Forenübersicht RSS

Veganismusforum:
nicht-veganer Partner

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 15

Hinweis: Momentan können keine Beiträge erstellt werden.

nicht-veganer Partner

Autor: Ralph Sch. | Datum:
Veganismus ist für mich gelebte Ethik, eine Lossagung praktiziertender Unterdrückungs- und Ausbeutungsmechanismen.
Jene Ernährungsweise kommt nicht nur den Tieren zugute, sondern erleichtert auch ungemein das zurecht schlechte Gewissen, stiftet "Seelenfriede" im stets mich umgebenden Chaos von Krieg, Tötung, Diskrimierung etc.

Meiner Freundin habe ich diese Grundidee schon oft vermittelt, selbst isst sie kein Fleich, sondern trinkt hauptsächlich "nur" Ihre Milch, die sie angeblich braucht.
Für den Veganismus hat sie nur (Teil-)Verständnis : Kinder und schwangere/stillende Mütter sollten zum Wohle einer gesunden Entwicklung nicht auf Fleisch verzichten.

Letzt teilte ich ihr mit, dass sich evtl. irgendwann einmal bei mir Hassgefühle für die fleischkonsumierenden "Menschen" einstellen könnten (als logische Konsequenz?) und sie fürchtete, dass sich dadurch auch meine Gefühle zu ihr ändern könnten.

Ich weiss, dieses Forum ist weder Seelsorge noch Partnerberatung, aber ich sehe grundsätzlich in einer Beziehung eine Gefährdung eines veganen Lebensstils : zuviele (faule) Kompromisse z.B. bei Überraschungsessen (sie plant ein "veganes" Silvesteressen), evtl. fleischkonsumierende Kinder als Nachwuchs...

Ich möchte auch nicht, dass sie sich nur mir zuliebe mit dem Veganismusgedanken anfreundet, möchte sie nicht "bekehren" höchstens überzeugen.
Ich will einfach nur MEINEN Weg gehen und niemanden zwangsveganisieren, einfach diesbezüglich meine "fleischloses" Erdendasein verbringen, nicht mehr und nicht weniger.


Wie denkt Ihr darüber?
Beziehung als Veganer, wohl ein Ding de Unmöglichkeit?

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Thomas | Datum:
Ralph Sch. schrieb:

> Beziehung als Veganer, wohl ein Ding de Unmöglichkeit?

meine Frau war anfangs nicht vegan, hat es aber nach sehr kurzer Zeit eingesehen.

Auf Dauer stelle ich mir eine enge Partnerschaft zwischen Veganer und Nichtveganer ziemlich konfliktträchtig vor. Vor allem, wenn der Veganismus ethisch motiviert ist, ist es sicher der Beziehung nicht förderlich, wenn der vegan lebende seiner anderen Hälfte dabei zuschauen muß, wie für sie oder ihn Tiere mißhandelt werden.

Viele Grüße
Thomas

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Ralph Sch. | Datum:
Hallo Thomas,

stimmt, gerade beim ethisch motivierten Veganismus ergeben sich heftige Reibungsflächen bei einer veganen-carnivoren Beziehungskonstellation.
Mich stimmt es aber andererseits aber auch froh, wenn man -wie an Deinem Beispiel- auch seinen Partner doch zur Einsicht bewegen kann.

Grüsse von
Ralph

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Tanja | Datum:
Hallo Ralph,

> Meiner Freundin habe ich diese Grundidee schon oft
> vermittelt, selbst isst sie kein Fleich, sondern trinkt
> hauptsächlich "nur" Ihre Milch, die sie angeblich braucht.

Hast Du sie mal gefragt, wofür sie die "braucht" und warum es nicht auch pflanzliche Milch tut? (und ihr erklärt, daß es mit Sicherheit Tiere gibt, die diese Milch dringender brauchen als sie...)

> Für den Veganismus hat sie nur (Teil-)Verständnis : Kinder
> und schwangere/stillende Mütter sollten zum Wohle einer
> gesunden Entwicklung nicht auf Fleisch verzichten.

Jaja, das kennen wir ja. ;-) Frag sie halt mal, was denn für "magische Stoffe" in "Fleisch" sind, die Kinder und Mütter brauchen. Und verweise sie auf http://vegankids.de. :-))

> Letzt teilte ich ihr mit, dass sich evtl. irgendwann einmal
> bei mir Hassgefühle für die fleischkonsumierenden "Menschen"
> einstellen könnten (als logische Konsequenz?) und sie
> fürchtete, dass sich dadurch auch meine Gefühle zu ihr ändern
> könnten.

Nun, als "Haß" würde ich es wohl nicht bezeichnen (empfinde ich persönlich als ziemlich destruktiv), aber es wird wohl auf Dauer unerträglich, mit jemandem, der sich an solchen Gewalttaten beteiligt, zusammen zu sein.
Vielleicht hast Du Dich bisher auch nur nicht richtig getraut, ihr zu verdeutlichen, was sie da eigentlich macht? Sag ihr vielleicht einfach mal, daß das, was sie tut, auch Dir weh tut, daß Du es nicht verstehen kannst, wie ein Mensch, den Du liebst, so eiskalt mit anderen umgeht.

> Ich weiss, dieses Forum ist weder Seelsorge noch
> Partnerberatung,

Du bist ja nicht der einzige, der dieses Problem hat. ;-)

> Ich möchte auch nicht, dass sie sich nur mir zuliebe mit dem
> Veganismusgedanken anfreundet, möchte sie nicht "bekehren"
> höchstens überzeugen.

Klar soll sie es machen, weil sie erkennt, daß auch andere Tiere Rechte haben - aber wenn sie sich Dir zuliebe damit auseinandersetzt, ist das sicher nicht verkehrt.

> Ich will einfach nur MEINEN Weg gehen und niemanden
> zwangsveganisieren, einfach diesbezüglich meine
> "fleischloses" Erdendasein verbringen, nicht mehr und nicht
> weniger.

Wenn Du mit jemandem zusammenbist, ist es nicht mehr nur DEIN Weg, dann ist das EUER Weg. Anstatt andere "zwangszuveganisieren" würde ich aber vorschlagen, einfach mal ein paar Flugblätter, evt. auch Fotos, auszudrucken und zu verteilen, im Bekannten- und Freundeskreis auf Tierrechtsseiten im Internet zu verweisen etc. Dann kannst Du nämlich noch mehr für Tiere erreichen. :-)

> Beziehung als Veganer, wohl ein Ding de Unmöglichkeit?

Ich bin in meiner Beziehung sehr glücklich - allerdings führe ich diese ja auch mit einem Veganer. ;-)

Tanja

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Ralph Sch. | Datum:
Hallo Tanja,

> Hast Du sie mal gefragt, wofür sie die "braucht" und warum es
> nicht auch pflanzliche Milch tut? (und ihr erklärt, daß es
> mit Sicherheit Tiere gibt, die diese Milch dringender
> brauchen als sie...)

Naja, ihre Alternative wäre sicherlich ALPRO Sojamilch in vielen leckeren Geschmacksrichtungen und der Gedanke des Diebesgutes "Milch" findet hoffentlich bald bei ihr auch Beheimatung.

> Jaja, das kennen wir ja. ;-) Frag sie halt mal, was denn für
> "magische Stoffe" in "Fleisch" sind, die Kinder und Mütter
> brauchen. Und verweise sie auf
> http://vegankids.de. :-))

SO (!!!) eine Seite habe ich schon lange gesucht, danke!

> Nun, als "Haß" würde ich es wohl nicht bezeichnen (empfinde
> ich persönlich als ziemlich destruktiv), aber es wird wohl
> auf Dauer unerträglich, mit jemandem, der sich an solchen
> Gewalttaten beteiligt, zusammen zu sein.
> Vielleicht hast Du Dich bisher auch nur nicht richtig
> getraut, ihr zu verdeutlichen, was sie da eigentlich macht?
> Sag ihr vielleicht einfach mal, daß das, was sie tut, auch
> Dir weh tut, daß Du es nicht verstehen kannst, wie ein
> Mensch, den Du liebst, so eiskalt mit anderen umgeht.

Nunja, mein Vergleich, ob es ihr etwas ausmachen würde, wenn sie mit einem KZ-Aufseher verheiratet wäre, fand kein Wohlgefallen bei ihr. Diesen Vergleich empfand sie eher als unpassend.

> Klar soll sie es machen, weil sie erkennt, daß auch andere
> Tiere Rechte haben - aber wenn sie sich Dir zuliebe damit
> auseinandersetzt, ist das sicher nicht verkehrt.

Zu Silvester wollen wir etwas Veganes zubereiten (ihr Vorschlag).


> Wenn Du mit jemandem zusammenbist, ist es nicht mehr nur DEIN
> Weg, dann ist das EUER Weg.

ein hohes Mass an sozialer Kompetenz ;-)

> Anstatt andere
> "zwangszuveganisieren" würde ich aber vorschlagen, einfach
> mal ein paar Flugblätter, evt. auch Fotos, auszudrucken und
> zu verteilen, im Bekannten- und Freundeskreis auf
> Tierrechtsseiten im Internet zu verweisen etc. Dann kannst Du
> nämlich noch mehr für Tiere erreichen. :-)

Wohl wahr, man sollte seine Kontakte nicht ungenutzt lassen und Bewusstseinsarbeit leisten.


> Ich bin in meiner Beziehung sehr glücklich - allerdings führe
> ich diese ja auch mit einem Veganer. ;-)

Und seine Rückfallquote? ;-)


Gruss,
Ralph

gleiche Vorstellungen

Autor: Rele | Datum:
Hi,

ich kann mir eine Beziehung zu einem Nicht- Veganer nur schwer vorstellen- zu einer Beziehzung gehören ja auch in etwa gleiche Vorstellungen über das Leben, Lebensziele, Ethik..... denn mensch möchte sein Leben ja mit dem Partner TEILEN.
Während meiner (Pseudo)vegetarischen Zeit hatte ich einen Nicht-vegetarischen Partner, das brachte oft Konflikte mit sich (beim gemeinsamen Essen, beim Gespräch darüber mit Aussenstehenden,etc)- an denen ist die Beziehung zwar nicht gescheitert, es hat ihr aber zumindest geschadet.

Ich freu mich also weiterhin an meinem veganen Mann(waren beide "vegetarisch"& wurden gemeinsam vegan)! :-)


Rele

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Tanja | Datum:
Hallo Ralph,

> Naja, ihre Alternative wäre sicherlich ALPRO Sojamilch in
> vielen leckeren Geschmacksrichtungen und der Gedanke des

Vorsicht: Bisher ist leider noch immer nicht geklärt, ob die in Alpro enthaltenen Aromen (also in den Drinks "mit Geschmack", der Sojasahne etc.) vegan sind. :-(

> > Ich bin in meiner Beziehung sehr glücklich - allerdings führe
> > ich diese ja auch mit einem Veganer. ;-)
>
> Und seine Rückfallquote? ;-)

Achim war schon vor mir vegan - "Rückfälle" gab es während unserer Beziehung bisher keine. *g*

Tanja

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Achim war schon vor mir vegan - "Rückfälle" gab es während
> unserer Beziehung bisher keine. *g*

Wüßte auch nicht, wie ein "Rückfall" bei einem ethisch motivierten Veganer funktionieren sollte - schließlich ist Nichtveganismus ja kein Suchtverhaltung. Das Wissen um die Konsequenzen ist etwa so wie der Versuch, nicht an einen rosa Elefanten zu denken.

Achim

Rückfälle

Autor: Gero | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Wüßte auch nicht, wie ein "Rückfall" bei einem ethisch
> motivierten Veganer funktionieren sollte - schließlich ist
> Nichtveganismus ja kein Suchtverhaltung.

Nichtveganismus in Anbetracht unserer zivilisierten Situation ist aber in hohem Maß irrational, und Rückfälle sind häufig von irrationalem Verhalten geprägt. Auch ethisch motivierte Veganer sind für Rückfälle anfällig, da Menschen per se nicht perfekt sind.

Re: Rückfälle

Autor: Thomas | Datum:
Gero schrieb:
>
> Auch ethisch motivierte
> Veganer sind für Rückfälle anfällig, da Menschen per se nicht
> perfekt sind.

stimmt, wäre denkbar, jedoch sind nach meiner Beobachtung etisch motivierte Veganer weit weniger für Rückfälle anfällig als gesundheitlich motivierte. Und das gerade aus dem von dir aufgeführtem Grund.

Viele Grüße
Thomas

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Achim Stößer | Datum:
Eine Beziehung zwischen (ethisch motivierten) Veganer und (unethisch motivierten/ethisch unmotivierten) Nichtveganern dürfte wohl prinzipiell nicht funktionieren.

> Meiner Freundin habe ich diese Grundidee schon oft
> vermittelt, selbst isst sie kein Fleich, sondern trinkt
> hauptsächlich "nur" Ihre Milch, die sie angeblich braucht.

Das interpertiere ich mal so, daß sie Vegetarierin ist. Was also liegt näher, als daß sie mal http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html bzw. http://vegetariersindmoerder.tk liest?

Achim

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Ralph Sch. | Datum:
Hallo Achim,

> Das interpertiere ich mal so, daß sie Vegetarierin ist. Was
> also liegt näher, als daß sie mal
> http://maqi.de/txt/vegetariersindmoerder.html bzw.
> http://vegetariersindmoerder.tk liest?

Nein, Vegetarierin ist sie leider auch nicht bei 2% Fleischkonsum und ich denke, dass der o.g. Beitrag diesbezüglich auch nichts .... hmmm .... oder vielleicht doch?
Werde sie auf jeden Fall einmal darauf aufmerksam machen.


Ralph

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Gero | Datum:
Hallo Achim,

kannst du mir bitte die Quelle für die von dir verwendeten Informationen nennen?:

Zitat: Weltweit werden 16 Milliarden Hühner, 1,4 Milliarden Rinder, je eine Milliarde Enten und Schafe, fast eine Milliarde Schweine, 845 Millionen Kaninchen, 743 Millionen Ziegen, 251 Millionen Truthühner, 246 Millionen Gänse gefangengehalten (Stand 2002).


Gibt es diese Angaben bereits für 2003?
merci vielmals.

Re: nicht-veganer Partner

Autor: Achim Stößer | Datum:
> kannst du mir bitte die Quelle für die von dir verwendeten
> Informationen nennen?:

Food and Agriculture Organization of the United Nations.

> Gibt es diese Angaben bereits für 2003?

Weiß ich nicht, dürften sich aber nicht wesentlich verändert haben.

Achim