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Veganismusforum:
Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Anzahl Beiträge in diesem Thread: 95

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Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Achim Stößer | Datum:
Warum eigentlich gibt es so viele "Vegetarier", die "Fisch" oder auch mal "Wild" essen? "Veganer", die "Honig" konsumieren? Solche, die "ab und zu mal Ausnahmen machen"? Oder, anders gefragt, wieso müssen so viele Leute sich mit fremden Federn [pun intended] schmücken? Sich "Tierrechtler" nennen, obwohl sie Tierrechtverletzer sind?

Schließlich könnten Sie sich ja auch "Pluckerwank" nennen (ohne Pluckerwank zu sein)?

Könnte es sein, daß sie wissen, daß das, was sie tun, falsch ist, und daß sie daher versuchen, das was sie tun, zu übertünchen?

Oder daß sie schlicht mehr scheinen wollen, als sie sind?



Achim

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: martin | Datum:

> Könnte es sein, daß sie wissen, daß das, was sie tun, falsch
> ist, und daß sie daher versuchen, das was sie tun, zu
> übertünchen?

Vermutlich. Die bisherigen/klassischen Ausweichstrategien bei der Konfrontation mit ihrer Unethik waren Leugnung oder Schuldprojektion. Inzwischen haben wohl selbst die Minderbemittelsten mitbekommen, daß sich ihr millionenfaches Morden doch nicht so einfach leugnen läßt, und die Schuldprojektion hat den gleichen Effekt, wie einen Gummiball gegen eine Wand zu werfen, um ihn loszuwerden.
Deshalb scheint die neuste Ausweichstrategie zu sein, sich ab und an oberflächlich anzupassen, Etikettenschwindel zu betreiben und sich so der Kritik zu entziehen.

Entscheidungen treffen

Autor: Ricarda | Datum:
Hmja, diese ein-bisschen-ist-schon-genug-Attitüde ist ziemlich weit verbreitet in dieser Gesellschaft und das in sehr vielen Bereichen.
Man will sich wohl alles offen lassen..
Einfach eine Entscheidung zu treffen ist dann wohl zu radikal und radikal will ja niemand sein.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: scholli | Datum:
Ich bin nicht 100% vegan, aber nenne mich manchmal trotzdem Veganer, also bin ich wohl genau die Zielgruppe, die du, Achim, hier thematisieren willst. Manchmal erkläre ich immer gleich mit, dass ich nicht 100% vegan bin, wenn ich sage ich sei Veganer. Manchmal eben nicht.

Nein, ich will mich nicht mit fremden Federn schmücken, im Gegenteil: Üblicherweise muss ich mich für meinen extrem unnormalen Konsum rechtfertigen und stoße oft auf viel Unverständnis. Da kann von "schmücken" also gar nicht die Rede sein. Es ist bei meinen Gegenüber oft alles andere als hoch angesehen, dass ich vegan bin. Bestenfalls wird es toleriert, aber selten als gut und wichtig erachtet.

Und nein, ich versuche nicht zu übertünchen was ich tue. Im Gegenteil bekräftige ich in Diskussionen Leute, die mir einwenden, dass konsequenter Veganismus auch dieses und jenes bedeuten würde. Ich freu mich wenn sie die vegane Idee verstanden haben und selber weiterdenken. Und ich stehe dazu, dass ich nicht 100% vegan bin, dass es mir manchmal schwer fällt diesen politischen Anspruch zu 100% umzusetzen.

Denn das ist mir sehr wichtig: Dass Bedürfnisse manchmal im Konflikt stehen mit politischen Ansprüchen. Und das eine gesunde Lösung dieses Konflikts nicht darin bestehen kann, die eigenen Bedürfnisse beispielsweise nach unveganem Konsum zu ignorieren oder zu verteufeln. Ich akzeptiere mich so wie ich bin. Dazu gehört auch, dass ich manchmal Bedürfnisse habe, die meinen eigenen Ansprüchen nicht genügen, zum Beispiel keine Tiere zu töten.

Dabei bleibe ich aber nicht stehen. Zwar akzeptiere ich meine Bedürfnisse, versuche sie aber gleichzeitig auch so zu verändern, dass sie meinen politischen Ansprüchen genügen. Das ist ein anstrengender, langsamer und nie endender Prozess. Diesen Prozess führe ich nicht gegen mich und meine Bedürfnisse. Ich zwinge mich nicht zu etwas, mit dem ich mich richtig schlecht fühle. Genau deshalb sind die Früchte dieses Prozesses, mein verändertes Konsumverhalten, von Dauer. Wenn ich mich permanent gewaltsam zu etwas sehr unangenehmem zwingen würde, dann würde ich das vielleicht eine Zeit durchhalten. Aber irgendwann würde ich das nicht mehr schaffen, zusammenbrechen und im schlimmsten Fall ins Gegenteil umschlagen.

Diese meine Sicht auf den nie endenden Konflikt zwischen Bedürfnissen und Ansprüchen ist auch der Grund, weshalb ich mich Veganer nenne, obwohl ich nicht zu 100% vegan konsumiere. Ich nenne mich Veganer, weil ich sehr viel vegan konsumiere und mich immer wieder mit meinen unveganen Bedürfnissen auseinandersetze.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: nero | Datum:
du sprichst hier von Bedürfnissen, deinen Bedürfnissen.
welche bedürfnisse hat denn ein gequältes schwein oder rind kurz vorm bolzenschluss? richtig, es will nicht sterben!

sich wiedersprechende Bedürfnisse

Autor: scholli | Datum:
Ja. Ich hab mich zwar noch mit keinem Schwein unterhalten, aber ich geh auch mal davon aus dass kein Schwein umgebracht werden will.

Ich will keine Tiere töten oder sonstwie schlecht behandeln. Gleichzeitig will ich aber auch viele andere Sachen, die zum Teil meinem Wunsch niemals Tiere zu töten wiedersprechen. Das ist der wichtige Punkt: Trotz dass es mir so wichtig ist keine Tiere zu töten, habe ich immer noch Bedürfnisse nach unveganem Konsum. Die lassen sich nicht wegdiskutieren, das geht nicht.

Was sich diskutieren lässt ist die Frage, wie ich mit solchen Bedürfnissen umgehe. Das würde ich dann jetzt gern weiterdiskutieren, aber vorher meine Frage an dich, nero, ob du soweit einverstanden bist bzw. das nachvollziehen kannst?

Re: sich wiedersprechende Bedürfnisse

Autor: Jay | Datum:
Deine "Bedürfnisse" nach Cappucino, Keksen und Käse, sowie Faulheit (du hast ja anscheinend keine Lust dich über versteckte Tierprodukte etc zu informieren) stellen absolut kein Dilemma dar.

Zum einen sind die von dir genannten Lebensmittel leicht verzichtbar, zum anderen gibt es davon zahlreiche vegane Alternativen. Nur weil du gerade keine veganen Kekse zur Verfügung hast, ist das essen von unveganen Keksen nicht plötzlich akzeptabel!

Über sowas kann ich nur noch den Kopf schütteln...

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Ricarda | Datum:
scholli schrieb:
> Ich nenne mich Veganer, weil ich sehr viel vegan
> konsumiere und mich immer wieder mit meinen unveganen
> Bedürfnissen auseinandersetze.
Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Re: Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Autor: scholli | Datum:
Das ist bei mir nicht konstant.

Beispielsweise habe ich sehr lange noch auf der Arbeit Kuhmilch-Cappuchino getrunken. Und vor einiger Zeit hatte ich Probleme in meiner Beziehung und habe während drei Wochen oder so immer weniger drauf geachtet, ob Kekse vegan sind, habe immer mehr Käse gegessen usw.

Im Moment sieht's bei mir so aus:
Beim Essen & Trinken habe ich aktuell den "vegansten" Zustand den ich je hatte: Ich esse und trinke nix wo offensichtlich was tierliches drin ist. Allerdings kenne ich mich echt nicht mit den ganzen Zusatzstoffen aus und achte dementsprechend auch nicht drauf, ob die vegan sind. Da ich aber fast nur Biokram esse, wo kaum Zusatzstoffe drin sind oder manchmal auch 'vegan' dran steht, dürfte das mengenmäßig nicht sehr viel sein.

Klamotten außer Schuhe kaufe ich nur ohne offensichtliche tierliche Bestandteile. Schuhe habe ich schon lange nicht mehr gekauft. Ich will aber demnächst nach Münster zu rootsofcompassion, da gibt's vegane und faire Schuhe. Generell ist mir "fair" wichtiger als vegan, weshalb ich auch z.B. die unveganen Stiefel von Cafe Libertad kaufen würde, wenn es sie grad in meiner Größe noch geben würde.

Keine Ahnung, ob der ganze Kleber vegan ist, der meine Bücher, meine Gitarre, meine Schuhe, meine Lebensmittelverpackungen etc. etc. zusammenhält.

Ich weiss auch sonst bei allen möglichen Dingen nicht, ob sie vegan sind. Und eigentlich gilt das auch für's gesamte Essen. Zum Beispiel weiss ich nicht ob mein Kaffee im Ursprungsland mit von Tieren gezogenen Wagen transportiert wurde, vorstellen könnt ich's mir. Auch meine Kartoffeln sind evtl. mit Tierdung gedüngt.

Ich hoffe ich konnte dir nen Eindruck vermitteln, auf welchem Level ich mich beim vegansein bewege.

Re: Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Autor: martin | Datum:

> Im Moment sieht's bei mir so aus:
> Beim Essen & Trinken habe ich aktuell den "vegansten" Zustand
> den ich je hatte: Ich esse und trinke nix wo offensichtlich
> was tierliches drin ist.

Das ist nicht die Definition von "vegan".

> Biokram esse, wo kaum Zusatzstoffe drin sind oder manchmal
> auch 'vegan' dran steht, dürfte das mengenmäßig nicht sehr
> viel sein.

Was da drauf steht, ist nicht viel wert.

> Zum Beispiel weiss ich nicht ob mein Kaffee im Ursprungsland
> mit von Tieren gezogenen Wagen transportiert wurde,
> vorstellen könnt ich's mir. Auch meine Kartoffeln sind evtl.
> mit Tierdung gedüngt.

Du solltest dir erst einmal ansehen, was "vegan" bedeutet, denn..

> Ich hoffe ich konnte dir nen Eindruck vermitteln, auf welchem
> Level ich mich beim vegansein bewege.

..du bewegst dich auf "Level" null. Es gibt nicht "ein bißchen vegan", nicht "veganer als", nicht "am vegansten", nicht "100% vegan" oder "73% vegan" ect., sondern nur vegan und unvegan. Und du bist ein Unveganer und aktiver Tierrechtsverletzter. Das nur noch mal zur Definitionsfrage. Als Pseudo hast du dich immerhin erkannt, aber scheinbar nicht verstanden, daß Pseudo-Veganer Unveganer sind.

Re: Definition von vegan

Autor: scholli | Datum:
Du denkst vegansein binär, ganz oder gar nicht, etwas dazwischen gibt es nicht. Ich denke vegansein nicht binär, genauso wie ich z.B. glücklichsein nicht binär denke. Ich kann durchaus ein bisschen glücklich sein, morgen noch ein bisschen mehr und übermorgen wieder etwas anders.

Genauso ist es mit vegansein: Ich bewege mich alltäglich in einem Spannungsfeld, wie weitreichend ich sicherstelle ob mein Konsum vegan ist. Würde ich sicherstellen wollen, dass mein gesamter Konsum absolut vegan ist, sähe das ungefähr so aus:

Die Hose die ich anhabe, ist aus 100% Baumwolle. In Ordnung. Aber wie ist die Baumwolle in die Schneiderei gekommen? Eventuell auf einem Eselskarren bis zur Sammelstation gebracht worden, um von da mit dem LKW zum Schiff gebracht zu werden? Das kann ich nicht ausschließen. Also Hose ausziehen. Das Gleiche mit Unterhose und allem was ich anhabe. Gut. Jetzt das Zimmer in dem ich sitze. Der Boden ist aus Holz und mit irgendwas lackiert. Ist der Lack mit veganen Pinseln aufgetragen worden? Keine Ahnung. Also raus aus dem Zimmer. Raus aus der Wohnung. Ich stehe nackt auf der Straße. Ich könnte noch endlos weiterschreiben.

Wenn wir uns jetzt über den Begriff vegan streiten, streiten wir uns eigentlich über die Frage, ob 100% vegansein (in meinem Sinne) bzw. vegansein überhaupt (in deinem Sinne) hier und jetzt möglich ist.

Außerdem streiten wir uns um die Frage, ob meine Bemühungen zu gutem Umgang mit Tieren anerkannt werden, selbst wenn ich trotz meiner Bemühungen manchmal sehr schlecht mit Tieren umgehe.

Falls es dir aber nur um einen Definitions-Autoritäten-Streit geht, verweise ich auf Wikipedia, wo von mehr oder weniger weit gefassten Auffassungen von vegan die Rede ist.

[Vegan] sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Du denkst vegansein binär, ganz oder gar nicht, etwas
> dazwischen gibt es nicht. Ich denke vegansein nicht binär,
> genauso wie ich z.B. glücklichsein nicht binär denke. Ich

Warum kommen alle Jahre wieder (2002, 2006) Leute mit diesem absurden Unfug?

Selbstverständlich ist vegan sein binär. 100%ig.

Niemand kann ein bißchen schwanger sein, niemand (außer im übertragenen Sinn) "halbtot" (sondern nur tot oder lebendig), etwas existiert oder es existiert nicht (außer Schrödingers Katze). Und der Handgranatenwerfer in obigem Cartoon ist auch nicht 93%iger Pazifist.

Sein oder Nichtsein ist die Frage, die sicher nicht mit Halbsein oder Fastsein beantwortete werden kann. Da hilft es nichts, groteske Gehirnverknotungen als "denken" zu euphemisieren.

> Falls es dir aber nur um einen Definitions-Autoritäten-Streit
> geht, verweise ich auf
> Wikipedia,
> wo von mehr oder weniger weit gefassten Auffassungen von
> vegan die Rede ist.

Wer sich auf den Schwachsinn, den irgendwelche Spinner in ein Wiki schmieren, berufen muß, zeigt, daß er keine Argumente hat.

Im übrigen kann ich mich Martis Aufforderung (der Du nicht nahcgekommen bist), Dich erstmal zu informieren, was vegan heißt, nur anschließen.

Und die Frage, warum Du Dich erdreistest, Dich vegan zu nennen, obwohl Du es (selbst nach eigenen Angaben) nicht bist, hast Du auch nur durch eine Unantwort abzuwedeln versucht. Also nochmal: warum?

Und kann ich mich jetzt Pianist nennen, ohne Klavier oder auch nur Triangel spielen zu können, weil ich Pianismus "nicht binär denke"?

Achim

Re: [Vegan] sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Autor: scholli | Datum:
Willst du erklären, warum du mein Verständnis von vegansein ablehnst? Meine Argumente kannst du nachlesen.

Re: [Vegan] sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Autor: martin | Datum:
scholli schrieb:
>
> Willst du erklären, warum du mein Verständnis von
> vegansein ablehnst?

Weil "dein Verständnis" völliger Unsinn ist. Man kann sich nicht die Welt zurechtdefinieren, wie man sie gerade braucht.

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: Jay | Datum:
scholli schrieb:

> Falls es dir aber nur um einen Definitions-Autoritäten-Streit
> geht, verweise ich auf
> Wikipedia,
> wo von mehr oder weniger weit gefassten Auffassungen von
> vegan die Rede ist.

Ich finde nur:

Zitat: Veganismus ist eine vorwiegend ethisch begründete Einstellung und Lebensweise, welche die Nutztierhaltung und den Konsum tierischer Produkte völlig ablehnt.


sowie

Zitat: Laut Definition der Vegan Society versucht der Veganismus, „soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was dem Nutzen der Tiere, Menschen und der Umwelt dienen soll“.

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: scholli | Datum:
Was ich gemeint hatte, war
Zitat: Der Konsum von Fleisch, Milch, Eiern jeder Art, Gelatine und anderen tierischen Lebensmitteln wie Honig wird vermieden. Weiter gefasst achten Veganer bei Kleidung (Vermeidung von Leder und Wolle) und anderen Gegenständen des Alltags auf Tierproduktefreiheit, sowie Tierversuchsfreiheit (Waschmittel, Putzmittel, Kleinbildfilme, Kleber, Farben).


Aber auch in deinem zweiten Zitat findet sich, was ich gemeint habe:
Zitat: [...] soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung [...] zu vermeiden [...]

Hier ist von soweit wie möglich die Rede, und nicht von absolut.

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Hier ist von soweit wie möglich die Rede, und nicht
> von absolut.

Eben. Denn Unmögliches ist nicht möglich. Und wird daher (wenig überraschend) nicht verlangt.

Dagegen ist es sehr leicht möglich, keinen unveganen Cappuccino zu trinken oder keine Produkte mit unbekannten Zutaten zu kaufen, weil man zu faul ist, sich zu infomieren.

Im übrigen reicht es jetzt.

Du bist nicht vegan, nennst Dich aber vegan. Das ist inakzeptabel.

Du weigerst Dich, Dich zu informieren, folgst nichteinmal angegeben Links, überschüttest die Leute mit albernen Fragen, verweist aber, wenn jemand Dich auffordert, endlich einmal eine Frage zu beantworten, ständig auf Deine alten Beiträge, in denen Du diese Frage ebenfalls nicht beantwortet hast (zwei Beiträge, die ausschließlich aus solchen Verweisen bestanden, habe ich eben gelöscht, bei weiteren wird es genauso sein).

Also:
a) Nimm endlich die Tatsachen zur Kenntnis
b) Beantworte auch mal eine Frage, statt ständig auszuweichen und dies durch Unantworten zu tarnen, z.B.: Warum nennst Du Dich vegan, obwohl Du nicht vegan bist? Und nein, auf die Frage "wie heißt Du?" ist ein Link auf ein Statement "Ich komme aus Buxtehude" keine akzeptable Antwort.
c) werde vegan (oder, falls nicht, hör auf, Dich vegan zu nennen).

Achim

Hinweis

Autor: Achim Stößer | Datum:
Und er macht weiter ...

Ab sofort werde ich jeden Deiner Beiträge, "Scholli", der erkennen läßt, daß Du nicht bereit bist (siehe oben), die Tatsachen zur Kenntnis zu nehmen, Dich zu informieren (selbst wenn Dir die Informationen als Link auf dem Silbertablett serviert werden) und Fragen zu beantworten statt ihnen auszuweichen, entfernen.

Deine Beiträge weisen typisches Trollverhalten auf. Solltest Du wider Erwarten kein Troll sein, kannst Du Dich ja ab jetzt entsprechend anders verhalten.

Hier nochmal eine wesentliche Frage: Warum nennst Du Dich vegan, ohne es zu sein?

Achim

Re: Hinweis

Autor: Achim Stößer | Datum:
Er macht nicht nur weiter wie bisher (wiederholt gebetsmühlenartig den gleichen Unfug, behauptet, Fragen beantwortet zu haben und linkt auf seine Beiträge, in denen er das eben nicht hat), sondern kopiert zudem entfernte Beiträge erneut ins Forum und jammert "Zensur". Q.e.d.

Achim

Re: Definition von vegan (auf Wikipedia)

Autor: Jay | Datum:
scholli schrieb:
> Hier ist von soweit wie möglich die Rede, und nicht
> von absolut.

Du solltest dir mal wieder Achims Beitrag dazu durchlesen, insbesondere den darin enthaltenen Link:

Zitat:
Selbstverständlich ist vegan sein binär. 100%ig.


Dann hättest du nämlich gemerkt, das nie von etwas anderem die Rede war.

Das unvegane Kekse und Käse zu essen nicht soweit wie möglich ist, egal wie du es auch drehst und wendest, das wurde schon öfters gesagt... Vielleicht solltest du dir die ganze Diskussion mal wieder durchlesen, dann hören wir vielleicht auf, uns im Kreis zu drehen.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Was verstehst du unter "sehr viel vegan konsumiere[n]"?

Heißt das nicht üblicherweise Pommes und Ketchup zur Eier-Mayo?

Achim

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: scholli | Datum:
Nein, das stimmt nicht. Hier kannst du nachlesen, was ich genau mit sehr viel vegan konsumieren gemeint habe.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: martin | Datum:
scholli schrieb:
>
> Nein, das stimmt nicht.
> Hier kannst
> du nachlesen, was ich genau mit sehr viel vegan
> konsumieren
gemeint habe.

Du kannst tausendmal wiederholen, daß eins plus eins fünf sei, richtiger wird es dadurch nicht.
Und du hast dich immer noch nicht bemüht, dir die Definition anzusehen.

Re: Eins plus Eins

Autor: scholli | Datum:
Von eins plus eins war bisher nie die Rede. Gefragt war, was ich unter viel vegan konsumieren verstehe. Das habe ich erklärt, aber Achim hat etwas anderes behauptet, was nicht stimmte. Ist ja auch klar, Achim kann gar nicht wissen, was ich genau darunter verstehe, bevor ich es nicht erklärt habe.

Den Streit um die Definition von vegan lass uns doch bitte hier weiter führen.

Re: Eins plus eins

Autor: martin | Datum:
scholli schrieb:
>
> Von eins plus eins war bisher nie die Rede.

Was du nicht sagst...

> Den Streit um die Definition von vegan lass uns doch bitte
> hier weiter
> führen.

Dein Beitrag wurde hier beantwortet, worauf du nicht eingegangen bist.

Re: Eins plus Eins

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Von eins plus eins war bisher nie die Rede. Gefragt war, was
> ich unter viel vegan konsumieren verstehe. Das
> habe ich erklärt, aber Achim hat etwas anderes behauptet, was
> nicht stimmte. Ist ja auch klar, Achim kann gar nicht wissen,
> was ich genau darunter verstehe, bevor ich es nicht erklärt
> habe.

So, und jetzt schau Dir mal die Zeitangaben an.

Ich habe meine (allgemeine: "Heißt das nicht üblicherweise [...]") Anmerkung gemacht, nachdem Du "erklärt" hast, was Du "genau darunter versteh[st]".

Achim

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Trolli | Datum:
Hallo Scholli,

ich finde es prima, dass du dich auf den veganen Weg gemacht hast, aber eine Teil-Veganerin ist wie "ein bischen schwanger".

Zitat: Üblicherweise muss ich mich für meinen extrem unnormalen Konsum rechtfertigen und stoße oft auf viel Unverständnis.


Stimmt, vegane Speisen entsprechen nicht der derzeitigen Norm. Lebe konsequent vegan, und man wird dich mit der Zeit so akzeptieren, wie du bist.

Unverständnis? Dann geh mal mit einem Alkoholiker abends in die Kneipe und trinke selbst keinen Alkohol. Ein Alkoholiker wird dich penetrant animieren, doch mitzutrinken. Genau so erging es meinem Vater, als er aufhörte zu rauchen. Seine Kollegen meinten: "Ach rauch doch "nur eine" mit uns. Stell dich doch nicht so an. Gibt man nicht nach, wird man dumm angemacht, angepöbelt, soll sich rechtfertigen.

Und warum reagieren diese Menschen so? Weil sie GENAU spüren, dass sie, im Fall von Nichtveganern, Blut an ihren Händen kleben haben. Du kennst diese - ich-bin-doch-auf-deiner-Seite-Sprüche bestimmt auch, wie "Ich könnte NIE IM LEBEN selbst ein Tier töten, aber auf mein Steak kann ich einfach nicht verzichten."
Menschen, die Unrecht begehen, suchen sich Verbündete. Weil wenn "es" alle machen, dann konnte man ja fast gar nicht anders, als mitzutun. (Das Schema passt für alle Fehlverhalten: Gemeinsam rauchen, saufen, kiffen, Leichen fressen, Minderheiten verfolgen und ermorden, vergewaltigen, Tiere quälen, randalieren, zerstören). Du warst eine Bluts-Verbündete, und solange dein Umfeld mitbekommt, dass du "Ausnahmen" machst, wirst du keine Ruhe finden, bis du dich entschieden hast: Für oder gegen Tierleid.

Falls du noch Gelüste nach unveganen Speisen hast, sieh dich hier um nach alternativen Rezepten, und stelle dir bei jeder unveganen Speise das jeweilige Tier dazu vor. Gib ihm einen Namen, ein Gesicht, eine Familie, eine Geschichte. Und dann sieh dir die Quälbilder in Maqi an. Kannst du wirklich noch mit gutem Appetit nichtvegane Speisen essen? Beim nächsten Schuhkauf: Willst du deine Füße wirklich in Leichenhaut stecken?

Zitat: dass es mir manchmal schwer fällt diesen politischen Anspruch zu 100% umzusetzen.

Handle nicht nach politischen Ansprüchen. Es muss auf Dauer schief gehen, weil es nie zu 100 % deine persönlichen Ansprüche sein werden. Schärfe dein ethisches Empfinden, und handle danach. Stell dir vor, die ganze Welt ist vegan. Hättest du dann auch das "Bedürfnis" nach unveganen Speisen? Wie würdest du dieses Bedürfnis stillen?

Und falls das immer noch nicht hilft: Siehe die Entwicklung der Ernährungsgewohnheiten: Öko und Bio ist der Renner, Vegetarier sind absolut gesellschaftsfähig, und immer mehr Menschen werden Veganer. Du liegst voll im Trend mit deinem "völlig unnormalen Konsum".

Trolli - auch "völlig unnormal" in ihrem Konsum ;-)

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: scholli | Datum:
Hi Trolli,


vielen Dank für deine freundliche Antwort! Das tut gut neben den ganzen vorwurfsvollen und eher feindlichen Reaktionen hier.

Das mit dem mir das Tier zu den Speisen vorstellen, mit Familie und so, will ich erst mit jemandem diskutieren, die ich in ein paar Tagen sehe. Dazu schreib ich also später noch was, kann allerdings dauern weil ich evtl. bald etwas Urlaub mache.

Zitat: Du warst eine Bluts-Verbündete, und solange dein Umfeld mitbekommt, dass du "Ausnahmen" machst, wirst du keine Ruhe finden, bis du dich entschieden hast: Für oder gegen Tierleid.

Das mit dem Umfeld habe ich nicht verstanden. Meinst du, dass sich mein unveganes Umfeld immer auf meine unveganen Ausnahmen "stürzen" wird und mir vorhalten wird?

Und: Ich habe mich ja schon lange gegen Tierleid entschieden. Diesen rationalen Anspruch kann ich aber leider nicht immer erfüllen, weil ich noch sozusagen irrationale Bedürfnisse habe.

Meiner Meinung nach versuchst du mit deiner Strategie, sich das Tier zu den Speisen mit Familie und allem drum und dran vorzustellen, auch genau da anzusetzen: Der abstrakte rationale Anspruch wird um etwas ganz anderes erweitert, nämlich dass ich mich schlecht fühle beim unveganen Konsum.

Zitat: Handle nicht nach politischen Ansprüchen. Es muss auf Dauer schief gehen, weil es nie zu 100 % deine persönlichen Ansprüche sein werden.

Meine politischen Ansprüche sind doch auch meine persönlichen Ansprüche. Oder wie meinst du das?

Zitat: Stell dir vor, die ganze Welt ist vegan. Hättest du dann auch das "Bedürfnis" nach unveganen Speisen?

Achso, das war vielleicht etwas unverständlich. Natürlich habe ich kein Bedürfnis nach explizit unveganen Sachen. Es ist eher so, dass ich z.B. einen Cappuchino will und es grade keinen veganen Cappuchino gibt. Eine vegane Welt ist mein Traum :)


Liebe Grüße
Scholli

Halbvegetarier, Halbveganer und Vegantarier

Autor: Achim Stößer | Datum:
Da solche Pseudos gern (wenn sie nicht bekannte Wörter umdefinieren und ihre eigene "Definition" von z.B. "vegan" verwenden - so wie Gläubige es gern tun, wenn die Realität mit ihren Wahnvorstellungen kollidiert) auch mal neue unsinnige Wörter erfinden, wurde das Glossar ein wenig erweitert:

* Halbvegetarier / Semivegetarier

Gibt es wohl seit mindestens 1994, laut vegetarismus.ch kommt es anscheinend in "Tina" (14. April 1994), "Wenn Vegetarier beim Essen sündigen", "Bunte" (10. März 1994), "Vegetarier leben länger und glücklicher", "Solinger Tagblatt" (14. März 1994), "Flexible Vegetarier leben gern und lang" vor.

* Halbveganer

Z.B. verwendet von einem "Fan" von Thomas D. in dessen Forum (nurindeinemkopf.net) auf die Frage "Was ist Thomas D denn nun eigentlich? Veganer, Vegetarier, Tierschützer oder Tierrechtler?": "Vegetarier/Halbveganer und jemand, der sich öffentlich für das Recht der Tiere einsetzt!!![...]".

* Vegantarier

Im Deutschen noch relativ ungebräuchlich, hat es "vegantarian[:] a vegetarian with vegan tendencies" beispielsweise ins urbandictionary.com geschafft. M.E. eine besonders hinterhältige Buchstabenkombination.

Achim

Re: Halbvegetarier, Halbveganer und Vegantarier

Autor: Ricarda | Datum:
Oder wie du schon gesagt hast: Jemand, der auch mal Pommes zu der Mayonnaise isst.

Gerne auch Omniganer. Die essen dann Currywurst zur Pommes und manchmal auch das Salatblatt von der Deko mit.

Omniganer

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Gerne auch Omniganer. Die essen dann Currywurst zur Pommes
> und manchmal auch das Salatblatt von der Deko mit.

Omniganer! ... Das Wort hast Du erfunden :-) .

Achim

Re: Omniganer

Autor: Ricarda | Datum:
Komm ich jetzt damit ins Glossar oder werd ich als Belohnung Premiumuser bei nurindeinemkopf.net?

Re: Omniganer

Autor: Achim Stößer | Datum:
Ich würde sagen, ins Glossar kommt's, wenn es sich etabliert hat (was, wie ich befürchte, passieren wird), wir können ja in einem Jahr nochmal eine Suchmaschine bemühen ;-) .

Achim

Re: Omniganer

Autor: Ricarda | Datum:
Achim Stößer schrieb:
>
> Ich würde sagen, ins Glossar kommt's, wenn es sich etabliert
> hat (was, wie ich befürchte, passieren wird), wir können ja
> in einem Jahr nochmal eine Suchmaschine bemühen ;-) .

Eigentlich ist es doch gut, wenn es mehr Begriffe gibt.
Dann wissen auch Leute wie Scholli, wie sie sich nun nennen müssen und benutzen nicht Wörter, die nun gar nicht passen (wie eben schlicht und einfach Veganer).
Bin schon gespannt, wann es den ersten Ovo-Lacto-Omniganer gibt :)

Re: Omniganer

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Bin schon gespannt, wann es den ersten Ovo-Lacto-Omniganer
> gibt :)

Lakto-Veganer gab's ja schon *augenroll* ...

Achim

"Lakto-Veganer"

Autor: martin | Datum:

> Lakto-Veganer gab's ja schon *augenroll* ...

Und gibt es immer wieder.

Zitat: Handel bietet Veganern einen rein pflanzlichen Kaffeeweisser an, aber auch Lacto-Veganer und Menschen mit einer Milchunverträglichkeit verwenden diesen Milchersatz.

(http://www.firmenpresse.de/pressinfo151152.html)

Re: etwas OT: Vorsicht: Urbandictionary != Realität ;)

Autor: Wonko | Datum:
Vegantarian hat <600 Google Results, die meisten davon vermutlich Tippfehler...also, dem würde ich nicht zu viel Relevanz beimessen. Und, das Urbandictionary, jaaa.. da kann halt auch jeder reinschreiben, was er will. Das ist eher vergleichbar mit dem Assoziations-Blaster als mit einem wirklichen Wörterbuch.
Belege? Ich verweise mal auf die ersten drei Urban-Dictionary-Definitionen des Wortes "Ninja": #1 #2 #3
;)

Vegantarier/vegantarian

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Vegantarian hat <600 Google Results, die meisten davon

Vegantarier <12 ;-) .

> vermutlich Tippfehler...also, dem würde ich nicht zu viel

Einige sicher. Die meisten? Ich denke nicht. Einige offenbar absichtlich so geschriebene Beispiele aus der jeweils ersten (deutsch) bzw. den ersten beiden (englisch) Trefferseiten zweier Suchmaschinen (google, bing) ohne anklicken der Links:
Zitat: Ich bezeichne mich jetzt gerne als "Vegantarier", ich esse und koche schon sehr oft vean, aber "so ganz" hat es bisher noch nicht geklappt

Ernährung: Vegantarier (Veganer, der manchmal Ausnahmen macht )

vegantarian - 1 definition - a vegetarian with vegan tendencies

Vegantarian. Vegetarian & Vegan Recipes from all over the world

Vegantarian. I know, it's not a real word, but that's how I am starting to feel. I refuse to eat eggs, animal products... I don't wear leather (unless it ...

Come to a local "VEGantariAN Meetup" and discuss living a healthy Vegetarian & Vegan lifestyle.

I'm a vegantarian - that means I only eat vegans. Tasty, but boy do I get gas afterwards! [Okay, das fällt etwas aus der Reihe ;-) AS]

I just recently became a vegantarian (TRYING for vegan, but making mistakes here and there) and I just FINALLY got it.

I like being a vegantarian(i made that word up now ...


> Relevanz beimessen. Und, das Urbandictionary, jaaa.. da kann
> halt auch jeder reinschreiben, was er will. Das ist eher

Ja, das stimmt natürlich. War auch nicht als Definitionsquelle, sondern als Belegstelle gedacht.

Achim

Abschreckung

Autor: Nadjeschda | Datum:
Hmm, die exakte Begriffsdefinition mag ja spannend sein, aber der erste Post hat schon etwas Abwertendes. Inzwischen gibt es in den Medien ein Bild, dass Veganer in die Nähe von religiösen Fanatikern rückt. Mit der Erstellung von verschiedenen Veganer- und Vegetarier "Orden" wird dieser Eindruck warscheinlich eher verstärkt.

Re: Abschreckung

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Hmm, die exakte Begriffsdefinition mag ja spannend sein, aber
> der erste Post hat schon etwas Abwertendes. Inzwischen gibt

Wenn ich sage,dass 0 Kelvin kalt ist,wertet das die Temperatur ab?

> es in den Medien ein Bild, dass Veganer in die Nähe von
> religiösen Fanatikern rückt. Mit der Erstellung von

Woe denn? Und wenn, dann durch religiöse Fanatiker (wie Vagedes),die sich als Veganer ausgeben.

> verschiedenen Veganer- und Vegetarier "Orden" wird dieser
> Eindruck warscheinlich eher verstärkt.

Orden? Wer darauf hinweist, dass Fraz-Josef Strauß kein Pazifist war, verleiht damit Pazifisten einen Orden? Was für Drogen nimmst Du?

Achim

Egovegetarier

Autor: Achim Stößer | Datum:
Während ein Ovovegetarier einer ißt, der sich an Ovarien, nein, Ovi delectiert, Eiern eben, ist ein Egovegetarier jedoch keiner, der sich selbst verspeist (Fingernähel kaut?):

Zitat: Doch wer ein Tier nur aus gesundheitlichen Gründen nicht verspeist, gilt in bestimmten humanitären Kreisen ohnehin als Ego-Vegetarier, weil es ihm nur um ein langes, von Krankheiten verschontes Leben geht. Viel gewichtigere Gründe, auf Pflanzenkost umzusteigen, seien die ökologischen und politischen Probleme, die mit dem Fleischverzehr zusammenhängen, zum Beispiel die Umweltzerstörung durch Viehzucht.

DER SPIEGEL 13/1996 vom 25.03.1996, Seite 31-34
"Ein Hauch von Pestilenz" http://wissen.spiegel.de/wissen/dokument/dokument.html?titel=%22Ein+Hauch+von+Pestilenz%22&id=8903344&top=SPIEGEL&suchbegriff=umfragen+usa&quellen=&qcrubrik=artikel

Kein Wunder, daß bei solchen Einschätzngen heute anders als damals nicht mehr die meisten Vegetarier gesundheitliche Gründe zu- sondern ethische vorgeben.

Alles in allem ein außerordenlich amüsanter Artikel, ist er doch anno 1996 erschienen - inklusive der Forderung Veganismus zu verbieten:
Zitat: Mangelhaft ernähren sich hingegen viele der strenggläubigen Pflanzenfresser, die nichts anrühren, was vom Tier stammt - nicht einmal Milch und Eier.

Wie die Heidelberger Vegetarier-Studie ergab, leiden "ungewöhnlich viele" der strikten Vegetarier an vermeidbaren Blutkrankheiten wie Anämie, einige der Pflanzen-Fundis sterben sogar daran. Frentzel-Beyme: "Fanatiker leben gefährlich."

Vor allem bei Schwangeren, stillenden Müttern und Kleinkindern führt die streng vegetarische Ernährung zu bedrohlichem Eisen-, Calcium- und Vitamin-B-12-Mangel. Mögliche Folgen: Knochenschwund und eine Schwächung des Immunsystems. Rottka: "Das müßte verboten werden."
a.a.O.

Achim

Zwei halbe Vegetarier sind zwei ganze Mörder

Autor: Achim Stößer | Datum:
Der Vegetarierbund treibt es immer schlimmer: Nicht nur wird in der neuesten Pressemitteilung Mordvermeidung als "Dogmen oder Verzicht" diskreditiert, unter dem Motto "Zwei halbe Vegetarier sind ein ganzer!" heißt es:
Zitat: Ein Tandem dagegen, dessen Teilnehmer jeweils den eigenen Fleischkonsum um die Hälfte reduzieren, wirkt wie ein Vegetarier - und schont neben Umwelt, Ressourcen und Tiere vor allem die eigene Gesundheit

Einmal davon abgesehen, dass natürlich auch Vegetarier Mörder sind: zwei "Halbvegetarier" (wobei die obskure Vebu-Terminologie "Halbzeitvegetarier" noch eins draufsetzt an Dummheit) sind natürlich kein ganzer Vegetarier, sondern zwei ganze Mörder.

Wie absurd das ganze ist, zeigt auch ein Blick auf die abstruse Rechnung: auch wer jede Woche ein ganzes Rind gefressen hat, wird schon zum "halben Vegetarier", wenn er "nur noch" ein halbes frisst, wer dagegen jährlich ein Küken frisst und dabei bleibt, ist es nicht ...

Für diesen widerwärtigen Dreck haben sie sogar eine eigene Website eingerichtet: halbzeitvegetarier.de:
Zitat: Von heute auf morgen zu beschließen, kein Fleisch und keinen Fisch mehr zu essen, ist eine radikale Entscheidung, welche die meisten von uns nicht treffen möchten.

Die gute Nachricht ist: Das verlangt auch keiner! Es macht schon einen großen Unterschied, sich teilweise vegetarisch zu ernähren.

Deshalb unser Vorschlag:

Werdet Halbzeitvegetarier! Sucht euch einen Partner, mit dem ihr das gemeinsame Projekt startet, nur noch die Hälfte des Fleischs bzw. des Fischs zu essen wie bisher.

Denn zwei halbe Vegetarier sind auch ein ganzer!


Verantwortlich für diese Perversion zeichnet eine Katharina Rimpler.

Diese neueste Eskapade des Vebu lässt befürchten: demnächst verdealen sie auf ihren Veranstaltungen "halbe Hähnchen" für Halbvegetarier.

Immerhin zeigt sich in der PM selbstentlarvend das wahre Motiv, das in der Regel hinter dem Vegetarismus steckt: es geht, so wörtlich, "vor allem [um] die eigene Gesundheit" (meine Hervorhebung). Umfragen, die den Eindruck vermitteln, das Gros der Vegetarier sei aus ethischen Gründen, nicht aus egoistischen, Vegetarier, zeigen offensichtlich lediglich, dass die Befragten ein möglichst positives Bild von sich vermitteln wollen.

Denn wären sie aus ethischen Gründen Vegetarier würden sie selbstverständlich vegan, statt weiterzumorden.

Achim

Re: Zwei halbe Vegetarier sind zwei ganze Mörder

Autor: Linda AR-Vegano | Datum:
Oh je... Haben wir wieder nichts besseres zu tun als uns gegenseitig zu bekämpfen? Du bist nicht einverstanden? Schön! Dann mach mit deiner Arbeit weiter anstatt andere zu bekämpfen. Denn den Tieren ist hiermit sicherlich nicht geholfen!

Re: Zwei halbe Vegetarier sind zwei ganze Mörder

Autor: martin | Datum:

> Oh je... Haben wir wieder nichts besseres zu tun als uns
> gegenseitig zu bekämpfen? Du bist nicht einverstanden? Schön!
> Dann mach mit deiner Arbeit weiter anstatt andere zu
> bekämpfen. Denn den Tieren ist hiermit sicherlich nicht
> geholfen!

"gegenseitig" unterstellt, diese Personen würden irgendwie das gleiche tun. Offenkundig tun sie das nicht, sondern das Gegenteil. Sie zu kritisieren ist seine, nämlich Tierrechtsarbeit.

Taubenzüchtener "Veganer" (Myke Tyson)

Autor: Achim Stößer | Datum:
Zitat: Tauben statt Haue: Tyson ist friedlich geworden

Boston (dpa) - Das böse Biest ist zahm geworden. Einst biss Mike Tyson im Boxring Evander Holyfield einen Teil des Ohres ab, hatte reichlich Ärger mit dem Gesetz und musste Insolvenz anmelden.

Jetzt ist der Ex-Schwergewichts-Champion Veganer, züchtet Tauben, spielt in Hollywood-Filmen mit und will Las Vegas in wirtschaftlich schweren Zeiten auf die Beine helfen. «Wenn ich heute auf einige Auftritte von früher zurückschaue, denke ich nur: Mensch, was habe ich mir damals nur dabei gedacht», sagt der mittlerweile 44-Jährige.

Zu Boxkämpfen geht er nur ab und an. [...]

Im nächsten Jahr kommt Tyson mit seiner eigenen Show auf den Bildschirm. «Taking on Tyson» heißt die Sendung, die im «Animal Planet» ausgestrahlt wird und von seiner großen Liebe erzählt - den Tauben. Seit seiner Kindheit in Brooklyn interessiert sich der Muskelprotz für das Federvieh. Als Zehnjähriger spielte er auf den Dächern mit wilden Tauben, heute hat er rund 2500 eigene. «Das ist mein großes Hobby. Andere haben Rennpferde, ich habe Tauben.» [...]


http://newsticker.sueddeutsche.de/list/id/1084766

gewisse Statistik

Autor: martin | Datum:
Die Selbst-Angaben der Deutschen Veganstudie zeigen, wie mir gerade auffiel, ein halbwegs statistisch gesichertes Bild über das Vorkommen von Pseudoveganern. Die Tabelle unter 4.1.1 (S. 63f.) führt an, daß von 654 Personen, die sich als vegan bezeichneten, 239 Leichenteile konsumierten. Von den, nach verschiedenen Schritten des Ablaufs der Studie, verbleibenden 154 angeblichen Veganern, waren darunter noch 56 "moderate Veganer", die nach eigenen Angaben Tierprodukte konsumierten (aufgezählt wurden "Eier, Milch, Käse, Quark, Butter"). Wenn man noch dazurechnet, daß nach der Veganismusdefinition der Studie der Verzicht auf "Honig"konsum nicht unbedingt erforderlich ist, um vegan zu sein, hätten es von den 98 verbleibenden "strikten Veganern" noch einige weniger werden können.
Zwar kann man nicht sagen, daß von 654 Personen nur 98 wirkliche Veganer übrigblieben, weil die meisten Ausschlüsse durch andere Faktoren bedingt waren (z.B. wenn ein Fragebogen nicht zurückgeschickt wird), aber die allgemeine Tendenz bestätigt unsere Annahme, daß der Anteil der Pseudos unter den Veganern erschreckend hoch ist. Wenn ca. 40% der "Veganer" Leichenteile fressen, ist es schon beängstigend.

(Der Anteil der Pseudos steigt auch deshalb, weil fast alle Definitionen Veganismus als reine Ernährungsform definieren, die somit auch anderer als ethischer Natur sein könne (nämlich als gesundheitliche/diätische oder religiöse Entscheidung). Das ist selbstverständlich Unsinn, da, wie wir wissen, Veganismus eine Lebenseinstellung ist und sich auch auf ernährungsfremde Bereiche (wie eben Kleidung) bezieht. Deshalb sind auch die, die konsequent keine Tierprodukte essen, Pseudos, wenn sich ihr Veganismus nur auf die Ernährung beschränkt. Jeder, der nicht ethisch motiviert ist, ist kein Veganer.)

Für diese Tendenzen bedanken kann man sich u.a. bei den üblichen Tierschutziditoten, die nicht nur den Veganismusbegriff korrumpieren, sondern längst auch den Tierrechtsbegriff, sodaß sich die übelsten Tierrechtsverletzer damit schmücken. Und selbst "Antispeziesismus" hat es unlängst getroffen.

Re: gewisse Statistik

Autor: martin | Datum:
In Angela Grubes "vegane Lebensstile" gibt es eine weitere Statistik mit einem 14%igen Pseudoveganeranteil, wobei die Menge der Versuchspersonen hier sehr klein ist. Vgl. die Rezension.

"prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Diese Frau ist Besitzerin mehrerer Restaurants in München, eines davon bezeichnet sie selbst als "vegan" und sich selbst als "Veganerin". Das zweite ist nachweislich nichts als Schein und wäre irgendwo zwischen den Abstufungen "Hobbyveganer", "Freizeitveganer" oder "Spaßveganer" zu verorten.

Zitat: Die 34-Jährige lebt selbstverständlich vegan, ist dabei aber gerne mal inkonsequent: "Nur nicht den blutarmen, freudlosen, hysterischen Veganer spielen." (Süddeutsche, 25.07.09)
Was damit gemeint ist, wird in einem anderen Zeitungsartikel deutlicher:

Zitat: und noch heute überfällt sie gelegentlich die Lust auf ein Stück Käse (Die Welt, 26.07.09)
Da frage ich mich, was die "Zahlen zum Thema Massentierhaltung" bzw. "Betrachtungen über Essen und Moral", die am Ende ihres aktuellen Buches ("Die vegane Küche") gedruckt sind, sollen, denn gelesen oder verstanden hat sie sie anscheinend nicht.

Das ganze krönt sie mit noch etwas kontraproduktivem Tierschutzgefasel (womit sie auch die eigene Inkonsequenz schönzureden versucht):
Zitat: "Die Informationen sind wichtig. Man sollte sich damit auseinandersetzen. Aber das Ergebnis muss nicht sein, dass man von heute auf morgen auf alle tierischen Produkte verzichtet. Ein bisschen weniger wär' auch schon schön." (ebd.)

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: Ricarda | Datum:
martin schrieb:

>
>
Zitat: Die 34-Jährige lebt selbstverständlich vegan, ist
> dabei aber gerne mal inkonsequent: "Nur nicht den blutarmen,
> freudlosen, hysterischen Veganer spielen." (Süddeutsche,
> 25.07.09)
Was damit gemeint ist, wird in einem anderen
> Zeitungsartikel deutlicher:
>
>
Zitat: und noch heute überfällt sie gelegentlich die Lust auf
> ein Stück Käse (Die Welt, 26.07.09)

Hm ich weiß nicht.
Das klingt für mich eher so, als hätten die Autoren sich komisch ausgedrückt.
Ich meine, man ist inkonsequent, wenn man nicht blutarm, freudlos und hysterisch sein will?
Wieso ist man dadurch inkonsequent? Weil man die gängigen Klischees nicht erfüllt?
Dass sie die Lust auf Käse überfällt ist doch auch in Ordnung, wenn sie dieser Lust nicht nachgibt (ich lese aus "überfallen" zumindest nicht raus, dass sie das tut).
Die wenigsten sind ja vegan, weil ihnen jegliche Tierprodukte nicht geschmeckt haben.
Ich hab das sehr gerne gegessen, weil ich damit eben auch sozialisiert worden bin.
Ich habe auch öfters Lust auf unvegane Sachen, aber anstatt sie dann zu essen, rege ich mich darüber auf, dass das jeweilige Produkt nicht vegan hergestellt wird.

> Das ganze krönt sie mit noch etwas kontraproduktivem
> Tierschutzgefasel (womit sie auch die eigene Inkonsequenz
> schönzureden versucht):
>
Zitat: "Die Informationen sind wichtig. Man sollte sich damit
> auseinandersetzen. Aber das Ergebnis muss nicht sein, dass
> man von heute auf morgen auf alle tierischen Produkte
> verzichtet. Ein bisschen weniger wär' auch schon schön."
> (ebd.)

Hier muss ich dir aber teilweise Recht geben. Das klingt wirklich ein wenig nach schädlichem Tierschutzgefasel.
Aber es ist auch eine gewisse Frage des Kontexts.
Das Ziel sollte natürlich sein, dass alle Menschen vegan leben, aber praktisch ist das wohl nicht so einfach von dem einen auf den anderen Tag möglich. Ist halt die Frage, was sie genau gemeint hat und was der Autor draus gemacht hat.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Hm ich weiß nicht.
> Das klingt für mich eher so, als hätten die Autoren sich
> komisch ausgedrückt.
> Ich meine, man ist inkonsequent, wenn man nicht blutarm,
> freudlos und hysterisch sein will?
> Wieso ist man dadurch inkonsequent? Weil man die gängigen
> Klischees nicht erfüllt?

Durchaus nicht. (Auch wenn es sicher nicht optimal ist, wie sie die Klischees durch eine Distanzierung bestätigt, anstatt diese selbst in Frage zu stellen.)

> Dass sie die Lust auf Käse überfällt ist doch auch in
> Ordnung, wenn sie dieser Lust nicht nachgibt (ich lese aus
> "überfallen" zumindest nicht raus, dass sie das tut).

Ich lese das schon heraus, weil ansonsten (gerade bei diesem Thema), deutlich gemacht werden müßte, daß sie es nicht tut.

> Die wenigsten sind ja vegan, weil ihnen jegliche Tierprodukte
> nicht geschmeckt haben.

Sicher nicht, aber wenn man richtigerweise die ethische Motivation hervorhebt, finde ich geschmackliche Aspekte ziemlich irrelevant. Erst recht nicht, wenn man für Veganismus werben will.

> Hier muss ich dir aber teilweise Recht geben. Das klingt
> wirklich ein wenig nach schädlichem Tierschutzgefasel.
> Aber es ist auch eine gewisse Frage des Kontexts.

Genau diese Aussage nicht (daß der Anhang im Buch trotzdem ordentliche Informationen enthält, könnte sein), denn daß ein "schrittweiser Übergang" nötig sei, ist - wie wir wissen - Unsinn.

> Das Ziel sollte natürlich sein, dass alle Menschen vegan
> leben, aber praktisch ist das wohl nicht so einfach von dem
> einen auf den anderen Tag möglich.

Natürlich, aber hier hat sie, wie ich es lese ("daß man... verzichtet"), den einzelnen Menschen gemeint und nicht die Gesellschaft.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: Ricarda | Datum:
martin schrieb:
>
> > Dass sie die Lust auf Käse überfällt ist doch auch in
> > Ordnung, wenn sie dieser Lust nicht nachgibt (ich lese aus
> > "überfallen" zumindest nicht raus, dass sie das tut).
>
> Ich lese das schon heraus, weil ansonsten (gerade bei diesem
> Thema), deutlich gemacht werden müßte, daß sie es nicht tut.
Wieso müsste das deutlich gemacht werden?
Es kommt ja auch darauf an, was der Artikel eigentlich bezwecken soll.
Vielleicht ist es ja extra so gewollt, dass nicht klar ist, ob sie es nun tut oder nicht.

>
> > Die wenigsten sind ja vegan, weil ihnen jegliche Tierprodukte
> > nicht geschmeckt haben.
>
> Sicher nicht, aber wenn man richtigerweise die ethische
> Motivation hervorhebt, finde ich geschmackliche Aspekte
> ziemlich irrelevant. Erst recht nicht, wenn man für
> Veganismus werben will.
Natürlich ist Ethik der Kernaspekt des Ganzen, aber werben kann man damit wohl eher nicht.
Die Leute wollen wissen, wie Veganismus in der Praxis aussieht, weil sie es sich einfach nicht vorstellen können.
Geschmack ist da ein ziemlich wichtiges Kriterium. Wir essen ja nicht nur zum Überleben, sondern weil wir Lust dazu haben und es uns schmeckt.

>
> > Hier muss ich dir aber teilweise Recht geben. Das klingt
> > wirklich ein wenig nach schädlichem Tierschutzgefasel.
> > Aber es ist auch eine gewisse Frage des Kontexts.
>
> Genau diese Aussage nicht (daß der Anhang im Buch trotzdem
> ordentliche Informationen enthält, könnte sein), denn daß ein
> "schrittweiser Übergang" nötig sei, ist - wie wir wissen -
> Unsinn.
>
> > Das Ziel sollte natürlich sein, dass alle Menschen vegan
> > leben, aber praktisch ist das wohl nicht so einfach von dem
> > einen auf den anderen Tag möglich.
>
> Natürlich, aber hier hat sie, wie ich es lese ("daß man...
> verzichtet"), den einzelnen Menschen gemeint und nicht die
> Gesellschaft.
Kommt wohl wieder drauf an, wie man es liest.
Falls die Gesellschaft gemeint ist, ist es wohl noch in Ordnung, aber wenn einzelne Menschen gemeint sind, ist es natürlich Unsinn.
Zumal die meisten Leute ja diese Schrittweise Umstellung dafür nutzen um ein paar Stufen vor dem Ende einfach stehen zu bleiben.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> > Ich lese das schon heraus, weil ansonsten (gerade bei diesem
> > Thema), deutlich gemacht werden müßte, daß sie es nicht tut.
>
> Wieso müsste das deutlich gemacht werden?

Weil es sonst so mißverständlich ist, daß man das, was ich auch angenommen habe, annimmt. Wenn es nicht so gemeint wäre, hätte ich etwas erwartet wie "und noch heute überfällt sie gelegentlich die Lust auf ein Stück Käse, aber als Veganerin gibt sie dem natürlich nicht nach".

Ich habe nochmal nach anderen Aussagen gesucht und [url= http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/lesezeichen/sandra-forster-das-vegane-kochbuch-lesezeichen-2009-07-27-ID1248356287528.xml]dieses Interview[/url] gefunden. Zusammenfassend: "Ich nehme es nicht 100%ig Ernst, weil es nicht praktikabel ist"; man gehe sich selbst auf die Nerven, weil man "eigentlich gar nichts mehr essen kann"; sie erachte es als sinnvoll, wenn "die Massentierhaltung eingeschränkt" würde, eine Alternative ist für sie ein "Bauernhof"; es ginge nicht darum, "allen Leuten Fleischessen zu verbieten"; man müsse "Fleischprodukte" "simulieren" bzw. "nachahmen", weil sie "natürlich" für die Menschen seien; ihr Hund bekommt "Fleischabfälle" aus ihren anderen, nicht-veganen Restaurants, ihn vegan zu ernähren, sei ihr "zu aufwändig".
Ob sie nun wirklich selbst unvegane Produkte konsumiert, geht daraus zwar nicht hervor, aber die Tendenz ist denke ich bestätigt.

> Es kommt ja auch darauf an, was der Artikel eigentlich
> bezwecken soll.
> Vielleicht ist es ja extra so gewollt, dass nicht klar ist,
> ob sie es nun tut oder nicht.

Die Artikel waren beide ihr gegenüber sehr positiv, insofern kann ich mir nicht vorstellen, daß es darin gestanden hätte, was ihr schaden würde.

> Natürlich ist Ethik der Kernaspekt des Ganzen, aber werben
> kann man damit wohl eher nicht.

Ich würde eher sagen, mit allem anderen kann man nicht gut argumentieren. Bei Umwelt und Gesundheit fallen Aspekte wie "Rodeo", "Stierkampf", "Zirkus" oder "Zoo" fast ganz heraus. Bei Geschmack noch mehr (trotz sinnloser Bemühungen um "Retortenfleisch").
Außer du willst "werben" und "argumentieren" unterscheiden, was natürlich geht, nur leider verstehen viele andere diesen Unterschied nicht.

> Die Leute wollen wissen, wie Veganismus in der Praxis
> aussieht, weil sie es sich einfach nicht vorstellen können.
> Geschmack ist da ein ziemlich wichtiges Kriterium. Wir essen
> ja nicht nur zum Überleben, sondern weil wir Lust dazu haben
> und es uns schmeckt.

Definitiv, aber dafür reicht es zu beweisen, daß vegane Ernährung nicht einseitig usw. ist, aber es bringt nichts, es als Argument (veganes Essen schmeckt besser als..) anzuführen (auch wenn es oft stimmt), weil Geschmack halt subjektiv ist.

> > Natürlich, aber hier hat sie, wie ich es lese ("daß man...
> > verzichtet"), den einzelnen Menschen gemeint und nicht die
> > Gesellschaft.
>
> Kommt wohl wieder drauf an, wie man es liest.
> Falls die Gesellschaft gemeint ist, ist es wohl noch in
> Ordnung, aber wenn einzelne Menschen gemeint sind, ist es
> natürlich Unsinn.

Wie gesagt lese ich aus dem Indefinitpronomen "man" heraus, daß der einzelne Mensch gemeint sei.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: Ricarda | Datum:
martin schrieb:
>
> Ich habe nochmal nach anderen Aussagen gesucht und [url=
> http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/lesezeichen/sandra-forster-das-vegane-kochbuch-lesezeichen-2009-07-27-ID1248356287528.xml]dieses Interview[/url] gefunden. Zusammenfassend: "Ich nehme es nicht 100%ig Ernst, weil es nicht praktikabel ist"; man gehe sich selbst auf die Nerven, weil man "eigentlich gar nichts mehr essen kann"; sie erachte es als sinnvoll, wenn "die Massentierhaltung eingeschränkt" würde, eine Alternative ist für sie ein "Bauernhof"; es ginge nicht darum, "allen Leuten Fleischessen zu verbieten"; man müsse "Fleischprodukte" "simulieren" bzw. "nachahmen", weil sie "natürlich" für die Menschen seien; ihr Hund bekommt "Fleischabfälle" aus ihren anderen, nicht-veganen Restaurants, ihn vegan zu ernähren, sei ihr "zu aufwändig".
> Ob sie nun wirklich selbst unvegane Produkte konsumiert, geht
> daraus zwar nicht hervor, aber die Tendenz ist denke ich
> bestätigt.
Das ist ja schon einmal weitaus deutlicher.
Auch ist es interessant, dass sie noch andere nicht-vegane Restaurants hat.

Aus den anderen Zitaten konnte ich sowas aber einfach nicht 100% rauslesen. Die hätten auch von jemanden sein können, der Veganismus ernst nimmt, sich aber nicht absolut unmissverständlich ausgedrückt hat. Oder hätte es, wie gesagt, auch einfach von dem Autor kommen können.

Ich wurde mal gefragt, ob man eine Äusserung von mir als Leserbrief in einer Zeitschrift drucken dürfe.
Mein kurzer Text war eigentlich nur minimal verändert worden, hatte aber so eine ganz andere Bedeutung bekommen.
Interviews werden dann doch sicher noch mehr bearbeitet. Es kann mir keiner erzählen, dass die ganzen Interviewpartner alle so flüssig und gewand reden können.

>
> Die Artikel waren beide ihr gegenüber sehr positiv, insofern
> kann ich mir nicht vorstellen, daß es darin gestanden hätte,
> was ihr schaden würde.
Hätte es ihr denn überhaupt geschadet?

>
> > Natürlich ist Ethik der Kernaspekt des Ganzen, aber werben
> > kann man damit wohl eher nicht.
>
> Ich würde eher sagen, mit allem anderen kann man nicht gut
> argumentieren. Bei Umwelt und Gesundheit fallen Aspekte wie
> "Rodeo", "Stierkampf", "Zirkus" oder "Zoo" fast ganz heraus.
> Bei Geschmack noch mehr (trotz sinnloser Bemühungen um
> "Retortenfleisch").
> Außer du willst "werben" und "argumentieren" unterscheiden,
> was natürlich geht, nur leider verstehen viele andere diesen
> Unterschied nicht.
Ja, ich sehe einerseits die ganzen Fakten und Tatsachen, zu denen natürlich auch Sachen wie "Leder" und "Zoo" gehören und andererseits die praktische Seite mit den ganzen Vorurteilen.
Wissen schaffen sehe ich nicht so sehr als werben.

>
> Definitiv, aber dafür reicht es zu beweisen, daß vegane
> Ernährung nicht einseitig usw. ist, aber es bringt nichts, es
> als Argument (veganes Essen schmeckt besser als..) anzuführen
> (auch wenn es oft stimmt), weil Geschmack halt subjektiv ist.
Hm, ich will den Geschmack auch nicht wirklich als eigenständiges Argument hinstellen.
Es ist ja eher so, dass der Geschmack von Gegnern als Contra-Argument benutzt wird.
Veganes Essen schmeckt also nicht automatisch besser, aber auf jeden Fall nicht schlechter.

Re: "prominenter" Pseudo: Sandra Forster

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Das ist ja schon einmal weitaus deutlicher.
> Auch ist es interessant, dass sie noch andere nicht-vegane
> Restaurants hat.

Allerdings und da sie damit unveganes Essen in Auftrag gibt, ist es schon deshalb schwer, sie als Veganerin zu bezeichnen.

> Aus den anderen Zitaten konnte ich sowas aber einfach nicht
> 100% rauslesen. Die hätten auch von jemanden sein können, der
> Veganismus ernst nimmt, sich aber nicht absolut
> unmissverständlich ausgedrückt hat. Oder hätte es, wie
> gesagt, auch einfach von dem Autor kommen können.

Insofern nicht, da es die wörtliche Wiedergabe eines Videointerviews war (siehe Link). Es ist also genau das, was sie gesagt hat, ohne Veränderung.

> > Die Artikel waren beide ihr gegenüber sehr positiv, insofern
> > kann ich mir nicht vorstellen, daß es darin gestanden hätte,
> > was ihr schaden würde.
>
> Hätte es ihr denn überhaupt geschadet?

Insofern sie vegan wäre, würde es durchaus ihrem Ruf schaden, als unvegan dargestellt zu werden.

> Hm, ich will den Geschmack auch nicht wirklich als
> eigenständiges Argument hinstellen.
> Es ist ja eher so, dass der Geschmack von Gegnern als
> Contra-Argument benutzt wird.
> Veganes Essen schmeckt also nicht automatisch besser, aber
> auf jeden Fall nicht schlechter.

Es ist sicher nicht zu unterschlagen. Ich meinte nur, daß man Veganismus nicht ausschließlich auf einem solcher Aspekte aufbauen kann.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Ricarda | Datum:
Hier ein Artikel in der SZ:
Leben mit der Doppelmoral - Die Lizenz zur Sünde

Es bezieht sich zwar auf ein etwas anderes Themengebiet und einige dieser Studien sind auch etwas komisch (wobei das ja nur eine kurze Zusammenfassung des Autoren ist), erinnerte mich beim Lesen aber dennoch sehr stark an Vegetarier und Pseudo-Veganer.
Ein kleiner Schritt in die richtige Richtung reicht ja auch erst einmal aus um sich einige Zeit drauf auszuruhen..

unzureichende Motivation und Ausweichverhalten

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Hier ein Artikel in der SZ:
> Leben
> mit der Doppelmoral - Die Lizenz zur Sünde

>
> Es bezieht sich zwar auf ein etwas anderes Themengebiet und
> einige dieser Studien sind auch etwas komisch (wobei das ja
> nur eine kurze Zusammenfassung des Autoren ist), erinnerte
> mich beim Lesen aber dennoch sehr stark an Vegetarier und
> Pseudo-Veganer.

Der Artikel zeigt auch eine andere, wesentliche Facette, die man auch bei Pseudoveganern und richtigen auseinanderhalten muß: manche Menschen gründen ihre Moral bereits auf Heuchelei, sodaß der Schritt zur Inkonsequenz klein oder gar vorprogrammiert ist.
Zitat: Ausgerechnet Ted Haggard. Der Mann galt dem Time Magazine als einer der einflussreichsten evangelikalen Christen der USA. Er pries Gott, lobte den Wert der Familie und predigte gegen Homosexuelle. Dann beschuldigte ihn ein Stricher, Haggard habe ihn über Jahre für Sex bezahlt. Und man habe gemeinsam Drogen konsumiert.
Auch sonst werden nur Politiker angeführt und daß für die Worte nur leere Hüllen und Mittel zum Zweck ist, dürfte jeder Wissen.
Und das gleiche gilt für Menschen, die sich aus gesundheitlichen, religiösen oder "tierschützerischen" Gründen als vegan bezeichnen. Dadurch beruht ihre Motivation immer auf Motiven, die keine ethischen sind und dadurch fällt es ihnen auch leicht, bei Dingen, die sich nicht mit ihren Motiven überschneiden, inkonsequent zu sein. "Mal ein kleines Stück Käse" ist gesundheitlich sicher nicht sofort tödlich, von religiöser "Askese" kann man auch mal eine Pause machen und wer nicht kapiert, daß Tierschutz nicht funktioniert und kontraproduktiv ist, wird "auswärts auch mal ein Freilandei essen". Deshalb betonen wir, daß echter Veganismus nur ethisch motiviert sein kann.

Zitat: Unterstützung für Obama zu bekunden sei vergleichbar damit, eine Aussage mit einem Satz einzuleiten, wie: "Viele meiner Freunde sind Schwarze, aber ...", sagt Effron. Dies verleihe einem Menschen die moralische Glaubwürdigkeit, die er brauche, um im Anschluss eine Aussage zu treffen, die genau gegen diese Normen verstößt.
Das läßt sich doch wunderbar übertragen: "Eigentlich setze ich mich ja für Tiere ein, aber wenn sie einen schönen Tod hatten, kann man schon mal Fleisch essen." (O-Ton von Apel, Singer usw.)

Zum modernen Ablaßhandel (aka Spenden) paßt es auch:
Zitat: Kürzlich berichteten Sonya Sachdeva und ihre Kollegen von der Northwestern University in Chicago, dass Menschen, die sich selbst als moralische Wesen betrachten, weniger Geld spenden als andere, die ein tendenziell negatives Selbstbild haben (Psychological Science, Bd.20, S. 523, 2009).
Ergo: durch Spenden wird man sein negatives Selbstbild los und wenn man das erstmal los ist, muß man sich schließlich nicht mehr persönlich ändern.

Das gleiche gilt für den Kauf von "Freilandeiern" oder sonstigen vermeintlich "tierschutzgerecht" erzeugten Tierprodukten.
Zitat: Auf diese Weise erwerbe sich ein Kunde die Lizenz, eine Entscheidung zu treffen, die sonst ein negatives Bild des eigenen Ichs erzeugen würde
Der Artikel bestätigt damit, was wir ständig sagen. Nur das will niemand hören, denn an sich zu arbeiten ist anstrengender, als lediglich Heucheleiprodukte zu kaufen, eine Überweisung zu tätigen oder gegen Dinge zu demonstrieren, die einen nicht selbst betreffen (wie "Jagd", "Pelz" oder "Tierversuche").

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Laura | Datum:
Zitat: Könnte es sein, daß sie wissen, daß das, was sie tun, falsch ist, und daß sie daher versuchen, das was sie tun, zu übertünchen?


Aus eigener Erfahrung sprechend: Ja

Ich hatte zwischen Vegetarier und Veganer mal diese unglaublich intelligente "Milch-und-Eier-kauf-ich-nur-Bio"- Zeit.

Das konnte ich ca. 5 Monate halten.
"Das reine Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen"

(Stichwort: Kognitive Dissonanz)

Und weiters habe ich oft den Eindruck, dass manche Leute es einfach schick finden, "anders" zu sein.
Veganismus ist sooo individuell, dass manche es cool finden. Einen Weg suchen, sich von "den anderen" abzugrenzen.

Und wieder andere nehmens's einfach nicht so ernst.
Ich kenne ein Mädchen dass seit ihrem 7. Lebensjahr "vegetarisch" lebt, aber Leder trägt, Gummibärchen isst und "nur ganz selten" mal einen Cheeseburger. Auf die Frage warum antwortet sie mit Schulterzucken

Veganismus als Modeerscheinung

Autor: martin | Datum:
Zitat: Man kann in New York kaum einen Schritt tun, ohne diesen bleichgesichtigen, in American Apparel gekleideten Karottenhosenträger mit Hornbrille über den Weg zu laufen. Sie behaupten, vegan zu leben, und übersehen dabei galant ihre angesagten Lederstiefel aus dem Second Hand-Laden. Der amerikanische hipster , dessen Name in den 1940er in Anlehnung an „hop“ (die umgangssprachliche Bezeichnung für Opium; A.d.R.) erfunden wurde, zeichnet sich dadurch aus, dass er ekelerregend stolz auf seinen alternativen Lebensstil ist.
("Im Zoo der Lifestyle-Eitelkeiten", cafebabel.com, 26.08.09)
Sich als vegan zu bezeichnen (und es in solchen Fällen natürlich nicht zu sein), scheint - wie hier schon mehrfach angesprochen - in gewissem Umfang populär zu werden, da es als "alternativ" gilt. Dabei sind die angesprochenen, gebrauchten "Leder"-Schuhe noch harmlos, im Vergleich zu dem, was bei "Peta-Promis" unter Veganimus verstanden wird.

Neue Motivation für (Pseudo-)Veganismus?

Autor: Ricarda | Datum:
Kann sein, dass das vielleicht schon mal jemand gehört hat, aber mir war das ziemlich neu.

Gestern wurde mir über einen Veganer erzählt, dass er nur deswegen vegan lebt, weil man das eben kann.
Die Tierchen seien ihm doch scheiß egal, denn die verrecken ja eh.

Leider konnte ich dann nicht mehr so gut herausfinden, ob derjenige dann nicht doch mal von einem süßen Tierchen nascht, aber es ist wohl sehr wahrscheinlich.
Stellt sich die Frage, was das nun soll. Veganismus als Selbstkasteiung? Als Beweis der Kontrolle über sich selbst?

Neue Motivation "Kasteiung"?

Autor: martin | Datum:
Ricarda schrieb:
>
> Gestern wurde mir über einen Veganer erzählt, dass er nur
> deswegen vegan lebt, weil man das eben kann.
>
> Stellt sich die Frage, was das nun soll. Veganismus als
> Selbstkasteiung? Als Beweis der Kontrolle über sich selbst?

"Weil man das eben kann" ist reichlich eigenartig. Man kann schließlich auch von der Brücke springen und man kann auch einen Eßlöffel Blei essen, aber beides hätte leicht unangenehme Folgen (im Gegensatz zu veganer Ernährung, falls es denn eine ist).
"Kasteiung"/"Askese"/Enthaltsamkeit sind vor allem nicht veganismustypisch, jedenfalls nicht für die, die sich ein klein bißchen mit PAs oder Selbstbacken beschäftigen, aber wahrscheinlich wird es von einigen (absichtlich) so gesehen.
Im Prinzip klingt es aber auch sehr nach Modeerscheiung und er meint mit "weil man es kann" "weil man es gerade so macht" (in bestimmten Kreisen).

Sünden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: peter einrich | Datum:
Es ist besser wenn man Vegan lebt und mal eine Ausnahme macht als wenn man ein reiner Fleischfresser ist.

Wie man in einer Diät (zum Abspecken) auch mal eine Tafel Schokolade tolerieren muss muss man auch bei der Umstellung zum Veganer die ein oder andere Sünde durchgehen lassen.

Denn ohne die kleinen Sünden hält man die Umstellung nicht durch und verfällt wieder in die alte Gewohnheiten.

Morden wichtig zum durchhalten?

Autor: Achim Stößer | Datum:
> Denn ohne die kleinen Sünden hält man die Umstellung nicht

Was soll das, Mord als "kleine Sünden" zu euphemisieren?

> durch und verfällt wieder in die alte Gewohnheiten.

Das ist natürlich (selbst wenn wir die absurde religiöse Terminologie außer acht lassen) völliger Blödsinn.

Denn es geht hier um Ethik, und "mal zwischendurch ein bißchen morden" um das Nichtmorden "durchzuhalten" (also ob das eine Anstrengung wäre wie ein Marathonlauf) ist weder ethisch akzeptabel noch zielführend.

Achim

Re: Sünden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Claude | Datum:
> Wie man in einer Diät (zum Abspecken) auch mal eine Tafel
> Schokolade tolerieren muss

Die muss man überhaupt nicht tolerieren. Im Gegenteil, dadurch wird man eher rückfällig da man eben merkt dass man es ja doch nicht schafft. So hat man eher Erfolgschancen wenn man es richtig durchzieht.
Aber Veganismus ist auch keine Diät. Wer erkennt dass es falsch ist Tiere auszubeuten der verzichtet auf nichts.

Re: Sünden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Tobi | Datum:
> Denn ohne die kleinen Sünden hält man die Umstellung nicht
> durch und verfällt wieder in die alte Gewohnheiten.

Ich meine auch - auch wenn das nun schon gesagt wurde - dass es doch wirklich keine Frage des "Durchhaltens" ist.
Ich wette, so ziemlich jeder würde mit Leichtigkeit auf Leichen/Produkte von anderen Tieren etc. "verzichten" können, wenn man erführe, dass dieses "Lebensmittel" z.B. giftig (für den Konsumenten) wäre. Es ist einfach eine Frage der Motivation. Und wenn jemand ethisch motiviert ist, so tritt das Problem des Durchhaltens erst gar nicht auf, vielmehr ist es eine Erleichterung, diese (Todes-) Produkte nicht mehr zu konsumieren.

Tobi

Re: Sünden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Thomas | Datum:
Tobi schrieb:

> Ich wette, so ziemlich jeder würde mit Leichtigkeit auf
> Leichen/Produkte von anderen Tieren etc. "verzichten" können,
> wenn man erführe, dass dieses "Lebensmittel" z.B. giftig (für
> den Konsumenten) wäre.

die Wette würdest Du hochkant verlieren. Denke alleine nur an die Millionen Raucher, die täglich Gift konsumieren, es wissen und noch dafür viel Geld bezahlen.

Sinngemäß nach Quark aus DS9 bei einer Zeitreise ins 20te Jahrhundert der Erde:
"Hier gefällts mir, hier bleibe ich. Die Menschen sind so blöd für Gift, welches sie freiwillig konsumieren auch noch zu bezahlen - denen kann man alles verkaufen".

Grüße
Thomas

Gehn wir uns vergiften im Restaurant

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > Ich wette, so ziemlich jeder würde mit Leichtigkeit auf
> > Leichen/Produkte von anderen Tieren etc. "verzichten" können,
> > wenn man erführe, dass dieses "Lebensmittel" z.B. giftig (für
> > den Konsumenten) wäre.
>
> die Wette würdest Du hochkant verlieren. Denke alleine nur an
> die Millionen Raucher, die täglich Gift konsumieren, es
> wissen und noch dafür viel Geld bezahlen.

Ihr habt irgendwie beide Recht ;-) . An die Raucher habe ich auch gedacht, als ich Tobis Beitrag las, aber da ja im wesentlichen auch unveganes Essen das Risiko z.B. an Krebs zu erkranken signifikant erhöht, liegt das wohl in beiden Fällen an der leichten Verdrängbarkeit, da sich unmittelbar idR keine oder vermeitlich positive Wirkungen zeigen (nach dem Drogenkonsum, der Suchtbefriedigung, fühlt der Raucher sich relativ zu seinem Normalzustand "gut" - halt so, wie ein Nichtraucher sich mangels Sucht "immer" fühlt).

Setzen wir ein "unmittelbar" vor das "giftig" (nichtmal tödlich, wenn etwa der Biß in ein "Käsebrot" sich auswirken würde wie der Stich einer 24-Stunden-Ameise: ein Tag Schmerzen als würde man lebendig verbrennen ohne bleibenden physischen Schaden) würde es sich mancher sicher vorher überlegen.

> Sinngemäß nach Quark aus DS9 bei einer Zeitreise ins 20te
> Jahrhundert der Erde:
> "Hier gefällts mir, hier bleibe ich. Die Menschen sind so
> blöd für Gift, welches sie freiwillig konsumieren auch noch
> zu bezahlen - denen kann man alles verkaufen".

Meine Lieblingsstelle in meiner Lieblingsfolge (neben der Tribbel-Zeitreise) aus DS9 ;-) .

Achim

Re: Gehn wir uns vergiften im Restaurant

Autor: Thomas | Datum:
Achim Stößer schrieb:

> Meine Lieblingsstelle in meiner Lieblingsfolge (neben der
> Tribbel-Zeitreise) aus DS9 ;-) .

ja, die Folge "wieder Trouble mit den Tribbels" ist IMHO eine der genialsten Folgen aller SF-Serien überhaupt. Neben der einen Folge aus der Serie Farscape (die mir sonst nicht so gefällt), in der alle die Körper tauschen und sich dann Schilder mit ihren richtigen Namen umhängen.

Grüße
Thomas

Re: Sünden sind wichtig zum durchhalten.

Autor: Steffen | Datum:
peter einrich schrieb:

> Denn ohne die kleinen Sünden hält man die Umstellung nicht
> durch und verfällt wieder in die alte Gewohnheiten.

Soso...
"Ohne ausnahmsweise ab und zu mal einen Menschen zu erschießen und zu verbrennen halten die Deutschen die Umstellung nicht durch und verfallen wieder in alte Gewohnheiten."

Was für ein absurder Quatsch.

Gewissensveganer

Autor: Ricarda | Datum:
Da hat sich ein kluger Kopf mal wieder was tolles ausgedacht: den Gewissensveganer.

Zitat: Wann lag denn bei dir das letzte Mal ein Würstchen auf dem Teller?!
Schon seit über zwanzig Jahren nicht mehr. Ich mochte schon als Kind kein Fleisch, habe immer Knorpel und Fett wegoperiert, so dass meine Eltern mir eine Karriere als Chirurg prophezeiten.
Von daher war der Schritt zum Vegetarier für mich ganz normal. Ich würde mich sogar als Gewissensveganer bezeichnen, da ich außerdem darauf achte, vegane Ersatzprodukte wie Sojamilch oder Sahne zu verwenden.


Und um noch einmal ganz klar darzustellen, was einen Gewissensveganer so ausmacht:

Zitat: Na wenn du schon so weit bist, warum dann nicht den Schritt in ganzer Konsequenz machen?
Ich finde schon, dass Sojaprodukte beim Kochen anders sind. Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu bequem, diesen Schritt zu machen. Aber ich denke auch, dass es ein Lern- und Einsichtsprozess ist, sich an Dinge zu gewöhnen. Ein absolutes Richtig oder Falsch sollte es deshalb auch nicht geben. Obwohl es sogar Leute gibt, die würden sich nicht mal auf eine Ledercouch setzen. So sind wir natürlich nicht! Da soll jeder seine persönliche Entscheidung treffen.


Danach dann noch unsinniges Gebrabbel über die Produkte, die man als Vegetarier oder Veganer ja so braucht.
Sojamilch etc. ist angeblich ein Luxusprodukt.

Zitat: Laut Studien geben die Deutschen europaweit am wenigsten für Lebensmittel aus.
Ja, wobei man natürlich beachten muss, dass sich mit einem Hartz-IV-Satz nicht mal billige Discounterware bezahlen lässt. Schlechte Ernährung ist eindeutig ein Armutsproblem. Und – polemisch gesagt – der Staat unterstützt arme Menschen kaum und dann zwingt er sie noch, sich mit schlechtem Essen zu vergiften.

Hm, komisch. Mit weniger als Hartz IV kann man aber trotzdem in Discounter einkaufen und sich Sojaprodukte aus dem Biosupermarkt leisten. Wie passt das nur zusammen?

Wer sich noch mehr Unsinn durchlesen will:
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/494930

Nur blöd, dass es leider nicht reicht gesellschaftstechnisch schmerzfrei zu sein um die bescheuerten Beschreibungen in den Rezepten in seinen Büchern toll zu finden.

[Edit von Moderator: Quelle von Folgebeitrag angehängt, diesen entfernt]

Re: Gewissensveganer

Autor: martin | Datum:

> Aber ich denke auch, dass es ein Lern- und
> Einsichtsprozess ist, sich an Dinge zu gewöhnen. Ein
> absolutes Richtig oder Falsch sollte es deshalb auch nicht
> geben.

Keine Einsicht = richtig? D.h. solange ein Kind noch nicht eingesehen/verstanden hat, daß eins plus eins zwei und nicht fünf ist, ist es richtig. Zu behaupten es sei falsch, würde ja "ein absolutes Richtig oder Falsch" voraussetzen. Achja, Kopf -> Wand.

Aber immer noch harmloser als die amerikanische "vegan plus"-Version: Tagsüber ernährt man sich vegan und nachts darf man alles essen, was man will (also die ganze Palette Tierprodukte). Das setzt doch ganz neue Pseudo-Maßstäbe.

Re: Gewissensveganer

Autor: bunbury | Datum:
martin schrieb:
>
> Tagsüber ernährt man sich vegan und nachts darf man alles essen, was man will

Mach ich exakt genauso. ;o)

Als Veganer "darf man alles essen, was man *will*"

Autor: Achim Stößer | Datum:
> > Tagsüber ernährt man sich vegan und nachts darf man alles
> essen, was man will
>
> Mach ich exakt genauso. ;o)

Und umgekehrt.

Achim

"Veganer bis 17 Uhr"

Autor: martin | Datum:

> Aber immer noch harmloser als die amerikanische
> "vegan plus"-Version: Tagsüber ernährt man sich vegan und nachts darf man alles essen, was man will (also die ganze Palette Tierprodukte). Das setzt doch ganz neue Pseudo-Maßstäbe.

Diesen Fall hat die taz unter obiger Überschrift in einem Artikel über Jonathan Safran Foers unveganes, Tierausbeutung verharmlosendes Buch "Tiere essen" aufgegriffen.
Zitat: "Ich verstehe, wenn jemand sagt, er liebe Fleisch, er könne nicht Vegetarier werden", sagt er. "Ich verstehe aber nicht, wenn jemand sagt, er könne nicht einmal die Woche weniger Fleisch essen." Er nennt den Gastrokritiker Mark Bittman von der New York Times. Der liebe Fleisch, müsse es beruflich essen und sei "Veganer bis 17 Uhr" geworden, das beinhaltet Frühstück und Mittagessen. Darum gehe es: "Statt alles oder nichts - eine eigene Balance finden. Das bringt viele Menschen in die richtige Richtung - weg von der Fleischindustrie."

(taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ku&dig=2010/08/14/a0030&cHash=11befe6b60)

Abgesehen von den bezeichnenden Aussagen Foers allein in diesem kurzen Aussschnitt, wird sein Buch die Anzahl der Pseudo-Veganer wohl auch hierzulande erhöhen.

Im Übrigen ist es beschämend und bezeichnend wie derzeitig diverse "Tierrechtsgruppen" Foers Buch bejubeln. Entweder haben sie sich nicht über die Aussagen, die dort gemacht werden, informiert (dann handeln sie bedenklich dilettantisch) oder sie stimmen zu, dass ein "Verzicht" auf "Fleisch" nicht notwendig sei, sondern eine "Einschränkung" ausreiche (dann sollten sie überdenken, sich Tierrechtler zu nennen).

''99% Vegetarier''

Autor: martin | Datum:
Passend zum Vorhergehenden (wenn auch mit Vegetarier statt Veganer, aber die "Logik" ist dieselbe):

"Meeres-Veganer"

Autor: martin | Datum:
"Veganer bis 17 Uhr" war schon grotesk genug. Trotzdem tauchen immer wieder Personen auf, für die der 1. April scheinbar ganzjährig gilt.

Eine neue absurde Variante des Pseudo-Veganismus ist der "Meeres-Veganer", englisch "seagan" als Mischung aus "sea" und "vegan". (Gefunden hier.)

Das Urban Dictionary spricht von einem "Veganer, der auch Meeresfrüchte isst. Unterscheidet sich von einem Pescetarier insofern, dass er keine Eier oder Milch konsumiert." Letztendlich also trotzdem nur ein Pseudovegetarier.

Fische sind angeblich des öfteren mit giftigen Schwermetallen belastet, die der geistigen Gesundheit sicher nicht zuträglich sind. Eine Erklärung für solche Phänomene wäre es zumindest.

Pseudo-Vegetarier für die Umwelt

Autor: martin | Datum:
Zwar nicht auf Veganer, aber auf das "Fleischessen" an sich bezieht sich auch ein aktueller Artikel in der SZ ("Nicht Fisch! Nicht Fleisch!"), der natürlich zugegeben eine Steigerung zu üblichen Zeitungsartikeln darstellt, aber dennoch einigen Unsinn enthält wie die Trennung von "Fleisch und Fisch" oder "Fleisch als grandiose Energiequelle" und Evolutionsmotor (wofür es weit mehr Gegenbelege als Bestätigungen gibt, siehe auch hier).

Letztendlich ist es jedoch nur ein weiterer Aufruf zur "Einschränkung".
Zitat: Je schneller wir handeln, desto besser. Falls das nach einem Aufruf zum Vegetarismus klingt, ist das beabsichtigt. Doch auf die Gefahr hin, dass echte Vegetarier jetzt aufschreien: Wir wären auch mit Pescetariern zufrieden. Oder Flexitariern, Wochenendvegetariern also, die hauptsächlich fleischlos leben oder immer wieder und dann manchmal eben doch nicht anders können als rückfällig zu werden. Alles ist besser, als so weiterzumachen.

Scheißt auf Tierrechte, die Ökologie ist wichtiger. Argumentation mit der Umwelt ist, ich sagte es bereits, eine Sackgasse. Die Adaption, ökologisch-korrekte Tierausbeutung, ließ nicht lange auf sich warten.
Zitat: Wiewohl in den letzten Jahren immer mehr Menschen ihren Fleischverbrauch vor allem aus Gründen der eigenen Gesundheit reduziert haben, kann die Befindlichkeit unseres Körpers nur als privates Argument für den Fleischverzicht gelten - abgesehen vielleicht von manch nicht unerheblichen Kosten für das Gesundheitssystem. Unser Körper ist zwar für den Fleischgenuss ausgelegt - aber nicht in diesen Mengen.

Eben. Neben "Umwelt" ist auch "Gesundheit" als primäres Argument für Tierrechte unbrauchbar, wenn das wenigstens die Tierrechtler (sein Wollenden) verstehen würden, wäre bereits ein Schritt gemacht.
Zitat: Um jede Verbesserung in der Viehhaltung muss gerungen werden, denn in der Massenproduktion von Fleisch und Fisch geht es um Profit, und wenn wir es nicht machen, dann macht es ein anderer.

Klingt eher nach Tierschutz, aber überraschenderweise bekommt die Autorin zum Ende noch die Kurve, erwähnt Gary Steiner als Veganer und gibt die, wenn auch ungewollte, Implikation, daß wir einen neuen Abolitionismus brauchen.
Zitat: Wir könnten auch Abolitionisten, Suffragetten, Apartheid-Gegner fragen, wie sie begannen, die Gesellschaft zu verändern.

Die (hier gemeinten) historischen Abolitionisten haben es vorgemacht, es nachzumachen (und Tierrechts-Abolitionismus zu betreiben), sollte nicht wesentlich schwieriger sein.
Erwähnenswert ist auch das hier:
Zitat: Wir könnten nach Indien schauen, wo Kühe bis heute heilig sind. Eine der großen anthropologischen Theorien erklärt das damit, dass das Land schon vor dreitausend Jahren mit Hungersnöten kämpfen musste. Nur Bauern, die ihre Kühe in solchen Zeiten nicht schlachteten, hatten später Milch und Pflugochsen. Nur sie überlebten. Die Priester kodifizierten diese Überlebensstrategie zum Tabu. Es hält bis heute.

Die Kühe sind "heilig", damit sie besser ausgebeutet werden können, aus keinem anderen Grund. Soviel zu "tierfreundlichen Hindus/Buddhisten".

Milch unglücklicher Kühe

Autor: martin | Datum:
Pseudos werden mehr, auch wenn sie sich selbst natürlich nicht so sehen. Das gilt für Vegetarier, wie dieses Exemplar:
Zitat: Für viele ist es erst einmal eine private Entscheidung: WickedBunny ist DJane in Berlin, sie legt vor allem RnB, Hip-Hop und Pop auf. Und sie ist seit 13 Jahren Vegetarierin. „Damals habe ich mir klargemacht, dass das ein Tier ist, das ich da esse”, erzählt sie. „Seitdem ist es mir total zuwider, in Fleisch zu beißen. Mir läuft es beim Gedanken kalt den Rücken runter.” Ihr Grund vor allem: „Ich liebe Tiere total!” Doch sie trennt ganz klar zwischen sich und anderen. Für ihre Freunde haut sie auch gern mal ein Steak in die Pfanne. Denn für die 29-Jährige, die u.a. im GMF, im Spy Club und im Cookies auflegt und sogar eine eigene Radioshow hat, ist der Akt des Essens heilig. „Gemeinsam essen ist die höchste Form der Geselligkeit. Und das ist am schönsten, wenn alle sich wohlfühlen.” Wenn jemand unbedingt Fleisch dazu braucht: Na gut.

Soweit geht die "Tierliebe" dann doch nicht.

Und es gilt für Pseudo-Veganern:
Zitat: Trends sind auch Angel ziemlich egal. Und es ist ihm auch egal, wenn andere ihm Vorhaltungen machen, wenn er seinen Veganismus nicht konsequent durchzieht. 16 Jahre war der 35-jährige Grafiker und Projektleiter Vegetarier, und vor einigen Monaten hat er sich dann entschlossen, ganz auf Tierprodukte zu verzichten, also auch auf Milch, Käse und Honig. Er ist Veganer. Oder, wie er lieber sagt, „Veganer in Ausbildung”. Denn er macht Ausnahmen: Zum Siegessäule-Interviewtermin bestellt er sich Kaffee mit einem Schuss Milch und ein Stück Kuchen mit eindeutigem Käsesahne-Anteil. Unvegan. Eine Sünde? „Ein Regelbruch, klar. Vielleicht komme ich jetzt in die Hölle”, sagt er augenzwinkernd. Aber das ist der Punkt: Es geht eben nicht darum, sich selbst (oder anderen) Vorschriften zu machen. Genau das hat ihn früher bei Veganern eher abgeschreckt: „Deren Konsequenz macht Sinn, aber mich nervt das ebenfalls.”
[...]
Der Schritt vom Vegetarier zum Veganer, also zum kompletten Verzicht auf Tierprodukte, war für ihn dann nur noch eine Frage von Stringenz, wie er sagt. „Ich bin grundsätzlich gegen die Haltung und Tötung von Tieren”, erklärt Angel. „Was uns die Werbung vorlebt, ,glückliche Kühe’, das gibt es einfach nicht!”, erklärt er, um dann fast schüchtern hinterherzuschieben: „Eigentlich setze ich mich wenig mit dem Thema auseinander.” Vor zehn Jahren hat Angel mal einen Schlachthof angeschaut. „Das war beklemmend”, erinnert er sich. Er konnte ganz genau sehen, dass die Kuh beim Schlachten Angst hatte, dass sie ganz genau wusste, was gleich mit ihr passieren würde. Von da hat er das eindeutige Gefühl mitgenommen: „Das ist eigentlich unerhört. Es müsste eine Straftat sein.

(siegesaeule, Mai 2010)

Er ist also a) grundsätzlich (!) gegen das Töten von Tieren; weiß b), dass "glückliche Kühe" eine Illusion sind und findet c) das Schlachten von Kühen müsste eine Straftat sein. Dann konsumiert er "augenzwinkernd" Produkte, für die a) Tiere getötet werden, b) definitiv nicht von "glücklichen Kühen" stammen (da es sie nicht gibt) und dies müsste c) eine Straftat sein, weil diese Tiere dafür umgebracht wurden.

Hmm ja. Oder eigentlich nein. Kognitive Dissonanz kann zwar stark sein, aber in solchen Fällen muss man sich wohl schon Sorgen um den Geisteszustand machen.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Hallo!
Zuerst einmal möchte ich mich (oder vielmehr meine Essgewohnheiten) vorstellen: ich bin seit fünf Jahren Vegetarierin und habe vor ungefähr einem halben Jahr begonnen, mich eingehender mit der Milch- und Eierproduktion auseinanderzusetzen, woraufhin ich nach längerem Zögern den Schritt zum Veganismus gewagt habe, oder zumindest zur veganen Ernährung (ich besitze noch den einen oder anderen Wollpullover, außerdem unvegane Kosmetika).

Problem: ich hatte mich schon vorher als Volontärin in einem Wildlife-Projekt in Südafrika angemeldet und als Ernährung vegetarisch angegeben.
Die Mahlzeiten dort waren all inclusive, die nächste Einkaufsgelegenheit eine Dreiviertelstunde Fahrt entfernt (für mich also nicht erreichbar, da ich keinen Führerschein habe). Darum habe ich während dieser Woche (mit schlechtem Gewissen, aber eben doch) "Ausnahmen gemacht".
Eine Mit-Urlauberin (omnivor) meinte dazu: "Dann können deine Überzeugungen ja auch nicht so fest sein." Das hat mich ehrlich gesagt ziemlich getroffen. Hatte ja auch einen gewissen Wahrheitsgehalt. Ein/e "wahre/r" Veganer/in hätte wohl lieber gehungert oder sich notfalls nur von Toast mit Erdnussbutter ernährt. Ich muss also beschämt eingestehen, dass ich nach den in diesem Forum herrschenden Standards wohl Pseudo-Veganerin bin.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Marco | Datum:
Hallo Elisabeth

Elisabeth schrieb:
>
> Erdnussbutter ernährt. Ich muss also beschämt eingestehen,
> dass ich nach den in diesem Forum herrschenden Standards wohl

Diese "Standards herrschen" nicht nur in diesem Forum, sondern überall, wo Veganismus ernst genommen wird. Das Wort Veganismus bspw. wurde meines Wissens bei der Gründung der Vegan Society in Großbritannien definiert (vermeidbares Leid zu vermeiden).

> Pseudo-Veganerin bin.

Das kann man doch ändern, nicht?

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Es gibt durchaus als "vegan" deklarierte Foren, wo Veganismus weniger ernst genommen wird als hier (die werden hier auch teilweise sehr scharf kritisiert).

Deshalb zögere ich auch, mich in dieser Umgebung als Veganerin zu bezeichnen. Es wäre ja auch während meines Urlaubs möglich gewesen, Unveganes zu vermeiden, aber offenbar reichen meine Prinzipientreue und mein Mitgefühl nur bis dorthin, wo der Hunger anfängt.
Jetzt bin ich zwar wieder vegan (und habe auch vor, vegan zu bleiben) und werde künftige Urlaube auch dementsprechend planen, aber reicht das? Oder sind nur diejenigen wahre Veganer, die auch in Krisensituationen nicht einmal im Traum daran denken würden, eine "Ausnahme zu machen"?

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Marco | Datum:
Elisabeth schrieb:
>
> planen, aber reicht das? Oder sind nur diejenigen wahre
> Veganer, die auch in Krisensituationen nicht einmal im Traum
> daran denken würden, eine "Ausnahme zu machen"?

Wenn Du mit "Krisensituation" wirklich hungern meinst oder die Gefahr, sich selbst zu schaden, würde ich mit nein antworten. Die Frage zielt aber leicht am Threadthema vorbei. Denn hier geht es um Leute, die sich als vegan bezeichnen, jedoch nicht vegan leben, obwohl es für sie problemlos möglich wäre.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: dom | Datum:
Vielen Dank, Du hast dem Veganismus einen grossen Dienst erwiesen. Dank Dir denken jetzt die Mit-Urlauber, dass Veganer immer nur dann vegan sind, wenn es gerade passt. "Ihhh, die Aepfel haben braune Stellen, dann esse ich eben das Kaesebrot."

Ich war fuer sechs Wochen in Namibia. Der naechste Laden war 1,5 Stunden mit den Auto weg und ich hatte kein Auto da und konnte drei Mal einkaufen. Ausserdem gibt es in Namibia nicht so viel Obst und Gemuese wie in Suedafrika. Trotzdem habe ich wissentlich nichts unveganes gegessen, denn diese Produkte sind fuer mich als Veganer keine Lebensmittel! Ich kaeme auch nicht auf die Idee Hundescheisse zu essen, nur weil sonst nur noch Obst zur Auswahl steht.
Ich habe in den sechs Wochen etwa 6 Kilo abgenommen, weil das Gemuese und das Obst, das ich dort bekommen habe auch nicht wirklich lecker war. Trotzdem waere ich nicht auf die Idee gekommen die Berge an Leiche, die die anderen konsumiert haben ebenfalls zu konsumieren.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Habe mich genau einer Mit-Urlauberin "geoutet", mit den Worten: "Zu Hause ernähre ich mich vegan." Normalerweise verschweige ich meinen Veganismus (oder Pseudo-Veganismus) eher, eben wegen dieses ganzen Drucks - ich will kein falsches Bild des Veganismus vermitteln.

Da bis vor einem halben Jahr Milchprodukte etc noch auf meinem Speiseplan standen, hat sich bei mir noch keine Hemmschwelle dagegen aufgebaut wie z. B. gegen Fleisch (das ich wirklich genausowenig essen würde wie Hundekot).
Im Falle von Käsebrot und braunen Äpfeln hätte ich auch auf die Äpfel zurückgegriffen, aber die gab es leider nicht zur freien Entnahme.

Ansonsten bewundere ich deine Konsequenz und Prinzipientreue - darf ich das überhaupt so schreiben? Könnte ja sein, dass es sich nach "Veganismus ist Verzicht" anhört.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: martin | Datum:
> Ich muss also beschämt eingestehen,
> dass ich nach den in diesem Forum herrschenden Standards wohl
> Pseudo-Veganerin bin.

Da du dich auf diesen Thread zu beziehen scheinst, liegst du falsch. Hier geht es um solche Menschen, die Veganismus als Modeerscheinung praktizieren oder offensichtlich Unveganes konsumieren, obwohl sie ohne Probleme Alternativen hätten. Dein Fall gehört nicht direkt dazu.

> Schritt zum Veganismus gewagt habe, oder zumindest zur
> veganen Ernährung (ich besitze noch den einen oder anderen
> Wollpullover, außerdem unvegane Kosmetika).

Verbliebene, unvegane Gebrauchtsgegenstände machen dich nicht automatisch zur Unveganerin. Im Vegan-Werden-FAQ gibt es dazu die exemplarische Frage nach alten Lederschuhen. Analoges gilt hier.

> Ein/e "wahre/r" Veganer/in hätte
> wohl lieber gehungert oder sich notfalls nur von Toast mit
> Erdnussbutter ernährt.

Das erste ist Unsinn, mit dem zweiten liegst du schon näher. Wie auch dom sagte, ist es kein Problem, sich für eine beschränkte Zeit einseitiger als gewohnt zu ernähren. Ich nehme an, dass wäre auch in deinem Fall möglich gewesen, ohne hungern.

Zudem ist mir unklar, was du mit deinem Beitrag beabsichtigst. Du scheinst dich selbst mit dem "Pseudo-Veganer"-Status rechnen zu wollen, um Schuldgefühlen besser begegnen zu können, da du ja eingesehen hast, dass dein Verhalten nicht richtig war. Für so etwas wirst du hier wenig Gegenliebe finden.
Statt dir Schuldvorwürfe zu machen, ist es wesentlich produktiver, zu analysieren, wo das Problem lag (hast du ja erkannt) und welche Lösungen es dafür (z.B. für ähnliche Situationen in Zukunft) gibt. Allgemeine Anmerkungen wurden bereits gemacht; zukünftigt wäre es natürlich besser, sich vorher zu informieren und ggf. Ratschläge einzuholen.

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Liliales | Datum:

> Verbliebene, unvegane Gebrauchtsgegenstände machen dich nicht
> automatisch zur Unveganerin. Im Vegan-Werden-FAQ gibt es dazu
> die exemplarische Frage nach alten Lederschuhen.

Kann mich da mal jemand aufklären? Ich verstehe das irgendwie nicht so recht. Einerseits ist es dem Tier gleich, andererseits ist es doch geschmacklos? Was soll nun die Aussage sein?
Ich halte es übrigens so, dass ich ein Paar Wanderschuhe weiterhin trage sowie andere Schuhe mit (mutmaßlichem, ich habe damals nicht drauf geachtet) geringem Lederanteil. Ein anderes Paar Stiefel, dass sich nicht einlaufen lässt und dass ich nur des Aussehens wegen trug, trage ich nicht mehr, seitdem ich vegan bin.

> Zudem ist mir unklar, was du mit deinem Beitrag
> beabsichtigst. Du scheinst dich selbst mit dem
> "Pseudo-Veganer"-Status rechnen zu wollen, um Schuldgefühlen
> besser begegnen zu können, da du ja eingesehen hast, dass
> dein Verhalten nicht richtig war. Für so etwas wirst du hier
> wenig Gegenliebe finden.
> Statt dir Schuldvorwürfe zu machen, ist es wesentlich
> produktiver, zu analysieren, wo das Problem lag (hast du ja
> erkannt) und welche Lösungen es dafür (z.B. für ähnliche
> Situationen in Zukunft) gibt. Allgemeine Anmerkungen wurden
> bereits gemacht; zukünftigt wäre es natürlich besser, sich
> vorher zu informieren und ggf. Ratschläge einzuholen.

Ich denke, sie versucht eher, auf die Frage zu antworten.
Wobei für mich die Antwort auf die Frage nicht direkt enthalten ist... Was ich herauslese ist: Ratlosigkeit und Bequemlichkeit.

Ich empfehle dir Elisbath, dich doch offener als Veganer zu "outen", eben damit der Druck in der Hinsicht größer wird...
Meinst du nicht auch?

''Altlasten''

Autor: martin | Datum:

> > Verbliebene, unvegane Gebrauchtsgegenstände machen dich nicht
> > automatisch zur Unveganerin. Im Vegan-Werden-FAQ gibt es dazu
> >
> die exemplarische Frage nach alten Lederschuhen.
>
> Kann mich da mal jemand aufklären? Ich verstehe das irgendwie
> nicht so recht. Einerseits ist es dem Tier gleich,
> andererseits ist es doch geschmacklos? Was soll nun die
> Aussage sein?

1. ist es dem Tier egal (Nicht-Verwendung hilft hier auch nicht weiter), 2. ist es geschmacklos und i.d.R. leicht zu ersetzen und 3. kann es negative Auswirkung haben. Was man also mit "Altlasten" macht, hängt davon ab, wie man diese Punkte gegeneinander aufwiegt (also 1. gegen 2. und 3.). Das ist von Situation zu Situation unterschiedlich.

> Ich denke, sie versucht eher, auf die Frage zu antworten.

Als Antwort auf die Frage passt das auch nur sehr bedingt.

> Ich empfehle dir Elisbath, dich doch offener als Veganer zu
> "outen", eben damit der Druck in der Hinsicht größer wird...
> Meinst du nicht auch?

Naja, es wäre "schöner", wenn man aus eigenen Prinzipien vegan wäre und nicht wegen des Drucks von außen.

Re: ''Altlasten''

Autor: Liliales | Datum:

> 1. ist es dem Tier egal (Nicht-Verwendung hilft hier auch
> nicht weiter), 2. ist es geschmacklos und i.d.R. leicht zu
> ersetzen und 3. kann es negative Auswirkung haben. Was man
> also mit "Altlasten" macht, hängt davon ab, wie man diese
> Punkte gegeneinander aufwiegt (also 1. gegen 2. und 3.). Das
> ist von Situation zu Situation unterschiedlich.

Hmm, okay, dann hatte ich das ja in etwa richtig verstanden. Ich denke, es ist dann soweit okay, also ich laufe jetzt nicht im Alltag mit Lederschuhen rum, die Wanderschuche trage ich eben dann und wann mal im Gelände, die Menschen, die da ggf. mit dabei sind, kennen meine Einstellung (und meine finanzielle Situation), sollte also hoffentlich kein Problem sein.

> > Ich denke, sie versucht eher, auf die Frage zu antworten.
>
> Als Antwort auf die Frage passt das auch nur sehr bedingt.

Deswegen ja "versucht" ;)

> > Ich empfehle dir Elisbath, dich doch offener als Veganer zu
> > "outen", eben damit der Druck in der Hinsicht größer wird...
> > Meinst du nicht auch?
>
> Naja, es wäre "schöner", wenn man aus eigenen Prinzipien
> vegan wäre und nicht wegen des Drucks von außen.

Ja, natürlich, aber ich denke mal, das kommt dann mit der Zeit.. hoffe ich zumindest...

Re: Mehr Schein als Sein: Warum Pseudos?

Autor: Elisabeth | Datum:
Die Frage war "Warum Pseudo?" bzw warum Personen sich als VeganerInnen bezeichnen, die nicht vegan leben. Ich wollte erklären, warum ich (die ich mich seit einem halben Jahr vorsichtig als Veganerin bezeichnet habe) Ausnahmen gemacht habe. Natürlich ist das keine allgemeingültige Antwort ;-)

Mit "Druck" meinte ich weniger den Druck, nichts Veganes zu konsumieren (der wäre in meiner omnivoren Umgebung sowieso verschwindend gering), sondern den, Veganismus positiv (oder zumindest eindrucksvoll) zu präsentieren. Präsentationen sind nicht gerade meine Stärke, und nach meinen Motivationen für vegane Ernährung gefragt stottere ich meistens nur herum (obwohl ich natürlich die Argumente dafür kenne), besonders, wenn ich von mehreren Omnis und/oder Vegetariern umringt bin, die die Diskussion mit "Also das ist mir zu extrem" oder "Das könnte ich nicht" eröffnen. (Die kürzesten Antworten darauf kommen leider sehr aggressiv rüber.)

Bill Clinton, der vegane Fischesser

Autor: Krümel | Datum:
Bill Clinton ernährt sich "vegan". Und vermutlich pflanzt er die Fische, die er isst, selbst im Garten an...

[url]http://www.veganblog.de/2010/12/29/bill-clinton-uber-seine-vegane-ernahrung/
[/url]

[Bildlink korrigiert - Mod]

Zitat: After telling the world he's now embracing a vegan diet, animal rights activist group PETA has named Bill Clinton its 2010 Person of the Year.

http://bltwy.msnbc.msn.com/politics/bill-clinton-named-petas-person-of-the-year-1670000.story

Fisch ist dann wohl Peta-vegan?

Wurst-und-Fisch-Veganer Paul Watson

Autor: martin | Datum:
Paul Watsons Umwelt- und Artenschutzorganisation "Sea Shepherd" wird gerne mit Tierrechten in Verbindung gebracht. Unter anderem mit dem Hinweis, er wäre Veganer und an Bord (was gleichzeitig heißt: sonst nicht) würde nur vegan gegessen werden. Beides falsch.
Zitat: So ist es eine Wahrheit, dass alle Schiffe von Sea Shepherd strikt alkoholfreie Zonen sind, eine andere, dass es montags eben doch Bier gibt. Eine Wahrheit ist, dass Paul Watson Veganer ist, eine andere, dass er auf dem Helikopterdeck hin und wieder eine Wurst grillt und beim Landgang auch nichts gegen Oktopus-Salat einzuwenden hat. Die Welt ist kompliziert. Man muss pragmatisch bleiben.

http://www.geo.de/GEO/natur/oekologie/70009.html?p=3

"Pragmatisch" oder eben doch opportunistisch. In diesem Fall bedeutet das vor allem: unvegan.

Re: Wurst-und-Fisch-Veganer Paul Watson

Autor: Achim Stößer | Datum:
Noch mehr Unveganismus Watsons:

Zitat: Watson schiebt sich tiefer in seinen Stuhl. Jetzt, da das Leder ihn wie selbstverständlich umschließt, wird klar, dass es sein Sessel ist. (a.a.O., meine Hervorhebung)


Wieso er nicht vegan ist? Ganz einfach, seine Motivation ist keine ethische, sondern der pure Egoismus einer Ausbeutergesellschaft:

Zitat: Darf man sich und andere in Lebensgefahr bringen wegen ein paar Fischen oder Walen? Wie weit darf Umweltschutz gehen? Watson hat längst gelernt, bei dieser Frage die Fassung zu wahren: "Es geht doch nur vordergründig um die Tiere. Wenn der Ozean stirbt, dann sterben wir auch." Tatsächlich produzieren die Meere nicht nur Nahrung - die Menschheit entnimmt ihnen knapp 90 Millionen Tonnen Fisch und andere Meerestiere im
Jahr. Ozeane absorbieren auch ein Viertel des weltweiten CO2-Ausstoßes, wenn sie intakt und voller Leben sind. (a.a.O., meine Hervorhebung)


Achim

Re: Anekdoten

Autor: Kevin Beile | Datum:
Hallo alle zusammen,

ich bin nun schon seit knapp 25 Jahren Veganer. Und in einer Großstadt wie Berlin trifft man da zum Glück viele Gleichgesinnte(Ich richte auch einen monatlichen Veganer-Stammstisch aus). Aber in den letzten Jahren, das ist freilich nicht repräsentativ, habe ich das Gefühl, dass die "Pseudos" immer zahlreicher werden. Keine Ahnung ob das daran liegt dass Veganismus gerade "in" ist oder die Menschen trotz größerer Informationsfreiheit, diese nicht zu nutzen wissen.

Ab und zu bringt ein Freund/in oder Bekannte/r einen neuen Veganer mit in die Runde ein. Ich bin natürlich immer hocherfreut. Musste aber, wie oben angedeutet, feststellen, dass es sich immer öfter gar nicht um Veganer handelt. Sie mögen zwar auf tierische Lebensmittel verzichten, aber gehen dann erstmal schön eine rauchen. Oder kommen mit dem Auto vorbei. Wenn man das vorhandene Informationsdefizit(Zigaretten gibt es nicht vegan, Auto auch nicht), dann kommen die gleichen Ausreden, die man sich so ähnlich auch von Leichenfressern anhören darf!
"Ja, bin halt süchtig."
"Schmeckt doch so gut."
"Kann nicht ohne."
Exakt das gleiche "Diskussionsschema" welches eben Tiermörder aller couleur pflegen.

Ich brauche wohl nicht erwähnen das solche Personen dann nicht mehr eingeladen sind. Sie schaden dem Ansinnen mehr als jeder andere Tiermörder. Bei dem Gedanken, dass diese Menschen auch noch behaupten Tierrechtler zu sein während sie eben diese ausbeuten...ich werde bei dem Gedanken wieder leicht "emotional". ;)

Das wollte ich nur mal zum Thema "Pseudos" loswerden.


Grüße

Kevin Beile

Re: Anekdoten

Autor: fritz1 | Datum:
> ...(Zigaretten gibt es nicht vegan, Auto auch
> nicht)...

Ich bin nun offenbar ein informationsdefizitärer Pseudoveganer. Kann mir jemand erklären was an Autofahren unvegan sein soll? Ich rauche nur selten, wenn eine Zigarette die Runde macht, mal mit. Was ist daran falsch, wenn man niemanden passivrauchen lässt, der an einem frühen Tod uninteressiert ist?