ľgen.
Zitat: Genosse Heine hatte bekanntlich zum Parteitag eine Brosch√ľre unter dem Titel "W√§hlen oder nicht w√§hlen?" verfa√üt, worin er f√ľr die Beteiligung an den [..]Wahlen eintritt. Es ist nicht dieses Hauptthema des Schriftchens, das uns gegebenenfalls veranla√üt, einige Bemerkungen auszusprechen, sondern zwei Worte, die er im Laufe seiner Beweisf√ľhrung hat fallen lassen und auf die wir, infolge der bekannten Vorg√§nge in der [Tier-F√ľrsprecher-Bewegung] in der letzten Zeit, mit besonderer Empfindlichkeit reagieren: Possibilismus und Opportunismus. [...] Wollen wir wissen, ob Possibilismus und Opportunismus [den Tierrechten] schaden oder n√ľtzen k√∂nnen, so haben wir nur das Fremdw√∂rterbuch nachzuschlagen, und in f√ľnf Minuten ist die Frage gel√∂st. Das Fremdw√∂rterbuch belehrt uns n√§mlich, da√ü der Possibilismus "eine [Strategie] sei, die das unter den gegebenen Verh√§ltnissen M√∂gliche anstrebt", und Heine ruft dann aus: "Ja, ich frage alle vern√ľnftigen Menschen, soll denn die Politik das unter den gegebenen Verh√§ltnissen Unm√∂gliche anstreben?" Ja! antworten wir ihm als vern√ľnftige Menschen, wenn die L√∂sung der Fragen der [Strategie] und Taktik so einfach w√§re, so w√ľrden die Lexikographen die weisesten Staatsm√§nner sein, und wir m√ľ√üten, anstatt [antispeziesistischer] Vortr√§ge popul√§re Vortr√§ge aus der Sprachkunde bei uns einf√ľhren.

Gewiß, unsere [Strategie] soll und kann nur das unter den gegebenen Verhältnissen Mögliche anstreben. Aber damit ist noch durchaus nicht gesagt, wie, in welcher Weise wir das Mögliche anstreben sollen. Indes liegt hier der Schwerpunkt.

Es ist seit jeher die Grundfrage der [Tier-F√ľrsprecher-]Bewegung gewesen, wie die praktische unmittelbare T√§tigkeit in Einklang mit dem Endziel zu bringen sei. Je nach der verschiedenen L√∂sung in dieser Frage unterscheiden sich verschiedene "Schulen" und Richtungen [der Tier-F√ľrsprecher]. Und die [Tierrechte sind] eben die erste [Richtung], die das schlie√üliche [abolitionistische] Ziel mit einer praktischen allt√§glichen T√§tigkeit gl√ľcklich zu vereinigen verstand und dadurch [darauf zuarbeitet, statt dagegen]. Worin besteht denn diese besondere gl√ľckliche L√∂sung? Ganz kurz und allgemein ausgedr√ľckt: In der Gestaltung des praktischen [Vorgehens] gem√§√ü den allgemeinen Grunds√§tzen [der Idee]. Das wissen wir ja alle auswendig! ruft man uns zu, und sind dabei so klug als wie zuvor. Doch nein, wir glauben, da√ü dieser Satz bei seiner ganzen Allgemeinheit einen sehr handgreiflichen Wegweiser f√ľr unsere T√§tigkeit bildet. Wir wollen es an zwei aktuellen Fragen [der Bek√§mpfung von Tierausbeutung] kurz illustrieren ‚Äď an [den Tierversuchen] und der [H√ľhnerausbeutung].

Prinzipiell sind wir ‚Äď wie jedermann wei√ü, der unser[e] [Idee] kennt ‚Äď gegen all[e] [Tierversuche] und alle [H√ľhnerausbeutung]. Folgt daraus, da√ü unsere [potenziellen] Vertreter im [Bundes]tag allen Verhandlungen √ľber diesbez√ľgliche Gesetzesvorlagen ein kurzes und nacktes Nein entgegensetzen m√ľssen? Durchaus nicht [...]. Unsere Vertreter m√ľssen auf die jedesmalige Vorlage eingehen, die Gr√ľnde erw√§gen, aus den gegebenen konkreten Verh√§ltnissen, aus der augenblicklichen √∂konomischen und politischen Lage, nicht aus einem leblosen und abstrakten Prinzip heraus, urteilen und argumentieren. Aber das Ergebnis mu√ü und wird ‚Äď wenn wir die jedesmaligen Verh√§ltnisse und die [Interessen der Tiere] richtig beurteilen ‚Äď ein Nein sein. Unsere Losung ist: [Keine Zugest√§ndnisse an dieses] System! Aber es kann f√ľr uns kein System geben, das nicht eben dieses System w√§re. Wir sagen bei jeder neuen ["Haltungsform" der H√ľhnerausbeutung]: Wir sehen keinen Anla√ü, in der gegebenen Lage [der Notwendigkeit irgendwelcher H√ľhnerausbeutung] zuzustimmen, aber es kann f√ľr uns keine Lage geben, in der wir zu einem anderen Schlu√ü kommen. Nur auf diese Weise gestaltet sich unser[e] praktisch[e][Argumentation] zu de[r], [die sie] sein soll: zur Durchf√ľhrung der Grunds√§tze in dem gesellschaftlichen Lebensproze√ü, zur Verk√∂rperung unserer allgemeinen Prinzipien im praktischen allt√§glichen Tun.

Und nur unter dieser Bedingung k√§mpfen wir auch in einzig zul√§ssiger Weise f√ľr das jederzeit "M√∂gliche". Sagt man aber: Wir wollen unsere Zustimmung zu [tierversuchsablehnenden] oder [h√ľhnerausbeutungsablehnenden] Ma√ünahmen gegen politische oder [tierschutz]reformerische Konzessionen austauschen, ‚Äď dann bringt man die Grunds√§tze [der Tierrechte] augenblicklichen Erfolgen zum Opfer, und dann steht man eben auf dem Boden des Opportunismus. Der Opportunismus ist √ľbrigens ein politisches Spiel, bei dem man doppelt verliert: nicht nur die Grunds√§tze, sondern auch den praktischen Erfolg. Die Annahme beruht n√§mlich auf einem v√∂lligen Irrtum, da√ü man auf dem Wege der Konzessionen die meisten Erfolge erzielt. Die Schlausten sind auch hier, wie in allen gro√üen Dingen, die Kl√ľgsten nicht. Bismarck hat einmal einer b√ľrgerlichen oppositionellen Partei gesagt: "Ihr macht Euch jeden praktischen Einflu√ü selbst unm√∂glich, wenn Ihr immer und von vornherein mit einem Nein kommt." Der Alte war darin wie so oft kl√ľger als seine Pappenheimer. In der Tat, eine [tiersch√ľtzerische] Partei, das hei√üt eine Partei, die zur bestehenden Ordnung im ganzen Ja sagt, die aber zu [...] [manchen Detailfragen] dieser Ordnung Nein sagen wird, ist ein Zwitterding [...]. Ganz umgekehrt liegen die Dinge bei uns, die wir im grunds√§tzlichen Gegensatz zu der ganzen gegenw√§rtigen Ordnung stehen. Bei uns liegt in dem Nein, in der unvers√∂hnlichen Haltung unsere ganze Kraft. Diese Haltung ist es, die uns die Furcht und die Achtung der [Tierrechtsgegner], das Vertrauen und die Anh√§ngerschaft [der wirklichen Tierrechtler] erwirbt.

Nur weil wir keinen Schritt von unserer Position weichen, zwingen wir die Regierung und die [Tierausbeutungsindustrie], uns das Wenige zu gewähren, was an unmittelbaren Erfolgen zu erringen ist. [...]
(Gesammelte Werke, Bd.1, 1. Hbd., S.228-230)
Und diese Position ist f√ľr Tierrechtler selbstverst√§ndlich antispeziesistischer Abolitionismus und Veganismus und nichts anderes - nicht spendensammelnder "Tierschutz", nicht kontraproduktiver Reformismus und erst recht nicht Unveganismus √† la "ein kleines St√ľck K√§se essen ist doch nicht schlimm". Die Binsenweisheit, da√ü die Tierausbeutung nicht schlagartig, sondern schrittweise abgeschafft werden wird, √§ndert nichts daran, da√ü man nur mit konsequentem Eintreten f√ľr totale Abschaffung Erfolge erzielen kann (siehe auch Tierschutz funktioniert nicht). Kleinere, weniger akzeptierte Bereiche wie die "Jagd" oder die "Tierversuche" werden wahrscheinlich eher verboten als die Ausbeutung von H√ľhnern - das √§ndert nichts daran, da√ü man nur durch Abolitionismus dorthin kommt und nicht durch eine singul√§re Forderung nach dem Verbot der "Jagd", bestimmten Formen der "Tierversuche" oder bestimmten "Haltungsformen" bei H√ľhnern. Was die singul√§re Abschaffung der Legebatterien gebracht hat, ist offenkundig und kann in fast allen Zeitungen nachgelesen werden: die neuen "Haltungsformen" sind nicht besser (mehr Kannibalismus, h√∂here Todesrate durch Krankheiten, unbrauchbare Sitzstangen usw.), es werden nun viel mehr Eier (auch aus Legebatterien) importiert und nicht zu vergessen wurde der Eikonsum aus sogenannten "alternativen Haltungsformen" im √∂ffentlichen Bewu√ütsein legitimiert (mit den Schlagworten "Verbesserung" oder "Beseitigung der Mi√üst√§nde"). Das sind drei Schritte zur√ľck und keiner vor. W√§re all die Bem√ľhung auf die Verbreitung des Veganismus verwendet worden, w√§re ein ungleich gr√∂√üerer (und vor allem wirklicher) Erfolg erzielt worden, denn jeder einzelne Veganer reduziert den Eierverbrauch um ca. 200 St√ľck im Jahr (Direktkonsum und indirekter Konsum durch Backwaren, eihaltige Nudeln usw.). Durch Reduzierung der Nachfrage bekommen die Tiere nicht etwa ein paar Quadratzentimeter mehr Platz, sondern werden erst gar nicht gez√ľchtet, eingesperrt, gequ√§lt und umgebracht. Aber davon wollen die eierfressenden Tier"sch√ľtzer" nat√ľrlich nichts wissen und schwafeln von "kleinen Schritten", die nach ihren Zielen und Konzepten nur in die falsche Richtung gehen.

Was die Wahl betrifft, so l√§√üt sich nur dar√ľber spekulieren, welche Partei das kleinste √úbel darstellt. Dabei - und dazu diente die lange Vorrede - darf man sich als Tierrechtler nicht nach den Kriterien der opportunistischen Tierschutzorganisationen richten, die derzeit diverse Listen mit den Positionen der Parteien zu Tierschutzthemen verbreiten. Tierschutz ist kontraproduktiv - was interessieren uns also Tierschutzthemen? Vielmehr mu√ü sich die Fragestellung nach dem Bestm√∂glichen f√ľr die Tierrechte richten. Mehr dazu siehe auch: Veganismus und Tierrechte in der Politik.

Auch wenn Tierrechte in der Politik nicht vorhanden sind, gibt es andere Kriterien, das kleinste √úbel ausfindig zu machen. Ich vermute die Gr√ľnen k√∂nnten dieses sein, denn auch wenn deren aktuelle Politik nicht viel mit Veganismus zu tun hat (siehe Claudia Roth), so sind doch unter den Nachwuchspolitikern einige, die selbst vegan leben und diesem Thema positiv gegen√ľber stehen, soda√ü eine St√§rkung der Gr√ľnen auch diesen Leuten zugute k√§me.

unzureichende Motivation und Ausweichverhalten

Autor: martin
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Ricarda schrieb:
>
> Hier ein Artikel in der SZ:
> Leben
> mit der Doppelmoral - Die Lizenz zur S√ľnde

>
> Es bezieht sich zwar auf ein etwas anderes Themengebiet und
> einige dieser Studien sind auch etwas komisch (wobei das ja
> nur eine kurze Zusammenfassung des Autoren ist), erinnerte
> mich beim Lesen aber dennoch sehr stark an Vegetarier und
> Pseudo-Veganer.

Der Artikel zeigt auch eine andere, wesentliche Facette, die man auch bei Pseudoveganern und richtigen auseinanderhalten mu√ü: manche Menschen gr√ľnden ihre Moral bereits auf Heuchelei, soda√ü der Schritt zur Inkonsequenz klein oder gar vorprogrammiert ist.
Zitat: Ausgerechnet Ted Haggard. Der Mann galt dem Time Magazine als einer der einflussreichsten evangelikalen Christen der USA. Er pries Gott, lobte den Wert der Familie und predigte gegen Homosexuelle. Dann beschuldigte ihn ein Stricher, Haggard habe ihn √ľber Jahre f√ľr Sex bezahlt. Und man habe gemeinsam Drogen konsumiert.
Auch sonst werden nur Politiker angef√ľhrt und da√ü f√ľr die Worte nur leere H√ľllen und Mittel zum Zweck ist, d√ľrfte jeder Wissen.
Und das gleiche gilt f√ľr Menschen, die sich aus gesundheitlichen, religi√∂sen oder "tiersch√ľtzerischen" Gr√ľnden als vegan bezeichnen. Dadurch beruht ihre Motivation immer auf Motiven, die keine ethischen sind und dadurch f√§llt es ihnen auch leicht, bei Dingen, die sich nicht mit ihren Motiven √ľberschneiden, inkonsequent zu sein. "Mal ein kleines St√ľck K√§se" ist gesundheitlich sicher nicht sofort t√∂dlich, von religi√∂ser "Askese" kann man auch mal eine Pause machen und wer nicht kapiert, da√ü Tierschutz nicht funktioniert und kontraproduktiv ist, wird "ausw√§rts auch mal ein Freilandei essen". Deshalb betonen wir, da√ü echter Veganismus nur ethisch motiviert sein kann.

Zitat: Unterst√ľtzung f√ľr Obama zu bekunden sei vergleichbar damit, eine Aussage mit einem Satz einzuleiten, wie: "Viele meiner Freunde sind Schwarze, aber ...", sagt Effron. Dies verleihe einem Menschen die moralische Glaubw√ľrdigkeit, die er brauche, um im Anschluss eine Aussage zu treffen, die genau gegen diese Normen verst√∂√üt.
Das l√§√üt sich doch wunderbar √ľbertragen: "Eigentlich setze ich mich ja f√ľr Tiere ein, aber wenn sie einen sch√∂nen Tod hatten, kann man schon mal Fleisch essen." (O-Ton von Apel, Singer usw.)

Zum modernen Ablaßhandel (aka Spenden) paßt es auch:
Zitat: K√ľrzlich berichteten Sonya Sachdeva und ihre Kollegen von der Northwestern University in Chicago, dass Menschen, die sich selbst als moralische Wesen betrachten, weniger Geld spenden als andere, die ein tendenziell negatives Selbstbild haben (Psychological Science, Bd.20, S. 523, 2009).
Ergo: durch Spenden wird man sein negatives Selbstbild los und wenn man das erstmal los ist, muß man sich schließlich nicht mehr persönlich ändern.

Das gleiche gilt f√ľr den Kauf von "Freilandeiern" oder sonstigen vermeintlich "tierschutzgerecht" erzeugten Tierprodukten.
Zitat: Auf diese Weise erwerbe sich ein Kunde die Lizenz, eine Entscheidung zu treffen, die sonst ein negatives Bild des eigenen Ichs erzeugen w√ľrde
Der Artikel bestätigt damit, was wir ständig sagen. Nur das will niemand hören, denn an sich zu arbeiten ist anstrengender, als lediglich Heucheleiprodukte zu kaufen, eine Überweisung zu tätigen oder gegen Dinge zu demonstrieren, die einen nicht selbst betreffen (wie "Jagd", "Pelz" oder "Tierversuche").

Otfried Preussler: Die kleine Hexe (1957)

Autor: martin
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Auf den ersten Blick scheint das Verh√§ltnis zu den Tieren besser gestaltet, als man es gewohnt ist. Es gibt drei Episoden, wo die Hexe direkt Tieren hilft: sie bestraft einen Kutscher daf√ľr, da√ü er die Pferde schl√§gt, sie hilft zwei Kindern, "ihren" Ochsen davor zu bewahren, umgebracht und gefressen zu werden und sie bestraft zwei Jungen, die Vogelnester ausrauben. Allerdings wird die Falschheit der tierrechtsverletzenden Handlungen nicht abstrahiert, da√ü es also grunds√§tzlich falsch ist, sich die Eier von V√∂geln anzueignen oder √ľberhaupt Ochsen (und andere Tiere) umzubringen. Bei der Pferde-Episode wird es besonders deutlich: nachdem der Kutscher "seine Lektion gelernt" hat, ist alles in Ordnung, obwohl die Pferde weiterhin als "Zugtiere" mi√übraucht werden. Im Text hei√üt es: Auf ihr Zeichen hin zogen die Pferde gehorsam an.
Auch sonst ist der Umgang mit Tieren nicht gerade vorbildlich, wenn sie es Frösche und Mäuse regnen läßt (wenn auch unbeabsichtigt) oder Tiere herzaubert, damit diese zur Unterhaltung tanzen.
Desweiteren gibt es mehrfach unveganes Essen und speziesistische Sprache (so sind Tierattribute vielfach negativ konnotiert). Einige Tiere werden dar√ľber hinaus auch mit schlechten Eigenschaften charakterisiert, so ist der Fuchs (wieder mal) hinterlistig ("scheinheilig") und der Rabe, der die Protagonistin begleitet, tlw. bevormundend. Au√üerdem wird ein neuer Besen mit einem jungen Pferd verglichen, der also noch etwas "widerspenstig" ist und "eingeritten werden mu√ü", was dem Besen nicht viel ausmachen d√ľrfte, aber da√ü die Willensbrechung, die zur Ausbeutung von Pferden bei diesen vorgenommen wird, so kommentarlos f√ľr richtig befunden wird, ist mehr als bedenklich.
Alles in allem wäre, wollte man das Buch dennoch benutzen, einiges korrigierend zu lesen.

Otto J. Bierbaum: Zäpfel Kerns Abenteuer (1905)

Autor: martin
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Das ist die in Deutschland verbreitetste Bearbeitung Collodis Pinocchio.
In den kritischen Bereichen bietet sie nicht viel Neues: Die Tiere sind weiterhin negativ stereotypisiert, tlw. noch st√§rker wie die als brutal charakterisierten Hunde, die P. beim Gericht abf√ľhren. Unter den neue Tieren, gibt es auch noch ein paar positiv dargestellt, die aber wieder nur Diener bei der Fee (die hier die Prinzessin ist) sind.
Die Gewalt gegen Tiere ist auch nicht wesentlich anders dargestellt, sondern höchstens drastischer (zB. schießt Zäpfel hier ein Loch in den Wal, um zu entkommen).
Der Speziesismus wird hingegen noch deutlicher ausgesprochen: Ja, um schlie√ülich, wenn sie gro√ü geworden sind, dumm wie Tiere zu sein, aber zu viel weniger n√ľtze als sie..
Insgesamt ist es als Kinderbuch schon deshalb wenig geeignet, weil es tlw. eine Parodie auf das wilhelminische Deutschland seiner Zeit darstellen sollte (zB. hei√üt der Fuchs "Alopex Opex Pix Pax Pux Fuchs Freiherr von G√§nseklein auf H√ľhnersteig"), was die wenigstens Kinder heute wohl einzuordnen wissen.
Dadurch sind aber immerhin einzelne Stellen fast empfehlenswert, wie der Dialog √ľber "Ehre": Krieg' ich Geld daf√ľr? - Nein, es ist eine Ehre. - Ist das was zum Essen? - Nein. - Was zum Trinken? - Nein. - Zum Spielen? - Nein. - Dann tut's am Ende weh? - Nein. - Aber man mu√ü vielleicht etwas daf√ľr tun? - Ja. - Ich danke f√ľr die Ehre! Ich habe so schon genug zu tun. - Sei nicht frech, Z√§pfel! - Na ja doch! Ich habe die Ehre nicht bestellt, und nun soll ich mich daf√ľr auch noch plagen.
Insgesamt aber genauso wenig geeignet.

Carlo Collodi: Pinocchio (1881-83)

Autor: martin
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Eins der bekanntesten Kinderb√ľcher, das als Klassiker gilt.
Nur leider ist es voller Gewalt gegen Tiere: Pinocchio erschl√§gt die Grille, die ihm Ratschl√§ge gibt; die Amsel, die Pinocchio warnt, wird von der Katze get√∂tet und er hilft einem Bauern, die Marder zu fangen, die "seine" H√ľhner "stehlen".
Problematisch ist wohl vor allem, daß durch diverse Anleihen an der Gattung der Fabel und des Märchens, viele Tiere mit stereotypen Eigenschaften charakterisiert sind, die in den seltensten Fällen positiv ausfallen: Der Fuchs ist hinterlistig, die Katze verschlagen, Uhu und Rabe sind halbwissend, der Affe dumm, die Schlage aggressiv, die Schnecke langsam, die Esel sind faul und dumm, der Haifisch böswillig.
Und dort, wo Tiere positiv charakterisiert werden, sind sie ausschließlich Diener der Fee (das betrifft zB. den Dackel, die Spechte, die Taube, den Delphin usw.).
Unveganes Essen gibt es denkbar reichlich: Der Puppenspieler brät einen toten Hasen; im Wirtshaus essen Fuchs und Katze etliche tote Tiere, sowie "Butter" und "Käse"; der Fischer brät tote Fische usw.
√Ąhnlich wird auch der Zirkus positiv oder h√∂chstens neutral dargestellt und der Mann, der P., als dieser in einen Esel verwandelt war, umbringen wollte, um an sein Fell zu kommen, in bezug darauf auch neutral (wenn nicht positiv: "der gute T√∂lpel") dargestellt und nicht einmal ann√§hrend negativ (obwohl es hier die Handlung fast verlangen w√ľrde).
Gegenbeispiele gibt es nur wenige. Isoliert betrachtet ist das vierte Kap. fast empfehlenswert: P. will ein H√ľhnerei essen und als er die Schale aufbricht, fliegt ein K√ľken heraus und davon.
Und auch der Hund in Kap. 28 ist ein wenig positiver (zumindest am Ende) als die anderen Tiere. Ansonsten aber: siehe oben.
Nicht zu √ľbersehen ist auch die v√∂llig platte Didaktik (man nennt es wohl auch "Holzhammermethode"), die dem Niveau der Zeit in nichts nachsteht (wovon gerne das Gegenteil behauptet wird). "Wir werden sehen. Wenn du nicht gehorchst, wirst du schon sehen..." - "Warum?" - "Weil Kinder, die nicht auf die Ratschl√§ge von Leuten h√∂ren, die kl√ľger sind als sie, immer in irgendein Ungl√ľck hineinrennen." Der Einwand, da√ü diese Stellen durch den Handlungsverlauf ironisiert w√ľrden, weil P. sich doch immer wieder anders entscheidet, √ľbersieht, da√ü dennoch die Richtigkeit der Aussagen nicht in Frage gestellt wird. Man vergleiche die √úberschriften von Kap. IV und XIV: Die Geschichte von P. und der Sprechenden Grille, an der man sieht, wie b√∂se Kinder es statthaben, immer von Leuten, die mehr wissen als sie selbst, zurechtgewiesen zu werden. - Weil P. nicht auf die guten Ratschl√§ge der Sprechenden Grille h√∂rte, f√§llt er den M√∂rdern in die H√§nde. - Ergo: Auch wenn die Kinder es "statthaben", ist die Zurechtweisung dennoch legitim.
Einen ähnlichen Einwand formulierte bereits Christine Nöstlinger, den zu zitieren sich lohnt:
Zitat: Was hatte ich denn da vor mir? Einen Eintopf aus M√§rchen- und Fabelelementen, Erziehungsroman, Zeitsatire, Morallehre, toskanischer Folklore und oberlehrerhafter Sittenpredigt. Penetrante Tugend, unentwegt in Dialogen abgehandelt, die zu unertr√§glichen Monologen ausarten, in denen der kleine Holzkerl dem√ľtig reuige Gewissensbisse kundtut: ‚Äě... Ich habe Unrecht getan, mich gegen den Vater aufzulehnen ... Ich verspreche, da√ü ich von heute an brav sein werde ... es geschieht mir recht, denn immer will ich nach meinem eigenen Kopf handeln, ohne auf die zu h√∂ren, die tausendmal mehr Verstand haben als ich ... Unfolgsame Kinder m√ľssen f√ľr ihren Ungehorsam b√ľ√üen . .. Kann es einen undankbareren und liebloseren Jungen geben als mich? ..." (Spaltenlang k√∂nnte man mit solchen Selbstbezichtigungen fortfahren, denn kein Kapitel vergeht, ohne da√ü Pinocchio zu Kreuze kriecht und einsieht: Ein Kind ist nichts, Erwachsene sind alles!) Und die Moral von der Geschichte, die man gar nicht aufsp√ľren mu√ü, weil sie einem von jeder Seite entgegenknallt: Jegliche Auflehnung gegen den herrschenden Moralkodex bringt Ungl√ľck! Nur hundertprozentige Anpassung f√ľhrt zur Zufriedenheit!
(Die Zeit, 25.03.1988, Digitalisierungsfehler berichtigt)

Insgesamt ist es also ungeeignet.

Re: Die Krähen von Pearblossom [gegen Eikonsum]

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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> Die Eule sagt in dem Buch, dass sie auf Jagd geht.
> Aber die Eule meint bestimmt Schnäppchen- oder vielleicht
> Bräutejagd ;-)

Fällt wohl eher in die Rubrik Löwen vs. Antilopen, wobei die Vermenschlichung der Protagonisten da schon ein Problem ist. Aber ...

> Die Moral von der Geschichte ist, dass man keine Vogeleier
> essen soll. Zum sonstigen Inhalt weiss ich aber nichts

... das ist, denke ich, der entscheidende Punkt.

> genaues mehr.

Die Schlange i√üt jeden Tag die Kr√§heneier (sofern vorhanden), w√§hrend die Kr√§henmutter Einkaufen und der Vater bei der Arbeit ist. (Hier ist etwas eigenartig, da√ü Kr√§hen, als w√§ren sie qualgez√ľchtete H√ľhner, jeden Tag "au√üer an Sonn- und Feiertagen nat√ľrlich", also "297" Eier legt.).

Eines Tages erwicht Frau Kr√§he die Schlange, die angibt zu "fr√ľhst√ľcken".

Als Herr Kr√§he von der Arbeit kommt, fordert sie ihn auf, die Schlange zu t√∂ten (was er ablehnt, mit der Begr√ľdnung, das sei "keine sehr gute Idee"). Stattdessen fragt er seinen Freund, den Uhu, um Rta. Zusammen basteln sie aus Schlamm Kunsteier, die die Schlange dann verschluckt, was Bauchschmerzen verursachr, worauf sie sich windet und im Ge√§st verknotet.

Frau K√§he h√§lt ihr einen "langen, langen Vortrag dar√ľber, wie b√∂se und gemein es ist, Eier zu fressen, die einem nicht geh√∂ren."

Dann bekommt sie viele Kinder und hängt deren Lätzchen zum Trocknen an der Schlange auf.

Auf dem Schlußbild ist (ohne Textzusammenhang) zu sehen, wie zwei der Kinder der Schlange eine Frucht zu essen bringen.

Huxley hat die Geschichte f√ľr seine 5j√§hrige Nichte geschrieben, das ist wohl auch etwa die Alterszielgruppe.



Die Kr√§hen von Pearblossom: und die Geschichte, wie dieses und jenes und √ľberhaupt etwas sehr Komisches geschah
von Aldous Huxley (Autor), Sabine Wilharm (Illustrator)
Gebundene Ausgabe: 32 Seiten
Verlag: Fischer Schatzinsel, Frankfurt; Auflage: 1 (16. August 2007)
Sprache: Deutsch
ISBN-10: 3596852110
ISBN-13: 978-3596852116
Altersempfehlung des Herstellers: 5 years and up
Originaltitel: The Crows of Pearblossom
Größe und/oder Gewicht: 28,4 x 21,8 x 0,8 cm

Achim

Die Krähen von Pearblossom

Autor: Claude
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Die Eule sagt in dem Buch, dass sie auf Jagd geht.
Aber die Eule meint bestimmt Schnäppchen- oder vielleicht Bräutejagd ;-)

Die Moral von der Geschichte ist, dass man keine Vogeleier essen soll. Zum sonstigen Inhalt weiss ich aber nichts genaues mehr.

Die Geschichte stammt √ľbrigens von Aldous Huxley.

Claude

Speziesisten töten Orang-Utans

Autor: martin
Datum:
Forum: Produktanfrageforum
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> Keineswegs. Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob f√ľr
> immer neue Palmölplantagen immer weiter Urwald vernichtet
> wird oder ob sich der √Ėlpalmenanbau wenigstens auf die
> vorhandenen Anbauflächen beschränken bzw. "nur" auf ohnehin
> schon durch andere Nutzungen degradierte Waldflächen
> ausgedehnt w√ľrde.

Ja sicher, das habe ich auch nie bestritten.
Mit "unterschiedlichen Anbaufl√§chen" meinte ich regional unterschiedliche, vorhandene Anbaufl√§chen (oder wieso nimmst du an, da√ü ich keinen Unterschied bestehendem und gerodeten Wald machen w√ľrde?).

> Seltsam, dass ein Verganer (du bist doch einer, oder nicht?)
> Jagd und Tierversuche als Randaspekte bezeichnet.

Scheinbar weißt du nicht, was unter "Randaspekt" zu verstehen ist, evt. solltest du das nachholen.

> Abgesehen
> davon, selbst wenn du die Ausrottung der Orang-Utans in
> freier Wildbahn und die Ausrottung unzähliger weiterer
> Spezies f√ľr einen Randaspekt (von was genau eigentlich?)
> hältst, die Zerstörung riesiger Regenwaldgebiete ist global
> alles andere als ein Randaspekt. Indonesien z.B. ist nach den
> USA und China das Land mit den größten CO2-Emissionen - nicht
> in erster Linie durch Industrie oder Verkehr, sondern durch
> pure Waldvernichtung.

Selbstverständlich ist es das.
Desweiteren solltest du dich √ľber den fundamentalen Unterschied zwischen Tierrechten und Artenschutz informieren.

> Als "Speziesist" stehen mir 1500 Orang-Utans nunmal näher als
> H√ľhner 500 Millionen H√ľhner.

Dem ist nichts hinzuzuf√ľgen.
(Schuldprojektion ist bekanntlich ein beliebter Bereich der Speziesisiten.)

> Selbst wenn ich w√ľsste, welche "Randaspekte" sich mit einer
> veganen Gesellschaft erledigen w√ľrden, es wird einfach nie
> eine vegane Gesellschaft geben...

Immer diese fundierten Zukunftsprognosen... welche Zauberpillen muß man nehmen, um Hellseher zu werden?

Re: Randaspekt

Autor: herbstzeitlose
Datum:
Forum: Produktanfrageforum
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Zitat: es ist eine Sojamilchmädchenrechnung, die verschiedenen Anbauflächen in "erhaltenswerter" und "weniger erhaltenswert" einzuteilen.

Keineswegs. Es ist ein fundamentaler Unterschied, ob f√ľr immer neue Palm√∂lplantagen immer weiter Urwald vernichtet wird oder ob sich der √Ėlpalmenanbau wenigstens auf die vorhandenen Anbaufl√§chen beschr√§nken bzw. "nur" auf ohnehin schon durch andere Nutzungen degradierte Waldfl√§chen ausgedehnt w√ľrde.

Zitat: Somit bleibt das ein Randaspekt, genauso wie "Jagd" oder "Tierversuche", deren ethische Inakzeptabilität kaum ein Veganer bestreiten wird.

Seltsam, dass ein Verganer (du bist doch einer, oder nicht?) Jagd und Tierversuche als Randaspekte bezeichnet. Abgesehen davon, selbst wenn du die Ausrottung der Orang-Utans in freier Wildbahn und die Ausrottung unz√§hliger weiterer Spezies f√ľr einen Randaspekt (von was genau eigentlich?) h√§ltst, die Zerst√∂rung riesiger Regenwaldgebiete ist global alles andere als ein Randaspekt. Indonesien z.B. ist nach den USA und China das Land mit den gr√∂√üten CO2-Emissionen - nicht in erster Linie durch Industrie oder Verkehr, sondern durch pure Waldvernichtung.

Zitat: Entweder beschr√§nkt man sich also darauf, 0,0015 Mio. Orang-Utans zu retten oder f√§ngt in Deutschland mit 500 Mio. "Mast"h√ľhner an (beide Zahlen j√§hrlich).

Als "Speziesist" stehen mir 1500 Orang-Utans nunmal n√§her als H√ľhner 500 Millionen H√ľhner.

Zitat: Denn diese Randaspekte werden sich mit der Etablierung einer veganen Gesellschaft so gut wie vollständig von selbst erledigen

Selbst wenn ich w√ľsste, welche "Randaspekte" sich mit einer veganen Gesellschaft erledigen w√ľrden, es wird einfach nie eine vegane Gesellschaft geben...

hzl

Randaspekt

Autor: martin
Datum:
Forum: Produktanfrageforum
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> Was die Orang-Utans angeht, sie geraten vor allem durch den
> ekzessiven √Ėlpalmenanbau an den Rand der Ausrottung. Auf den
> Punkt gebracht: Wer Palmfett konsumiert, konsumiert
> Orang-Utans! Das gilt auch f√ľr Alsan-Margarine und viele
> andere, angeblich vegane Produkte. Macht euch nichts vor.
>
> Auf Palmfett zu verzichten, ist allerdings im Moment noch
> fast unm√∂glich, da es fast √ľberall verarbeitet wird, wo
> "pflanzliches Fett" o.√Ą. draufsteht. Palmfett muss bislang
> nicht deklariert werden. Dar√ľber hinaus ist es sehr h√§ufig in
> Seifen, Waschmitteln und Kosmetika enthalten.

"Wir" machen uns sicher nichts vor - aber ihr vielleicht euch? Niemand bestreitet, da√ü auch diese Aspekte Probleme sind, die beseitigt werden m√ľssen. Aber es ist eine Sojamilchm√§dchenrechnung, die verschiedenen Anbaufl√§chen in "erhaltenswerter" und "weniger erhaltenswert" einzuteilen.
Somit bleibt das ein Randaspekt, genauso wie "Jagd" oder "Tierversuche", deren ethische Inakzeptabilit√§t kaum ein Veganer bestreiten wird. Entweder beschr√§nkt man sich also darauf, 0,0015 Mio. Orang-Utans zu retten oder f√§ngt in Deutschland mit 500 Mio. "Mast"h√ľhner an (beide Zahlen j√§hrlich). Denn diese Randaspekte werden sich mit der Etablierung einer veganen Gesellschaft so gut wie vollst√§ndig von selbst erledigen (siehe meine beiden anderen Beitr√§ge).

Der Hase mit der roten Nase

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Helme Heine
Der Hase mit der roten Nase

"Es war einmal ein Hase mit einer roten Nase und einem blauen Ohr." Der Hase ist traurig, weil er anders ist. Doch dann kommt ein Fuchs vorbei - erkennt den Hasen aber nicht (als solchen), sondern geht weiter. Da erkennt der Hase, daß es durchaus positiv sein kann, anders (vegan, atheistisch etc. ;-)) als die Masse zu sein: "Wie schön ist meine Nase und auch mein blaues Ohr, das kommt so selten vor!"

Einzige Stolperstelle: "Er hat im Gras gesessen und still den Klee ge[strike]fr[/strike][g]essen."

Schöne Bilder und Reime, dazu gibt es auch einen passenden Stoffhasen.

"Altersempfehlung: Ab 4-5 Jahren" (laut Amazon), "Empfohlen ab 4 Jahre" (libri), scheint mir "etwas" hochgegriffen, w√ľrde eher ab 1 1/2 sagen

12 Seiten, Beltz-Verlag, 2004, 15,4 x 15,4 x 0,8 cm


Achim

Re: Rezept, Durst,

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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> zu b) Wie die Verwendung des Wortes "Bienenerbrochenes" zu
> bewerten ist, ist doch sehr fraglich. Es k√∂nnte nat√ľrlich

Finde ich nicht.

> theoretisch sein, dass er das gar nicht empfiehlt, sondern
> den Begriff nur in den Raum wirft, um den Leuten die Augen zu
> öffnen. Es könnte aber auch sein (und ist wahrscheinlicher),

Wohl kaum, a) wegen des Wortlauts seiner Empfehlung und b) da er ja auch Milch und Eier konsumiert und Jagd bef√ľrwortet.

> dass er den Begriff "Bienenerbrochenes" nur verwendet, um
> konsequente Veganer zu verarschen. In dem Falle w√ľrde er also
> eine ernstgemeinte Empfehlung aussprechen, ein unveganes
> Produkt einem zumindest potentiell veganen (Weißzucker)
> vorzuziehen.

Eben.

Achim

"Befriedigung der Mordlust"

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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27.01.2009

Streit um die Jagd
"Befriedigung der Mordlust"

Natursch√ľtzer und Forstwissenschaftler kritisieren die Jagd: Die Zahl der Tiere w√ľrde sich auch auf nat√ľrliche Weise regulieren. Die J√§ger sehen das anders.
Von Robert L√ľcke


Die Jagd hat sich in Deutschland seit 1934 nicht weiterentwickelt, sagen Kritiker.
Foto: dpa


Urspr√ľnglich gab es f√ľr Menschen zwei gute Gr√ľnde, Tiere zu jagen: Sie brauchten etwas zu essen und verarbeiteten die Reste zu Kleidung und Gebrauchsgegenst√§nden. Heute stellen immer mehr Menschen den Sinn der Jagd in Frage.

Zwar wird das Fleisch der erlegten Tiere immer noch gegessen und J√§ger f√ľhren an, dass sie die Zahl der Tiere regulieren m√ľssen, um √∂kologische und wirtschaftliche Sch√§den zu verhindern.

Doch Jagdkritiker wie Ragnar Kinzelbach, Zoologe an der Universit√§t Rostock, lassen solche Argumente nicht gelten: "Letztlich dient die Jagd nur dem Spa√ü und der Befriedigung der Mordlust der J√§ger", sagt er. "Die Jagd ist √ľberfl√ľssig. Wenn man sie einstellt, regulieren sich die Best√§nde von allein."


Absurde Winterf√ľtterung

Nach Ansicht von Natursch√ľtzern ist der Mensch zumeist selbst schuld, wenn sich Tiere irgendwo so stark vermehren, dass sie zur Belastung werden. Er zerst√∂re die Natur, pflanze Monokulturen und wundere sich dann, wenn sich Tiere an bestimmten Stellen konzentrieren.

Dass etwa riesige Raps- oder Maisfelder f√ľr Wildg√§nse, die am Polarkreis br√ľten und in Deutschland Rast machen, ein gedeckter Tisch sind, sei nicht die Schuld der V√∂gel, sondern die der Landwirtschaft und der Agrarpolitik. Dies gilt auch f√ľr Wildschweine, f√ľr die endlose Maisfelder regelrechtes Mastfutter sind.

"Durch √úberd√ľngung und N√§hrstoffeintr√§ge aus der Luft steigt das Pflanzenwachstum, die Tiere haben mehr zu fressen, √ľberstehen Phasen schlechten Wetters besser, und vermehren sich entsprechend stark", sagt der M√ľnchner Wildtierexperte Josef Reichholf.


Mästen die Jäger sich in den Wäldern gigantische Rot- und Rehwildbestände heran?
Foto: AP


Zudem hat der Mensch die meisten Raubtiere ausgerottet, so dass das Wild keine nat√ľrlichen Feinde mehr hat. Andernorts hat er Tiere in Gegenden ausgesetzt, wo sie nicht hingeh√∂ren und reagiert ver√§rgert, wenn sie es wagen, dort etwas zu fressen. Das gilt etwa f√ľr die Nilg√§nse, die seit kurzem auch in einigen Bundesl√§ndern gejagt werden d√ľrfen.

Eine weitere Absurdit√§t ist nach Ansicht von Jagdkritikern die Winterf√ľtterung. "Die J√§ger m√§sten sich in unseren W√§ldern gigantische Rot- und Rehwildbest√§nde heran, nur um sie anschlie√üend abschie√üen zu k√∂nnen", sagt Kinzelbach.

Dem h√§lt Stephan Br√∂hl vom Deutschen Jagdschutzverband (DJV) entgegen, dass die F√ľtterung nur in Ausnahmef√§llen bei extremen Wetterlagen praktiziert werde, "um zu verhindern, dass Tiere verhungern, und um zu vermeiden, dass sie die B√§ume im Wald annagen".


Tats√§chlich sind die Sch√§den durch Wildverbiss riesig, muss auch Kinzelbach zugeben. In mehr als 80 Prozent der Reviere leiden Laubb√§ume wie die Eiche unter teils starkem Verbiss. Drei Viertel der Tannen sind gesch√§digt, wie die baden-w√ľrttembergische Landesforstverwaltung in ihrem "Forstlichen Gutachten 2007" feststellte.

Doch auch das ist nach Ansicht von Kinzelbach letztlich die Schuld des Menschen. Rehe, fr√ľher tagaktive Tiere, seien nur durch die Jagd zu scheuen, nachtaktiven Waldbewohnern geworden. "Wenn man die Rehe nicht jagen w√ľrde, w√ľrden sie sich auch nicht so sehr im Wald aufhalten und dort alles anknabbern", argumentiert der Rostocker Zoologe.


"Es kann nicht sein, dass die 0,3 Prozent der Bev√∂lkerung, die einen Jagdschein haben, f√ľr fast 80 Millionen Menschen bestimmen, wie unsere W√§lder in Zukunft aussehen werden", sagt Rainer Wagelaar, Forstwissenschaftler an der Fachhochschule Rottenburg und Vorsitzender des √Ėkologischen Jagdverbandes (√ĖJV).

Viele Politiker sind passionierte Jäger

Doch die Lobby der J√§ger in Deutschland ist m√§chtig - auch weil viele Politiker passionierte J√§ger sind: Der Pr√§sident des Landesjagdverbandes Bayern, J√ľrgen Vocke, sa√ü zum Beispiel zehn Jahre lang f√ľr die CSU im Landtag.

Der fr√ľhere Bundesminister und heutige Bundestagsabgeordnete J√ľrgen Borchert ist Pr√§sident des Deutschen Jagdschutzverbandes und des Landesjagdverbandes Nordrhein-Westfalen. Sein Vorg√§nger war Constantin Freiherr von Heereman, sieben Jahre Bundestagsabgeordneter der CDU und Bauernpr√§sident.

Der Pr√§sident der Landesj√§gerschaft Niedersachsen ist der CDU-Landtagsabgeordnete Helmut Dammann-Tamke. In etlichen Kreistagen und Stadtparlamenten sitzen viele, die sich von gemeinsamen Jagden gut kennen. Dasselbe gilt f√ľr einflussreiche Stellen in der Wirtschaft.

Der Mensch m√ľsse heute das bestandsregulierende Raubtier ersetzen, da die nat√ľrlichen Feinde des Wildes ausgerottet wurden, rechtfertigt sich die J√§ger-Lobby. "Wir leben in einer reinen Kulturlandschaft, die vom Menschen gepr√§gt ist. Die wenigen gro√üen Raubtiere wie Wolf oder Luchs, die es erfreulicherweise noch oder wieder gibt, k√∂nnen den J√§ger gar nicht ersetzen", sagt etwa DJV-Sprecher Stephan Br√∂hl.

Die nachhaltige Nutzung der Wildtierbestände sei deswegen notwendig. "Die Idealvorstellung, dass sich Räuber und Beute selbst regulieren, mag in einem Nationalpark funktionieren, aber nicht in der normalen Landschaft."

Dem widerspricht das Ergebnis einer Studie des M√ľnchner Zoologen Josef Reichholf. Der Wissenschaftler untersuchte die Bestandsentwicklung der Bisamratte am Inn - einmal auf deutscher Seite, wo diese Tiere gejagt werden, und einmal im √∂sterreichischen Flussabschnitt, wo sie von der Jagd verschont bleiben. Die Untersuchung zeigte, dass es im Jagdgebiet deutlich mehr Bisamratten gibt. Die kritischste Zeit f√ľr die Bisamratte ist der Winter.


"Tiere die gest√§rkt √ľberleben, pflanzen sich im Fr√ľhjahr zeitiger und zahlenm√§√üig st√§rker fort", sagt Reichholf. Werden in einem Gebiet viele Tiere get√∂tet, haben die Verbliebenen ein besseres Futterangebot, und statt erst im Mai zwei Junge zu geb√§ren, bekommt ein Bisamrattenweibchen dann schon im M√§rz vier bis f√ľnf und wirft dann noch bis zu zweimal im selben Jahr.

Dieses Prinzip gelte auch f√ľr Rothirsch, Reh und Wildschwein. Durch die Jagd vermehrt sich das Wild st√§rker als unter nat√ľrlichen Umst√§nden. "Die Konkurrenz im Winter ist geringer, die Chancen sind im Fr√ľhjahr besser", sagt Reichholf. Durch die Jagd w√ľrden Tierarten, die bereits selten sind, noch seltener, und jene, die h√§ufig sind, noch h√§ufiger.

Kritiker sagen, dass sich die Jagd in Deutschland seit 1934 nicht weiterentwickelt habe, als Hermann G√∂ring das deutsche Jagdsystem im Reichsjagdgesetz neu ordnete. Noch immer sei die Troph√§e das wichtigste Ziel; Abschusspl√§ne und Schonzeiten w√ľrden auch heute noch danach ausgerichtet, m√∂glichst gro√üe Troph√§en zu bekommen.

Naturschutz als wichtiger Bestandteil des Waidhandwerks

Rehb√∂cke beispielsweise seien f√ľr J√§ger nur im Sommer interessant, wenn sie ein Geh√∂rn tragen, sagt Wagelaar, der Chef des √ĖJV. Die konservativen Jagdverb√§nde bestreiten das. Der Naturschutz sei mittlerweile ein wichtiger Bestandteil des Waidhandwerks.

Um die Jagd zu modernisieren, will der √ĖJV die Jagdmethoden unter anderem effizienter machen. "Statt stundenlangem Ansitzen morgens und abends, und dies oft √ľber l√§ngere Zeitr√§ume, sollte man die Jagd an einigen wenigen Tagen intensivieren - beispielsweise mit Hunden Dr√ľckjagden durchf√ľhren.

Dann hat das Wild mehr Ruhephasen und muss nicht l√§nger nachtaktiv und √ľberaus scheu sein", sagt Wagelaar. Dass die Forderungen des √ĖJV nicht umgesetzt werden, hat nach Wagelaars Einsch√§tzung einen einfachen Grund: Die klassischen Jagdverb√§nde seien oft "total √ľberaltert, sehr konservativ und kaum reformbereit".

Eine Folge des hohen Jagddrucks in Deutschland wird nach Ansicht der Deutschen Wildtier-Stiftung, die einst von einem J√§ger gegr√ľndet wurde, viel zu wenig beachtet: die gro√üe Scheu der Tiere. Wer jemals einen Nationalpark in Afrika besucht hat, in dem nicht gejagt wird, wei√ü, dass die meisten Tiere eigentlich keinerlei Scheu vor Menschen haben. Sie lassen sich dort aus wenigen Metern Entfernung beobachten.

In Deutschland nimmt hingegen jeder Hase, jedes Reh, jedes Wildschwein panisch Reißaus, wenn es einen Menschen in einer Entfernung von Hunderten Metern sieht oder wittert. Die Tiere wissen: Mensch gleich Jäger gleich Feind.

Doch auch in Deutschland gibt es Ausnahmen. Im Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft in Mecklenburg zum Beispiel beobachtet man seit Jahren, wie der eigentlich nachtaktive und scheue Marderhund immer zutraulicher wird - die Jagd ist im Nationalpark untersagt.


(SZ vom 28.01.2009/mcs) http://www.sueddeutsche.de/wissen/606/456275/text/print.html

Re: Ethisch vertretbare Kinderb√ľcher etc. [Drei Haseln√ľsse f√ľr Aschenbr√∂del - Mo

Autor: Thomas
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Achim Stößer schrieb:
>
> Mal davon abgesehen, daß das vielleicht nicht kindergeeignet
> ist, wäre das ja wohl eher gegen Jagd gerichtet, oder wird
> der Fuchsmord als etwas positives dargestellt?

ja wird er.

Viele Gr√ľ√üe

Thomas

Re: Ethisch vertretbare Kinderb√ľcher etc. [Drei Haseln√ľsse f√ľr Aschenbr√∂del - Mod]

Autor: Thomas
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Achim Stößer schrieb:

> Warnungen vor nicht
> unmittelbar erkennbaren Propagandamitteln

warnen m√∂chte ich vor der √ľberall zur Weihnachtszeit empfohlenen DVD "Drei Haseln√ľsse f√ľr Aschenbr√∂del". Abgesehen davon, da√ü es normal zu sein scheint, da√ü in so gut wie jedem M√§rchenfilm ganz besonders viele Tierleichen gefressen werden, ist in diesem Film eine besonders grausam und detailliert dargestellte Jagdszene zu sehen, in der einem Fuchs ein Pfeil in die Seite geschossen wird. Er lebt noch und versucht ihn mit den Z√§hnen rauszuziehen. Alles in Nahaufnahme gefilmt.

Viele Gr√ľ√üe

Thomas

Claudia Roth und der Tierschutz

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Zitat: Das Recht auf Selbstbestimmung ist - wie der Tierschutz - Bestandteil der gr√ľnen Programmatik und Politik.

Zum Sch√§chten ist f√ľr die Rechtsprechung in Deutschland immer noch das letzte Urteil des Verfassungsgerichts ma√ügebend. Die gr√ľne Bundestagsfraktion setzt sich bei der aktuellen Debatte daf√ľr ein, gemeinsam mit den betroffenen Religionsgemeinschaften, Tierschutzorganisationen und dem Parlament nach L√∂sungen zu suchen, die den Weg zum Sch√§chten mit Bet√§ubung m√∂glich machen sollten. Damit wird allerdings die Frage nicht beantwortet, wie die Abw√§gung des Hohen Gerichts bei zwei wichtigen Verfassungsg√ľtern - Religionsfreiheit und Tierschutz ‚Äď ausfallen w√ľrde.

Eine Solidarisierung von Frau Roth mit D√∂ner-Produzenten gab und gibt es nicht. Das ist sicherlich Ihrer t√§uschenden Wahrnehmung geschuldet. Nach zahlreichen Gammelfleisch-Skandalen in Bayern und Berlin und Frau Roths Kritik daran gab es den Wunsch der gr√∂√üten D√∂ner-Produktionsfirma in Berlin, bei der Kritik differenziert vorzugehen und sich notfalls von der Qualit√§t des verwendeten Fleisches in dieser Produktionsst√§tte √ľberzeugen zu lassen. Dem ist Frau Roth nachgekommen.

Die Werte, an denen sich die gr√ľne Politik orientiert, sind universelle Werte, die allenthalben gelten - √ľber alle Grenzen und Konfessionen hinweg.

Mit freundlichen Gr√ľ√üen

Im Auftrag
Ali Mahdjoubi
Wissenschaftlicher Mitarbeiter

http://www.abgeordnetenwatch.de/claudia_roth-650-6018--f75328.html#frage75328

Zitat: Namentliche Abstimmung zum Staatsziel Tierschutz


Staatsziel Tierschutz - Abstimmung im Deutschen Bundestag am 13. April 2000
Nach Art. 79 des Grundgesetzes erfordert ein Gesetz zur √Ąnderung des Grundgesetzes die Zustimmung von zwei Dritteln der Mitglieder des Bundestages, das hei√üt mindestens 446 Stimmen. Die Fraktionen von SPD und B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen verlangten namentliche Abstimmung.

Ergebnis:
Abgegebene Stimmen: 602
davon ja: 391
nein: 205
enthalten: 6

Der Gesetzentwurf wurde damit abgelehnt, weil die notwendige Zweidrittelmehrheit von 446 Stimmen nicht erreicht wurde (Quelle: Protokoll der Plenarsitzung vom 13.04.2000).

Mit "Ja" stimmten
SPD
Brigitte Adler, Gerd Andres, Ingrid Arndt-Brauer, Rainer Arnold, Hermann Bachmaier, Ernst Bahr, Doris Barnett, Dr. Hans Peter Bartels, Eckhardt Barthel (Berlin), Klaus Barthel (Starnberg), Wolfgang Behrendt, Dr. Axel Berg, Hans-Werner Bertl, Friedhelm Julius Beucher, Petra Bierwirth, Rudolf Bindig, Lothar Binding (Heidelberg), Kurt Bodewig, Klaus Brandner, Anni Brandt-Elsweier, Willi Brase, Dr. Eberhard Brecht, Rainer Brinkmann (Detmold), Bernhard Brinkmann (Hildesheim), Hans-G√ľnter Bruckmann, Edelgard Bulmahn, Ursula Burchardt, Dr. Michael B√ľrsch, Hans Martin Bury, Hans B√ľttner (Ingolstadt), Marion Caspers-Merk, Wolf-Michael Catenhusen, Dr. Peter Danckert, Dr. Herta D√§ubler-Gmelin, Christel Deichmann, Karl Diller, Peter Dre√üen, Rudolf Dre√üler, Detlef Dzembritzki, Dieter Dzewas, Dr. Peter Eckardt, Sebastian Edathy, Ludwig Eich, Marga Elser, Peter Enders, Gernot Erler, Annette Fa√üe, Lothar Fischer (Homburg), Gabriele Fograscher, Iris Follak, Norbert Formanski, Rainer Fornahl, Hans Forster, Dagmar Freitag, Lilo Friedrich (Mettmann), Harald Friese, Anke Fuchs (K√∂ln), Arne Fuhrmann, Monika Ganseforth, Konrad Gilges, Iris Gleicke, G√ľnter Gloser, Uwe G√∂llner, Renate Gradistanac, Angelika Graf (Rosenheim), Dieter Grasedieck, Monika Griefahn, Achim Gro√ümann, Wolfgang Grotthaus, Hans-Joachim Hacker, Klaus Hagemann, Manfred Hampel, Christel Hanewinckel, Alfred Hartenbach, Anke Hartnagel, Klaus Hasenfratz, Nina Hauer, Hubertus Heil, Reinhold Hemker, Frank Hempel, Rolf Hempelmann, Dr. Barbara Hendricks, Gustav Herzog, Monika Heubaum, Reinhold Hiller (L√ľbeck), Stephan Hilsberg, Gerd H√∂fer, Jelena Hoffmann (Chemnitz), Walter Hoffmann (Darmstadt), Iris Hoffmann (Wismar), Frank Hofmann (Volkach), Ingrid Holzh√ľter, Eike Maria Hovermann, Christel Humme, Lothar Ibr√ľgger, Brunhilde Irber, Gabriele Iwersen, Renate J√§ger, Jann-Peter Janssen, Ilse Janz, Volker Jung (D√ľsseldorf), Johannes Kahrs, Ulrich Kasparick, Sabine Kaspereit, Susanne Kastner, Hans-Peter Kemper, Klaus Kirschner, Marianne Klappert, Siegrun Klemmer, Hans-Ulrich Klose, Walter Kolbow, Fritz Rudolf K√∂rper, Karin Kortmann, Anette Kramme, Nicolette Kressl, Volker Kr√∂ning, Angelika Kr√ľger-Lei√üner, Horst Kubatschka, Ernst K√ľchler, Helga K√ľhn-Mengel, Ute Kumpf, Konrad Kunick, Dr. Uwe K√ľster, Werner Labsch, Christine Lambrecht, Brigitte Lange, Christian Lange (Backnang), Detlev von Larcher, Christine Lehder, Waltraud Lehn, Robert Leidinger, Klaus Lennartz, Dr. Elke Leonhard, Eckhart Lewering, G√∂tz-Peter Lohmann (Neubrandenburg), Christa L√∂rcher, Erika Lotz, Dr. Christine Lucyga, Dieter Maa√ü (Herne), Winfried Mante, Dirk Manzewski, Tobias Marhold, Lothar Mark, Ulrike Mascher, Christoph Matschie, Heide Mattischeck, Markus Meckel, Ulrike Mehl, Ulrike Merten, Angelika Mertens, Ursula Mogg, Christoph Moosbauer, Siegmar Mosdorf, Michael M√ľller (D√ľsseldorf), Jutta M√ľller (V√∂lklingen), Christian M√ľller (Zittau), Franz M√ľntefering, Andrea Nahles, Volker Neumann (Bramsche), Gerhard Neumann (Gotha), Dr. Edith Niehuis, Dr. Rolf Niese, Dietmar Nietan, G√ľnter Oesinghaus, Leyla Onur, Manfred Opel, Holger Ortel, Adolf Ostertag, Kurt Palis, Albrecht Papenroth, Dr. Willfried Penner, Georg Pfannenstein, Dr. Eckhart Pick, Joachim Po√ü, Karin Rehbock-Zureich, Dr. Carola Reimann, Margot von Renesse, Renate Rennebach, Bernd Reuter, Dr. Edelbert Richter, Reinhold Robbe, Gudrun Roos, Ren√© R√∂spel, Dr. Ernst Dieter Rossmann, Michael Roth (Heringen), Birgit Roth (Speyer), Gerhard R√ľbenk√∂nig, Marlene Rupprecht, Thomas Sauer, Dr. Hansj√∂rg Sch√§fer, Gudrun Schaich-Walch, Bernd Scheelen, Dr. Hermann Scheer, Siegfried Scheffler, Horst Schild, Otto Schily, Dieter Schloten, Horst Schmidbauer (N√ľrnberg), Ulla Schmidt (Aachen), Silvia Schmidt (Eisleben), Dagmar Schmidt (Meschede), Wilhelm Schmidt (Salzgitter), Regina Schmidt-Zadel, Heinz Schmitt (Berg), Carsten Schneider, Dr. Emil Schnell, Walter Sch√∂ler, Olaf Scholz, Karsten Sch√∂nfeld, Fritz Sch√∂sser, Ottmar Schreiner, Gisela Schr√∂ter, Dr. Mathias Schubert, Richard Schuhmann (Delitzsch), Brigitte Schulte (Hameln), Reinhard Schultz (Everswinkel), Volkmar Schultz (K√∂ln), Ewald Schurer, Dr. R. Werner Schuster, Dietmar Sch√ľtz (Oldenburg), Dr. Angelica Schwall-D√ľren, Rolf Schwanitz, Bodo Seidenthal, Dr. Sigrid Skarpelis-Sperk, Dr. Cornelie Sonntag-Wolgast, Wieland Sorge, Wolfgang Spanier, Dr. Margrit Spielmann, J√∂rg-Otto Spiller, Dr. Ditmar Staffelt, Antje-Marie Steen, Ludwig Stiegler, Rolf St√∂ckel, Rita Streb-Hesse, Reinhold Strobl, Dr. Peter Struck, Joachim St√ľnker, Joachim Tappe, J√∂rg Tauss, Dr. Gerald Thalheim, Wolfgang Thierse, Franz Th√∂nnes, Uta Titze-Stecher, Adelheid Tr√∂scher, Hans-Eberhard Urbaniak, R√ľdiger Veit, Simone Violka, Ute Vogt (Pforzheim), Hans Georg Wagner, Hedi Wegener, Dr. Konstanze Wegner, Wolfgang Weiermann, Reinhard Weis (Stendal), Matthias Weisheit, Gunter Wei√ügerber, Gert Weisskirchen (Wiesloch), Dr. Ernst Ulrich von Weizs√§cker, Jochen Welt, Dr. Rainer Wend, Hildegard Wester, Lydia Westrich, Dr. Margrit Wetzel, Dr. Norbert Wieczorek, J√ľrgen Wieczorek (B√∂hlen), Helmut Wieczorek (Duisburg), Heidemarie Wieczorek-Zeul, Dieter Wiefelsp√ľtz, Heino Wiese (Hannover), Klaus Wieseh√ľgel, Brigitte Wimmer (Karlsruhe), Engelbert Wistuba, Barbara Wittig, Dr. Wolfgang Wodarg, Verena Wohlleben, Hanna Wolf (M√ľnchen), Waltraud Wolff (Zielitz), Heidemarie Wright, Dr. Christoph Z√∂pel, Peter Zumkley

CDU/CSU
Dr. Karl A. Lamers (Heidelberg), Elmar M√ľller (Kirchheim), Hans-Otto Wilhelm (Mainz), Dagmar W√∂hrl (N√ľrnberg)

B√úNDNIS 90/DIE GR√úNEN
Gila Altmann (Aurich), Volker Beck (K√∂ln), Angelika Beer, Matthias Berninger, Grietje Bettin, Annelie Buntenbach, Ekin Delig√∂z, Dr. Thea D√ľckert, Franziska Eichst√§dt-Bohlig, Dr. Uschi Eid, Hans-Josef Fell, Andrea Fischer (Berlin), Katrin Dagmar G√∂ring-Eckardt, Rita Grie√ühaber, Winfried Hermann, Antje Hermenau, Kristin Heyne, Ulrike H√∂fken, Michaele Hustedt, Monika Knoche, Dr. Angelika K√∂ster-Lo√üack, Steffi Lemke, Dr. Helmut Lippelt, Dr. Reinhard Loske, Oswald Metzger, Kerstin M√ľller (K√∂ln), Winfried Nachtwei, Christa Nickels, Cem √Ėzdemir, Claudia Roth (Augsburg), Christine Scheel, Irmingard Schewe-Gerigk, Rezzo Schlauch, Albert Schmidt (Hitzhofen), Werner Schulz (Leipzig), Christian Simmert, Christian Sterzing, Hans-Christian Str√∂bele, J√ľrgen Trittin, Dr. Antje Vollmer, Dr. Ludger Volmer, Sylvia Vo√ü, Helmut Wilhelm (Amberg)

F.D.P.
Hildebrecht Braun (Augsburg), Ernst Burgbacher, J√∂rg van Essen, Ulrike Flach, Paul K. Friedhoff, Horst Friedrich (Bayreuth), Rainer Funke, Dr. Wolfgang Gerhardt, Hans-Michael Goldmann, Joachim G√ľnther (Plauen), Dr. Karlheinz Guttmacher, Klaus Haupt, Dr. Helmut Haussmann, Ulrich Heinrich, Walter Hirche, Birgit Homburger, Dr. Werner Hoyer, Dr. Klaus Kinkel, Dr. Heinrich L. Kolb, Gudrun Kopp, Ina Lenke, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Dirk Niebel, G√ľnther Friedrich Nolting, Hans-Joachim Otto (Frankfurt), Detlef Parr, Cornelia Pieper, Gerhard Sch√ľ√üler, Dr. Irmgard Schwaetzer, Marita Sehn, Dr. Hermann Otto Solms, Dr. Max Stadler, Dr. Guido Westerwelle

PDS
Monika Balt, Dr. Dietmar Bartsch, Petra Bl√§ss, Maritta B√∂ttcher, Eva Bulling-Schr√∂ter, Roland Claus, Heidemarie Ehlert, Dr. Heinrich Fink, Dr. Ruth Fuchs, Wolfgang Gehrcke, Dr. Klaus Grehn, Dr. Gregor Gysi, Uwe Hiksch, Dr. Barbara H√∂ll, Carsten H√ľbner, Ulla Jelpke, Gerhard J√ľttemann, Dr. Evelyn Kenzler, Dr. Heidi Knake-Werner, Rolf Kutzmutz, Heidi Lippmann, Ursula L√∂tzer, Dr. Christa Luft, Heidemarie L√ľth, Angela Marquardt, Kersten Naumann, Rosel Neuh√§user, Dr. Uwe-Jens R√∂ssel, Christina Schenk, Gustav-Adolf Schur, Dr. Ilja Seifert, Dr. Winfried Wolf

Mit "Nein" stimmten
CDU/CSU
Peter Altmaier, Dietrich Austermann, Norbert Barthle, Dr. Wolf Bauer, G√ľnter Baumann, Brigitte Baumeister, Meinrad Belle, Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Otto Bernhardt, Dr. Joseph-Theodor Blank, Renate Blank, Dr. Heribert Blens, Peter Bleser, Dr. Maria B√∂hmer, Sylvia Bonitz, Wolfgang B√∂rnsen (B√∂nstrup), Wolfgang Bosbach, Dr. Wolfgang B√∂tsch, Klaus Br√§hmig, Dr. Ralf Brauksiepe, Paul Breuer, Georg Brunnhuber, Hartmut B√ľttner (Sch√∂nebeck), Dankward Buwitt, Cajus Caesar, Manfred Carstens (Emstek), Peter H. Carstensen (Nordstrand), Leo Dautzenberg, Hubert Deittert, Albert De√ü, Renate Diemers, Thomas D√∂rflinger, Hansj√ľrgen Doss, Marie-Luise D√∂tt, Ilse Falk, Dr. Hans Georg Faust, Albrecht Feibel, Ulf Fink, Ingrid Fischbach, Dirk Fischer (Hamburg), Axel E. Fischer (Karlsruhe-Land), Herbert Frankenhauser, Dr. Gerhard Friedrich (Erlangen), Jochen-Konrad Fromme, Hans-Joachim Fuchtel, Dr. J√ľrgen Gehb, Norbert Geis, Georg Girisch, Michael Glos, Dr. Reinhard G√∂hner, Peter G√∂tz, Dr. Wolfgang G√∂tzer, Kurt-Dieter Grill, Hermann Gr√∂he, Manfred Grund, Horst G√ľnther (Duisburg), Carl-Detlev Freiherr von Hammerstein, Gottfried Haschke (Gro√ühennersdorf), Gerda Hasselfeldt, Norbert Hauser (Bonn), Hansgeorg Hauser (Rednitzhembach), Klaus-J√ľrgen Hedrich, Helmut Heiderich, Ursula Heinen, Manfred Heise, Hans Jochen Henke, Peter Hintze, Klaus Hofbauer, Martin Hohmann, Klaus Holetschek, Josef Hollerith, Dr. Karl-Heinz Hornhues, Siegfried Hornung, Joachim H√∂rster, Hubert H√ľppe, Susanne Jaffke, Georg Janovsky, Dr.-Ing. Rainer Jork, Bartholom√§us Kalb, Steffen Kampeter, Dr.-Ing. Dietmar Kansy, Irmgard Karwatzki, Volker Kauder, Eckart von Klaeden, Ulrich Klinkert, Dr. Helmut Kohl, Manfred Kolbe, Norbert K√∂nigshofen, Rudolf Kraus, Dr. Martina Krogmann, Dr.-Ing. Paul Kr√ľger, Dr. Hermann Kues, Karl Lamers, Dr. Norbert Lammert, Helmut Lamp, Dr. Paul Laufs, Karl-Josef Laumann, Vera Lengsfeld, Werner Lensing, Peter Letzgus, Ursula Lietz, Walter Link (Diepholz), Eduard Lintner, Dr. Klaus W. Lippold (Offenbach), Dr. Manfred Lischewski, Wolfgang Lohmann (L√ľdenscheid), Julius Louven, Dr. Michael Luther, Erwin Marschewski (Recklinghausen), Dr. Martin Mayer (Siegertsbrunn), Wolfgang Meckelburg, Dr. Michael Meister, Friedrich Merz, Meinolf Michels, Dr. Gerd M√ľller, Bernward M√ľller (Jena), Bernd Neumann (Bremen), Claudia Nolte, G√ľnter Nooke, Franz Obermeier, Friedhelm Ost, Eduard Oswald, Norbert Otto (Erfurt), Dr. Peter Paziorek, Anton Pfeifer, Dr. Friedbert Pfl√ľger, Beatrix Philipp, Ronald Pofalla, Marlies Pretzlaff, Dr. Bernd Protzner, Dr. Peter Ramsauer, Peter Rauen, Christa Reichard (Dresden), Katherina Reiche, Erika Reinhardt, Hans-Peter Repnik, Klaus Riegert, Dr. Heinz Riesenhuber, Franz Romer, Hannelore R√∂nsch (Wiesbaden), Heinrich-Wilhelm Rons√∂hr, Dr. Klaus Rose, Kurt J. Rossmanith, Adolf Roth (Gie√üen), Norbert R√∂ttgen, Dr. Christian Ruck, Volker R√ľhe, Anita Sch√§fer, Dr. Wolfgang Sch√§uble, Hartmut Schauerte, Heinz Schemken, Karl-Heinz Scherhag, Gerhard Scheu, Norbert Schindler, Dietmar Schlee, Bernd Schmidbauer, Dr.-Ing. Joachim Schmidt (Halsbr√ľcke), Andreas Schmidt (M√ľlheim), Michael von Schmude, Birgit Schnieber-Jastram, Dr. Andreas Schockenhoff, Dr. Rupert Scholz, Reinhard Freiherr von Schorlemer, Dr. Erika Schuchardt, Wolfgang Schulhoff, Diethard Sch√ľtze (Berlin), Clemens Schwalbe, Dr. Christian Schwarz-Schilling, Horst Seehofer, Heinz Seiffert, Rudolf Seiters, Bernd Siebert, Werner Siemann, Johannes Singhammer, B√§rbel Sothmann, Margarete Sp√§te, Wolfgang Steiger, Erika Steinbach, Dr. Wolfgang Freiherr von Stetten, Andreas Storm, Dorothea St√∂rr-Ritter, Max Straubinger, Matth√§us Strebl, Thomas Strobl, Michael St√ľbgen, Dr. Susanne Tiemann, Edeltraut T√∂pfer, Dr. Hans-Peter Uhl, Gunnar Uldall, Arnold Vaatz, Angelika Volquartz, Andrea Vo√ühoff, Peter Wei√ü (Emmendingen), Gerald Wei√ü (Gro√ü-Gerau), Annette Widmann-Mauz, Heinz Wiese (Ehingen), Klaus-Peter Willsch, Willy Wimmer (Neuss), Matthias Wissmann, Werner Wittlich, Aribert Wolf, Peter Kurt W√ľrzbach, Wolfgang Zeitlmann, Benno Zierer, Wolfgang Z√∂ller

Enthalten
CDU/CSU
Ilse Aigner, Jochen Borchert, Dr. Hans-Peter Friedrich (Hof), Siegfried Helias, Elke W√ľlfing

F.D.P.
Dr. Edzard Schmidt-Jortzig

Entschuldigt
wegen √úbernahme einer Verpflichtung im Rahmen ihrer Mitgliedschaft in den Parlamentarischen Versammlungen des Europarates und der WEU, der Parlamentarischen Versammlung der NATO, der OSZE oder der IPU Abgeordnete Bierling, Hans Dirk B√ľhler (Bruchsal), Klaus Haack (Extertal), Karl-Hermann Irmer, Ulrich CDU/CSU CDU/CSU SPD F.D.P. Kossendey, Thomas Raidel, Hans Rauber, Helmut CDU/CSU CDU/CSU CDU/CSU

Erkl√§rung nach ¬ß 31 GO des Abgeordneten Rolf St√∂ckel (SPD) zur namentlichen Abstimmung √ľber den Entwurf eines Gesetzes zur √Ąnderung des Grundgesetzes (Staatsziel Tierschutz) (Tagesordnungspunkt 16) Ich stimme dem Gesetzentwurf der SPD und B√ľndnis 90/Die Gr√ľnen zu, obwohl ich 1. die Verankerung von subjektiven Rechten minderj√§hriger Kinder in der Verfassung f√ľr vorrangig halte und ich 2. den Begriff "Mitgesch√∂pf" nur als umgangssprachlichen Ausdruck akzeptiere und f√ľr mich damit keine Anerkennung der christlich- religi√∂sen Sch√∂pfungsgeschichte und Ablehnung der wissenschaftlichen Evolutionstheorie verbunden ist.

http://www.tierschutzbund.de/00261.html


http://img.stern.de/_content/63/52/635228/roth_610.jpg

Eben: http://tierrechtspartei.de/tstr

Na denn: Prost.



Achim

Re: Sport Sport Sport

Autor: dom
Datum:
Forum: Allgemeines
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dolli schrieb:
>
> Hi Allerseits!
>
> @dom: es d√ľrfte doch auch Dir nicht entgangen sein, dass die
> Bundeswehr auch als Katastrophenschutz eingreift, wenn hier
> "Not am Feuerwehr-"- Mann ist. Incl. dem dann √ľberforderten
> THW.
> Ich erinner mich an die Fluten in Ostdeutschland...

Dann sollen die das nur noch lernen und nicht das Toeten!

>
> Und Jasmin wollte mit uns nur ihre Freude teilen, dar√ľber,
> Omnivoren in die "Turnmatte" zu sporteln- was echt gut ist.
> Und sie hat dabei sogar nen andern veganen Mitbundeswehrler
> kennengelernt- ist doch super.

Was soll dann der Hinweis auf ihren Beruf. Ich finde sowas darf nicht unkommentiert stehen bleiben. Wenn sich hier ein veganer Metzger meldet werde ich ihm auch sagen, dass er nicht vegan ist.

>
> Ich finde, einige Dinge werden zu eng gesehen. Ich hab auch
> lang bedient- und dabei Leichenteile zubereitet und
> weggebracht.
> Ich war mit nem Metzger zusammen und hab seinen Laden
> geputzt- in Australien.

Finde ich scheisse! Wie konntest Du mit jemand zusammen sein, dessen dessen taeglich Brot das Morden ist? Ehrlich, das kann ich nicht nachvollziehen.

> Ich rauche auch noch. Und wenn ich
> dort damals ne 6 cm lange und 1,5 cm breite Kakerlake gesehen
> hab, hab ich nach der gespr√ľht. Klar, kille ich "ansonsten
> kein Tier"- aber manchmal gehts um den ganz animalischen
> Territorialkampf. Inside- meins und was ich freiwillig
> einlade, outside kann kriechen und fleuchen was da will. Ist
> in der Tierwelt nicht anders.
> Oder hast du schon mal nen Fuchs gesehen, der die Gans zum
> Angucken der Schallplattensammlung eingeladen hat mit
> romantischen Hintergedanken? Tja, wenn du "Gast essen"
> romantisch findest...

Hast Du schon mal einen veganen Fuchs gesehen? Heisst das jetzt ich darf als Veganer Gaense essen, weil das ein Fuchs auch macht?

>
> Und trotz allem halt ich mich f√ľr vegan, weil ich esse vegan,
> kleide mich entsprechend, gehe nicht in Zirkusse etc.
>
> Es w√§re ein weiterer w√ľnschenswerter Schritt in der
> persönlichen Entwicklung eines jeden, mal von den Bewertungen
> wegzukommen.

Du weisst, dass das hier ein Forum ist, oder?

> Es gibt kein Schwarz-weiss, die ganze Welt ist daf√ľr viel zu
> bunt. Wer nur in schwarz-weiss denkt und Wertungen verteilt,
> hätte vor Jahren eventuell auch mal gedacht, (oder tut es in
> der Gabriele Stiftung immer noch...), dass eine Religion
> besser sei als ne andere.
>
> Die Welt und das Leben ist viel größer als die Identifikation
> mit einem Beruf, mit einer Rolle (wie z.b. der eifrige,
> missionierende Veganer auf der Suche nach der perfekten Welt,
> mit den perfekten äusseren Umständen oder der armen Tochter,
> der die Eltern verbieten, vegan zu sein) oder mit einem Land
> ("wer soll in D einfallen").

Ich wuesste immernoch gerne, wer nach Deutschland einfallen koennte. Das kann mir hier ja kein Bundeswehrbefuerworter erklaeren. Vermutlich liegt es daran, dass es keinen gibt.

>
> Und wenn wir hier nun ne vegane Soldatin haben, die im Sport
> gl√§nzen kann und ihre Freude dar√ľber teilen m√∂chte- hey, was
> tut es wem weh, sich mitzufreuen????

Wir haben keine vegane Soldatin!

>
> Ich tus!
>
> dolli,
> völlig unsportlich, aber im Gewehrschiessen naturbegabt ;-)

Das finde ich voellig unpassend! Das sind Mordinstrumente!

Re: Sport Sport Sport

Autor: dolli
Datum:
Forum: Allgemeines
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Hi Allerseits!

@dom: es d√ľrfte doch auch Dir nicht entgangen sein, dass die Bundeswehr auch als Katastrophenschutz eingreift, wenn hier "Not am Feuerwehr-"- Mann ist. Incl. dem dann √ľberforderten THW.
Ich erinner mich an die Fluten in Ostdeutschland...

Und Jasmin wollte mit uns nur ihre Freude teilen, dar√ľber, Omnivoren in die "Turnmatte" zu sporteln- was echt gut ist.
Und sie hat dabei sogar nen andern veganen Mitbundeswehrler kennengelernt- ist doch super.

Ich finde, einige Dinge werden zu eng gesehen. Ich hab auch lang bedient- und dabei Leichenteile zubereitet und weggebracht.
Ich war mit nem Metzger zusammen und hab seinen Laden geputzt- in Australien. Ich rauche auch noch. Und wenn ich dort damals ne 6 cm lange und 1,5 cm breite Kakerlake gesehen hab, hab ich nach der gespr√ľht. Klar, kille ich "ansonsten kein Tier"- aber manchmal gehts um den ganz animalischen Territorialkampf. Inside- meins und was ich freiwillig einlade, outside kann kriechen und fleuchen was da will. Ist in der Tierwelt nicht anders.
Oder hast du schon mal nen Fuchs gesehen, der die Gans zum Angucken der Schallplattensammlung eingeladen hat mit romantischen Hintergedanken? Tja, wenn du "Gast essen" romantisch findest...

Und trotz allem halt ich mich f√ľr vegan, weil ich esse vegan, kleide mich entsprechend, gehe nicht in Zirkusse etc.

Es w√§re ein weiterer w√ľnschenswerter Schritt in der pers√∂nlichen Entwicklung eines jeden, mal von den Bewertungen wegzukommen.
Es gibt kein Schwarz-weiss, die ganze Welt ist daf√ľr viel zu bunt. Wer nur in schwarz-weiss denkt und Wertungen verteilt, h√§tte vor Jahren eventuell auch mal gedacht, (oder tut es in der Gabriele Stiftung immer noch...), dass eine Religion besser sei als ne andere.

Die Welt und das Leben ist viel größer als die Identifikation mit einem Beruf, mit einer Rolle (wie z.b. der eifrige, missionierende Veganer auf der Suche nach der perfekten Welt, mit den perfekten äusseren Umständen oder der armen Tochter, der die Eltern verbieten, vegan zu sein) oder mit einem Land ("wer soll in D einfallen").

Und wenn wir hier nun ne vegane Soldatin haben, die im Sport gl√§nzen kann und ihre Freude dar√ľber teilen m√∂chte- hey, was tut es wem weh, sich mitzufreuen????

Ich tus!

dolli,
völlig unsportlich, aber im Gewehrschiessen naturbegabt ;-)

Kinderlied

Autor: Jay
Datum:
Forum: Vegane Kinder
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Meine Oma hat mir als ich klein war immer ein Lied vorgesungen.
Ich finde es auch jetzt noch ganz s√ľ√ü, und es ist ja gegen die Jagd sozusagen. Vielleicht gef√§llt es euch ja.
Hier der Text:

In dem Walde steht ein Haus
Schaut ein Reh zum Fenster raus
Kommt ein Häschen angerannt
Klopfet an die Wand
Hilfe
Hilfe
Hilf mir doch
Sonst schiesst mich der Jäger noch
Armes Häschen komm zu mir
Reich mir deine Hand

Das ganze wurde dann pantomimisch dargestellt.

Hier ist mal ein Link zu einer Version mit Noten (und leicht anderem Text):
http://www.labbe.de/liederbaum/index.asp?themaid=23&titelid=523

Lg, Jay

Re: Asatru

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: antiSpe Fragen und Antworten
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Na reizend. Aber wieso soll das angeblich gegen Jagd sprechen? Peng, und dann mal rasch die Leiche irgendeinem Gott opfern, paßt schon.

Und was hat das mit dem Threadthema zu tun?

Achim

K√ľnstliche Ethik: Schlachten Androiden elektrische Schafe?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Allgemeines
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Gibt es neben KI, k√ľnstlicher Intelligenz, auch KE, k√ľnstliche Ethik? Ist es ethisch, wenn ein "Milit√§rroboter" (9000 derzeit im Einsatz, allerdings mit wenig KI und noch weniger KE) keine "Kriegsverbrechen" begeht oder erst, wenn er Krieg als Verbrechen erkennt und die Waffen (respektive sich selbst) niederlegt?

Zitat: Wo Kampfroboter Ethik lernen
Von Eva Schatz

Roboter, die √ľber Leben und Tod entscheiden. Die ultimative Vision von Milit√§rstrategen: Bei Robotern mit eingebautem Ethik-Programm k√§me es gar nicht erst zu Kriegsverbrechen. Doch dieser Wunsch bereitet Robotikwissenschaftlern wie Ethikern und Philosophen enormes Kopfzerbrechen.

Vorsichtig rollt ein kleines, wendiges Raupenfahrzeug auf einen Hauseingang zu. Es ist mit Lasern, Kameras und einer Reihe weiterer Sensoren best√ľckt, die jede Ver√§nderung in der Umgebung sofort wahrnehmen und an das Rechnersystem melden. Auf den ersten Blick wirkt der nur knapp 45 Kilogramm schwere Roboter nicht sehr bedrohlich - doch oben aufmontiert ist ein Maschinengewehr. Um potenzielle Angreifer sogleich zum Aufgeben zu bewegen, gibt der Metallsoldat erst einige Warnsch√ľsse ab, bevor er ins Innere des Hauses eindringt. Wenige Minuten sp√§ter kommt er wieder heraus, ohne einen weiteren Schuss abgefeuert zu haben. Statt der gesuchten Terroristen waren nur unschuldige Zivilisten zu finden - diese zu erschie√üen w√§re gegen die ethischen Grunds√§tze des Roboters gewesen. Was sich anh√∂rt wie der neueste Science-Fiction-Streifen, ist Planziel vieler Milit√§rs.

Vorstufen gibt es bereits: Im Sommer 2007 setzte die US-Armee zum ersten Mal drei dieser wahlweise mit Maschinengewehren, Granat- oder Raketenwerfern best√ľckten Roboter im Irak ein. Noch m√ľssen die Roboter des Typs TALON SWORDS von Menschen ferngesteuert werden und k√∂nnen keine eigenen Entscheidungen treffen. Die Realit√§t auf dem Schlachtfeld ist zu komplex, um von Computern verstanden zu werden. Denn etliche der wichtigsten Voraussetzungen f√ľr intelligentes Handeln bereiten Robotern - im Gegensatz zu Menschen - noch erhebliche Schwierigkeiten: Wie lassen sich Objekte erkennen und Situationen richtig interpretieren? Wie findet man sich in der Welt zurecht?

Militärroboter
Ende des Jahres 2006 gab es weltweit 9000 Milit√§rroboter - nicht viel im Vergleich zu knapp einer Million Industrierobotern. Doch der Markt w√§chst rasant: Nach Angaben der International Federation of Robotics waren es Ende 2004 erst 1000 St√ľck, bis 2010 ist mit weiteren 12.000 Einheiten zu rechnen. Neben den USA und S√ľdkorea investieren vor allem Russland, China, Indien, Singapur und Gro√übritannien verst√§rkt in automatisierte Kriegsf√ľhrung. Israel verf√ľgt schon √ľber automatisierte Grenzposten.

Das menschliche Gehirn kann Sinneseindr√ľcke meist ohne Probleme einordnen und die richtigen Schl√ľsse ziehen. Wer einmal verinnerlicht hat, wie ein Bleistift aussieht, der erkennt solch einen Gegenstand auch dann als Schreibger√§t wieder, wenn Kappen, Quasten oder aufgesetzte Radiergummis das urspr√ľngliche Bild ver√§ndern. F√ľr einen Roboter ist die Sache ungleich schwieriger. S√§mtliche Sensoreindr√ľcke m√ľssen klassifizierbar sein. Sobald sich zu viel auf einmal √§ndert, steht auch der schnellste Rechner vor einem unl√∂sbaren R√§tsel.

T√ľren sind Probleme
"F√ľr einen Roboter ist es relativ einfach, den Mars zu erforschen, denn dieser Planet ist relativ einfach strukturiert", erkl√§rt Professor Hugh Durrant-Whyte vom Australian Centre for Field Robotics das Dilemma. "Eine T√ľr zu √∂ffnen ist dagegen viel komplizierter, denn T√ľrgriffe unterscheiden sich sehr stark voneinander und sind schwierig zu bedienen." Wer schon einmal gegen eine T√ľr gelaufen ist, weil sie anders als erwartet aufging, dem d√ľrfte dieses Problem nicht unbekannt sein.

Mit diesem Bild vor Augen ist es schwer vorstellbar, wie bewaffnete Blechsoldaten bald in Krisenherde entsandt werden sollen. Zumal es um deren Akzeptanz in der √Ėffentlichkeit nicht sonderlich gut steht. Bei einer Online-Umfrage des Georgia Tech College of Computing, Atlanta, unter Robotik-Forschern, Milit√§rangeh√∂rigen, Politikern und Normalb√ľrgern lehnte mehr als die H√§lfte aller Teilnehmer es strikt ab, autonome Roboter mit t√∂dlichen Waffen auszustatten.

Laut der "Unmanned Systems Roadmap 2007-2032" verfolgt das US-Verteidigungsministerium dieses "äußerst kontroverse Thema" daher mit der sogenannten "crawl-walk-run"-Herangehensweise (kriechen, gehen, rennen): Unbemannte mobile Roboter sollen nur schrittweise mit tödlichen Waffen ausgestattet werden - in dem Maße, wie ihre Fähigkeit zu selbständigem Handeln zuverlässiger wird. Nur wenn unbemannte Systeme zunehmend autonom agieren können, so die Vision der "Roadmap", werde sich die Fähigkeit der US-Armee verbessern, mit komplexen Missionen in einer dynamischen Umwelt fertig zu werden.

Ohne Roboter geht nichts mehr
Schon jetzt geht beim Minenr√§umen und bei Aufkl√§rungsmissionen ohne semi-autonome Roboter nichts mehr. Sie m√ľssen ran, wenn es um Jobs mit den drei "D" geht: "dull, dirty, dangerous" (langweilig, dreckig, gef√§hrlich). Ende des Jahres 2006 waren im Irak √ľber 4000 unbemannte Bodenfahrzeuge unterwegs. Zwei Jahre zuvor hatte deren Zahl gerade einmal 162 betragen. Bis zum Jahr 2015 soll gem√§√ü einer Vorgabe des US-Kongresses ein Drittel aller Bodenfahrzeuge der Armee unbemannt eingesetzt werden. Dasselbe Ziel ist f√ľr tief fliegende Flugzeuge sogar f√ľnf Jahre fr√ľher angepeilt.

Auch andere L√§nder setzen immer mehr auf automatisierte Kriegsf√ľhrung: Im September 2007 lie√ü S√ľdkorea Roboter-Wachposten patentieren, die entlang der entmilitarisierten Zone an der Grenze zu Nordkorea zum Einsatz kommen sollen. Mit den geplanten 1000 Einheiten l√§sst sich viel Personal einsparen - und die Roboter sind ihren menschlichen Kollegen nicht nur in punkto Durchhalteverm√∂gen √ľberlegen: Das Zielverfolgungsystem funktioniert bei Tageslicht bis zu zwei Kilometer weit, nachts einen Kilometer. Der √úberwachungsradius ist sogar doppelt so gro√ü. Wer ohne g√ľltiges Passwort auf einen dieser mit Mikrofon, Lautsprechern und Spracherkennung ausgestatteten Grenzposten trifft, muss nach 20 Sekunden entweder mit Gummigeschossen oder scharfer Munition rechnen.

Entscheidung √ľber Leben und Tod
Noch treffen auch bei diesem System Menschen √ľber Fernsteuerung die Entscheidung √ľber Leben und Tod. Doch Hersteller Samsung lie√ü mitteilen, dass der robotische Wachposten SGR-A1 auch √ľber einen autonomen Modus verf√ľgt. Damit Roboter in solch schwierigen Situationen wie Kampfeins√§tzen eigenst√§ndig handeln k√∂nnen, m√ľssen sie nicht nur ihre Umwelt mindestens ebenso zuverl√§ssig wie Menschen wahrnehmen k√∂nnen. Auch ihre kognitiven F√§higkeiten m√ľssen sich der menschlichen Denkweise anpassen. Professor Ronald Arkin vom Georgia Tech College untersucht derzeit f√ľr das US-Verteidigungsministerium M√∂glichkeiten, Roboter mit ethischem Denken auszustatten.

Arkins √úberlegung: Es ist nur eine Frage des richtigen Programms, um Morde an Zivilisten, brutale Vergeltungsma√ünahmen und andere Kriegsverbrechen zu verhindern. Da Roboter keine Gef√ľhle haben, k√∂nnen sie ultimativ menschlicher handeln als Menschen es in Kriegssituationen f√ľr gew√∂hnlich tun. So gesehen ist ein Roboter immer im Vorteil: Er kann Informationen unbeeinflusst, zuverl√§ssig und schnell bewerten. Au√üerdem muss er sich nicht erst durch die gesamte Ethiklehre des christlichen Abendlandes arbeiten, sondern verf√ľgt mit einem Mix aus Kriegsrecht, spezifischen Einsatzregeln und internationalen Abkommen wie den Genfer Konventionen √ľber ein klares Handlungsmuster.


Arkin betont, dass sich mittels Kampfrobotern sogar Menschenleben auf beiden Seiten retten lie√üen: Da ein Roboter sein eigenes Leben nicht sch√ľtzen muss, kann er sich n√§her an den Gegner heranwagen und so zur Kapitulation auffordern. Unbemannte Flugzeuge k√∂nnen die Gefahr eingehen tiefer zu fliegen und damit ihre Zielsicherheit erh√∂hen. Das Konzept klingt verlockend. Schlie√ülich scheitern Menschen st√§ndig daran, sich ethisch korrekt zu verhalten. Eine Untersuchung innerhalb der im Irak stationierten US-Streitkr√§fte aus dem Jahr 2006 zeigte, dass weniger als die H√§lfte der befragten Soldaten zustimmten, unbeteiligte Zivilisten seien mit W√ľrde und Respekt zu behandeln. Mehr als ein Drittel sah den Einsatz von Folter als gerechtfertigtes Mittel zum Zweck an, und nicht einmal die H√§lfte aller Befragten w√ľrde einen Kameraden wegen Mordes an einem Zivilisten anzeigen.
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Die Robotik-Gesetze
Die Robotik-Gesetze des Schriftstellers Isaac Asimov lauten: 1. Ein Roboter darf kein menschliches Wesen (wissentlich) verletzen oder durch Unt√§tigkeit gestatten, dass einem menschlichen Wesen (wissentlich) Schaden zugef√ľgt wird. 2. Ein Roboter muss den ihm von einem Menschen gegebenen Befehlen gehorchen - es sei denn, ein solcher Befehl w√ľrde mit Regel eins kollidieren. 3. Ein Roboter muss seine Existenz besch√ľtzen, solange dieser Schutz nicht mit Regel eins oder zwei kollidiert. Sp√§ter erweiterte Asimov die Regeln noch um das sogenannte "nullte" Gesetz, das allen anderen voran steht: Ein Roboter darf die Menschheit nicht verletzen oder durch Passivit√§t zulassen, dass die Menschheit zu Schaden kommt. Demnach d√ľrften Individuen durchaus get√∂tet werden, wenn es dem Schutz der Menschheit dient.


Arkin gibt offen zu, dass die Vorstellung vom ethisch korrekten Roboter momentan noch nicht realistisch ist: Zuverl√§ssig zwischen Kriegsteilnehmern und Zivilisten zu unterscheiden ist derzeit technisch noch nicht m√∂glich. Und das ist bei weitem nicht das einzige moralische Dilemma: Wie soll ein Roboter die Grenze ziehen zwischen einem K√§mpfer als legitimem Ziel und einem soeben Verwundeten, der dadurch den Status eines Kriegsgefangenen und Anrecht auf √§rztliche Versorgung hat? Wie ist ein Steine werfender Teenager zu behandeln, der vielleicht niemanden umbringen wollte, es aber tun k√∂nnte? Sollte ein Roboter trotz eingebauter Ethik-Software f√§lschlicherweise jemanden t√∂ten, wer w√ľrde daf√ľr die Verantwortung √ľbernehmen? Der Programmierer, der Einsatzleiter oder der Befehlshaber der Armee? L√§sst sich noch von gerechter Kriegsf√ľhrung sprechen, wenn nicht klar ist, wer die Verantwortung f√ľr den Tod Unschuldiger tr√§gt?

Kaum Protest
Im Irak bleibt der Tod von Zivilisten beim Einsatz von unbemannten Predator-Drohnen ungeahndet - was auch mit dem Prinzip des Doppel-Effekts des US-Milit√§rs vereinbar ist: Der Tod von Unbeteiligten ist straffrei, solange er unbeabsichtigt ist, selbst wenn dieser Kollateralschaden absehbar war. Bisher protestieren dagegen nur Menschenrechtsgruppen, von der √Ėffentlichkeit weitgehend unbemerkt. Doch das k√∂nnte sich √§ndern, sobald Bilder von schie√üenden Killerrobotern in den Abendnachrichten zu sehen sind. Optimisten hoffen sogar, mit dieser Technologie Kriege zu verhindern, da Staaten ohne Kampfroboter im Nachteil und damit eher auf den Verhandlungsweg angewiesen sind. Oder werden L√§nder ohne Z√∂gern ihre Roboterarmeen losschicken, da mangels eigener Verluste kaum Protest an der Heimatfront zu erwarten ist?

Auch wenn die ethischen Probleme keineswegs gel√∂st sind, die Entwicklung robotischer Waffensysteme mit Automatik-Modus l√§uft auf Hochtouren. Selbst vermeintlich unmilit√§rische Forschungsprojekte lassen sich leicht umfunktionieren. Professor Durrant-Whyte macht sich da keine Illusionen: "Jemand entwickelt eine Methode zur Objekterkennung, und jemand anderes macht ein elektronisches Zielsystem daraus. Dagegen l√§sst sich nicht viel tun. Das muss man als Gesellschaft entweder akzeptieren oder Forschung ganz aufgeben." Angesichts so vieler Grauzonen w√§chst bei vielen Robotik-Wissenschaftlern das Bed√ľrfnis, sich Gedanken zu machen, in welche Richtung sich ihr Fach weiterentwickelt. Das "European Robotics Network" (Euron) hat 2006 mit der "Roboethics Roadmap" eine erste Ann√§herung an dieses Thema unternommen: Der Report beschreibt Problembereiche, z√§hlt m√∂gliche Entwicklungen auf und gibt einige, wenn auch recht knapp gehaltene Empfehlungen. Mit konkreten Richtlinien ist noch lange nicht zu rechnen - zu neu ist dieses Forschungsfeld. Immerhin soll das auf zehn Jahre ausgelegte Projekt dabei helfen, ethische Vorgaben bereits in den Entwicklungsprozess mit einflie√üen zu lassen - solange der Geist noch in der Flasche steckt.

Möglichkeiten und Verantwortung
Das Thema Milit√§rroboter ist allerdings nur eines von vielen. Immerhin sind sich die Forscher um den italienischen Roboethik-Pionier Gianmarco Verrugio einig, dass Diskussionen √ľber die Rechte von menschen√§hnlichen Robotern momentan noch zu vernachl√§ssigen sind. Auch die EU hat erkannt, dass die Robotik als eines der wichtigsten Technologiefelder des 21. Jahrhunderts nicht nur neue M√∂glichkeiten, sondern auch neue Verantwortung mit sich bringt. Mit "Ethicbots" f√∂rdert die EU erstmals ein Projekt zum Thema Technologie und Ethik. Im April 2008 wird die interdisziplin√§re Gruppe - ein Zusammenschluss aus Ingenieuren, Informatikern, Anthropologen und Philosophen - die Ergebnisse ihrer zweieinhalbj√§hrige Studie vorlegen und damit ma√ügeblich die Forschungspolitik der EU beeinflussen.

Aber nicht nur die Europ√§er sind mittlerweile aktiv geworden. So haben die beiden L√§nder mit der weltweit gr√∂√üten Roboterbegeisterung ihre eigenen Ans√§tze geliefert: Japan sieht das Thema eher praktisch und stellte im April 2007 eine Reihe von Sicherheits-Empfehlungen f√ľr den Betrieb von Robotern vor. Unter anderem soll eine zentrale Datenbank geschaffen werden, um Sch√§den und Verletzungen zu dokumentieren. Kurz zuvor hatte S√ľdkorea angek√ľndigt, ebenfalls an einer Ethik-Charta zu arbeiten, die bis zum Ende des vergangenen Jahres fertig sein sollte und bis jetzt noch auf sich warten l√§sst. Vor allem S√ľdkoreas Bem√ľhungen wurden von Robotikwissenschaftlern eher kritisch aufgenommen. Denn das dortige Gremium, bestehend aus Zukunftsforschern und einem Science-Fiction-Autor, nannte die Robotik-Gesetze von Isaac Asimov (siehe Kasten) als eine ihrer Grundlagen.

Bruch der Gesetze
Zwar klingen die Gesetze des Science-Fiction-Schriftstellers auf den ersten Blick einfach und einleuchtend, doch in der Realit√§t erweisen sie sich h√§ufig als unbrauchbar - selbst Asimov musste sie in seinen Geschichten mehrfach brechen. Dass Roboter √ľberhaupt jemals √ľber die n√∂tige Intelligenz verf√ľgen, um mit den ethischen Problemen der realen Welt fertig zu werden, sei sehr fraglich, schreibt Bruce McLaren, der an der Pittsburgher Carnegie Mellon Universit√§t k√ľnstliche Intelligenz erforscht. Doch dieses Manko werde Milit√§rstrategen nicht davon abhalten, so bald wie m√∂glich autonome Roboter einzusetzen, warnt Noel Sharkey, Professor f√ľr k√ľnstliche Intelligenz und Robotik an der Universit√§t von Sheffield. Politiker und Milit√§rs h√§tten oft keine klare Vorstellung von den M√∂glichkeiten und Grenzen k√ľnstlicher Intelligenz.

Somit st√ľnden Wissenschaftler in der Pflicht, auf der Jagd nach Regierungsgeldern keine falschen Begehrlichkeiten zu wecken. Sharkey hofft dagegen auf neue internationale Abkommen - am besten w√§re seiner Meinung nach ein totales Verbot autonomer Killerroboter: "Roboter sind nichts weiter als Maschinen, die stumpfsinnig einprogrammierte Befehle ausf√ľhren. Ihre kognitiven F√§higkeiten sind so eingeschr√§nkt, dass man sie nicht einmal dumm nennen kann. Sollten wir ihnen wirklich Entscheidungen √ľber Leben und Tod anvertrauen?"


Artikel vom 11. März 2008

11. März 2008
http://www.stern.de/computer-technik/computer/613778.html
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Achim

Pelzmesse in Frankfurt: Ist Pelz wieder tragbar?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Von Katrin Wilkens

Ob Iltis-Bikini, Nerz-Schl√ľsselanh√§nger oder Zebra-i-Pod-Tasche - Pelz ist wieder in. 7000 Fachbesucher werden auf der Fur & Fashion Pelzmesse in Frankfurt am Main bis Sonntag erwartet - weniger als in den Jahren zuvor. Doch von einem R√ľckgang der Pelzbekleidung kann nicht die Rede sein. Vielmehr versuchen sich die H√§ndler und K√§ufer eine fadenscheinige Nische zu schaffen: Pelz aus "kontrolliertem Anbau".

Der Winter ist vorbei, nicht aber die Gelegenheit, einen flauschigen Pelz zu tragen. Es wird auch in dieser Saison wieder Iltis-Bikinis, Nerz-Schl√ľsselanh√§nger oder Zebra-i-Pod-Taschen zu kaufen geben. Die Pelzindustrie ist fantasievoll geworden. L√§ngst machen schwere alte-Oma-M√§ntel nur noch einen Bruchteil des Verkaufes von Pelzen aus.

Wie fantasievoll die Branche arbeitet, kann man zur Zeit in Frankfurt am Main bei der aktuellen "Fur & Fashion"- Pelzmesse sehen. √úber 7000 Fachbesucher werden bis zum kommenden Sonntag erwartet. Und die k√∂nnen sich dann bei einem Rundgang an 106 Ausstellern (24 weniger als im vergangenen Jahr) vorbeiflanieren und sich nicht nur √ľber einen R√ľckblick 60 Jahre "Fur & Fashion Frankfurt" informieren, sondern auch gleich beim Direktverkauf zuschlagen.

Die Messe ist in Frankfurt zum ersten Mal auf drei Tage begrenzt, das soll sie effizienter und wirtschaftlicher machen - und zeigt, dass der weltweit marktbeherrschende Standort langsam wie ein Nerz ausblutet. Erstmals kann dieses Jahr die Messe in Hongkong, als gr√∂√üter Konkurrent der Frankfurter, 36 Aussteller mehr verzeichnen. Und dennoch: Von einem R√ľckgang der Pelzbekleidung kann nicht gesprochen werden.

Hilfinger verzichtet auf Pelz

Nach Angaben des Zentralverbandes des K√ľrschnerhandwerks stieg der Umsatz 2006 um circa zweieinhalb Prozent auf rund 400 Millionen Euro. Trotz gro√üer Handelsketten wie der Gerry Weber AG, P&C, Adler, Kaufhof oder C&A, die sich weigern, Bekleidung mit Echtpelz-Applikationen ins Sortiment mitaufzunehmen. Selbst Tommy Hilfiger hat medienwirksam verk√ľndet, auf den Einsatz von Pelz komplett zu verzichten.

Alle anderen Modelabels verwenden Pelze nach dem Prinzip: teuer, und deshalb nur als Zubeh√∂r. So entsteht der Pelz f√ľr jedermann. Hier ein Kr√§gelchen, dort ein Besatz, das reicht schon, um die Kleidung aufzuwerten, und dabei den Geldbeutel zu schonen. Solche Kleidung signalisiert nicht mehr: "Seht her, ich bin reich." Gesellschaftsf√§hig sind Bekleidungsst√ľcke, deren L√§ssigkeit in der dosierten Verwendung von Pelz liegt.

Pelz aus "kontrolliertem Anbau"

Glaubt man allerdings den weltweit agierenden Tiersch√ľtzern, hat sich an der Qu√§lerei bis heute nichts ge√§ndert. Immer noch, so argumentieren sie, werden Tiere unn√∂tig gequ√§lt und get√∂tet, nur ganz wenige Modefirmen, wie z. B. Nicolai von Lorighoven, verwenden ausschlie√ülich Felle, die selbst der WWF als unbedenklich einstuft.

Kein Einzelfall, sagt die Pelzlobby. Denn man habe l√§ngst dazugelernt, versichern die Pelzfarmer, H√§ndler und K√ľrschner. Der Pelz komme heute weitgehend aus seri√∂sen Zuchtbetrieben in Europa, sozusagen aus "kontrolliertem Anbau". Au√üerdem weisen sie darauf hin, dass der Fellanteil von Nutztieren wie Kaninchen und Ziege in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen ist. Heute stammen in Europa fast 40 Prozent der Felle von Tieren, die aus anderen Gr√ľnden gez√ľchtet und sowieso get√∂tet w√ľrden. Somit sei es m√∂glich, einen politisch korrekten Pelz zu tragen, sagen die Pelzfreunde. Aber ist das wirklich so? Noch immer schlie√üen einer aktuellen Forsa-Umfrage zufolge 89 Prozent der Deutschen den Kauf eines echten Pelzmantels f√ľr sich aus. Weniger abwegig finden sie offenbar Tierfell als modische Zutat an Kapuzen, Hosen, Stiefeln, Taschen.

"'Sex and the City' war eine PR-Strategie der Pelzindustrie."

Und genau dieses Geschäft macht in Europa mittlerweile etwa die Hälfte des gesamten Umsatzes mit Pelzwaren aus: drei Milliarden Euro jährlich. Ist diese kleinteilige Verwendung von Fell, das ohnehin weitgehend von Nutztieren stammt, aus ethischer Sicht weniger verwerflich? Nein, sagt Wolfgang Apel, der Präsident des Deutschen Tierschutzbundes: "Eine Frau, die Kaninchenfell trägt, muss wissen, dass andere dann auch wieder ihren Nerz, Fuchs oder Biber aus dem Schrank holen. Das kann wie eine Einstiegsdroge sein", meint Apel.

Eine Mitschuld an dem neuen Trend tr√§gt f√ľr ihn "Sex and the City". In der Fernsehserie "liefen die Frauen mit kleinen Pelzstolen durch die Stadt oder trugen Taschen mit Fellbesatz". Das habe den Pelz bei jungen Menschen wieder gesellschaftsf√§hig gemacht. "Man k√∂nnte fast glauben, 'Sex and the City' war eine PR-Strategie der Pelzindustrie", sagt Apel. Er argumentiert entschieden, bleibt dabei aber sachlicher als die mitunter militant vorgehenden Pelzfeinde der Peta. Mitglieder der Tierretter-Organisation attackieren schon mal Pelztr√§ger mit Farbbeutel, wie bei einer Pressekonferenz im Deutschen Pelzinstitut 2004, als die Moderatoren Charlott und Peer Karlinder-Kusmagk gemeinsam mit einem Peta-Mitarbeiter den Inhalt von Farbbeuteln verspr√ľhten, und eine anwesende Journalistin Ver√§tzungen an den Augen erlitt.

Dass die Diskussion dar√ľber immer h√∂here emotionale Wellen schl√§gt als zum Beispiel die Frage, ob man Schuhe oder G√ľrtel aus Tierleder tragen darf, begr√ľnden Psychologen mit den komplexen Signalen eines Pelzes. Kein Produkt, f√ľr das ein Tier sterben musste, ob f√ľr Wiener Schnitzel oder Lederschuh, offenbart so drastisch seine Herkunft wie ein Fellmantel oder eine Stola, an deren Ende einen noch die leeren Augen eines Rotfuchses anstarren. Hinzu kommt das soziale Signal eines Pelzmantels, das seinem Tr√§ger beweist: Ich bin oben. In der neuen Mode aber weichen beide Botschaften auf. Pelz als textile Beigabe wirkt nicht mehr reich, sondern blo√ü cool.

"Was ich esse, das kann ich auch tragen"

Die Pelzindustrie hat die moralische Marktl√ľcke bei einer neuen, jungen K√§uferschicht erkannt. "Viele Kunden wollen nicht mehr das Fell gequ√§lter Tiere tragen", sagt Susanne Kolb-Wachtel, Sprecherin des Deutschen Pelzinstituts, eines Zusammenschlusses von 600 deutschen Pelzh√§ndlern. "Sie bestehen deshalb auf Nutztierpelz. Denn sie sagen: Was ich esse, das kann ich auch tragen." Diese Unterscheidung ist in der Praxis allerdings nicht leicht zu treffen. Ab wann wird ein Tier zum Nutztier, bei dessen Verwertung das Fell blo√ü als Nebenprodukt abf√§llt? Und, wichtiger noch f√ľr ein gutes Gewissen: Wer √ľberpr√ľft eigentlich, bei Nutz- wie bei Zuchttier, die m√∂glichst qualfreie Haltung? Bei H√ľhnern, Schweinen, Schafen gibt es dazu in Europa genaue Richtlinien und Kontrollmechanismen - doch wer nach Herkunft und Haltung von Pelztieren fragt, ger√§t in ein Dickicht verworrener Handelswege.

Laut dem Pr√§sidenten des Bundesverbands der beamteten Tier√§rzte, Dr. Heinrich St√∂ppler, werden alle deutschen Pelzfarmen vom Veterin√§ramt regelm√§√üig kontrolliert: "Mindestens zwei- bis dreimal im Jahr, immer unangek√ľndigt." Was "artgerecht" aber genau bedeute, das habe sich, so der Tiersch√ľtzer Apel, die Pelzindustrie selbst ausgelegt: "Nerze sind Raubtiere, sie brauchen Auslauf und eine Wasserquelle." Doch in den K√§figen k√∂nnen sie ihre Beute nicht jagen, sondern bekommen einen Brei. Ein noch von der rot-gr√ľnen Regierung formuliertes Gesetz zur artgerechten Haltung solcher Tiere liegt seit Jahren auf Eis.

Besser, das r√§umen selbst die Pelzgegner ein, sei die Aufzucht in Skandinavien, allen voran in D√§nemark. "Es gibt dort mehr Personal, das sich um die Tiere k√ľmmert, die Hygiene und Pflege sind besser als in Deutschland", so der Fachautor und wissenschaftliche Berater der Peta, Edmund Haferbeck.

Rund 2000 Nerze hält zum Beispiel Jan Elnif auf einer Zuchtfarm bei Kopenhagen. Elnif arbeitet unter dem Dachverband der Saga, einem der größten Pelzvermarkter Europas und Lieferant vieler Modemacher in Paris und Mailand. Saga-Farmen gelten als Musterbetriebe: In standardisierten Käfigboxen von 40 mal 90 Zentimeter Größe wachsen jeweils zwei 30 bis 40 Zentimeter lange Nerze auf. Bis zu 20 Stunden täglich dösen sie in kleinen Nestkästen, nach etwa sechs Monaten werden sie getötet: mit Kohlenmonoxid. Grausam? Ja, so grausam wie jede andere Tiertötung auf einem Schlachthof.

So bleibt, am Ende der Odyssee, noch immer die Frage: Gibt es einen Pelz ohne schlechtes Gewissen? Die Antwort lautet nein, wenn man generell der Meinung ist, Tiere sollten nicht geboren werden, um als Mantelkragen oder Stiefelsaum zu enden. Allen anderen l√§sst auch die neue Pelzmode keine andere Wahl, als sich genau nach deren Herkunft zu erkundigen. Wem das zu weit geht, der sollte sich bei Lammbraten oder Kaninchenkeule im Restaurant auch nicht dar√ľber emp√∂ren, dass die Frau am Nebentisch die entsprechende Jacke tr√§gt. Es kommt eben ganz darauf an. Auf das eigene Gewissen.

http://www.stern.de/lifestyle/mode/613349.html
Artikel vom 08. März 2008

Der Unhold, Reichsjägermeister Görings Jagdsitz und gebratene Tauben

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Allgemeines
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Ein großer Teil von Schlöndorffs "Der Unhold" (lief am 2. Mai 2008 in 3sat) handelt von Reichsjägermeister Görings Jagd und spielt auf dessen Jagdsitz. Bei einigen leichengeschwängerten Szenen hatte ich den Eindruck, Schlöndorff habe historische Aufnahmen von Görings "Strecken" nachgestellt - weiß da zufällig jemand näheres?

Gibt auch noch andere tierrechtsrelevante Szenen, etwa wenn von den wunderbaren Eigenschaften von Brieftauben f√ľr die milit√§rische Kommunikation geschw√§rmt und gleichzeitig gebratene Tauben gefressen werden ... wie sp√§ter auch die vom Protagonisten "gerettete".

Den Schlu√ü des Films habe ich leider nicht gesehen, die Aufnahme brach ab beim Angriff auf das Schlo√ü - also wenn mir jemand verraten kann, wie's ausgeht, w√ľrde ich mich freuen.

Achim

Re: Der Mörder war wieder der Jäger

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Grade l√§uft √ľbrigens eine weitere (√§ltere) Folge zum Thema Jagd, Waidmanns Zank.

Achim

Der Mörder war wieder der Jäger

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Berghammers Assistentin meinte, der stellvertretende Staatsanwalt, bei dem sie, weil der Staatsanwalt auf der Jagd nach dem "Problemb√§ren" war, Durchsuchungsbeschl√ľsse beantragten, sei "ein Jagdfreak". So ergab sich folgender Dialog:

Berghammer: Der [leitende Staatsanwalt] befindet sich auf der Jagd un schießt ins Kraut.
Staatsanwalt: Irre ich mich, Herr Berghammer, oder höre ich da etwa Kritik am Jagdwesen?
Assistentin: Neinneinneinneinnei, das w√ľrde Herr Berghammer niemals tun. Entschuldigung, aber wir haben schon genug mit dem P√∂bel zu k√§mpfen, der sinnlos und d√ľmmlich die Schie√üst√§nde und Hochsitze zerst√∂rt, ganz zu schweigen von den Schmierereien, den obligaten Beschimpfungen und provozierenden Spr√ľchen. Die meisten davon √ľbrigens gespickt mit Grammatikfehlern.
Berghammer: I möcht's amol so sagen, Jagd ist ja pralle Lebensfreude ...
Assistentin: Es ist doch so, daß ein Großteil der Bevölkerung von den vielschichtigen und wichtigen Aufgaben des Jagdwesens keine Ahnung hat.
Staatsanwalt: Wie stehen Sie denn dazu, Herr Berghammer?
Berghammer: I? Ja, Herr Dr. Bucher, lassen S's mich mal lyrisch ausdr√ľcken. Wenn morgens die Sonne aufgeht und Nebelfetzen durchsichtig werden, und die Hirsche die Lichtung betreten und nach jahrtausendealten Imponierregeln mit ihren Stechschritten und furchtbaren Scheingefechten um die Ricke k√§mpfen, und wenn dann der schw√§chere Bock das Revier verl√§√üt, dann, mein Freund, dann ist Jagd Poesie.
Staatsanwalt: Was reden Sie f√ľr einen Unsinn? Die Jagd hat doch l√§ngst ihren archaischen und existenzsichernden Charakter verloren. Mit Geld kann man heute alles jagen. Angefangen vom Thunfisch √ľber die Robbe bis hin zum Elefanten. Und als H√∂hepunkt kann sich dann jeder noch einen dressierten L√∂wen aussuchen wie den Hummer in der Gastst√§tte und ihn sp√§ter an der Futterstelle abschie√üen. Es widert mich an.
Berghammer: (zur Assistentin) Es widert ihn an.

Die "Tatwaffe" war, wie sich trotz Vertuschungsversuchen des J√§ger-Staatsanwalts herausstellte, √ľbrigens das Fell (inklusive "Tatzen") eines drei Jahre zuvor ermordeten B√§ren, ein "Muttertier" mit "Rheuma im fortgeschrittenen Stadium" ... der T√§ter einer der J√§ger.

Achim

Re: Hrdlicka - ausgerechnet jetzt :-)

Autor: Trolli
Datum:
Forum: Atheismusforum
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Hallo Achim,

ich hoffe, du hast auch f√ľr den K√ľnstler dieses Text gebetet, damit sein Machwerk ebenfalls verboten wird.


Zitat: Ausgerechnet jetzt, wo die homosexuelle Lobby √ľberall versucht, gesetzliche Barrieren abzubauen, damit diese himmelschreiende S√ľnde vom Volk als v√∂llig normale Lebensweise angesehen wird, zeigt das Dommuseum in seinen R√§umlichkeiten verabscheuungsw√ľrdige Bilder.


Wer verbietet diese Hetzjagd auf eine andere Art der Sexualit√§t? Wenn Gott angeblich f√ľr die Erschaffung zust√§ndig ist, warum hat er homosexuelle Menschen und Tiere erschaffen?
Ich empfehle dem Schreiberling ein GEO-Heft mit dem Thema "Homosexualit√§t im Tierreich" zu lesen. Das Heft ist vor einigen Jahren erschienen. Es wurden viele Bilder von sich paarenden Tieren gezeigt, u. a. zwei schwule L√∂wen, die beide aber sowas von gen√ľ√ülich beim Akt guckten, dass es bei diesem Himmelsschrei Regen √ľber der Kalahari, Serengeti usw. geben muss, gepaart (ist das jetzt s√ľndige Wortwahl?) mit einem heiligen Blitz, der in diese Liebesl√∂wen f√§hrt. Sch√∂ner Tod! Und besser, als mit allen Hexen und Schwulen auf dem Scheiterhaufen zu landen.

Obwohl, ich kann die Denke schon "nachvollziehen". Sexualität soll keinen Spaß machen, sondern nur zur Reproduktion dienen. Deshalb feine Unterschiede:
Wenn Mann (Schwuler) sich an die Hoseninhalte von Mann (=√ú18 Jahre, will mitmachen) herantastet hat das was mit Freude zu tun = himmelschreiende S√ľnde (Sollen beim Akt halt leiser sein!)
Wenn Mann (Geistlicher) sich an die Hoseninhalte von Mann (unter 18, will nicht) herantastet, hat das nix mit Freude zu tun = KEINE himmelschreiende S√ľnde (Geistlicher ist leise, will nicht erwischt werden), sondern naja, eine kleine Verfehlung, die sich mit einer Versetzung in eine neue kinderbetreunde hoseninhalt-sorgerische T√§tigkeit gut kaschieren l√§sst.
Nein, die meisten Priester sind keine Kinderseelen-Mörder, aber bevor die Jagd auf Schwule eröffnet wird, sollte erst mal in den eigenen Reihen aufgeräumt werden.

Zynische Gr√ľ√üe
Trolli

Wettergott gegen Universelles Leben?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Atheismusforum
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Hadda (Adad, Haddu, Hadad), Jupiter (Zeus), IŇ°kur (Ischkur), Baal, TeŇ°Ň°ub (Teschub, TeŇ°Ň°ob, TeŇ°Ň°up), Taru, Tarchun(t), Petrus, Wer (Mer), Telipinu, Mardu-Amurru oder sonst ein Wettergott o.√§. ist dem Universellen Leben offenbar nicht wohlgesonnen - jedenfalls wurde die "77.(?) Antijagddemo" in Berlin wegen des Orkans abgesagt ("ACHTUNG!!! Anti-Jagd-Demo am morgigen Samstag, den 1.3.2008 wegen Orkanwarnung abgesagt!", t√∂nte es durch diverse Verteiler) ... tsts, kein Gottvertrauen, die Leute ...

Achim

Barbara R√ľtting und die Sekte

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Sektenexperten halten das "Universelle Leben" f√ľr eine gef√§hrliche Organisation. Gr√ľnen-Abgeordnete R√ľtting verteidigte die Gruppe und sprach von "Hexenverfolgung". Nun rudert sie zur√ľck.
Von Uwe Ritzer

Das Universelle Leben seien lediglich "Urchristen, die keine Tiere t√∂ten wollen", sagte die Gr√ľnen-Abgeordnete R√ľtting.
Foto: dpa



Auf Barbara R√ľtting l√§sst Sepp D√ľrr, der Fraktionschef der Gr√ľnen im Landtag, nichts kommen.

Gerne k√∂nne die fast 80-j√§hrige Abgeordnete, die als Schauspielerin in Edgar-Wallace-Verfilmungen und als "Geierwally" bekannt wurde, 2008 erneut f√ľr die Partei f√ľr den Landtag kandidieren.

"Es gibt kaum jemanden, der sich so f√ľr Tier- und Verbraucherschutz einsetzt wie unsere Barbara", sagt D√ľrr. Die Frage ist nur, wo R√ľtting dies √ľberall tut.

So trat die Gr√ľnen-Politikerin und Alterspr√§sidentin des Landtages mindestens zweimal bei der umstrittenen Glaubensgemeinschaft "Universelles Leben" (UL) als Rednerin auf. Seither verteidigt R√ľtting vehement die von Sektenexperten als gef√§hrlich eingestufte Organisation.

Mit Briefkopf des Landtages schrieb die Abgeordnete am 28. März 2007 einen Brief "an alle, die es betrifft". Darin vergleicht sie die Kritik am UL mit "Zeiten der Hexenverfolgung", verteidigt die Sekte mehrere Absätze lang und schreibt wörtlich: "Über diese Gemeinschaft wird immer wieder haarsträubender Unsinn verbreitet."

Demonstrativ nahm R√ľtting drei Tage sp√§ter an einer vom UL organisierten Demo f√ľr eine Natur ohne Jagd teil.

"Wenn UL mit Menschen einigerma√üen so gepflegt umgehen w√ľrde, wie sie es mit Tieren vorgeben, dann g√§be es keine Probleme", sagt Wolfgang Behnk, Sektenbeauftragter der evangelischen Landeskirche und UL-Experte. Behnk nennt das UL "eine religi√∂s-totalit√§re Organisation, in der Menschen ihre Freiheit verlieren".

Gedenkveranstaltung f√ľr B√§r Bruno

Diese √Ąu√üerung entbehrt - wie der Bayerische Verwaltungsgerichtshof 1993 feststellte, "nicht jedes sachlichen Hintergrunds". Behnk warnte R√ľtting eindringlich vor einer Demonstration am 2. September 2006 in M√ľnchen.

Sie sprach trotzdem auf der Gedenkveranstaltung f√ľr den erschossenen B√§r "Bruno" auf dem M√ľnchner Marienplatz, was das Universelle Leben auf seiner Internetseite ausf√ľhrlich dokumentiert.

Bei der Demo stellte sich die Gr√ľne vor die Organisation. Auch die ersten Christen seien "als Sekte gebrandmarkt, verh√∂hnt und sogar gefoltert und umgebracht worden", sagte sie. Tiersch√ľtzer und -rechtler f√ľrchten, UL versuche derzeit, in der sehr zersplitterten Szene Fu√ü zu fassen.

Berthold Merkel, Landesvorsitzender des Deutschen Tierschutzbundes, sagt: "Wir sehen das mit Sorge und wollen mit denen nichts zu tun haben." Barbara R√ľtting nimmt es mit der Distanz nicht so genau. Bereits wenige Tage vor ihrem Auftritt am Marienplatz hatte sie nach eigenen Angaben an einer √§hnlichen UL-Demo in Schliersee teilgenommen.

Erst vor wenigen Tagen bezeichnete sie die Gemeinschaft in einem Interview als "Urchristen, die keine Tiere t√∂ten wollen". Auf ihrer Internetseite fanden sich bis zuletzt Links auf den Verlag "Brennglas" und die Seite "Freiheit f√ľr Tiere." Hinter beiden steht laut Impressum der Schweizer German Murer.

Er arbeitete fr√ľher als Redakteur f√ľr die UL-Postille Christusstaat, wo er auffiel, als er schrieb, Deutschland sei ein Spielball herrschs√ľchtiger Juden. Sp√§ter distanzierte er sich davon. R√ľtting hat ihrerseits Erfahrungen mit einem UL-Medium. F√ľr die Ausgabe 17/98 von Das wei√üe Pferd gab sie bereitwillig ein Interview √ľber ihr Barbara-R√ľtting-Brot. Der Wei√üe-Pferd-Verlag bringt UL-Publikationen auf den Markt.

Menschen zum Fliegen bringen

Bislang ignorierte Barbara R√ľtting - die fr√ľher f√ľr die Naturgesetz-Partei warb, die mit der richtigen Meditation Menschen zum Fliegen bringen und so den Weltfrieden erreichen will - alle Warnungen vor dem UL. Schlie√ülich gehe es ihr nicht um Religion, sondern allein um Tierrechte, argumentiert sie.

Au√üerdem herrsche Religionsfreiheit, und sie selbst sei Mitglied keiner Sekte und keiner Kirche. Nun rudert R√ľtting - offenbar nach Gespr√§chen mit Sepp D√ľrr - in Sachen UL zur√ľck. Sie werde nicht mehr mit dem Universellen Leben zusammenarbeiten, erkl√§rte sie auf Anfrage.

(SZ vom 21.09.2007)
http://www.sueddeutsche.de/bayern/artikel/253/134001/?page=1

R√ľtting geht auf Distanz zum UL

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Kritik an Auftritten der Tiersch√ľtzerin bei Demos der "Christusfreunde"

M√úNCHEN/W√úRZBURG
Barbara R√ľtting (79), die Alterspr√§sidentin des Bayerischen Landtages, will
nicht mehr bei Veranstaltungen auftreten, die von Anhängern des Universellen
Lebens (UL) organisiert wurden. Auf ihrer Homepage distanziert sich die
Gr√ľnen-Abgeordnete vom UL und erkl√§rt, sie werde "nie mit einer Sekte
zusammenarbeiten".


Sie war "Die Geierwally", spielte in "Canaris", in "Die letzte Br√ľcke" und
in Edgar-Wallace-Filmen. F√ľr ihr politisches Engagement in Sachen Umwelt-,
Tier- und Menschenrechte beendete R√ľtting in den 80er Jahren ihre
Schauspielkarriere. Dann machte sie Schlagzeilen bei Aktionen gegen
Tierversuche und gegen die Stationierung von Pershing-II-Raketen. Seit
September 2003 ist sie f√ľr die Gr√ľnen im Landtag, und ihre Fraktionskollegin
Simone Tolle aus Arnstein charakterisiert sie mit den Worten: "Die Barbara
ist Tiersch√ľtzerin mit Leib und Seele."

Da war es nur eine Frage der Zeit, dass R√ľtting mit den "Christusfreunden"
vom UL in Kontakt kam. Die beschimpfen J√§ger als Lustt√∂ter und werben f√ľr
ein Leben ohne den Verzehr von "Tierleichenteilen", also f√ľr vegetarische
Ernährung. Die "Initiative zur Abschaffung der Jagd" steht seit Jahren an
der Spitze der UL-Kampagne. Sie organisierte Demonstrationen in großen
Städten und mobilisierte jeweils Hunderte Menschen, gegen Jagd,
Massentierhaltung und Tierversuche.

Achim St√∂√üer von der Tierrechtsinitiative Maqi versucht dar√ľber aufzukl√§ren,
wie "die Sekte" mit einem Netzwerk aus Vereinen und "Tarnorganisationen" die
Szene unterwandert. Nach seiner Auffassung benutzt die Gemeinschaft mit Sitz
in W√ľrzburg und Umgebung den Tierschutz als raffinierten K√∂der, um ihr
Gedankengut zu verbreiten, neue Anhänger zu rekrutieren und das Geschäft mit
vegetarischen Produkten aus eigenen Betrieben anzukurbeln.

Offenbar war auch Barbara R√ľtting lange Zeit vom Idealismus der
"Christusfreunde" √ľberzeugt. Bei Anti-Jagd-Demonstrationen stellte sie sich
demonstrativ hinter die Gemeinschaft. Auch die ersten Christen seien als
Sekte verhöhnt, gefoltert und umgebracht worden, sagte sie bei der
Gedenkveranstaltung f√ľr den "ermordeten" B√§ren Bruno auf dem M√ľnchner
Marienplatz. "Ich bin √ľberzeugt, wenn Jesus heute leben w√ľrde, er w√§re nicht
Mitglied in den etablierten Kirchen, sondern heute hier bei uns auf dem
Marktplatz." Die "Christusfreunde" hörten es gerne und veröffentlichten
Fotos und Texte von R√ľttings Auftritten.

Nach Vorw√ľrfen, sie w√ľrde mit ihren Auftritten eine Sekte hoff√§hig machen,
erkl√§rt R√ľtting auf ihrer Homepage, sie habe eine "gewaltige" Aversion
dagegen, von irgendeiner Institution oder Gruppe vereinnahmt zu werden und
werde "nie mit einer Sekte zusammenarbeiten". Auch vor der Fraktion hat
R√ľtting klargestellt, sie wolle k√ľnftig "keine gemeinsame Sache mehr mit dem
UL machen", so die Worte ihrer Kollegin Simone Tolle. Dem Sinneswandel ging
ein Gespr√§ch mit Sepp D√ľrr voraus. Einen entsprechenden Bericht best√§tigte
der Fraktionschef der Gr√ľnen im Landtag auf Anfrage dieser Zeitung.

Main-Post vom 24. Oktober 2007

Re: ein Anti-Jagd Gedicht

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Allgemeines
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> veröffentliche. Sie selber hat leider noch kein Internet. Das

Huh, was es nicht alles gibt ;-) .

Ich persönlich habe eine gewisse Aversion, was Gedichte betrifft, und enthalte mich daher eines weiteren Kommentars, bis auf die Anmerkung, daß ich bezweifle, daß ...

> Jäger bitte lasst die Tiere leben,

... das beim Adressaten ankommt.

Achim

Re: ein Anti-Jagd Gedicht

Autor: stefan-schley
Datum:
Forum: Allgemeines
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hm...

Re: Diskussion in Future-TV

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> Ob ich allerdings jemals das Prinzip verstehen werde, nach
> dem eine TV-Sendung in die Liste aufgenommen wird oder nicht,
> wage ich schon jetzt stark zu bezweifeln. F√ľr den morgigen
> Sonntag werde ich z.B. dazu eingeladen, an einer Reise um das
> Schwarze Meer teilzunehmen(¬ĽVon Odessa nach Istanbul¬ę um 7:30
> Uhr auf Phoenix), eine Empfehlung zum nachtstudio
> (Sontagnacht 0:45 Uhr im ZDF) wird dort aber nicht
> ausgesprochen, obwohl das Thema dort heißt: "Stolzer Hirsch
> und arme Sau - Ist die Jagd noch zeitgemäß? Wenn man bedenkt,
> was sich so alles in den TV-Tips tummelt, wäre zu einem
> Besuch bei Volker Panzer doch allemal angeraten.

Tja, dann h√§ttest Du doch, statt Dich nur dar√ľber zu beschweren, gleich mal was konstruktives machen k√∂nnen, z.B.
Zitat: Wer die TV-Tips ergänzen möchte, kann dies hier tun.
(Hinweis unter http://antispe.de/tv).

Tanja

Re: Diskussion in Future-TV

Autor: Valerie
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Hallo allerseits,

Achim hat mir ja auf meinen gestrigen Beitrag noch nicht geantwortet, was auch nicht weiter schlimm ist, denn schließlich
hat man auch noch was anderes im Leben zu tun. Ich denke aber,
dass ich bis spätestens nächste Woche weiß, wie ich denn nun die
Suchmaschine f√ľr die "antiSpe TV-Tips" richtig zu bedienen habe.

Ob ich allerdings jemals das Prinzip verstehen werde, nach dem eine TV-Sendung in die Liste aufgenommen wird oder nicht, wage ich schon jetzt stark zu bezweifeln. F√ľr den morgigen Sonntag werde ich z.B. dazu eingeladen, an einer Reise um das Schwarze Meer teilzunehmen(¬ĽVon Odessa nach Istanbul¬ę um 7:30 Uhr auf Phoenix), eine Empfehlung zum nachtstudio (Sontagnacht 0:45 Uhr im ZDF) wird dort aber nicht ausgesprochen, obwohl das Thema dort hei√üt: "Stolzer Hirsch und arme Sau - Ist die Jagd noch zeitgem√§√ü? Wenn man bedenkt, was sich so alles in den TV-Tips tummelt, w√§re zu einem Besuch bei Volker Panzer doch allemal angeraten. In der Sendung wird zwar kein einziger Jagdgegner anwesend sein, schlimmer als der ¬ĽAngriff der Killerbienen¬ę wird die Sendung aber sicherlich auch nicht zu ertragen sein.

W√ľnsche ein sch√∂nes, diskussionsfreies Wochenende!


Valerie

Madonna schl√§gt ihren Wildh√ľter in die Flucht

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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21. August 2007

PERSONALFRAGEN
Madonna schl√§gt ihren Wildh√ľter in die Flucht

In der englischen Idylle besitzt Popstar Madonna ein Gut mit stattlichem Wildbestand. Doch ihr Jagdh√ľter wandert nun nach Amerika aus - angeblich, weil Madonnas Sonderw√ľnsche ihm den Job verleideten.


London - Seit f√ľnf Jahren sind Madonna und Ehemann Guy Ritchie Besitzer des Anwesens "Ashcombe House" im s√ľdenglischen Wiltshire. Ein riesiger Besitz mit Wildbestand, f√ľr dessen Hege und Pflege bis vor kurzem Wildh√ľter Martin Taylor, 44, zust√§ndig war.

Es gab nur ein Problem: Madonna ist der Jagd abhold. Wie die britische "Daily Mail" berichtet, soll es wegen Madonnas dezidierten Ansichten hinsichtlich des Erlegens und "humanen T√∂tens" von Getier wiederholt zu Spannungen gekommen sein. Auch gegen das gezielte M√§sten von Gefieder eigens f√ľr die Jagd hatte die S√§ngerin Einw√§nde.

Zu ihren engsten Freunden z√§hlt Madonna zudem Tierschutzaktivisten wie Designerin Stella McCartney und Trudie Styler, Gattin des S√§ngers Sting. Wildh√ľter Tyler wurde laut "Mail" angewiesen, die Jagden auf Rehe und Rebh√ľhner entsprechend "r√ľcksichtsvoll" zu gestalten. Zum Schluss sollen Madonna und ihr Mann aus Glaubensgr√ľnden - beide sind Anh√§nger der Kabbalah-Lehre - ganz aufs Jagen verzichtet haben.

Als Martin Taylor bei einem "freundschaftlichen" Karate-Gerangel mit Guy Ritchie von diesem auch noch der Arm gebrochen wurde, soll sich der Wildh√ľter laut "Mail" entschieden haben, auszuwandern. Nach Amerika.

pad
http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,500971,00.html

Madonnas "Wildh√ľter" wollte nicht "humaner" morden

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Ehe bekannt wurde, da√ü sie selbst auf die Jagd ging, hielten manche Madonne f√ľr vegan(!). Wie soft oft bei angeblich veganen Promis ein Schu√ü in den Ofen ...

Aktuell pr√§sentiert sie sich, der Jagd nicht mehr gar so zugeneigt, als typische Tiersch√ľtzerin: sie wies ihren "Wildh√ľter" an, Tiere "schonender", "humaner" zu ermorden.

Re: Alexithymie: Gef√ľhlsblindheit am Beispiel von Antiveganern

Autor: Schlunz
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Achim Stößer schrieb:
>
> > sprechen sich f√ľr den Veganismus aus, w√§hrend gerade in
> > Sachen "Fachliteratur" von antiveganer Seite gar nichts kommt
>
> Wie meinst Du das? Ich habe hier jede Menge solcher
> "Fachliteratur", z.B. "Der Metzgermeister", die
> "Fachzeitschrift f√ľr das Metzgerhandwerk" ...

Das ist unvegan, aber nicht antivegan.

> > (und kommen kann...). Sie haben nur ein Forum, aus dem sie ab
>
> Das ist ja nachgerade eine fixe Idee von Dir ... es gibt
> diverse antivegane Foren und sonstigen Web 2.0-M√ľll etc.

Mir ist nur ein Forum bekannt.

> > Die unvegane Masse an waffengeilen Amerikanern, die schon als
> > Kind mit Daddy auf die Jagd gehen und später stolze Marines
> > werden, ist nicht nur ein Opfer von Alexithymie, sondern sie
> > ist in erster Linie ein Opfer gezielter Manipulation, die
> > schon in der Schule beginnt (Frösche sezieren).
>
> Das ist wohl kaum auf Amerika beschränkt. Auch hier wird im
> Biologieunterricht "seziert",

Aber nicht in jeder Schule und auch nicht lebende Tiere (Frösche werden in Amerikanischen Schulen chloroformiert, damit die Kids sehen, wie das Herz schlägt).

LG, Schlunz

Re: Alexithymie: Gef√ľhlsblindheit am Beispiel von Antiveganern

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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> sprechen sich f√ľr den Veganismus aus, w√§hrend gerade in
> Sachen "Fachliteratur" von antiveganer Seite gar nichts kommt

Wie meinst Du das? Ich habe hier jede Menge solcher "Fachliteratur", z.B. "Der Metzgermeister", die "Fachzeitschrift f√ľr das Metzgerhandwerk" ...

> (und kommen kann...). Sie haben nur ein Forum, aus dem sie ab

Das ist ja nachgerade eine fixe Idee von Dir ... es gibt diverse antivegane Foren und sonstigen Web 2.0-M√ľll etc.

> Die unvegane Masse an waffengeilen Amerikanern, die schon als
> Kind mit Daddy auf die Jagd gehen und später stolze Marines
> werden, ist nicht nur ein Opfer von Alexithymie, sondern sie
> ist in erster Linie ein Opfer gezielter Manipulation, die
> schon in der Schule beginnt (Frösche sezieren).

Das ist wohl kaum auf Amerika beschränkt. Auch hier wird im Biologieunterricht "seziert", auch hier werden Kinder zum Morden trainiert.

> Kindern wird weltweit der Speziesismus anerzogen und der
> allgemeine Respekt vor dem Leben aberzogen, damit sie später

Eben.

Achim

Re: Alexithymie: Gef√ľhlsblindheit am Beispiel von Antiveganern

Autor: Schlunz
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Achim Stößer schrieb:

> allerdings soll es möglich
> sein, daß sie lernen, durch Kommunikation damit umzugehen.

Solange sie nur mit Ihresgleichen kommunizieren und nach aussen lediglich eine weitere Psychose, nämlich "Schreibtourette" an den Tag legen, wohl kaum...

> Es wäre jedoch zu sehr verallgemeinernd, allen Antiveganern
> Alexithymie zu attestieren. Zum einen ist es durchaus möglich
> (wenn auch schwer), rein rational, frei von empathischen
> Aspekten, die Notwendigkeit einer Tierrechtsethik und somit
> von Veganismus zu erkennen, auch wenn Empathie es nat√ľrlich
> erleichtert, sich dar√ľber klarzuwerden, da√ü Speziesschranken
> willk√ľrlich und inakzeptabel sind.

Eine gewisse Empathie wird zumindest vorget√§uscht (z.B., wenn sie sich immer wieder √ľber das Kind aufregen, das seine *veganen* Eltern verhungern lie√üen).

> Im Gegenteil ist bei manchen Sadismus die eigentliche
> Triebfeder (wobei hier dar√ľber zu diskutieren w√§re, ob dieser
> Sadismus ihr Ventil ist, trotz einer ausgeprägten Alexithymie
> √ľberhaupt etwas zu empfinden), was sich dann darin √§u√üert,
> daß sie versuchen, möglichst andere (nichtmenschliche Tiere,
> aber auch Menschen) zu verletzen. Bei manchen -
> etwa uns ;-) - beißen sie
> dabei auf Granit (höchst unfreiwillig, schließlich ist Granit
> vegan, blutet und schreit nicht, was sie, sofern keine
> vollst√§ndige Alexithymie vorliegt, √§rgern d√ľrfte). Bei
> anderen, etwa selbst leichenfressenden "Hundefreunden" sind
> sie, etwa mit fiktiven "Hundeschlachtungen", jedoch
> erfolgreich.

Und spätestens hier stoßen sie auch bei der unveganen Masse auf Unverständnis.
Antiveganer denken oft, sie w√ľrden zu der omnivoren Masse geh√∂ren und Veganer w√ľrden eine Minderheit darstellen, doch man muss betonen, dass sie selbst weniger Verst√§ndnis in der Gesellschaft finden, als Veganer. √Ąrzte, Sportler, Umweltaktivisten, eine vielf√§ltige und immer preiswerter werdende Produktpalette, sowie eine Masse an Fachliteratur sprechen sich f√ľr den Veganismus aus, w√§hrend gerade in Sachen "Fachliteratur" von antiveganer Seite gar nichts kommt (und kommen kann...). Sie haben nur ein Forum, aus dem sie ab und zu mal ausbrechen, indem sie Trollspam verfassen, der sofort wieder gel√∂scht wird (wodurch sie noch nicht mal einen bleibenden Eindruck hinterlassen).
Ich habe noch keinen Onmivoren kennen gelernt, der sich in diese Psychose reinf√ľhlen konnte.
Es gibt eine Diskrepanz zwischen Speziesisten, die sich in Ausreden winden, und jenen, die Perversion verbal forcieren.

> Psychopathologisch von Bedeutung sind hier auch Störungen der
> so genannten Spiegelneuronen, die daf√ľr verantwortlich sind,
> sich in andere Hineinzuversetzen. Solche Störungen sind in
> der Forensik v.a. bei Serienmördern bekannt (die ja häufig
> auch vor den Menschenmorden mit anderen Tieren "√ľben").

Mord an nichtmenschlichen und menschlichen Tieren geht immer einher, was ja schon Tolstoi erkannte, der Schlachth√§user und Schlachtfelder verkn√ľpfte.
Jeder Soldat ist ein potenzieller M√∂rder, der im Ernstfall innerhalb von nur einer Minute zum staatlich gepr√ľften Massenm√∂rder werden kann.
Die unvegane Masse an waffengeilen Amerikanern, die schon als Kind mit Daddy auf die Jagd gehen und später stolze Marines werden, ist nicht nur ein Opfer von Alexithymie, sondern sie ist in erster Linie ein Opfer gezielter Manipulation, die schon in der Schule beginnt (Frösche sezieren).
Kindern wird weltweit der Speziesismus anerzogen und der allgemeine Respekt vor dem Leben aberzogen, damit sie später unkritische, empathiefreie Soldaten, oder bequeme Mitglieder einer Ellbogengesellschaft werden, die darauf aufgebaut ist, nicht nur nichtmenschliche, sondern auch menschliche Tiere auszubeuten.
Stofftiere f√ľr Kinder sind in der Regel Hunde, Katzen, etc... aber keine Schweine, K√§lber, oder H√ľhner (hab jedenfalls selten welche gesehen, geschweige denn, dass ich als Kind welche hatte).
Jeder Mensch hat es selbst in der Hand, seine Erziehung in Frage zu stellen, was etliche Veganer bestätigen, doch wenn eine psychische Störung vorliegt, muss man helfen.
Man sollte ethisch motivierten Diplompsychologen raten, sich der antiveganen Minderheit anzunehmen und ihnen im Antiveganforum Beistand zu leisten. Im Moment sind sie allein gelassen, wie ein Haufen Alkoholiker in ihrer Stammkneipe (mir kommen gleich die Tränen).

LG, Schlunz

Eine Zukunft f√ľr das Fr√ľhst√ľcksei

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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J√ľchen 18.07.2007

VON MARION DREISCHER

Wey Ganz unscheinbar in einem Teil der Fahrzeughalle befindet sich auf dem Hof der Familie Strommenger das, was viele Menschen zusammenzucken lässt: viele Legehennen auf kleinem Raum.

Allerdings leben die 800 Tiere in einer der modernsten Kleinvolieren, die es auf dem europ√§ischen Markt gibt. ‚ÄěJedes dieser Abteile ist 3,60 mal 1,50 Meter gro√ü‚Äú, erkl√§rt Landwirt Hartmut Strommenger, ‚Äěmomentan haben wir pro Fl√§che 50 statt den erlaubten 60 H√ľhnern eingestallt.‚Äú Seit August 2006 ist die 60 000 Euro teure Anlage in Betrieb - neben einer weiteren in Ratingen die einzige dieser Art im Rheinland. ‚ÄěDas Angebot habe ich schon 2002 eingeholt‚Äú, so Strommenger, ‚Äěaber Renate K√ľnast sprach sich von 1998 bis 2004 gegen K√§fighaltung aus und diese Anlagen waren nicht genehmigungsf√§hig, obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt zahlreiche positive Studien √ľber die Haltung in Kleinvolieren vorlagen.‚Äú

Momentan ist die Legehennenhaltung des Weyer Landwirts mit in eine Untersuchung der Tier√§rztlichen Hochschule Hannover einbezogen, die von Horst Seehofer und dem Bundesministerium f√ľr Ern√§hrung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Auftrag gegeben wurde. √úber 40 Wochen wird die Salmonellenbelastung der Boden-, Freiland-, K√§fig- und Volierenhaltung auf verschiedenen H√∂fen untersucht. ‚ÄěBei der ersten Messung hat unsere Kleinvoliere mit Abstand das beste Ergebnis gehabt‚Äú, freut sich der NGZ-Card-Inhaber.

Die Verbreitung von Salmonellen und anderen Erregern h√§ngt mit dem Kot zusammen und bei der Volierenhaltung f√§llt der Kot durch ein Gitter auf ein Band, was die Ausscheidungen automatisch abtransportiert. ‚ÄěBei der Bodenhaltung wird nur zweimal im Jahr der Untergrund komplett ausgetauscht und auch bei der Freilandhaltung liegt das Ei schon mal l√§ngere Zeit neben dem Kot und somit steigt die Salmonellenbelastung‚Äú, wei√ü der Landwirt. In der Kleinvoliere sind zudem die Bed√ľrfnisse der Tiere durch ein gr√∂√üeres Platzangebot, Sitzstangen, Nester und Einstreu zum Scharren ber√ľcksichtigt.

Das best√§tigt auch Dr. Thomas Janning, Gesch√§ftsf√ľhrer des Zentralverbandes der Gefl√ľgelwirtschaft in Berlin. ‚ÄěDie Kleinvolieren sind ein brauchbares System mit neuen Erkenntnissen. Das hat mit herk√∂mmlicher K√§fighaltung nichts mehr zu tun.‚Äú Nach seinen Erfahrungen und Einsch√§tzungen von Marktforschern werden die Volieren in wenigen Jahren schon 50 Prozent der Legehennenhaltung ausmachen. ‚ÄěDie umstrittene K√§fighaltung ist in Deutschland nur noch bis Ende 2008 zugelassen‚Äú, erkl√§rt Janning, ‚Äědeswegen k√ľmmern sich in diesem Jahr viele Landwirte um Alternativen.‚Äú Diese Erfahrung hat auch Hartmut Strommenger gemacht, der seit der Inbetriebnahme regelm√§√üig Landwirte zu Gast hat, die sich die Anlage anschauen.

Dem System der platzsparenden Haltung steht der Weyer Landwirt trotzdem etwas kritisch gegen√ľber. ‚ÄěNat√ľrlich ist diese Haltung auch f√ľr mich ein Kompromiss.‚Äú Allerdings m√ľsse ber√ľcksichtigt werden, dass der Verzehr von Eiern nach wie vor sehr hoch sei. Strommenger: ‚ÄěEin Ballungsgebiet wie das Ruhrgebiet kann gar nicht so viele H√ľhner frei herumlaufen lassen, wie ben√∂tigt werden.‚Äú

Und letztendlich entscheidet die Nachfrage, wei√ü Strommenger aus eigener Erfahrung. T√§glich erwirtschaftet er fast 800 Eier, die tagesfrisch im hofeigenen Laden und zu kleineren Teilen an Au√üenbetriebe weiterverkauft werden. Gef√ľttert werden die H√ľhner mit rein pflanzlichem Futter, das einen hohen Anteil an K√∂rnermais und Weizen hat. ‚ÄěWir haben auch 50 freilaufende H√ľhner, aber den Leuten ist wichtig, wo das Ei herkommt und welches Futter verwendet wurde‚Äú, so Strommenger. Nicht selten hat er erlebt, dass Kunden im Gesch√§ft nach der Freilandhaltung gefragt haben, aber dann doch die Eier von den Tieren aus der Kleinvoliere kauften.

‚ÄěNur von der Freilandhaltung kann man auch nicht leben, da der Aufwand und die Kosten nicht mit dem Ertrag √ľbereinstimmen‚Äú, sagt der erfahrene Landwirt. ‚ÄěDie H√ľhner sind viel √∂fter krank und wenn ein Fuchs vorbeikommt, hat man gleich zehn H√ľhner weniger.‚Äú Mit den Tieren in den Kleinvolieren gibt es dagegen weniger Probleme: Seit die Anlage in Betrieb ist, musste nicht ein Mal ein Tierarzt kommen.

http://www.ngz-online.de/public/article/regional/juechen/nachrichten/459937


Hartmut Strommenger hat seine Kleinvoliere seit fast einem Jahr in Betrieb. Die neue Anlage hat einen gr√∂√üeres Platzangebot und ist mit Sitzstangen und Nestern ausgestatte. Au√üerdem erf√ľllt sie einen sehr hohen Hygiene-Standard . NGZ-Fotos: L. Berns

Re: Anti-Jagd-Seite

Autor: Detlef Arndt
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Das habe ich Heute auch gesehen. Kann augenblicklich keine Webseite mehr betreiben,( PC kaputt, nebst meiner Gesundheit) sodass diese Domain wieder freigegeben wurde. Vielleicht wäre es besser gewesen sie mir noch länger zu reserviren, doch war ich dazu zu lange bettlägerich.

Re: Eskimos, Löwen und vegan ernährte Hunde...

Autor: Schlunz
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Tanja schrieb:

> Hier muß ich Achim doch mal zitieren: Faktennennnung ist
> keine Meinungs√§u√üerung. Jemand, der sich Konsumg√ľter
> jeglicher Art besorgen kann, kann auch vegan leben.

Das habe ich einem Teil der Inuit ja auch unterstellt. Bei den anderen Gruppen sieht das anders aus.

> Es geht doch nicht darum, irgendwem irgendeinen "Status"
> abzusprechen. Aber in dem Moment, wo Menschen die
> Möglichkeiten haben, an Waren verschiedenster Art
> ranzukommen, sind sie (spätestens dann!) nun mal nicht mehr
> gezwungen, Tiere auszubeuten oder umzubringen. Sie tun dies
> also nur noch aus "Tradition", "Spaß" oder schlicht Ignoranz.
> Und damit gilt f√ľr sie dasselbe wie f√ľr den Rest der
> Menschheit: vegan leben ist die einzige Alternative zu
> Gewalttaten.

Die Inuit haben bis heute als Hauptwirtschaftsfaktor die Jagd.
Bodenschätze wurden in ihrem Gebiet viele vermutet, bisher aber nicht abgebaut.
Die Faktoren "Tradition" oder "Spaß" fallen hier also weg.

> > > Ich habe bekannte, die aus einem
> > > "Indianer-Reservat" in Ecuador kommen, dort leben sie, so die
> > > Meinung vieler Au√üenstehender, absolut urspr√ľnglich... - weit
> > > gefehlt, die haben zwar keine eigene Industrie und auch sonst
> > > groß nichts, womit sie Geld verdienen/ihren Lebensunterhalt
> > > bestreiten können,
> >
> > Das ist doch nebensächlich... ;o)
>
> Aber am Rande ganz interessant, handelt es sich bei diesen so
> verklärten "Reservaten" letzlich oft nur um Ghettos wo
> Menschen, die nicht so recht in die herrschenden
> Gesellschaftsformen reinpassen, mehr oder weniger eingesperrt
> werden.

Das "nebensächlich" war ironisch gemeint und spricht gegen die Gewährleistung einer ausgewogenen, veganen Ernährung.
Wer im Ghetto lebt und sich tierethisch korrekt und gesund ernährt, kann auch zaubern und fliegen.
Yanonamis leben am Amazonas und sind soweit noch nicht in solche Reservate unterteilt.

> > > aber sie tragen Adidas-Klamotten, keine
> > > Lendensch√ľrze, trinken Coca-Cola oder Bier und kein
> frisches
> > > Quellwasser etc.
> >
> > Und sie haben nen Bioladen, ein Reformhaus, Internet, Vitamin
> > B12-Supplementierung...
>
> Du bist also der Meinung, daß man all das braucht, um vegan
> zu leben? Was genau braucht man zum √úberleben aus einem
> Bioladen oder Reformhaus?

Wohl nichts, was ich (inzwischen zum Gl√ľck) nicht auch in einem hiesigen Supermarkt finde (f√ľr dieses Angebot stehen metaphorisch der Bioladen und das Reformhaus).
Solche L√§den wie Superm√§rkte oder Biol√§den d√ľrfte man in den tausenden von Ausl√§ufern des Amazonas schwer finden...
Wie schwer dort die pflanzliche Nahrungsbeschaffung trotz zahlreicher Pflanzenarten ist, sieht man daran, dass diese Indianer in langwierigen Prozessen und unter viel Arbeit Maniok aus der eigentlich giftigen Maniokpflanze herstellen.

> Wieso braucht man Internet, um vegan zu werden?

Das steht f√ľr Medien allgemein. Du kannst sch√∂n Produktanfragen starten, Dich auf vegankids.de mit M√ľttern austauschen, auf wissenschaftlichen Seiten Fakten √ľber die gesundheitlichen Vorteile des Veganismus recherchieren...
Zeitschriften, B√ľcher, TV... Alles ganz selbstverst√§ndlich...

> (und wo ist das Problem, mit - äh, statt?
> ;-)) - Coca-Cola und Co. auch noch B12 liefern zu lassen?)

Keins, wenn es denn jemand liefert ;o)
Um es zu wollen, muss man wissen, was es ist und dass es das gibt. Dazu braucht man Aufklärung, welche wie ich schon betonte, auch ihre Schattenseiten hat.

> Klärst Du denn aktuell Yanonamis auf Tierrechte auf oder hast
> Du das in naher Zukunft vor? Oder von wem denkst Du, daß er
> das vorhat? Meinst Du nicht, daß in dem Moment, wo Yanonamis
> √ľber Tierrechte aufgekl√§rt werden (obwohl ich davon ausgehe,
> da√ü es dort, wie √ľberall, einzelne geben wird, die sich da eh
> schon Gedanken dr√ľber machen), sie sowieso auch die
> Möglichkeiten haben, vegan zu leben (da das nun mal eh nicht
> sofort sein wird)?

Das l√§uft wie die Diskussion "Was w√ľrde aus den Tieren werden, wenn alle Menschen von heute auf morgen vegan werden?".
Doch die Thematik ist eine andere, und wie ich finde, diskussionsw√ľrdig.

> H√§? K√ľhlschr√§nke? Braucht man die auch, um vegan zu leben?
> Es gibt ja selbst bei uns vegane "Aussteiger", die ohne Strom
> (folglich ohne K√ľhlschr√§nke) leben, w√ľ√üte nicht, warum das
> nicht auch bei Yanonamis möglich sein sollte.

Vielleicht, weil Gem√ľse und geb√ľndeltes, pflanzliches Eiwei√ü bei 40¬įC+ und sehr hoher Luftfeuchtigkeit sehr schnell verderben?
Eine vegane Ernährung, allein durch Maniok, kann ich niemandem empfehlen.

> > Nein. Sicher nicht. Doch bis jetzt sind ihre Möglichkeiten,
> > sich √ľber die Tierethik, welche wir hier vertreten, zu
> > informieren, doch ziemlich d√ľrftig...
>
> Ja, bis jetzt. Aber irgendwann wird das anders sein, ganz
> automatisch, ohne da√ü Du oder ich da was dazu tun m√ľssen.

Jepp. Das liegt unter Anderem daran, dass es bald keinen Regenwald mehr gibt.

> Und dann sind sie genauso in der Verantwortung, vegan zu leben,
> wie andere auch.

Ja. Dann leben sie in Städten an der untersten Armutsgrenze und stehen in der Verantwortung, vegan zu leben.

> > Durch Input und Prägung trennen uns von ihnen Welten.
> > Sie haben ihre Geister und Dämonen, wir haben Sigmund Freud
> > und Stephen W. Hawking...
> > Ihren Glauben durch unsere Aufgeklärtheit zu ersetzen, heißt
> > Assimilation.
>
> Willst Du etwas behaupten, in unserer Gesellschaft gibt es
> nur aufgeklärte und nur atheistische Menschen? Oder wie soll
> ich das verstehen? Und warum sollte Glauben auf einmal und
> schon wieder als Rechtfertigung f√ľr Gewalttaten dienen?

Was hast Du immer mit Rechtfertigungen? Um etwas nicht zu verurteilen, muss ich es doch nicht rechtfertigen.
Ich kann nichts verurteilen, was ich aus meiner Position (Mitteleuropäer, Wohlstandsgesellschaft) nicht wirklich verstehe.

> > > "Massentierhaltung" hat ja wohl auch absolut nichts mit
> > > Tierrechten zu tun.
> >
> > Nein. Aber sie unterliegt einem ganz anderen, dekadenten
> > Grundkontext, als das gelegentliche Erschießen eines Vogels,
> > mit einem Blasrohr.
>
> Was es f√ľr den ermordeten Vogel nicht besser macht.

Hat es dieselbe Wertigkeit?

> > > Jedenfalls nicht mehr oder weniger als
> > > jede andere Form der Gefangenhaltung auch.
> >
> > Es geht hier nicht um Gefangenhaltung.
>
> Daf√ľr erw√§hnst Du sie aber ziemlich oft. ;-)

Ja. In Bezug auf unsere Gesellschaft.

> > Aber ihre Ernährung läuft instinktiv. Der Körper sagt uns
> > immer, was er braucht, sofern wir auf ihn hören.
> > Wir haben hier viele Infos, was unseren "Treibstoff" betrifft
> > und können daraus differenzieren. Das ist der Unterschied.
>
> Den Absatz habe ich nun mal wieder nicht verstanden.

Damit meine ich die Aufkl√§rung √ľber biochemische Prozesse, die f√ľr eine ausgewogene, vegane Ern√§hrung von Vorteil sind.

> > Die Klischees, die Du mir hier unterstellst, sind ohne
> > Gleichen...
>
> Es kommt halt (fast) alles, was Du in dem Posting schreibst,
> ziemlich klischeehaft r√ľber. Und bevor ich Dir gar kein
> Feedback gebe, ist es doch sicher auch f√ľr Dich wichtig, zu
> erfahren, wie das bei anderen ankommt.

Ich wei√ü nicht, f√ľr wieviele Menschen Eure Meinung diesbez√ľglich stellvertretend ist...

> > Nein. Ich stelle hier JEGLICHE Einmischung der westlich
> > "zivilisierten" Welt in die Belange von Naturvölkern gleich,
> > egal, wie positiv oder negativ die Motivation sein mag.
>
> Allerdings geht die so oder so vonstatten. Und wenn nun mal
> schon jemand Cola trinkt und Adidas trägt - warum soll er
> dann nicht auch mehr "mitbekommen"? Cola-Lieferung ok,
> jeglicher weitere Input wegen "Assimilations-Gefahr"?

Mit Naturvölkern meine ich Naturvölker.
Indios leben auch in Städten und Siedelungen, in denen es Bars, Cola, Fanta, Bier und Hastenichgesehn gibt.
Was haben diese Menschen mit Naturvölkern zu tun?
Ich hab noch keinen, im Dschungel lebenden, Yanonami mit ner Coce gesehn...

> > Ganz einfach: Ich erkläre einem Papua, dass er seine ganzen
> > Tiergeister und Opferrituale vergessen muss, dass er seinen
> > geerbten Federschmuck wegschmeißen sollte, dass seine Wangen
> > nicht mit Wildschweinhauern verziert sein sollten, dass seine
> > Tiersehnen doch auch durch Nylon zu ersetzen wären,
>
> Klar, wenn Du den triffst, erklärst Du dem das hoffentlich
> und sagst auch warum. Sollte das nicht passieren, ist diese
> Diskussion wohl nur allergrauste Theorie und hat mit der
> Realität nichts zu tun.

Ich habe die Metapher bebracht, um zu zeigen, dass die tierethische Aufkl√§rung gegen√ľber einer Kultur, die zum gro√üen Teil auf Tierleid basiert, eine Medaille mit zwei Seiten ist.
W√ľrde ich die Papuas √ľberzeugen und sie schmeissen alles, was sie an Federn und Z√§hnen am K√∂rper tragen weg, so w√ľrde in diesem Moment das Volk der Papuas aufh√∂ren, zu existieren.
Ob das ein Verlust, oder ein Gewinn wäre...?
Wie ist das zu beurteilen?

> > dass er
> > nen K√ľhlschrank f√ľr Tofu braucht und sich nen Job suchen
> > sollte, um sich das im Bioladen von Port Moresby (*g*) zu
> > kaufen.
>
> Du kloppst ja echt Klischees ohne Ende. ;-) Wie bereits oben
> erw√§hnt, braucht niemand einen K√ľhlschrank oder einen
> Bioladen, um vegan zu leben.

Hier in Deutschland sicher nicht. In den Tropen habe ich mein Gem√ľse und mein Tofu lieber durch K√§lte konserviert...

> > F√ľr den Job braucht er nat√ľrlich ne Hose und ein Hemd, aber
> > er hörte ja eh schon auf, ein Papua zu sein, als er sich die
> > Wildschweinhauer aus der Wange zog...
> > Vielleicht erkennst Du langsam, was ich meine...
>
> Ich erkenne, daß Du Gewalt an Tieren als legitimes Mittel zur
> Identifikation einzelner mit herrschenden gesellschaftlichen
> Normen (die es auch bei "Naturvölkern" gibt) ansiehst.

Nein. Ich erwähne lediglich die Problematik, welche aufkommt, wenn man dagegen vorgehen will.
Das halte ich gegen√ľber einer einseitigen Betrachtungsweise f√ľr angebracht.

> "Viele Inuit leben heute in Städten und gehen Berufen nach
> wie Du und Ich."
> http://www.lorenzk.com/ethno/Inuit_und_die_Arktis.html

Und wer in einer Stadt lebt, kann sich locker vegan ernähren. Da sind wir uns doch einig ;o)

> Gab auch schon interessante Reportagen im Fernsehen √ľber
> Inuit-Familien, die zwar noch Jagen gehen aber mittags sich
> eine Tiefk√ľhlpizza machen. ;-/

Ja. Und es gibt auch welche, die leben noch weiter n√∂rdlich, ohne Tiefk√ľhlpizza...

> Aber noch mal zu o.g. Seite: da habe ich beim √úberfliegen der
> weiteren Seiten erfahren, daß es bei den Inuit bis vor
> einiger Zeit √ľblich war, in Hungerszeiten Kleinkinder zu
> töten (und zu essen?). Hätte man das auch lieber so lassen
> sollen? Also bloß keine Einmischung der anderen Kulturen?
> Kleinkinder umbringen gehört halt zu deren Kultur?

Sicher nicht.
Ich glaube nicht, dass es zu ihrer Kultur gehörte, sondern es zeigt umso mehr, wie schwer das Überleben in diesen Regionen ist.

> > Rate es ihnen. Die Alternative hei√üt Abwanderung in s√ľdliche
> > Gefilde.
> > Ob sie das mitmachen, ist die Frage...
>
> Es machen auch jede Menge Leute in unserer Gesellschaft
> "nicht mit", wenn man ihnen sagt, daß sie vegan werden
> sollen. Warum sollen Inuit eine Ausnahme sein? Und warum
> sollte ich bei ihnen eine Ausnahme machen? (sofern ich mal
> auf welche treffe)

Du sollst bei ihnen ja keine Ausnahme machen (sofern Du auf welche triffst), da sie, wie ich schon betonte, bereits Einblick in die Medien und Optionen dieser Gesellschaft haben.
Ich sehe Menschen mit Motorschlitten und Gewehren nicht als Naturvolk.

> > Nein. Ich habe die Inuit ja auch (falls es Dir entgangen ist)
> > von den anderen Gruppen gesondert erwähnt.
> > Sie haben einen Einblick in die alternativen Optionen. Doch
> > da man Eis ohne Geschmack nur schwer verkaufen kann, werden
> > sie wohl weiterhin jagen...
>
> Du hast irgendwie so merkw√ľrdig folkloristisch verkl√§rte
> Vorstellungen von dem Leben mancher Menschen; ich weiß gar
> nicht, was ich da noch zu sagen soll... *gr√ľbel*

Du hast doch da oben nen sch√∂nen Link √ľber Inuit gesetzt. Da kannst Du klar doch lesen, dass sie sich nach wie vor von Robbenjagd, Karibujagd und Fischfang ern√§hren und damit auch ihre Tiefk√ľhlpizza finanzieren, sofern sie nicht in einer Stadt einem Beruf nachgehen.
Wie oben erwähnt, sieht es mit Raubbau an der Natur, als Alternative, bisher "schlecht" aus.
Ich finde f√ľr Robbenfang und Karibujagd keine Toleranz, solange es f√ľr alle Inuit wirtschaftliche Alternativen gibt.
Gibt es die?

> > Man w√ľrde in
> > letzter Konsequenz ihr gesamtes System umkrempeln und das
> > gleicht einer ethnischen Säuberung (wo Du mir schon
> > faschistoide Gedankengänge unterstellst...).
>
> Ja wie kommst Du denn darauf? Sollen wir mit einem "veganen
> Gebetbuch"*g* in missionarischer Tätigkeit in den Busch
> gehen? Oder nicht einfach zugeben, daß wir das System
> umkrempeln wollen - und war Speziesismus an sich, egal wo? Wo
> ist denn die Aufforderung, Gewalttaten einzustellen, mit
> einer "ethnischen Säuberung" gleichzusetzen?

Die Aufforderung, Gewalttaten einzustellen, ist nicht mit einer ethnischen Säuberung gleichzusetzen, wenn sich die betroffene Gruppe eh schon in einem Zwischenstadium der Umorientierung an die Gepflogenheiten und Optionen dieser Gesellschaft befindet.
Bei Papuas, Yanonamis, Buschmännern und manchem Aboriginee-Stamm sieht das anders aus.
Ich möchte hier noch mal klar stellen, dass ich mir als Westeuropäer weder anmaßen will, diesen Menschen ihre Wurzeln rauszureißen und sie zu be- und verurteilen, noch jeglichen Mord an Tieren zu rechtfertigen.
W√ľrden wir uns bei der fiktiven tierethischen "Umerziehung" von weitgehend urspr√ľnglichen Yanonamis auf ein ethisches Dilemma einigen, so h√§tten wir einen gemeinsamen Nenner gefunden.

LG, Schlunz

.

Re: Eskimos, Löwen und vegan ernährte Hunde...

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Hi Schlunz!

> > geschrieben: Was sollen
> > die Eskimos tun?
.
>
> Ja. Und das ist seine Meinung ;o)

Hier mu√ü ich Achim doch mal zitieren: Faktennennnung ist keine Meinungs√§u√üerung. Jemand, der sich Konsumg√ľter jeglicher Art besorgen kann, kann auch vegan leben.

> > Es ist nun mal nicht so, daß es noch
> > besonders viele "Naturvölker" gibt, die noch so leben wie vor
> > tausend Jahren.
>
> Nat√ľrlich sind die Meisten vom Zivilisationsm√ľll durchwachsen.
> Doch wo setzt man an, ihnen den Status eines Naturvolkes
> abzusprechen?.
> Schon da, wo auch nur einige T-Shirts tragen?

Es geht doch nicht darum, irgendwem irgendeinen "Status" abzusprechen. Aber in dem Moment, wo Menschen die M√∂glichkeiten haben, an Waren verschiedenster Art ranzukommen, sind sie (sp√§testens dann!) nun mal nicht mehr gezwungen, Tiere auszubeuten oder umzubringen. Sie tun dies also nur noch aus "Tradition", "Spa√ü" oder schlicht Ignoranz. Und damit gilt f√ľr sie dasselbe wie f√ľr den Rest der Menschheit: vegan leben ist die einzige Alternative zu Gewalttaten.

> > Ich habe bekannte, die aus einem
> > "Indianer-Reservat" in Ecuador kommen, dort leben sie, so die
> > Meinung vieler Au√üenstehender, absolut urspr√ľnglich... - weit
> > gefehlt, die haben zwar keine eigene Industrie und auch sonst
> > groß nichts, womit sie Geld verdienen/ihren Lebensunterhalt
> > bestreiten können,
>
> Das ist doch nebensächlich... ;o)

Aber am Rande ganz interessant, handelt es sich bei diesen so verklärten "Reservaten" letzlich oft nur um Ghettos wo Menschen, die nicht so recht in die herrschenden Gesellschaftsformen reinpassen, mehr oder weniger eingesperrt werden.

> > aber sie tragen Adidas-Klamotten, keine
> > Lendensch√ľrze, trinken Coca-Cola oder Bier und kein frisches
> > Quellwasser etc.
>
> Und sie haben nen Bioladen, ein Reformhaus, Internet, Vitamin
> B12-Supplementierung...

Du bist also der Meinung, daß man all das braucht, um vegan zu leben? Was genau braucht man zum Überleben aus einem Bioladen oder Reformhaus? Wieso braucht man Internet, um vegan zu werden? (und wo ist das Problem, mit - äh, statt? ;-)) - Coca-Cola und Co. auch noch B12 liefern zu lassen?)

> > Nicht nur bei diesen Menschen ist Aufklärung Voraussetzung,
> > bei allen anderen auch.
>
> Wenn ich Yanonamis √ľber Tierethik aufkl√§re, muss ich ihnen
> gleichzeitig eine ausgewogene, alternative Ernährung bieten.
> Wie will ich das bewerkstelligen? Durch Handel? Durch
> "f√ľttern"?

Kl√§rst Du denn aktuell Yanonamis auf Tierrechte auf oder hast Du das in naher Zukunft vor? Oder von wem denkst Du, da√ü er das vorhat? Meinst Du nicht, da√ü in dem Moment, wo Yanonamis √ľber Tierrechte aufgekl√§rt werden (obwohl ich davon ausgehe, da√ü es dort, wie √ľberall, einzelne geben wird, die sich da eh schon Gedanken dr√ľber machen), sie sowieso auch die M√∂glichkeiten haben, vegan zu leben (da das nun mal eh nicht sofort sein wird)?

> Wer √ľbernimmt die Logistik? Wer baut ihnen Steckdosen f√ľr die
> K√ľhlschr√§nke in die Palmen?

H√§? K√ľhlschr√§nke? Braucht man die auch, um vegan zu leben?
Es gibt ja selbst bei uns vegane "Aussteiger", die ohne Strom (folglich ohne K√ľhlschr√§nke) leben, w√ľ√üte nicht, warum das nicht auch bei Yanonamis m√∂glich sein sollte.

> > Ich nehme an, Du willst nicht behaupten, daß sie
> > "d√ľmmer" sind als die Bewohner der Industrienationen, weniger
> > die F√§higkeit zu Einf√ľhlsamkeit oder Mitgef√ľhl oder auch
> > einfach nur weniger Sinn f√ľr Gerechtigkeit haben
>
> Nein. Sicher nicht. Doch bis jetzt sind ihre Möglichkeiten,
> sich √ľber die Tierethik, welche wir hier vertreten, zu
> informieren, doch ziemlich d√ľrftig...

Ja, bis jetzt. Aber irgendwann wird das anders sein, ganz automatisch, ohne da√ü Du oder ich da was dazu tun m√ľssen. Und dann sind sie genauso in der Verantwortung, vegan zu leben, wie andere auch.

> Durch Input und Prägung trennen uns von ihnen Welten.
> Sie haben ihre Geister und Dämonen, wir haben Sigmund Freud
> und Stephen W. Hawking...
> Ihren Glauben durch unsere Aufgeklärtheit zu ersetzen, heißt
> Assimilation.

Willst Du etwas behaupten, in unserer Gesellschaft gibt es nur aufgekl√§rte und nur atheistische Menschen? Oder wie soll ich das verstehen? Und warum sollte Glauben auf einmal und schon wieder als Rechtfertigung f√ľr Gewalttaten dienen?

> > "Massentierhaltung" hat ja wohl auch absolut nichts mit
> > Tierrechten zu tun.
>
> Nein. Aber sie unterliegt einem ganz anderen, dekadenten
> Grundkontext, als das gelegentliche Erschießen eines Vogels,
> mit einem Blasrohr.

Was es f√ľr den ermordeten Vogel nicht besser macht.


> > Jedenfalls nicht mehr oder weniger als
> > jede andere Form der Gefangenhaltung auch.
>
> Es geht hier nicht um Gefangenhaltung.

Daf√ľr erw√§hnst Du sie aber ziemlich oft. ;-)

> > Kuh Lisa auf der
> > Alm von Bauer Manfred freut sich auch nicht dar√ľber, ihre
> > Kinder weggenommen zu bekommen und nach ein paar Jahren
> > umgebracht zu werden. Diese andauernde Nennenung der
> > "Massentierhaltung" geht mir ganz schön auf den Geist. Als ob
> > das das eigentliche Problem wäre.
>
> Unter obigem Vergleich ist es wohl angebracht.
> Wir haben hier eine ganz andere Brisanz. Einen
> industrialisierten Holocaust.

Und was bringt das dem Individuum?

> Aber ihre Ernährung läuft instinktiv. Der Körper sagt uns
> immer, was er braucht, sofern wir auf ihn hören.
> Wir haben hier viele Infos, was unseren "Treibstoff" betrifft
> und können daraus differenzieren. Das ist der Unterschied.

Den Absatz habe ich nun mal wieer nicht verstanden.

> Die Klischees, die Du mir hier unterstellst, sind ohne
> Gleichen...

Es kommt halt (fast) alles, was Du in dem Posting schreibst, ziemlich klischeehaft r√ľber. Und bevor ich Dir gar kein Feedback gebe, ist es doch sicher auch f√ľr Dich wichtig, zu erfahren, wie das bei anderen ankommt.

> > Hä? Du vergleichst die Verbreitung von Theismus (und der
> > damit einhergehenden Ausbeutung/Ermordung von Menschen sowie
> > anderen Tieren) mit der Verbreitung des Tierrechtsgedankens?
>
> Nein. Ich stelle hier JEGLICHE Einmischung der westlich
> "zivilisierten" Welt in die Belange von Naturvölkern gleich,
> egal, wie positiv oder negativ die Motivation sein mag.

Allerdings geht die so oder so vonstatten. Und wenn nun mal schon jemand Cola trinkt und Adidas trägt - warum soll er dann nicht auch mehr "mitbekommen"? Cola-Lieferung ok, jeglicher weitere Input wegen "Assimilations-Gefahr"?

> Ganz einfach: Ich erkläre einem Papua, dass er seine ganzen
> Tiergeister und Opferrituale vergessen muss, dass er seinen
> geerbten Federschmuck wegschmeißen sollte, dass seine Wangen
> nicht mit Wildschweinhauern verziert sein sollten, dass seine
> Tiersehnen doch auch durch Nylon zu ersetzen wären,

Klar, wenn Du den triffst, erklärst Du dem das hoffentlich und sagst auch warum. Sollte das nicht passieren, ist diese Diskussion wohl nur allergrauste Theporie und hat mit der Realität nichts zu tun.

> dass er
> nen K√ľhlschrank f√ľr Tofu braucht und sich nen Job suchen
> sollte, um sich das im Bioladen von Port Moresby (*g*) zu
> kaufen.

Du kloppst ja echt Klischees ohne Ende. ;-) Wie bereits oben erw√§hnt, braucht niemand einen K√ľhlschrank oder einen Bioladen, um vegan zu leben.

> F√ľr den Job braucht er nat√ľrlich ne Hose und ein Hemd, aber
> er hörte ja eh schon auf, ein Papua zu sein, als er sich die
> Wildschweinhauer aus der Wange zog...
> Vielleicht erkennst Du langsam, was ich meine...

Ich erkenne, daß Du Gewalt an Tieren als legitimes Mittel zur Identifikation einzelner mit herrschenden gesellschaftlichen Normen (die es auch bei "Naturvölkern" gibt) ansiehst.

> Ich weiß nicht, woher Deine Infos mit dem "Wiener Schnitzel"
> kommen...
> Du vergisst, dass sie keine Industrie haben, die ihnen das
> Überleben ermöglicht.
> Sie leben nach wie vor von der Jagd.

"Viele Inuit leben heute in Städten und gehen Berufen nach wie Du und Ich." http://www.lorenzk.com/ethno/Inuit_und_die_Arktis.html
Gab auch schon interessante Reportagen im Fernsehen √ľber Inuit-Familien, die zwar noch Jagen gehen aber mittags sich eine Tiefk√ľhlpizza machen. ;-/
Aber noch mal zu o.g. Seite: da habe ich beim √úberfliegen der weiteren Seiten erfahren, da√ü es bei den Inuit bis vor einiger Zeit √ľblich war, in Hungerszeiten Kleinkinder zu t√∂ten (und zu essen?). H√§tte man das auch lieber so lassen sollen? Also blo√ü keine Einmischung der anderen Kulturen? Kleinkinder umbringen geh√∂rt halt zu deren Kultur?

> > > Man m√ľsste ihnen raten, aufzuh√∂ren, Eskimos zu sein.
> >
> > Klar, "Eskimo" heißt ja auch "Rohfleischesser" - abgesehen
> > davon, daß sie das größtenteils eh nicht mehr sind, sollte
> > man wohl jedem raten, das nicht zu sein.
>
> Rate es ihnen. Die Alternative hei√üt Abwanderung in s√ľdliche
> Gefilde.
> Ob sie das mitmachen, ist die Frage...

Es machen auch jede Menge Leute in unserer Gesellschaft "nicht mit", wenn man ihnen sagt, daß sie vegan werden sollen. Warum sollen Inuit eine Ausnahme sein? Und warum sollte ich bei ihnen eine Ausnahme machen? (sofern ich mal auf welche treffe)

> Nein. Ich habe die Inuit ja auch (falls es Dir entgangen ist)
> von den anderen Gruppen gesondert erwähnt.
> Sie haben einen Einblick in die alternativen Optionen. Doch
> da man Eis ohne Geschmack nur schwer verkaufen kann, werden
> sie wohl weiterhin jagen...

Du hast irgendwie so merkw√ľrdig folkloristisch verkl√§rte Vorstellung en von dem Leben mancher Menschen; ich wei√ü gar nicht, was ich da noch zu sagen soll... *gr√ľbel*

> Man w√ľrde in
> letzter Konsequenz ihr gesamtes System umkrempeln und das
> gleicht einer ethnischen Säuberung (wo Du mir schon
> faschistoide Gedankengänge unterstellst...).

Ja wie kommst Du denn darauf? Sollen wir mit einem "veganen Gebetbuch"*g* in missionarischer Tätigkeit in den Busch gehen? Oder nicht einfach zugeben, daß wir das System umkrempeln wollen - und war Speziesismus an sich, egal wo? Wo ist denn die Aufforderung, Gewalttaten einzustellen, mit einer "ethnischen Säuberung" gleichzusetzen?

*kopfsch√ľttelnd*
Tanja

Re: Eskimos, Löwen und vegan ernährte Hunde...

Autor: Schlunz
Datum:
Forum: Komplementärforum
Thema öffnen

Tanja schrieb:

> "Urspr√ľnglichkeit" ist sicher keine Legitimation f√ľr
> Gewalttaten. das nur erst mal vorweg, damit niemand auf die
> Idee kommt, erklären zu wollen, er lebe ja nur nicht vegan,
> weil er ganz "back to the roots" wolle...

Das ist auch nicht so gemeint, denn wer dieser Gesellschaft unter Einbindung von Tiermord entflieht, wendet sich von den Alternativen ab, die ihm eigentlich zur Verf√ľgung stehen. Ein Vergleich kann hier nicht gezogen werden.

> Zu dem Thema hat Achim ja schon mal eine nette Geschichte
> geschrieben: Was sollen
> die Eskimos tun?
.

Ja. Und das ist seine Meinung ;o)

> Es ist nun mal nicht so, daß es noch
> besonders viele "Naturvölker" gibt, die noch so leben wie vor
> tausend Jahren.

Nat√ľrlich sind die Meisten vom Zivilisationsm√ľll durchwachsen.
Doch wo setzt man an, ihnen den Status eines Naturvolkes abzusprechen?.
Schon da, wo auch nur einige T-Shirts tragen?

> Ich habe bekannte, die aus einem
> "Indianer-Reservat" in Ecuador kommen, dort leben sie, so die
> Meinung vieler Au√üenstehender, absolut urspr√ľnglich... - weit
> gefehlt, die haben zwar keine eigene Industrie und auch sonst
> groß nichts, womit sie Geld verdienen/ihren Lebensunterhalt
> bestreiten können,

Das ist doch nebensächlich... ;o)

> aber sie tragen Adidas-Klamotten, keine
> Lendensch√ľrze, trinken Coca-Cola oder Bier und kein frisches
> Quellwasser etc.

Und sie haben nen Bioladen, ein Reformhaus, Internet, Vitamin B12-Supplementierung...

> Nicht nur bei diesen Menschen ist Aufklärung Voraussetzung,
> bei allen anderen auch.

Wenn ich Yanonamis √ľber Tierethik aufkl√§re, muss ich ihnen gleichzeitig eine ausgewogene, alternative Ern√§hrung bieten.
Wie will ich das bewerkstelligen? Durch Handel? Durch "f√ľttern"?
Wer √ľbernimmt die Logistik? Wer baut ihnen Steckdosen f√ľr die K√ľhlschr√§nke in die Palmen?

> Doch genauso wenig, wie man sie von
> ihrer Verantwortung entbinden kann, kann man das mit anderen
> tun.

Dass alle "anderen" nicht von einer Verantwortung entbunden werden können, ist doch mein Reden...

> Ich nehme an, Du willst nicht behaupten, daß sie
> "d√ľmmer" sind als die Bewohner der Industrienationen, weniger
> die F√§higkeit zu Einf√ľhlsamkeit oder Mitgef√ľhl oder auch
> einfach nur weniger Sinn f√ľr Gerechtigkeit haben

Nein. Sicher nicht. Doch bis jetzt sind ihre M√∂glichkeiten, sich √ľber die Tierethik, welche wir hier vertreten, zu informieren, doch ziemlich d√ľrftig...

> (das wäre wohl ziemlich faschistoid).

Toll, dass Du das noch so in den Raum stellen mu√üt *kopfsch√ľttel*

> Und weil sie sich darin kein
> St√ľck von uns unterscheiden, haben sie ebenso die
> Möglichkeit, etwas zu ändern.

Durch Input und Prägung trennen uns von ihnen Welten.
Sie haben ihre Geister und Dämonen, wir haben Sigmund Freud und Stephen W. Hawking...
Ihren Glauben durch unsere Aufgeklärtheit zu ersetzen, heißt Assimilation.

> "Massentierhaltung" hat ja wohl auch absolut nichts mit
> Tierrechten zu tun.

Nein. Aber sie unterliegt einem ganz anderen, dekadenten Grundkontext, als das gelegentliche Erschießen eines Vogels, mit einem Blasrohr.

> Jedenfalls nicht mehr oder weniger als
> jede andere Form der Gefangenhaltung auch.

Es geht hier nicht um Gefangenhaltung.
Yanonamis, Aboriginees und Buschmänner halten keine "Nutztiere" und sie betreiben keine Landwirtschaft.
Sie sind allesamt Jäger.

> Kuh Lisa auf der
> Alm von Bauer Manfred freut sich auch nicht dar√ľber, ihre
> Kinder weggenommen zu bekommen und nach ein paar Jahren
> umgebracht zu werden. Diese andauernde Nennenung der
> "Massentierhaltung" geht mir ganz schön auf den Geist. Als ob
> das das eigentliche Problem wäre.

Unter obigem Vergleich ist es wohl angebracht.
Wir haben hier eine ganz andere Brisanz. Einen industrialisierten Holocaust.

> > Sie wissen nichts von dem dekadenten Wahnsinn der
> > Industriestaaten.
> > H√ľlsenfr√ľchte, Tofu, Sojageschnetzeltes, Kohlenhydrate,
> > Vitamin B12, Omega3-Fettsäuren, etc... sind ihnen fremd. Sie
> > ernähren sich so, wie sie es gelernt haben und essen das, was
> > ihnen in die Finger kommt.
>
> Das liest sich auch schon wieder ein bißchen so wie die Mär
> der "dummen Wilden" - mit Sicherheit essen auch "Naturvölker"
> nicht alles (und jeden), was (wer) ihnen in die Finger kommt.

Aber ihre Ernährung läuft instinktiv. Der Körper sagt uns immer, was er braucht, sofern wir auf ihn hören.
Wir haben hier viele Infos, was unseren "Treibstoff" betrifft und können daraus differenzieren. Das ist der Unterschied.
Die Klischees, die Du mir hier unterstellst, sind ohne Gleichen...

> > Tierethik gab es schon zu vorchristlicher Zeit, doch sie kam
> > immer nur dort auf, wo auch die Alternativen gegeben waren.
>
> Nur sind wir heute in der Lage, uns auch Alternativen zu
> schaffen (jaja, wenn wir nicht gerade mit einem
> Flugzeug in den Anden abgest√ľrzt sind und das einzig E√übare
> die Leichen der beim Absturz ums Leben gekommen Mitpassagiere
> sind...).

Sag ich doch! Aber wir sind eben nicht die...

> > Und das ist der entscheidende Punkt. Es kann uns völlig egal
> > sein, was diese Menschen machen, denn wir haben die
> > Alternativen und die haben wir gefälligst zu nutzen.
>
> Na an der Stelle wird's wenigstens mal interessant. ;-)
> Bleibt leider nicht lange so...:

¬į.¬į

> > F√ľr riesige Rinderherden der "zivilisierten" Welt werden ihre
> > W√§lder abgeholzt und wenn wir jetzt noch dar√ľber nachdenken,
> > sie in veganer Tierethik zu unterrichten und ihnen nen
> > Bioladen in den Dschungel zu stellen, machen wir uns genauso
> > schuldig, wie einst christliche Missionare.
>
> Hä? Du vergleichst die Verbreitung von Theismus (und der
> damit einhergehenden Ausbeutung/Ermordung von Menschen sowie
> anderen Tieren) mit der Verbreitung des Tierrechtsgedankens?

Nein. Ich stelle hier JEGLICHE Einmischung der westlich "zivilisierten" Welt in die Belange von Naturvölkern gleich, egal, wie positiv oder negativ die Motivation sein mag.

> Wo macht sich denn jemand, der einem anderen Menschen,
> scheißegal, wo dieser lebt, erklärt, daß (und wie) man
> leben kann ohne Tiere auszubeuten und umzubringen,
> schuldig?

Ganz einfach: Ich erkl√§re einem Papua, dass er seine ganzen Tiergeister und Opferrituale vergessen muss, dass er seinen geerbten Federschmuck wegschmei√üen sollte, dass seine Wangen nicht mit Wildschweinhauern verziert sein sollten, dass seine Tiersehnen doch auch durch Nylon zu ersetzen w√§ren, dass er nen K√ľhlschrank f√ľr Tofu braucht und sich nen Job suchen sollte, um sich das im Bioladen von Port Moresby (*g*) zu kaufen.
F√ľr den Job braucht er nat√ľrlich ne Hose und ein Hemd, aber er h√∂rte ja eh schon auf, ein Papua zu sein, als er sich die Wildschweinhauer aus der Wange zog...
Vielleicht erkennst Du langsam, was ich meine...

> > Bei vielen Eskimos sieht die Sache anders aus. Sie leben
> > inzwischen √ľberwiegend in Kleinst√§dten mit L√§den, in H√§usern
> > mit Internet, sie haben Motorschlitten , Motorboote und
> > Gewehre...
>
> Eben...

Nicht ganz ;o)

> > Doch da so weit nördlich, ohne einen hohen Energieaufwand,
> > keine autark betriebene vegane Ernährung gewährleistet werden
> > kann und diese Menschen nach wie vor √ľberwiegend von der Jagd
> > leben, m√ľsste man ihnen Raten, nach S√ľden zu ziehen.
>
> Klar, wo sie sich ihr "Wiener Schnitzel", Bier und Pizza
> schon mit dem Flugzeug kommen lassen, wäre die Lieferung von
> Tofu und Co. statt Leichen nat√ľrlich ein sehr viel h√∂herer
> Energieaufwand. ;-)

Ich weiß nicht, woher Deine Infos mit dem "Wiener Schnitzel" kommen...
Du vergisst, dass sie keine Industrie haben, die ihnen das Überleben ermöglicht.
Sie leben nach wie vor von der Jagd.

> > Man m√ľsste ihnen raten, aufzuh√∂ren, Eskimos zu sein.
>
> Klar, "Eskimo" heißt ja auch "Rohfleischesser" - abgesehen
> davon, daß sie das größtenteils eh nicht mehr sind, sollte
> man wohl jedem raten, das nicht zu sein.

Rate es ihnen. Die Alternative hei√üt Abwanderung in s√ľdliche Gefilde.
Ob sie das mitmachen, ist die Frage...

> > Eskimos bilden in ihrer Ethik und in ihrem Weltverständnis
> > einen eigenen Kosmos.
> > Was sie machen, hat nichts mit dem zu tun, was wir machen.
> >
> > Dasselbe gilt f√ľr L√∂wen, B√§ren, Spinnen, Haie, Pottwale,
> > Ameisen, Raubmöven und Pinguine.
>
> Schon wieder ein Denkfehler. ;-) Letztere haben absolut keine
> Wahl, sie können ihr tun nicht mal hinterfragen. Und auch an
> dieser Stelle hoffe ich doch stark, daß Du selbiges nicht
> auch den Inuit unterstellst.

Nein. Ich habe die Inuit ja auch (falls es Dir entgangen ist) von den anderen Gruppen gesondert erwähnt.
Sie haben einen Einblick in die alternativen Optionen. Doch da man Eis ohne Geschmack nur schwer verkaufen kann, werden sie wohl weiterhin jagen...

> > Sie sind kein Teil der Natur und sie fressen
>
> essen...

Okay, Hunde fressen nicht, sie essen...

> > Veganes Hunde- und Katzenfutter
>
> nahrung...

;o)

> > √ľbernommen haben und wir haben die Pflicht, sie in eine
> > vegane Grundethik miteinzubinden, statt andere Tiere f√ľr sie
> > auszubeuten und zu ermorden.
> > So einfach ist das.
>
> Ja, Du meinst es gut, ich weiß ;-), aber ich finde diesen
> Text auch nicht mal zur Hälfte zu Ende gedacht, siehe meine
> Anmerkungen. Wahrscheinlich mußt Du solch bescheuerte Themen
> ("Aber die Eskimos ud die Wilden im Dschungel...!") sehr viel
> öfter durchdiskutieren als ich, aber so sehr muß man das
> dochauch nicht diskutieren, daß man am Ende salbst total
> verwirrt ist... ;-)

Ich bin nicht die Bohne verwirrt und ich habe sogar weiter gedacht, als Du, denn ich habe mir die wesentlichen Unterschiede zwischen mir und Naturv√∂lkern, sowie die Konsequenzen und die Durchf√ľhrbarkeit einer "tierethischen Umerziehung" vor Augen gehalten.
Etwas in allen Konsequenzen zuende zu denken, sollte Basis f√ľr alles sein, was wir als Gedankenmuster in den Raum stellen.
Die oben erw√§hnte Aufkl√§rung eines Papuas hie√üe, ihm so ziemlich alles zu nehmen, was ihn als Papua ausmacht (ob das, was ihn als Papua ausmacht, mit unseren Ma√üst√§ben √ľbereinstimmt, steht hier nicht zur Debatte). Dasselbe gilt f√ľr Yanonamis, Aboriginees und Buschm√§nner. Man w√ľrde in letzter Konsequenz ihr gesamtes System umkrempeln und das gleicht einer ethnischen S√§uberung (wo Du mir schon faschistoide Gedankeng√§nge unterstellst...).
Abgesehen davon habe ich ausreichend betont, dass diese Menschen nicht als Vergleich f√ľr unser Verhalten herhalten d√ľrfen, weshalb der von Dir kritisierte Beitrag als unproblematisch zu betrachten w√§re.

Da Du oben die Option einer Diskussion in den Raum gestellt hast, wäre es schön, wenn dieser Beitrag nicht wegen unkonformer Meinung gelöscht wird.

Geschockte Gr√ľ√üe,
Schlunz

.

Re: Eskimos, Löwen und vegan ernährte Hunde...

Autor: Tanja
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Forum: Komplementärforum
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Hi Schlunz,

weil's wohl doch mal in aller Breite diskutiert werden muß, soll's halt mal stehenbleiben und diskutiert werden - trotz einiger speziesistischer Passagen...
Zeitbedingt nur ein paar kurze Anmerkungen von mir:

> Ich sehe die Frage nach Naturvölkern etwas anders, als viele
> andere Veganer, welche den Angehörigen solcher ethnischen
> Gruppen das Recht auf das Töten von Tieren absprechen.
> Viele leben seit der V√∂lkerwanderung so urspr√ľnglich, wie
> unsere Vorfahren.

"Urspr√ľnglichkeit" ist sicher keine Legitimation f√ľr Gewalttaten. das nur erst mal vorweg, damit niemand auf die Idee kommt, erkl√§ren zu wollen, er lebe ja nur nicht vegan, weil er ganz "back to the roots" wolle...

> Es gibt s√ľdamerikanische Indianerst√§mme, Buschm√§nner und
> Papuas, die weder wie manch Eskimo √ľber die Vor- und
> Nachteile industriellen und technischen Fortschritts
> verf√ľgen, noch gro√üfl√§chigen Ackerbau betreiben.
> Yanonamis leben im Regenwald, Papuas an Berghängen und
> Buschmänner in der trockenen Savanne.

Zu dem Thema hat Achim ja schon mal eine nette Geschichte geschrieben: Was sollen die Eskimos tun?. Es ist nun mal nicht so, da√ü es noch besonders viele "Naturv√∂lker" gibt, die noch so leben wie vor tausend Jahren. Ich habe bekannte, die aus einem "Indianer-Reservat" in Ecuador kommen, dort leben sie, so die Meinung vieler Au√üenstehender, absolut urspr√ľnglich... - weit gefehlt, die haben zwar keine eigene Industrie und auch sonst gro√ü nichts, womit sie Geld verdienen/ihren Lebensunterhalt bestreiten k√∂nnen, aber sie tragen Adidas-Klamotten, keine Lendensch√ľrze, trinken Coca-Cola oder Bier und kein frisches Quellwasser etc.

> Wenn ich diesen Menschen vegane Grundethik abverlange, muss
> ich davon ausgehen, dass sie √ľber alle Aspekte aufgekl√§rt sind.

Nicht nur bei diesen Menschen ist Aufkl√§rung Voraussetzung, bei allen anderen auch. Doch genauso wenig, wie man sie von ihrer Verantwortung entbinden kann, kann man das mit anderen tun. Ich nehme an, Du willst nicht behaupten, da√ü sie "d√ľmmer" sind als die Bewohner der Industrienationen, weniger die F√§higkeit zu Einf√ľhlsamkeit oder Mitgef√ľhl oder auch einfach nur weniger Sinn f√ľr Gerechtigkeit haben (das w√§re wohl ziemlich faschistoid). Und weil sie sich darin kein St√ľck von uns unterscheiden, haben sie ebenso die M√∂glichkeit, etwas zu √§ndern.

> Mit Massentierhaltung, Massentiertransporten und
> Umweltzerstörung durch Massentierhaltung haben sie nichts zu
> tun.

"Massentierhaltung" hat ja wohl auch absolut nichts mit Tierrechten zu tun. Jedenfalls nicht mehr oder weniger als jede andere Form der Gefangenhaltung auch. Kuh Lisa auf der Alm von Bauer Manfred freut sich auch nicht dar√ľber, ihre Kinder weggenommen zu bekommen und nach ein paar Jahren umgebracht zu werden. Diese andauernde Nennenung der "Massentierhaltung" geht mir ganz sch√∂n auf den Geist. Als ob das das eigentliche Problem w√§re.

> Sie wissen nichts von dem dekadenten Wahnsinn der
> Industriestaaten.
> H√ľlsenfr√ľchte, Tofu, Sojageschnetzeltes, Kohlenhydrate,
> Vitamin B12, Omega3-Fettsäuren, etc... sind ihnen fremd. Sie
> ernähren sich so, wie sie es gelernt haben und essen das, was
> ihnen in die Finger kommt.

Das liest sich auch schon wieder ein bißchen so wie die Mär der "dummen Wilden" - mit Sicherheit essen auch "Naturvölker" nicht alles (und jeden), was (wer) ihnen in die Finger kommt.

> Tierethik gab es schon zu vorchristlicher Zeit, doch sie kam
> immer nur dort auf, wo auch die Alternativen gegeben waren.

Nur sind wir heute in der Lage, uns auch Alternativen zu schaffen (jaja, wenn wir nicht gerade mit einem Flugzeug in den Anden abgest√ľrzt sind und das einzig E√übare die Leichen der beim Absturz ums Leben gekommen Mitpassagiere sind...).

> Und das ist der entscheidende Punkt. Es kann uns völlig egal
> sein, was diese Menschen machen, denn wir haben die
> Alternativen und die haben wir gefälligst zu nutzen.

Na an der Stelle wird's wenigstens mal interessant. ;-)
Bleibt leider nicht lange so...:

> F√ľr riesige Rinderherden der "zivilisierten" Welt werden ihre
> W√§lder abgeholzt und wenn wir jetzt noch dar√ľber nachdenken,
> sie in veganer Tierethik zu unterrichten und ihnen nen
> Bioladen in den Dschungel zu stellen, machen wir uns genauso
> schuldig, wie einst christliche Missionare.

Hä? Du vergleichst die Verbreitung von Theismus (und der damit einhergehenden Ausbeutung/Ermordung von Menschen sowie anderen Tieren) mit der Verbreitung des Tierrechtsgedankens? Wo macht sich denn jemand, der einem anderen Menschen, scheißegal, wo dieser lebt, erklärt, daß (und wie) man leben kann ohne Tiere auszubeuten und umzubringen, schuldig?

> Bei vielen Eskimos sieht die Sache anders aus. Sie leben
> inzwischen √ľberwiegend in Kleinst√§dten mit L√§den, in H√§usern
> mit Internet, sie haben Motorschlitten , Motorboote und
> Gewehre...

Eben...

> Doch da so weit nördlich, ohne einen hohen Energieaufwand,
> keine autark betriebene vegane Ernährung gewährleistet werden
> kann und diese Menschen nach wie vor √ľberwiegend von der Jagd
> leben, m√ľsste man ihnen Raten, nach S√ľden zu ziehen.

Klar, wo sie sich ihr "Wiener Schnitzel", Bier und Pizza schon mit dem Flugzeug kommen lassen, w√§re die Lieferung von Tofu und Co. statt Leichen nat√ľrlich ein sehr viel h√∂herer Energieaufwand. ;-)

> Man m√ľsste ihnen raten, aufzuh√∂ren, Eskimos zu sein.

Klar, "Eskimo" heißt ja auch "Rohfleischesser" - abgesehen davon, daß sie das größtenteils eh nicht mehr sind, sollte man wohl jedem raten, das nicht zu sein.

> Eskimos bilden in ihrer Ethik und in ihrem Weltverständnis
> einen eigenen Kosmos.
> Was sie machen, hat nichts mit dem zu tun, was wir machen.
>
> Dasselbe gilt f√ľr L√∂wen, B√§ren, Spinnen, Haie, Pottwale,
> Ameisen, Raubmöven und Pinguine.

Schon wieder ein Denkfehler. ;-) Letztere haben absolut keine Wahl, sie können ihr tun nicht mal hinterfragen. Und auch an dieser Stelle hoffe ich doch stark, daß Du selbiges nicht auch den Inuit unterstellst.

> Sie sind kein Teil der Natur und sie fressen

essen...

> Veganes Hunde- und Katzenfutter

nahrung...

> √ľbernommen haben und wir haben die Pflicht, sie in eine
> vegane Grundethik miteinzubinden, statt andere Tiere f√ľr sie
> auszubeuten und zu ermorden.
> So einfach ist das.

Ja, Du meinst es gut, ich weiß ;-), aber ich finde diesen Text auch nicht mal zur Hälfte zu Ende gedacht, siehe meine Anmerkungen. Wahrscheinlich mußt Du solch bescheuerte Themen ("Aber die Eskimos ud die Wilden im Dschungel...!") sehr viel öfter durchdiskutieren als ich, aber so sehr muß man das dochauch nicht diskutieren, daß man am Ende salbst total verwirrt ist... ;-)

Tanja

Eskimos, Löwen und vegan ernährte Hunde...

Autor: Schlunz
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Jeder Veganer kennt die Klassiker der "dummen" Fragen:
Was ist mit den Eskimos? D√ľrfen die kein Fleisch essen?
Was ist mit Löwen? Die jagen doch auch!

Zur ersten Frage:
Ich sehe die Frage nach Naturvölkern etwas anders, als viele andere Veganer, welche den Angehörigen solcher ethnischen Gruppen das Recht auf das Töten von Tieren absprechen.
Viele leben seit der V√∂lkerwanderung so urspr√ľnglich, wie unsere Vorfahren.
Es gibt s√ľdamerikanische Indianerst√§mme, Buschm√§nner und Papuas, die weder wie manch Eskimo √ľber die Vor- und Nachteile industriellen und technischen Fortschritts verf√ľgen, noch gro√üfl√§chigen Ackerbau betreiben.
Yanonamis leben im Regenwald, Papuas an Berghängen und Buschmänner in der trockenen Savanne.
Wenn ich diesen Menschen vegane Grundethik abverlange, muss ich davon ausgehen, dass sie √ľber alle Aspekte aufgekl√§rt sind.
Mit Massentierhaltung, Massentiertransporten und Umweltzerstörung durch Massentierhaltung haben sie nichts zu tun.
Sie wissen nichts von dem dekadenten Wahnsinn der Industriestaaten.
H√ľlsenfr√ľchte, Tofu, Sojageschnetzeltes, Kohlenhydrate, Vitamin B12, Omega3-Fetts√§uren, etc... sind ihnen fremd. Sie ern√§hren sich so, wie sie es gelernt haben und essen das, was ihnen in die Finger kommt.
Tierethik gab es schon zu vorchristlicher Zeit, doch sie kam immer nur dort auf, wo auch die Alternativen gegeben waren.
Und das ist der entscheidende Punkt. Es kann uns völlig egal sein, was diese Menschen machen, denn wir haben die Alternativen und die haben wir gefälligst zu nutzen.
F√ľr riesige Rinderherden der "zivilisierten" Welt werden ihre W√§lder abgeholzt und wenn wir jetzt noch dar√ľber nachdenken, sie in veganer Tierethik zu unterrichten und ihnen nen Bioladen in den Dschungel zu stellen, machen wir uns genauso schuldig, wie einst christliche Missionare.
Bei vielen Eskimos sieht die Sache anders aus. Sie leben inzwischen √ľberwiegend in Kleinst√§dten mit L√§den, in H√§usern mit Internet, sie haben Motorschlitten , Motorboote und Gewehre...
Ein menschliches Tier ist nach seiner Umwelt, seinen Optionen und seiner Prägung zu beurteilen.
Dort, wo einstige Naturvölker bewusst die Vorteile der "Zivilisation" nutzen, können sie sich nicht mehr auf archaische Traditionen berufen.
Doch da so weit n√∂rdlich, ohne einen hohen Energieaufwand, keine autark betriebene vegane Ern√§hrung gew√§hrleistet werden kann und diese Menschen nach wie vor √ľberwiegend von der Jagd leben, m√ľsste man ihnen Raten, nach S√ľden zu ziehen.
Man m√ľsste ihnen raten, aufzuh√∂ren, Eskimos zu sein.
Ich bin hier in Deutschland aufgewachsen und ich kann mich nur bedingt in einen Eskimo hineinf√ľhlen, denn das Input, mit dem er aufgewachsen ist, unterscheidet sich stark von meinem.
Eine Diskrepanz, die mir untersagt, ihn zu verurteilen und die gleichzeitig jedem unvegan lebenden Menschen der westlich "zivilisierten" Welt das Recht abspricht, ihn als Beispiel oder Vorwand f√ľr eigenes Fehlverhalten zu benutzen.
Eskimos bilden in ihrer Ethik und in ihrem Weltverständnis einen eigenen Kosmos.
Was sie machen, hat nichts mit dem zu tun, was wir machen.

Dasselbe gilt f√ľr L√∂wen, B√§ren, Spinnen, Haie, Pottwale, Ameisen, Raubm√∂ven und Pinguine.

Und was ist mit den Hunden und Katzen, f√ľr die Veganer fordern, sie vegan zu ern√§hren? Ist es nicht unnat√ľrlich, ihnen kein Fleisch zu geben?
Dazu muss man sich erst mal fragen, was an unseren Haushunden und Hauskatzen noch nat√ľrlich ist.
Wir muten ihnen zuchtbedingte "Verst√ľmmelungen" und Neurosen zu.
Kurze Beine, Glubschaugen, Schlappohren, kurzatmig, ständig am Sabbern...
Bulldoggen, Dackel, Pinscher, Nacktkatzen, Knautschnasen...
Sie sind unsere "Kreationen", praktisch, handlich, pflegeleicht...
Wir haben sie v√∂llig denaturiert und ihnen schon lange ihre W√ľrde genommen. Warum sollten wir dann bei ihrer Ern√§hrung so tun, als h√§tten wir es mit Wolf und Falbkatze zu tun?
Sie sind kein Teil der Natur und sie fressen seit Ewigkeiten das, was ihnen der Mensch von seiner unveganen Ern√§hrung √ľbrig l√§sst.
Veganes Hunde- und Katzenfutter enth√§lt seit Langem alles, was Hund und Katze brauchen. Und das sind eben nicht Leichenteile, sondern Stoffe, die ihre nat√ľrlichen Vorfahren in Leichenteilen fanden.
Wer das ignoriert, schiebt diese Tiere genauso als Argument vor sein eigenes unveganes Verhalten, wie es andere Nichtveganer mit Naturvölkern und Löwen machen.
Wir m√ľssen Hunde und Katzen genauso separiert betrachten, wie uns selbst, wie unsere Autos, Flugzeuge und Microchips.
Wir haben sie "kreiert", womit wir eine Verantwortung √ľbernommen haben und wir haben die Pflicht, sie in eine vegane Grundethik miteinzubinden, statt andere Tiere f√ľr sie auszubeuten und zu ermorden.
So einfach ist das.

Schlunz

.

Re: UL, Vegan-Central und der Kaplan...

Autor: Detlef Arndt
Datum:
Forum: Komplementärforum
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Wenn mir, wie Rudi Steffen, einer [juristisch bedenkliche inkriminierende Stelle entfernt, mehr dazu bei Gelegenheit - Mod] will, nur weil ich mich von Anfang an von VC distanzierte, so kann mir so eine Person nichts mehr davon erz√§hlen, wie man sich von Faschisten und verrr√ľckten Theisten distanzieren sollte, da er so etwas bis Heute nicht tut. Durchblicken durch diesen Faschosumpf k√∂nnen wirklich nur jene, die mit diesen angeblichen Tierrechtlern n√§her vertraut sind. Ein Neueinsteiger kann dies sicherlich nicht. Er kann sich aber auch mal fragen warum ein Rudi Steffen fr√ľher jeden aus den Tierrechjtsterminen l√∂schte, der sich an den Fascho Hummel st√∂rte und warum er auch Heute in seinen TRF darauf besteht, dass das Thema Jagd, Reichsjagdgesetz und 3. Reich nicht besprochen werden sollte. Mit Antifalern kann man wohl das 3. Reich besptrechen, nicht aber mit VC-lern oder Ex-VC-lern. Mit Veganr√ľpel Andreas Hochhaus verh√§lt sich die Sache allerdings auch nicht viel anders oder besser, da er sich am Antisemitismus und Faschismus auch nur mal st√∂rt, wenn es ihm gerade in den Kram passt.(Siehe sein Verhalten zu VC und zu Ex-VC-lern) Mit Leuten, die sich nur 1-3 mal in ihrem Leben am Faschismus und am 3. Reich st√∂ren und sich deshalb in den Himmel loben, wie dies diese "Freedom of Speece Leute" tun, kann ich aber nun mal auch nichts anfangen. So viel verlogene Selbstherrlichkeit g√∂nne ich auch mir nicht.

Es ist nat√ľrlich sehr toll wenn "Containerveganer" , die auch noch Leder tragen, gegen unvegane Sekten protestieren. √úber solche Leute kann sich UL nur kaputt lachen. Sie sind doch genau das wogegen sie demonstrieren. Aber egal, Hauptsache ist doch, dass sich ein paar Lreute als UL-Gegner pr√§sentieren k√∂nnen, auch wenn sie dabei vom Christentum und vom christlichen Antisemitismus weniger als Pippi Langstrumpf verstehen. Diese "Freedom of Speece Ini" ist wirklich nur noch peinlich. Sie sollte sich vielleicht lieber "Pippi Langstrumpf-Ini" nennen.

Frischfleisch f√ľr UL?

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> Bärchen: Sauber argumentiert. Dem ist eigentlich nichts mehr
> hinzuzuf√ľgen. Wurde die AJ-Gang nicht vorwiegend ins Leben
> gerufen, um bei dieser "Initiative zur Abschaffung der Jagd"

Läßt der Name - A[nti-]J[agd]-Gang schon vermuten.

> mitzuwirken?! Selektiver Tierschutz. Vertreten durch Musiker
> (um auch j√ľngere Menschen anzusprechen?!)

Vielleicht wurde im U[mfe]L[d] klar, daß es peinlich ist, wenn sie immer nur Kaffeefahrtrentner zu ihren Demos karren?

Achim

Re: AJ-Gang - die Tierrechtsband?

Autor: Bärchen
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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B√§rchen: Sauber argumentiert. Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzuf√ľgen. Wurde die AJ-Gang nicht vorwiegend ins Leben gerufen, um bei dieser "Initiative zur Abschaffung der Jagd" mitzuwirken?! Selektiver Tierschutz. Vertreten durch Musiker (um auch j√ľngere Menschen anzusprechen?!)