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Antisexismusforum:
Der Mann als eine Variation der Frau.

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 9

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Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: Ava | Datum:
Das Y ist eigentlich gar kein Y, sondern ein "degeneriertes" X dem ein Bein fehlt. Es sieht auch nicht aus wie ein Y sondern eben wie ein X dem ein Beinchen fehlt.

Das M√§nner eine Variation der Frau sind, also quasi verm√§nnlichte Frauen, sieht man auch an ihrem K√∂rper: Die Brustwarzen sind ein verk√ľmmerter Busen (mit funktionierenden Milchdr√ľsen wohlgemerkt!), die Prostata eine verk√ľmmerte Geb√§rmutter, und der Penis und der Hoden eine Vagina und Eierst√∂cke, die halt aus dem Unterleib heraush√§ngen.

Die vorhandenen Unterscheidungsmerkmale reichen also nicht aus, um ein separates Geschlecht zu rechtfertigen. Selbst Testosteron und √Ėstrogen, die Ursache vieler kulturellen und sozialen Realit√§ten ist kein geignetes Unterscheidungsmerkmal, da sie in beiden Hauptgeschlechtern produziert werden. "Beide Hauptgeschlechter" deshalb, da Intersexuelle mit beiden, keinen oder gemischten Geschlechtsmerkmalen ja eine v√∂llig autarke Gruppe im g√§ngigen Geschlechtsbild darstellen, auch wenn sie heute noch √ľberall, auch in Deutschland zwangszugewiesen und an gesunden Genitalien als Babys operiert werden. Viele Leute wissen gar nicht da√ü es Intersexuelle nicht nur nicht gibt, sondern sie sogar mit 1/2000 recht h√§ufig vorkommen.

Die Zwangszuweisung an eines der beiden (fiktiven!) Hauptgeschlechter mit operativer Besiegelung am gesunden, aber halt intersexuellen Kind ist die extremste Form des Sexismus welche am wenigsten Beachtung findet und somit der "Höhepunkt" des Geschlechterwahns.

Selbst das Geb√§ren an sich ist nicht auf Frauen beschr√§nkt. Es sind Bauchh√∂hlenschwangerschaften, also au√üerhalb der Geb√§rmutter dokumentiert, bei denen die Kinder √ľberlebt haben, da sich die Plazenta ja unabh√§ngig von der Geb√§rmutter entwickelt. Ein implantierter Embrio k√∂nnte also auch in gegebenen Hormonmilieu, z.B. bei transsexuellen Frauen, die m√§nnlich geboren wurden oder Eunuchen mit √Ėstrogenzufuhr heranwachsen. Die Implikationen ethischer, technischer Natur sind f√ľr die M√∂glichkeit der Machbarkeit nicht relevant... √úbrigens, die bereits angesprochenen Milchdr√ľsen bei M√§nnern sind bei √Ėstrogenzugabe tats√§chlich in der Lage, richtige Muttermilch zu produzieren.

Auch festverdrahtete Verhaltensz√ľge, geschaltet in embrionalen Hormonb√§dern, sind kein ausreichendes Kriterium der Geschlechtsspaltung in zwei Hauptgeschlechter, da sie alle √ľbergreifend sind.

Der Mann ist also kein Fehler der Natur, er existiert noch nicht einmal;-) Selbst "die Frau" existiert nicht, denn ohne Mann keine Frau;-))) Also egal mit wem du schläfst bist du.. schwusbisch.

Wir sind alle leichte Variationen des EINEN menschlichen Geschlechts.

Sexismus ist demnach wieder einmal die Konsequenz einer Gruppenphantasie. Löst sich die Gruppenphantasie in der Erkenntnis der Wahrheit auf, verschwindet auch der Sexismus.

Re: Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: Tanja | Datum:
√Ąh, also wurde Eva nicht aus Adams Rippe gemacht sondern umgekehrt? *rofl*

Tanja

Re: Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: knulprek | Datum:
> Die vorhandenen Unterscheidungsmerkmale reichen also nicht
> aus, um ein separates Geschlecht zu rechtfertigen.

das wesentliche unterscheidungsmerkmal besteht in der rolle, die das jeweilige individuum in der fortpflanzung einnimmt. das ist die basis der biologischen geschlechtsunterscheidung. diejenigen, die die samen liefern, sind männlich, und diejenigen, die die einzellen besitzen und den nachwuchs austragen bzw. eier legen, sind weiblich. daß es individuen gibt, die keinem dieser beiden geschlechter angehören, stellt dazu keinen widerspruch dar, ebensowenig wie es einen widerspruch darstellt, daß es homosexuelle gibt.


> Selbst
> Testosteron und √Ėstrogen, die Ursache vieler kulturellen und
> sozialen Realitäten ist kein geignetes
> Unterscheidungsmerkmal, da sie in beiden Hauptgeschlechtern
> produziert werden.

sicher, nur eben in unterschiedlicher menge. abgesehen davon haben kulturelle und soziale realitäten nicht wirklich was mit testosteron und östrogen zu tun, da diese realitäten sich entwickelt haben, bevor irgendjemand wußte, was hormone sind.


> "Beide Hauptgeschlechter" deshalb, da
> Intersexuelle mit beiden, keinen oder gemischten
> Geschlechtsmerkmalen ja eine völlig autarke Gruppe im
> gängigen Geschlechtsbild darstellen, auch wenn sie heute noch
> √ľberall, auch in Deutschland zwangszugewiesen und an gesunden
> Genitalien als Babys operiert werden. Viele Leute wissen gar
> nicht daß es Intersexuelle nicht nur nicht gibt, sondern sie
> sogar mit 1/2000 recht häufig vorkommen.

also 0,05 % ist f√ľr mich nicht recht h√§ufig, sondern eine kleine, fast schon verschwindend geringe minderheit. ohne jetzt irgendjemanden durch diesen ausdruck diskriminieren zu wollen, aber biologisch gesehen sind das nichts weiter als anomalien, die in keinster weise gegen die unterteilung in zwei "hauptgeschlechter" sprechen.

abgesehen davon verweise ich auf das, was ich eben zur rolle in der fortpflanzung geschrieben habe. die zweigeschlechtlichkeit hat einfach eine biologische funktion, n√§mlich die fortpflanzung. da√ü es menschen gibt, die keinem der beiden geschlechter zugeordnet werden k√∂nnen oder die eine homosexuelle veranlagung haben, stellt dazu keinen widerspruch dar. da√ü es menschen gibt, die blind geboren werden, spricht ja schlie√ülich auch nicht gegen die aussage, da√ü unsere sehkraft eine funktion hat. ich betone an dieser stelle ausdr√ľcklich, da√ü ich damit niemanden diskriminieren will, weder trans- noch homosexuelle noch blinde. (ich finde es √ľbrigens sehr schade, da√ü man sowas explizit dazusagen mu√ü, wenn man aussagen macht, die eigentlich in keinster weise diskriminierend sind.)


> Die Zwangszuweisung an eines der beiden (fiktiven!)
> Hauptgeschlechter mit operativer Besiegelung am gesunden,
> aber halt intersexuellen Kind ist die extremste Form des
> Sexismus welche am wenigsten Beachtung findet und somit der
> "Höhepunkt" des Geschlechterwahns.

wobei aber z.b. folgendes zu beachten ist: angenommen, ein intersexuelles kind hat die inneren geschlechtsorgane einer frau, aber die √§u√üeren eines mannes. wo soll nun die regelblutung raus, wenn das kind in die pubert√§t kommt? alleine das ist in manchen f√§llen grund f√ľr eine operation.

abgesehen davon ist mir nat√ľrlich klar, da√ü diese operative zwangszuordnung auch und vor allem andere gr√ľnde hat. menschen neigten seit jeher dazu, andersartiges und abweichendes entweder zu verdammen oder ins gewohnte schema zu pressen. das ist nat√ľrlich in keister weise gerechtfertigt. aber daraus kann man nicht den umkehrschlu√ü ableiten, da√ü die regel, an die die ausnahmen zwangsangepa√üt werden, willk√ľrlich erfunden ist.


> Selbst das Gebären an sich ist nicht auf Frauen beschränkt.
> Es sind Bauchhöhlenschwangerschaften, also außerhalb der
> Geb√§rmutter dokumentiert, bei denen die Kinder √ľberlebt
> haben, da sich die Plazenta ja unabhängig von der Gebärmutter
> entwickelt. Ein implantierter Embrio könnte also auch in
> gegebenen Hormonmilieu, z.B. bei transsexuellen Frauen, die
> m√§nnlich geboren wurden oder Eunuchen mit √Ėstrogenzufuhr
> heranwachsen. Die Implikationen ethischer, technischer Natur
> sind f√ľr die M√∂glichkeit der Machbarkeit nicht relevant...
> √úbrigens, die bereits angesprochenen Milchdr√ľsen bei M√§nnern
> sind bei √Ėstrogenzugabe tats√§chlich in der Lage, richtige
> Muttermilch zu produzieren.

das mag alles stimmen, ist aber v√∂llig irrelevant f√ľr die frage, ob die prinzipielle zweigeschlechtlichkeit biologisch verankert ist.


> Auch festverdrahtete Verhaltensz√ľge, geschaltet in
> embrionalen Hormonbädern, sind kein ausreichendes Kriterium
> der Geschlechtsspaltung in zwei Hauptgeschlechter, da sie
> alle √ľbergreifend sind.

sicher, angeborene verhaltensunterschiede zwischen den geschlechtern sind weder disjunkte mengen (mathematisch ausgedr√ľckt) noch sind sie unab√§nderlich. diese geschlechtsunterschiede sind typisch, nicht spezifisch. aber auch das ist kein gegenargument.


> Wir sind alle leichte Variationen des EINEN menschlichen
> Geschlechts.

h√∂rt sich ja wirklich prima nach friede, freude, ei-ersatz-kuchen an, aber ist f√ľr mich nichts als phantasie, die jeglichen naturwissenschaftlichen erkenntnissen widerspricht. man mu√ü nicht glauben, der mensch sei von natur aus vegan, um gegen tierausbeutung sein. analog mu√ü man nicht glauben, geschlechter seien nur konstruiert, wenn man antisexistisch ist.

Re: Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: Achim Stößer | Datum:
Wobei, wenn wir andere Spezies einbeziehen, ja zweigeschlechtigkeit nicht zwingend ist. Von zahlreichen bisexuellen Spezies (etwa Regenw√ľrmer) agbesehen gibt es z.B. eingeschlechtige (nur weibliche) Rennechsen, die sich parthenogenetisch vermehren und 23(?)geschlechtige Schleimpilze.

Achim

Re: Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: knulprek | Datum:
> Wobei, wenn wir andere Spezies einbeziehen, ja
> zweigeschlechtigkeit nicht zwingend ist.

nein, nat√ľrlich nicht. das hat ja auch keiner behauptet. ich habe ja nur gesagt, da√ü beim menschen nach allen wissenschaftlichen erkenntnissen eben eine grunds√§tzliche zweigeschlechtlichkeit mit √ľberwiegender heterosexualit√§t vorzuliegen scheint. da√ü es auch anders geht, ist klar. ;-)

wie gesagt folgt aus dieser generellen zweigeschlechtlichkeit in keister weise eine rechtfertigung f√ľr irgendwelche diskriminierungen oder zwangsanpassungen, aber aus diesen diskriminierungen und zwangsanpassungen folgt eben wiederum nicht, da√ü die grunds√§tzliche regel willk√ľrlich konstruiert und die unterscheidung fiktiv ist.


> Von zahlreichen
> bisexuellen Spezies (etwa Regenw√ľrmer) agbesehen gibt es z.B.
> eingeschlechtige (nur weibliche) Rennechsen, die sich
> parthenogenetisch vermehren und 23(?)geschlechtige
> Schleimpilze.

ja sicher, die natur ist sehr vielfältig. ;-) nur sind das hier ja alles beispiele, die vom menschen sehr weit entfernt sind. ich kann es nicht mit sicherheit sagen, aber auf säugetiere und vögel bezogen scheint es schon generell zuzutreffen, daß es zwei geschlechter gibt. (wenn jemand gegenbeispiele kennt, nur her damit ;-) )

und bei den regenw√ľrmern meinst du mit bisexuell sicher die erste wortbedeutung:

bi|se|xu|ell Adj.:
1. (Biol.) doppelgeschlechtig.
2. (Med., Psych.) ein sowohl auf Personen des anderen als auch auf Personen des gleichen Geschlechts gerichtetes Sexualempfinden, sexuelles Verlangen habend; sowohl hetero- als auch homosexuell.

denn bisexualit√§t im zweiten sinne gibt es nat√ľrlich auch bei s√§ugetieren (und das nicht nur beim menschen).

Re: Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: Achim Stößer | Datum:
> nein, nat√ľrlich nicht. das hat ja auch keiner behauptet. ich

habe auch nicht behauptet. daß das wer behauptet hat ;-) .

> zuzutreffen, daß es zwei geschlechter gibt. (wenn jemand
> gegenbeispiele kennt, nur her damit ;-) )

Hm, zumindest auf diesem Planeten sind mir keien bekannt ;-) .

> und bei den regenw√ľrmern meinst du mit bisexuell sicher die
> erste wortbedeutung:
>
> bi|se|xu|ell Adj.:
> 1. (Biol.) doppelgeschlechtig.

Ja, klar.


Achim

Re: Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: Menala | Datum:
knulprek schrieb:
>
> > "Beide Hauptgeschlechter" deshalb, da
> > Intersexuelle mit beiden, keinen oder gemischten
> > Geschlechtsmerkmalen ja eine völlig autarke Gruppe im
> > gängigen Geschlechtsbild darstellen, auch wenn sie heute noch
> > √ľberall, auch in Deutschland zwangszugewiesen und an gesunden
> > Genitalien als Babys operiert werden. Viele Leute wissen gar
> > nicht daß es Intersexuelle nicht nur nicht gibt, sondern sie
> > sogar mit 1/2000 recht häufig vorkommen.
>
> also 0,05 % ist f√ľr mich nicht recht h√§ufig, sondern eine
> kleine, fast schon verschwindend geringe minderheit. ohne
> jetzt irgendjemanden durch diesen ausdruck diskriminieren zu
> wollen, aber biologisch gesehen sind das nichts weiter als
> anomalien, die in keinster weise gegen die unterteilung in
> zwei "hauptgeschlechter" sprechen.

Interessant ist uebrigens der Vergleich mit Polydaktylie: "Die Polydaktylie (altgriechisch: poly = viel und daktylos = Finger - deutsch: " Vielfingerigkeit") bezeichnet eine vererbbare, angeborene, anatomische Besonderheit bez√ľglich der Anzahl von Hand- und / oder Fu√ügliedma√üen. Die Besonderheit kann bei Menschen und Tieren vorkommen. Menschen mit Polydaktylie verf√ľgen √ľber mehr als die √ľbliche Anzahl an Fingern oder Zehen." (Wikipedia) Menschen mit Polydaktylie sind also so etwas wie eine Entsprechung der Intersexuellen im Bezug auf Gliedmassen. Weitere Netzsuche ergibt folgende Zahl: "Polydactylism is reported in about 2 per 1000 children." (http://www.drgreene.com/21_182.html) Also mit anderen Worten: Polydaktylie ist viermal haeufiger als Intersexualitaet. Dennoch kaeme niemand auf die Idee zu behaupten, dass dadurch die generelle Aussage widerlegt sei, dass der Mensch jeweils fuenf Finger bzw. Zehen an seinen Haenden bzw. Fuessen hat. Auch werden Menschen mit Polydaktylie in der Regel operiert. Auch hier kommt niemand auf die Idee, von wahnhafter Zwangszuweisung an eine fiktive Norm zu sprechen.

Re: Der Mann als eine Variation der Frau.

Autor: Imot | Datum:
Zitat: Homosexuality is not "normal." On the contrary, it is a challenge to the norm; therein rests its eternally revolutionary character. Note I do not call it a challenge to the *idea* of the norm. Queer theorists - that wizened crew of flimflamming free-loaders - have tried to take the poststructuralist tack of claiming that there is no norm, since everything is relative and contingent. This is the kind of silly bind that word-obsessed people get into when they are deaf, dumb, and blind to the outside world. Nature exists, whether academics like it or not. And in nature, procreation is the single, relentless rule. That is the norm. Our sexual bodies were designed for reproduction. Penis fits vagina: no fancy linguistic game- playing can change that basic fact. However, my libertarian view, here as in regard to abortion, is that we have not only the right, but the obligation to defy nature's tyranny. The highest human identity consists precisely in such assertions of freedom against material limitation.

Camille Paglia