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Veganismusforum:
Gemischtethische Beziehungen

Anzahl BeitrÀge in diesem Thread: 26

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Gemischtethische Beziehungen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Die hier angedeutete Problematik, daß viele auch bei Freundschaften mehr wert auf QuantitĂ€t als auf QualitĂ€t legen, wird noch ĂŒbertroffen, wenn es um intensivere Beziehungen geht.



Ich finde es schon sehr befremdlich, wenn Leute meinen, ethischen Defiziten mit Zahncreme beizukommen (und die Zahnputzapologetik taucht mit unvermeidlicher RegelmĂ€ĂŸigkeit in diesem Zusammenhang auf).

Achim

Äpfel und Birnen: Vergleich, Analogie, Gleichsetzung

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Da in den Weiten des WWW offenbar viele bezĂŒglich dieses Cartoons wiedereinmal grundsĂ€tzliche "VerstĂ€ndisprobleme" haben (oder zu haben vorgeben), was "Gleichsetzung" versus "Analogie" angeht, hier mal ein wenig Grundkurs "Deutsche Sprache".

1. Vergleich, mathematisch etwa = > <
"Äpfel schmecken mir genausogut wie/besser als Birnen."

2. Analogie, mathematisch etwa =
"Birnen wachsen an BirnbĂ€umen, so wie Äpfel an ApfelbĂ€umen wachsen. Wenn ich also, um Äpfel zu pflĂŒcken, auf einen Apfelbaum steigen muß, was muß ich dann tun, um Birnen zu pflĂŒcken?" (ja, ich weiß, daß man Obst auch pflĂŒcken kann, ohne auf den Baum zu steigen, geh weg.)

3. Gleichsetzung, mathematisch etwa :=
"Birnen sind Äpfel" - "sind" im Sinn von "Birnen und Äpfel sind - per definitionem - das gleiche", nicht im Sinn von Gleichheit wie "zwei und zwei sind vier" oder Teilmengen wie "Primzahlen sind ganze Zahlen", um dem "Einwand", daß "Menschen sind Tiere" dann ja eine Gleichsetzung wĂ€re, zuvorzukommen ("sind" ist nunmal alles andere als mathematisch eindeutig)

Weder aus 1. noch aus 2. folgt 3. Umgekehrt widerspricht die Tatsache, daß 3. falsch ist, weder 1. noch 2.

Kein sinnvoller Einwand ist es also, zu sagen "Es gibt GlĂŒhbirnen, aber keine GlĂŒhĂ€pfel, also kannst du nicht sagen, daß Dir Äpfel und Birnen gleich gut schmecken / man zum BirnenpflĂŒcken auf einen Baum steigen muß".

Auf obigen Cartoon bezogen heißt das: Nein, ein Grill ist keine Bombe und eine Bombe kein Grill; es ist meist unsinnig, ZĂ€hne auszulĂŒften oder Kleidung mit der ZahnbĂŒrste zu reinigen.

Aber ich muß keine "Beziehung" mit jemandem haben, dessen "Ethik" weit entfernt von irgendetwas akzeptablem ist.

Keiner kann mir erzĂ€hlen, daß ich eine "Beziehung" mit Rassisten, um ihnen Antirassismus "vorzuleben", haben muß. Oder gar, daß das die effektivste Methode, gegen Rassismus vorzugehen, sei. Und bei Unveganern ist das nicht anders.

Wer "Beziehungen" mit Speziesisten, Faschos, Sexisten, PÀdosexuellen, Theisten, Militaristen etc. hat, sollte doch wenigstens nicht so tun, als ob das deshalb sei, weil damit etwas zu erreichen wÀre.

Achim

Wer Diskriminierung anprangen will, muss trotz Unterschieden Gleichheit benennen

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:

Zitat: NatĂŒrlich gibt es bei allen Vergleichen zwangslĂ€ufig Unterschiede. Vollkommen Gleiches kann in diesem Sinn nicht verglichen werden. Dagegen ist es möglich, um das bekannte, jedoch falsche, Schlagwort zu bemĂŒhen, Äpfel mit Birnen zu vergleichen, also Unterschiede und Gemeinsamkeiten zu benennen: "Ich esse lieber Äpfel als Birnen", "Äpfel haben einen höheren Pektingehalt als Birnen" oder "Äpfel gehören wie Birnen zum Kernobst" - dagegen ergibt "Äpfel sind runder als Äpfel" keinen Sinn. Wenn Äpfel mit Äpfeln verglichen werden sollen, mĂŒssen es solche mit unterschiedlichen Eigenschaften sein: "Die Äpfel auf der Sonnenseite dieses Baums sind reifer als die auf der Schattenseite", "Die Äpfel an den oberen Zweigen sind genau so groß wie die an den unteren". Dies ist so elementar, daß es bei Obst allgemein einleuchtet - doch in anderen FĂ€llen wird offenbar der Verstand ĂŒber Bord geworfen: "Auf den Scheiterhaufen der Inquisition starben eineinhalb mal soviele Menschen wie in den Gaskammern der Nazis" wird plötzlich zu einer Relativierung der Greueltaten der Nationalsozialisten, als ob ein solches Verbrechen in irgendeiner Weise weniger grauenhaft wĂŒrde, wenn es ein anderes vergleichbaren oder auch grĂ¶ĂŸeren Ausmaßes gab. Als ob Jack the Ripper durch Jeffrey Dahmer plötzlich zu einem netten Menschen wĂŒrde. https://antispe.de/txt/legenmachtfrei.html


Diese BanalitĂ€t scheint fĂŒr viele so unfassbar zu sein, dass "Philosophen" offenbar ganze BĂŒcher darĂŒber schreiben ...

Zitat: Äpfel mit Birnen vergleichen? Das geht!

Von Arnd Pollmann

Äpfel und Birnen kann man sehr wohl vergleichen, meint der Philosoph Arnd Pollmann – denn vergleichen kann man nur, was verschieden ist. [...]

Wer Vergleiche dieser Art fĂŒr anstĂ¶ĂŸig hĂ€lt, sollte wissen, dass ein Vergleich nicht schon impliziert, dass die verglichenen PhĂ€nomene gleich sind. Denn dann verwechselt man „Gleichheit“ mit „IdentitĂ€t“. Wann immer sich zwei Dinge derart Ă€hneln, dass sie nicht bloß gleich, sondern miteinander identisch sind, gibt es keine Unterschiede mehr zwischen ihnen. Wenn es aber keine Unterschiede mehr gibt zwischen X und Y oder genauer zwischen X und X, dann kann man sie auch nicht lĂ€nger „vergleichen“.[...]

Gleichheit setzt immer ein gewisses Maß an Verschiedenheit voraus, sie ergibt sich jeweils nur in besonderen Hinsichten und im RĂŒckgriff auf das sogenannte tertium comparationis. Man braucht ein passendes Vergleichs­kriterium. Im Fall der FrĂŒchte: Vitamin C oder Destillierbarkeit. [...]

Und wer praktische Diskriminierung anprangern will, muss trotz aller relevanten Unterschiede stets auch die Gleichheit der Dinge im Auge behalten.

https://www.deutschlandfunkkultur.de/kritik-der-karpologischen-vernunft-aepfel-mit-birnen.2162.de.html?dram:article_id=479872, meine Hervorhebung


Achim

Re: Wer Diskriminierung anprangen will, muss trotz Unterschieden Gleichheit benennen

Autor: Florian Keller | Datum:
Dieser Philosoph kommt zu spĂ€t, bereits vor ĂŒber drei Jahren gelang Wissenschaftlern der Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen: https://www.der-postillon.com/2017/05/aepfel-birnen.html

Re: Gemischtethische Beziehungen (Fortsetzung des Cartoons)

Autor: Rainer Lindemann | Datum:
Hallo , dieser Beitrag ist schon etwas Ă€lter aber zur Zeit bei mir sehr aktuell,da ich eine Beziehung fĂŒhre,die nicht auf Fleischessen beruht, aber meine Freundin und Ihr Kind konsumieren Milch Honig und die Kleine ab und an Fleisch in der Kita.
Wir leben quasi in 2verschieden Welten und wir ecken immer wieder bei diesen Thema an.
Schade, daß sich so wenig Leute zu diesen Thema gemeldet haben, ich kann doch nicht allein da stehn mit diesen Problem.
Ich bin echt ratlos, da ich sie sehr mag,aber ich kann Sie bezĂŒglich der Milch und den Honig nicht verstehen und Sie mich nicht.
Es ist nicht leicht,und je mehr ich mich mit Tierrecht auseinadersetzte,desto grĂ¶ĂŸer wird die Barriere.
Wie sol man Kinder vegan erziehen?Die Mutter will, das daß Kind selbst entscheidet,wann darf man etwas sagen?
Ich sehe das Thema Milch genauso problematisch wie das Fleisch, ich mache sie immer darauf aufmerksam,daß es weißes Blut ist.
Bin ich einfach nur zu radikal?Es ist aber meine Ansicht.
Wie denkt Ihr zu diesen Thema?

Re: Gemischtethische Beziehungen (Fortsetzung des Cartoons)

Autor: dom | Datum:
Diesem Quatsch, dass das Kind selbt entscheiden soll entgegne ich immer, dass ich meinem Kind ja auch verbieten wuerde Scheisse zu essen oder Heroin zu nehmen. Dort greife ich also auch ein, weil ich das Kind schuetzen will. Genau so ist es bei Veganismus auch. Unveganes Verhalten schadet der Welt und dem Kind. Es ist meine Pflicht als Vater (ich hab noch kein Kind) den Kind auch ethische Werte beizubringen.

Zu Deinem anderen Problem kann ich glucklicherweise nichts sagen, da meine Partnerin auch vegan lebt. Das ist so toll! Ich kann alles essen, was in ihrem Kuehlschrank steht, ich kann eine Gabel nehmen, die in der Kueche liegt, ohne fragen zu muessen, was damit gemacht wuerde. Und vor allen Dingen denken wir sehr aehnlich ueber die Welt und unserem Anteil an den guten und den schlechten Dingen.

Re: Gemischtethische Beziehungen (Fortsetzung des Cartoons)

Autor: Tobi | Datum:
> Hallo , dieser Beitrag ist schon etwas Àlter aber zur Zeit

Naja, soo alt nun auch wieder nicht :-)


> Wie sol man Kinder vegan erziehen?Die Mutter will, das daß
> Kind selbst entscheidet,wann darf man etwas sagen?

Mein Beitrag wird Dir vermutlich nicht viel helfen, aber eines möchte ich doch loswerden: Es ist u.a. die Aufgabe der Eltern, fĂŒr das Kind Entscheidungen zu treffen, solange das Kind noch nicht in der Lage ist, diese selbst (vernĂŒnftig) zu tun. Oder will sie ihr Kind auch selbst entscheiden lassen, wenn es Bier in die HĂ€nde bekommt, ob es das trinken will oder nicht?


Tobi

Re: Gemischtethische Beziehungen (Fortsetzung des Cartoons)

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
> Ich bin echt ratlos, da ich sie sehr mag,aber ich kann Sie
> bezĂŒglich der Milch und den Honig nicht verstehen und Sie
> mich nicht.

Hast Du es ihr denn schon mal euphemismenfrei versucht klarzumachen? Also mit Vegetarier sind Mörder oder Vegetarier sind toll - ein Lob des Vegetarismus (ironisch) und Bienenerbrochenes?

> Bin ich einfach nur zu radikal?Es ist aber meine Ansicht.

Nein, siehe auch
Zitat: Verantwortungslose Eltern, die ihre Kinder nicht vor unveganen Produkten bewahren, schaden ihnen sowohl physisch (durch die GesundheitsschĂ€digung durch unvegane ErnĂ€hrung) als auch psychisch, weil sie ihre Kinder zu Tierausbeutern erziehen, die dem Leid und Tod anderer gleichgĂŒltig, zumindest aber, wenn sie "tierlieb" sind, mit einer kognitiven Dissonanz gegenĂŒberstehen.

http://maqi.de/presse/tag-der-milch-2009.html[/url].

Achim

Mord ist keine Eßgewohnheit

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
>

Es ist wirklich bemerkenswert, wie Ausbeuterkuschler immer und immer wieder (neben der ZĂ€hneputzapologetik im ersten Cartoon) Mord als "Eßgewohnheit" euphemisieren.

Und das u.a. auch gern in Foren bei "Diskussionen" ĂŒber diesen Cartoon.

Lesen muss wirklich schwer sein. Oder sind sie intellektuell mit dem AusfĂŒllen der Ellipse ĂŒberfordert?

Achim

Re: Mord ist keine Eßgewohnheit

Autor: Liliales | Datum:

> Lesen muss wirklich schwer sein. Oder sind sie intellektuell
> mit dem AusfĂŒllen der Ellipse ĂŒberfordert?



Scheinbar bin ich gerade "mit dem AusfĂŒllen der Ellipse" ĂŒberfordert. Was bedeutet das?

Re: Mord ist keine Eßgewohnheit

Autor: bunbury | Datum:
Gemeint ist die gedankliche ErgÀnzung des begonnen Widerspruches der rechten Comicfigur: "Mord ist keine...".

Ellipse = Auslassung.

Re: Mord ist keine Eßgewohnheit

Autor: Liliales | Datum:
Ouh man :>
Ich bohre mich dann mal ellipsenförmig in den Erdboden oder so... :(

Hatte irgendwie gar nicht an die sprachliche Bedeutung gedacht.

Re: Mord ist keine Eßgewohnheit

Autor: bunbury | Datum:
Hihi, mach Dir nix draus - war ja keine lebenswichtige Wasserleitung. :o)

Re: Mord ist keine Eßgewohnheit

Autor: tiptoe | Datum:
Hm. WĂŒrde ich nur Veganer fĂŒr eine Beziehung in Betracht ziehen, wĂ€r ich wahrscheinlich fĂŒr den Rest meines Lebens allein. Erstens, weil es hier, wo ich lebe, nicht so viele Veganer gibt, und zweitens, weil ich als Frau sehr groß bin und da die Auswahl potentieller mĂ€nnlicher Partner da schon sehr gering ist. Und dann muss es ja auch funken und passen... Ne, ne, allein bleiben oder Minifreund, keine Option fĂŒr mich. Ich bin mit meinem Omnifreund glĂŒcklich. Und dass er Fleisch ist mach ich auch nicht so derbe zum Problem wie manche hier teilweise. Ohne mich wĂŒrd er auch nicht vegan werden. Und mit mir reduziert er seinen Konsum wenigstens etwas. Zudem leb ich in einer unveganen Welt. FĂ€nd's ganz schön weltfremd, mich in bestimmten Bereichen zu separieren.

Ethische Evolution?

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Das Problem erkannte schon Charles Darwin:

Zitat:
Wie wichtig Darwin persönlich die naturalistische Entzauberung religiöser Vorstellungen war, belegen die zeitlich letzten EintrĂ€ge seiner Autobiografie (wieder von Gattin Emma zensiert und auch von Prof. Leinfelder ignoriert): „Nichts“, so resĂŒmierte Darwin, „ist bemerkenswerter als das Zunehmen der Skepsis oder des Rationalismus in meiner zweiten LebenshĂ€lfte.“ Wie er berichtete, habe ihm sein Vater noch dazu geraten, seine Glaubenszweifel „sorgfĂ€ltig geheimzuhalten“, weil solche Zweifel „zu extremen UnglĂŒck in der Ehe fĂŒhren“ könnten. In seiner zweiten LebenshĂ€lfte, konnte Darwin mit einiger Erleichterung feststellen, kenne er unter seinen wenigen Bekannten doch „einige verheiratete Damen, die kaum glĂ€ubiger sind als ihre EhemĂ€nner“.

Wer die vollstĂ€ndige (also nicht zensierte!) Autobiografie Darwins sowie seine wichtigsten Werke (insbesondere die beiden oben zitierten, anthropologischen BĂŒcher) gelesen hat, der wird, wie ich meine, kaum bestreiten können, dass Darwin heute sehr wahrscheinlich auf der Seite konsequenter „Evoluzzer“ wie Richard Dawkins bzw. den Evolutionsbiologen und Philosophen der gbs stehen wĂŒrde, nicht aber auf der Seite bagatellisierender Evolutionstheoretiker wie Numbers oder Leinfelder. Von einer „Instrumentalisierung Darwins“ im Sinne der Religionskritik kann daher gar nicht die Rede sein! Umgekehrt wird viel eher ein Schuh daraus! Denn wer den „halbierten Darwin“ als ganzen verkauft und die weltanschaulichen Konsequenzen der Evolutionstheorie unter den Teppich kehrt, der muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er sich in Bezug auf Darwins VermĂ€chtnis Ă€hnlich unangemessen verhĂ€lt wie dereinst Gattin Emma, die Darwins Memoiren zensierte, um der religiösen Verwandtschaft Kummer zu ersparen.
Michael Schmidt-Salomon, "Der halbierte Darwin"
http://www.darwin-jahr.de/evo-magazin/halbierte-darwin?page=0,3

Fazit: Schluß mit der (Selbst-)Zensur ethischen Denkens, sei es antitheistisch, antispeziesistisch, antirassistisch, antifaschistisch oder was auch immer.

Achim

Re: Gemischtethische Beziehungen

Autor: mimi | Datum:
in meiner (gemischteth.) beziehung reden wir kaum ĂŒber unsere moralischen "dissonanzen", und die sind enorm in bezug auf veganismus... das ist nun meine erste ernsthafte und lĂ€ngere beziehung und ich nahm bislang immer an, sie wĂŒrde aufgrund der unterschiedlichen ethik scheitern. allein schon, weil es mir bislang unvorstellbar vorkam, einen nicht-veganer lieben zu können. wahrscheinlich hab ich gute verdrĂ€ngungsmechanismen, ich kann mir auf jeden fall nicht erklĂ€ren, warum es mich kaum stört, dass mein freund omnivor lebt. veganismus ist fĂŒr mich kein beziehungskriterium. dann wĂ€r ich wahrscheinlich eh bis an mein lebensende single. fauler kompromiss, um nicht allein zu sein? vielleicht.

mfg, mimi

Re: Gemischtethische Beziehungen

Autor: Liliales | Datum:
Den Cartoon finde ich echt gut! :D

Schade, dass das Thema in so langer Zeit nicht mehr Beachtung bekommen hat, denn ich finde es sehr interessant oder wohl eher: wichtig.
Zur Zeit (allerdings schon lĂ€nger) bin ich in einem ziemlichen Konflikt mit mir selbst, ich weiß nicht, wie ich das angehen soll ohne aktiv auf der Partnersuche zu sein, was ich ehrlich gesagt nicht so toll finde, man ist dann gar nicht so offen wie wenn man es einfach auf sich zukommen lĂ€sst, was ich auch eigentlich tue.
Nur was tun, wenn man jemand attraktives auf einer Party kennen lernt/in der Stadt sieht/was auch immer... lieber nicht ansprechen/flirten, denn er ist ja so oder so höchstwahrscheinlich nicht vegan!? Einfach kennen lernen und gucken, wie die Person zum Thema Veganismus steht, erstmal "so" und dann noch mal, wenn man sich darĂŒber unterhalten und/oder Links gezeigt hat?

Mittlerweile geht es mir so, dass ich bei Nichtveganern (am intensivsten bei langjĂ€hrigen Vegetariern, dann die Omnivoren, weniger die noch "frischeren" Vegetarier, ich kenne das ja von mir "damals" und sehe da noch Hoffnung, dass die Person einsieht, wie es wirklich ist) eine richtige emotionale Blockade habe, also ich lerne zum Beispiel jemanden kennen, man hat total viel gemeinsam, eventuell kommt noch nettes Aussehen dazu, aber nicht so unbedint, solange die Person nicht gerade entstellt ist, und ich weiß ziemlich genau, dass ich mich vor einigen Monaten wohl in die Person verguckt hĂ€tte.. aber da passiert nichts.. vermutlich besser so, aber schade, dass bei mir das vegane Leben zu weniger schönen Momenten fĂŒhrt...

Zuvor hatte ich schon eine gemischtethische Beziehung, die vielleicht nicht direkt daran gescheitert ist aber vermutlich nach einer Weile wĂ€re. Da sah ich dann nach einer Weile auch nicht die geringste Hoffnung, dass er vegan werden wĂŒrde, er war einfach schon viel zu festgefahren, so hat er so Dinge gesagt wie "ja, frĂŒher habe ich mich auch gegen Nazis eingesetzt", "frĂŒher was ich auch mal Vegetarier", jaa, aber dann wurde er alt und weise und hat eingesehen, dass das alles keinen Sinn hat. Er war 35!
Das war wirklich schlimm fĂŒr mich...
Danach war ich mit einem Veganer zusammen, das war in einiger Hinsicht echt toll, durch ihn habe ich dann endlich die letzte Konsequenz gezogen, allerdings war er mir dann nach einer Weile nicht mehr konsequent genug, ich musste ja erstmal weiter herausfinden und nachdenken, was nun wie genau ist, er hat noch nach 5(?) Jahren Veganismus unwissend Traubensaft getrunken zum Beispiel...


WĂŒrde mich sehr freuen, wenn sich andere noch zu dem Thema Ă€ußern! :)

Re: Gemischtethische Beziehungen

Autor: V | Datum:
Ich war 15 Jahre mit einer Tierausbeuterin liiert. Inzwischen ist sie seit 4 Jahren tot. Am 14.8. war ihr Todestag.

Als wir uns kennenlernten, war ich Vegetarier. Als sie starb, war ich schon 5 Jahre vegan.

Wenn ich gehĂ€ssig sein wollte, wĂŒrde ich sagen, wieder einmal ein Problem, das sich von selbst gelöst hat. Die Wirklichkeit sieht aber anders aus...

Re: Gemischtethische Beziehungen

Autor: Marco | Datum:
V schrieb:
>
> Ich war 15 Jahre mit einer Tierausbeuterin liiert. Inzwischen
> ist sie seit 4 Jahren tot. Am 14.8. war ihr Todestag.
>
> Als wir uns kennenlernten, war ich Vegetarier. Als sie starb,
> war ich schon 5 Jahre vegan.
>

Mein Beileid.

> Wenn ich gehĂ€ssig sein wollte, wĂŒrde ich sagen, wieder einmal
> ein Problem, das sich von selbst gelöst hat. Die Wirklichkeit
> sieht aber anders aus...

Bitte nicht vergessen: Du bist hier in einem Forum von Tierrechtlern, solche Aussagen wĂŒrden also nicht allzu gern gesehen werden (bzw. gemĂ€ĂŸ Forenrichtlinien gelöscht). Die sind eher bei Tierrechtsgegnern wie Erwin Kessler ĂŒblich.

Re: Gemischtethische Beziehungen

Autor: V | Datum:
Danke fĂŒr's Beileid. Aber ich lese nicht bei Tierrechtsgegnern.

Re: Gemischtethische Beziehungen

Autor: Momo Sommer | Datum:
Ich bin erst seit ca 3 Monaten vegan, also noch ein Neuling in diesem Gebiet. Was hat es denn mit dem Traubensaft auf sich?
Ist roter Traubensaft davon betroffen?
Vielleicht hat jemand einen hilfreichen Link dazu.

Ich lebe auch in einer gemischtethischen Beziehung.
Wir sind schon ĂŒber 5 Jahre ein Paar und haben eine gemeinsame Tochter, deshalb ist es bei uns sehr schwierig.
Unsere Tochter ist bisher vegan ernÀhrt worden und soll dies auch weiterhin. Aber irgendwann wird sie sicher auch mal das essen wollen, was der Papa isst (manchmal KÀse, selten Fleisch).
Deshalb sind noch einige GesprĂ€che notwendig. Es ist leider so, dass das Thema polarisiert und man schnell in einen tieferen Konflikt gerĂ€t, wenn man in einer gemischtethischen Partnerschaft versucht ĂŒber das Thema zu sprechen.
Ob unsere Beziehung diesen enormen Meinungsunterschied standhÀlt wird sich zeigen.

LG Momo

Re: Gemischtethische Beziehungen

Autor: KrĂŒmel | Datum:
Momo Sommer schrieb:

> Ist roter Traubensaft davon betroffen?
> Vielleicht hat jemand einen hilfreichen Link dazu.

Traubensaft kann mit Gelatine geklĂ€rt sein. Eventuell findest Infos ĂŒber deinen Saft im Produktanfragenforum oder ĂŒber Google. Ansonsten halt den Hersteller anschreiben und fragen.

Vegetarier lieben?

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Um mal eines klarzustellen: im Cartoon steht zwar explizit "Leichenfresser", aber gleiches gilt auch fĂŒr alle Unveganer:

Zitat: Es muß endlich Schluß sein mit der falschen Dichotomie, der Zweiteilung, bei der die Nichtvegetarier auf der einen und die Vegetarier und Veganer gemeinsam auf der anderen Seite
stehen. TatsĂ€chlich stehen nĂ€mlich die Vegetarier auf der falschen, auf der gleichen wie die Leichenfresser: auf der Seite der Tierausbeuter nĂ€mlich, derjenigen, die Tiere gefangenhalten, mißhandeln und umbringen, um Teile ihrer Körper, ihre Menstruationsprodukte oder DrĂŒsensekrete zu konsumieren.
http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html


DarĂŒberhinaus kann ja schließlich jeder sofort und unmittelbar vegan werden - sollte doch gerade bei Vegetariern, die vorgeben, aus ethischen GrĂŒnden vegetarisch zu sein, um so einfacher sein. Erst recht, wenn sie dann wie in diesem Kontext einen Veganer kennen (und somit zwangslĂ€ufig die Fakten).

Achim

Umgang mit ethische Minderbemittelten im persönlichen Umfeld

Autor: Achim StĂ¶ĂŸer | Datum:
Folgendes stand fast in der taz zum Umgang mit ethische Minderbemittelten im persönlichen Umfeld:

Zitat: Also hier zum Mitschreiben: Wer in seinem Umfeld einen [Unveganer] hat, setzt ihm eine Frist zur LĂ€uterung. Wenn er Diskussionsbedarf anmeldet – etwa ĂŒber technische Details der Gaskammern in [KĂŒkenbrĂŒtereien] –, schickt man ihn in eine öffentliche Bibliothek. Wenn er die Frist verstreichen lĂ€sst, ist er, was den persönlichen Kontakt angeht, auf Deutsch gesagt weg vom Fenster. Das ist nicht nur eine Frage der Hygiene; das ist ein erprobtes Mittel, um dem [Unveganer] zu signalisieren, dass [Unvegan]ismus nicht dorf- und schon gar nicht salonfĂ€hig ist.

So.

Das Original (im Zusammenhang mit einer Olympia-Sportlerin, die kein Problem darin sieht, dass ihr LebensgefÀhrte ethisch minderbemittelt ist - vermutlich ist sie "tolerant"):

Zitat: Also hier zum Mitschreiben: Wer in seinem Umfeld einen Nazi hat, setzt ihm eine Frist zur LĂ€uterung. Wenn er Diskussionsbedarf anmeldet – etwa ĂŒber technische Details der Gaskammern in Auschwitz –, schickt man ihn in eine öffentliche Bibliothek. Wenn er die Frist verstreichen lĂ€sst, ist er, was den persönlichen Kontakt angeht, auf Deutsch gesagt weg vom Fenster. Das ist nicht nur eine Frage der Hygiene; das ist ein erprobtes Mittel, um dem Nazi zu signalisieren, dass Nazismus nicht dorf- und schon gar nicht salonfĂ€hig ist.

Ambros Waibel, "Der Deutschlandachtundachtziger", 16.08.2012, http://www.taz.de/Kolumne-Blicke/!99731/

Achim