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Es wurden 11 Beiträge gefunden:

Peta kohabitiert mit Wiesenhof

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Zitat: Die Tierrechts[sic!]organisation Peta und der Geflügelriese Wiesenhof wollen möglicherweise zusammenarbeiten. Am 1. Oktober beginnt eine Verhandlungsrunde, in der beide Seiten sondieren, unter welchen Bedingungen das Peta-Logo die vegane Produktlinie des Konzerns zieren könnte.

Die zur PHW-Gruppe gehörende Marke Wiesenhof nutzt den derzeitigen Veggie-Boom und verkauft mit gutem Erfolg, ähnlich wie andere Fleischfabriken, auch rein vegane Zubereitungen. Veggie-Fleischwurst, -Mortadella und -Wurstaufschnitt werden auf Soja- und Erbsenbasis hergestellt. Jetzt könnte Wiesenhof als ethische Plakette ausgerechnet das Peta-Logo für diese Produktlinie bekommen. [...]

Derzeit sei bei Wiesenhof aber einiges „in Bewegung“, sagt Haferbeck, der zugleich betont, dass Peta keine monetären Interessen verfolge und sich das Logo auf Lebensmitteln „mit keinem Cent“ bezahlen lasse. http://www.taz.de/!5230604/

So, wie sich Peta auch nicht von einem Steakhaus sponsorn lässt, wie?

Die Verberitung des Peta-Logos in jeden Supermarkt dürfte jedenfalls auch so schon einige Millionen wert sein und massig Ablasszahlungen fließen lassen.

Zitat: Positiv nimmt Peta Wiesenhofs neue Produktlinie „Privathof“ auf, deren Hühner zum Beispiel zwar weniger Platz als Tiere in der Biohaltung, aber mehr als in konventionellen Ställen haben. Das sieht Peta als Schritt auf dem Weg hin zu einer veganen – also fleisch- und milchproduktlosen – Ernährung. Und dafür ist die Organisation auch bereit, Wiesenhof bei seinen Recherchen zu schonen. „Wenn sie die Privathof-Linie forcieren, können wir da mal die Füße stillhalten“, sagte Haferbeck. [...]

Auf den Vorwurf des Verrats antwortete Haferbeck: „Mit so was müssen wir leben.“ Peta habe schon immer mit Unternehmen gesprochen. [...]

Haferbeck bestritt, dass Peta Spenden von Wiesenhof oder seinem Umfeld bekommen habe oder jemals annehmen werde. [...] und lobte: „Wesjohann senior ist ein sehr, sehr feiner Mensch, der bodenständig geblieben ist.“ http://www.taz.de/!5080887/


Achim

Die Wendehälse der Tierausbeutungsindustrie

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Veganismus scheint im Trend zu liegen. Doch in Wahrheit handelt es sich dabei allenfalls um nichts weiter als um einen restriktiven pseudovegetarischen Ernährungstrend, der die Grundlange des Realveganismus, die nicht nur Ernährung, sondern alle Lebensbereiche umfassende Ethik, ausklammert oder allenfalls nebenbei andeutet. Das Gros dagegen ist ein sogenannter Flexitarismus[1], also Teilzeitmord, der Veganismus predigt und Blut säuft: kaum jemand isst nicht ab und zu einen Apfel oder Spaghetti mit Tomatensauce und kann sich somit auf die stolzgeschwellte Brust schreiben, weniger zu morden als jemand, der sich ausschließlich von Leichen ernährt (was wohl im wesentlichen lediglich auf Inuit bis Anfang des letzten Jahrhunderts zutreffen dürfte), und unzählige Vegetarier schämen sich – zurecht – ihres Vegetarismus und nennen sich "fast vegan".

Bar jeder Ethik schlagen die Wendehälse der Tierausbeutungsindustrie aus dem vermeintlichen Trend Kapital:

* Wiesenhof, skandalträchtig berüchtigt als Deutschlands Marktführer im Vogelleichenhandel, betritt mit "vegetarischen Chicken-Sticks" für Kantinen und anderen (angeblich veganen) "Snacks" den Markt (übrigens werden alle Vögel bei der PHW-Gruppe Lohmann & Co. AG, größter deutschen Vogelhändler und -leichenverarbeiter, zu der Wiesenhof gehört, zwecks Exportsteigerung schon lange halal, also gemäß den islamischen Speisevorschriften getötet: die Schlachtanlagen sind nach Mekka ausgerichtet, vor der Ermordung, die durch Automaten oder durch muslimische Schlachter mit einem speziellen Schnitt durchgeführt wird, wird von einem ebenfalls muslimischen Mitarbeiter der Name Allahs ausgerufen[2,3,4]).

* Der Wurstproduzent Rügenwalder Mühle, der gerade die mit Escherichia-coli-Bakterien verseuchte Tierkörper-Teewurst aus dem Handel zurückrufen musste[5], will im kommenden Jahr mit vegetarischer Wurst und Fleischersatz ein Drittel des Umsatzes erwirtschaften, schon jetzt, wenige Monate nach Einführung im Dezember, sind es 15 Prozent; von vegetarischer Mortadella wird die vier- bis fünffache Menge der Direktleichen-Variante verkauft. Im Mai kommt ein Schnitzel auf Milch- und Sojabasis hinzu.[3,4]

* Der größte Leichenproduzent Deutschlands Tönnies steigt in die Produktion von Tofu-Würstchen und vegetarischen Schnitzeln unter der Marke "Tillmans" ein. Tonnies-Tochter Nölke produziert Tofuwürstchen und Soja-Leberkäse unter der Marke "es schmeckt" sowie Handelsmarken und unter der Marke "Gutfried" vegetarische Fleischwurst und Mortadella. Ähnliches gilt für die ebenfalls zu Tönnies gehörende "Zur Mühlen Gruppe" (Marken "Böklunder", "Könecke" u.a.), in Deutschland marktführend bei Selbstbedienungswurst und Wurstkonserven. Die Anmeldung einer weiteren Marke "Vevia" läuft.[3,6]

* Recker Convenience ("Die Schnitzel-Macher") liefert unter dem Label "LikeMeat" diverse Produkte ("Deutschland's[sic!] neues Fleisch – 100% pflanzlich[sic!]"[7]) Bratwurst, Schnitzel, Döner, Nuggets, Gyros, Geschnetzeltes, Steak uvm. an Edeka, Globus, Kaufland, Rewe und andere. Die zu Vion (bei der "Fleischvermarktung" die Nummer zwei in Europa und die Nummer eins in Deutschland und den Niederlanden) gehörenden "Artland-Fleischwaren" heißen nun "Artland Convenience" ("1.200 Rinder werden mittlerweile im Schlachthof pro Woche geschlachtet und zerlegt – Tendenz steigend."[8]) und produzieren vegetarische Aufstriche für Lidl.

* Die als vegan deklarierten Soja-Nuggets, -Streifen und -Schnitzel bei Netto kommen von Vossko, einem Unternehmen, das Hühner-, Truthuhn-, Schweine- und Rinderleichen und nun eben auch Sojabohnen zu Tiefkühlkost verarbeitet (und vor allem durch den "Pferdefleisch-Skandal"[9] 2013 bekannt wurde).

* Ikea bietet Köttbullar ohne Kött an[10].

* Volkswagen produziert mehr Leichen-Currybockwürste als Autos, doch als die Restaurantbetreiber in der Autostadt des Konzerns es wagten, neben Leichen auch "vegetarisches" und "veganes" Essen anzubieten und auf mögliche Nachteile von Tierprodukten hinzuweisen, gab es einen Bauernaufstand – als ob VW das Gemüse selbst im Schrebergarten ziehen würde. Die Bauern sind wohl in erster Linie doch nicht Land- sondern Leichenwirte.[11]

Da wundert es nicht, dass Gruppen, die anders von Tierleid profitieren – nämlich durch Mitgliedsbeiträge und Ablasshandel – mitziehen wie etwa der Vegetarierbund, der die um ein Vielfaches mehr Leben als entsprechende Schweineleichenwurst kostende, zum größten Teil aus Hühnereieiweiß bestehende vegetarische Mortadella mit seinem Siegel versieht oder Spendensammeltierschutzorganisationen wie die Albert Schweitzer Stiftung, die die "Veggie-Offerten der Fleischkonzerne" begrüßen.

[1] http://www.neues-deutschland.de/artikel/967754.das-ruegenwalder-dilemma.html
[2] http://www.volksstimme.de/nachrichten/deutschland_und_welt/wirtschaft_und_boerse/wirtschaft_regional/1413577_Der-Islam-ist-ein-Teil-von-Wiesenhof.html
[3]http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/fleischunternehmen-entdecken-ihr-herz-fuer-vegetarier-13562332.html
[4] http://www.taz.de/!157659/
[5] https://www.test.de/Rueckruf-Ruegenwalder-Teewurst-Ecoli-Bakterien-in-Wurst-von-der-Theke-4846481-0/
[6] http://dlz.agrarheute.com/toennies-653702
[7] http://www.likemeat.de/unternehmen/
[8] artland.de
[9] https://web.archive.org/web/20130221032328/http://www1.wdr.de/themen/panorama/pferdefleisch188.html
[10] http://www.derwesten.de/wirtschaft/wursthersteller-ruegenwalder-plant-vegetarisches-schnitzel-id10590873.html
[11] http://www.agrarzeitung.de/nachrichten/blog/geschmacksfrage-56437.html

ARD-exclusiv: Das System Wiesenhof

Autor: Hannes Benne
Datum:
Forum: Videodokumentation
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Um es noch bei den TV-Tips einzutragen wird es wohl zu spät sein?
Deswegen stell ich es mal hier rein:

Zitat: ARD-exclusiv: Das System Wiesenhof (SWR)
Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet
Mittwoch, 31. August 2011, 21.45 Uhr im Ersten

Wenn es um Geflügel geht, denken die meisten an Wiesenhof. Dank der Werbung ist die Marke in ganz Deutschland bekannt. Der Konzern hinter Wiesenhof, die PHW-Gruppe, ist Marktführer, produziert mehr als 270 Millionen Hühner pro Jahr. Woche für Woche werden etwa 4,5 Millionen Hähnchen geschlachtet. Das Versprechen: „Wiesenhof setzt seit jeher besondere Maßstäbe in punkto Qualität, Sicherheit und Transparenz."

Top Qualität also zu einem günstigen Preis? Oder sieht die Wahrheit dahinter anders aus? Tierschützer kritisieren die Haltungsbedingungen, werfen dem Konzern Tierquälerei vor. Insider sprechen von Mängeln bei der Hygiene, fragwürdigen Arbeitsbedingungen.

Anwohner der Mastanlagen beschweren sich über Gestank und Umweltbelastungen. Die PHW-Gruppe bestreitet das.
Das Kürzel PHW steht für Paul-Heinz Wesjohann, den Firmengründer. Bis heute ist das Unternehmen in der Hand seiner Familie. Welche Rolle spielt er in dem Konzern und wie steht er zu den Vorwürfen?

Die ARD-Reporter Monika Anthes und Edgar Verheyen haben sich über Wochen mit dem Konzern befasst. Sie sprachen mit Landwirten, die für Wiesenhof gearbeitet haben, und Billigarbeitern, aber auch mit Veterinären, Vertretern von Bürgerinitiativen und dem Konzern selbst. Ihre Fragestellung: Funktioniert das System Wiesenhof nur, weil der Konzern Umwelt, Tiere und Menschen ausbeutet?

Film von Monika Anthes und Edgar Verheyen
http://www.daserste.de/doku/beitrag_dyn~uid,f33ivr9q5e7ndy3i~cm.asp


Schade, dass wohl wie üblich nur die Art der Haltung kritisiert wird...

Borneo Orang-Utan-Hilfe speziesistisch

Autor: Jay
Datum:
Forum: Produktanfrageforum
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Therry Jackson schrieb:
> http://weisse-liste-palmoel.npage.de/

Ich kann diese "Interessengruppe Borneo Orang-Utan-Hilfe" einfach nicht verstehen.

Wie kann man einerseits so für eine Tierart eintreten, und andererseits dann solche Betriebe wie

Bauer J. GmbH & Co. KG Milchverarbeitung,
Breisgaumilch GmbH,
Kleinemas Fleischwaren GmbH & Co. KG,
Wiesenhof Geflügel Kontor GmbH

auf die Weisse Positivliste setzen, als ob diese Betriebe nicht zigfach mehr Tiere auf dem Gewissen hätten, als die ganze Palmölindustrie zusammen...

Jetzt verstehst du vielleicht, warum hier gefragt wurde, wieso es immer nur um die Affen geht.

Was Sojola betrifft, bist du übrigens nicht auf dem neuesten Stand: das unvegane Vitamin D ist raus, Sojola ist also eine Alternative (siehe http://tierrechtsforen.de/7/3711/4149).

Praktisch wäre es übrigens, wenn du bei einem Nicknamen bleiben würdest...

Lg, Janet.

PETAs "Undercover-Recherchen"

Autor: martin
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Es ist nützlich, die Tierausbeutungsrealität zu dokumentieren und öffentlich zu machen. Letztlich ist das auch der eigentliche und hauptsächliche Grund, weshalb Menschen vegan werden, die Vorteile für Gesundheit und Ökologie sind Nebenaspekte.

Etwas jedoch gibt es bei dieser Dokumentation nicht: "Mißstände". Die gesamte Tierausbeutungsindustrie an sich ist das Problem und daher gibt es nur offensichtlichere/extremere Formen der Tierausbeutung und verdecktere/weniger extreme. Wer von "Mißständen" spricht, erreicht nur Tierschutz, welcher die Tierausbeutung auf einer neuen Ebene festigt, aber niemals (auch nicht "langfristig") die Abschaffung dieser. Wenn "Mißstände" bestehen, werden sie beseitigt und damit suggeriert, die "reguläre" Tierausbeutung sei nicht zu beanstanden, da das Problem die "Übertretungen des Tierschutzgesetzes" seien. Die Tierausbeutung unter Einhaltung des Tierschutzgesetzes hingegen wird damit nicht kritisiert.

Genau dies ist das Prinzip von PETAs "Undercover"-Aufnahmen. Während Tierrechtsorganisationen jede Form von Tierausbeutung (ob "Käfig-" oder "Freilandhaltung") dokumentieren und das Tierausbeutungssystem an sich kritisieren, sucht sich PETA Betriebe heraus, wo "Mißstände angeprangert" werden können. Diese bestehen in der Übertretung des Tierschutzgesetzes (oder eigener Standards). Solche Entdeckungen sind ein "Skandal", woraus folgt, daß richtig wäre, wenn das Tierschutzgesetz eingehalten werden würde. Tierrechtler können darüber nur den Kopf schütteln, denn der wirkliche Skandal ist, daß es dieses Gesetz, das Massenmord legalisiert, überhaupt gibt. Das Problem sind nicht einzelne Betriebe, deren "Übertretungen" unterbunden werden müßten, sondern die Akzeptanz jedweder Form von Speziesismus. Und den schafft man nicht ab, indem man die Umsetzung oder Einhaltung speziesistischer Gesetze fordert.

Deutlich wird PETAs Vorgehen beispielsweise an der "Aufdeckung der Zustände" im "Kuhstall Stetten". Das skandalöse daran: es ist ein "Vorzeigehof". Das impliziert, daß bei allen Betrieben, die keine "Vorzeigehöfe" sind, diese Zustände weniger "anprangerungswürdig" seien, obwohl die Bezeichnung für das Leiden der Tiere völlig irrelevant ist. Worum es hier geht, ist "Ehrlichkeit dem Verbraucher gegenüber", nicht die Tierrechtsverletzung an sich.
Nachdem sich herausstellte, daß der Landwirt durch Krankheit gehindert war, dem "Tierschutzstandard" zu entsprechen, lenkte PETA natürlich ein.
Zitat: Man habe aber Verständnis für schwierige Situationen, "wenn die Fehler eingesehen werden". Haferbeck: "Wir ziehen die Strafanzeige dann möglicherweise zurück."

(http://www.leinfelden-echterdingen.de/servlet/PB/menu/1418255_l1/index.html)

PETA hat "Verständnis" für Tierrechtsverletzung unterhalb des Standards, wenn der Ausbeuter krank ist; "Fehler" waren die Nicht-Einhaltungen des Standards, nicht der Umstand, daß so ein Betrieb überhaupt existiert. Wenn zu der regulären Tierausbeutung zurückgekehrt wird, scheint es von PETAs Seite aus nichts mehr zu kritisieren zu geben.

Auch der neuste "Skandal" bei Wiesenhof paßt in das Schema. Das "skandalöse" daran ist, daß dieser Betrieb unter einem "Qualitätssiegel" läuft, dessen Ansprüche damit nicht eingehalten würden. Auch hier wieder ist Ehrlichkeit dem Verbraucher gegenüber der "Mißstand". Die Verwerflichkeit von Tierausbeutung an sich wird damit nicht einmal angekratzt. PETAs Forderung ist, "daß die gesetzlichen Vorgaben auch tatsächlich eingehalten werden". Die Logo-Unterschrift lautet bekanntlich "Stoppt Tierquälerei". Tierschutz par excellence, vom Ziel der Abschaffung des Systems keine Spur.

Und genauso wird es verstanden.
Zitat: "Das Material ist schockierend", sagte der PHW-Sprecher. Die dokumentierten Verstöße gegen den Tierschutz seien "absolut inakzeptabel". Das Unternehmen habe inzwischen personelle Konsequenzen bei den Hauptverantwortlichen gezogen und arbeite mit den für die Verladung verantwortlichen Fremdfirmen nicht mehr zusammen. Auch die Kontrollen auf den Betrieben sollten verstärkt werden.

Der Vertrag mit dem Pächter der betreffenden Farm bestehe seit November 2009 nicht mehr. PHW werde aber Strafanzeige gegen den verantwortlichen Farmleiter stellen, sagte der Sprecher. Dieser sei laut Vertrag mit Wiesenhof zur Einhaltung der Tierschutzbestimmungen verpflichtet gewesen und hätte das Unternehmen und den Amtstierarzt informieren müssen.

(http://www.stern.de/panorama/vorwuerfe-gegen-gefluegelproduzenten-quaelt-wiesenhof-seine-huehner-1535099.html)


Zitat: Mit Entrüstung hat die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Angelika Peters, auf die gestrigen Meldungen über tierquälerische Praktiken auf einer Farm des Geflügelzüchters Wiesenhof im niedersächsischen Twistringen reagiert:

„Wie die Tierschutzorganisation PETA eindrucksvoll dokumentierte, ist es auf der Geflügelfarm zu schlimmen Misshandlungen von Hühnern gekommen: sie wurden auf grausame Weise getötet und beim Transport verletzt. Ich hätte nicht gedacht, dass derartige Vorfälle in Deutschland noch möglich sind. Ich begrüße daher ausdrücklich das Vorhaben der Tierschutzorganisation PETA, Strafanzeige gegen den Wiesenhof-Konzern zu stellen. Verstöße gegen das Tierschutzgesetz müssen konsequent geahndet werden. Ich hoffe nur, dass solche Zustände in Mecklenburg-Vorpommern ausgeschlossen sind.“

In diesem Zusammenhang erinnert Angelika Peters daran, dass seit dem 1.1. 2010 in Mecklenburg-Vorpommern die herkömmliche Käfighaltung von Hühnern nicht mehr erlaubt ist. Alle Betriebe haben ihre Haltung auf artgerechte Systeme umgestellt. In Mecklenburg-Vorpommern gibt es in Betrieben mit mehr als 350 Tieren ca. 1,87 Mio. Legehennen.

(http://www.umweltruf.de/news/111/news0.php3?nummer=34010)


Zitat: Der Appell des Deutschen Tierschutzbundes: Wenn die Politik versagt, müssen Verbraucher handeln: Jetzt gilt es im Besonderen die Wiesenhof-Produkte zu boykottieren und - wenn noch Hühnerfleisch verzehrt wird - immer nur das von Fleisch von Hühnern zu verwenden, die tiergerecht gehalten wurden. Letzteres gilt für Produkte von Bauern, die sich dem NEULAND-Verein für tiergerechte und umweltschonende Nutztierhaltung oder einem Verband des Ökologischen Landbaus angeschlossen haben.

(http://www.presseportal.de/pm/7750/1542976/deutscher_tierschutzbund_e_v)

Die Folge von PETAs "Aufdeckung" ist, wie erwartet und wie von PETA eingefordert, "nette" Tierausbeutung.

Was ändert sich, wenn PETAs Forderungen umgesetzt sind? Die Tiere werden beim "Ausstallen" nur noch mit "angemessener" Gewalt in Kisten gestopft bzw. sie werden "fachgerecht" umgebracht, statt laienhaft. Das ist natürlich besser als der Zustand zuvor, aber in Relation zu der gesamten Ausbeutung eine marginale Änderung. Was hier und bei allen anderen "Undercover-", "Investigations-" oder "Skandal"-Aufnahmen gemacht wird, ist kostenlose Werbung für die Tierausbeutungsindustrie. Produkte, die Standards entsprechen, verkaufen sich gut, dazu muß nur auf die Einhaltung des Standards bestanden und auf seine Existenz hingewiesen werden. Beides bedient PETA vorbildlich.

Daran ändert auch die Alibi-Rhetorik des Hinweises auf die Möglichkeit der Änderung des Konsumverhaltens im Video und auf der dazugehörigen Seite nichts. Diese Forderung nach Veganismus ist dabei keineswegs die zentrale Aussage, es ist die nachgereichte, letzte Randanmerkung (und das nur theoretisch, denn faktisch spricht PETA von einem "Veggie Starter Kit" und "Veggie" ist ein Freifahrtschein für Unveganismus wie Vegetarismus). Die erste und indirekt die zweite Aufforderungen lauten: Spenden.

Es ist ein abgekartetes Spiel: Die Produzenten können ihre Verantwortung demonstrieren, indem sie ihr "Entsetzen" zeigen und marginale "Maßnahmen" und "Änderungen" ankündigen; die Verbraucher ihre Besorgtheit, indem sie nur Produkte mit eingehaltenen Standards konsumieren; und die Tierschutzorganisation bekommt die Spenden. Alle sind zufrieden. Naja, bis auf die Tiere.

Nutztiere / Das Huhn, der vollendete Sklave des Menschen

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Von Michael Miersch
29. Mai 2009, 15:41 Uhr


Es gibt Pferde, Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Wild und Fisch. Aber warum kommt kein anderes Tier so häufig auf den Tisch wie das Huhn? 17 Milliarden Hühner leben heute auf der Welt – sie werden gegrillt, gebacken, gebraten und gekocht. Die Menschheit hat dem fügsamen Federvieh wahrlich viel zu verdanken.


Foto: pa
In den Industrieländern kann sich heute jeder täglich ein Huhn im Topf leisten - "Dank" Aufzucht in industriellem Maßstab.



Nordeuropäer und Amerikaner essen keine Pferde, Hindus keine Rinder, Juden und Moslems keine Schweine. Fisch und Lamm finden viele Menschen widerlich, Wild erst recht. Muscheln, Meerschweinchen und andere Tiere werden nur von Minderheiten geschätzt. Nur ein einziges Wesen wird in aller Welt gegrillt, gebacken, gebraten und gekocht: das Huhn. Gebratenes Huhn und Hühnersuppe sind in China ebenso beliebt wie in Chile, bei Arabern wie bei Israelis, ja sogar Deutsche und Franzosen können sich darauf einigen. Huhn ist konsensfähiger als Fußball und Sex.
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17 Milliarden Hühner leben heute auf der Welt – die wenigsten davon allerdings nicht gerade lang. Ein typisch europäischer Broiler, der männlich oder weiblich sein kann, ist nach 33 Tagen schlachtreif. Doch auch wenn sein Dasein im Diesseits schnell vorüber ist, so ist das Huhn, biologisch betrachtet, dennoch der erfolgreichste Vogel der Welt. Denn die Währung der Evolution sind Nachkommen und die werden mit Hilfe des Menschen in einer Größenordnung ausgebrütet, die auch die häufigsten Wildvögel in den Schatten stellt. Und dies, obwohl ein Großteil der Eier verspeist wird. Hühner gibt es heute fast überall. Ihre Zahl übersteigt die aller anderen Haus- und Nutztiere (abgesehen von Bienen und Schrimps). Fast drei Hühner kommen derzeit auf jeden Erdenbürger. Dabei ist der Mensch spät auf das Huhn gekommen.

Rind, Schwein, Schaf und Ziege waren schon seit Jahrtausenden domestiziert, als vor etwa 5400 Jahren irgendwo in Südostasien jemand durch den Urwald wanderte und sich ein paar Küken des Bankivahuhns in die Tasche steckte. „Es darf als sicher gelten“, schreibt der Nutztierforscher Hans Hinrich Sambraus, „dass die ursprünglichen Gründe für die Domestikation einzelner Arten nicht mit den jetzigen Nutzungszwecken übereinstimmen.“ Beim Schaf und beim Rind nimmt man an, dass sie zunächst als Kult- und Opfertiere gezähmt wurden. Beim Huhn – so die Theorie – könnten die Hahnenkämpfe die menschliche Neugier geweckt haben, aber beweisen kann man es nicht. „Es wird uns ewig rätselhaft bleiben“, schrieb der Zoologe Alfred Brehm, „wie es der Mensch anfing, die freiheitsliebenden Wildhühner zu vollendeten Sklaven zu machen.“ Vermutlich war es gar nicht so schwer. Noch heute kann man in vielen Gegenden beobachten, dass Hühner in der Nähe des Hauses bleiben, auch wenn sie frei herumlaufen dürfen. In ärmeren Gegenden müssen sie sogar ihr Futter selbst suchen und schlafen auf den Bäumen am Dorfrand. Die „Freiheitsliebe“, die Brehm dem wilden Bankivahuhn unterstellt, scheint erloschen zu sein. „Die Henne ist das beste Beispiel dafür“, schrieb der polnische Dichter Zbigniew Herbert, „wo das enge Zusammenleben mit Menschen hinführt. Sie hat die Leichtigkeit und die Anmut des Vogels gänzlich verloren.

Trotzdem kam das Huhn in vielen menschlichen Kulturen zu hohen Ehren. Laut dem finnischen Kalevala-Epos entstand das Universum aus den Eiern eines Huhns. In der griechischen und römischen Antike, aber auch auf Sumatra versuchten Priester in den Innereien von Hühnern die Zukunft zu lesen. Ebenso wurde das Verhalten beim Körnerpicken als Omen für kommende Ereignisse betrachtet. Engländer brechen noch heute nach dem Genuss eines gebratenen Huhns den abgenagten Gabelbeinknochen. Wer das größere Stück in der Hand hält, darf sich etwas wünschen.

Die Menschen brachten die pflegeleichten Vögel aus ihrer ursprünglichen Heimat Südostasien zunächst ins Industal (dem heutigen Pakistan) und später nach Ägypten. Von dort gibt es aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus bereits schriftliche Überlieferungen, dass Hühner jeden Tag ein Ei legen. Das heißt, der größte züchterische Fortschritt hatte damals bereits stattgefunden. Bankivahühner legen nur etwa 20 Eier im Jahr, heutige Legerassen bis zu 300. Über Griechenland und Rom schaffte es das Huhn etwa 700 vor Christus in germanische Gefilde. Wie bei den anderen Nutztieren erreicht im 19.Jahrhundert die Veredelung durch Zucht ihren Höhepunkt. Aus dieser Zeit stammen die meisten der 180 im europäischen Rassegeflügelstandard bekannten Formen, darunter die über fünf Kilo schweren Brahma, die Seidenhühner, deren Federn wie weiches Fell wirken, die Italiener, die dem wilden Bankivahuhn ähneln und die Weißen Leghorn, ein Erfolgsmodell, das in 51 Ländern der Erde Eier legt.

In den Industrie- und Schwellenländern ist die Hühnerhaltung eine hoch spezialisierte Branche, die penibel auf Wirtschaftlichkeit und Hygiene achtet. Jeweils vier Konzerne beherrschen den Weltmarkt für Legehennen und Broiler. Sie besitzen exklusive Zuchtlinien und teilen sich den Markt. Einer der Großen im Geschäft ist die deutsche Firma Westjohann, zu der das Wiesenhof-Imperium gehört. „Die moderne Geflügelzucht ist eine große soziale Tat“, sagt Eigentümer Paul-Heinz Westjohann. „Ein Hähnchen kostet heute genauso viel wie vor 50 Jahren, während das Einkommen sich vervielfacht hat.“ Für weniger als drei Euro ist heute ein ganzer Broiler aus dem Tiefkühlregal beim Discounter zu haben. Solche Preise waren einst soziale Utopie. Der Französische König Heinrich IV, ging als guter Herrscher ins Volksgedächtnis ein, weil er jedem Franzosen „Sonntags ein Huhn im Topf“ versprach.

Dass sich heute in den Industrieländern auch Geringverdiener tagtäglich ein Huhn im Topf leisten können, liegt an der komplett durchrationalisierten Aufzucht. Weniger als 80 Cent kostet die Mast eines Broilers vom Kauf des Kükens aus der Brüterei bis zur Schlachtreife. Am Ende wiegt der Vogel etwa zwei Kilogramm. Um dieses Gewicht zu erreichen muss er 3,2 Kilogramm Futter in Fleisch umwandeln. Das ist verglichen mit Schweinen oder Rindern ein sensationell geringer Bedarf. Broilermast findet normalerweise in großen Hallen statt, in denen etwa 20 Tiere pro Quadratmeter scharren. Damit sie sich nicht verletzen, wird ihnen als Küken die Schnabelspitze gekappt. Am Ende ihres kurzen Lebens reisen sie in Kisten verpackt und zum Schlachthof.

[Video zur Domestikation von Tieren]
Die Industrialisierung des Huhns entfachte einen erbitterten Streit

Legehennen in Käfigbatterien wurden zum Symbol für inhumane Tierhaltung. Vierzig Jahre nach dem Aufkommen der ersten Proteste wurden die Hühnerkäfige in Deutschland verboten. Die anderen EU-Staaten wollen bis zum 2012 folgen. Wer sich einen Überblick über die Haltungsformen der Nach-Käfig-Zeit verschaffen möchte, kann das auf dem Lehr- und Forschungsgut Ruthe vor den Toren Hannovers tun. Die Tierärzte, Agraringenieure und Verhaltensforscher auf Gut Ruthe kamen zu Ergebnissen, die ihnen viel Ärger einbrachten, weil sie dem widersprechen, was die meisten Menschen glauben wollen: Freilandhaltung ist schlechter als ihr Ruf. Sie belastet die Umwelt durch den vielen Kot, der die Erde verdirbt. Und auch für die Tiere ist der Auslauf weniger angenehm, als man früher dachte. Hennen, die unter freiem Himmel leben, werden häufiger krank und sterben im Durchschnitt früher. Freilandhühner leiden verstärkt unter Salmonellen und Wurmbefall, denn Wildvögel wie Tauben und Spatzen schleppen Krankheiten und Parasiten ein. Das Risiko einer Infektion mit Geflügelgrippe ist sehr hoch. Außerdem kommt es weitaus häufiger als im Käfig zu dem von Hühnerhaltern gefürchteten Federpicken und Kannibalismus: Die Hennen picken sich gegenseitig die Federn aus und hacken sich zu Tode. Freilandhühner brauchen häufiger tierärztliche Behandlung.

Die Hennen in der früher üblichen Käfighaltung leben vergleichsweise gesünder und auch ihre Eier sind weniger von Keimen belastet. Andererseits steht fest, dass Legehennen in der Enge der Käfige sich nicht selten die Knochen brechen. Außerdem wurde nachgewiesen, dass bestimmte, wichtige Verhaltensweisen, die bei Hühnern genetisch vorprogrammiert sind, im Käfig lebenslang unterdrückt werden. Sie können nicht Scharren, sie können sich zum Eierlegen nicht zurückziehen, sie haben keine erhöhte Sitzgelegenheit zum Schlafen. Gibt es also für Landwirte nur die Alternative zwischen verhaltensgestörten oder kranken Hühnern?

Der Agrarwissenschaftler Christian Sürie und seine Mitarbeiter suchen auf Gut Ruthe den Ausweg aus diesem Dilemma, indem sie die beiden aussichtsreichsten Haltungsformen vergleichen, die sich vermutlich in der EU durchsetzen werden: Die so genannte Volierenhaltung mit Auslauf und die Kleingruppenhaltung. Die Hennen in den Volieren können an die frische Luft gehen, haben dort aber nicht so viel Platz wie ihre Artgenossinnen in der Freilandhaltung. In der Kleingruppenhaltung geht es enger zu. Die Hennen leben in Großkäfigen und kommen nie ans Tageslicht. Dennoch sind diese Hühnerwohngemeinschaften so geschickt eingerichtet, dass die Hennen darin ihr Verhaltensprogramm weitgehend ausleben können.

„Käfig bleibt Käfig“, sagt die ehemalige Agrarministerin Renate Künast. Der Streit geht weiter. Welche Haltungsvariante sich in Deutschland und Europa durchsetzt, bleibt vorerst offen. Die Hühner werden brav mitmachen. „Die verschiedensten Umstände“, schrieb Brehm über das Huhn, „erträgt es mit einer bewunderungswürdigen Fügsamkeit.“ Wir haben ihm viel zu verdanken.

http://www.welt.de/wissenschaft/article3828206/Das-Huhn-der-vollendete-Sklave-des-Menschen.html

Re: Schwarze Liste noch verständlicher machen?

Autor: Tanja
Datum:
Forum: Veganismusforum
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Mientsche schrieb:

> Ein Aufbau
> wie im Forum wäre übersichtlicher: das Neueste ganz oben usw.

Ja, stimmt, das wäre nicht verkehrt.

> Ich habe mir überlegt, dass solche Dinge wie
> Mundpropaganda-vegane-Produkte vielleicht auch seltener
> werden, weil sich die Leute durch das Internet viel besser
> informieren können und mittlerweile fast jeder im Netz
> herumirrt.

Meinen Erfahrungen nach ist eher das Gegenteil der Fall... Über's Internet können sich Gerüchte wie "Wiesenhof Hähnchenschenkel sind jetzt vegan" noch viel schneller verbreiten...

> Und wer des Lesens mächtig ist, sollte
> mittlerweile schon mal von Produktanfragen gehört haben.

Ja, die gehen dann ganz oft so: "Guten Tag, ist ihr Produkt xy denn vegan? Mit freundlichen Grüßen"

> Ich
> frage mich auch, ob sich die Hersteller inzwischen mehr über
> Veganismus informieren bevor sie einen "vegan-Stempel" auf
> ihre Produkte drucken.

Hm, das wäre mir etwas zu optimistisch gedacht ;-/, aber daß immer öfter das Wort "vegan" irgendwo auftaucht, halte ich schon für gut und bin optimistisch genugm, das für ausbaufähig zu halten. ;-)

Tanja

Offener Brief an AKTE

Autor: BerTA
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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Ein offener Brief der Berliner-Tierrechts-Aktion bezüglich der Mahnwache von AKTE (ArbeitsKreis Tierrechte & Ethik) vor der Zufahrt zur Gedenkstätte Dachau.

Obwohl wir die über die Jahre hinweg allzu oft wiederkehrenden Diskussionen über die Legitimität des sog. „KZ-Begriffs“ verfolgt und uns daran beteiligt haben, waren wir ehrlich gesagt schockiert und enttäuscht, dass Menschen tatsächlich so weit gehen und sich mit der Botschaft „Für Tiere ist jeden Tag Dachau“ vor die Tore der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau stellen. Wir wollen einige Gedanken zu dieser Aktion loswerden, da sie unserer Meinung nach weit über die Grenzen des unkommentiert Hinnehmbaren hinausgeht.

Wir finden diese Mahnwache äußerst unsensibel. Das Konzentrationslager Dachau wurde 1933 durch die NationalsozialistInnen errichtet, bis 1945 fanden hier weit über 30,000 Menschen den Tod. Heute ist es eine Gedenkstätte für genau diejenigen Menschen, die dort ermordet wurden und für die ca. 67,000 Menschen, die bei der Befreiung dort noch am Leben waren. Sie soll dazu dienen, an ein konkretes historisches Ereignis zu erinnern. Menschen besuchen Dachau vor diesem Hintergrund und es ist nicht angebracht, davon abzulenken. Einen Ort wie Dachau für Propagandazwecke zu instrumentalisieren (ganz egal, wie wichtig die eigenen Anliegen auch sein mögen) ist einfach unsensibel, respektlos und schlecht überlegt. Darüber hinaus finden wir es sehr fragwürdig, ob mit einem solchen "Tabubruch" eine Massensensibilisierung erreicht werden kann und sollte. Unter den BesucherInnen sind Überlebende des Konzentrationslagers und Angehörige von Menschen, die dort gefoltert und ermordet wurden. Habt ihr vorher daran gedacht, wie verletzend und erschütternd eine solche Aktion für diese Leute sein könnte?

Auch das Motto der Demonstration „Be peaceful, be veggie, be happy“ ist angesichts des Ortes misslungen und fast zynisch.

Auf vegan.de, habt ihr eure Mahnwache als „mutige Aktion“ beschrieben. Da stimmen wir nicht zu. Immer und immer wieder wurde genau dieser Vergleich gemacht, von TierschützerInnen, „Fleisch“ essenden NachrichtensprecherInnen, Autonomen, der NPD und in einem bekannten Fall von einem Richter. Der Begriff ist veraltet, nichts Neues. Nur weil viele Menschen ihn als kränkend empfinden und weil er kontrovers ist, wird er immer wieder angewendet in der Hoffnung, dass mensch dadurch einen Moment lang Aufmerksamkeit bekommt.

Und genau hier liegt ein großes Problem. Denn überall sehen Menschen mittlerweile KZs: in Massentierhaltungen, „Versuchstier“-Zuchten oder Hochsicherheitsknästen. Und plötzlich sind alle Menschen, wenn sie „Fleisch“ verzehren, doch wie Nazis, eben auch Juden und Holocaustüberlebende, nur nicht die VeganerInnen. Der Holocaust erscheint nicht als ein einmaliges und in unserer Geschichte nicht zu vergleichendes Geschehnis, sondern als etwas, woran wir uns alle einmal beteiligt haben, mehrmals am Tag sogar. Denn er geschah auf unseren Tellern! Ob es so gemeint war oder nicht (und wir gehen eigentlich davon aus, dass ihr keine antisemitischen Absichten verfolgt), ihr relativiert den Holocaust, macht ihn zur Normalität. Begriffe verlieren an Bedeutung und an Aussagekraft, wenn sie überall und für alles verwendet werden. Wenn so viele Sachen "Holocaust" sind, welche Worte haben wir noch, um den Holocaust zu beschreiben? Wie beschreibt mensch die Täter, wenn wir alle zu gleichen Maßen Nazis sind?

Auch um die Gewalt und Ausbeutung gegenüber nichtmenschlichen Tieren zum Ausdruck zu bringen, brauchen wir Worte. Wir brauchen die Möglichkeit, das, was diesen Tieren angetan wird, genau zu beschreiben und zu benennen. Und das tun wir nicht, wenn wir einfach mal "Hühner-KZ" sagen. Das, was diese Tiere erfahren, ist nicht erst dann schlimm, wenn es Dachau ist.

Ein Aspekt dieses Problems wird besonders deutlich, wenn mensch (wie ihr es ja gemacht habt) direkt vor den Toren einer Gedenkstätte demonstriert und sagt: „Die Tiere sind ebenfalls Opfer eines Rassenwahns“. Hier besteht eine große Gefahr, die Grenze zwischen Täter und Opfer zu verwischen, die Opfer des Holocausts quasi für einen eigenen Holocaust (gegen nichtmenschliche Tiere) verantwortlich zu machen. Das haben auch Gruppierungen wie die NPD bemerkt und für ihre eigenen Zwecke benutzt, als sie vom „Bombenholocaust“ sprachen, oder der Tierschutzverein VGT, wenn er über „jüdische Aufhetzung“ schreibt. Auch wenn andere BenutzerInnen ähnlicher Vergleiche keinen Revisionismus betreiben wollen, ist es doch politisch sehr unverantwortlich und spielt denjenigen in den Hände, welche die Verbrechen der NationalsozialistInnen relativieren und verharmlosen wollen.

In eurem Text „Gedanken zur Mahnwache vor dem KZ in Dachau“, sagt ihr schon im Voraus, dass es euch nicht um eine Gleichsetzung, sondern um einen Vergleich geht. Gut. Nur der Satz „Für Tiere ist jeden Tag Dachau“ hört sich schon sehr wie eine Gleichsetzung an, bzw. IST eine. Weiterhin bedeutet Vergleichen nicht nur Ähnlichkeiten, sondern auch Unterschiede zu untersuchen und herauszustellen. Der einzige Unterschied, den ihr scheinbar entdeckt habt, ist die „Spezies“ der Opfer. Jedenfalls seid ihr der Meinung, dass „alle Unterscheidungen doch den Tätern dienen“. Unterscheidungen dienen in erster Linie dazu, eine Sache wirklich zu verstehen. Um etwas bekämpfen zu können, muss mensch den gesellschaftlichen und historischen Kontext verstehen. Denn nichts passiert in einem Vakuum. Das Mindeste, was mensch von einem Arbeitskreis erwarten kann, der sich mit ethischen Fragen auseinandersetzt, ist Differenzierungsfähigkeit und die Bereitschaft, hinter oberflächliche und nichtsdestotrotz sehr fragwürdige Parallelen zu schauen.

In eurer Erklärung weist ihr auch darauf hin, dass es euch hierbei um das ähnliche Leiden geht: „Hunger und Durst, Schmerzen, Verzweiflung und Todesangst verspüren Menschen UND Tiere“. Um das zu erklären, bräuchten wir keinen KZ-Vergleich. Leiden ist individuell. Ein Mensch leidet wie ein anderes Tier allein, fühlt Schmerz allein und nicht als Masse. Wenn du mich schlägst, dann tut es mir weh – unabhängig davon, wie viele andere Menschen geschlagen worden sind. Wenn mensch ein Tier einsperrt und umbringt, leidet das Tier. Und dies nicht mehr oder weniger, weil es möglicherweise auch in Alabama, Brandenburg und anderen Orten der Erde passiert. Der Vergleich wird zum einem zumeist mit Zahlen gerechtfertigt (wie viele Opfer, nicht wie intensiv das Leiden), diese Konzentration auf Mengenangaben blendet wiederum die Individuen aus und zum zweiten mit oberflächlichen Bildern (Wachtürme, Schuppen, Reihen), die aber weder über Ursachen noch Wirkung etwas aussagen.

Wenn es euch bei dem Vergleich nur um das Leiden ginge, würden andere Vergleiche genau so häufig ve rwendet. Ein Kaninchen in einem Labor leidet wie ein Waschbär auf einer Pelzfarm, leidet wie ein Opfer eines Autounfalls, wie eine Überlebende einer Vergewaltigung, wie ein Insasse in Einzelhaft ... Denn wer soll sagen, wessen Leid größer oder schlimmer ist? Aber diese Sachen sind nicht gleich und es ist niemenschem geholfen, wenn wir die Unterschiede ausblenden und alles einfach beim gleichen Namen nennen. Mord ist Mord, aber "Fleischproduktion" ist nicht Vivisektion, "Zirkustiere" werden nicht, wie Animal Peace es meint, "vergewaltigt mit Applaus" und Dachau ist weder Wiesenhof noch eine Demonstrationsstelle.

Berliner-Tierrechts-Aktion

Deutsche, kauft deutschen Reis

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Tierrechtsforum
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> Jaja, ganz nach dem Motto "Deutsche, kauft deutsche Bananen."

Gar nicht so einfach (und wie ist das erst im Winter?):

Zitat:
Auf der Suche nach "made in Germany"

Abendblatt-Test: Nur Deutsche Produkte Einkaufen - geht das überhaupt?. Ministerin Künast fordert Patriotismus beim Shopping. Ein nicht ganz einfaches Unterfangen.
Von Anika Riegert

Hamburg -
Knackige rote Äpfel aus dem Alten Land, frisch vom Lüneburger Acker geerntete Kartoffeln oder ökologische Fleischspezialitäten aus Ahrensburg - die Ware auf dem Eppendorfer Isemarkt hat keine weiten Wege hinter sich. Was hier an den Ständen angeboten wird, kommt zum überwiegenden Teil aus der Umgebung. Die meisten Kunden, die hier auf dem Markt kaufen, wählen bewußt Produkte aus der Region. Vorbildlich, im Sinne der Forderung von Verbraucherschutzministerin Renate Künast.

Als Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen hatte sie vor kurzem die Bundesbürger zum Kauf deutscher Waren aufgerufen. Der Verbraucher müsse sich überlegen, wo die Produkte hergestellt werden, die er kauft. Spielzeug, Babystrampler und Turnschuhe gebe es schließlich auch von deutschen Herstellern. Das Abendblatt hat in einem Praxistest versucht, den Rat der Ministerin zu befolgen.

Der Start am Isemarkt bei Landwirt Kay Burmeister aus Bad Oldesloe ist einfach. Es gibt Bohnen und Kartoffeln aus eigener Ernte, deutsche Flaschentomaten, Salat, Erdbeeren, Äpfel. Nur die Pfifferlinge kommen aus Österreich, dafür kann man deutsche Steinpilze kaufen. Obwohl Burmeister von den deutschen Produkten lebt, ist er auf Frau Künast nicht gut zu sprechen: "Wir müssen ab 2006 komplett auf Freilandhaltung unserer Hühner umstellen", sagt er. Da das Ausland erst später nachziehen wird, fürchtet er die günstigere Konkurrenz aus den Niederlanden. "Wir haben 20 000 Hennen, für die wir künftig 80 Hektar Land benötigen. Das kostet."

Einige Meter weiter, am Stand von Mathias Neubauer, kommt ein Teil der Ware bereits aus den Niederlanden. Blumen. "Im Moment können wir günstige Vierländerrosen anbieten", sagt Neubauer. Schon ab Herbst werden 90 Prozent der Ware aus den Niederlanden geliefert. Das Heizen der Treibhäuser sei hier viel teurer als im Nachbarland.

Der nächste Einkaufstest führt in den Supermarkt. Im Spar Schlemmermarkt am Eppendorfer Baum gibt es derzeit viel heimisches Obst und Gemüse - leicht zu erkennen, da die Herkunft angegeben werden muß. Der Kunde kann vergleichen: die Vierländer Tomaten kosten mit 1,99 Euro pro Kilo genausoviel wie ihre Konkurrenten aus Belgien.

Schwierig wird die Wahl bei abgepackten Produkten wie Reis, Konfitüre oder Saft. Denn längst nicht auf allen Verpackungen steht geschrieben, wo die Ware hergestellt wurde. Oft ist nur zu lesen: produziert für Spar. Alternativ werden auch Vertriebsadressen in Deutschland genannt - die Rohstoffe können aber aus aller Welt stammen. Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer vom Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE): "Der Kennzeichnung innerhalb der EU sind Grenzen gesetzt, weil Produkte aus anderen Ländern nicht diskriminiert werden sollen."

Laut CMA (Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft) muß die Herkunft von Rind und Kalb seit der BSE-Krise erkennbar sein, desweiteren steht das DE in der Erzeugercodierung bei Eiern für deutsche Herkunft. Geflügel wird von großen Herstellern wie Wiesenhof freiwillig mit DDD gekennzeichnet und wenn auf einem Glas "echter deutscher Honig" steht, ist auch welcher drin.

Verbraucherschützern geht das nicht weit genug. "Wir brauchen mehr Transparenz, damit der Kunde prüfen kann, woher die Rohstoffe und Produkte stammen", sagt Silke Schwartau, Ernährungsberaterin bei der Verbraucherzentrale Hamburg. Sie fordert eine generelle Herkunftskennzeichnungspflicht, "nur so kann sich der Verbraucher im Laden orientieren".

Wie viele Produkte in den Hamburger Schlemmermärkten tatsächlich aus Deutschland kommen, kann auch Inhaber Wolfgang Struve nur schätzen. "Vieles kommt mittlerweile aus dem Ausland", sagt er. Grundsätzlich versuche er aber, bei allen Produkten beides vorrätig zu haben: Rindfleisch aus Argentinien und Deutschland. Wasser der Marken Evian und Fürst Bismarck. "Der Kunde soll entscheiden. Ich will niemandem vorschreiben, was er zu kaufen hat", so der Unternehmer. Parmaschinken komme nun mal aus Italien und nicht aus dem Schwarzwald.

Der Besuch im Supermarkt hat gezeigt: Ausschließlich deutsche Lebensmittel kaufen zu wollen, ist fast unmöglich. Wie aber sieht es mit Spielzeug und Babystramplern aus? In der Baby-Etage am Eppendorfer Baum hängen Jäckchen, Bademäntel und Hosen. Auch Strampler. Die kommen allerdings aus Frankreich oder Italien. "Ich würde gern in Deutschland Strampler einkaufen", sagt Inhaberin Tina Luckmann. Allein schon wegen der einfacheren Logistik und der besseren Produktverfügbarkeit. Aber: "Die Qualität, das Design und das Preisleistungsverhältnis der ausländischen Strampler sind besser." Immerhin gibt es deutsche Babyschlafsäcke. Und Steiff-Tiere. Die werden zum Großteil noch in Giengen an der Brenz produziert und gehören damit zu den wenigen deutschen Einzelkämpfern bei Spielwaren.

Denn heute kommen 70 Prozent der Produkte für die Kleinen aus China, 2004 wurde Spielzeug für rund 1,5 Milliarden Euro von dort nach Deutschland exportiert. "Hierzulande wird nur noch in geringem Umfang Spielzeug hergestellt", sagt Volker Schmid, Geschäftsführer des Deutschen Verbandes der Spielwaren-Industrie (DVSI). Ein Grund dafür seien die hohen Lohnkosten.

Ähnlich sieht es bei Sportartikeln aus. Im Laden Sport Schuster an der Eppendorfer Landstraße gibt es nur ein Produkt "made in Germany". Ein Wanderschuh von Hersteller Meindl aus Niederbayern. Ein Familienunternehmen. "Gute Turnschuhe von großen Herstellern wie Nike oder Adidas kommen aus Taiwan", sagt Ladeninhaber Walter Schuster. Dort habe man qualitativ aufgeholt und produziere viel günstiger. "Es ist doch heute billiger, eine Hantel um die halbe Welt zu fliegen, als sie in Deutschland zu gießen", sagt er.

Immerhin, die letzte Station am Testtag macht Hoffnung im Sinne von Renate Künast. Beim türkischen Lebensmittelhändler Mahmut Simsek am Eppendorfer Weg gibt es nicht nur deutsches Obst und Gemüse, sondern auch deutsche Lammsalami, deutsches Brot und deutsche Eier. Er verkauft aber auch Brotaufstrich. Mit viel Knoblauch, aus eigener Herstellung. Und der ist so richtig lecker türkisch.

erschienen am 20. August 2005

http://www.abendblatt.de/daten/2005/08/20/472954.html


Achim

Der PC brütet die Küken aus

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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Wiesenhof-Geflügel

Der PC brütet die Küken aus

60 Millionen Tiere schlüpfen pro Jahr in Möckern

VON Susanne Grosse, 23.06.04, 16:11h, aktualisiert 16:15h


Noch flauschig, bald knusprig: Wiesenhof-Geflügel in Möckern macht aus Küken handelsfertige Hähnchen und Keulen. (Foto: ZB)


Möckern/dpa. Die Wiesenhof-Geflügel Möckern GmbH will ihren Standort weiter ausbauen. Für eine Million Euro wird bis August die Brüterei erweitert. 60 Millionen Küken - zehn Millionen mehr als bisher - sollen dann pro Jahr schlüpfen. Der zur deutschen Geflügelmarke Nummer eins gehörende Betrieb im Jerichower Land beliefert Handelsketten in Deutschland, England, Italien und bald auch in Schweden mit Hähnchen und Keulen.
Das Unternehmen mit 450 Mitarbeitern erwirtschaftete 2002 einen Umsatz von über 87 Millionen Euro. "In diesem Jahr wollen wir eine Steigerung auf 95 Millionen Euro erreichen", sagt Geschäftsführer Joachim Rühling. Seit 1990 gehört Möckern zur Wiesenhof-Gruppe (Hauptsitz Visbek / Niedersachsen). Die Gruppe hat bundesweit einen Marktanteil von 35 Prozent.

Mit einem Lächeln auf den Lippen öffnet Gisela Ringleb die Tür einer Brutanlage. Zum Vorschein kommen zig kleine, gelb-flauschige Küken, die fleißig piepen. "Es dauert 21 Tage, bis ein Ei ausgebrütet ist", sagt sie. In der mit modernster Technik ausgestattete Brüterei mit 16 Mitarbeitern werden per Computer Temperatur, Feuchtigkeit und Frischluft reguliert.

Die Eier stammen aus 30 Elterntierhallen mit Bodenhaltung in Möckern und Umgebung. Nach dem Desinfizieren kommen sie für 18 Tage in den so genannten Vorbrüter. "Danach werden die unbefruchteten Eier per Computer aussortiert", sagt Brutleiter Hans-Jürgen Wundersitz. Nach drei Tagen im "Schlupfbrüter" kommen die Küken zur Welt. "Die Verluste liegen bei unter einem Prozent pro Woche", betont Wundersitz.

Um die Herkunftsgarantie zu gewährleisten, herrschen strenge Qualitäts-, Hygiene- und Dokumentationsbestimmungen. Die Eier stammen nur von Elterntieren, die von Wiesenhof in Deutschland gezüchtet wurden. "Beim Futter wird auf tierische Eiweiße und Leistungsförderer verzichtet", betont Rühling. Jede Woche werden die Elterntiere auf Salmonellen untersucht. Zudem werden Wasser- und Futterstellen überprüft. Auch auf Biorhythmus und Nachtruhe der Tiere wird geachtet.

Nach dem Schlüpfen werden die Küken gemästet, bis sie ihr Schlachtgewicht erreichen. "60 Prozent der Küken bleiben bei Wiesenhof in Sachsen-Anhalt und Brandenburg, 40 Prozent gehen nach Niedersachsen", sagt Rühling. Wiegen sie genug, werden sie in der Betriebsschlachterei mit 300 Mitarbeitern zu Wiesenhof-Hähnchen, tiefgekühlte Keulen oder Filetstücke verarbeitet. Die Produkte werden im Logistikzentrum verladen und zum Abnehmer gefahren. Bundesweit betreibt Wiesenhof acht Schlachtereien und Verarbeitungsbetriebe sowie drei Logistik-Zentren. In Möckern steht die einzige Tiefkühlschlachterei.

Mehr als 90 Millionen Euro wurden seit der Wende in den Betrieb investiert, der zu DDR-Zeiten ein Kombinat für Industrielle Mast (KIM) war. "Für 450 Mitarbeiter wurden gute und sichere Arbeitsplätze geschaffen", sagt Rühling. 19 Auszubildende lernen in dem Betrieb. "Mit den motivierten und qualifizierten Menschen und neuester Technik sichern wir die Wettbewerbsfähigkeit auf dem hart umkämpften Markt", so Rühling.

Besonders stolz ist Wiesenhof-Möckern auf seine Biogasanlage. "Hier wird aus Hähnchenmist Energie gemacht", sagt Geschäftsführer Hans-Georg Mücke. Die 1,3 Millionen Euro teure Anlage erzeugt täglich 2500 Kubikmeter Methangas. Verarbeitet werden sieben Tonnen Hähnchenmist und sieben Tonnen Flotat (abgesondertes Fett), mit Wasser zu 40 Kubikmetern Flüssigmasse angereichert. Die Hälfte der Energie wird an die Stadt Möckern verkauft.

Noch flauschig, bald knusprig

Autor: Achim Stößer
Datum:
Forum: Pressespiegel
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"Noch flauschig, bald knusprig: Wiesenhof-Geflügel in Möckern macht aus Küken handelsfertige Hähnchen und Keulen" - diese zynische Bildunterschrift zu einem der jährlich 60 Millionen Wiesenhof-Opfer in Möckern verdeutlicht, welche Geisteshaltung hinter der Bauern-Hofberichterstattung der "Mitteldeutschen Zeitung", die Ausbeuterpropaganda als redaktionellen Beitrag ausgibt, steht.